Liebes Forum,
Tag 164 - Weihnachten nüchtern überstanden. Nicht wie geplant, aber ruhig und gemütlich.
Schrieb beim letzten Mal, dass mein Suchthirn keine großartigen Allüren macht. Das stimmt nicht.
Es meldet sich zwar nicht mehr mit diesem beissenden Drang danach, jetzt unbedingt etwas trinken zu wollen. Aber dafür leise, stetig, täglich mit Gedanken an Alkohol, mit Wehmut, dass ich nicht mehr trinken darf und nicht ausgehen kann. Auch mal mit "irgendwann geht mal wieder was" oder damit, dass ich mir ja etwas anderes reintun könnte.
Diese Gedanken sind nie so laut, dass ich sie nicht sofort wegschieben und als Blödsinn abtun könnte. Aber sie sind da. Und steter Tropfen höhlt ja bekanntlich den Stein. Habe ein wenig die Sorge, dass sie auf Dauer auch meinen Willen nüchtern zu sein aushöhlen.
Hinzu kommt mein mangelhafter Elan in der letzten Zeit. Habe keine Lust, irgendetwas zu machen, was die "Leere", die der Alk hinterlies, auszufüllen könnte. Keine Lust auf soziale Kontakte und Beziehungen, auf Unternehmungen, nicht mal auf Bandprobe. Und ich finde den Elan nicht, etwas zu verändern.
Bin damit ja gar nicht total unzufrieden. Versuche meine Stimmungslage anzunehmen. Habs mir zu Hause gemütlich gemacht. Versuche, mir gutes zu tun. Aber die, gefühlt häufiger werdenden, Gedanken an Alk haben mich in Alarmbereitschaft versetzt.
Dieses hier ist eine erste Sofortmaßnahme. Habe lange genug untätig zugesehen.
Ich muss wieder weiter an meiner Nüchternheit arbeiten!
Vielleicht sinds auch nur die Feiertage, die diese Gedanken an Alk verstärkt aufkommen lassen und alles andere so eine typische Jahresendruhestimmung.
Erstmal LG
Erna