• Hallo,

    Vormittags kommt meine Mutter oder eine Bekannte und geht mit unserem Hund spazieren. Nachmittags ich und mein Kleiner;). Schneeschieben müssen wir auch...im Moment hält es sich ja in Grenzen...macht uns zudem viel Spaß.
    Das Problem an diesen Selbsthilfegruppen, die haben eben nur abends Termine, da muss ich eben zu hause sein, weil ich ein kleines Kind habe. Oder kann man da kleine Kinder mitnehmen? Würde meiner Meinung nicht bringen, weil man sich dann auch nicht auf das Wesentliche fokussiert.
    Zum anderen fühle ich mich hier im Forum auch recht wohl und gut aufgehoben.
    Wegen des Urlaubs werde ich dann dieses Jahr wahrscheinlich umplanen....wenn ihr alle der Meinung seid, dass das ratsam ist. Vielleicht ja ein paar Tage zelten...? Ich kann zwar nicht behaupten, dass ich Urlaub und Alkohol zwingend miteinander verbinde, weil ich eben meistens zu hause getrunken habe, aber eben auch im Urlaub....eigentlich war es egal ob Urlaub oder nicht....getrunken wurde eben immer...

  • Hallo Ag & Willkommen im Forum! :D

    Mit dem Forum stehst du nicht alleine da, wenn es um Suchtfragen geht. Sollte dir das nicht ausreichen, findest du bestimmt einen Weg, an einem Abend in der Woche eine Betreuung für den Kleinen zu organisieren.

    Urlaub... Wie hast du bisher Urlaub gemacht? Wie war das Element Alkohol in ihm eingebaut & organisiert?
    Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Ferienwohnung. Hund kann in vielen Fällen mit, eine Minibar im Zimmer gibt es nicht, ebenso wenig eine Hotelbar.
    Wenn dann der Strand noch frei von irgendwelchen Suffbuden ist, passt es.
    Dann bleibt nur der Versorgungseinkauf im Supermarkt als Gefahrenquelle. Die hast du aber zu Hause auch.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Linde,
    ja, stimmt, Aliengirl hat das Forum hier gefunden, aber Aliengirl ist nicht stabil und ich (und sie selber auch) denke, dass das Forum alleine dauerhaft nicht reicht.

    Ich kann hier wieder nur aus meiner Sicht schreiben, diese ist subjektiv, aber hier ist ja jedes Posting subjektiv:

    Absolute Prio Nr. 1 bei mir ist die Trockenheit und der absolute Wille, vom Alkohol wegzubleiben. Ich würde mir ne Glatze schneiden oder die Haare lila färben oder nachts um 3 zu nem Vodoo-Priester gehen, wenn es der Trockenheit dienen würde.

    Dies soll nicht bedeuten, dass mir meine Beziehung oder mein Job oder mein Umfeld und alle sich daraus ergebenden Zwänge und Verpflichtungen egal sind, im Gegenteil...

    Die ganzen anderen Dinge würden wieder kollabieren, wenn ich wieder saufe. Also primär alle Energie in Nicht-Saufen stecken, am wichtigsten bin ich!

    Alles andere bearbeite ich dann aus dem nach wie vor anhaltenden Zustand der Trockenheit und der daraus resultierenden Stärke. Ich käme ja auch nicht auf die Idee, nicht mehr zu atmen, weil ich stattdessen einen Kunden anrufen muss...

    Ich käme niemals auf die Idee, die Trockenheit zu untergraben, weil ich jetzt im Bereich x dies machen muss, im Bereich y das oder im Bereich z das. Ich war vor zwei Wochen beim Zahnarzt, da war der erste Step, um die Altlasten im Mund zu entfernen und in der Folge hatte ich im Oberkiefer keine Zähne mehr.

    Ich bin dann Dienstag dennoch zahnlos zur Gruppe gegangen, habe komisch gesprochen, sah sch... aus... Ich wäre aber niemals auf die Idee gekommen, nicht zur Gruppe zu gehen, da könnten 3 Meter Schnee liegen oder ich könnte 40° Fieber haben oder drei Kunden drohen wir mit Millionenaufträgen, wenn ich Dienstags 17 Uhr vorbeikomme...

    Dienstags 17 Uhr hat der Thomas keine Zeit, und dies im Sinne "Ich habe etwas anderes, wichtigeres vor"

    Ich war nach dem Zahnarzt auch nicht deshalb trotzdem in der Dienstagsgruppe, obwohl ich beim Zahnarzt war, sondern ich war beim Zahnarzt, obwohl ich danach Dienstagsgruppe hatte.

    Und eben diese absolute Priorisierung auf die Trockenheit sehe ich bei Aliengirl nicht.

    Frage Dich mal, Aliengirl, ob die "logistischen" Gründe wirklich die Gründe sind, wieso Du nicht Angebot x oder y nutzt oder ob es nicht in Wirklichkeit den Grund hat, dass Du unsicher bist und Angst hast, direkt mit dem Problem Alkohol konfrontiert zu werden. Willst Du den Kampf wirklich weiter selber führen mit all dem Hin und Her?

    Meiner Meinung nach gibt es eine nach unten offene Skala bei jedem Alkoholiker, von mir aus von 1(Anfang) - 10 (Ende).... Was jetzt kommt, ist vollkommen willkürlich von mir und soll nur ein Beispiel sein:
    Bei 4 oder 5 ist die Sache noch reparabel, darüber hinaus wird es immer schwerer, ist man dann bei 8 oder 9 angelangt, ist eh alles finitio.

    Ich habe alle Skalierungen in der Entgiftung und auch danach getroffen.

    Es ist hier sehr wichtig, dass wir behutsam und sensibel miteinander umgehen, gerade dann, wenn diejenige, über deren Problem man schreibt, auf dünnem Eis steht. Umgekehrt sind aber ab und an auch deutliche Worte gefragt...

    Aliengirl, Du hast ohne Frage viel um die Ohren und dies scheint bei der Bewältigung Deines Alkoholproblems hinderlich. Die Sache wird sich aber von selber erledigen, wenn Du nicht die Trockenheit zu 100% priorisierst, denn

    Wenn Du wieder säufst, ist absehbar Dein Sohn weg
    Wenn Du wieder säufst, ist absehbar Dein Job weg
    Wenn Du wieder säufst, sind absehbar der Hund und der Garten und eben alles weg!

    Es geht von selber, in der oben genannten Skalierung von 5 auf 7 zu rutschen, man muss nur weiter- oder wieder saufen. Der Rückweg wird aber immer länger (und auch hier wieder der Verweis auf den einen oder anderen aus der Entgiftung) und irgendwann ist er schlichtweg unmöglich.

    Ist vielleicht wie beim Krebs: Früherkennung kann Leben retten, je später man zum Arzt geht, desto geringer sind die Heilungschancen.

  • Moin Aliengirl,

    ich lese dich von Anfang an mit, finde gut, wie du deinen Weg gehst und komm jetzt auch bei dir vorbei.

    Klasse, dass du her gefunden hast. Von mir kann ich dir schreiben, dass ich ausschließlich mit diesem Forum trocken geworden bin. Vor fast 10 Jahren habe ich, völlig am Ende, dieses Forum gefunden, habe hier gelesen und geschrieben, bin seitdem nüchtern und habe für mich meinen Weg in ein wunderbares leben ohne Alkohol gefunden.

    Ich habe hier viel gelesen, habe jeden Beitrag sehr ernst genommen,darüber nachgedacht, ob und oder wie er mir hilft, meinen Weg korrigiert, meine Haltung verändert und so meinen Kopf alkoholfrei bekommen.

    Erst viel später habe ich mir eine reale SHG gesucht, ganz einfach, um auch einen privaten alkoholfreien Freundeskreis aufzubauen.

    Ich schreibe dir hier meine Erfahrungen, meinen Weg. Deinen Weg musst du selbst finden. Du findest ihn, wenn du hier genau "hinhörst" und ihn wirklich gehen willst.

    LG PB

    Es nützt nichts Jemandem eine Brücke zu bauen, der gar nicht auf die andere Seite will.

  • Guten Morgen zusammen... ich finde es gut, dass hier unterschiedliche Berichte zustande kommen. Denn bei diesem Thema geht nun einmal jeder seinen eigenen Weg. Nur, weil ich keine Therapie mache oder in eine reale Selbsthilfegruppe gehe, bedeutet das nicht, dass mir meine Trockenheit weniger wichtig ist.

    Einigen hilft eine Therapie, andere empfinden sie als belastend und Zwang. Ähnlich verhält es sich mit Gruppen usw.

    Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

  • Hm, zum Thema Hund könnte ich auch ein Buch voll schreiben. Das war für meinen Mann dann auch der Hauptgrund, keine Langzeittherapie zu machen. Einer der Gründe.
    Als er nach einer OP laufunfähig war, habe ich den Hund auch alleine versorgt, und überhaupt sehr oft.
    O.k. Arbeitstermine lasse ich gelten, aber dafür gehts eben einen anderen Tag. Und - wie ich schrieb - man findet Personen aus den Gruppen, die für einen vielleicht auch mal nach 20 Uhr, oder am WE telefonisch erreichbar sind. Mein Mann hätte die Chance gehabt!
    Bis zu meiner Trennung hatte ich JEDE MENGE Gründe, nicht auszuziehen!
    Das Elternhaus, die Eltern drin, die Kinder, die Hunde, mein finanzieller Verlust.....
    MIt HIlfe meiner Therapeutin in der Reha sind diese Gründe Punkt für Punkt aufgeschrieben und gelöst worden. Plötzlich ging ALLES.
    Jetzt habe ich eine eigene Wohnung für mich und meinen Hund, mit einer lieben Nachbarin, die diesen bei Bedarf bestens versorgt.
    Es ist nicht alles perfekt, aber viiiiiiiiiiieeeellll besser als je zuvor!

    Gruß, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Guten Tag ihr da Draußen:)

    Ich wollte nach Thomas Betrag nur nochmal erwähnen, dass es meine Priorität ist ohne Alkohol mein restliches Leben zu leben. Allerdings habe ich das Gefühl, dass mir meine Besuche im Fitnessstudio sehr gut tun. Das kann ich eben auch gut nach der Arbeit machen. Ich fahre denke ich für mich mit meiner neuen Freizeitgestaltung und diesem Forum hier recht gut und habe nicht das Verlangen noch eine weitere SHG zu besuchen. Ich lebe jeden Tag bewusst nicht mehr zu trinken und die Kommunikation hier hilft mir mich ständig daran zu erinnern und an mir zu arbeiten. Ich gehe bewusst Gefahrsituationen aus dem Weg und bin sehr dankbar aus Euer allen Erfahrungen zu lernen....
    Und es gibt tatsächlich Menschen, die es auch mit ihrem eigenen Weg und diesen Forum schaffen dauerhaft abstinent/ trocken zu leben. Das gibt mir Mut und Zuversicht, dass auch dies mein Weg ist.

  • Aliengirl,

    eine SHG kann oder kann nicht ein Weg für Dich sein.... keine Ahnung, musst Du beurteilen....

    Da es ketzerisch wäre, frage ich jetzt nicht, wieso Du denn keine SHG oder was auch immer besuchen kannst, weil dann ja niemand auf Deinen Sohn aufpasst, aber das Fitnessstudio nach der Arbeit ist machbar...

  • Hallo Aliengirl,

    Meine SHG ist und war auch dieses Forum hier.
    Ich war auch mal bei den AA, aber das war gar nix für mich, da habe ich mich so schnell wie möglich wieder verdrückt.
    Dann hatte ich zwischendurch für ca. 2 Jahre auch mal eine andere reale Gruppe, die diesem Forum hier beinahe zu 100% glich (in Sachen "Grundbausteinen").
    Hauptsächlich war aber dieses Forum hier meine SHG, ich war allerdings schon 4 Jahre trocken, als ich herkam.
    In diesen ersten 4 Jahren war ich ganz ohne Gruppe.
    Würde ich aber so nicht weiter empfehlen.

    LG Sunshine

  • Ja, der Kindergarten ist eben bis 16:00 geöffnet, da habe ich noch etwas Zeit nach der Arbeit, bevor ich meinen Kleinen abhole. Abends habe ich leider keine Betreuung und der Kindergarten ist eben auch schon zu. Zum anderen empfinde das hier als richtige SHG und nicht als irgend etwas anderes.

  • Hallo Aliengirl,

    es gibt verschiedene Meinungen, mir reicht auch unser Forum.

    Ich hätte Bedenken dass ich einer anderen Gruppe andere Wege aufgezeigt werden.

    Dann wüsste ich nicht was denn jetzt richtig ist.

    LG Martin

  • Ich finde es von Dir, Thomas, etwas vermessen zu behaupten zu wissen wo meine Priorität liegt oder eben nicht liegt....und ob ich nicht zu 100% dahinter stehen würde und für meine Verhältnisse alles machbare tue....und vor allem was mir gut tut und das Richtige für mich ist.
    Der Hund, die Katze, der Garten sind sicherlich keine Gründe keine reallife ShG zu besuchen, und ich würde dies auch wahrnehmen, wenn ich davon überzeugt wäre, dass eine reallife SHG eben zwingend zu meinem Weg gehört abstinent zu bleiben.

  • Moin Aliengirl,

    du musst hier keinen überzeugen, geht eh nicht. Die Erfahrung habe ich jedenfalls am Anfang gemacht. Entscheidend ist, dass du von deinem Weg überzeugt bist, du ihn konsequent gehst und zu dir stehst.

    Es hat mir aber auch nicht geschadet, jedes Argument zu überdenken.

    LG PB

    Es nützt nichts Jemandem eine Brücke zu bauen, der gar nicht auf die andere Seite will.

  • Zitat von Vollwaise

    Hull, gemeint war, dass bei allen anderen Dingen, die einem schaden oder schaden könnten, die Logik greift. Nur beim Alkohol eben nicht....

    Diese Pauschalaussage ist bei genauer Abstraktion aber nicht richtig. Alkoholmissbrauch hat keine außerordentliche Stellung in der menschlichen Psyche. Auch vermeintlich unlogische Entsheidungen entspringen der menschlichen Logik. Ich kann z. B. genau erklären, weshalb ich Alkohol getrunken habe und weshalb ich dies nie wieder tun werde. Das gilt auch für Rauchen und sonstige Tätigkeiten, die ich mittlerweile als unnütz ansehe, ohne dass sich die Eigenschaften dieser Tätigkeit geändert haben. Die Sichtweise ist nun eben eine andere.

  • Ich wünsche Allen ein schönes Wochenende:)
    Habe total gut geschlafen heute Nacht, so richtig tief....das Gefühl wirklich komplett erholt aufzuwachen ist fantastisch:)
    Heute Sport, was Leckers gegessen und jetzt Zeichentrickfilme schauen mit meinem Kleinen auf dem Sofa, toller Tag:)
    Seit ich nicht mehr Trinke, koche ich nicht mehr so gerne....habe früher immer in der Küche während des Kochens das erste und zweite Glas Wein getrunken. Vielleicht möchte ich unbewusst diese Situationen meiden, vielleicht macht das Kochen ohne Wein auch weniger Spass? Habt ihr eine Idee? Oder evtl einen Lösungsvorschlag?

  • ich hab auch immer gesoffen beim kochen. koche jetzt abe noch lieber wie vorher. bin jetzt auch experimentierfreudiger..

    iwie tu ich jetzt alles lieber...

    ich habs mit diesen dingen mittlerweile so: geb den dingen ne chance. also ne echte chance.

    wenns dann ned gefällt isses halt nur schöngesoffen worden.

    ausprobieren.

  • Zum Trocken bleiben gehört eine bedingungslose Ehrlichkeit sich selber und seinen engsten Angehörigen gegenüber.

    Wenn Du die hast, ist doch alles in Ordnung.

  • Mitunter einer der Gründe für meinen damals recht spontanen Entschluss keinen Alkohol mehr zu trinken, war ein Gespräch mit einem sehr sehr engen Freund, den ich schon fast 20 Jahre lang kenne. Wir haben uns im Ausland damals kennengelernt und habe damals viel miteinander getrunken. Wir haben immer in unterschiedlichen Teilen Deutschlands gewohnt, haben uns alle paar Jahre mal gesehen und meistens im Suff unsere damaligen Beziehungen zerstört oder stark gestört, weil wir mit einander dann in der Kiste gelandet sind. Gut wir hatte lang keinen Kontakt, vor Weihnachten haben wir dann telefoniert und er hat mir erzählt, dass er seit über drei Jahren trocken ist. Wir wissen beide schon immer von unserer Sucht. Ich war total begeistert und habe ihn als richtiges Vorbild gesehen. Und unter anderem mich daraufhin eben auch entschieden auch aufzuhören. Gerade hat er mir erzählt, dass er an Sylvester wieder Alkohol getrunken hat und jetzt wieder ca 2-3 Bier täglich trinkt. Ich bin traurig! Das hätte ich nie gedacht....er klang vor Weihnachten so überzeugt. Hat das Gespräch mit mir ihn vielleicht sogar wieder getriggert....er war 3,5 Jahre zufrieden trocken.

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