Tian's Weg (zu sich selbst)

  • Hallo Tian

    du musst mir nichts wünschen. Ich bin die Gelassenheit in Person aber für manch Gefühlsduselei in Bezug der Krankheit nicht mehr empfänglich :) Krankheit ist für mich nicht nur ein Wort, es ist ein Zustand.

    Ich weiß zwar nicht woher du meinen Weg kennst und du die Ansicht hast , ihn nicht gehen zu können . Sind wir uns schon begegnet ? Ich weiß auch nicht was ein Stalingrad Trockener ist . Stalingrad bringe ich in Verbindung mit zig Millionen unschuldig zu Tode gebrachten Menschen .

    Jedoch kenne ich auch das sortieren aus meinen Anfängen hier und bin gespannt, wie du das in Zukunft siehst . Deswegen mal ein Tipp . Auch mal was stehen lassen ohne etwas herein zu interpretieren . ;) Nach 5 Monate suchte ich auch noch nach Allem . Besonderes das Warum, Wieso und die richtige Argumentation für mein Akzeptieren.

    Zitat

    Der Mensch möchte Dinge glatt schleifen, alles weg mit Ecken und Kanten und die Umwelt resp. Mitwelt beherrschen, wenn wir ein wenig mehr Gelassenheit erreichen, ist viel geholfen.

    Wenn du der Mensch bist kann ich das nachvollziehen . Aber es gibt nicht nur den "Mensch"

    In diesem Sinne schönes Wochenende.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hi Hartmut,

    ist doch mein Faden, darf ich doch frei & frank interpretieren. :lol:

    Na, wie gesagt, Pull-Prinzip... ich find's doch juuut, dass Du dich gerne mit Ratschlägen und Analysen einbringst, ist ja gewollt, insofern och mal Schnauze halten meinerseits, passt.

    Im Tacheles thread (...) :wink:

    Greetz, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Hallo Tian,

    Zitat

    Im Tacheles thread

    Den Thread gibt es nicht mehr . Oder meinst du Deiner ?

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Hartmut,

    na, der Tacheles - thread von Jürgen wird doch bald wieder eröffnet, oder? Der hat mir irgendwie verdammt gut gefallen, grade wegen der Kontroversen und dem "runterkommen" usf., n unverblümter & wunderbar erkenntnisreicher Faden... :D

    Schau'n mer mal, Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Hallo Tian,

    Nein, der Thread wird nicht wieder eröffnet. Du kannst alles über deine Krankheit hier unverblümt reinschreiben . Für alles was rund um der Krankheit passiert, ist der erweiterte Bereich oder der Freizeitbereich hier im Offenen eine Möglichkeit.

    Aber nun will ich mal dich nicht weiter aufhalten in deiner Erkenntnissuche :)

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Zitat von Tian

    War nun alles am Alkohol schlecht, nein, jahrelang war der Konsum o.k. und auch verbunden mit interessanten Parties / Gesprächen, so möchte ich das auch nicht sehen, ich habe es definitiv übertrieben, für mich persönlich ist Alkoholkrankheit das falsche Wort, "KRANKHEIT", nä, ich habe schon kräftig dazu beitragen, dass es so gekommen hast, den Suff frühzeitig stoppen geht und dann wäre ich kein Alkoholiker, "KRANKHEIT" klingt für mich einfach nach Ausrede, ich kann nix dafür, ist doch die böse Krankheit, das ist so einfach, wenn es Menschen beruhigt, von mir aus, mich beruhigt es nicht, weil ich mich verarscht fühle mit der Begrifflichkeit.

    Hi Tian, in diese Richtung hab ich gestern auch schon gepostet. Ich habe auch das Gefühl, daß man sich mit seinen persönlichen Defiziten ganz gut hinter dem Begriff "Krankheit" verstecken kann...das heißt nicht zwangsläufig, daß jeder, der von seiner Krankheit spricht, dieses Versteckspiel auch betreibt.

    Ich für meinen Teil hab beschlossen, den Alkohol als Alleinschuldigen für meine Taten komplett außen vor zu lassen. Alkohol war für mich ein Verstärker, ein Persönlichkeitswandler, der sich irgendwann zum Suchtmittel entwickelt hat. Alle Versuche, das Suchtmittel Alkohol zu dosieren, zu beherrschen, sind fehlgeschlagen. Irgendwann kam, auch oder v.a. unter der Mithilfe dieses Forums. die logische Erkenntnis, daß alle Versuche, das Suchtmittel beherrschen zu wollen, scheitern werden. Es blieb also nur eine Konsequenz - ganz auf das Suchtmittel verzichten.

    Was ich allerdings zu Beginn meiner Abstinenz noch als Verzicht betrachtete, ist längst keiner mehr. Mir fehlt nichts ohne Alkohol, schon gar nicht fehlt mir die persönlichkeitsveränderte Wirkung des Alkohols. Ich bin wieder ich, das zählt. Ob das Leben dann noch Ecken und Kanten hat, ist meine Entscheidung...die ich endlich frei von Suchtmitteln treffen kann. Wenn ich heute eine Entscheidung treffe, weiß ich, daß ich sie getroffen habe...und kein besoffenes Pseudo-Ich. Das schließt automatisch ein, daß ich oft genug noch zugeben muß, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Aber was solls ? Zumindest hab ich sie getroffen und nicht ein fremdgesteuerter Mensch...

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    P.S.: Ich glaube zu wissen, was Du mit Stalingrad-Trockener meinst...allerdings ist dieser Weg auch nur eine Variante von Vielen, insofern hab ich kein Problem damit, wenn hier z.T. einige Hardcore-Aussagen kommen...meistens zumindest :)

  • Hi zusammen,

    bei mir alles okay soweit, war viel beim Sport & meditieren, Dinge einfach sacken lassen. Die Gedankenflut der Birne zu stoppen verschafft mir Freiheit, nach dem Sport bin ich einfach nur positiv leer, es gibt keine Gedanken, Ideen, EGO, ich sitze da und bin zufrieden entspannt, sehe die Welt wie sie ist. Ähnlich ist es bei der Meditation resp. danach, und ähnlich war es auch mit Alkohol.

    Diese unerträgliche Gedankenflut, früher war mir das überhaupt nicht in dem Ausmaß bewußt, mittlerweile verstehe ich die Leute, die auch öffentlich mit sich selbst sprechen, mei, diese gelten als verrückt, wer kennt sie nicht, Personen die öffentlich mit sich selbst sprechen, schreien etc., mMn werden das immer mehr, in der U-Bahn / S-Bahn / Bus ist mir seit längerem aufgefallen, dass es immer mehr werden. Diese Personen sprechen doch einfach nur aus, was der Stino im Geiste behält, prinzipiell jedoch ist das identisch, die lassen's wenigstens über Sprache raus. :lol:

    Ein wichtiger Punkt, mit Alkohol konnte ich meine Gedankenflut (temporär) stoppen, künstlich, chemisch, konstruiert.

    Insofern bin ich sehr dankbar, dass ich Alternativen habe, auch schon immer hatte, aber ich wollte ja noch mehr, nach dem Sport mit all den Endorphinen und Dopaminen noch mit Alkohol einen draufsetzen, immer mehr-mehr-mehr.

    Der Zeitgeist in 1-Ländern im Jahr 2014 ist nicht wirklich förderlich ein entspanntes Leben zu führen, das "Mehr" gewinnt an Bedeutung, mehr Leistung, mehr Sex, mehr Material, mehr Hobbies, MEHR!

    Sein eigenes selbstbestimmtes Leben zu führen ist eine Riesen-Herausforderung in einer Marketing verseuchten und konsum- + kapitalorientierten Welt. Obacht also.

    In Amiland in den 60ern haben Wissenschaftler entdeckt, dass in einer italienischen Zuwanderer-Kolonie in einem Staat die Herzinfarkt-Quote in Relation zum US-Schnitt sehr sehr niedrig war. Also sind sie dort in die Kolonie um zu erforschen, welche geheimnisvollen Gründe es dafür wohl geben konnte, wochenlang waren sie ratlos, die Italien tranken und rauchten viel... irgendwann jedoch bemerkten sie, dass die Personen dort sehr zufrieden wirkten, fast alle hatten den gleichen Lebensstandard, gleiche Wohnungen, viel Gemeinschaft usf. - 30 Jahre später war die Herzinfarkt-Quote dort auf US-Level, warum, nach den Jahren haben sich einige dort Villen gebaut, Zäune, die Gemeinschaft war zerstört.

    Was ich damit sagen möchte, ich für mich möchte lernen, mit Ungerechtigkeiten umzugehen, ein ganz wichtiger Aspekt um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren. Groll, Wut, Mehr-wollen, führt bei mir zu Alkohol.

    Trotz allem, Alkoholismus ist aus meiner Sicht eine Chance sein leben zu ändern, aufzuwachen, Mängel zu erkennen, zu wachsen, diese Chance zu erhalten und vor allem zu nutzen ist eine Gnade. Für manche die letzte Chance auf ein Leben.

    Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Hallo Tian,

    was Du schreibst, hört sich nachahmenswert und richtig an.
    Trotzdem bin ich eher egoistisch unterwegs und schau zu,
    dass ich selbst einigermaßen gut über die Runden komme.
    Das bedeutet, dass ich mich zuerst
    um meine eigenen Probleme kümmere.
    Wenn's mir gut geht (was ja ab und zu "passiert"),
    kümmere ich mich sehr gerne um andere.
    Böse Sache oder? - Aber mir hilft es.
    Herzlos? - Ich glaube nicht.
    Gut möglich, dass ich mich einfach
    ein paar Jahrzehnte zuviel habe ausnutzen lassen...

    Viele Grüße
    Correns

  • Hallo Tian,

    Du schriebst folgendes:

    Zitat

    "KRANKHEIT" klingt für mich einfach nach Ausrede, ich kann nix dafür, ist doch die böse Krankheit, das ist so einfach, wenn es Menschen beruhigt, von mir aus, mich beruhigt es nicht, weil ich mich verarscht fühle mit der Begrifflichkeit. Es gibt ggfs. n Disposition zum Alkohol, welche dann der Alkoholikerkarriere n Turbo einbaut, aber das war's dann auch schon. Werde da wütend wenn manche Alkoholiker manchmal so scheinheilig von Krankheit reden, daran möchte ich arbeiten, denn wütend darüber möchte ich nicht werden.

    Hartmut schrieb dazu:

    Zitat

    Ich spreche mich frei von Schuld krank geworden zu sein aber nicht von der Schuld was ich anderen dadurch angetan hatte.

    Mir geht es wie Hartmut.
    Ich habe meine Alkoholkrankheit so anerkannt, wie sie nun mal ist.
    Somit bin ich lebenslang krank. Punkt.
    Aber meine Krankheit schränkt mich nicht ein (bis auf die Folgeschäden, die sie leider bei mir hinterlassen hat).
    Versteckt habe ich mich in meiner trockenen Zeit NIE hinter meiner Krankheit, sie hat mir NIE als Ausrede für nur irgendwas gedient !!
    Sowas möchte ich also für mich persönlich weit von mir weisen !
    Ich spreche mich ebenso von der Schuld, was ich während meiner Krankheit getan habe, nicht frei.
    Ich bin unter Restalkohol Auto gefahren, Ja.
    Damit habe ich mich schuldig gemacht anderen Menschen gegenüber, die ich dadurch gefährdete.
    Ich habe mitunter mit anderen Personen Streit gesucht, Ja.
    Und einiges mehr habe ich sicher nicht sehr gut gemacht, als ich noch gesoffen habe.
    Ich habe mich aber dafür später entschuldigt.
    Dazu gehörte übrigens auch der offenen Umgang mit meiner Krankheit.

    In Sachen Alkoholkrankheit und Selbstverschuldung möchte ich Dir mal meinen Neurologen zitieren, der mit mir anlässlich einer Untersuchung auch über meine Alkoholkrankheit sprach.
    Er fragte mich zuallererst, ob mir klar wäre, das ich keine Schuld an meiner Erkrankung trage?
    (Ja, mir war das zu dem Zeitpunkt schon längst klar, ich war da schon Jahrelang trocken.)
    Er sagte weiterhin, das man auch heute noch nicht vorhersagen könne, wer abhängig werden wird und wer nicht.
    (Im Grunde gefährdet sich also schon jeder, der das erste mal Alk zu sich nimmt. JEDER kann ERKRANKEN.)

    Und nun frage ich mal... darf ich nicht mal meinem Neurologen glauben, der tagtäglich mit uns Alkoholkranken Menschen zu tun hat ?
    Weil er keine Ahnung hat oder was?
    Nein, ich darf ihm das so glauben, er ist ein Fachmann für mich bezüglich unserer Krankheit.
    Und ich muss mir nicht bis an mein Lebensende Vorwürfe machen, das ich alkoholkrank geworden bin.
    Ich kenne einige, die haben ebenfalls missbräuchlich Alk gesoffen, sind aber nicht abhängig geworden, haben früh genug noch den Absprung geschafft.
    Ich gehörte nicht zu denen, ich habe das nicht geschafft.
    Ich zerre aber nun auch nicht tausend "Gründe" hervor, warum ich saufen "musste".
    So einfach mache ich es mir nicht und habe es mir auch nie gemacht.
    Ich nehme schon sehr lange meine Krankheit "einfach" so hin, wie sie ist und gut.
    Sie schränkt mich nicht ein.
    Ich kann sie im Schach halten, solange ich nicht trinke.
    Das kann man von vielen anderen Krankheiten nicht sagen, da sind die Krankheitsverläufe nicht derart "steuerbar".

    Tian, sei mir bitte nicht böse, das ich es so sage, aber Du lebst noch nicht so lange abstinent. Nicht mal ein halbes Jahr, richtig?
    Du scheinst aber schon alles zu wissen über unsere Krankheit.

    Hier sind Leute, die sind seit vielen Jahren bis Jahrzehnten trocken.
    Die haben schon einen langen Weg hinter sich bezüglich Trockenheit.
    Ich kann Dir aus meiner Erfahrung sagen, an den Ansichten, die Du heute hast, wird sich noch einiges ändern.
    Da wette ich drauf :wink:
    Daran wird die Trockenheitsarbeit ihren Anteil haben, wenn Du sie weiterhin so gut betreibst wie bisher.
    Glaube mal nicht, Dein Weg in die Trockenheit wäre nach einem knappen halben Jahr schon abgeschlossen ;)
    Der wird noch viele Jahre dauern, im Grunde ist es ja ein lebenslanger Weg.
    Der endet erst, wenn die Klappe über uns zugenagelt wird.
    Bis dahin fliesst hoffentlich noch viel Wassere den Rhein runter und Du wirst noch zu vielen neuen Erkenntnissen kommen.

    So, nu kannst Dich wieder uffregen und mich meinetwegen auch "Vogellehrer" nennen... das ist mir egal. :lol:

    LG Sunshine

  • Hallo

    Der Tag an dem ich aufgehört habe alkoholische Getränke zu verzehren

    war der schönste in meinem Leben. Es war auch die beste Entscheidung die

    ich getroffen habe.

    Seit ich nichts mehr trinke fühle ich mich gesund.

    Lg

    der Poster

  • Hallo Tian,

    das was du bei step über meine Mutter bemerkt hast empfinde ich auch so.

    Das war echt eine Riesensauerei.

    Allerdings ist dieses über meine Grenzen hinweg gehen schon immer Dauerzustand in unserer Beziehung, das wird auch nicht mehr.

    Diese Frau wurde von ihren Eltern verkorkst, hat nie wirklich reflektiert und dazugelernt und hat dann mich verkorkst.

    Bingo ! .....dass ich vor langer Zeit weit weg gezogen bin und nun ganz andere, liebe Leute um mich habe. :)

    Dein letzter Beitrag hier spricht mir aus dem Herzen.

    Ich war schon immer eine von denen die aufmerksam lauschte, wenn einer in Fuzu stand und was erzählte. Manchmal war schon echt was Sinnvolles dabei. ;)

    Des Öfteren bin ich einfach perplex ( wenn ich davon erzählt bekomme ) wie z.B. "das Fernsehen" ( gewisse beliebte Sender und ihre Formate ) mit ihren Zuschauern umgehen.

    Nein, eher bin ich verwirrt wie selbst intelligente Menschen auf die suggestive Macht hereinfallen, die dieses Medium ausübt.

    Und dann bin ich mir nicht sicher, ob erst das Fernsehen da war oder der Zuschauer.

    Verblödet das Fernsehen etc. pp die Leute oder gibt es diese ganzen Schrottsendungen und auch Videospiele ( Liste könnte ewig weiter gehen ), weil viele Leute so minderbemittelt geworden sind ?

    Du machst dir sehr viele Gedanken über Dinge die du höchstwahrscheinlich nicht ändern kannst und lernst jetzt langsam ohne Alkohol mit deiner "Tiefe" umzugehen. Findest neue, gesündere Wege um mit all dem was daraus resultiert, besser leben zu können (Hast als Sahnehäubchen obendrauf noch deine Freundin, die dir dabei sogar noch zur Seite steht. :) )

    Was für schöne Voraussetzungen, um weiterhin trocken zu bleiben.

    Wenn ich auch eher "ein Correns" bin, was seine letzte Aussage in deinem thread betrifft, denke ich trotzdem, dass alles was um mich herum geschieht in mir wirkt.

    Auch wenn ich es mir Tag für Tag nicht bewusst machen, es prägt mich, vielleicht durch das nicht bewusst machen noch stärker und da schließt sich der Kreis dann wieder zu den Möglichkeiten, die du für dich gefunden hast um mit dir ins Reine zu kommen.

    Bei mir war es gestern eine Tanzveranstaltung, Thema: "die Zeit".

    Jugendliche tanzten, sangen, rezitierten Gedichte, in einer so einheitlichen Intensität, dass ich für 75 min fast komplett alles andere vergaß.

    Meditation :) und ich fühle mich immer noch erfüllt und irgendwie gereinigt.......von all dem anderen Schrott ( der auch mich, wenn es meine Kinder betrifft, immer mal wieder sehr ärgert ! ).

    Aber ich habe keine Macht dagegen.

    Kann nur versuchen, andere Dinge dagegen zu setzten.

    Manchmal machen sie auch mit, wenn auch eher aus Sympathie als aus Überzeugung. ;)

    Liebe Grüße

    Slowly

  • glück auf tian

    Zitat von Tian

    "KRANKHEIT"


    also ich bin froh, dass alkoholismus ne krankheit is - wär es anders, wär ich ein monster.
    ich hab besoffenerweise soviel scheiße gebaut, das ich mich nüchtern dafür verabscheut hab.
    der für mich wichtigste "krankheitsbeweis" is, dass ich ohne alk, lockerflockig, glücklich und zufrieden - n unbescholtener bürger bin.
    ich bin froh, dass ich krank bin - und nochmehr bin ich froh, diese krankheit gestoppt zu haben (bisher erfolgreich).

    ausrede? - ich nenn es rechtfertigung, ne rechtfertigung vor mir selbst. andernfalls würd ich mich zu tode schämen.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo liebe sunshine, liebe slowly, lieber correns, lieber poster, lieber Matthias & alle liebe Mitleser (gibt's eigentlich auch böse Mitleser?),

    vielen Dank für die Aussagen, hilft mir, meine "Krankheit" ein wenig mehr zu verstehen, ja, ich bin wie schon gesagt, noch am sortieren und noch nicht so lange trocken, insofern prasselt doch einiges auf mich ein. An Gedanken, Gefühlen, neuen Situationen.

    Doch ich möchte lernen und wachsen und eure Aussagen helfen mir.

    Eines weiß ich ganz sicher, weil ich es spüre: Ohne Alkohol ist das Leben schön und für mich besser, mit Alkohol ist das eine kaputtmachende Dauerschleife, ein Leben in Unzufriedenheit und kurzfristiger Glückseligkeit ...

    Ich bin froh, dass ich heute nüchtern bin und dankbar und ich Dinge angehen kann und mich relativ fit fühle.

    @Sunshine

    Falls die Aussage vom Neurologen Dir hilft, so ist das sehr gut, ich tue mir extrem schwer mit den sog. Autoritäten, welche die Alkoholsucht nicht kennen, außer von ihrem theoretischen Gequatsche abgesehen, Behandlung bringt wesentlich mehr Geld als Prophylaxe in der Gesundheitsindustrie. Der Staat behandelt und schafft so Millionen Arbeitsplätze und Milliardenumsätze, sei es Sucht, sei es derzeit vor allem Depression, von Prophylaxe keine Spur, und das ist auch gewollte Hilflosigkeit.

    Deshalb bin ich derzeit von Selbsthilfe sehr überzeugt, weil hier die wahren Erfahrungsexperten sitzen und keine Vogellehrer oder Menschen, die GELD mit der Krankheit machen möchten, es gibt sicher auch Ärzte, Neurologen uvm. Kapazitäten, welche in der Tat helfen möchten, davor ziehe ich meinen Hut.

    Gute 24h euch allen, Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Lieber Tian,
    ich bin auch von Selbsthilfe sehr überzeugt.
    Ich gehöre nun gar nicht zu den Leuten, die Ärzte für "Halbgötter in Weiß" halten.
    Aber sie haben mir das Leben gerettet.
    Ohne sie wäre ich nicht mehr hier.

    BTW: Meine Ärztin konnte mich gar nicht mit Medis behandeln, meine Leber mußte sich von allein erholen.
    Das einzige, was sie tun konnte, waren regelmäßige Blutuntersuchungen und mir Tipps geben, wie ich mich künftig ernähren sollte, damit die Regeneration gut voran geht.
    Und sie nahm sich immer sehr viel Zeit für Gespräche.
    Ich weiß nicht, ob sie damit nu grade n Vermögen an mir verdient hat :wink:
    Ebenso war es bei meinem Neurologen.
    Die Untersuchung dauerte nicht lange, er nahm sich aber sehr viel Zeit für ein Gespräch.
    Und als er merkte, das ich schon viel Trockenheitsarbeit geleistet hatte... es es nicht mehr viel zu erklären gab von seiner Seite aus... sagte er zu mir, das er hier höchstens von mir lernen könne und nicht umgedreht.
    Am Ende bedankte er sich bei mir für das Gespräch.

    Es gibt halt immer sone und solche Ärzte.
    In meinem Fall verdanke ich meinen Ärzten viel.
    Nämlich mein Leben.
    Und das vergesse ich auch nicht.

    LG Sunshine

  • Hallo Tian,

    wenn bei meiner Entgiftung keine Ärzte in der Nähe gewesen

    wären könnte ich hier nicht schreiben.

    Es kennen sich nicht alle Ärzte mit unserer Krankheit aus

    aber deshalb kann ich nicht so pauschal alle Ärzte ablehnen.

    Wenn du magst kannst du ja mal Hier lesen :shock:

    LG Martin

  • Ich kenne diese Anfangseuphorie, dieses ‘‘alles besser machen wollen‘‘, dieses ‘‘neue Wege um jeden Preis‘‘ gehen … und all dieses ‘‘auf einmal bin ich ein toller, neuer Mensch‘‘ – Gedöns (‘tschuldigung aber was anderes fällt mir dazu nicht ein) und ich weiß wohin das bei mir geführt hat. Was war ich auf einmal wieder für ein ‘‘ toller Hecht‘‘, wie verständnisvoll ich der Sucht gegenüber war, wie wunderschön war die Welt, weg waren all die Probleme … so verständnisvoll, so toll, so wunderschön, so weg, dass ich dem Alk ja nun auch noch in seine Fratze lachen konnte - dachte ich. Trotzdem wünsch ich dir alles Gute ''Tian'' und manchmal haben auch die ‘‘Vogellehrer‘‘ hier recht.

    Natürlich isses ‘ne Krankheit, wenn’s keine wär, dann hätteste ja jederzeit wenn du gewollt hättest, für immer und ohne Schwierigkeiten mit dem Saufen aufhören kön-nen, konnteste ja aber offensichtlich nicht. Oder wolltest du nicht? Na also. Ich kenne genug Menschen die saufen wie die Löcher können aber jederzeit ohne Entzugserscheinungen aufhören wenn sie wollen, die sind eben nicht alkoholkrank.

    Und wenn mich Ärzte bei meinem letzten Selbstversuch des kalten Entzuges nicht wieder von meinen Halluzinationen befreit- und sich auch danach nicht mehr um mich gekümmert hätten, dann hätte ich am letzten März 2012 das letzte Mal ein Eichhörnchen inmitten schwarzer Vögel gesehen.

  • glücklicherweis ham wir freie arztwahl ...
    s gibt ärzte (die selber nie "richtig gesoffen" haben) die sich n ar..h für uns aufreißen und wissen, was sie tun.
    allerdings kenn ich auch solche, von denen du oben schreibst.

    glück auf

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hi Rattenschwanz,

    das mit den weggetrockneten Problemen ist eben nicht der Fall, da sind schon jetzt in der Trockenheit einige dazu gekommen, und das sind teilweise Probleme existentieller Art. Trotz allem für mich derzeit kein Grund zu saufen, Trockenarbeit ist angesagt, online SHG, Real-SHG, gute Dinge starten.

    Große Euphorie ist bei mir auch nicht vorhanden, sondern bin dankbar, dass ich abends nüchtern einschlafen darf. Alles groß + neu, und toller Hecht, nö, ich kann jetzt Dinge besser machen, weil ich nicht mehr saufe, d. h. Meditation, Sport, zwischenmenschliche Kontakte pflegen, 12-Schritte-Programm gehen.

    Außerdem, ich habe hier keinen als Vogellehrer persönlich bezeichnet, sorry, falls dies so rübergekommen ist. Es gibt hier wie im Real-Leben Menschen die Recht haben wollen um ihr EGO zu erhöhen und ebenso welche die konstruktiv helfen möchten.

    Ich bin aus meiner Überzeugung heraus Alkoholiker, möchte hier lernen, aber ich kann nunmal nicht mit Praxis dienen was stationärer Entzug, Langzeit-Therapie oder ambulante Suchtherapie betrifft... Mir ist bewußt und es ist nachvollziehbar, dass solche Erfahrungen bei einigen Menschen zur Trockenheit geführt haben (Stichwort: Tiefpunkt), auch davon lerne ich, weil ich mir wünschen würde, dass ich bereits meinen Tiefpunkt hatte.

    Nochmals:

    - Ich möchte den Weg in eine zufriedene Trockenheit gehen
    - Ich möchte lernen und wachsen
    - Ich möchte die Hinweise, Erfahrungen von jedem einzelnen hier wirken lassen und für mich einsortieren
    - Ich möchte mich nicht in das Bett des Prokrustes sperren lassen
    - Ich weiß, dass einige Aussagen von LZT mir weh tuen, aber damit möchte ich umgehen, ich lerne daraus
    - Ja und Amen wird's hier im Forum von mir nicht geben, dann wäre ich falsch hier, so ein Verhalten führt bei mir zur Flasche im worst-case, also Obacht

    Ist halt auch eine Problem der virtuellen Welt, das Geschreibsel richtig einzuordnen ohne den Menschen zu kennen, ist sehr schwierig, deshalb präferiere ich die Kombi Real-SHG <-> Online-SHG.

    Diese Erkenntnis ist mir persönlich extrem wichtig: Nicht jeder Alkoholiker benötigt seinen Tiefpunkt mit Delirium, Klinikaufenthalten und Rückfällen um letztendlich aufzuhören.

    - Punkt -

    Grüße, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

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