Beiträge von Jump!

    Ich finde Sonnenschein CoA s Beitrag gehört schon hier hin. Ich verstehe auch was gemeint ist.

    Eine weitere Erklärung ist aus meiner Sicht nicht nötig.

    Es muss ja nicht alles ausdiskutiert werden (das sagt ja die Richtige 😇) und wegen mir kann alles so bleiben wie es ist. Muss ja nicht jeder immer alles verstehen. Bzw da es mein Faden ist, sollte ich es am ehesten verstehen.

    Ja und Zitate von Hartmut lieber bleiben lassen 🙏🏼. Das wird sonst überstrapaziert.

    Punkt. Sonst verheddere ich mich wieder.

    Als ich klein war hab ich oft nicht aufgehört. Zu Reden. Quatsch zu machen. Ich wollte nicht schlafen... Bis mein Vater kam. Der hat mir eine gescheuert, dann war Ruhe im Karton.

    Meine Mutter hat auch schnell mal eine Ohrfeige verpasst.

    Ich erinnere mich wie ich als Kind auf der Toilette gesessen habe. Da muss ich im Kindergarten-Alter gewesen sein, denn ich weiß noch, dass meine Beine gebaumelt hatten und ich mich an der Klobrille fest gehalten habe. Wie ich da saß, mit nassem Gesicht vom Weinen. Und diese unglaubliche riesengroße Wut in mir hoch gestiegen war und ich meine Mutter angeschrien habe: Wenn ich groß bin, dann haue ich dich auch! Ganz doll!

    Wusch...die nächste hat gesessen.

    Mein Widerspruchsgeist ist jedenfalls bis heute ungebrochen. Und ich liebe dieses kleine mutige Mädchen sehr.

    Ich erspare euch die detaillierte Schilderung meines weiteren Wegs bis heute. Jedenfalls hat Kapitulieren nie zu meinem Selbstkonzept gehört.

    Und dann kommt da diese Sucht und zwingt mich in die Knie.

    Eins der wichtigsten Denkanstöße hier im Forum, die mich zum Handeln bewegt haben war: Mach' dir deine eigenen Werte und Standards bewusst. Und entwickle daraus deine (innere und äußere) Grenze.

    Ich hatte die letzten Tage Abstand zum Forum gesucht, weil ich nicht mehr wusste ob meine Werte hier kollidieren. Abstand ist für mich immer was Gutes. Das habe ich hier schon öfter gemacht. Wenn immer wieder Öl ins Feuer gegossen wird, dann entsteht zu viel giftiger Rauch.

    Ich hatte die Beiträge aber weiter verfolgt. Mich nur lieber abgemeldet, um mich davor zu bewahren irgendwelche Schnellschüsse zu posten, die unangemessen sind.

    Nein, ich zitiere nichts mehr. Ist auch nicht nötig, denn das Geschriebene hat genug eigene Aussagekraft.

    Ich bin froh Teil einer so starken, selbstbewussten, kritischen, facettenreichen Co-Gemeinschaft zu sein.

    Und ich danke allen, die das ermöglichen.

    Guten Morgen im neuen Jahr 🍀,

    gestern hatte ich ein ziemliches Tief. Die Diskussion, die ich zuerst als bereichernd empfunden hatte, hat mich dann zuletzt fühlen lassen "wie im Hamsterrad". Ich nehme Stellung, erkläre was ich meine, versuche immer wieder meinen Faden (wie ein verheddertes Wollknäuel) zu entwirren. Aber es klappt nicht.

    Ich habe mir die Diskussion jetzt nochmal durchgelesen. Und erneut gemerkt, dass es genauso ist:

    Ich sag ja ich hab die ganze Zeit das Gefühl, den Kern der Diskussion nicht zu verstehen

    Mir geht es darum, dass NORMALE Verhaltensweise als Co-Abhängigkeit bezeichnet werden. Wie zum Beispiel mein Beitrag bei Alexa .

    Mir ging es NICHT darum mich grundsätzlich davon abzugrenzen, dass mein Verhalten dysfunktional war oder ist. Oder dass manches auch "krank" ist. (Wobei ich wahrscheinlich ein anderes Verständnis von krank habe, aber das ist jetzt nicht der Punkt). Ich sehe es bei mir aber als reaktiv an. Nicht als Wesenszug.

    Es ging mir darum Co-Verhalten von Sucht abzugrenzen. Dazu habe ich folgendes zu Denken gegeben:

    Ich habe eher den Eindruck, dass dieses: ich bin ja auch süchtig. Ich habe ja auch einen Entzug eine Verbindung aufrecht erhält, etwas Gemeinsames. Und DAS sehe ich eher als etwas was aufgelöst gehört. Um mich wirklich zu befreien. Und nicht doch noch in der Dynamik fest stecken zu bleiben, nur halt anders.

    Diese Perspektive hatte für mich einen Aha-Effekt. Das möchte ich teilen. Also diese Perspektive.

    Und genau um dieses "Dich selbst ernst nehmen" geht es mir doch:

    Begriffe können Orientierung geben. Veränderung beginnt meist erst dort, wo man sich selbst ernst nimmt.

    Begriffe jetzt nicht blind auf alles zu übertragen, sondern mich in meiner (weiblichen?) Herangehensweise weiter anzunehmen versus alles als "Co- Verhalten" zu verteufeln. Helfen, Einfühlung ist etwas Gutes - sofern es nicht zur Selbstaufgabe führt.

    In diesen Tests zur Co-Abhängigkeit werden aber ganz viele normale, aber eben typisch weibliche Verhaltensweisen, mit aufgeführt. Da wird viel vermischt, finde ich. Und genau diese Vermischung macht es so schwer die eigene Grenze klar zu spüren. Deshalb möchte ich das in Frage stellen. Nicht theoretisch. Sondern weil es für mich wichtig ist das zu trennen, wenn ich mein Verhalten reflektiere.

    Ich weiß aber auch nicht, warum es so abwegig sein soll, dass es bei Co-Abhängigen auch Wahrnehmungsverzerungen gibt

    Auch das habe ich doch gar nicht in Frage gestellt. Die Betonung liegt hier aber auf AUCH.

    Mir ist aber selbst aufgefallen, dass ich mich bei meinen Antworten dann viel zu sehr auf die Beiträge der Alkoholiker beziehe. DAS ist für mich auch so ein Muster. Damit gebe ich ja auch Raum. Ich erlebe es aber auch als sehr Raum-Greifend, wenn sofort aus dieser Richtung Antworten erfolgen, bevor die Cos überhaupt Piep sagen können.

    Mein: "ich würde mich freuen, wenn mehr Cos sich beteiligen" war aber verkehrt ausgedrückt. Richtig ist: Meine Beiträge richten sich an Cos.

    Jeder kann schreiben, ist doch klar. Aus meiner Sicht "dürfen" auch Neue direkt schreiben. Sie bekommen dann halt ggf eine Antwort. Denn:

    Nur zu lesen und alles widerspruchslos stehen zu lassen, fühlt sich für mich auch nicht nach wirklichem Austausch an.

    Und deshalb habe ich entschieden hier heute doch nochmal einzusteigen. Auch wenn ich vermute, dass manch einer innerlich mit den Augen rollt und denkt: sie schon wieder.

    Aber auch das gehört für mich zur Auflösung von Co- Verhalten: ich bleibe bei mir. Egal was andere vermeintlich denken.

    Den Vorwurf ich hätte pauschalisiert möchte ich außerdem zurück weisen. Ich selbst habe viele Beispiele gebracht. Nur wurde mir pauschalisierend geantwortet, weil das Thema auf eine allgemeine Diskussion zum Begriff Co-Abhängigkeit reduziert wurde.

    Hierzu noch:

    und wirklich oft, tauchen Cos nach einem Jahr oder auch mal zwei wieder aus der Versenkung auf

    Ich hatte tatsächlich von Angehörigen gesprochen, die sich getrennt hatten. Dann noch eine kurze Weile geschrieben haben, aber dann weg bleiben. Wahrscheinlich hab ich da ein besonderes Augenmerk drauf. Auch gerade, weil ich es für mich schade finde, wenn die positiven Beispiele dann verschwinden.

    Da musste ich schmunzeln Simsalabim :

    Wo kann ich als angehöriges Familienmitglied meine 3. Runde Entgiftung vom alkoholkranken Partner bekommen… ärztlich begleitet

    Du kannst aber tatsächlich Hilfe bekommen. Wenn du deine "Symptome" ernst nimmst und sie entsprechend zum Anlass nimmst Hilfe zu suchen, zu fordern. Das könnte zum Beispiel sein: Ständiges Gedankenkreisen, psychosomatische Reaktionen, zwanghaftes Kontrollieren, Schlafstörungen...bei hohem Leidensdruck. Dafür gibt es Hilfe, auch stationär, auch mit systemischem Ansatz, auch für Mütter inklusive Kindern.

    Ich sehe eher, dass viele ihr Leid nicht ernst genug nehmen und immer Gründe finden so einen Schritt für sich nicht zu gehen.

    Alexa , Danke dafür:

    Doch ich weiß jetzt schon, bekomme ich nur einmal mit dass er getrunken hat, wird mein System wieder komplett hochfahren.

    Für mich ein Beispiel dafür, dass es bei dir reaktiv ist. So sehe ich es bei mir auch.

    Genau das meine ich:

    Dieses Wissen hilft mir zu erkennen, dass ich mit meinen Gefühlen immer richtig gelegen habe.

    Und ich bin ja doch auch gar nicht "alleine" mit meiner Sicht. Ich habe nur die vielen Cos "überhört", war zu fixiert darauf die Alkoholiker zu "überzeugen" 😉. Auch hatte ich die ❤️ und 🏆 gar nicht mehr gesehen... Also doch ein klarer Fall von Wahrnehmungsstörung... 😂

    Das hier:

    Wenn ich die Kraft und die Einsicht besitzen würde würde ich mir wahrscheinlich erst gar keinen süchtigen Partner aussuchen

    ...kann ich so nicht nachvollziehen. Also mein Partner hatte nicht süchtig gewirkt, als ich mich verliebt hatte. Das hat sich ja erst schleichend entwickelt. Da er Spiegeltrinker war, hatte er allerdings auch keine Exzesse. Ein arbeiten an mir selbst hätte mich jedenfalls nicht davor bewahrt. Ich habe ja selbst viel getrunken und mich in einem entsprechenden Umfeld bewegt. Entsprechend war meine Toleranz-Grenze hoch. Und die Gefahr einen Alkoholiker abzugkriegen natürlich dann auch.

    Wenn mein Post eine ganz andere Interpretation erfährt, als er gemeint ist, dann benenne ich das

    Ich auch.

    Du kannst es vielleicht nicht nachvollziehen.
    Aber mir tat meine Frau tatsächlich leid, dass sie so unter der Situation litt.

    Doch. Kann ich sehr gut nachvollziehen. Genauso sagt es mein Mann. Und deshalb würde er mich auch nie "bearbeiten" zurück zu kommen, wie ich es hier oft lese.

    Wäre "einfacher" für mich, wenn er sich so richtig schrecklich mir gegenüber verhalten würde. So fehlt mir die Wut. Und die ist so hilfreich zur Abgrenzung.

    maibisjuni , ich habe mich über deine Rückmeldung gefreut. Bin auch jetzt erst auf deine Fäden gestoßen und habe mich sehr in deiner Hartnäckigkeit und sachlichen Art wieder gefunden. Musste oft lächeln.

    So geht es mir auch:

    Für mich war diese Erkenntnis ein heilsamer Schock,

    Also das Erkennen und Verstehen was Sucht bedeutet. Für mich hat Wissen nichts mit "ich beschäftige mich ja nur wieder mit dem Alkoholiker" zu tun. Sondern ist ganz wichtig für meine Abgrenzung.

    Das Lesen im Alkoholiker Bereich empfinde ich nicht als co-abhängiges Verhalten, denn die dabei gewonnenen Erkenntnisse nutze ich nicht, um meinen Mann trockenzulegen, sondern um die Sucht besser zu verstehen. Das immer noch Hoffnung besteht, mag naiv sein, ich empfinde es aber nicht als krankhaft

    So sehe ich es auch.

    Guten Morgen releasme,

    du hast das einzig Richtige und vor allem auch Sinnvolle gemacht. Weiter zuzuschauen wie er seine Gesundheit ruiniert und dir und deinen Kindern die Hölle macht wäre nicht nur verrückt, sondern auch fahrlässig gewesen.

    Er dreht am Rad, weil er gemerkt hat, dass er dich nicht mehr unter Kontrolle kriegt. Das sind Machtspiele. Aber du bist ausgestiegen.

    Das hier:

    Ehe.. sollte eigentlich für immer sein.

    Kommt aus einer Zeit in der die Menschen eine deutlich geringere Lebenserwartung hatten. Außerdem ist es ein "Instrument", um Frauen zu binden. Eine Ehe sollte in erster Linie ein respektvolles, liebevolles Miteinander sein. Dass jede zweite (?) Ehe geschieden wird zeigt, dass die Realität eine andere ist, als das was romantisch suggeriert wird.

    Dass deine Gefühle jetzt Purzelbäume schlagen ist normal. Wenn es so läuft wie ich hier bei vielen gelesen habe, dann wird er jetzt noch zig Mal zwischen Liebesschwüren, Drohungen, Versprechungen, Beschimpfungen, Mitleids-Versuchen hin und her switchen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er jetzt wieder trinkt, also denk dran, dass er nicht wirklich ernst zu nehmen ist.

    Gut, dass du bei deinen Eltern bist. Da traut er sich hoffentlich nicht hin.

    Ich habe (mal wieder) den Eindruck, dass meine wesentlichen Punkte gar nicht ankommen.

    Das war mein Motivation in Alexas Faden zu schreiben:

    Denn der offene Bereich ist für alle sichtbar, und dort wird nicht nur dem Thread‑Inhaber geschrieben, sondern auch denen, die mitlesen.

    So kam es zu der Diskussion und ich hab's zu mir geholt.

    Warum ist das wichtig?

    Mir ist es wichtig. Api ich wollte dich oder andere Cos aber nicht "zwingen" jetzt was schreiben zu müssen. Wenn es für dich unwichtig ist, dann ist es so.

    Wie gesagt stehe ich mit meiner Sichtweise dann eben "alleine" da. Damit kann ich leben. Der Austausch lebt davon, dass Perspektiven verschieden sind.

    Das kann ja bei Cos auch genau so sein, dass besseres Verständnis das Loslassen erleichter.

    Lebenskuenstler ich finde es für mich durchaus hilfreich, wenn du über dich selbst sprichst. Und ich will auch um Himmels Willen keine Diskussion über deine Frau los treten. Mir fällt auf, dass du sehr viel bei Cos unterwegs bist. Und das wundert mich. Ich danke dir aber dennoch für deine Einblicke.

    Hartmut , ja es war im Offenen. Da achte ich streng drauf nichts rüber zu bringen:

    Das hat meine letzte "Co-Abhängige" in der nassen Zeit auch zu mir gesagt, dass ich das und das nicht verstehe und ich habe munter weitergesoffen

    Das muss auch nicht vertieft werden. Ich zitiere das nur, weil du dich gewundert hast wo es her kommt.

    Aber wenn ich deine Beiträge lese empfinde ich daß du deine eigene Meinung über alles stellst und gar nicht bereit bist andere Sichtweisen zuzulassen

    Komisch. Genauso erlebe ich es hier bei einigen mir gegenüber.

    Das Pauschalisieren kommt daher, dass ich immer noch diese wissenschaftliche Studie dazu im Kopf habe. Das wollte ich aber nicht kenntlich machen, weil ich keine Studien-Diskussion lostreten wollte.

    So. Ich gehe jetzt wieder zurück ins grüne Körbchen 😉

    Genug hin und her, denke ich.

    Guten Morgen, ich war gestern den ganzen Tag unterwegs...und kann mich erst jetzt wieder einklinken.

    Tja, in der Zwischenzeit 8 Beiträge von Alkoholikern und 4 von Cos. Das ist eigentlich das, was mich selbst immer bisschen ratlos zurück lässt. Das wäre umgekehrt nicht denkbar. Oder ich bin halt doch relativ alleine mit meiner Sichtweise.

    Ich bin jetzt auch mal provokant. Ich glaube ihr wisst, dass ich das nicht persönlich meine: Ich wundere mich immer wieder weshalb manche Alkoholiker, hier jetzt speziell Hartmut und Lebenskuenstler sich an der Thematik so dermaßen fest beißen.

    Hartmut, du hast bei einem früheren Austausch mal geschrieben, dass eine frühere Partnerin genauso argumentiert hätte wie ich. Liegt es daran? Habt ihr eigene offene Themen mit Angehörigen? Könnt ihr nicht zugeben, dass ihr denen extrem viel zugemutet habt und pocht deshalb so stark darauf, dass Cos ja selber schuld sind?

    Es geht hier doch nicht um Begriffe oder Wortklauberei

    Genau. Ich weiß auch nicht weshalb du dich daran so fest beißt Hartmut. Ich habe das mit Inhalt und Beispielen gefüllt. Und entstanden ist das Ganze daraus, dass hier von mehreren Seiten geschrieben wurde Cos seien "süchtig". Wenn ich darauf eingehe und erkläre weshalb es nicht so ist, weshalb ich diese Bezeichnung falsch finde, wird das dann verdreht als Wortklauberei.

    Vielleicht liegt der eigentliche Punkt woanders. Nicht im Benennen, sondern im Handeln

    Natürlich. Und gerade im Sinne des Handelns finde ich es wichtig mir klar zu machen, dass ich eben nicht zuerst ewige Zeiten an meiner Persönlichkeit arbeiten muss, sondern dass ich aus diesem System aussteigen kann. Sozusagen: gehe direkt über Los - gehe nicht zuerst uns Gefängnis.

    Damit meine ich nicht, dass es einfach ist. Um Himmels Willen nein. Aber diese ganzen Selbstzweifel hindern doch auch nach vorne zu schreiten.

    Die Intensität des Verzichtsgefühls ist für mich absolut vergleichbar.

    Darum ging es aber nicht. Es ging um den Vergleich mit einem Entzug. Aber das was du beschreibst, also eine erzwungene Trinkpause, mag so sein. Keine Ahnung. Ich kann mit diesen Vergleichen halt nix anfangen. Genauso wenig mit der ständigen Wiederholung, dass der Alkoholiker seinen Alkohol mehr liebt als seine Frau. Ich sehe das als knallharte Sucht mit extremen körperlichem und psychischen Auswirkungen. Da ist nix, aber auch gar nichts romantisches oder glückseeliges dabei.

    Wenn Co-Abhängigkeit keine Krankheit oder keine Sucht ist, dann könnten doch alle, die sich getrennt haben, dem Forum Tschüß sagen.

    Machen doch auch sehr viele. Die allermeisten Cos aus meiner Anfangszeit hier sind nicht mehr dabei. Und ich denke genau das ist der Grund.

    Die geht ja nun nicht weg wenn ich mich trenne

    Doch. Ich glaube die Co- Verhaltensweisen gehen weg, wenn ich mich trenne oder sie abstelle. Was bleibt ist die weibliche Sozialisation und das ist ja auch was Gutes. Zum Beispiel: Nicht jede, die hilfsbereit ist hat gleich ein Helfersyndrom.

    Da muss ich auch an den Beitrag vor längerer Zeit von SouthAfrica123 denken. Sie hat super beschrieben wie sämtliches Co-Verhalten zurück gegangen ist, nachdem ihr Partner trocken wurde.

    Sonst könnte es mir passieren daß ich auf den nächsten Alkoholiker reinfalle.

    Das halte ich für ein absolutes Vorurteil. Das hält sich aber wacker, obwohl es überhaupt nicht belegt ist. Ärgert mich auch, wenn das immer wieder unterstellt wird. Nochmal: einen kleinen Anteil EKAs betrifft das. Es wird aber vollkommen übergeneralisiert.

    nach einem Jahr Abstinenz gilt man versicherungstechnisch als gesund und ein späterer Rückfall als Neuerkrankung.

    Das ist mir völlig neu. Generell gilt es nach einem Jahr immer, egal bei welcher Erkrankung, als "neuer Behandlungsfall". Das hat Abrechnungsgründe. Heißt aber nicht, dass jemand plötzlich als geheilt gilt. Ich weiß jetzt nicht was du mit "versicherungstechnisch" meinst?

    Nun ja, für mich wirkt es schon wie Stigmatisierung, wenn „Krankheit“ in Bezug auf CO grundsätzlich negativ bewertet wird

    Wird es nicht. Ich sag's mal so: es war für Alkoholiker doch ein Meilenstein, dass Alkoholismus als Krankheit anerkannt wurde. Und genauso ist es für mich eine sehr bedeutsame Erkenntnis, dass Co- Verhalten eben keine Krankheit ist. Sondern reaktiv. Ich habe ja schon öfter gesagt, dass ich es auch manchmal als Entschuldigung sehe zu sagen: ich kann nicht handeln, denn ich bin ja auch krank. Nee. Mit Willen geht bei uns eine ganze Menge.

    aber ich verstehe es einfach nicht

    Genau. Deshalb würde ich mich auch freuen wenn hier mehr Cos schreiben.

    Huhu, da ist ja eine lebhafte Diskussion entstanden, das gefällt mir.

    Hartmut ich nehme nochmal zu ein paar Punkten Stellung. Ich war überrascht, dass mein Kopf noch dran geblieben ist 😉. Danke, dass du meine Synapsen immer wieder zum Glühen bringst.

    Aber wenn das größte Problem angeblich laienhafte Bezeichnungen sind,

    Hab ich gesagt es ist das größte Problem? Es geht nicht um Wortklauberei, sondern um Zuschreibungen und Pathologisieren.

    Viele erleben es ja auch als "Wortklauberei", dass die Alkoholiker eingangs klar sagen müssen sie sind Alkoholiker, versus alkoholkrank. Und es heißt dann - zu Recht, wie ich finde - dass dies grundlegend ist. Obwohl die "Neuen" dann genau so argumentieren:

    Sie sind hier, weil sie aus ihrem Leid raus wollen und einen Weg suchen.

    Das hier habe ich so ja auch nicht verlangt:

    Und wenn ein Alkoholiker Hoffnung weckt, bekommt er keinen Maulkorb und kann es tun.

    Ich habe darauf hingewiesen, dass ich es schräg finde so etwas (wiederholt) bei einer Angehörigen zu posten. Ich habe nicht geschrien: löscht es, oder du darfst das nicht. So etwas nenne ich Austausch, Diskussion, Abgrenzung. Besonders letzteres sehr wichtig für Cos. Ich fand das auch nicht "schlimm" von Abstinenzler , ich wollte vor allem klar machen wie das wirkt/wirken kann. So wie Alkoholiker hier ja auch oft erklären wie Sucht funktioniert und wie sie das mit den Angehörigen erlebt haben.

    Und deshalb schauen viele auch in die Alkoholiker-Fäden, vermute ich mal. Weil sie den ganzen Wahnsinn verstehen wollen. Aber so wird es dann interpretiert:

    Und mal ehrlich: Ein Co, der noch im Kopf hat, jemanden trockenlegen zu wollen, schaut rüber zu den Alkoholikern, weil er eben noch nicht so weit ist

    Immer wieder wird das Verhalten von Cos aus der Sicht des Alkoholikers interpretiert. Beispiel: ich habe keine leeren Flaschen gesucht, weil ich ihn retten oder im engeren Sinn unter Kontrolle bringen wollte, sondern weil ich meine Wahrnehmung bestätigen wollte, wenn er behauptet: nein, ich hab nix getrunken - obwohl er einen glasigen Blick hat. Ich sag das, weil das mit den Flaschen ja immer das Paradebeispiel für Co-Abhängigkeit ist.

    Aus meiner Sicht ist die Dynamik viel subtiler. Ich habe ja viele Jahre quasi komplett ignoriert, dass mein Mann trinkt. Ich habe gesagt es ist seine Sache. Und fand mich super Anti-Co. Weil ich die typischen Co-Sachen nicht gemacht hatte. Das kam erst, als ich Angst um sein Leben bekommen hatte. Aber er hat auch nie geleugnet Alkoholiker zu sein. Hat mir nie die Schuld zugeschoben und so. Was ich hier lese ist nochmal eine ganz andere Dynamik.

    Es wird aber nicht immer eine Hoffnung geschürt, es wird nur vom Co so wahrgenommen was ein gravierender Unterschied ist.

    Aha. Die Co ist also mal wieder die Wahrnehmungs-Gestörte. Wenn einer schreibt: halte durch, bei mir hat es nach sieben Jahren dann ja auch geklappt und meine Frau freut sich riesig - dann ist es reine Einbildung, wenn ich dann denke es könnte bei mir ja auch so sein.

    Wenn ein Alkoholiker seiner Frau erzählt, ab morgen hör ich auf oder Trinkpausen einlegt, um die Wogen wieder zu glätten, dann ist das keine aktive Manipulation? Sie ist nur zu blöd darauf rein zu fallen? Klar ist es beim zigsten Mal "verrückt" weiter daran zu glauben.

    Weshalb das so ist kann ein Alkoholiker aber wahrscheinlich genauso wenig nachvollziehen, wie eine Co versteht warum der Süchtige trotz allem weiter trinkt. Und damit will ich beides nicht vergleichen/ähnlich machen. Ich will nur die unterschiedlichen Perspektiven verdeutlichen.

    Aber danke für deinen weiteren Einblick.

    Ähm 🤔, ist das ironisch gemeint? 😂

    Hartmut, deine Beiträge sind oft wertvoll, weil sie verhindern, dass ich mir was schön rede und vor allem, wenn du schonungslos deine Sicht als Alkoholiker darstellst. Am meisten freue ich mich aber über die Beiträge der Cos, die ja wirklich wissen wie es ist, wie es sich anfühlt. Und will darauf noch eingehen.

    Das ist in der ersten Phase ein Entzug auf emotionaler Ebene und kann ähnliche Entzugserscheinungen hervorrufen wie bei einer Sucht.

    Mein Mann muss in die Psychiatrie, wenn er einen Entzug hat. Er bekommt sonst einen epileptischen Anfall. Er zittert trotz Tabletten so stark, dass er weder Essen noch laufen kann, übergibt sich, hat Schmerzen, Depressionen, Schuldgefühle, Scham... Er hat keine Sehnsucht nach Alkohol, er hat ein zwanghaftes Verlangen. Er bekommt keine Glücksgefühle mehr durch Alkohol. Liebt ihn auch nicht. Fühlt sich gefangen. Es steht auch völlig außer Frage, dass er mich liebt.

    Für mich ist das nicht vergleichbar. Aber es ist wahnsinnig schwer einen geliebten Menschen aufgeben zu müssen. "Alles" zu verlieren. Angst zu haben er stirbt, oder wird zum Pflegefall. Zu wissen wie es früher war und wie es doch sein könnte. Sehnsucht nach früher zu haben. Das sind heftigste Gefühle. Für mich hat es aber nichts mit Entzug zu tun.

    Ich habe eher den Eindruck, dass dieses: ich bin ja auch süchtig. Ich habe ja auch einen Entzug eine Verbindung aufrecht erhält, etwas Gemeinsames. Und DAS sehe ich eher als etwas was aufgelöst gehört. Um mich wirklich zu befreien. Und nicht doch noch in der Dynamik fest stecken zu bleiben, nur halt anders.

    Co Abhängigkeit hab ich als Definition so verstanden, dass man seine Sucht deckt und und ihm alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumt.

    So verstehe ich es auch. Aber auch hier ist das zentriert auf den Effekt für den Alkoholiker. Der Grund weshalb eine Angehörige ihn vielleicht krank meldet oder bei anderen Ausreden findet (hab ich nie gemacht) ist doch oft, dass sonst der finanzielle Ruin befürchtet wird. Oder die Kinder es nicht mitkriegen sollen. Oder die eigene Scham.

    Klar ist das für ihn ein Feigenblatt. Und es mag auch für den Alkoholiker "gut" sein, mich zu trennen, weil es ihn ganz vielleicht auf rüttelt. Aber das sehe ich eher als fragwürdig an, denn ich bin nicht verantwortlich dafür ihm einen Tiefpunkt zu bescheren. Wenn ich gehe, dann mache ich das für mich selbst. Ich Stelle mich wirklich selbst in den Mittelpunkt.

    So, ich hole jetzt mal die Diskussion zu mir, damit Alexas Faden nicht überstrapaziert wird.

    Oder ist das jetzt angeblich auch schon wieder co?

    Es ist immer wieder erstaunlich wie viele Alkoholiker hier meinen das definieren zu können. Während ich umgekehrt nicht auf die Idee käme den Alkoholikern rein zu reden.

    Das hier ist meiner Ansicht nach ein schönes Beispiel wie mein Verhalten, also einer Angehörigen, hier automatisch als co interpretiert wird:

    Oder spannt man vorsorglich den großen Rettungsschirm über alle so wie zu Hause beim Alkoholiker die Flasche kontrolliert, weggeräumt und verzweifelt versucht wird, ihn trocken zu legen? Ist das nicht genau das gleiche Co‑Verhalten?

    So ein Quatsch. Ich habe deutlich gemacht, dass ich es unangemessen finde, wenn ein Alkoholiker unrealistische Hoffnungen schürt. Das mache ich im Wissen, dass hier der offene Bereich ist, der eine Außenwirkung hat. Das ist das selbe wie, wenn hier auf Alkoholiker-Seite jemand einschreitet, weil ein User einem anderen etwas schreibt, das offensichtlich seine Abstinenz gefährden könnte.

    Genau davon ist hier eben noch nicht auszugehen:

    Wenn der Co hier nach Wegen sucht, wie er seinen „Alkoholiker“ trotz verzweifelter Versuche doch noch trockenlegen kann, nur weil es irgendwo auf der Welt funktioniert hat, zeigt das, dass er sein Co-Verhalten noch nicht abgelegt hat.

    Hier sind viele neue Userinnen. Klar ist da noch Co-Denken vorhanden. Sonst bräuchten sie sich hier nicht anmelden. Und es geht auch nicht ums "Trockenlegen", sondern um die Hoffnung, die geschürt wird.

    Und da sind wir bei den Zuschreibungen, die Angehörigen aufgedrückt werden. Das ärgert mich. Dass wir pathologisiert werden. Als selbst süchtig und krank bezeichnet werden. Und viele, die her kommen nehmen das auch an, sind in ihrem Selbstwert sowieso unten. Nehmen die "Schuld" auf sich, alles falsch gemacht zu haben, die Sucht "gefördert" oder "unterstützt" zu haben. Schämen sich. Oder manche verstecken sich vielleicht auch hinter der "Co-Abhängigkeit", denn dann bin ich ja auch krank und kann nichts dafür, bin hilflos.

    Unter dem Begriff Co-Abhängigkeit verstehe ich die typische Dynamik und das typische Verhalten von Angehörigen, die mit Süchtigen zu tun haben. Ich halte ihn aber für irreführend, weil es keine Abhängigkeit ist. Eine Sucht schon mal gar nicht.

    Es ist ein dysfunktionales Verhaltensmuster und Burn-Out nach extremer Belastung durch das Zusammensein mit einem Süchtigen mit allem was dazu gehört: das Täuschen, das Lügen, die Verunsicherung der eigenen Wahrnehmung, das Switchen zwischen guten und schlechten Zeiten, dem schleichenden Prozess, der Angst um die Gesundheit, um den finanziellen Verlust, die Hoffnung, dass es besser wird, die Manipulation, die Trinkpausen etc.

    All das oft auf dem Hintergrund einer weiblichen Sozialisation und einer Gesellschaft, in der Alkohol verharmlost wird.

    Lässt sich ein Co-Verhalten einfach so ablegen?

    Nicht einfach. Aber es lässt sich ablegen. Der Süchtige bleibt allerdings süchtig.

    Natürlich tut eine Trennung weh. Das als Entzug zu bezeichnen finde ich jedoch vollkommen unpassend. Vor allem nachdem ich die Entzüge meines Mannes miterlebt habe. Das ist Liebeskummer. Der kann höllisch sein das geht aber auch Frauen so, die sich aus anderen Gründen trennen.

    Und Co-Verhalten gibt es auch bei Angehörigen von anderen Erkrankungen.

    Und die Behauptung es sei eine Art Prägung, die dazu führt sich immer wieder Alkoholiker "auszusuchen" ist auch nicht belegt. Bei EKAs gibt es eine solche Tendenz, das muss aber längst kein Helfersyndrom oder Wiederholungszwang sein oder was die Populär-Literatur sonst so behauptet.

    Aber ich wiederhole mich. Dazu habe ich hier ja schon ganz viel in meinem Faden geschrieben.

    Daher: Ich habe fertig.

    Hallo Abstinenzler,

    es freut mich für dich/euch, dass es so gut läuft.

    Es ist aber ein bisschen schräg, wenn du das hier bei den Angehörigen schreibst, finde ich. Also es gehört gerne in deinen eigenen Faden und den lese ich auch mit Interesse.

    Aber wenn du bei Cos schreibst, dann klingt das appellativ, nach dem Motto: halte durch, gibt die Hoffnung nicht auf, irgendwann wird alles gut.

    Das ist aber genau DAS was hier viele Angehörige bis an die Grenze des Aushaltbaren geführt hat. Was zum Burn-out, vielleicht sogar zur Selbstaufgabe führt.

    Und hier geht es darum sich von dieser Verantwortung und unrealistischen Hoffnung zu lösen.

    Es wurde immer weniger. von täglich zu wöchentlich, monatlich etc. Sie sagt jetzt erntet sie was sie gesät hat. Einen tollen Mann der immer für sie da ist und co.

    Was meinst du damit Abstinenzler?

    Dass du langsam immer weniger häufig getrunken hast?

    Mit dem Satz "jetzt erntet sie was sie gesät hat" haust du voll in die Co-Kerbe! Es impliziert, dass Angehörige den Alkoholiker trocken legen können. War das bei dir so? Den Eindruck hatte ich in deinem Faden nicht.

    Und was meinst du mit "und co" ?

    Guten Morgen Somadi, was du geschrieben hast rührt mich. Die Scham. Das ist ein heftiges, hartes Gefühl, das viel Macht haben kann.

    Es gibt auch das Fremdschämen, die "falsche" Scham, Scham vor dich selbst oder vor anderen... Wie ist das? Ist es so, dass es "nur" im Verborgenen bleiben muss, so wie die Vogelstrauß-Perspektive: was ich nicht sehe existiert nicht? (musst nicht antworten)

    Aber du hast Recht, einmal ausgesprochen kannst du es auch kaum noch zurück nehmen. Das ist ein großer Schritt.

    Schämst du dich, weil du mit einem Alkoholiker zusammen bist?

    Weil das so gar nicht zu eurem äußeren erfolgreichen Bild passt?

    Oder schämst du dich für ihn?

    Ich habe mich mal einer Kollegin anvertraut. Da habe ich mich auch geschämt. Also für mich selbst, dass ich sowas "mit mache".

    Ich finde du drückst dich sehr klar aus. Und das ist doch ein guter nächster Schritt:

    Mein nächster Schritt, den ich mir zu gehen wünschen würde, wäre ein Gespräch mit meiner Schwester

    Sowas schafft nämlich kein Mensch alleine. Meine Schwester ist auch meine stärkste Stütze. Auch hier um Forum zu schreiben ist ja ein riesiger Schritt gewesen. Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Etwas auszusprechen macht einen großen Unterschied, finde ich.

    Ich fühle mich etwas beruhigt, dass Du auch lange gebraucht hast

    Da dachte ich erst, oh je, dann bin ich ja quasi ein "schlechter Einfluss", wenn es dazu führt sich dann darin bestärkt zu fühlen nicht ins Handeln zu kommen.

    Aber dann habe ich verstanden was du meinst. Du wirkst sehr leistungsorientiert und hast wohl das Gefühl hier eine 1A - Befreiungsnummer hinlegen zu müssen, um gute Bewertungen zu bekommen 😉. Jetzt mal salopp ausgedrückt.

    Dieser "Druck" von dem du sprichst, den kenne ich auch (ich will doch alles "richtig" machen). Ich habe aber gemerkt, dass ich mir den in erster Linie selbst mache, weil ich nämlich ganz genau weiß, dass die anderen Recht haben.

    Dadurch hatte ich früher einige Beiträge auch so drängend und abwertend empfunden, obwohl das im Grunde mein eigenes strenges Denken war. Die Frau eines nassen Alkoholikers zu sein hat natürlich nie in mein Selbstkonzept gepasst. Und so lange rum zu Eiern noch viel weniger. Genau da hat es mich dann erwischt.

    Du bist erst vier Tage hier. Ich glaube indem du schreibst, Worte findest, die Realitäten auf den Tisch legst wird sich was in dir verändern. Und das ist der Anfang.

    Liebe Somadi, klar solltest du weiter in deine Heimat fahren. Aber was hält dich ab zu sagen, dass du ihn nur dabei haben möchtest, wenn er nüchtern bleibt? Du kannst alleine fahren. Oder mit zwei Autos, so dass du jederzeit weg kannst.

    Das hat mich stutzig gemacht:

    So etwas passiert aber auch nicht, da er nur zu Hause trinkt… alles im Verborgenen.

    Es ist eben nicht im Verborgenen, sondern vor DIR! Woanders würde er das den Leuten anscheinend nicht zumuten oder schämt sich oder passt sich an oder warum auch immer er das da nicht macht. Aber bei dir , da sind die Hemmungen gefallen? Da ist keine Grenze? Genau diese Grenze meine ich. Es ist ja auch meine Grenze. Die ich setze. Oder eben nicht.

    Was bedeutet das in puncto gegenseitigen Respekt. Wenn er doch anscheinend so spielend auch nüchtern sein kann. Ist es ihm mittlerweile egal wie peinlich er sich dir gegenüber verhält? Zählst du nicht?

    Und warum wäre es auch für dich erst ein Punkt, wenn es öffentlich auffallen würde?

    Habe mal gelesen, dass mehr als die Hälfte der Alkohliker keine körperlichen Entzugserscheinungen hätten. Keine Ahnung. Bei meinem Mann war das eine Frage der Zeit. Früher war da auch nix zu merken.

    Was würde dein Labrador zu dir sagen? Nein, kein Witz, du hast ja beschrieben wie er reagiert. Das kann wie ein Seismograph sein, um selbst zu spüren wo etwas aus dem Ruder läuft.

    Bewundern brauchst du da gar nix bei mir. Ich mache das alles schon viel zu lange mit und es hat ewig gedauert bis ich den Jump! geschafft habe. Da solltest du lieber mal bei Sonnenschein CoA , Aurora oder Lanananana lesen.

    An Trennung habe ich schon eine Millionen Mal gedacht, vor allem bevor ich ausgezogen bin. Ich sag's mal so: von dem betrunken Mann habe ich mich getrennt. Von dem nüchternen nicht. Wie es weiter geht weiß ich nicht. Da ich mir sowieso keine neue Partnerschaft vorstellen könnte, habe ich keinen Druck irgendwas zu entscheiden.

    🏵️

    Liebe Somadi, seit ich meine eigene Wohnung habe sage ich nun ganz konsequent, dass wir uns nur sehen, wenn er nüchtern ist. Also komplett.

    Und seit seiner letzten Entiftung klappt das. Es ist so "einfach" und klar: Zusammensein will ich nur (noch) mit ihm, wenn er keinen Alk im Blut hat. Auch nicht 0,1 und auch nicht, wenn er erst aufhört, wenn ich komme. Und auch nicht, wenn ich Sorge haben muss, er kommt auf Entzug. Dann gehe ich sofort, ohne Diskussion, ohne Anklage, ohne Meckern.

    Was er macht, wenn ich nicht da bin ist seine Sache. Aber für mich kann ich das Festlegen. Ich mache das nicht mehr mit.

    Ich hätte niemals gedacht, dass das funktioniert und ich gehe auch davon aus, dass es nicht lange so klappt. Aber zur Zeit geht es. Wir sehen uns regelmäßig am Wochenende in unserem Haus und einen Tag unter der Woche besucht er mich. Also es ist nicht so, dass ich springe, wenn er mal zufällig nüchtern ist, sondern das ist fest.

    Wenn er nicht mehr aufhören kann zu trinken, breche ich den Kontakt ab. Dann sehen wir uns nicht mehr. Erst nach der Entgiftung.

    Letztes Jahr bin ich auch zwei Mal ohne ihn in Urlaub gefahren, weil ich ihn betrunken oder entzügig nicht mehr mitnehme.

    Anfangs habe ich mir nach meinem Auszug noch sehr schlimme Sorgen gemacht. Einmal den Rettungswagen gerufen, was auch mit vier Promille notwendig war. Einmal die Polizei hin geschickt, was übertrieben war. Aber im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer.

    Jedenfalls hat mir erst der Abstand ermöglicht so klar aufzutreten. Außerdem schaue ich nicht mehr zu wie er sich komplett ruiniert. Das muss er dann alleine machen. Ich toleriere das nicht mehr. Und das ist es doch solange ich weiter "mitspiele".

    Wenn du so viele Wohnungen hast, dann wäre es einfach mit deinem kleinen Hündchen zu gehen, sobald er trinkt oder auf dem Boden liegt oder sonstwas passiert, was dich stresst, oder? Ins Auto und weg. Oder erst gar nicht mit ihm in die Heimat fahren, sondern nur, wenn er nüchtern ist. Falls er das noch kann ohne auf Entzug zu kommen.

    Du kannst ihn nicht ändern. Aber für dich selbst Grenzen setzen. Deine Werte und Standards verteidigen oder überhaupt erst mal für dich selbst klarer kriegen. Wo ist deine Grenze? Was müsste passieren damit du sagst: jetzt reicht es, das mache ich nicht mehr mit?

    Hallo Johanna,

    das was du beschreibst ist wirklich heftig. Für mich hört es sich an, als verdichtet sich da immer mehr eine Gefahr für dich und dein Kind. Bei solchen Mengen ist er doch kaum noch zurechnungsfähig.

    Dann noch die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Wenn das diagnostiziert wurde, dann gibt es da ja vermutlich auch einen Befund-Bericht?

    Vielleicht kannst du alle nötigen Unterlagen schon sicher stellen? Mein Impuls wäre auch, dass du dich ans Jugendamt wendest. Wegen deiner Sorge mit dem Umgangsrecht. Das bedeutet dann aber natürlich auch, dass es dann so nicht mehr weiter gehen kann. Aber das sollte es ja auch nicht.

    Gehst du arbeiten? Wenn du dir die Wohnung alleine nicht leisten kannst, dann ist das so. Deshalb dieses Leben zu ertragen ja verrückt. Eine Anwältin wäre vermutlich wichtig. Du hast dann ja auch Anspruch auf Unterhalt. Vielleicht kannst du Wohngeld bekommen? Du hast eine andere Steuerklasse. Also lass dich beraten. Hier mehr Planungssicherheit zu bekommen ist wichtig, um sich zu trauen sich abzugrenzen, finde ich.

    Bin mal wieder auf den Antwort Button gekommen, statt Zitate 🤦🏼‍♀️...daher konnte ich meinen Beitrag auch nicht mehr gegenlesen. Also entschuldige, wenn manches zu pushy rüber kommt... Ich höre dann auch lieber mal auf.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Mein Ziel ist es, dass sie ihr Alkoholproblem endlich als das erkennt, was es ist

    Tja, mit diesem Ziel mühen sich hier viele Cos Jahre um Jahre vergeblich ab.

    Ich fürchte ein realistisches Ziel wäre, dass DU selbst erkennst, "was es ist". Nämlich vermutlich hoffnungslos, solange sie weiter trinken will. Bei manchen gibt es eine winzige kleine Chance, wenn der Partner sich trennt. Bei vielen nicht. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand trocken geredet werden kann.

    Was hat dich denn damals selbst überzeugt aufzuhören?