Die ersten Tage

  • Guten Morgen Koko!

    11 Jahre sind in der Tat eine sehr lange Wegstrecke.

    Zitat

    kann ich auch alleine gluecklich sein?

    Hierbei kommt es ja darauf an,wie Du für dich Glück empfindest.

    Natürlich ist es tausendmal schöner nach Hause zu kommen,und dort einen Partner zu haben,mit dem man alles teilen kann,sich anlehnen,sich fallenlassen,einfach nur wohlfühlen,halt die"ganz normalen"Dinge in einer gut funktionierenden Partnerschaft.

    Ich sag da ja immer,da kannst Du mir ne Million € geben,oder eine Partnerin mit der ich alles teilen kann,kannste die Million behalten und von mir aus noch 3 drauflegen,ich würde mich immer wieder für das zweitgenannte entscheiden,weil es eben mit Geld nicht aufzuwiegen ist!

    Ich lebe ja nun erst seit einem Jahr alleine,und trotz allem,sehne ich mich nach all diesen von Dir beschriebenen Dingen,welches auch so denke ich,ganz normale menschliche Bedürfnisse sind,nur kann man/frau nichts erzwingen,es wäre auch der falsche Weg!

    Aber ich setze mich da auch nicht unter Druck,wenn es kommt dann iss jut,und wenn nicht,dann auch erst einmal.Aber ich kann dich da sehr gut verstehen,und ich denke viele andere hier auch.

    Wie ist denn dein Zugehen auf andere Menschen,welche Freizeitaktivitäten unternimmst Du,und hast Du dabei zwischenmenschlichen Kontakt?

    Lieben Gruß,Andi

  • guten morgen koko...

    als ich deinen post las erinnerte ich mich daran "mal etwas gelesen zu haben" was DIR eventuell bei deinen überlegungen "helfen"könnte..

    ich verbringe mehr zeit mit mir selbst,als mit jemand anderem.wäre es nicht sinnvoll,einige energie dafür aufzubringen,um diese beziehung so erfüllt wie möglich zu gestalten?kein anderer mensch kann verhindern,daß ich micheinsam fühle,aber meine innere leere kann ausgefüllt werden.ich kann lernen die gesellschaft mit mir selbst immer mehr zu schätzen.
    viele die von der krankheit alkoholismus betroffen sind,haben unter anderem die illusionen,daß nur ein anderer mensch,gewöhnlich der alkoholiker,diese leere stelle in uns ausfüllen kann.wenn er nur aufmerksamer wäre,wenn er nur trocken würde,wenn sie jetzt nur bei mir wären,wäre ich nicht einsam.viele von uns fühlen sich aber auch einsam,wenn all diese bedingungen erfüllt werden.
    wenn ich heute allein bin,mache ich mir bewusst,das ich in guter gesellschaft bin.wenn ich nicht länger erwarte,daß alle meine bedürfnisse von anderen erfüllt werden,tun sich mir neue und aufregende wege auf,die freundschaft mit mir selbst zu geniessen.wenn ich doch mal einsam bin,bekomme ich trost und unterstützung durch meinen "glauben",der mich nie verlässt.

    heute will ich einige zeit damit verbringen,die innigste menschliche beziehung,die ich jehaben werde,zu erforschen-die beziehung zu mir selbst.

    "was für eine überraschung ist es,wenn man entdeckt,daß alleinsein NICHT einsamsein bedeuten muß."

    liebe grüsse caro

    p.s.ich hoffe diese worte können dir genauso "antwort"geben...wie sie es mir geben

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Hi ,

    zunaechst danke fuer eure schnellen Antworten. Da ich heut nicht zur Arbeit muss, muss ich nicht erst bis zum Abend warten.
    Klar hab ich meine Plaene fuer heute, ein bisschen was hab ich ja schon gelernt :) , aber die sind heut zeitlich flexibel.

    Tja ihr habt schon recht und es tauchen immer wieder dieselben zentralen Themen auf, ich muss mich selbst zum Mittelpunkt meines Lebens machen (eigentlich ganz logisch, wer soll mein Leben sonst leben, aber wir Suechtigen haben haeufig ein Problem damit. Wir lassen es zu, dass sich andere in "unseren" Lebensmittelpunkt stellen.)

    Ich bin auch nicht mehr am Anfang, wie bereits geschrieben, versuch ich schon, im Rahmen meiner Moeglichkeiten, mein Leben zu gestalten. Ich suche auch nicht mehr krampfhaft nach einer Partnerschaft und trotzdem manchmal, je nach meiner psychischen Verfassung, vermisse ich was, mal mehr, mal weniger.

    Ja, was ist fuer mich Glueck? Einfache Frage, doch schwer zu beantworten, wirklich sehr schwer... ich denke in den seltensten Faellen ist es der Zufall (Lottogewinn, bei einem Unfall nicht viel passiert ihr wisst was ich meine?), viel eher denke ich, dass man es sich erarbeiten muss. Untaetig sein, passiv sein, darauf warten bringt nichts, ich muss etwas dafuer tun. Natuerlich koennen mir viele schlimme Sachen passieren, aber ich kann darin versinken oder ich kann versuchen, das Beste daraus zu machen. Ich habe Einfluss auf das Glueck, wenn ich will..."jeder ist seines Glueckes Schmied"
    meine Kinder sind fuer mich Glueck,
    und Glueck oder gluecklichsein ist auch die Faehigkeit sich an den "kleinigkeiten" des alltaeglichen Lebens erfreuen zu koennen..
    Seht ihr theoretisch ist mein Fall nicht so hoffnungslos, hab meine Vorstellungen, wie es sein sollte, koennte. Aber es ist (noch?) nicht so :(

    Meine Freizeitgestaltung, hm... daran arbeite ich intensiver, seit ich nichts mehr trinke. Davor war es mehr oder weniger, k.o. von der Arbeit nach Hause, Flasche Wein oder ein Bier auf, das noetigste (Haushalt) erledigen, Fernsehen. Wenn ich gut war, am WE auch mal ein Spaziergang. Mein Bekanntenkreis ist klein, da ich hier bei null angefangen habe, wenn sind es Arbeitskollegen, die sehr verstreut, in anderen Orten wohnen.
    Begonnene Veraenderungen: ein wenig Sport (allein)
    lesen (allein)
    Englischkurs ( Gruppe )
    Gartenarbeit (allein)
    dazu kommen sollen nach meinem Besuch in Dtl. (naechste Wo)
    schwimmen gehen ( nicht allein)
    Shg (gruppe)
    oh vergessen hab ich das Forum, gehoert ja auch zu meiner Freizeitgestaltung (nicht allein)

    Probleme, auf Menschen zuzugehen hab ich weniger.Vielleicht, am Anfang, war mal sehr schwierig fuer mich, weil ich sehr schuechtern bin / war.
    Ich denke, an der Arbeit bin ich akzeptiert. (beliebt??) Dort bin ich aber auch ganz anders,immer freundlich, hilfsbereit, lustig, albern... und ich weiss nicht mal, ob es eine Maske ist, damit keiner merkt, wie es in mir aussieht oder ob es mein anderes ich ist, ich muss mich nicht wirklich verstellen, es ist nicht falsch, wie ich mich dort gebe.

    Ich glaube, ich hab noch ein Problem, mich kurz zu fassen :(
    Da will soviel raus aus meinem Kopf und ich hab nun endlich jemanden gefunden, wo ich es loswerden kann :D

    Also nicht boese sein
    Liebe Gruesse Koko

  • Wieso kurz fassen? Ist doch schön, dass Du mir Worten umgehen kannst und Dich artikulieren kannst. Eine Fähigkeit, über die manche Menschen, die ich kenne froh wären.

    Hm, eines gab mir zu denken "wir Süchtigen lassen es zu, dass sich andere in den Lebensmittelpunkt stellen". Ich hatte bei meinem Ex keinesfalls den Eindruck in seinem Lebensmittelpunkt zu stehen. Erst kam der Alk, dann die Autos, dann die Kumpels und dann mal ein Blumensträußchen für mich um mich für den Abend "einzustimmen". Ich denke, wenn dem so bei manchen ist, quasi fremdbestimmte Mittelpunkte "reingedrückt" zu bekommen, so ist der erste Weg diesen Mittelpunkt ichbezogen zu ändern. Das dauert seine Zeit Koko. Die Wege in Sucht und Abhängigkeit waren ja nicht nur ein paar Tage.

    Schau, Dein Leben hat ja schon eine Struktur, die kannst Du je nach den Schritten, die Du für dich gehen durftest ausbauen. Es kommt immer etwas dazu, wenn Du willst. Ich sehe es am eigenen Beispiel. Manchmal geht es mir fast zu schnell, und anderes wieder zu langsam. Aber Koko, in einem Fall liegen wir immer richtig : wenn wir bei uns bleiben.

    Glück erarbeiten - das habe ich mein Leben lang und mir persönlich selber die Zähne ausgebissen. Ich spüre mein Glück oder glückseelige Momente (das muss aber nicht für andere gelten) erst seit ich losgelassen habe. Seit ich keine Erwartungen mehr für mein Leben hochschraube und das annehme was kommt, mit diesen Dingen versuche ich mich zu arrangieren.

    Loslassen bedeutet, meiner Meinung nach, nicht nur den Partner loslassen sondern auch Anforderungen an sich selber oder das Umfeld. Sich freuen über die kleinen Dinge, die schön laufen, aber nicht enttäuscht sein, wenn es anders ist. Ohne Erwartungen in den Tag starten und sich abends besinnen was schön war.

    Ich arbeite auf meine Ziele zu, keine Frage - kommt aber etwas anders als ich dachte, nun gut, dann ist das eben so.

    Viel Glück wünscht Dir auf Deinem Weg
    Dagmar

  • Hi Dagmar,

    mit Deinem Einwand hast Du recht. Wenn ich mich korrigiere und sage, wir Suechtigen lassen es zu, dass etwas anderes in unserem Lebensmittelpunkt steht, etwas was uns nicht gut tut, unser Leben bestimmt, drueckt es vielleicht besser aus, was ich meine.

    Bei Deiner Schilderung viel mir dieser Spruch ein, mit den drei Dingen, die wichtig sind im Leben ein

    ...aendere, was Du aendern kannst,
    ...nimm an, was Du nicht aendern kannst
    ...und lerne zwischen beidem zu unterscheiden

    Krieg ich nicht mehr original zusammen, aber sinngemaess ist er so.
    Also dann lass uns weiter daran arbeiten :)

    Auch ich wuensche Dir (uns) Glueck auf diesem Weg
    LG Koko

  • Hi alle zusammen,

    da ich nicht genau weiss, ob ich es morgen noch schaffe, mich zu melden, tu ich das heute.
    Vermutlich werdet ihr die naechsten Tage nichts von mir hoeren, weil ich 10 Tage Urlaub habe. Donnerstag frueh gehts los.
    Soweit laeuft alles wie gehabt, heut ist mein 15.Tag "ohne". Allerdings macht mir die Bulimie nach wie vor zu schaffen. Es ist im Rahmen, aber es ist da.( Dabei bin ich mir gar nicht so schluessig, ob es schlimmer, als mit dem Alkohol ist oder nicht, weil ich es jetzt bewusster erlebe. Selbst, wenn ihr keine Ahnung von Bulimie habt, vielleicht kennt der/die eine oder andere die Essanfaelle spaet abends, wenn man viel getrunken hat. Ist zwar nicht dasselbe, weil es bei mir eine Sucht ist, aber so vielleicht fuer euch ein bisschen verstaendlicher.)
    Dachte eigentlich bis vorhin, dass es mir gut geht, der Tag war soweit o.k.
    Aber vorhin, als ich begonnen habe, im Forum zu stoebern, hab ich geheult???? Keine Ahnung, warum, wieso?

    Also uebermorgen gehts nach Deutschland. Freu mich wahnsinnig auf meine Kinder, so lange waren wir noch nie getrennt. Meinen Sohn hab ich Neujahr das letzte Mal gesehen und meine Tochter im Maerz, sie hatte mich fuer eine Woche hier in England besucht.
    Alles andere macht mir Angst.
    Meine Eltern zu sehen, besonders meine Mutter. Weiss nicht , was mich erwartet. Ihr ging es damals (vor einem halben Jahr schon schlecht). Den Schilderungen meiner Kinder zufolge, ging es ihr da noch gut. Sie war da schon rappelduerr, soll aber noch weiter abgenommen haben, ausserdem kann sie wohl gar nichts mehr ausser im Bett liegen.Einerseits tut mir das wahnsinnig leid, andererseits sage ich mir, sie hat es so gewollt.Sie hat sich fuer diesen Weg entschieden, Selbstmord auf Raten, ich kann ihr nicht helfen...klingt jetzt wohl sehr boese

    Dann habe ich auch Angst oder ich bin ratlos, was die Parties betrifft. Das eine ist ein Betriebsfest meiner alten Firma, sie haben mich eingeladen. Das andere ist eine Jahrfeier unseres Dorfes, Moeglichkeit meine alte Schulklasse zu sehen, das letzte Mal war vor 5 Jahren.
    Das 3. und fuer mich schwierigste ist "die Party" meines Bikerclubs dieses Jahr. Das heisst, ne Menge Arbeit, Vorbereitungen, Essen, Trinken verkaufen...jede Hand wird gebraucht...aber natuerlich kann man auch feiern, wenn man keinen Dienst hat.
    (Vermutlich werdet ihr mir sagen, nicht hinzugehen. Ich bin ehrlich, es wuerde mir sehr schwer fallen.Wahrscheinlich, dass es das einzige Mal dieses Jahr ist, dass ich in Dtl. bin .Von daher waere es praktisch, bei den Parties koennte ich viele auf einmal sehen, will nicht jeden besuchen, sondern die meiste Zeit meinen Kindern widmen)

    Ach ich weiss auch nicht (oder ich weiss doch, will aber niemand enttaeuschen)

    So, nun aber Schluss. Werd auf jeden Fall morgen nochmal reingucken. Von Deutschland kann ich mich nicht melden, da ich dort kein Internet habe.
    Muss noch Koffer packen.
    noch einen schoenen Abend
    Koko

  • Hallo Koko,

    erstmal noch ein herzliches Hallo von mir hier ;o)

    Hab gerade Deinen letzten Beitrag gelesen... und jaaaa... Du hast es schon richtig erkannt - es ist nicht wirklich gut, daß Du auf diese diversen Parties gehst. Und ich glaube Dir auf´s Wort, daß es Dir sicherlich schwer fallen wird, dadrauf zu verzichten.

    Aber Du darfst nicht vergessen, daß unsere Krankheit eine sehr gefährliche Krankheit ist, die auf kurz oder lang tödlich enden wird. Letztes Jahr sind mein zuerst meine Tante und kurz drauf auch mein Onkel an den Folgen jahrelangen Alkoholmissbrauchs gestorben. Ironischerweise habe ich zwei Tage vor dem Tod meiner Tante beschlossen, nun endlich den für mich richtigen Weg zu gehen. Und dann das... für mich ein echter Augenöffner gewesen, das kann ich Dir sagen.

    Zitat

    Von daher waere es praktisch, bei den Parties koennte ich viele auf einmal sehen, will nicht jeden besuchen,

    Praktisch? Eher sehr leichtsinning... Du stehst doch noch so dermassen am Anfang Deiner zarten Nüchternheit. Was hältst denn davon, Dir eher ein paar Deiner Lieblingsbekannten rauszupicken und zum Kaffeetrinken erscheinst?

    Weißt Du, ich bin auch in meiner ersten nüchternen Woche zu einer Grillparty gegangen, sehr euphorisch, denn "ICH" bin ja "stark"...
    Aber Alkoholismus hat nix mit Stärke und Willen zu tun... mittlerweile hab ich kapiert, welchem Leichtsinn ich mich damals ausgesetzt habe. Heute - über ein Jahr später - wäge ich genau ab... und hab ich nur den Anflug eines schlechten Gefühls, dann hat sich die Sache für mich eben erledigt. Da "verzichte" ich dann auch als solches nicht, denn - ich habe mich für´s Leben entschieden... und ich lebe ja soooooo gerne :wink: !!!

    Übrigens, ich kenn mich zwar nicht unbedingt mit Bulimie aus, aber ich war perfekt darin, meine Probleme zu schlucken - sprich Alkohol und das große Fressen, gerade abends...mich hat der Alkohol auch noch hungrig gemacht. Auch dieses Problem konnte ich nach Beendigung meines Verhältnisses mit dem Alkohol dann endlich angehen. Ich denke also, bzw. hab bei mir gemerkt, daß der Alkohol meine anderen Probleme eher noch verstärkt hatte...

    Ich wünsche Dir einen superschönen Aufenthalt hier in Deutschland, aber bitte überlege, was Dir wichtiger ist - Diverse Parties oder Dein Leben :roll: !!!


    Mit lieben Grüßen


    Claudia

  • Hallo Koko,

    hast Du eigentlich schon einen Notfallkoffer ? Leider habe ich gerade keine Zeit, mir Deinen Thread vorn vorne durchzulesen, da ich meine "lieben Kleinen" noch ins Bett bringen muss. Also: Falls Du schon einen hast, dann prüfe doch vor Deinem Urlaub, ob alles drin ist. Falls nicht: Nimm Dir bitte einen mit !

    Grob gesagt, geht es um einen Koffer, in den Du Dinge packen kannst, die Dir in einer Notsituation helfen können trocken zu bleiben. Ich kann´s leider nicht so genau beschreiben, da kann bestimmt noch ein anderer hier nachhelfen.

    In meinem Koffer ist übrigens vor allem ein Spiegel und Fotos meiner Kinder. Weiter bin ich noch nicht gekommen, aber es wird bestimmt noch mehr dazu kommen.

    Ganz liebe Grüße und einen schönen, trockenen Urlaub für Dich !
    Biene

  • Servus Koko,

    wenn mich mein mathematisch absolut untaugliches Gehirn nicht trügt, dann sind die zehn Tage doch nun mittlerweile rum?!

    Wo bist Du denn?

    Ich bin doch schon neugierig, wie Dein Urlaub war, und wie es Dir geht!!! :wink:


    Meld Dich doch


    Liebe Grüße

    Claudia

  • Bin wieder da,

    seit letzter Nacht bin ich zurueck in England, die 10 Tage sind rum. Der Urlaub war schoen und anstrengend aber.... ich hatte einen Rueckfall.

    Faellt mir schwer, das hier zu schreiben, sitze bestimmt schon eine halbe Stunde vor der Tastatur und weiss nicht, wie ich anfangen soll.
    Tut mir leid, euch enttaescht zu haben.
    Nun ich gebe zu, ganz tief in mir drin, war klar, dass ich diesen Rueckfall haben werde (wollte???)

    Aber zu dem Bikertreffen musste ich einfach, der Hauptgrund war ja nicht zum feiern, sondern zum arbeiten. So ein Treffen bedeutet fuer die Veranstalter (der Club) eine Woche Arbeit, deswegen hatte ich diesen Zeitpunkt gewaehlt.Ich habe mich auch gegenueber sonst zurueckgehalten, aber das aendert nichts an der Tatsache.

    Aus Angst vor eurer berechtigten Kritik wollte ich erst gar nicht schreiben.Aber ich kenne mich auch, desto laenger ich zoegere , umso laenger halte ich mir die Option offen trinken zu koennen.
    Also starte ich wieder bei Tag 1 heute.
    Das stand uebrigens genauso fest, dass ich trotzdem weitermache, bzw. wieder anfange.
    Ich weiss nicht , wie ich es erklaeren soll und ob das jemand versteht, aber es war, wie ich es geschildert habe.

    Hab mich ja gefreut, dass ihr an mich gedacht habt, deswegen sollt ihr auch eine Antwort bekommen, wenn es auch nicht die ist, die ihr hoeren wolltet.

    Liebe Gruesse Koko

  • Hallo Koko,
    schön, dass Du wieder da bist und dass Du trotz Rückfall hier weiter schreibst !!!

    Magst Du erzählen, was genau passiert ist ? Hast du Dich vielleicht nicht getraut zu sagen, dass Du nicht mehr trinkst ? Woran lag es sonst ?
    Warst Du auch auf den anderen Parties ?

    Oh je, ganz schön viele Fragen auf einmal. :oops::oops::oops: Keine Hetze :lol:

    Liebe Grüße
    Biene

  • Hallo Koko,
    in jedem Rückfall liegt immer die Chance zu einem Neubeginn. Du bist
    nicht die erste der das passiert ist und auch nicht die letzte. Wichtig ist
    das Du jetzt bei Dir bleibst und nicht weiter trinkst.

    Du brauchst Dich nicht zu schämen, wir sind hier
    nicht im Mädchenkloster sondern in einem Alkoholiker-Forum, in dem Du
    Menschen findest mit denen Du über Deine Probleme reden kannst.

    Wie kam es zu Deinem Rückfall?
    Das geht ja meist nicht, -wie Du selber schon erkannt hast-
    von gleich auf jetzt.
    Was ging in Dir vor?

    LG
    Paolo

    Als ich auf einer Kaufhaus-Kundentoilette in meiner eigenen Kotze aufwachte, hätte ich aufhören müssen zu saufen.
    Da war ich gerade mal 20 Jahre alt.
    Es sollten aber noch 30 Jahre vergehen!

  • Hallo Biene, hallo Paolo,

    tja, wie kam es zum Rueckfall?
    Zunaechst, ich war auch auf den anderen Parties. Ich weiss, was ihr jetzt denkt...Wie kann man das nur machen, besonders wenn man gerade erst 3 Wochen nicht getrunken hat. Also die 700 Jahrfeier meines Geburtsorts war wirklich sehr schoen, habe da auch nichts getrunken und festgestellt, dass ich auch ohne Alkohol lustig sein kann, aber es war schwer immer nein zu sagen, mir ist genuegend angeboten worden.
    Die Betriebsfeier war nachmittags, war soweit auch o.k., habe ein kleines Radler getrunken, was mir jemand mitgebracht hat.
    Naja beim Bikertreffen war dann der eigentliche Rueckfall, mit dem ich aber irgendwie schon gerechnet hatte. Die ersten Tage, Vorbereitungen, war ich halt nur zum arbeiten da(Zelt aufbauen, einraeumen, Tische aufstellen...) abends, wenn die anderen dablieben, bin ich heim. Als das Treffen dann war, hatte ich natuerlich auch Dienste, die bis 2, 3 Uhr nachts gingen ja und danach hab ich eben dann auch Bowle oder Bier getrunken. Und nach dem ersten Abend war damit auch die Hemmschwelle ueberwunden, die mich bis dahin abgehalten hatte. Es war nicht so wie sonst die Jahre, nicht so viel und nicht so durcheinander. Habe versucht, es etwas zu kontrollieren, oefter mal ein Wasser dazwischen, aber ich habe auch gespuert, dass ich ganz schnell wieder zum taeglichen Alkoholkonsum zuruckkaeme, wenn ich jetzt nicht konsequent wieder von vorn anfange.
    Es ist so schwer jeden Tag aufs neue, nichts zu trinken und so einfach wieder reinzukommen.
    Und ich kann nicht mal sagen, dass mich diese Erkenntnis ueberrascht hat und ich keine Ahnung hatte, nix mit Ausreden, ich hab es gewusst...umso schlimmer.
    Es ist mir zwar schwergefallen, es anzusprechen, aber ich habe schon bei einigen gesagt, dass ich befuerchte Alkoholiker zu sein und nicht so werden wolle, wie meine Mutter. Sehr haeufig bekam ich die Reaktion, dass es bei mir ja wohl nicht so schlimm ist und ich es nicht vergleichen koenne. Aber ich weiss, dass es so ist und wenn ich so weitermache ich genauso an den Punkt komm, wie meine Mutter. Andererseits wissen sie auch nicht, was ich so allein jeden Abend getrunken habe.
    Meiner Mutter geht es uebrigens ein wenig besser, sie kann ein paar Schritte laufen, isst wieder und hat zugenommen (wiegt jetzt 4kg mehr, erstaunliche 37 kg)
    Naja, besser kann man es kaum vor Augen gehalten bekommen, wo der Alkohol hinfuehrt.

    Ja so war das, hab eine Gratwanderung gemacht und bestaetigt bekommen, dass es nicht geht.und hab die Erfahrung gemacht, dass es mir wahnsinnig schwerfaellt, zu sagen, dass ich Alkoholiker bin. irgendwie hab ich es doch eher abgeschwaecht...befuerchte, dass ich einer werde oder hab Angst, so zu werden, wie meine Mutter...ich trinke zu viel

    Es wird schon wieder viel zu viel, aber ich muss mich damit auseinandersetzen, damit dieses Thema wieder vordergruendig in meinem Denken ist. Die letzten Tage hab ich es halt einfach verdraengt.

    LG Koko

  • Hallo koko,

    Rückfall gehört leider zu unserer Krankheit dazu und wir Alkoholiker müssen daraus lernen, wie unser" Fehlverhalten" sich in der Zukunft durch Risikominimierung vermeiden lässt.

    Was möchtest du nun anders machen?

    Ist es der erste Tag zu eine neuerlichen Trinkpause oder möchtest du abstinent leben lernen?
    Wenn du es nun ernsthaft und für dich tun möchtest ,auch keine weiteren Runden drehen willst , empfehle ich dir mal akribisch den Grundbausteinen zu folgen.

    Da hast du eine reelle Chance!

    Diese habe ich nach jahrelangen Trinkpausen ohne wenn und aber angenommen und bin nun nach seit fast 30 Jahren Saufens , 14 Monate trocken.

    Pack es an und wenn du es für dich willst, findest du auch keine Gründe dagegen :wink:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…echternheit.php

    ich wünsche dir das du es auch so siehst.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

    Einmal editiert, zuletzt von Hartmut (17. Juli 2008 um 01:43)

  • hallo koko,

    sch...ade.

    aber rückfall hin und her, mist ist, dass du eigentlich schon vorher gewusst hast, was passiert, dass du trinken wirst und willst. bei mir haben sich die rückfälle sicher auch über eine zeit aufgebaut, aber ich hab die zeichen nicht erkannt, obwohl ich durch die therapien strategien gelernt habe (vergessen? nicht mehr ernst und aktuell behandelt?nicht genug verinnerlicht?). aber du scheinst das risiko "vorsätzlich" eingegangen zu sein. und da kommt nun die frage auf, inwieweit du dich mit dieser krankheit echt identifizierst. aber ich rechne es dir hoch an, dass du dich doch entschlossen hast, darüber zu erzählen. ich weiß, wieviel überwindung das kosten kann. WIR SIND KRANK. da gibt es auch so einen spruch, den ich mir aus der langzeit gemerkt habe. ungefähr so: es ist keine schande, alkoholiker zu sein. nur, nix dagegen zu tun. - in diesem sinne, TU WAS!

    lg katrin

  • Guten Morgen, hallo Hartmut, hallo Katrin,

    danke fuer eure Antworten und euer Verstaendnis.Es ist schon schwer fuer mich gewesen, hier wieder reinzuschreiben, mich wieder zu melden, um zu sagen, dass ich einen Rueckfall hatte. Wer gibt schon gerne Fehler zu.
    Andererseits will ich ja weitermachen und einer der Grundbausteine ist Ehrlichkeit.
    Ein Problem fuer mich ist, dass ich nicht mit Widerwillen an Alkohol denke, er ist von daher noch immer eine grosse Gefahr fuer mich, also noch immer Verzicht. Anbdererseits hat mir die Zeit ohne Alkohol gut getan und ich will dorthin zurueck. Was mich abschreckt, ist die Sucht, die dahinter steckt, das nicht aufhoeren koennen, die morgendliche Angst, jemand koenne etwas bemerken und natuerlich die Folgen...wenn ich meine Mutter sehe, weiss ich eines genau, ich habe noch mehr im Leben vor, als irgendwann als menschliches Wrack vor mich hin zu vegetieren.

    In diesem Sinne einen schoenen Tag
    Koko

  • Hallo Koko,
    du hast den Mutt geahabt, hier wieder zu schreiben, das ist viel, den bringen viele nicht auf.
    Mach weiter, du kannst wieder da anknüpfen, einiges weißt du ja nun über dich und unsere Krankeit.
    LG
    Jürgen

  • Hallo,

    danke fuer die ermutigenden Worte, Zuspruch tut gut, da es manchmal sehr kraeftezehrend immer und immer wieder von vorn anzufangen.

    @ Karsten
    habe ueber Deine Worte nachgedacht. Natuerlich waere es zu einfach, wenn man sich von etwas nur die "guten" Seiten (in dem Zusammenhang das falsche Wort, hoffe, ihr wisst, was ich sagen will) heraussuchen koennte und das Schlechte nicht haben will. Funktioniert natuerlich nicht, da man alles im Zusammenhang sehen muss.
    Tja , was will ich?
    Ich versuch es mal zu erklaeren. Ich moechte meine Suechte loswerden. Aber fuer mich spielen da auch andere eine Rolle. Ich weiss nicht, ob ihr das nachvollziehen koennt, aber fuer mich ist z.B. meine Essstoerung genauso belastend und zerstoerend, wie der Alkohol.
    Ich will versuchen herauszufinden, was die Ursachen dafuer sind, dass ich so anfaellig fuer Suechte bin. Wo liegen die Ursachen, womit hat es angefangen? Warum stille ich meinen "Hunger", meine Sehnsuechte mit einer Sucht? Warum trinke oder esse ich was, wenn ich einsam, ueberfordert, traurig, enttaeuscht bin? Warum fluechte ich in die Sucht?
    Aber ich kann mir vorstellen, dass ich bei meiner Suche nach Antworten weit zurueck muss, vielleicht bis in die Kindheit, da meine Essstoerung mit 13, 14 Jahren begann.
    Ich weiss noch nicht recht, wie ich es anstellen soll, vielleicht waere es dafuer besser in den geschuetzten Bereich zu gehen. Es gibt Sachen , bei denen ich nicht moechte, dass sie jeder lesen kann.
    Wie funktioniert das eigentlich mit dem Tagebuch? Schreibt ihr da die aktuellen Sachen rein oder befasst ihr euch mit der Vergangenheit? Ist es mehr als Aufarbeitung fuer einen selbst gedacht oder als Dialog mit anderen Teilnehmern?

    LG Koko

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