Guten Morgen liebes Forum,
heute ist Tag 8. Eine Woche habe ich also geschafft. So lange war ich schon Ewigkeiten nicht mehr nüchtern. Ich glaube, vor 4 Jahren zum letzten Mal. Da hatte ich mir ne Auszeit genommen und uns 4 Wochen auf nem Bauernhof zum mitarbeiten einquartiert. Klappte dort 2 Wochen sehr gut, dann stellte ein Besucher Wein auf den Tisch....
Der Vollständigkeit halber wollte ich noch etwas zu meiner Suchtgeschichte schreiben. Den ersten Alkohol trank ich mit 14. Und dieses erste Besäufnis endete schon im Vollsuff und meine Freunde mussten mich nach Hause schaffen. Ich hatte also noch nie die Kontrolle über das Zeug. Im Laufe der Jahre kamen auch andere Substanzen dazu. THC und Partydrogen waren meine Begleiter und mit 22 wurde ich Heroinabhängig. Später folgten JVA und 2 Therapien. Die erste brach ich wegen Rückfall ab, in der zweiten entstand mein Sohn und das hat mir vermutlich das Leben gerettet. Das Verantwortungsgefühl meinem Sohn gegenüber lies es Klick machen. Seitdem habe ich auch nie wieder Heroin angefasst.
Die ersten eineinhalb Jahre nach der Geburt meines Sohnens ging alles gut, dann schlich sich der Alkohol wieder in mein Leben und ist seither mein ständiger Begleiter. Erst mal zum weggehen, später auch wieder zu Hause und allein. Zwischendurch gab es auch kleinere Rückfälle mit Speed oder Kokain. aber das war immer einmalig. Ich habe auch nicht das Gefühl, das Drogen wieder zum Problem werden könnten. Aber wer weiß, vermutlich muss ich gerade jetzt besonders darauf aufpassen, von wegen Suchtverlagerung und so.....
Zum Schluss konnte ich große Mengen in mich rein schütten. 3 Flaschen Wein waren Zeitweise kein Problem. Zeitweise soff ich auch kontrollierter.....Seit ich meine Ausbildung begann, konnte ich die Anzahl der Tage runterfahren, es blieb auch mal vor nem Frühdienst nur bei einer Flasche Wein. Aber es artete trotzdem noch oft genug aus. Ich bekomme dann einfach nicht genug, und schütte alles rein was geht.
Eigentlich wirklich ekelhaft.....
Gestern habe ich noch lange mit meiner Mutter telefoniert. Ich hatte ihr schonmal volltrunken von meiner Alkoholsucht berichtet. Sie war also nicht sonderlich überrascht und findet es gut, dass ich es jetzt sein lassen will. Aber sie wartet auch erstmal ab.
Gleich werde ich meine sichere Burg zum ersten mal seit einer Woche verlassen und zum Testzentrum pilgern. Wenn der Test negativ ist, kann ich morgen wieder arbeiten. Wird Zeit, denn mir fällt die Decke auf den Kopf. Und mit meiner Liste im Gepäck werden die Heimwege sicher klappen.
so, ich wünsche euch allen einen entspannten und nüchternen Tag
LG Erna