Beiträge von achelias

    Ich denke auch, dass man da ein wenig Aufklärungsarbeit leisten muss.

    Das stimmt.

    Diese Aufklärungsarbeit muss in den Schulen beginnen, in der Familie, nicht am Stammtisch.

    Bei anderen Drogen geht das doch auch … halbwegs.

    Wie viele werfen immer den Denkmantel über das Problem Alkohol, damit meine ich nicht nur die Trinker selbst, alles wird vertuscht geheimgehalten, verschwiegen, verharmlost.

    Erst wenn die Kacke am dampfen ist, wird sich ganz zaghaft gerührt, sein Leid geklagt – ganz plötzlich hat man einen Alkoholiker zu Haus, das habe man nicht bemerkt, das kam irgendwie (!) schleichend, au weia, man zweifelt an seinen Wahrnehmungen etc. pp. .

    Bitte? Sind den alle mit dem Klammerbeutel gepudert worden? Wo bleibt da die Vernunft?

    Becko, verzeih`, doch das musste jetzt Mal raus.

    Elly schreibt, dass es Leute gibt, die den Umgang mit Alkohol beherrschen. Ich denke ich war auch einer davon....früher mal. Falls man nach 1-2 Drinks aufhören kann - ist das ein Beweis dafür - dass man kein Alkoholiker ist....und umgekehrt...wenn man es nicht kann, dass man einer ist?

    Ja, genau dieser Kontrollverlust ist ein Anzeichen, auch daß man den Gedanken (Sucht) an Alkohol nicht mehr aus dem Kopf bekommt, und trinken "will", obwohl man eigentlich nicht will. Allein, wenn ein Gedanke schon ein Verlangen auslöst, dann ist man wohl Alkoholiker.

    Der Elch im Wohnzimmer

    Schönes Beispiel, … wenn man den Elch schon Jahre lang kennt, man mit ihm viele schöne Erlebnisse hatte, er zur Familie gehört und nicht immer nur Blödsinn macht, eigentlich ein ganz lieber ist, dann sich vom Elch trennen … das fällt schwer.

    Immerhin ist er ein Elch, was kann ich dafür, wenn ich mich in einen Problemelch verliebte?

    Beim nächsten Mal wundert sich keiner mehr. Wenn du überhaupt noch mal hin gehst. Und erklären muss man sich ja zum Glück auch nur einmal.

    Von daher wird es einfacher.

    Das war nicht mein Problem, bzw. was mich betrübte. Ich habe genügend Selbstbewußtsein und stehe zu meinen Entscheidungen, erkläre es auch gern.

    Mich selbst auszuschließen, an bestimmten Geselligkeiten nicht mehr teilhaben zu können/ wollen, das tut weh und das braucht Zeit, damit ich mich daran gewöhne, da hilft eben nicht Mal `ne Runde durch den Wald zu laufen, das ist die eigentliche, schwierige Arbeit.

    ... Das steht mir als nächstes bevor. In meinem Umfeld der besten Freunde (wir kennen uns schon seit der Schule) ist es nahezu Tradition zusammen das Glas zu heben - und ich bin nicht gerade für meine Abstinenz bekannt. Das wird ein schwieriger Fall. Ich traue mich noch nicht so ganz - aber es ist der zentrale Baustein - ja quasi das Grundgerüst - sonst funktioniert es nicht.

    Hallo Becko00,

    diese Situation habe ich schon hinter mir, das Treffen der alten Schulkumpels in der fröhlichen Bierrunde. Zu gestehen, daß ich keinen Alkohol mehr trinke und warum ich das tue, war nicht schwer, ich erntete auch Verständnis, wenn auch nicht von allen. Doch die wollten ja fröhlich zusammen sitzen und Bier trinken – da hatte ich nichts zu suchen und fühlte mich auch nicht wohl, zwischen den Biergläsern auf dem Tisch. Ich war auch noch nicht so gefestigt.

    Mir blieb nichts anderes übrig, als die Runde zu verlassen, das war der schwierigste Teil der Übung.

    ... Heimliche. Funktioniert - im Arbeitsleben - habe ich immer. Privat seltenst.

    ...

    Ich habe mich und meine Schamgefühle am Tag nach dem Trinken nicht mehr ausgehalten. Selbstzerfleischung, am liebsten unter einen Teppich kriechen und nie mehr zum Vorschein kommen.

    Ich wußte am nächsten Tag nie was passiert war, was ich angestellt habe.

    Hallo Dagmar,

    ähnliches habe ich auch durch, vor ca. 2 Jahren hatte ich dann die Nase voll von mir, völlig und hörte ähnlich, wie du, abrupt auf, verbannte jeglichen Alkohol aus meiner Wohnung und musste auch viel

    Willen und Anstrengung aufbringen, erst Mal durchhalten, bis sich langsam wieder die alkoholfreie Normalität einstellte, nach einem ½ Jahr funktionierte auch das Schlafen wieder besser.

    Hast du dir für die nächste Zeit eine Strategie zurecht gelegt?

    Hallo NurBier67,

    schreib` ruhig über deinen Mann, lass es raus. Oft denkt man, daß passiert nur mir und zweifelt an seinen Wahrnehmungen, erzählt man davon, wird schnell klar, es geht vielen so, alle haben ähnliches erlebt – genau dafür ist eine SHG da: Austausch.

    Wie war es beim RA? Konntest du dich ein wenig sammeln, runterkommen?


    P.S.

    Das der Ausdruck Balla Balla Station hier bei einem User Unbehagen erzeugt, wundert mich... man kann`s auch ein bissel übertreiben. Bekloppten-Station, würde ich ja noch verstehen.

    Auch das Lesen bei anderen Betroffenen kann schon hilfreich sein. Manchmal würde ich mir auch wünschen mein Superman Kostüm anzuziehen und etwas zu bewirken. Oft habe ich das Gefühl, dass das nicht genug ist, dass man machtlos ist.

    Das ist traurig, denn hier geht es wirklich um Selbsthilfe.

    Das ist das Hilfreichste, merkt man doch ... da, seine eigenen Fehler/ Unzulänglichkeiten. Man ist ja selbst nicht betroffen und urteilt viel schneller, unvoreingenommener - das geht bei Fremden sehr gut.

    Bei sich selbst versagt man leider sehr oft.

    Supermannkostüm klingt sexy, doch ohne Kryptonit auch nur das ...

    ...

    Ich komme aber derzeit gut klar damit weil ich nichts mehr an mich ran lasse

    Was ich mich immer frage: warum dauert es immer so lange bis man zu der Erkenntnis kommt, daß die Beziehung keinen Sinn mehr macht?

    Warum geht man oft „durch die Hölle“ , wortwörtlich an seine Grenzen, bevor die Vernunft siegt?

    Ist es Liebe, die Macht der Gewohnheit, die Angst vor Veränderung? Oder muß man erst so richtig am Boden sein, leiden? Muß man erst selbst „sterben“ bevor die Hoffnung stirbt?

    Bin ich zu gefühllos, daß ich das nicht nachvollziehen kann?

    Es gibt viele Frauen, wo der Mann nicht trinkt und die trennen sich, weil sie nicht auf Dauer kompatibel sind. Trinkt er aber und ist nicht kompatibel, keimt die Hoffnung auf, er müsse nur nicht mehr trinken und alles wäre fein.

    Nun hört er aber nicht auf mit dem Trinken, dann hört oft: „eigentlich“ (!) ist er ja ein ganz lieber … wenn er nicht trinkt … häää? Bitte???

    Oder gibt es da keine rationale Erklärung? Und muß der eigene Schmerz erst größer sein, als der vermeidliche Trennungsschmerz? Ist es praktisch ein Abwägen zwischen Vernunft und Gefühl bzw. der Vorstellung davon?

    Kannst du mir das erklären? Bitte.

    Ach ja, und den Termin beim RA gleich um 17 Uhr, den nehme ich natürlich jetzt doch wahr! Ich will wissen, welche Rechte ich habe. Es geht ihm ja immer nur ums Finanzielle. Durch die von mir "erzwungene" Scheidung von seiner ersten Frau hat er ja finanziell sehr gelitten. Die Differenz konnte ich bisher aufbringen durch meinen Volltimejob.

    Unbedingt zu RA gehen. Gehe bitte vom Schlimmsten aus, stelle alle Zahlungen ein und schütze was du kannst, vor allem dich.

    Wenn jetzt einer glaubt, ich übertreibe - soll er.

    Sagt mal, was ist das für ein Typ, mein Mann? Hat er sich den Verstand schon weggesoffen? Ist er nicht mehr normal?

    ...Der geht vor die Hunde...

    Ja!

    Liebe NurBier67,

    ähnliches erlebte ich bei meinem Vater, wenn nicht gar gleiches … Schimmel am Geschirr, div. Wunden durch hinfallen (die übrigens nicht entstehen, weil man „nur“ stolpert oder ungeschickt ist, man ist schlichtweg total besoffen und die Motorik versagt völlig, und bleibt dann einfach liegen), völlig wirres Reden/ Ideen, üble Verwahrlosung u.v.a.m. - alles ganz grausam.

    Ich selbst war am Boden zerstört und mir meiner Machtlosigkeit bewusst.

    Du kannst nur dich selbst schützen und alles in Sicherheit bringen, was dir lieb und teuer ist.

    Es besteht die Gefahr bzw. ist sehr wahrscheinlich, daß er im Suff Haus und Hof verscherbelt, ja solche Menschen sind im Wahn – absolut.

    Ich habe jahrelang versucht, meinen Vater zum Umlenken zu bewegen – alles vergebens!!

    Da er selbst nicht mehr in der Lage war einzukaufen, weil dauerbesoffen, ließ er sich Alkohol und hin und wieder auch Mal `ne Pizza oder ähnliches liefern, die Pizza vergammelte, der Fusel wurde getrunken … über Monate ging das so.

    Ich kann Geschichten erzählen, die kaum zu glauben sind.

    ... Nach meiner Meinung hatten wir eine gute normale Beziehung , wir Arbeiten zusammen ...

    Hatten … es tut immer weh, wenn etwas zu Ende geht, etwas vorbei ist, gern verschließt man die Augen und sehnt sich zurück, an die Zeit wo noch alles gut war, funktionierte.

    Andere leben sich auseinander, ist man selbst betroffen, will man es nicht wahrhaben.

    Sucht einen Schuldigen, will daß alles nur aufhört und wieder so ist, wie es war.

    Barthell hat es sehr gut auf den Punkt gebracht. Vernünftig!

    Gefühl und Vernunft gehen aber selten Hand in Hand, das weisst du selbst. Schöne Schei... , nun kann man nur versuchen, das Beste daraus zu machen … Schadensbegrenzung so zu sagen.

    Du schreibst selbst, dir geht es zunehmend an die Substanz.

    Da du deinen Mann nicht verändern kannst, kannst du nur dich verändern, deine Einstellung, dich schützen.

    Stelle die verschiedene Szenarien (wie von Barthell beschrieben) vor, gehe sie theoretisch, in Gedanken durch, schließe ein „Wunder“ aus, gibt dir Zeit.

    Lies viel bei den Anderen „Erste Schritte für Angehörige und Co Anhängige“.

    Rede darüber, tausche dich aus.

    Hallo Stefan 1,

    der Tanz auf dem Vulkan, auf der einen Seite will man am sozialen Leben teilnehmen, doch da wird überall Alkohol getrunken.

    Sich immer nur fernhalten und gehen, wenn`s gemütlich wird, die Anderen trinken, isoliert und macht einen zunehmend einsam.

    Ein anderes, alkoholfreies Umfeld muss her. Leichter gesagt als getan.

    Nur nicht mehr trinken wird nicht ausreichen... wahrer Spruch, doch wie macht man es?

    Nun scheinst du zu den Wenigen zu gehören, die nein sagen können, auch nach einem versehentlichen Schluck Bier.

    Das gelingt kaum einem. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das gekonnt hätte, nach 2 Monaten Abstinenz (??), heute nach 1 ½ Jahren kann ich das.

    Natürlich bist nur du für dich verantwortlich, nur du kannst dich beurteilen.

    Viele überschätzen sich, werden wagemutig und dann rückfällig, werden schwach, geben nach oder es überwältigt sie, der später auftretende Saufdruck …

    Ich finde es gut, daß du darüber berichtest. Auch wenn es nicht nachahmenswert ist.

    Viele glauben, es könne ihnen auch gelingen, einfach nein sagen – die Wahrheit ist aber eine andere … ein Schluck Alkohol oder nur der Gedanke daran und schon „müssen“ sie trinken.

    Gilt das Gleiche nicht auch für den CO, achelias?

    Auch er lernt so nie, Unharmonie/Stress mit dem Partner auszuhalten, wenn er es dem Alkoholiker immer so bequem wie möglich macht.

    ...

    Es geht auch nicht um Schuld und dergleichen. Es geht um jeweils schwere Abhängigkeiten, wo die Betroffenen ohne professionelle Hilfe nicht mehr heraus kommen.

    Ein Co. sollte sich die Grundsatzfrage stellen, ob die Beziehung überhaupt noch eine Beziehung ist oder ob man nur noch an seiner Illusion der Beziehung hängt.

    Wenn es die letzten Jahre schon so unharmonisch, stressig war, was hindert mich daran die Katastrophe von Beziehung zu beenden? Der eigene Stolz, wirtschaftliche Abhängigkeit, Unvermögen? Liebe wohl kaum.

    Das ist immer so leicht gesagt: trenn` dich.

    Doch ist es die einzige Möglichkeit. Wenn ich mit meinem Lebensabschittsbegleiter nicht klar komme, trenne ich mich, egal ob ersäuft, tablettensüchtig oder einfach nur doof ist, wenn ich merke, etwas zerstört mich langsam und auch meine Kinder, muß ich etwas tun. Wenn ich nichts tue, bin ich damit einverstanden.

    Ich komme aus so einer Familie, Vater Säufer, Mutter Arrangeur, wer da behauptet die Kinder nehmen keinen Schaden, ist ein Lügner.

    Es geht doch nicht ums Aushalten, im Gegenteil!

    Ich höre fast täglich-

    Du bist machtsüchtig.

    Du bist als Frau scheiße ...

    Wenn ich einen Menschen beschimpfe, bedeutet es doch, daß die Beziehung arg gestört ist, ich bin zu tiefst unzufrieden und lade all meinen Groll auf den Anderen ab.

    Das mache ich doch nie und nimmer bei einem Menschen den ich mag. Mein Frust wird einfach abgeladen.

    Trinkt man noch Alkohol, sinkt die Hemmschwelle auf Null. Man sucht sich immer den Schwächsten aus, da wo einem nichts passieren kann, bei dem, der sich nicht wehren kann oder will.

    Ich kann an meinem Co-Partner festhalten und in Hoffnung schwelgen, daß alles wieder gut wird … irgendwann oder endlich mal die Augen öffnen und begreifen, daß ein Wunsch ein Wunsch ist und die Realität die Realität.

    Es wäre doch fatal zu glauben, er müsse nur aufhören zu trinken und die Welt wäre in Ordnung.

    Ich trank sehr oft, weil ich die Welt nicht ertragen konnte, besser mich, meine Unfähigkeit nicht ertrug, ich betäubte mich und alle Sorgen waren weg, auch meine Hemmungen.

    Habe ich jeden Tag irgendwelchen Stress und komme damit nicht klar, betäube ich mich, trinke oder werfe mir Tabletten ein, um es erträglich zu machen.

    Ich bin schwach und wähle den einfachsten Weg – die Betäubung.

    Viele trockene Alkoholiker berichten, daß der Saufdruck bei Stress am heftigsten wird, viele Co-Abhängige berichten, wenn sie es ihrem Alki so angenehm wie möglich machen, sei es erträglich.

    Der Mensch lernte also nie mit Stress umzugehen oder lernte Alkohol sei die Lösung.

    Wenn also ein Mensch trocken wird/ werden will, muss er lernen mit Problemen umzugehen, anders (!) als die letzten 5 … 10... 20 Jahre.

    Übrigens ist die Wahrnehmung bei Alkoholikern verschoben, sehr sogar! In der letzten Zeit meiner alkoholischen Phase traf ich Entscheidungen, die nicht mal ein minderbemittelter Volltrottel getroffen hätte – so viel zum Nervengift.