Beiträge von achelias

    Für mich ist Alkohol keine Versuchung, achelias !

    Da habe ich mich wohl mal wieder falsch ausgedrückt. ?

    Für mich ist es auch keine Versuchung mehr. Akl. lässt mich kalt, berührt mich gar nicht mehr, keine Trigger, kein Craving, das habe ich ja auch ausprobiert, da passiert bei mir nichts mehr.

    Ich frag' mich nur warum ist das bei mir so, sicher auch bei diversen anderen, doch der Grossteil kämpft ja länger damit.

    Es gibt Millionen Gründe zu trinken, es gibt genauso viele Gründe nicht zu trinken.

    Für mich gab es nur einen Grund zu trinken, mich in meine wohlige, zufriedene Abgeschiedenheit zu flüchten.

    Diese sogenannten Gründe waren für mich alles nur willkommene Ausreden oder Scheinrechtfertigungen den Anderen gegenüber, alles konnte herhalten, Freude, Ärger, sogar Langeweile, egal was, Hauptsache trinken.

    Im Grunde wusste ich das alles, nur habe ich das immer verdrängt oder mir schöngeredet und besoffen, wie ich war (nasse Gedanken) wählte ich immer wieder den Weg der Flucht und betäubte mich, floh in meine eigene alkoholische Realität. Ich wählte immer den einfachsten Weg.

    Ich hatte gelernt, mir antrainiert, dass Alk. etwas gutes ist und mich von allem "erlöst".

    Das war für mich das Schwierigste, das aus meinem Kopf zu bekommen.

    Dagmars Frage:

    Was mich mal interessieren würde:

    Spiegeltrinker, die hören ja auf ohne komplett die Kontrolle zu verlieren…oder????

    Wieso funktioniert da die wochenlange Abstinenz und dann wieder ein tagelanger Absturz.

    Das hat mich auch lange beschäftigt. Ich fragte einige Quartalstrinker, nicht Spiegeltrinker.

    Alle berichteten so ziemlich das Gleiche, sie leiden permanent unter Suchtdruck, können sich aber mehr oder weniger gut ablenken, sich im Zaum halten, eine gewisse Zeit lang.

    Doch die nüchternen Abstände werden immer kleiner. Das Unterdrücken fällt immer schwerer.

    Da spielt Angst sicher eine große Rolle und mangelndes Selbstbewusstsein, der "Wille" ist zwar da, doch dann wird der Suchtdruck so übermächtig, schmerzvoll, dass nur noch trinken hilft, um die Panik zu besänftigen. Sie stürzen ja dann auch völlig ab und saufen meist mehrere Tage, holen alles nach, was sie zuvor unterdrückten.

    ..."ob es pädagogisch klug ist"...genau darauf habe ich noch keine Antwort gefunden, wenn es denn überhaupt "eine" Antwort drauf gibt oder ob ich es situationsabhängig entscheiden soll...

    pädagogisch klug ... wäre der Versuch, das Leergut mit deiner Frau zusammen wegzubringen. Doch das wird wohl nicht funktionieren.

    Ähnliches habe ich mit meinem Vater durch, all meine Bemühungen fruchteten nicht.

    Wenn es mir reichte, entsorgte ich es. Ihm war es egal, er hatte Platz ohne Ende.

    Irgendwann besuchte ich meinen Vater nicht mehr, nie mehr.

    Stimmt, traurige Geschichte.

    Achelias, es tut gut das zu lesen. Hoffnung zu bekommen das alles besser werden wird ist etwas schönes…

    ...Ich gehe in sein Zimmer und sehe die 15-20 leeren Bierdosen und Flaschen um sein ...

    Liebe Hope022,

    verzeih' bitte - du hast das kleine Wörtchen KANN überlesen!

    Nichts wird besser werden, wenn er weiter säuft.

    Absolut nichts, im Gegenteil, es wird immer unerträglicher - bitte Beiträge der vielen anderen Co.s lesen.

    Ich komme selbst aus einer Familie, wo der Vater soff, ich selbst trank vor ca. zwei Jahren noch Alkohol.

    So lange dein Liebster trinkt, kannst du in Hoffnung schwelgen, doch ändern wird sich nichts.

    Sicher habe ich mich ungeschickt ausgedrückt, ich will niemanden Hoffnungen machen. Im Gegenteil, bleib wachsam, trau deinen Sinnen, lass dich nicht belügen.

    Und zieh die Reissleine bevor du auf den Boden aufschlägst.

    Mache jahrelang die Sachen mit mir selbst aus zu seinem Schutz.

    Irgendwann ist doch auch mal gut.

    Hallo Lotta,

    ich verstehe deinen Frust total.

    Jahrelang zwischen Familie zusammenhalten, den Ehemann schützen und unterstützen und der eigenen Unzufriedenheit, dem ständigen veräppelt werden ... das zerrt schon mächtig an den Nerven.

    Versuche doch bitte ein Mal - Du für dich - heraus zu bekommen, was du willst, wie es weiter gehen soll.

    Dass dein Liebster in naher Zukunft trocken werden wird, ist wohl eher unwahrscheinlich, du gerätst zusehend an deine Belastungsgrenzen, es wird immer unerträglicher und bevor es zum "totalen Krieg" zu Hause kommt, wäre es doch nicht verkehrt, herauszubekommen wie deine Chancen bei einer eventuellen Trennung stehen.

    Was tust du, wenn ...?

    Was für Möglichkeiten hast du?

    Wer hilft dir privat, wer unterstützt auch offiziell?

    Wie sieht die rechtliche Lage aus, Umgang, Konten, Wohnung etc.pp?

    Als erfahrener Alkoholiker kann ich dir versichern, es ist egal was du tust, ob Verstecke auffliegen lassen oder es anderen erzählen, das wird deinen Mann nicht vom Trinken abhalten, das wird die Situation nur verschärfen.

    Vielleicht hast du für den Moment den Triumph, doch mehr auch nicht.

    … . Er kam dann gestern Abend vom Einkaufen nach Hause und führte mit mir Gespräche… er war nüchtern. Heute hatte er wieder ausgeschlafen, doch nahm er mir… nachdem ich ihn um Hilfe gebeten hatte, die Kinder ab. Er hört mir zu… ist aufmerksam… es ist ein gutes Miteinander.

    Ich finde er bemüht sich gerade sehr.

    Das kann doch schon ein guter Anfang sein.

    Ich will dir keine Hoffnungen aus der Ferne machen und kann auch nicht in die Zukunft sehen!!! Und weiss ja auch nicht, wie oft er sich schon sehr bemühte.

    Das weisst nur du.

    Sollte es diesmal nicht dauerhaft funktionieren und das Drama wieder von vorn beginnen, hast du sicher einen Plan, denn ewig wirst du ja nicht diesen immer wiederkehrenden Zustand ertragen wollen.

    Genau an diesem Plan solltest du weiter arbeiten, für den Fall X.

    Viel Erfolg.

    Hallo Becko00,

    auch wenn es wie ein typischer Opasatz klingt, gibt dir etwas Zeit.

    Es dauert Zeit bis sich alte Gewohnheiten ändern, Fussball war bei dir immer mit Biertinken verbunden, nun ist das nicht mehr so, das braucht schon 'ne Weile bis das aus dem Hirn wieder raus ist und du dich daran gewöhnt hast, Fussball auch mit einem Tee oder einen Fruchtsaftgetränk zu schauen.

    So ging es wohl jedem, sich von alten Gewohnheiten, "Automatismen" lösen fällt anfangs schwer, das was man jahrelang tat, "trainierte" wieder los zu werden.

    Du wirst sehen in ein paar Monaten, geht das auch vorbei. So war es bei mir.

    Heute frage ich mich sogar, warum war ich immer so blöd und griff zu Flasche, obwohl ich doch wusste, dass es nicht bei einem Bier bleiben würde.

    Heute!

    So richtig "klick" macht es erst nach Monaten, wenn man nicht mehr glaubt Alkohol "müsse" sein, gehöre dazu.

    Wenn man sich daran gewöhnt hat. Klingt zwar unglaublich, ist aber so. Wir sind alle Gewohnheitstiere.

    Es kommt doch im Umfeld keiner auf der „Brennsuppe“ hergeschwommen.

    Da stimme ich Hartmut 100% zu und genau diese Nicht- Brennsuppen-schwimmer sind die Schlimmsten, auch oft die gefährlichen Gerüchtestreuer.

    Ich kann die Welt nicht verändern und halte es deswegen nach Gutdünken, ähnlich wie die Meisten ... besonnen.

    ...Genau das mache ich auch. Es wissen genau die, die es was angeht. ...

    :thumbup:

    Gibt es hier im Forum Erfahrungswerte oder Meinungen, ob es erfolgversprechender ist, den Betroffenen in Ruhe zu lassen oder eher zu intervenieren?

    Hallo Anna,

    das schlimme ist, es ist egal was du tust, du kannst nicht verhindern, dass er trinkt, wenn er es will.

    Sicher hast du hier schon diverse Beiträge gelesen, dir wird aufgefallen sein, das Wort WENN kommt am häufigsten vor ... wenn er nicht mehr trinkt, wenn er einen Entzug macht, wenn er ... dann kann sich etwas ändern.

    Doch dazu muss er aufhören zu trinken! Völlig aufhören, nicht nur ein bisschen weniger trinken.

    WENN er weiter trinkt, wird es schlimmer werden. Durch deine Hilfe, Unterstützung kannst du diverse Dinge hinauszögern, doch verändern wirst du nichts, auf Dauer.

    Das ist die Realität, die Erfahrung.

    Damit fällt und steht alle Hoffnung: WENN ...

    er weiter trinkt, wird er auch den neuen Job nicht lange behalten, WENN ... wird auch irgendwann das Geld ausgehen, WENN ... das kannst du jetzt noch ewig so weiterführen.

    Wenn du dich nicht schützt, auch dein Hab und Gut, wirst du nicht gleich daran zerbrechen, doch froher werden wirst du nicht.

    Wenn er weiter trinkt, wird sich nichts ändern, egal wo er sich gerade aufhält, nichts wird " gut " werden.

    Er muss vom Alk loskommen, ohne wenn und aber, das ist meine Erfahrung.

    Schönen Sonntag & viele Grüße

    Hallo Dagmar,

    lass Dich durch solche Aussagen nicht herunterziehen, sondern motivieren!

    Liebe Dagmar,

    ich kann gut verstehen, dass dich gewisse Aussagen erzürnen und einen gewissen Trotz hervorrufen.

    bleib du mal schön am ball, hier ist keiner besser oder schlechter nur erfahrener.

    Ich sehe es mit einer gewissen Gelassenheit, jeder benutzt das Vokabular welches ihm zur Verfügung steht.

    Das motiviert den Einen unsagbar, den Anderen nicht so.

    Ich habe mich entschlossen abstinent zu leben und das genügt mir und ist mir wichtig.

    Ich bin dankbar für den Austausch, wenn manche auf bestimmte Wortwendungen bestehen, nehme ich das an - fertig.

    Ich lebe mein Leben, muss es jeden Tag meistern ... freiwillig abstinent lebend, das ist wichtig und ich nehme alles mit, was mir hilft und nur das.

    Viele Grüße, ein Unerfahrener