Beiträge von Hartmut

    Ich habe die knapp 14 Jahre ohne stationären Aufenthalt geschafft, diese SHG hat mir geholfen.

    Genau eben nicht. Vielleicht hat da gerade dieser Baustein gefehlt. Was ich hier erlernt habe, ist nichts auszuschließen, was dem Trocken "Halten" dient.

    Entschuldigung, du bist hier sehr wichtig für mich. Langzeittrockene, die rückfällig werden, da frage ich schon mal direkter nach. Es geht ja da auch um mich. Ich habe nun keinen Bedenken meinetwegen. Aber ich bin auch allein mit dem Forum trocken geworden.

    Mit dem Unterschied, dass ich mich fast tagtäglich damit auseinandergesetzt habe. Ich habe ja die Funktion als Moderator nicht übernommen, um den Zampano zu spielen, sondern es diente mir auch als "Druckmittel" mich damit beschäftigen zu müssen. Heute ist es ein Selbstläufer geworden.

    Ich hatte vor ein paar Monaten 2 große OPs an der Wirbelsäule mit Komplikationen, was mir Sport momentan noch nicht möglich macht. D.h. ich muss diese große Lücke füllen.

    Dann tu es :mrgreen:

    Ich komme mal zu dir und habe deinen Thread Titel verändert. Wolltest doch, oder?

    Ich habe mich in den letzten 6 Monaten ständig mit meiner Alkoholsucht beschäftigt,

    habe an mir gearbeitet …..und hatte trotzdem vor ner Woche einen Rückfall… :oops:

    ich kann mich den ganzen Tag mit etwas beschäftigen. Solange ich nichts davon umsetze, habe ich am Ende nichts getan.

    Ein Rückfall hat ja gewisse Stationen und fangt mit dem ersten Gedanken daran an. Spätestens dann sollte man, wenn man nicht bewusst saufen will, sich in seiner SHG melden oder anderweitig Hilfe holen. War es dir nicht möglich vorher Hilfe zu holen oder wolltest du es einfach nochmal probieren?

    Es geht nicht, darum, dass wieder gesoffen wird, das ist ja nicht unüblich unter Alkoholikern.

    Mir ging es zuletzt darum, ob ich überhaupt schon so weit war, trocken leben zu wollen. Ob mein Tiefpunkt ausreichte, diesen Schritt zu gehen. Ob nicht noch im Hinterkopf herumspukt doch irgendwie noch kein Alkoholiker zu sein.

    Es heißt ja immer ehrlich sein. Das ging bei mir aber nur, weil ich ungeschönt ehrlich zu mir war.

    Du bist aufgestanden und möchtest wieder den Schritt ins Trockene wagen. Hut ab. Das schafft auch nicht jeder.

    Muss ich Alkoholiker als Problem (von oder für was?) sehen, um meine Alkoholsucht als Problem zu sehen?

    ? Keine Ahnung, was du damit meinst.

    Ich versuche es mal anders.

    Ich glaube, wenn ich meine Trockenarbeit als Problem ansehe, dann ist das für mich ein gedanklicher Rückfall. Da ging es erstmal nur, um sich damit zu beschäftigen. Es nicht zu vernachlässigen, es als alltägliches Brot anzusehen. Ein Ritual zu schaffen wie das Zähneputzen.

    Wenn ich es jedoch vernachlässige, ist es für mich ein Verhaltensrückfall, wo der eigentliche Rückfall beginnt. Erst vernachlässige ich die Trockenarbeit, dann kommt weiteres dazu. Es werden immer größere Risiken eingegangen usw.

    Im trockenen Zustand ist für mich, wenn ich meine Hausaufgabe mache, Alkoholiker zu sein, kein Problem, erst im nassen Zustand wird es wieder zu einem.

    Hallo Berta,

    willkommen zurück und danke für den Mut und die Kraft dich wieder dem Thema zu stellen. Viele, die rückfällig werden, gehen mit Getöse und melden sich dann nicht wieder. Weil sie denken, versagt zu haben. Was natürlich Quatsch ist.

    Mein Mann hat jetzt Schuldgefühle - braucht er nicht haben.

    Darf er schon haben. Lässt ihn in Zukunft besser darauf achten? ;)

    Natürlich liegt es an dem Alkoholiker selbst, was er macht. Es ist bei dem einen ein schleichender Prozess wieder zu saufen, bei dem anderen abrupt.

    Bevor du das Glas alkoholfreies Bier getrunken hast, hattest du dich noch hier oder wo anders ausgetauscht? 2018 war deine letzte Post. War das der Beginn, gedanklich wieder trinken zu können?

    Ich frage mich zur Zeit, ob für mich die bisher eingeleiteten Schritte ausreichen, oder ob ich z.B. zur Suchtberatung oder in eine Offline-SHG gehen soll um das Ganze noch weiter abzusichern.

    Wo bist du dir unsicher, dass du noch mehr Hilfe in Anspruch nehmen möchtest? . Was versprichst du dir davon?


    Ich schreibe dir mal meine Gedanken dazu auf.

    Wenn ich saufen will, dann hält mich keine weiteren Hilfsangebote davon ab. Wenn ich rückfällig werde, nutzt mit mir auch als Entschuldigung, mehrere Hilfsangebote in Anspruch genommen zu haben, nichts. Das Einzige wäre, dass ich einen sozialen Kontakt zu Mitsüchtigen brauche. Aber zum Trocken werden und bleiben habe ich alles, was ich brauche. Mich, mit dem Wissen, was Alkoholismus für mich bedeutet.

    Meine Erkenntnis alkoholkrank zu sein und es nie mehr ein "normales" Trinken für mich geben wird. Ich darf es, aber ich kann es eben nicht mehr.

    Keine Ahnung was das gestern war.

    Eine normale Reaktion.

    Alles, was ich früher gemacht hatte, war unmittelbar mit dem Saufen verbunden. Von Stress, über Freude und alle mögliche Sinneseindrücke waren immer willkommen einen zu heben. Das wirkt eben nach. Mit der Zeit wird es besser.

    Und manchmal hilft es eben nur, eigene Strategien zu entwickeln und dagegenzuhalten. Dafür haben wir den Notfallkoffer hier im Forum ins Leben gerufen.

    Saufdruck ist nur temporär und vergeht mit der Zeit. Wichtig dabei ist, sich in einem alkoholfreien Umfeld zu bewegen, da der Griff zur Flasche eventuell schneller ist als der Verstand folgen kann.

    Was befähigt Euch statt meiner zu bestimmen, was mir persönlich hilft und was nicht?

    Wer ist Euch? Dich hat ein EKA persönlich angeschrieben. Vielleicht nicht bekannt, aber hinter jedem Moderator steckt eine Suchtgeschichte.

    Es befähigt sich auch kein Moderator jemand vorzuschreiben, was ihm hilft oder was nicht. Aber es ist nun mal so, dass jahrelange Erfahrungen von dem Mod, da dauernd präsent, auch mitgeteilt werden. Ich kann es als persönlichen Angriff oder als Hilfestellung ansehen.

    Reflexion war doch auch Dein Thema.

    9Leben .

    Vielleicht noch zur Ergänzung.

    Das Forum ist damals mit der größtmöglichen Risikominimierung aufgebaut worden. Das wird auch immer wieder vordergründig zum Ausdruck gebracht. Sei es bei Alkoholiker oder bei CO. Das mag dogmatisch klingen, ist aber nichts anderes als „Bis hier her, dann wird es gefährlich“

    Wir können ja nicht in den Köpfen oder Häuser jedes Users schauen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig gewarnt.

    Wenn von Lösungen gesprochen wird, dann frage ich mich, wie soll denn die Lösung aussehen, wenn der Alkoholiker noch gar nicht bereit ist, einzusehen, dass er das Problem ist?

    Wenn der CO fleißig dabei ist und ihn trocken legen will, weil die emotionale und wirtschaftliche Gründe im Vordergrund stehen, und dabei nicht sieht, dass er CO -krank ist? Das sind doch sehr langsame und schleichende Prozesse. Was auch jedem zugestanden wird.

    Nur bis dahin müssen Kinder, was sie nicht verstehen, ertragen. Es ist doch nicht so, dass bei jedem Haushalt physische Gewalt im Spiel ist, aber was ist mit der psychischen dann? Wer als Kind es nicht erlebt hat, wer nie Alkoholiker war, wer nie CO gewesen ist, wird es verdammt schwer haben, pragmatisches Handeln zu verstehen.

    Mögliche weitere Gesprächs/Aufarbeitungsansätze für mich und meine Kinder zu finden, weil ich zumindest das Risiko minimieren möchte, dass sie schädigende Muster wiederholen.

    Kann ich nachvollziehen. Aber wenn die Liebe einschlägt, dann schaltet zeitweise auch der Verstand aus. Es ist wie bei der Sucht. Ich kann es nicht greifen, aber fühlen.

    Mir ging es darum, den sich für mich ergebenden Widerspruch zwischen im Rahmen der Selbsthilfe gemeinsam nach einer passenden, d.h. individuell abgestimmten Lösung zu suchen und andererseits der hier ebenfalls vertretenen Haltung, bei einem nassen Alkoholiker kommt nur eine Trennung zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Frage auflösen zu können.

    Kein Widerspruch. Im Rahmen der Selbsthilfe entscheidet der Hilfesuchende selbst, welche für ihn abgestimmte Lösung passt. Es wird hier nicht nur von Trennung gesprochen, es gibt auch andere Wege. Das ist aber nicht das Thema hier. Da kannst dich mal einlesen bei den CO.

    Seine Kinder unter einem saufenden Partner lassen, ist jedenfalls keine Lösung, sondern nur ein Herausschieben des Problems. Das auf Kosten der Psyche der Kinder. Dafür ist dieser Thread auch eröffnet worden. Wenn heute noch Probleme der EKA hier aus der Vergangenheit nachwirken und sie sich erinnert fühlen, wie manche CO herumeiern, kann ich jeden Frust, der hier abgelassen wird, auch verstehen.

    Was verspreche ich mir von der Reflektion?

    Das musst du für dich selbst herausfinden. Vielleicht ist die Selbsthilfe hier für dich nicht das richtige?

    Zwei Erinnerungen - vielleicht möchte das jemand kommentieren:

    Ich kommentiere es mal so.

    Alkoholiker saufen ohne Grund, sie sind eben süchtig. CO Partner hoffen meist insgeheim, dass das Saufen auch die Unlust am Partner hat. Das wäre dann schön einfach, man muss sich selbst nicht überprüfen, ob das eigene Verhalten eventuell der Auslöser für die „Bettvermeidung“ ist.

    Teil eines gesamten viel größeren Problemes ist, dessen Auswirkungen unser Leben zerstören , ist es NICHT ihr gutes Recht. Es kollidiert mit meinem größeren Recht auf ein glückliches Leben.

    Für mein Verständnis, ob nun Alkoholiker oder nicht, sie hat eben keinen Bock für das, was du dir unter Glücklich vorstellst. Und mal ehrlich, in welchem Jahrhundert leben wir das die Frau zuständig für mein glückliches Leben ist?

    Auch nach Jahren des Zusammenlebens hat jeder das Recht auf seiner Weise glücklich zu sein. Oder bist du abhängig von ihr?

    Für mich fühlt es sich besser an etwas in der Hand zu haben.

    Es ist besser etwas zu haben und es nicht zu brauchen als etwas zu brauchen und man hat es nicht.

    Aber bei der CO Erkrankung ist das anders. Das hält dich in der Spirale fest. Es geht da nur um dich. . Es geht nicht darum, dass ich irgendwie etwas beweisen muss , was klar ist. Er ist ja nicht bescheuert und weiß das nicht. Ich muss auch keine Rechensäfte ablegen, wenn ich mehrmals schon eine Chance gab.

    Schau auf dich und tu das, was dir guttut. Aber tun muss man tun.

    Einen trockenen Alkoholiker, der sich hier von einem der aktuell trinkt sagen lassen muss das er keine Ahnung hat, kann ich mir nur schwer vorstellen. Besonders in der Anfangsphase ist das bestimmt nicht ungefährlich.

    Der Alkoholiker, der hier aufschlägt und für den Austausch freigeschaltet ist, trinkt ja nicht mehr. Er ist mitten auf dem Weg, die „nassen“ Strukturen zu verlassen.

    Der Co der hier herkommt und alles für seinen Alkoholiker versucht zu richten, will ja erstmal nicht, die „nassen“ Strukturen verlassen. Er weiß ja nicht so recht, dass er da tief drinnen sitzt. Er will sich damit arrangieren und da wird dann schon mal die Kinder als Schutzschild genommen.

    Gerade die Aussage, man können den Kindern den saufenden Elternteil nicht wegnehmen, zeigt doch das genau. Zudem das Erreichte, dass materielle auch eine Rolle spielt.

    Deswegen habe ich ja auch mal diesen Thread ins Leben gerufen, damit EKA endlich zu Wort kommen können, wie sie Ihre Suchtstruktur erlebt haben. Wer kein EKA war, der wird es schwerlich verstehen können.

    Hallo 9Leben,

    nun mal eine direkte Frage an dich.

    Mir ist aufgefallen, dass du meist nach einer optimalen und richtigen Formulierung suchst. Sei es bei Alkoholiker, Co und jetzt bei EKA. Welchen Hintergrund hat das? Schreibst du eine Abhandlung über das Thema Sucht? Oder kommst du aus dem sozialpädagogischen oder psychotherapeutischen Bereich?

    Dann fragst du anklagend. Willst du da was ändern?

    Was machen eigentlich Suchtbeauftragte? Rentable Agreements mit der Alkohollobby? Wenn ich politisch etwas zu sagen hätte,

    Dann der Account 9Leben dazu, was ein prima Titel dazu wäre. :mrgreen:

    Aber wenn das alles nur deiner Selbsthilfe und dem Verstehen geht, dann habe ich es fehlinterpretiert. Nichts für ungut. :saint:

    Inwiefern haben EKAs aus ihren erlebten Familiensystemen denn die Möglichkeit, mit hier aufschlagenden Alkoholikern und Cos zusammen eine Lösung für deren Kinder in einem anderen Familiensystem zu finden? Zusammen verstehe ich dabei als individuell nach Fähigkeit und Möglichkeiten der Betroffenen abgestimmten Lösung.

    Was ist denn jetzt los, warum wird sogar in einem Thema, in dem es einfach mal um die Perspektive der Kinder gehen könnte, sofort wieder die Fähigkeit von EKAs ganz allgemein angezweifelt?

    So hatte ich das noch gar nicht gesehen. Ich werde alt :saint: Siehst du das als anzweifeln?

    Ich verstehe es eher so, dass eine gemeinsame Lösung für das Familiensystem zu finden wäre

    . Was für mich auch nicht machbar ist, da jeder EKA das Anrecht hat, sich von dem System, was ihn nicht guttut, lösen kann. Das Familiensystem hat ja kein Kind, was leiden muss, mit auf dem Schirm. Da ist der Wunsch das alles normal wird vorhanden, aber kein Anpassen müssen an der „nassen“ Familienstruktur.

    Aber muss ich mir das und so einige andere Dinge wirklich sagen lassen.

    In meiner Selbsthilfegruppen 🤔

    Aus dem Kontext gerissen, um mal etwas Allgemeines dazu zu schreiben.

    Wäre im Umkehrschluss dasselbe, was Alkoholiker EKA vorwerfen. Muss ich mir als EKA Vorwürfe anhören oder ist es ein Prozess der mich weiter bringt? Wie weit bin ich das abzuschmettern, wie sehr belastet es mich noch.

    Ich versuche es mal anders zu formulieren. Wer kein EKA ist, kann sich da auch nicht reinversetzen. Wer nicht suchtkrank ist, kann sich zwar Wissen aneignen, aber nicht reinversetzen, nicht fühlen, nicht spüren und auch den Prozess nicht erkennen, wie weit der Suchtkranke mit seiner eigenen Verarbeitung ist. Es geht eben nicht nach Schema F. Der eine steckt es innerhalb von Tagen weg, der andere knabbert ein Leben lang daran.

    EKA impliziert auch erstmal. „Kinder“. Was jedes Elternteiles, ob suchtkrank oder „nur“ Angehörige, hochschrecken lässt. Zumindest hat es mich erstmal geschüttelt. Mir kam da der Gedanke „Habe ich was in der Erziehung falsch gemacht“ Habe ich meine Kinder etwas ausgesetzt was ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Hatte ich etwas ausgeblendet, weil ich es nicht sehen wollte oder extra ausgeblendet, weil ich es gesehen habe.

    Nur sind es hier keine Kinder mehr , die hier aufschlagen, sondern Menschen, die etwas erlebt haben, was auf sie vehement belastet. Wer in einem EKA Haushalt aufgewachsen ist, hat doch ein reales Bild davon, trägt das Erlebte in sich.

    Freut mich, das der Thread Fahrt aufnimmt.