Hintertürchen geschlossen... Auf gehts nach vorne!

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Guten Morgen Ernest,


    es geht mir soweit gut. Ich schreib demnächst mal ausführlicher. Hat sich einiges geändert bei mir, das wollt ich erzählen.
    Außerdem hatte mein Sohn Geburtstag mit viel Kinderbesuch und abends auch gaaaaanz viel Erwachsenenbesuch. Ich war selbst gespannt, wie sich der Abend so entwickelt. Davon wollte ich auch noch berichten.


    Nun muss ich allerdings erstmal zur Arbeit, deshalb hab ich nicht so viel Zeit, aber zusammen gefasst könnte man sagen:


    Liebeskummer ist ein A........ loch, aber in allen anderen Bereichen bin ich sehr zufrieden und glücklich.


    Ich finde, das sagt auch alles. Wenn man trotz ausgeprägtem Liebeskummer Glück empfindet, dann müssen die anderen Sachen wirklich gut laufen :D

  • So, da bin ich nochmal... Ich wollte doch nochmal ein wenig berichten.


    Also wie gesagt, gibt es Momente, in denen ich traurig bin, da ich meine Beziehung beendet habe. Es war keine Entscheidung aus dem Herzen heraus, sondern aus der Vernunft heraus. Es passte unter den Voraussetzungen, dass ich keine Alkohol mehr trinke und er sehr viel, einfach überhaupt nicht mehr zusammen. Ich möchte hier gar nicht so weit ausholen, aber ich muss mich einfach selbst schützen.


    Nun ja, jedenfalls geht es mir in allen weiteren Bereichen sehr gut. Mein Sohn hatte Geburtstag. Er ist 11 geworden und bisher war es immer so, dass Nachmittags alle Kinder da waren und abends dann die Erwachsenen. Es ging den ganzen Tag immer Alkohol über den Tisch. Schon allein, weil ich dazu Lust hatte und die andere haben dann auch nicht Nein gesagt. Jedenfalls hatte ich mir Vorwege Gedanken darüber gemacht, wie ich das an dem Tag regel. Ich habe nicht vor, irgendjemandem reinzureden, ob- und wie viel Alkohol er trinkt. Ich gerate ja auch in Situationen, wo ich mitbekomme, dass Alkohol getrunken wird. Nein, was heißt, ich "gerate"? Man gerät ja nicht in so eine Situation bzw. man kann sie sofort verlassen. Das habe ich bisher nicht zwangsläufig getan. Ich habe ja beispielsweise von meinem Besuch beim Adventsmarkt im Dorf erzählt. Wo dann später auch einige Alkohol getrunken haben. Ich habe deshalb aber nicht mein Gespräch unterbrochen und bin nach Hause gegangen. Ich weiß, dass das hier unterschiedlich gehandhabt wird. Und ich weiß, dass das auch ein Thema ist, über das man diskutieren kann.
    Ich habe bisher aber immer nach Situation oder Anlass entschieden, ob ich hingehe oder nicht und es gab Anlässe, wo ich fern geblieben bin, es gab aber auch Anlässe, wo ich trotzdem hingegangen bin. Ich möchte das zur Zeit auch so beibehalten.


    Was für mich aber von Anfang an klar war: Ich möchte in meinem Zuhause keinen Alkohol haben, auch nicht auf Geburtstagen. Sprich, auch nicht für meine Gäste. Ich war halt etwas gespannt, wie es abläuft. Mein Ex-Mann hat immer eine Kiste Bier für die Gäste mitgebracht und ich den Rest. Ich habe ihm dann gesagt, dass er kein Bier mitbringen braucht, da ich nicht vor habe, in meiner Wohnung Alkohol zu haben. Er hat sich daran gehalten, das war mir aber auch klar, denn er ist ja einer der Menschen, die am glücklichsten über meine Entscheidung ist. Ich habe es ihm trotzdem vorsichtshalber gesagt, weil mir nicht klar war, ob er überhaupt darüber nachdenkt, dass ich auch meinen Gästen nichts anbieten möchte. Nun ja, ich hab also wirklich nichts alkoholisches besorgt und er auch nicht. Es kamen dann nach und nach die Leute und es hat mich auch niemand gefragt, ob ich beispielsweise einen Sekt da habe. Es hat jeder von sich aus geschnallt, dass es bei mir im Zuhause keinen Alkohol mehr gibt.


    Dann kam mein Kumpel. Ich hab von ihm glaub ich schon berichtet, dass er neulich da war, ich erzählt habe, dass ich nichts mehr trinken möchte. Ich glaub, er wird nicht damit gerechnet haben, dass ich das durchziehe. Als er beim letzten Mal bei mir war, hab ich aber natürlich wieder nichts getrunken. Ich denke, er hat es jetzt kapiert, wie ernst es mir ist. Aber er hat mit Sicherheit damit gerechnet, dass ich zumindest für meine Gäste was da habe. Er selbst kam also an, hatte offensichtlich auch was getrunken. Ich habe es ihm nicht angemerkt, aber gerochen. Und ich war gerade in der Küche und bin der Meinung, dass er im Wohnzimmer gefragt haben muss nach etwas alkoholischem. Ich habe jedenfalls seine Stimme gehört, wie er fragte "Was, echt nicht???". Also in so einem überraschten Tonfall.
    Ich muss das unbedingt meine Freundin noch fragen, ob es so war oder ob ich mich täusche.
    Als ich jedenfalls ins Wohnzimmer zurück kam, hat er mich auch nicht nach alkoholischem gefragt, aber seine Frage wurde offensichtlich ja schon von jemand anderem beantwortet. Er scheint aber ja schnell gerafft zu haben, dass es ernst ist, denn er hat mich wie gesagt nicht mehr gefragt.


    Ich bin jedenfalls total froh, dass ich meine Entscheidung durchgezogen habe und vor allem bin ich froh darüber, wie es sich entwickelt hat. Also mir war klar, dass jeder meine Entscheidung akzeptiert. Aber ich hätte damit gerechnet, dass ich vielleicht nach etwas alkoholischem gefragt werde, einfach aus Unüberlegtheit. Das war hier gar nicht der Fall. Außerdem scheinbar bei meinem Kumpel, aber bei dem hab ich auch nichts anderes vermutet, weil er offensichtlich noch nicht so recht geschnallt hat, wie ernst es mir ist.


    Alle mir nahe stehenden Leute haben sich jedenfalls toll verhalten, was eigentlich auch selbstverständlich ist. Aber es ist trotzdem toll und hat mich gefreut. Mein Fazit im übrigen war, dass es der schönste Geburtstag war, woran ich mich erinnern kann. Es war alles so entspannt, ich konnte alles um mich herum schön genießen und ich habe alles wieder klar Schiff gemacht, nachdem alle weg ware und es war einfach nur ein tolles Gefühl.
    Das sind die Belohnungen, die man erhält, dass man sich für diesen Schritt entschieden hat.

  • Da ist halt auch viel Gewohnheit dabei. Wenn dein Kumpel über Jahre hinweg gewohnt war, dass du trinkst, ist es mit einem Satz nicht aus dem Bewusstsein gelöscht.

  • Hallo Cadda
    Erst einmal Glückwunsch zu fast 4 Monaten ohne Alkohol.Ich stehe ja noch ganz am Anfang.Du schreibst das Du ein Alkoholfreies Zuhause hast habe ich leider noch nicht, ich weiß garnicht wie ich das anstellen soll alle in meiner Familie trinken ab und an ein Wein oder Sekt,ich kann doch nicht alles entsorgen und wenn jemand nächstes mal ein Glas Sekt möchte habe ich nichts da.Ich weiß jeder ist seines Glückes Schmied, bis jetzt hat es mich ja noch nicht gestört.Na ja vielleicht sollte ich das wirklich wie Du machen und die Garage vom Alkohol befreien.Ich finde es auch prima wie Du hier schreibst
    Ein Frohes Fest
    LG.Sven

  • Hallo Sven,


    ich habe in Deinem Tagebuch zu dem Thema ausführlicher geantwortet. Hier nur kurz: Du kannst das entsorgen. Und wenn jemand das nächste Mal was möchte, dann sagst Du, dass Du niemanden verbieten möchtest, Alkohol zu trinken. Aber dass Du entschieden hast, dass Du keinen Alkohol mehr in Deinem Leben möchtest und es daher - zumindest in Deinem Zuhause - keinen Alkohol mehr geben wird, weil Du ihn nicht in DEINER Nähe haben möchtest. Ich weiß ja nicht, wie offen Du mit Deiner Krankheit umgehst, aber wenn Du sagst, dass es einfach zu Deinem Entschluss "dazu gehört", dann wird sich wohl kaum jemand beschweren. Und wenn doch, dann hat derjenige auch Dein Problem nicht verstanden.


    Hallo Hull,
    ich denke, mein Kumpel hat mich einfach noch nicht so ernst genommen, weil ich mit ihm auch noch nicht ausführlich gesprochen habe. Meine engsten Leute haben es mit einem einzigen Satz verstanden. Ich habe gesagt, ich möchte nichts mehr trinken und alle waren so glücklich darüber, dass sie alles dafür tun, es mir leichter zu machen und sie sagen mir, wie stolz sie auf mich sind.


    Mein Kumpel denkt wohl einfach nur "ach, die hat erstmal die Nase voll". Liegt aber auch an mir, weil ich mich halt bei ihm noch nicht ausführlich über das Thema ausgelassen habe. Vermutlich weil ich weiß, dass er der einzige von meinen Freunden ist, der es "schade" finden wird, da er selbst viel zu viel und viel zu oft etwas trinkt. Ich falle dann als Gesellschaft für ihn weg quasi. Also eigentlich ja nicht!! Ich treffe mich trotzdem gern mit ihm. Aber ich befürchte, dass es ihm mit den Treffen auf Dauer nicht mehr so viel Spaß machen wird, wie vorher. Wenn man selbst trinkt, ist es ja schon irgendwie "beruhigender", wenn man nicht allein trinkt, sondern sein Gegenüber gleich mit.


    Wir werden sehen, wie es sich entwickelt...

  • Halloooo....


    Ich melde mich auch mal wieder zu Wort. Es geht mir gut. Ich bin total glücklich darüber, Weihnachten trocken erlebt zu haben. Es war so schön wie lange nicht. Ich konnte es richtig genießen, auch die Zeit davor und jetzt danach. Für die Kinder war es toll und für mich auch!!


    Die Gedanken an Alkohol sind nicht oft da. Ich schaffe es immer, sie zügig wieder loszuwerden.


    Körperlich geht es mir ebenfalls so gut, wie schon lange nicht mehr. Ich habe das Gewicht erreicht, was ich schon so viele Jahre haben möchte. Immer ging es ein paar Kilo vor dem Ziel wieder in die falsche Richtung. Jetzt hab ich es endlich geschafft, dank Disziplin (was ich vorher nie genügend hatte) und dank der Lust, mich zu bewegen. Ich fühle mich richtig gut!


    Ich freue mich das erste Mal seit Jahren auf Silvester. Weil es das erste Msl seit ganz langer Zeit ist, dass ich zuversichtlich in die Zukunft schaue.


    Ich wünsche allen einen guten Rutsch!

  • Hallo Cadda
    Das freut mich das es Dir so gut geht,auch ich habe Weihnachten ohne Alkohol verbracht und es war super,na ja mit meinem Gewicht da werde ich wohl noch ein Jahr brauchen.
    Ich wünsche auch Dir einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr.
    P.S.Alkohol aus der Garage habe ich entsorgt

  • Hallo Sven, das finde ich klasse! Du nimmst Dir die Dinge zu Herzen und bist offen für Veränderungen, das sind sehr gute Voraussetzungen, finde ich. Du bist auf einem guten Weg, das ist doch toll. Da kannst Du stolz auf Dich sein!
    Ohne Alkohol ist das Leben bedeutend schöner, das freut mich immer wieder in vielen Situationen.

  • Ich wünsche allen ein gesundes und trockenes, neues Jahr! Ich habe Silvester mit meiner Familie verbracht und ich bin einfach nur unbeschreiblich glücklich über meinen Entschluss, keinen Alkohol mehr zu trinken. Ich freue mich auf die Zukunft! Das war die schönste Weihnachtszeit seit ganz langer Zeit!

  • Hallo Cadda
    Ich wünsche Dir auch ein Gesundes Trockenes Jahr.Bin gerade vom Silvester Urlaub mit meiner Frau und Freunden zurück.Wir waren in Warnemünde es war sehr schön.Ich habe die Tage natürlich Alkoholfrei verbracht was mir nicht mal schwer viel.Wie Du schreibst bin ich auch total froh darüber Weihnachten und Silvester Alkfrei verbracht zu haben.Es ist so schön alles mitzubekommen und anderen Tag keinen Kopf und kein schlechtes Gewissen zu haben.
    LG Sven

  • Hallo Cadda,


    also, ich habe inzwischen hier Deine sämtlichen Beiträge gelesen, und ich muss sagen, dass ich nicht nur davon beeindruckt bin, wie Du das alles angehst, sondern dass sich Deine Beiträge auch noch dazu sehr sympathisch lessen, so dass man gar nicht mehr aufhören möchte ... :)


    Ich wollte Dir gern einmal eine Frage stellen, wenn ich das darf, und zwar in Bezug auf Dein Trinken und Deine Kinder. (Wenn Du meine Beiträge kurz nachliest, wirst Du sehen, warum ...)


    Wie war das damals, als Du noch getrunken hast? Was haben Deine Kinder davon mitbekommen? Das würde ich gern mal wissen. Auch deshalb, weil ich mich frage, inwieweit Kinder merken, wenn die Mutter trinkt und/oder leicht oder mittelmäßig angetrunken ist, und wie sie damit umgehen?


    Ich danke Dir herzlich im voraus für Deine Antwort!


    LG
    WildRover

  • Hallo Sven,
    Warnemünde ist toll, ich war auch schon ein paar Mal dort. Oder besser gesagt "wir". Naja, das hat sich ja nun leider erledigt....


    Selena: Ja, die Sache mit dem Freund. Ich sehe es halt auch so, dass er ja nicht wissen kann, wie man sich verhalten sollte. Ich glaube wie gesagt, dass er mich bisher auch nicht so ernst genommen hat. So wie er schon mal aufhören wollte, zu rauchen, wo ich ehrlich gesagt auch gedacht habe "na, mal abwarten...", obwohl er so überzeugt von sich war. So hat er halt auch über mich gedacht. Weil ich es einfach nur erwähnt habe, was mein Vorhaben ist, aber richtig über das Problem gesprochen, haben wir nicht.


    Silvester war ich Nachmittags mit mehreren Leuten zusammen. Ich bin dort hin und hatte ihn vorher noch gebeten, also meinen Kumpel, ob er sich dort ebenfalls noch ein Stündchen blicken lässt. Einfach, weil ich ihn gern noch einmal sehen wollte, ne halbe Stunde klönen. Nicht, um ihm irgendwas zu sagen wegen des Themas, sondern einfach so.
    Er ist dann auch hingekommen und hat dann ja gesehen, dass ich - aus seinen Augen betrachtet "nicht mal an Silvester" - etwas getrunken habe. Er sagte da auch irgendwas in die Richtung "Na mal abwarten..". Ich hab nicht darauf reagiert. Allein das hat ihn stutzig gemacht. Sonst war es immer so, dass ich auch gesagt habe "Ja, aber erstmal...".
    Eine halbe Stunde später zog er mich bei Seite und fragte mich, ob ich wirklich GAR NICHTS mehr trinke. Also nie, auch nicht mal EIN Glas und ob ich wirklich auch zukünftig NIE mehr trinken will oder nur auf Partys nicht, aber zu besonderen Anlässen vielleicht doch. Ich hab gesagt, dass ich das nicht werde. Weder auf Partys, noch auf besonderen Anlässen. Das er ja auch weiß, dass mir das noch nie gut getan hat und dass es in den letzten Jahren aus den Fugen geraten ist und ich mich entschieden habe, ein Leben ohne Trinken zu führen.
    Da war der Zeitpunkt gekommen, wo er meine Ernsthaftigkeit geschnallt hat. Er trinkt wie gesagt selbst gern und ich weiß, dass er es vermutlich schade findet, sein Bier nicht mehr mit mir gemeinsam zu trinken bzw. dass ICH kein Bier trinke. Trotzdem hat er mich nach diesem Gedankenaustausch angesehen und gesagt "Das finde ich gut. Ganz ehrlich jetzt. Ich finde es gut".
    Ich hab mich gefreut darüber und ich weiß, dass er es jetzt auch verstanden hat.


    Du warst damals halt sauer auf Deinen Freund, weil er so wenig Mitgefühl hatte, in Deinen Augen. Aber er wusste es halt nicht besser. Meine Freundinnen trinken auch weiterhin ihren Wein, wenn wir irgendwo auf einem Geburtstag oder so sind. Da ist es dann aber auch meine Entscheidung, ob ich da hin gehe oder eben nicht. Denn ICH habe ja das Problem.
    Anders sieht es aus, wenn ICH mich gezielt mit einer meiner Freundinnen verabrede und sie besuche. Dann wird Kaffee getrunken. Das versteht sich auch für meine Freundinnen völlig von selbst.


    Wenn die Leute zu MIR kommen, gibt es auch keinen Alkohol und das wissen alle. Ich habe heute trotzdem öfter Besuch von meinen Freundinnen zum Klönen, als noch vor 4 Monaten. Weil man mich auch wieder gern besucht. Vorher war ja auch eine Unsicherheit da. Passt es gerade? Hab ich vielleicht was getrunken? Man hat sich Sorgen um mich gemacht und konnte sich vermutlich ehrlich gesagt, teilweise auch nicht mehr so ungezwungen
    mit mir treffen. Meine Freunde freuen sich wie verrückt und trinken gern ihren Kaffee mit mir. Wie gesagt, wenn WIR uns gezielt verabreden.


    Ich würde nicht verlangen, dass sie auf einer Veranstaltung meinetwegen nun Selter trinken. Das ist - zumindest für MICH persönlich - nämlich ein großer Unterschied.


    Wild Rover,
    vielen Dank für Deinen Beitrag, der hat richtig gut getan :)


    Ich habe schon vorher etwas von Dir gelesen und eben habe ich mir noch einmal alle Beiträge durchgelesen. Das Thema, das Du ansprichst, ist ein schwieriges für mich. Aber es ist völlig in Ordnung, ich wird Deine Frage gern beantworten.


    Meine Kinder. Das ist der Bereich, wo ich am meisten Schuldgefühle habe. Ich könnte sofort los heulen, wenn ich daran denke, was ich ihnen über die Jahre zugemutet habe. In dem Moment habe ich es nicht so gesehen. Oder schon gesehen, aber es mir schön geredet. So schlimm ist es ja nicht. Andere trinken schließlich auch mal was. Das müssen Kinder auch mal ab können. Ich tu ja schließlich keinem was. Nur weil ich mal betrunken bin oder halt eingeschlafen bin auf dem Sofa.
    Alles dummes Schön-Gerede. Aber mir blieb in dem Moment ja nichts anderes übrig, weil ich ja meiner Sucht weiter nachgehen wollte/musste.


    Ich kann im Nachhinein sagen, dass ich meinen Kindern ganz Schreckliches damit angetan habe. Ja, sie haben sogar manchmal geweint. "Mama, Du bist schon wieder so komisch".
    Sie wollten nicht mal kurz allein bleiben, wenn ich mal kurz irgendwo hin wollte, zu einem Freund oder so. Heute weiß ich warum. Weil sie Angst haben, ich könnte da Alkohol trinken und "komisch" wieder nach Hause kommen. In den letzten Wochen hat sich das nämlich komplett verändert. Sie haben kein Problem mehr damit, für kurze Zeit allein zu bleiben, wenn ich irgendwo hin fahre. Weil ich ja ganz "normal" wieder nach Hause komme.


    Meine Kinder mussten mich leider öfter schon betrunken erleben. Wie gesagt, ich bin nie ätzend ihnen persönlich gegenüber gewesen. Aber von meinem Verhalten im allgemeinen her, war ich ja ätzend. Betrunken halt. Wie soll man das als Kind schon finden, wenn man betrunken auf dem Sofa einschläft oder einem dabei ein Glas runter fällt oder die Kinder was von einem wollen und man kaum wach wird...


    Ich schäme mich so was von dermaßen, was ich durch diese widerliche Sucht den Kindern angetan habe.


    Nun ja, jedenfalls musste es nicht einmal so ausarten, um die Kinder unglücklich zu machen. Selbst die kleinste Veränderung durch Alkohol fanden die Kinder furchtbar. Ich hab mir natürlich Mühe gegeben, dass die Kinder nichts merken und es ist auch nicht immer so ausgeartet, wie oben beschrieben. Oft habe ich mir abends erst ein Glas Wein eingeschenkt und solange die Kinder wach waren, war ich der Meinung, dass ich noch alles im Griff hatte. Aber das hat schon gereicht. Allein das Überdrehte, wenn ich gerade das erste Glas angefangen hatte, fanden die Kinder fürchterlich. Sie haben SOFORT eine Wesensveränderung wahr genommen und das auch oft gesagt. "Mama, Du bist schon wieder so komisch". Und das zu Zeitpunkten, wo ich wirklich noch gedacht habe "Das kann doch nicht sein, ich hab noch nicht mal mein erstes Glas aus, wie sollen die das denn jetzt merken". Aber sie waren schon so empfindlich bei dem Thema... Ja, ich nannte es EMPFINDLICH für mich, vermutlich, um es mir schön zu reden.


    Dabei waren sie einfach EMPFINDSAM und zwar zu Recht. Ein Kind möchte seine Mutter so, wie sie "gehört". Normal eben. Klar kann man mal sauer sein, mal traurig, mal lustig. Aber die Kinder haben SOFORT gemerkt, wenn ein Gefühl nicht aus Normalität entstanden ist, weil es eben im Alltag gerade so war oder sich so ergeben hat. Sie haben SOFORT gemerkt, wenn es ein "künstlich herbei geführtes" Gefühl durch Alkohol war.


    Während ich das schreibe, muss ich echt heulen. Weil ich mich so schäme und ihnen gegenüber solche wahnsinnigen Schuldgefühle habe. Ich habe auch mit meiner Therapeutin darüber gesprochen. Man kann die Schuld nicht abschütteln, aber man muss sich klar darüber sein, dass man ja jetzt eine Veränderung herbei geführt hat. Schlimm wäre es, wenn der Zustand bleibt. Aber jetzt habe ich etwas verändert und auch DAS merken die Kinder.


    Ich habe auch ganz offen mit meinen Kindern gesprochen. Sie sind zwar noch nicht so alt, um die 10 Jahre, aber sie sind alt genug gewesen, zu erkennen, was der Alkohol mit mir macht. Also sind sie meiner Meinung nach auch alt genug, um ihnen zu sagen, warum das so ist.


    Ich habe den Kindern am Tag, als ich beschlossen habe, aufzuhören, das genau so mitgeteilt. Ich habe ihnen gesagt, dass ich von nun an keinen Alkohol mehr trinken werde. Die Kinder haben mich umarmt und waren so was von erleichtert. Da wurde mir nochmal so richtig bewusst, wie sehr das eine Last für sie war. Als ich gesehen habe, wie die Last abgefallen ist. Ich habe Sätze gehört wie "Das war die schönste Entscheidung in meinem Leben". Sprich, MEINE Entscheidung, war die schönste Entscheidung in SEINEM Leben. Das sagt doch eigentlich alles.
    Wie sehr man Verantwortung trägt. Wie wichtig die eigenen Entscheidungen für das Leben der Kinder ist.


    Meine Kinder vertrauen mir wieder. Sie wissen, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Sie sehen, dass ich jetzt wieder IMMER normal bin. Ich bin verlässlicher auch in Kleinigkeiten. Ich bin natürlich auch viel glücklicher und auch dann kann man eine bessere Mutter sein.


    Ja, so viel dazu... Ich kann die Vergangenheit nun nicht mehr rückgängig machen und nicht nachträglich verändern. Aber ich kann die Gegenwart und Zukunft beeinflussen und damit hoffentlich wieder ein paar Dinge gut machen.

  • Zitat von Cadda

    ...Meine Kinder vertrauen mir wieder...


    Liebe Cadda,


    das ist etwas sehr, sehr Wichtiges!
    Darauf kannst Du mit Fug und Recht stolz sein.
    Du hast Dir damit ein Fundament gebaut, auf dem aufzubauen lohnt.


    Mit Deinem Beitrag machst Du Mut.
    Gerade Leute, denen der letzte Impuls noch fehlt,
    das trockene Abenteuer zu starten,
    bekommen dadurch vielleicht den notwendigen Anstoß.


    Viele Grüße und Danke für Deine Offenheit
    Correns

  • So, und nun, wo ich gerade so offen und ehrlich bin, möchte ich mich noch einmal zu Wort melden.


    Ich schleppe es schon einige Zeit mit mir rum und lese immer wieder Beiträge, was das Thema betrifft, wie man sich am besten in Bezug auf Veranstaltungen verhält, bei denen Alkohol konsumiert wird.


    Ich war schon ein paar Mal kurz davor, in entsprechenden Tagebüchern auf das Thema einzugehen. Ich stolpere immer wieder über dieses Thema und da es allgemein ein Thema zu sein scheint, bei dem Unstimmigkeit oder unterschiedliche Handlungsweisen bestehen, habe ich gedacht, ich schreibe einfach mal in meinem eigenen Faden etwas dazu.


    Ich hab hier nun schon einige Komplimente geerntet über meine Sichtweisen oder wie ich alles angehe. Darüber freue ich mich natürlicher einerseits, aber ich weiß ins Geheim eigentlich, dass viele auch die Hände über dem Kopf zusammen schlagen würden, wenn sie wüssten, wie ich so mit dem Thema "Orte an denen Alkohol getrunken wird" umgehe.


    Ich lese oft gerade von den Leuten hier, die schon lange trocken sind, die sehr entschlossene Meinung, dass man solche Veranstaltungen meiden sollte. Ich habe mir diese Berichte auch ALLE sehr zu Herzen genommen und nehme mir immer sehr viel Zeit, auch nachträglich noch darüber nachzudenken. Ich habe nämlich sehr viel Respekt vor den Leuten, die hier schon so lange trocken sind und es stimmt, an der Vorgehensweise muss ja etwas richtig sein, sonst wären sie ja nicht so lange trocken.


    Dieser Satz "einfach nur nichts trinken" reicht nicht. Der sitzt mir auch ganz tief im Kopf. Ich bin mit meinen vier Monaten Nüchternheit hier noch am Anfang und ich kann nicht ausschließen, dass sich meine Meinung zu einigen Dingen noch ändert. Momentan kann ich aber machen, was ich will. Ich kann mich mit dem Gedanken einfach nicht anfreunden, alle Veranstaltungen oder Orte zu meiden, an denen Alkohol konsumiert wird.
    Ich handhabe es zur Zeit so, dass ich nicht alle Veranstaltungen meide.


    Ich habe sicherlich einiges geändert, aber nicht alles. Wenn ich weiß, dass sich 3 oder 4 meiner Kumpels irgendwo treffen und da einen saufen, dann werde ich dort mit Sicherheit nicht aufschlagen. Ich muss auch ehrlich sagen, dass es gewisse "Kumpels" gibt, mit denen ich mich gar nicht mehr getroffen habe, seit dem ich nichts trinke. Es sind halt keine Freunde, sondern nur Kumpels, die mir gelegen kamen, weil sie immer schön mit gesoffen haben. Dahingehend hat sich etwas verändert. Bekomme ich da eine Nachricht, dass man sich zum Klönen treffen will, weiß ich sofort, dass ich nicht hingehe und das werde ich auch zukünftig nicht tun. Die "Freundschaft" mit den Leuten hat sich quasi eigentlich jetzt schon erledigt.


    Wenn ich mich mit meinen Freundinnen VERABREDE, ist ebenfalls klar, dass es keinen Alkohol gibt. Ich habe in meinem Beitrag davor ja schon davon berichtet. Es wird ausschließlich Kaffee getrunken und das wars.


    Bei mir zu Hause gibt es generell kein Alkohol mehr, auch nicht für Besucher. Ich möchte keinen Alkohol bei mir haben. Punkt.


    Aber jetzt kommt das große Aber: Wenn einer meiner Freunde, und damit meine ich nicht die Kumpels, die eigentlich nur zum Saufen da waren, sondern wenn wirklich einer meiner Freunde oder Freundinnen Geburtstag haben, dann gehe ich hin.
    Ich weiß, dass das viele verantwortungslos finden und absolut nicht nachvollziehen können. Deshalb hab ich bisher über das Thema auch wenig geschrieben. Aber ich bin ja nicht hier, um mir oder anderen etwas vorzumachen. Ich mache mir meine Gedanken zu dem Thema und bislang konnte ich für mich einfach nicht entscheiden, solchen Anlässen fern zu bleiben. Ich stehe einfach für MICH nicht hinter dieser Meinung, obwohl ich die Meinung von anderen schon irgendwo nachvollziehen kann. Stichwort Risikominimierung!!


    Ich will hier keinesfalls mit dem Kopf durch die Wand und ich möchte nicht behaupten, dass die von mir zur Zeit gewählte Vorgehensweise die Richtige ist. Ich sehe immer gern verschiedene Sichtweisen. Ja, ich weiß, dass es beim Thema Alkohol nur schwarz oder weiß gibt. Alle haben das selbe Problem und sicherlich haben auch alle das gleiche Ziel, nämlich trocken zu bleiben. Ja, die Gedanken an Alkohol hat man zwangsläufig, wenn man Menschen trinken sieht. Ich denke auch nicht "Juhu, jetzt war ich so stark und hab die Situation gemeistert". Mir ist klar, dass auch Tage später noch das Suchtgedächtnis anspringen kann.


    Für mich ist es auch ganz wichtig, das Suchtgedächtnis bekämpfen zu können und ich finde es selbst nicht schön, wenn es anspringt. Ja, Trockenheit steht über allem und ist das Wichtigste.


    Ich weiß wie gesagt nicht, wie ich in der Zukunft damit umgehen werde. Ob sich meine Sichtweise noch verändert. Ich möchte aber meine Gedanken dazu mitteilen, auch wenn ich die Kritik und Standpunkte von Einigen kenne und nachvollziehen kann.


    Ich war neulich beispielsweise auf einer Veranstaltung draussen im Garten bei Freunden. Bei Wind und Wetter mit ganz vielen Feuerkörben, Stehtischen. Mit Erwachsenen und mit Kindern. Mit Grillen in der Kälte. Mit Punsch, mit anderen Getränken. Mit heißer Schokolade, mit Kannen Tee, mit Selter und mit Mix-Getränken. Es gab einige Leute, die haben Alkohol getrunken. Es war - jedenfalls solange ich da war - aber keinem irgendein Suff anzumerken. Viele waren mit dem Auto dort und haben - genau wie ich - Tee oder heiße Schokolade getrunken. Es war so ein wahnsinnig schöner Abend mit guten und tollen Gesprächen. Ich habe Leute getroffen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Leute, bei denen Alkohol im Leben nicht so eine große Rolle spielt, wie bei den Leuten, mit denen ich mich sonst getroffen habe.


    Zu Saufzeiten war ich zu dieser Veranstaltung, die nur ein Mal im Jahr stattfindet, ebenfalls immer eingeladen und bin in den letzten Jahren nur ein Mal da gewesen. Ansonsten war mir das immer zu langweilig dort. Ich hab lieber mit den "Kumpels" gefeiert, die sich ordentlich abgeschossen haben. Ich habe erst JETZT, wo ich nicht mehr saufe, Lust gehabt, zu dieser Veranstaltung zu gehen und mich mit genau den Leuten zu treffen, die dort sind.


    Was ich damit sagen will. Es gibt auch Veranstaltungen, an denen zwar Alkohol konsumiert wird, die aber letztendlich weniger mit Saufen zu tun haben, als die Veranstaltungen, die man vorher besucht hat. Ich habe genau durch diese Treffen, an denen ich jetzt teilnehme und vorher nicht, Menschen besser kennen gelernt. Das sind Menschen, mit denen ich mich jetzt z. B. auch zum Sport treffe. Diese Leute hab ich über die Jahre komplett aus den Augen verloren und durch diese Treffen habe ich die Leute wieder besser kennen gelernt und sie haben auch vermutlich jetzt erst wieder Lust darauf, MICH zu sehen, weil ich eben nicht mehr so sehr neben der Spur bin.


    Diese Treffen (das waren in den letzten Monaten 2 Geburtstage, dieses "Abgrillen" draussen und ein Mädels-Treffen mit mehreren Frauen, zu denen ich halt nie den Draht gefunden hatte, weil sie mir zu "vernünftig" waren) haben mich letztendlich total glücklich gemacht. Ich war endlich mal wieder unter "normalen" Leuten, die eben nicht nach zwei Stunden schon total hacke sind. Ich hab die Abende so was von genossen, es waren tolle Gespräche. Ich hätte nicht verzichten wollen auf diese Abende, "nur" weil einige Menschen dort Punsch, statt heißer Schokolade getrunken haben.



    Auch der Weihnachtsbasar hier im Dorf war für mich ein total toller Tag. Ich bin hingegangen und hatte gute Gespräche und einen ganzen Haufen Spaß. Man hat mal wieder mit Nachbarn geklönt und ist mit anderen Leuten aus dem Dorf zusammen gekommen. Als es dort mehr zur Sache ging, was den Alkohol angeht, bin ich nach Hause gegangen. Für mich war es genug.


    Ich weiß nicht, ob ich erklären kann, worum es mir geht. Ich weiß, dass ich auch soziale Kontakte pflegen kann, indem ich mich gezielt verabrede. Aber einige dieser Veranstaltungen, gerade wo man spontan mal mit dem und mal mit dem klönt, fand ich sehr schön.


    Ich weiß nicht, wie ich in einigen Wochen darüber denke. Ich habe auch mit meiner Therapeutin darüber gesprochen. Auch unter den Therapeuten scheint es hier ja unterschiedliche Einstellungen zu geben. Für manche ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass das gar nicht geht und manche sagen, es ist völlig in Ordnung, dass jeder das für sich allein entscheidet.


    Manche Dinge leuchten mir ein und ich stehe auch total dahinter. Ich würde z. B. nie ein alkoholfreies Bier oder alkoholfreien Sekt (selbst WENN es wirklich alkoholfrei wäre) trinken. Bei mir Zuhause gibt es keinen Alkohol, auch nicht für Besucher.


    Bei dem Thema Veranstaltungen entscheide ich das immer vorher neu. Wenn ich mich allerdings entscheide, dass ich zu einer Veranstaltung hingehe, dann verheimliche ich dort nicht, dass ich keinen Alkohol trinke. Ich werde auch gar nicht mehr gefragt, weil mein Umfeld es weiß.


    Ich habe es ja nur meiner Familie und meinen engsten Freunden gesagt. Aber inzwischen hat sich das so sehr rumgesprochen, dass mich keiner mehr fragt oder mir unaufgefordert eine Selter in die Hand drückt.



    So, es hat zwar niemanden etwas gebracht, dass ich meine Gedanken diesbezüglich nun aufgeschrieben habe, weil auch weiterhin dieses Thema sehr umstritten sein wird. Aber ich wollte meine Gedanken hierzu trotzdem einmal loswerden. Weil ich denke, dass ich nicht hier bin, um meine Vorgehensweise zu verheimlichen.

  • Hallo Cadda,


    erst dachte ich dass jetzt wieder Gründe kommen weshalb Dies und Das bei dir nicht geht,


    dann habe ich den ganzen Beitrag gelesen und bin überrascht.


    Du hast dir wirklich Gedanken gemacht wie du dein weiteres Leben gestalten willst.


    Du hast, für die Zeit die du jetzt nicht mehr trinkst, schon sehr viel gelernt und umgesetzt.


    Ich halte es zwar immer noch für etwas früh sich, auch wenig, Alkohol auszusetzten,


    wenn du damit aber ohne Suchtdruck klar kommst werde ich dich nicht daran hindern können :lol:


    Ich finde es toll dass du das Thema angesprochen hast, das trauen sich nicht alle User.


    LG Martin

  • Moin Cadda,


    du hast offen und ehrlich beschrieben, wo du stehst, gut so. Du schreibst hier für dich, es geht um deinen Weg in ein trockenes Leben.


    Ich habe mich gerade in deinem Beitrag erkannt. Sehr ähnlich habe ich vor nun fast 10 Jahren meinen Weg gestartet. Falsch kann er für mich nicht gewesen sein, denn ich lebe mein nüchternes Leben mit allen Höhen und Tiefen, frei von Suchtdruck, ohne Verzichtsgedanken.


    Meine alkholfreie Zone befindet sich fest verankert in meinem Kopf. Entscheidend ist, dass ich mich selbst als alkholkrank akzeptiere, ich verinnerlicht habe, dass Alkohol für mich keine Option ist, dass ich diese Haltung klar und deutlich lebe.


    Ich kann nur den trockenen Weg gehen, der für mich gangbar ist, den ich aufrecht gehen kann.


    Du wirst für dich ganz sicher, wenn du es denn wirklich willst, auch mit Hilfe der vielseitigen Beiträge hier, deinen Weg finden.


    Du gehst ihn für dich, nur für dich.


    LG PB

    Es nützt nichts Jemandem eine Brücke zu bauen, der gar nicht auf die andere Seite will.

  • Hallo Cadda,
    Du schriebst:

    Zitat

    Aber jetzt kommt das große Aber: Wenn einer meiner Freunde, und damit meine ich nicht die Kumpels, die eigentlich nur zum Saufen da waren, sondern wenn wirklich einer meiner Freunde oder Freundinnen Geburtstag haben, dann gehe ich hin.
    Ich weiß, dass das viele verantwortungslos finden und absolut nicht nachvollziehen können.


    Es ist vielleicht manchmal etwas auch missverständlich rüber gekommen.
    Ich rate nicht davon ab, nie wieder einen Geburtstag von Freunden zu besuchen, auch wenn dort das ein oder andere an Alkohol getrunken wird.
    Ich rate nur davon ab, sowas zu tun, wenn man noch nicht lange abstinent lebt.
    Denn dann ist die Abstinenz noch so fragil und ruck-zuck säuft man selbst wieder mit.
    Ich schreibe ja sowas nicht, um anderen vom Feiern abzuhalten.
    Sondern aus der Erfahrung heraus, was ich hier eben auch schon oft gelesen habe.
    Ich persönlich halte es eben für wichtig, sich erstmal eine stabile Trockenheit aufzubauen, und das kann nun mal nicht in wenigen Wochen oder Monaten geschehen.
    Denk mal dran, wie lange wir teilweise gesoffen haben... da muss erstmal einiges inner Birne neu geordnet werden.
    Und ich frage mich oft, warum gibt man sich denn nicht einfach mal selbst die Zeit dazu?
    Angst, irgendwas zu verpassen?
    Was denn ? Die Welt dreht sich auch weiter, auch wenn wir nicht auf jeden Geburtstag erscheinen :wink:


    Im Endeffekt muss jeder selbst wissen, was er oder sie tut.
    Mir persönlich ist es auch irgendwo echt egal, ich warne halt vor bestimmten risikonbehafteten Verhalten, tut es jemand trotzdem, was gehts mich an?
    Ich bin trocken.
    Und wenn jemand anderes wieder anner Pulle hängt, weil er es besser wußte, dann nur zu.
    Das bin ja nicht ich.
    Ich lebe mein Leben, bin darin glücklich und zufrieden, und das seit über 15 Jahren trocken.
    Und daran waren sicher nicht zuletzt die hier sog. Grundbausteine dran "schuld" :wink:
    Ich bin damit bisher gut gefahren, warum also etwas gut funktionierendes ändern.


    Mein soziales Leben ist in meinen trockenen Lebensjahren im übrigen sehr viel lebhafter und reichhaltiger gewesen, als es das zu Lebzeiten je war.
    Darum langweilt mich auch das Gelaber von "es wird ja überall Alk konsumiert" und dieses ganze Blabla... weils einfach nicht so ist.
    Man sieht, was man sehen will.
    So war das schon zu Saufzeiten und so bleibt das auch evtl. später, weil man innerlich zu bequem für Veränderungen ist.
    Aber auch das soll mir egal sein.
    Mein Leben ist mein Leben und das Leben anderer ihres. :wink:


    LG Sunshine

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!