Ich höre fast täglich-
Du bist machtsüchtig.
Du bist als Frau scheiße ...
Wenn
ich einen Menschen beschimpfe, bedeutet es doch, daß die Beziehung
arg gestört ist, ich bin zu tiefst unzufrieden und lade all
meinen Groll auf den Anderen ab.
Das
mache ich doch nie und nimmer bei einem Menschen den ich mag. Mein
Frust wird einfach abgeladen.
Trinkt man noch Alkohol, sinkt die
Hemmschwelle auf Null. Man sucht sich immer den Schwächsten aus, da
wo einem nichts passieren kann, bei dem, der sich nicht wehren kann
oder will.
Ich
kann an meinem Co-Partner festhalten und in Hoffnung schwelgen, daß
alles wieder gut wird … irgendwann oder endlich mal die Augen
öffnen und begreifen, daß ein Wunsch ein Wunsch ist und die
Realität die Realität.
Es
wäre doch fatal zu glauben, er müsse nur aufhören zu trinken und
die Welt wäre in Ordnung.
Ich
trank sehr oft, weil ich die Welt nicht ertragen konnte, besser mich,
meine Unfähigkeit nicht ertrug, ich betäubte mich und alle Sorgen
waren weg, auch meine Hemmungen.
Habe
ich jeden Tag irgendwelchen Stress und komme damit nicht klar,
betäube ich mich, trinke oder werfe mir Tabletten ein, um es
erträglich zu machen.
Ich
bin schwach und wähle den einfachsten Weg – die Betäubung.
Viele
trockene Alkoholiker berichten, daß der Saufdruck bei Stress am
heftigsten wird, viele Co-Abhängige berichten, wenn sie es ihrem
Alki so angenehm wie möglich machen, sei es erträglich.
Der
Mensch lernte also nie mit Stress umzugehen oder lernte Alkohol sei
die Lösung.
Wenn
also ein Mensch trocken wird/ werden will, muss er lernen mit
Problemen umzugehen, anders (!) als die letzten 5 … 10... 20 Jahre.
Übrigens
ist die Wahrnehmung bei Alkoholikern verschoben, sehr sogar! In der
letzten Zeit meiner alkoholischen Phase traf ich Entscheidungen, die
nicht mal ein minderbemittelter Volltrottel getroffen hätte – so
viel zum Nervengift.