Wann schaffe ich endlich den Absprung?

  • Warum springt er mit seinen Meinungen hin und her?? Vorhin am Telefon meinte er, eine Trennung auf Zeit würde er doch nicht wollen. Zu groß die Angst mich zu verlieren. Er zerrt ganz schön an meinen Nerven, konnte mich heute bei der Arbeit kaum konzentrieren. Das Schlimme ist ja, dass ich mich auf seine Aussagen gar nicht mehr verlassen kann. Was heute zählt das ist morgen völlig überholt. Sich auf Absprachen verlassen - genauso. Hinzu kommt, dass er weniger Respekt hat, da kann es schon mal sein, dass er sagt: frag doch nicht so blöd. Gehört diese Wesensänderung auch zu seinem "Freund" Alkohol?

  • Guten Abend Blumenwiese!

    Ja, das alles gehört dazu! Gestern war ich das kalte Miststück, heute seine große Liebe und morgen.......???????
    Immer so wie sie es brsuchen. Ist es der Sündenbock, die böse Welt dann bist du es. Haben sie "gute" Tage dann bist du die Traumfrau.
    Dieses Auf und Ab zerrt sehr an einem! Überlege dir genau ob du ihn einfach so wieder aufnehmen willst. In ein paar Tagen kann er wieder anders sein. Das ist leider so. Manchmal wechselt die Stimmung stündlich, je nach Pegelstand.

    Liebe Grüsse Clärchen

    Das Leben muss nicht immer perfekt sein, um wundervoll zu sein❤️

  • Hallo Blumenwiese,

    spielt es eine Rolle,warum er sich so benimmt??

    Du bist seine Marionette und machst das brav mit.
    Wieso sollte er damit aufhören?

    Wenn du das nicht mehr so möchtest,musst DU Konsequenzen ziehen.

    Gruß
    Susanne

  • Ja, eigentlich spielt es keine Rolle, warum er so ist. Warum will ich immer eine Begründung? Geht es mir besser wenn ich weiß, dass es vom Alkohol kommt? Nein, sicher nicht. Er hat noch einen "draufgesetzt", möchte am Wochenende mit mir wegfahren, mit mir alleine sein. Ich braves Schaf habe zugestimmt, mich aber innerlich gefragt, ob ich das eigentlich möchte. Einerseits ja, möchte immer wieder neu testen, wie er sich verhält. So nach dem Motto: wenn er sich jetzt am Wochenende nicht so und so verhält dann gehe ich. Dieses habe ich schon öfter für mich gedacht: wenn ich das und das herausbekomme, dass er da wieder gelogen hat, dann gehe ich. Und? Bin ich gegangen? NEIN! Ich stecke immer noch in diesem Käfig aber ich merke, dass ich immer unwilliger werde, das alles mitzumachen.

    Seine Launen. Stimmt, mal bin ich die Frau, die er heiraten will und dann wieder die, der er nicht vertraut. So wie jetzt eben: gestern Abend Auszeit, heute Vormittag wusste er selbst noch nicht, wie das genau aussehen soll, heute Nachmittag dann will er keine Auszeit mehr. Man muss schon ganz schön blöd sein, um das alles mitzumachen, oder? Stimmt, ich bin seine Marionette. Das fühlt sich nicht gut an.

  • Liebe Blumenwiese,
    ich empfehle Dir mal hier in sehr vielen threads zu lesen. Dann wirst Du sehen, dass alles was Du schreibst zu dem Erscheinungsbild 'Alkoholkrankheit' gehört. Und mir scheint, dass Du das erstmal akzeptieren mußt. Dein Mann ist krank. Es geht nicht ( mehr) einfach nur nach seinem Willen, dass er trinkt. Und Du kannst da nichts ausrichten. Ganz im Gegenteil. Je mehr du rumnörgelst und kritisierst desto mehr wird er sich von dir distanzieren. Er kann ja im Moment nicht anders- er hat seinen Tiefpunkt nicht erreicht. Und Du versuchst ihn quasi zu 'überreden'. Jeder Süchtige weiß, das er süchtig ist und wie ungesund die Suchtmittel sind etc. Das Aufhören können ist das Problem. Und das kannst Du ihm nicht abnehmen. Wenn Du statt dessen anfängst Dein eigenes Leben zu leben und dich von ihm und seine Launen unabhängig machst erreichst du serh viel mehr. erstens gehts dir dann besser, zweitens stehst du ihm nicht mehr als Coabhängige zur verfügung, die ihm noch den rücken deckt.
    Er wird mehr auf sich gestellt sein und vielleicht bringt ihn das wieder auf die Bahn. Er muß quasi von seinem Alltag total überfordert sein und dies auch merken und fühlen, vielleicht noch in Kombination mit anderen Folgekrankheiten des Alkoholismus. Bis dieser Zustand eintritt dauert meist Jahre. Du mußt dir bewußt sein, dass die Beziehung nie mehr so wird wie früher, er ist ein anderer Mensch geworden. Alkohol verändert den Menschen.
    Fange an, Dein Lebne zu leben. Wenn du es jetzt nicht schaffst dich zu trennen dann machs in kleinen Schritten, dich zu distanzieren. Das tut euch beiden gut. Du bist ja auch abhängig und auch bei dir wirds erst klappen wenn du so weit bist. aber bedenke: Du bist ihm schon einen schritt voraus. Du hast dich hier im forum angemeldet. warum? Weil du es bist , die ihre situation ändern möchte, die ihren zustand so nicht mehr erträgt. Nicht er!
    Man kann nicht und man hat auch nciht das recht dazu einen anderen Menschen dazu zu zwingen keinen Alkohol mher zu trinken, weniger zu essen, aufhören zu rauchen, mehr sport zu treiben etc. Auch wenn e s gut gemeint ist- es klappt nie.
    Der wille muß immer von der Person selber kommen und dann kann man unterstützend wirken.
    Du könntest dir beispielsweise ne eigene wohnung nehmen und ihn nur dann sehen wenn er nüchtern ist. dann uß er alles selber machenund hat seine zeit zum trinken ohne dich zu belästigen. Auch sein entzugserscheinungen mit schlechter laune brauchst du dir nicht antun. das zählen der flaschen kannst duauch aufhören. egal wie viele- er ist abhängig. also lass es sein.

  • Hallo Frozen Tears,

    in punkto Alkohol nörgel und kritisiere ich nicht mehr. Aber doch in anderen Bereichen der Beziehung, die nicht so laufen wie ich es mir vorstelle. Das stimmt, ich kann mich da nicht zurückhalten obwohl ich es mir schon oft vorgenommen habe nichts mehr zu sagen. Weil es ja auch nichts bringt.

    Wir waren also am Samstag weg, haben zusammen was erlebt (denn das gemeinsame Erlebnisse fehlen habe ich ihm so oft vorgeworfen). Er hat dort ein Bier getrunken, musste ja noch zurück fahren. Aber kurz bevor wir zuhause waren wurde an die Tankstelle gefahren, um Bier zu kaufen. Das hat er dann nachts getrunken, kam dann am frühen Morgen ins Bett. Sonntag, oh Wunder, nichts getrunken. Oh je, in dem Moment merke ich mal wieder, wie Co ich bin! Ich weiß, es bringt gar nichts Flaschen zu zählen. Aber ich registriere es trotzdem. Und ich war dann so genervt vom Wochenende, von seinem Verhalten mir gegenüber (es gab mal wieder Vorwürfe, was ich alles nicht richtig gemacht hab), dass ich so fest entschlossen war, dieses alles nicht mehr ertragen zu wollen.

    Dann vorhin am Telefon: "ich brauch Dich" sagte er. Da war er wieder: der Co-Knopf. Das hab ich doch richtig verstanden, dass wir Co's so wieder in Richtung gebracht werden, oder? Und ich ... ich falle sofort wieder herein. Zwar mit einem zweifelnden Gedanken im Hinterkopf, ob ich das alles so richtig mache, wenn ich so weitermache .... aber ich falle darauf herein.

    Ich soll an mich denken, mir mein Leben einrichten. Keine Co mehr sein, aber wie schaffe ich das? Wie lang ist der Weg? Mir dämmert allmählich, dass ich es selber in der Hand habe, wie lang der Weg ist. Es stimmt, nur hier schreiben und jammern und motzen, was er alles wieder getan hat, das ändert nichts. Zumindest bin ich aber doch auf dem Weg, etwas zu tun. Nur - ich habe das Gefühl, dass ich zwar den Weg gefunden habe, ich weiß wo er ist, aber ich gehe ihn nicht weiter!!

    Liebe Grüße von Blumenwiese

  • Liebe Blumenwiese,

    du hast ja die ersten Schritte auf deinem Weg schon gemacht. Du hast dich hier im Forum angemeldet, weil du dir Hilfestellung suchst, weil du merkst, so willst du es nicht mehr. Und du hast jetzt auch erkannt, dass er an deinen Co-Knöpfen dreht, du darauf auch anspringst. Aber schon dass du es erkennst ist ein kleiner Fortschritt. Nun musst du dir überlegen, wie du dich dagegen wappnen kannst, nicht mehr darauf anzuspringen.

    Der Weg ist lang, ich für mich sehe ihn als lebenslang an. Es kann mir immer wieder passieren. Deshalb bin ich sehr achtsam für mich unterwegs und aufmerksam. Ich habe gelernt, auf mich, meine Gefühle und Bedürfnisse zu hören. Aber es ist ein lebenslängliches Achtsam Sein. Das ist aber für mich keine Belastung oder so, sondern es ist ein Teil meines neuen Lebens. Denn ich mach das für mich!

    Du hast also deinen Weg auch gefunden. Das ist gut. Und du hast erkannt, dass es an dir liegt und du dich bewegen musst, damit sich was bewegt in deinem Leben. Auch das ist ein Schritt, dass du das erkennen kannst! Nun kommt es also auf's Machen an. Du stehst also da so an deinem Weg. Hast Angst, vielleicht. Das ist normal. Aber wenn du es wirklich willst, wirst du auch weitere Schritte machen können. Dafür kannst du die Forumsgemeinschaft gut nutzen, als deine SHG. Denn hier kannst du aufschreiben und bei anderen lesen, dich austauschen und Denkanstöße bekommen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Aurora,

    ja, Denkanstöße habe ich einige bekommen. Hier zu lesen hilft auch, aber den wirklichen Schritt Richtung Trennung muss ich alleine machen. Die Sichtweise von anderen Betroffenen zu hören ist sehr hilfreich. In meinem Umfeld meinen ja alle (also die, die davon wissen) dass ich mich lieber heute als morgen trennen sollte. Es ist ja nicht nur der Alkohol sondern diese vielen Lügereien, die er schon seit unserer Anfangszeit mir geboten hat. Zu Anfang hab ich allerdings nicht bemerkt, dass es nicht stimmte was er sagte. Das kam erst später und inzwischen frage ich mich so oft, ob das, was er gerade erzählt hat, wirklich so ist. Vor einigen Wochen hatte er einer Frau seine Handy-Nr. gegeben und hat mit ihr gesimst. Angeblich zur Problembewältigung. Nur - sie hat sich wohl etwas mehr erhofft. Aus seiner Sicht hat er nur unverbindlich geflirtet. Nun habe ich auch in diesem Bereich das Vertrauen verloren, dass er ehrlich ist.

    Liebe Grüße von
    Blumenwiese

  • Gerade heute Abend habe ich das Gefühl, dass ich diesen Absprung aus dieser Beziehung nie schaffen werde.... :-(.

    Ich kann doch nicht immer nur jammern und doch nichts ändern. Wenn er weit weg ist und nur durchs Telefon mit mir verbunden dann höre ich seine Stimme und denke "verdammt noch mal, es soll alles gut werden, ich möchte mit diesem Mann alt werden". Ich spüre heute Abend so stark, wie abhängig ich von ihm bin. Ich bin auch eine Süchtige. Aber hilft mir die Erkenntnis, wenn ich doch nichts ändere?!?!

    Verwirrte Grüße von Blumenwiese, in deren Kopf sich alles umeinander dreht und die endlich mal wieder Platz für andere Gedanken haben möchte!!!

  • Ach Blumenwiese,

    ich kann dich ja so verstehen, habe in meinem Thread noch was geschrieben für dich, vielleicht hast du es ja gelesen.

    Du scheinst ihn ja wirklich sehr zu lieben. :cry:
    Aber das hört sich doch jetzt nur am Telefon so schön an! Wenn er wieder zu Hause ist, ist es doch bestimmt wieder das gleiche Theater wie immer!
    Versuch mal dich mit was schönem abzulenken.

    Schlaf erst mal eine Nacht drüber, erhol dich, morgen siehst du vielleicht wieder etwas klarer.

    Drück dich

    LG Eklisee

  • liebe blumenwiese,

    Zitat

    "verdammt noch mal, es soll alles gut werden, ich möchte mit diesem Mann alt werden".

    an diesem punkt hängt so viel dran. ich dachte damals auch so. einfach alles vergessen, meine vorstellung mit ihm alt zu werden wollt ich nicht hergeben. doch wie wirst du alt mit einem alkoholiker an deiner seite?ist das eine schöne vorstellung???

    nein für mich nicht. ich werde krank an der seite eines alkoholikers, der von sich aus nicht die notwendigkeit sieht was zu ändern.

    also bedeutete es für mich mich von diesem gedanken, der vorstellung, des wunsches mit ihm alt zu werden zu lösen.

    als ich mich löse, tat das weh. heute leb ich gut. ich bin heute frei und das zählt für mich. kein mensch ist in der lage die zukunft zu sehen. ich lebe heute wesendlich besser damit mich mich an solchen visionen nicht mehr fest zu halten. ich lebe heute, im hier und jetzt, was morgen ist weiss ich nicht. damit lebe ich wesendlich besser als zu den zeiten, wo ich in vorstellungen, wünschen, träumen und phantasien mir die zukunft vorgestellt habe.denn wenn ich eins gelernt habe im leben, nichts aber auch garnichtss lässt sich vorhersehen.

    lieben gruß melanie

  • Hallo Blumenwiese,

    du schreibst

    Zitat

    Ich kann doch nicht immer nur jammern und doch nichts ändern.


    Da gebe ich dir völlig Recht! Also, welche Konsequenz folgt nun daraus für dich?

    Du eierst hin und her. Mal lese ich davon, er will eine Auszeit, dann wieder, dass ihr gemeinsam ausgeht. Dann von Telefonaten, die Sehnsüchte in dir wecken. Das ist ein Auf und Ab. Und es kommt nichts dabei heraus, außer dass du dich schlecht fühlst.

    Du hast geschrieben:

    Zitat

    ich habe das Gefühl, dass ich zwar den Weg gefunden habe, ich weiß wo er ist, aber ich gehe ihn nicht weiter!!


    Im Grunde genommen stehst du an einer Weggabelung. Es gibt 2 Wege.

    Ein Weg geht mit ihm zusammen, ein Stückchen weiter, keiner macht im Grunde dann noch einen Schritt, alles verharrt an der nächsten Ecke. Er trinkt weiter und du bist weiter unglücklich. Und eierst rum.

    Der andere Weg geht für dich alleine. Da ist dann Bewegung, da geht es vorwärts. Da ist es erst schwer und traurig, aber es wird immer besser. Und deine Lebensfreude nimmt an jeder Ecke zu, die du gehst. Denn du gehst für dich. Für dein Leben, für dein Wohlfühlen. Selbstverantwortlich.

    Zitat

    ich möchte mit diesem Mann alt werden


    Hm, ehrlich? Oder möchtest du mit einem Bild, was du von ihm hast, einer Idealvorstellung in deinem Kopf alt werden.

    Grüße von
    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke für eure Antworten.

    Heute sehe ich etwas klarer. Aber manchmal hat man so Abende. Natürlich habt ihr alle Recht mit dem, was ihr schreibt. Ich möchte nicht mit ihm alt werden, nicht so wie er jetzt ist. Ich hab mich eben einfach in ihm getäuscht. Als ich den Wunsch verspürte mit ihm den Rest meines Lebens zu verbringen da wusste ich ja noch nichts von diesen Dingen. Seine Lügen, seine Biertrinkerei - das hat sich erst alles danach herausgestellt. Klar, wer will schon mit so einem Mann zusammen sein. Und da muss ich ansetzen. Zu oft hat er mir gesagt, dass er das Bier reduzieren will. Und am gleichen bzw. nächsten Abend dann wieder die gleiche Menge wie sonst konsumiert. Ja, ich weiß das alles. Nur diese Telefonate, wenn er so lieb ist und alles "wie früher", dann fange ich wieder an zu zweifeln und zu verzweifeln.

    Ich habe ein sehr interessantes Buch gefunden über Lügen und das hilft mir auch einige Dinge klarer zu sehen und herauszufinden, was meine Rolle dabei ist. Ich bin diejenige, die ihm das Lügen erlaubt. Indem ich nichts sage bzw. nichts mehr sage wenn er dann alles abstreitet, obwohl ich die Wahrheit kenne. Ich kann ihm auf den Kopf was zusagen und auch mit Beweisen - er streitet alles entrüstet ab. Und ich? Ich sag dann nix mehr. Warum sollte er dann aufhören zu lügen? Hat doch keinen Grund dafür, klappt doch alles mit mir. Ich "glaube" ihm doch alles.

    Ich eiere hin und her. Genau Aurora, Du hast völlig Recht! Da mir einzugestehen ist noch ein Grund, mich noch kleiner und dümmer zu fühlen. Denn ich weiß im Grunde, dass es so nicht geht und kann mich do zu keiner Entscheidung durchringen. Rumeiern bringt mir gar nichts.

    Ich schreibe von einer Auszeit, die er will. Dann wieder vom Ausgehen. Es ist richtig: ein völliges Auf und Ab. Und mir geht es dabei immer schlechter. Das muss aufhören.

    Ich stehe tatsächlich nicht am Weg sondern an einer Weggabelung und ich muss mich nun endlich für einen Weg entscheiden.

    Liebe Grüße euch allen und viel Kraft
    von Blumenwiese

  • hallo blumenwiese,

    mach dein leben nicht weiter von ihm abhängig. nimm es selbst in die hand. ändere was daran und werde aktiv. nicht im "mit dir machen lassen" geschieht für dich was sondern im eigenen handeln. wenn er auszeit will ist es seins. wenn du auszeit willst dann deins und du hast damit für dein leben gehandelt, wenn du es aussprichts und dann auch konsequent durchziehst. das andere ist ein innehalten und abwarten was passiert.

    werd aktiv in deinem handeln und glaube nicht einem alkoholiker, die sind in der lage dich so fest an dich zu binden, dir all das zu erzählen, was du hören willst, das du ja bei ihm bleibst. denn er braucht dich , den coabhängigen, um sein alkoholikerdasein weiter leben zu können. vergiss das nicht.es geh hier nicht mehr um liebe, es geht da um sucht.

    lieben gruß melanie

  • Hallo Melinak,

    ich bin erstaunt wie gut es ihm gelingt, mich an ihn zu binden. Aber das Erkennen ist hoffentlich der erste Schritt dort herauszubrechen. Ich wurde von Anfang an manipuliert aber habe es nicht gemerkt. Rückblickend wird mir einiges klar. Ein perfekter Blender.

    Lieben Gruß von Blumenwiese

  • Liebe Blumenwiese und Melanie,
    Eure beiden letzten Einträge sagen so so viel.
    Genauso ist - genauso !!! Manche Textpassagen hieraus würd ich mir am liebsten ausdrucken und an die Wand hängen !!!
    Alles Liebe von Hanna

  • liebe blumenwiesse und liebe hanna,

    das ist ja der springende punkt. im grunde ist es DIE EIGENE SUCHT die ihm das möglich macht. schaut bei euch, was ist es was euch so fest an einen alkoholiker bindet, wenn es nicht liebe ist ist es was anderes. was ist es was euch unfähig macht allein zu leben und dadurch eigenständig zu werden? die angst etwas zu verlieren? oder das selbstvertrauen, das ihr in der lage seid eure angelegenheiten selbst hinzubekommen? das gewohnte heim aufzgeben und ins ungewisse zu gehen?sich selbst als unfähig zu fühlen alles allein auf die reihe zu bekommen? es gibt so viel, das hat was mit selbstwert, eigenliebe, eigenverantwortung selbstbewusstsein zu tun.warum sich an einen menschen bindenund nicht loslassen können? ANGST?

    lieben gruß melanie

  • Hallo Melanie,

    meine eigene Sucht wird mir immer klarer. Ich kenne zwar das Wort Co-Abhängiger schon länger aber erst in den letzten Tagen wird mir das wirklich klar, wie abhängig ich von ihm bin. Dabei bin ich es gar nicht. Ich verdiene mein eigenes Geld, habe meine Wohnung, mein Auto. Da ich zehn Jahre mit meinen Kindern alleine gelebt habe auch nicht die Angst, das Leben alleine hinzubekommen. Ich bin recht selbstständig und musste vorher ja auch alles alleine managen. Das ist es also nicht. Was dann? Die Angst, schon wieder gescheitert zu sein. Die Angst vor Veränderung. Die Erinnerung, wie schön doch alles war am Anfang. Aber davon kann man nicht zufrieden leben, von der Erinnerung wie es mal WAR. Das ist Vergangenheit und nach dem, was alles geschehen ist, wird es auch nie wieder so unbeschwert sein wie in dieser Zeit. Das einzugestehen und einzusehen ist sehr schwer und tut weh.


    Hallo Hanna,

    so geht es mir auch bei vielen Beiträgen, dass ich denke: genau das ist es. Auf dem Punkt gebracht! Ausdrucken und einrahmen und nicht vergessen!

    Liebe Grüße euch von Blumenwiese

  • Liebe Blumenwiese und liebe Melanie,
    ich versuche auch zu sortieren, was es ist, was mich so stark an diesen Mann gebunden hat.
    Aufgrund meiner gesamten Beziehungsgeschichte mit gescheiterter Ehe und danach zwei weiteren Versuchen, die aber an gewissen Umständen und der Tatsache, dass Kinder oder ein Kind dabei sind - auch von meiner SEite beendet werden musste, denn mein Kindchen soll ja nicht außen vor bleiben...- war ich einfach froh und glücklich, dass ich mit meinem Kind angekommen war - Ja, so fühlte es sich an - endlich war es stimmig und wundervoll und das wollte ich einfach nicht aufgeben. Nicht schon wieder scheitern, etwas verarbeiten, stark sein, wieder alleine.
    Natürlich kann auch ich alleine sein, sehr gut sogar und ich trage auch schon lange die existenzielle, finanzielle und organisatorische Verantwortung..dafür brauche ich niemanden - aber ich wünschte mir halt Zweisamkeit, Zärtlichkeit, eine Partnerschaft eben und wollte mit Mitte 40 nicht schon wieder alles aufgeben müssen.
    Sicherlich hat sich bei mir eine Co-Abhängigkeit entwickelt in dieser Zeit bzw. sie ist richtig zutage getreten - die Wurzeln liegen in mir schon begründet, das weiß ich, aber ich hatte bisher keine Partnerschaften, die das so krass bzw.überhaupt zum Vorschein haben kommen lassen.
    Liebe Grüße Hanna

  • Liebe Blumenwiese,

    du schreibst:

    Zitat

    Die Erinnerung, wie schön doch alles war am Anfang. Aber davon kann man nicht zufrieden leben, von der Erinnerung wie es mal WAR. Das ist Vergangenheit und nach dem, was alles geschehen ist, wird es auch nie wieder so unbeschwert sein wie in dieser Zeit. Das einzugestehen und einzusehen ist sehr schwer und tut weh.

    Das hast du so gut erkannt für dich. Wahrscheinlich muss es uns aber erst so richtig wehtun. Daraus entwickeln wir die Kraft etwas zu ändern, was uns nicht gut tut. Wir müssen erkennen, dass wir es nicht ändern, die Zeit nicht zurückdrehen können.

    Wie du sagst, stehst du mit beiden Beinen im Leben, hast kaum zusätzliche Hindernisse. Du hast doch die besten Möglichkeiten, dich aus dieser "Zwangsjacke" zu befreien. Natürlich tut das erstmal weh.

    Zitat

    Das ist es also nicht. Was dann? Die Angst, schon wieder gescheitert zu sein. Die Angst vor Veränderung.

    Na und? Dann bist du eben wieder gescheitert. Es kann doch nur gut sein, sich zu lösen, von dem, was so weh tut. Die Veränderung kann ja auch eine schöne, interessante Veränderung sein. Und manchmal gibt es im Leben ganz schnell neue Begegnungen, auch wenn man nicht mal auf der Suche danach ist, die einen vielleicht schmerzlichen Erinnerungen überwinden lassen können. :wink:

    Ich hatte so eine Begegnung schon. Für mehr war der Zeitpunkt nicht der Richtige. Aber es hat viel bewegt in mir und hat mir neue Sichtweisen eröffnet. Es warten noch so viele schöne Erlebnisse auf uns, vielleicht gerade auf anderen, neuen Wegen.

    LG Eklisee :)

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!