Beiträge von Erna

    Liebes Forum,

    Tag 164 - Weihnachten nüchtern überstanden. Nicht wie geplant, aber ruhig und gemütlich.

    Schrieb beim letzten Mal, dass mein Suchthirn keine großartigen Allüren macht. Das stimmt nicht.

    Es meldet sich zwar nicht mehr mit diesem beissenden Drang danach, jetzt unbedingt etwas trinken zu wollen. Aber dafür leise, stetig, täglich mit Gedanken an Alkohol, mit Wehmut, dass ich nicht mehr trinken darf und nicht ausgehen kann. Auch mal mit "irgendwann geht mal wieder was" oder damit, dass ich mir ja etwas anderes reintun könnte.

    Diese Gedanken sind nie so laut, dass ich sie nicht sofort wegschieben und als Blödsinn abtun könnte. Aber sie sind da. Und steter Tropfen höhlt ja bekanntlich den Stein. Habe ein wenig die Sorge, dass sie auf Dauer auch meinen Willen nüchtern zu sein aushöhlen.

    Hinzu kommt mein mangelhafter Elan in der letzten Zeit. Habe keine Lust, irgendetwas zu machen, was die "Leere", die der Alk hinterlies, auszufüllen könnte. Keine Lust auf soziale Kontakte und Beziehungen, auf Unternehmungen, nicht mal auf Bandprobe. Und ich finde den Elan nicht, etwas zu verändern.

    Bin damit ja gar nicht total unzufrieden. Versuche meine Stimmungslage anzunehmen. Habs mir zu Hause gemütlich gemacht. Versuche, mir gutes zu tun. Aber die, gefühlt häufiger werdenden, Gedanken an Alk haben mich in Alarmbereitschaft versetzt.

    Dieses hier ist eine erste Sofortmaßnahme. Habe lange genug untätig zugesehen.

    Ich muss wieder weiter an meiner Nüchternheit arbeiten!

    Vielleicht sinds auch nur die Feiertage, die diese Gedanken an Alk verstärkt aufkommen lassen und alles andere so eine typische Jahresendruhestimmung.

    Erstmal LG

    Erna

    Hallo ihr Lieben,

    habe lange nichts von mir hören lassen. Jetzt auch nur kurz.....bin zwar zur Zeit nicht gut drauf und sehr in mich zurückgezogen, aber weiter nüchtern. 5 Monatsmarke, Weihnachtsfeier und Geburtstag heil überstanden und das alles ohne großartige Allüren des Suchthirns. :lol:

    Ansonsten gibts nichts neues. Das Leben dümpelt so vor sich hin und das ist ok so.

    Wünsche euch allen eine schöne Weihnachtszeit mit euren Lieben und ganz viel Kraft, Gesundheit, Glück und alles was ihr euch selbst wünscht. :)

    Demnächst sicher wieder mehr ......bis dahin....fühlt euch umarmt. Ich denke an euch und lese manchmal. Das gibt mir Kraft und erinnert mich daran, weshalb ich nicht mehr trinke. Danke !

    LG Erna

    Ich weiss nicht, ob ich mir jemals verzeihen kann, was ich alles zerstörte im Suff.

    Doch das was ich mir seit meiner Abstinenz wieder aufbaute, will ich weiter ausbauen, auch meine Selbstachtung und vor allen die Achtung meiner Mitmenschen. Ich will nie wieder als der Säufer nicht für voll genommen werden.

    Ich hoffe, dass ich mit der Zeit gnädiger mit mir sein kann. Es annehmen kann, als eine Unvollkommenheit, die eben einfach zu mir gehört.

    Das wünsche ich dir auch!

    Liebe dorothea ,

    ich danke dir, für deine Worte. Auch wenn sie nicht gerade dabei helfen, mein schlechtes Gewissen zu begraben. Aber ich glaube, es ist auch noch nicht an der Zeit dafür. Noch brauche ich es, um nüchtern zu bleiben. Vielleicht beisse ich mich ja deshalb dort so rein. Nähre es sogar.....

    Was mich interessiert.....wie sehen es deine größeren Kinder heute? Wie meistern die ihr Leben? Die waren ja, als du trocken wurdest, in dem Alter, wie mein Kind heute.

    LG Erna

    Hallo lieber Alex,

    danke dass du fragst!

    Wollte immer mal etwas schreiben, konnte aber irgendwie nicht. Schwankte zwischen schlechtem Gewissen, einem Gefühl der Sinnlsoigkeit und Selbsthass. Dachte daran, mich löschen zu lassen. Konnte ich aber auch nicht, weil ich Angst um meine Abstinenz hatte. Konnte und wollte vom lesen nicht lassen. Schräg, ich weiß. Muss auch niemand verstehen. :roll:

    Kaue nach wie vor auf meinem schlechten Gewissen dem Zwerg gegenüber und auf meiner Motivation herum. Das sind dicke Brocken. Ich glaube, meine eigene Motivation zu finden, scheitert daran, dass ich mich manchmal nicht als wertvoll erachte, mich selbst zum kotzen finde. Weshalb sollte ich dann auch für mich nicht trinken?

    Aber ohne den Alk ist nun wenigstens Platz für die Entwicklung, die ich da vollziehen muss,

    Versuche die positiven Veränderungen zu sehen. Ich kann besser denken, mich länger konzentrieren, bekomme Komplimente für mein frisches Aussehen. Meine Chefin nimmt mich ernster. Das sind Dinge, die ich auf jeden Fall behalten will und tatsächlich kleine Gründe, nur für mich nicht zu trinken. Aber die Hauptmotivation ist weiterhin der Zwerg und auch noch mein Ehrgeiz. Ich will auf keinen Fall versagen.

    Ansonsten nerven mich viele Dinge, die mir früher egal waren, weiterhin sehr. Ich habe die Ahnung, dass das jetzt zu mir gehört und ich einen neuen Weg werde finden müssen, wie ich mit manchen Dingen und menschlichen Verhaltensweisen umgehe, ohne das mir irgendwann der Kragen platzt. Aber der wird sich sicher finden.

    Das sei es erstmal für den Moment.

    LG Erna

    Lieber Alex_aufdemweg .

    ich wollte dir keinesfalls zu nahe treten mit meiner "Schräg"-Aussage weiter oben. Wenn ich es tat, tut es mir sehr leid. Ich finde, du machst das mit deinen Kindern alles ziemlich super und du bist ein toller Papa.

    Dies ist nur ein Thema, welches mich immer mal wieder sehr beschäftigt und bei dem ich mir noch nicht verzeihen kann. Es wird wohl auch noch eine Weile dauern, bis ich mich damit ausgesöhnt habe.

    Tja.....für unsere Kinder ist es wohl wirklich normal, dass sie sich mit dem Thema Alkohol auskennen und da ein Auge drauf haben. Und auch, dass sie sich über Veränderungen freuen. Und das ist sogar auch schön.

    Aber es sollte eben nicht normal sein. Für Kinder von Nichtalkoholikern ist es auch nicht normal.

    Es tut mir unendlich leid, dass es für meinen Sohn normal ist und nach dem Lesen im EKA-Bereich möchte ich mir eigentlich gar nicht ausmalen, was es für Folgen haben könnte für seine Zukunft.

    Aber diese ganzen Überlegungen führen zu nichts. Und sie sind egoistisch. Ich werde von nirgendwo Absolution erhalten.....es hilft jetzt tatsächlich nur, das Beste daraus zu machen.

    Und dabei hilft mir das Auseinandersetzen mit meiner Motivation zum Nüchtern sein.

    Schräg … oder gefährlich finde ich allerdings, wenn Zweifel über die Motivation für ein nüchternes Leben aufkommen

    Eben.....ich auch. Daher wollte ich mal meine Gedanken dazu hierlassen.

    Ich startete ja ins Nüchtern sein aus einem Schamgefühl heraus und mit dem Verstand, der mir geblieben war und der mich halbwegs funktionieren und wenigstens halbwegs Verantwortung für den Zwerg übernehmen lies. Der mir eigentlich die ganze Zeit gesagt hatte, dass es mit Alk nicht funktionieren kann. Das hat sich inzwischen etwas verändert. Der Fokus rutscht mehr auf mich. Es geht MIR besser. ICH "funktioniere" besser. Und ich kann das so langsam auch fühlen.

    Aber manchmal habe ich Gedankengänge wie "Wenn der Zwerg mal nicht da ist, dann....." (das verwerfe ich ziemlich rasch), oder eben "Er wäre enttäuscht, wenn...". Und daran sehe ich, dass ich wohl doch noch nicht soweit fortgeschritten bin, in meiner inneren und eigensten Motivation. Ich hoffe, dass die Zeit da ihres tut und auch mein gedankliches Befassen damit.

    Die Verantwortung lässt du ja bei dir, darum geht es doch, oder?

    Auch, liebe Anni. Ich trage selbstverständlich die Verantwortung für mich und meine Nüchternheit. Habe aber tatsächlich schonmal überlegt, ob ich ihm vielleicht unbewusst Verantwortung aufbürde. Da reicht ja manchmal schon ein unbedachter Spruch.

    Aber vermutlich wird sich das auch nicht vermeiden lassen, dass die Kinder mal schauen und kontrollieren. Sie sind ja nunmal im Thema drinnen und betroffen.

    Also heißt es, dass Beste aus der Situation machen. Den Schaden, so gut wie möglich begrenzen.

    Puh, dass ist tatsächlich ein schwieriges Thema, aber ich möchte mich auch nicht davor wegducken.

    das übernehmen sie anscheinend von selbst.

    ja, leider. Gerade das, will ich für meinen Zwerg nicht. Dass er sich Gedanken macht, ob ich was getrunken habe, wenn ich mal ausflippe. Und dass er auf mich aufpasst. Schrecklich!

    Und entschuldige Alex, aber dass sich dein Sohn wegen dir Gedanken macht, ob am Nachbartisch getrunken wird, finde ich auch schräg. Zumindest habe ich das jetzt so verstanden. Das die Zwerge früh lernen, das Alk nicht gesund ist, ist gut. Aber wenn er aufpasst und deshalb feststellt, dass es nicht schön ist, dass da getrunken wird.....nunja, das ist nicht sein Job.

    Wenn er nicht da wäre, würdest du wieder trinken wollen?

    Und das ist eben die theoretische Überlegung, bei der ich "noch" nicht weiß, wie ich sie beantworten soll.

    Liebe Morgenrot ,

    ich weiß leider nicht mehr, wo das war. Ist schon eine Weile her.

    Ich meine auch nicht speziell diese Situation und diesen Zusammenhang. Ich glaube, es ist allgemeingültig, dass man seine Angehörigen nicht als soziale Kontrolle für sich selbst heranziehen sollte. Ihnen dass nicht zumuten darf.

    Wahrscheinlich hätte ich dich nicht verlinken und allgemein schreiben sollen. Hatte gerade noch überlegt, das rauszunehmen, aber jetzt warst du doch schneller.

    LG

    Guten Morgen ihr Lieben,

    heute habe ich wieder eine kleine magische Zahl an Tagen der Nüchterheit erreicht. 100 Tage.

    Und 89 Tage komplett clean. Habe eine App auf dem Handy, die für mich zählt und mich daran erinnert, daß ich ein bestimmtes Ziel erreicht habe. Eigentlich albern, aber für den Anfang doch auch sehr motivierend, wenn die einzelnen kleinen Etappen rasch erreicht werden. Manchmal schau ich auch so rein und erfreu mich an der hübschen und immer größer werdenden Zahl. Jetzt bin ich im dreistelligen Bereich :)

    Sonst läufts.


    Also Angehörige nicht als soziale Kontrolle für die Trockenheit einsetzen.

    Habe dass hier in irgendeinem Faden gefunden und überlege seither, in wieweit ich mein Kind als soziale Kontrolle einsetze. Der Zwerg ist selbstverständlich ein großer Anzeiz für mich, nüchtern zu sein und ich habe auch schon Suchtdruck verdrängt, indem ich daran dachte, wie enttäuscht er wäre, wenn ich wieder trinke. Also im Prinzip eine große Stütze für mich.

    Habe ihm gegenüber nie geäußert, er solle auf mich aufpassen oder dass ich ihn bräuchte, um trocken zu sein. Im Gegenteil. Ich versuche ihm zu vermitteln, dass das alles nichts mit ihm zu tun hat.

    Aber ich brauche ihn im Moment noch dazu. Glaube ich zumindest. Ich kann ja nicht wissen, wie es wäre, wenn es ihn nicht gäbe, daher ist die Überlegung vielleicht auch sinnlos. Aber vielleicht wäre der Wunsch nach Trockheit erst richtig bei mir angekommen, wenn ich auch ohne ihn Nüchtern würde sein wollen.

    Darauf werde ich noch ein Weilchen herumdenken müssen. Aber nicht jetzt.

    Ich wünsche allen einen entspannten Tag

    LG Erna

    Guten Morgen Beere,

    erstmal Glückwunsch zum erfolgreichen umschiffen der gestrigen Klippe.

    Auch das kann dir helfen. Ich wurde mit jedem überwundenem Saufdruck zuversichtlicher, dass ich es schaffen kann, nüchtern zu sein und das olle Suchthirn verlor nach und nach seinen Schrecken und ich meine Ängste vorm scheitern. Der Druck kommt meist nur kurz und nimmt dann rasch wieder ab. Und das ist dann gut auszuhalten.

    Ansonsten sorge ich dafür, dass ich nicht hungrig oder durstig bin. Wenn es mal schlimm war, half mir ein Blick in meine Absturzliste (ein ganz wichtige Baustein für mich), das lesen und schreiben im Forum. Hier Mitzuteilen, dass es gerade schlimm ist, hilft schon. Dann noch ein paar Beiträge hier lesen bei den Angehörigen und schon vergeht mir die Lust auf Alk. Bei Hummeln im Hintern (saufdruck im Feierabend und Ausgehmodus) muss ich unbedingt Schlabberklamotten anziehen. Dann kommt es beim Hirn an, dass es heute nicht mehr mit mir ausgehen kann und dass wir keinen Alkohol mehr kaufen gehen. Dann gibts noch irgendetwas ungesundes zu essen und ich komm so langsam im Sofamodus an. :lol:

    Wünsche dir viel Erfolg heute bei der Suchtberatung. Schau, was du für Möglichkeiten hast, es werden ein paar sein, und entscheide in Ruhe, was das Richtige für dich ist.

    LG Erna

    Hallo mal wieder,

    heute, vor 3 Monaten hatte ich nen positiven Coronatest und meinen letzten Vollrausch. Wer hätte ,als ich ein paar Tage hier aufschlug, gedacht, dass ich die Nüchternheit tatsächlich durchziehe. Ich noch nicht und ihr bestimmt auch nicht.:mrgreen:

    Mein Wunsch nicht zu trinken war wackelig und kam nur vom Kopf. Doch so langsam kommt auch das Gefühl nach. Ich ängstige mich nicht mehr. Ihr hattet recht, es wird besser und leichter und mir geht es immer besser.

    Die letzten 3 Monate kommen mir wie eine Ewigkeit vor und es ist doch jede Menge passiert, auch wenn ich zwischendurch nicht das Gefühl hatte. Wahrscheinlich auch, weil ich mich endlich mal an alles ziemlich klar erinnern kann und nicht mehr so viel Zeit im Katernebel verbringe. Und dass ist großartig :lol:

    Nun heißt es aber für mich: Dranbleiben! Merke, wie wieder der Schludrian Einzug hält. Keine reale SHG mehr und seit Freitag hab ich nicht mal mehr hier gelesen. Das werde ich gleich erstmal nachholen und mich wieder auf Stand bringen.

    Meine Tage sind voll und meine Energie leider oft nach dem normalen Tagewerk aufgebraucht. Daher blieb die reale SHG auf der Strecke. Mein Mitteilungsbedürfnis hat auch stark abgenommen und es zieht mich nicht mehr so unter Leute. In Sachen Alkoholsucht sind alle problematischen Dinge gedacht und gesagt und ich muss mir auch nicht zwanghaft einen neuen Freundeskreis aufbauen, Also mache ich mir da erstmal keinen Druck.

    Es ist nun auch nicht so, dass ich nicht trotzdem täglich daran denke, dass ich ein Alki bin. Aber ich möchte auf keinen Fall, dass dies die Anfänge vom Ende meiner schönen Nüchternheit sind. Daher soll wenigstens das tägliche Lesen hier Bestandteil meiner Rückfallprävention bleiben.

    Vielleicht gibts aber auch in den nächsten Tagen auch wieder mehr zu lesen von mir, zumindest im geschlossenen Bereich, denn morgen beginnt Jobtechnisch ein Abschnitt, vor dem ich sehr großen Respekt habe. Immerhin keine Angst mehr. Aber ich bin mächtig aufgeregt. Ach, bestimmt wird es total gut :)

    So, das wars erstmal. Möchte mich aber nochmal bei euch für eure Unterstützung bedanken. Ohne euch, hätte ich die Nüchternheit nie im Leben bis hierher durchgezogen. Es ist unfassbar toll, wie ihr nicht müde werdet, immer wieder Mut zuzusprechen und auch mal den Kopf zu waschen. Mich hier anzumelden, war wohl eine der sinnvollsten Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe.

    Liebe Grüße von der aufgeregten und nun doch etwas stolzen (aber nicht zu stolz, weil das Suchthirn dann wieder eine Belohnung will :lol: ) Erna

    Hallo ihr Lieben,

    motiviert durch die letzten beiden Beiträge, will ich heute doch mal wieder etwas schreiben. Hab mich hier ja etwas zurückgehalten weil ich merke, dass mir ein wenig Abstand und nicht ständig Gedanken wälzen, ganz gut tut. Eben mehr machen, weniger denken. Aber so langsam kommt wieder sowas wie Routine auf und vielleicht wird es daher mal wieder Zeit etwas ans Eingemachte zu gehen.

    Gestern haben der Zwerg und ich unser diesjähriges Lebkuchenpaket (gibts jedes Jahr von meinen Eltern, dies Jahr nur extrem früh, weil Mama Angst hat, dass später die Postautos mangels Sprit nicht mehr fahren können ) durchgeforstet nach Sachen mit Alkohol. Wir wurden fündig und werden ganz viel verschenken müssen. Quasi alles mt Fruchtzubereitung ist mit Alk. Steht zwar nicht drauf, aber da verlasse ich mich jetzt ganz auf meinen Geschmackssinn.

    Daraus ergab sich dann auch noch ein kurzes Gespräch mit dem Zwerg, der mir ja eigentlich schon auf den Kopf spucken kann, weshalb ich da jetzt so krass sei. Hab ihm dann erklärt, dass Alk in Lebensmitteln quasi Futter für mein Suchthirn wäre und es dadurch wieder wach wird.

    Ich glaube, ich muss auch mal mit ihm über seinen Vater sprechen. dort ist nämlich auch nicht alles ok mit dem Konsum. Täglich aber immerhin betrinkt der sich nicht. aber ich habe die Beiden vorletztes Wochenende, als ich am frühen Nachmittag von der Arbeit kam, auf dem Weg zum Waschsalon getroffen. Und der Vater hatte eine Dose mit Wiskey-Mix in der Hand. Das fand ich dann doch ziemlich krass.

    Na mal sehen, ein Gespräch wird langsam aber sicher fällig, aber eins nach dem anderen.

    Dachte in letzter Zeit ein paar mal daran, mal etwas zu trinken, wenn der Zwerg nicht da ist, oder wenn ich Urlaub hab. Aber wenn ichs mir dann so richtig vorstellte, hatte ich ein mieses Gefühl dabei.

    Ich will nicht mehr! Ich mache mir meine Gehirnzellen nicht mehr kaputt, jetzt wo ich endlich wieder etwas klarer denken kann.

    Ansonsten bin ich momentan wieder sehr ruhig und entspannt. Viele Beiträge hier im Forum machen mich sehr demütig vor meinem, doch relativ problemfreien Leben. Es geht mir gut. Der Zwerg und ich sind gesund. Und alles andere ist doch irgendwie nebensächlich.

    So, ich wünsche allen einen entspannten Start in den Tag und viel Kraft

    LG von der dankbaren Erna

    Sollte er zu tief abfallen, sage Bescheid. Ich bin hin und wieder durch meinen Post bekannt, „Blutdruckerhöhungen“ auszulösen. :mrgreen:

    Wenn ich hier mal zu tiefenentspannt rüberkomme, nur zu....aber gerade habe ich ausreichend Menschen in meinem Umfeld, die das in Vertretung für dich übernehmen ;)

    Ich bin kein Freund, jedes „Zipperlein“ der Abstinenz zuzuschieben oder in Verbindung zu bringen. Würde ja im Umkehrschluss für mich bedeuten. Ich muss da nur wieder saufen und alles ist gut. Das ist eine Hintertür. Das kommt bei mir in die Schublade „Nasses Denken.“

    Nach dem sacken lassen, sehe ich auch, dass es nicht an der Abstinenz liegt. Es ist meine momentane etwas unbefriedigende Arbeitssituation sowie meine finanzielle Situation, die mich so verrückt macht.

    Vieles hatte ich durch das Saufen nur nicht mitbekommen, anders wahrgenommen oder nicht wahrhaben wollen.

    Gepaart mit einer anderen Wahrnehmung. Dadurch wurde meine Arbeitssituation unbefriedigend.

    Mal sehen, was ich daraus machen kann.

    und mich dann über den eigenen Quatsch gewundert....es fehlte halt die fragliche Gelassenheit....ich habe mit meinen Kindern darüber geredet....dass ich zur Zeit komisch drauf bin, da ich gerade mit dem Alkohol aufgehört habe....und sie sollen das im Moment nicht so ernst nehmen.

    Ich bin sicher, unsere Kinder haben uns auf Alk noch viel komischer erlebt, als jetzt.

    Mein Sohn hat gestern, nachdem ich mich entschuldigt hatte, erstmal alles kontrolliert. Er dachte, ich hätte wieder gesoffen. Er meinte sogar, er hätte etwas gerochen.

    Ich hatte eine ungewohnte Flasche Mineralwasser halb unter meiner Wolldecke liegen. Sah ein wenig wie eine Weinflasche aus. Das erklärte dann auch seine Reaktion. Normalerweise bekomme ich Contra wenn ich anfange zu meckern. Gestern wurde er ganz ruhig und verzog sich dann in sein Zimmer.

    Da fällt mir auch noch ein, dass er mir mal von einem Traum erzählt hat. Er träumte, dass ich wieder grtrunken und dann gesagt hätte, das wäre wegen ihm passiert.

    Es rumort offensichtlich mehr in ihm, als er es zeigt. Obwohl.....er zeigt es mir ja damit. Ich bin froh, dass er da ab und zu so offen ist, auch wenn ich mich dann schlecht fühle. Ich mache mir große Sorgen, dass seine Psyche einen Knacks bekommen hat. Ganz spurlos wird es auf keinen Fall an ihm vorbei gegangen sein auch wenn nach außen hin erstmal alles normal erscheint. Vermutlich müssen ihm manche Dinge auch selbst erst einmal klar werden.

    Du findest langsam wieder zu Deinem "normalen" Ich zurück.

    Tja.....ich finde wohl überhaupt zum ersten Mal mein normales erwachsenes ICH und ich hoffe, dass ich nicht wirklich so eklig bin, wie das, was ich gerade finde. So kritisch und meckerig und auf Abwehr und Krawall. Das mag aber einfach mit der Empfindsamkeit und dem Strom zusammenhängen. Alles ist durcheinander gerade in mir. Und mir fehlt die Energie, etwas dagegen zu tun. Yoga oder einfach eine Tour in den Wald. Oder auch nur Wohngeld beantragen.

    Und da ist sie wieder die Ungeduld. Es braucht einfach Zeit, ich weiß :)

    Und am WE gibts erstmal außreichend Schlaf. Dann kommt die Energie vielleicht von ganz allein wieder.

    Gerade hab ich den Zwerg ordentlich zusammengefaltet. Da muss ich gleich erstmal hin und mich entschuldigen.

    Immerhin ist mein Blutdruck wieder perfekt. Der war vor der Abstinenz viel zu hoch. Seit ca 4 Wochen freue ich mich über meinen nun wieder optimalen Blutdruck :)

    Erna, verzeih` bitte.

    Alles gut, ein wenig Wortklauberei kst doch interessant. :)

    Und ich hatte mich heute eh mal wieder zu Wort melden wollen.

    Ich empfinde mich noch nicht als gestoppt abhängig, dafür giere ich mir noch zu häufig nach nem Bier.

    für mich ist Suchtdruck immer eine Erinnerung, Alkoholiker, also abhängig zu sein. Quasi eine Nebenwirkung, die mir das signalisiert. Aber mit dem Wissen, dass ich das Rüstzeug habe dagegen zu halten und es ein temporärer Vorgang ist.

    Diese Herangehensweise spricht mich an. Ich kann nichts dagegen machen, dass die Lust zu Trinken irgendwann kommt. Also bleibt nur an - und hinzunehmen und mit den Utensilien, die mir zur Verfügung stehen, dagegen anzugehen, dass sie stärker wird als mein Wunsch nicht zu trinken. Wäre auch blöd, wenn er mich nicht ab und an daran erinnern würde, dass da was ist. Dann würde ich unvorsichtig werden.

    Die letzten beiden Wochen waren schräg. Ich fühle mich schräg.

    Ich war sonst immer ziemlich gelassen, wenn es um die Arbeit ging. Bemühe mich, nicht zu urteilen, habe immer Verständnis, finde Entschuldigungen. Habe viele Dinge auch schon vorher gesehen, aber nun regen sie mich plötzlich auf und ich habe teilweise kein Verständnis mehr. Und ich mache dazu sogar meinen Mund auf und wiederspreche stärker als sonst. Lasse mir weniger gefallen.

    Bin mir nicht ganz sicher, ob es nur an der Abstinenz liegt. Habe ja auch viel neues Wissen hinzugewonnen in den letzten Monaten und sehe auch dadurch viele dinge etwas kritischer.

    Mir fällt auch auf, dass ich die schlechte Stimmung der Kollegen stärker wahrnehme und dass sie mich plötzlich mitnimmt. Meine finanzielle Situation belastet mich stärker, ich mache mir noch mehr Sorgen wegen des nächsten Praxiseinsatzes in der Pädiatrie.

    Alles ist mehr. Und das ist dann wohl doch der Abstinenz geschuldet. Es wird nichts mehr gedeckelt. Ich lenke mich nicht mehr ab. Die Folge ist, dass ich unter Dauerstrom stehe, schlecht schlafe und eben ab und zu an die Decke gehe. Und ich bin abends wirklich platt. Nicht wirklich körperlich, aber ich habe zu nichts Lust, mache nur noch Essen und das allernötigste im Haushalt. Habe diese Woche sogar die Probe geschwänzt. Wollte heute Nachmittag noch mit dem Kind unterwegs sein, aber ich konnte nur noch nach Hause auf die Couch.

    Ich bin ziemlich sicher, dass sich das alles wieder einpendeln wird und ich mich nur gerade neu finde und kennenlerne. Aber wie ich mich gerade kennenlerne, mag ich mich gar nicht. :mrgreen:

    Ich will meine Gelassenheit zurück. Aber da ichs nun von außen nicht mehr deckeln will, werde ich wohl tatsächlich selber etwas dafür tun müssen. :)

    Wenn dir durch diesen heiklen Ausflug die krasse und wichtige Erkenntnis gekommen ist, dass du deinen Kindern mit der Trinkerei etwas zumutest, was kein Kind erleben sollte, dann hat er sich ja wenigstens etwas gelohnt. Ich wünsche dir, dass du es schaffst, diese Erkenntnis festzuhalten.

    Ansonsten kann ich dir nur raten, dich auf die Grundbausteine einzulassen. Manche Dinge muten am Anfang seltsam und übertrieben an, aber sie erfüllen ihren Sinn und Zweck.

    Hallo Seb,

    auch von mir noch herzlich willkommen hier im Forum und Glückwunsch, zu deinem Entschluß trocken zu leben.

    Ich bin selbst erst 10 Wochen nüchtern und würde mir so ein Gelage nicht antuen wollen und vor allem auch nicht antun können. Suchtdruck wäre vorprogrammiert.

    Wie war das denn für dich? Fandest du die Leute denn genauso amüsant wie sonst? Hast du dich nicht fehl am Platz gefühlt?

    LG Erna

    10 Wochen nüchtern und es geht mir gut. Ich bin wieder entspannter und innerlich ruhig. Ich habe keine größeren Probleme, nichts was mir unlösbar vorkommt. Und vor allem ist meine Familie gesund. Ich kann dankbar und zufrieden sein. Es geht vielen Menschen wirklich schlecht, sie haben echte Probleme, sind krank und ich ärgere mich über Nichtigkeiten. jammere über Suchtdruck, hindere mich selbst daran, die endliche Zeit zu genießen. Welch ein Irrsinn.

    Die ganze Nachdenkerei und die Versuche des Ergründens brachten mich nicht mehr wirklich weiter. Ich steigerte mich ins Thema hinein und ich drehte mich im Kreis. Ich kann das richtige Maß noch nicht finden. Daher nun mehr Machen, weniger Nachdenken. Mehr auf mein Bauchgefühl hören. Hätte ich das getan, wären mir die beiden starken Suchtdruckanfälle erspart geblieben. Ich möchte meine allgemeine Gelassenheit und Unaufgeregtheit auch auf das Thema Alkohol übertragen.

    An meiner Entscheidung keine Therapie zu machen, zweifle ich noch immer nicht. Es nahm sehr viel Druck raus und es geht mir seitdem viel besser. Das sagte mir auch die ganze Zeit mein Bauchgefühl. Ich habe nur nicht darauf gehört.

    Ich muss nicht noch in der Vergangenheit graben. Ich war doch schon damit im Reinen und hatte mein "größtes Problem", den mangelnden Selbstwert, schon erkannt. Und dieses löst sich gerade, mit dem Weglassen vom Alkohol, immer mehr in Luft auf. Das Hier und Jetzt soll wichtig sein. Mein Sohn, meine Ausbildung, das sammeln neuer Erfahrungen, das Aufbauen neuer Beziehungen. Loslassen vom alten Ballast. Natürlich nicht so sehr, dass ich die Abhängigkeit aus den Augen verliere. Aber eben mehr mit dem Blick nach vorn und auf das Jetzt.

    Ich wünsche allen einen entspannten Sonntag.

    LG von der zuversichtlich gestimmten Erna