• Guten Morgen!


    Da ich aus der Villa ausgezogen bin, erlaube ich mir mal, mich hier niederzulassen.


    Und nehme das zum Anlass, mal Bilanz zu ziehen.


    Die für mich wichtigste Erkenntnis:
    Ich kann ohne Alkohol leben und es funktioniert besser als mit Alkohol.
    Klingt banal, aber noch vor etwas mehr als zwei Jahren war die Vorstellung, den Rest meines Lebens abstinent zu verbringen, extrem beängstigend.


    Meine Probleme sind durch den Alkoholverzicht nicht plötzlich verschwunden.
    Aber ich habe mich im Zuge der Entgiftung/Reha erstmals ernsthaft mit mir auseinandergesetzt.
    Zwar habe ich mir natürlich auch in meiner Suffzeit Gedanken gemacht, aber es war dann immer einfacher, sich im alkoholgeschwängerten Selbstmitleid zu suhlen, als tatsächlich Konsequenzen aus der Problemanalyse zu ziehen.


    Ich bin nüchtern zumindest teilweise in der Lage, aus gedanklichen Schlussfolgerungen Taten folgen zu lassen.


    Noch gibt es diverse Baustellen.
    Die mir während der Reha vom Doc verpasste Diagnose "Schizophrenie" halte ich inzwischen für falsch.
    Im März habe ich einen Termin beim Psychiater, mal sehen, ob es dann neue Erkenntnisse geben wird.


    Mein Umzug nach Jena war eine sehr gute Entscheidung.
    Und ich hab auch mal richtig Glück gehabt mit der Wohnung hier und freue mich immer noch fast jeden Tag darüber.


    Je mehr Zeit vergeht, um so mehr ändert sich das gefühlte Verhältnis von Gewinn/Verlust.
    Als Ich den Entschluss fasste, trocken zu werden und auch zu Beginn meiner Trockenzeit waren die Verlustgedanken noch massiv und überwältigend.
    Ständig drängten sich Bilder auf von schönen Situationen mit Alkoholbeteiligung, die ich nun nie weider würde so erleben können.
    Das hat sich inzwischen deutlich geändert.
    Ich weiß das, was ich an Lebensqualität gewonnen habe, bewusst und immer wieder zu schätzen, während es kaum noch etwas gibt, das ich in Verbindung mit Alkohol vermisse.
    Und wenn das doch mal passiert, verflüchtigen sich diese Gedanken schnell wieder.


    Kurzum: Ich bin unendlich dankbar dafür, trocken zu sein.
    Das Forum hat eine sehr wichtige Rolle gespielt auf dem Weg dahin!
    An dieser Stelle darum mal Danke an alle, die mich hier Willkommen geheißen und mir mit Rat zur Seite gestanden haben!

  • Hallo Pancho!


    Klasse, dass Du deinen Weg gefunden hast, auch wenn er hier und da noch etwas holperig ist. Die Hindernisse sehen wir mit klarem Kopf und Blick deutlich besser und können sie zielstrebiger in Angriff nehmen.


    Die besagte Diagose hielt ich schon damals für wenig überzeugend.


    Gut, dass Du da am Ball bleibst.


    Alles Gute wünscht
    Carl Friedrich

  • Hallo Pancho,


    schön, von dir zu lesen. Ich freue mich, dass du weiter auf deinem trockenen Weg bist.


    Für weitere Erkenntnisse über dein Seelenleben drücke ich die Daumen. Ich bin auch immer wieder baff, wie komplex und scheinbar verschlüsselt so eine Psyche (wie meine zum Beispiel) daherkommt. Und manchmal braucht man (ich, du) einen Blick von außen, um vielleicht ein Stückchen was aufzudröseln.


    Viele Grüße
    Thalia

  • Hallo Carl Friedrich und Thalia,


    vielen Dank fürs Vorbeischauen und eure Kommentare!


    Am Dienstag schien die Sonne so schön, dass ich mich spontan zu einem Spaziergang entschloss, aus dem dann eine dreistündige Wanderung wurde. :-)


    War einfach zu schön, oben auf dem Berg lag der Schnee noch in seiner ganzen Pracht und knirschte unter meinen Füßen, hach, wenn nur öfter solches Wetter wäre!


    Ich freue mich darüber, dass ich in der Lage bin, mich an so was zu erfreuen! :-)

  • Es wird gerne etwas diagnostiziert, und selbst wenn es wahr ist, was macht das schon? Wer bestimmt die Norm?


    Man kann es auch als Auszeichnung oder Gabe sehen.

  • Hallo Pancho, wie es scheint, hast du mir in der Villa ein besenreines Zimmer hinterlassen, danke dafür.
    Tja, mit solchen Diagnosen ist das ja so eine Sache. Irgendwelche Schubladen müssen wohl her, aber für den Patienten stehen doch die Symptome an erster Stelle. Nicht die Begriffe für die Symptome.
    Schön, dich hier zu lesen, ich wünsche dir einen guten Austausch und noch viele schöne Winterwanderung and.


    LG Viola

    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! (Hermann Hesse)

  • @Hull


    Ja, die haben in der Reha-Klinik auch niemanden ohne Diagnose ziehen lassen.
    Ich komme ja auch relativ gut klar mit mir, ganz egal, mit welchem medizinischen Fachausdruck man meine Normabweichung auch beschreibt.


    viola


    Selbstverständlich!
    Vielleicht hast du ja registriert, dass ich ein paar Pflanzen ins Zimmer gestellt habe. Bitte nicht vergessen zu gießen!

  • Guten Morgen!


    Auch wenn ich die Jahreszeiten alle mag und mit Kälte auch keine großen Probleme habe: Ich habe das aktuelle Wetter doch herbeigesehnt.
    Herrlich, wie die Natur erwacht.
    Im Garten gibt's jetzt viel zu tun.
    Man kann zwar viel improvisieren, aber ein paar Dinge braucht man dann doch und die kosten leider Geld.
    Na ja, es wird ein Prozess und der kann nur Schritt für Schritt vonstatten gehen.
    Gestern eine gebrauchte Motorsense gekauft und durch halb Jena geschleppt und dann noch den Berg hoch zum Garten. :-)


    Der Minijob nervt, die Arbeit ist einfach wahnsinnig eintönig.
    Es ist nicht wirklich schlimm, da es ja immer nur drei Stunden am Stück sind, aber ich halte jetzt Ausschau nach etwas anderem.
    Würde ja nichts schaden, wenn die Arbeit auch ein bisschen Spaß macht.


    Ich freue mich darauf, jetzt wieder meine Wanderungen machen zu können.
    Das habe ich doch sehr vermisst im Winter.
    Ich hoffe, ich bin nicht zu sehr eingerostet.


    Ich bin jetzt zwei Jahre trocken und noch nie in meinem Leben war der Alkohol weiter von mir entfernt.
    Momentan ist die Vorstellung, etwas zu trinken, geradezu absurd.


    Es gelingt mir momentan recht gut, fast allem, was mir passiert und was mich beschäftigt, eine positive Seite abzugewinnen.
    Meine Sicht auf das Leben insgesamt ist deutlich heller geworden.


    Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich mich gerade wieder einmal sehr viel mit Kosmologie beschäftige und Quantenphysik und da kann man kaum anders, als mit offenem Mund zu staunen und eine gewisse Ehrfurcht zu entwickeln.


    Es klingt paradox, aber je mehr ich mich mit Naturwissenschaften beschäftige, um so schwieriger fällt es mir, meinen Atheismus aufrecht zu erhalten ;-)


    Es gleicht doch alles einem großen Wunder.
    Obwohl es gerade beim Thema Quantenphysik zu Verständnisschwierigkeiten kommt und die eigene Vorstellungskraft nicht mehr ausreicht und die mathematischen Kenntnisse zu dürftig, ist das alles so spannend wie ein Krimi.


    Ich freue mich auf dieses Jahr, bin gespannt und hoffe, weitere Schritte gehen zu können, die mich noch näher an ein zufriedenes, ausgefülltes, glückliches Leben bringen.

  • Zitat

    Es klingt paradox, aber je mehr ich mich mit Naturwissenschaften beschäftige, um so schwieriger fällt es mir, meinen Atheismus aufrecht zu erhalten


    Oh, damit wandelst du in GANZ großen Fußspuren, Pancho. :)


    Tiefe Gedanken denkst du da gerade...


    Lieber Sonntagsgruß, Linde

  • Hallo Linde,


    Zitat von Linde66


    Oh, damit wandelst du in GANZ großen Fußspuren, Pancho. :)


    wessen Fußspuren meinst du denn?



    Bin erschöpft, aber auch glücklich über das, was wir in den letzten drei Wochen im Garten erreicht haben.
    Gemäht, Moos rausgeharkt, die komplette Erde gesiebt vom Beet, Lehmerde besorgt, Hügelbeete errichtet, ...
    Es hat was für sich, so ganz von vorn anzufangen, das Gefühl, sich da etwas zu schaffen, ist einfach noch intensiver.


    Ich bin jetzt sehr gespannt, ob etwas wächst.
    Wir haben ja wenig Erfahrung, es wird ein "Learning by Doing"-Prozeß.
    Und dann sind da noch die Rehe und Wildschweine, die uns einen Strich durch die Rechnung machen könnten.


    Es war schön, dann am Mittwoch letzter Woche auch mal genießen zu können: Wir haben meinen Geburtstag gefeiert im Garten und gegrillt, meine Töchter sind extra aus Berlin gekommen, mein Vater kam auch vorbei.


    Kurz und knapp: Mir gehts gut und ich freue mich auf die zahlreichen Aufgaben und Herausforderungen, die da im Garten noch so auf mich warten.

  • Lieber Pancho,


    herzlichen Glückwunsch nachträglich und Garten Grüße von hier nach da. Wünsche viel Freude in deiner ersten Gartensaison.
    Hügelbeete habe ich früher auch mal angelegt, macht zunächst viel Arbeit, dann aber auch viel Spaß. Und die Ernte Erfolge waren immer gigantisch.


    Ja, der Einstein fiel mir auch ein. Und ich habe mich daran erinnert, wie ich mir früher mal das Hirn verknotet habe, um die Verlinkung zwischen Quantenmechanik und Theologie hinzukriegen, das fand ich immer schon sehr spannend. Bin mit dem Denken auch noch nicht fertig.
    Gab immer Menschen, die mir einreden wollten, dass NaturWissenschaft und Spiritualität nicht zusammen gehen, ich gehörte nie zu ihnen und ich habe ihnen nie geglaubt. Weil meine Erfahrung eine andere war.


    LG Viola

    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! (Hermann Hesse)


  • Vielen Dank!
    Ja, zumindest war ihm das alles nicht so geheuer.
    Er mochte diesen Zufallsaspekt, der ja in der Quantenphysik eine große Rolle spielt, einfach nicht.
    Ich kann das gut nachvollziehen.
    Eben verläuft noch alles in geordneten Bahnen, auf Ursache folgt Wirkung und plötzlich werden da Sachen entdeckt, die man mit der klassischen Physik nicht mehr erklären kann.
    Da wäre ich auch sauer. ;-)


    Zitat von viola

    herzlichen Glückwunsch nachträglich und Garten Grüße von hier nach da. Wünsche viel Freude in deiner ersten Gartensaison.
    Hügelbeete habe ich früher auch mal angelegt, macht zunächst viel Arbeit, dann aber auch viel Spaß. Und die Ernte Erfolge waren immer gigantisch.


    Vielen Dank auch dir!
    Ich bin sehr gespannt, wir haben nur ein großes Problem gerade:
    Es regnet nicht!
    Die Tonne ist leer, es kam in 14 Tagen nur einmal ein bisschen was runter und die Aussichten für die nächsten zehn Tage: Viel Sonne und kein Regen.
    Ich hab mir noch nie so sehr Regen gewünscht.
    Ich war die Woche nicht da, aber meine Schwester hat literweise den Berg hochgeschleppt.
    Aber auf Dauer reicht das natürlich nicht.



    Letzte Woche war ich in Berg im Drautal in Kärnten.
    Meine Mutter, die sich immer wieder gern neuen Herausforderungen stellt, hatte letztes Jahr auf eine Anzeige geantwortet, in der jemand gesucht wurde, der sich vor Ort um drei Ferienwohnungen kümmert.
    (Die Besitzerin wohnt in München, will das Objekt nicht aufgeben, auch weil sie als Kind dort groß wurde, kann aber schlecht permanent hin- und herfahren.
    Nun wird meine Mutter die nächsten drei Jahre dort wohnen.
    Ich bin mitgefahren, um beim Umzug zu helfen und sie die ersten Tage ein bisschen zu unterstützen.


    Ich bin immer noch komplett überwältigt.
    Sie hat alles richtig gemacht.
    Es ist ein paradiesisches Fleckchen Erde.
    Am Sonnabend habe ich eine Bergwanderung gemacht, musste oben in kurzen Hosen und bei strahlendem Sonnenschein über Schneehügel klettern und bei der Rast knapp unterhalb des Gipfels leistete mir eine Murmeltierfamilie Gesellschaft.
    Während der ganzen etwa achstündigen Wanderung ist mir kein einziger Mensch begegnet. :-)

  • Ja es gibt heilende Orte :) In Österreich und Norwegen findet man sehr viele davon... aber auch dein Garten ist so ein Ort, da bin ich mir sicher.


    Übrigens bin ich auch der Meinung, dass Theologie und Naturwissenschaften irgendwie nicht ohne einander auskommen, bzw einander bedingen.


    Herzlichen Glückwunsch zu deinem bisherigen Weg :)

    Es ist nicht wichtig, wie schön die Worte klingen, sondern wie ehrllich sie sind...

  • Guten Morgen!



    Ja es gibt heilende Orte :) In Österreich und Norwegen findet man sehr viele davon


    Oh ja, Norwegen steht auf meiner Liste der Orte, die ich bereisen will, ganz oben!
    Ist nur finanziell für mich nicht machbar.
    Aber dafür:


    Zitat

    ... aber auch dein Garten ist so ein Ort, da bin ich mir sicher.


    Jawohl!
    Zum Garten schreib ich gleich noch was.


    Es ist ja einiges passiert hier.
    Zum Glück hat offenbar alles gut geklappt, danke an alle, die daran mitgewirkt haben!


    Neulich hatte ich einen echten Alptraum in Sachen Alkohol.
    Es ist nicht ungewöhnlich, dass ich im Traum trinke, aber in der Regel sind das trotzdem angenehme Träume.
    Diesmal war es schrecklich.


    Ich war irgendwo bei einer Feier mit Leuten und schon komplett betrunken und es gab plötzlich nichts mehr zu trinken.
    Also wollte ich unbedingt weiterziehen, irgendwohin, wo es Alkohol gab.
    Hab aber meine Schuhe und meine Jacke nicht gefunden und wusste auch nicht mehr richtig, wo ich mich überhaupt befand.
    Dieses schreckliche Gefühl der kompletten Orientierungslosigkeit, wie ich es im Vollsuff auch im realen Leben hatte.
    Und die Verzweiflung darüber, das man einfachste Dinge nicht mehr ausführen kann.
    Ewig erfolglos versucht, eine Tür aufzukriegen, weil ich immer zur falschen Seite hin gedrückt habe.
    Bin dann in Socken los und ohne Jacke, stand auf der Straße im strömenden Regen.
    Dann bin ich aufgewacht.


    Vielleicht war es eine Warnung, weil sich jetzt leider doch wieder bei diesem Wetter öfters Gedanken einschleichen a la wie schön es wäre, so eine laue Nacht draußen zu sitzen und die ganze Nacht lang zu trinken.
    Das wäre das Schönste überhaupt, versuchen mir diese Gedanken einzuflüstern.
    Nachdem ich ein halbes Jahr lang überhaupt keine alkoholischen Gedanken hatte, war ja die Hoffnung aufgekeimt, in Zukunft verschont zu bleiben von solchem Mist.


    Ich kann zwar gut dagegen halten und bin weit davon entfernt, die Gedanken in Aktivitäten umzusetzen, aber leider muss ich zugeben, dass auch leichte Gefühle von Traurigkeit und Verlust damit einhergehen.
    Und das kotzt mich ein bisschen an.


    Weil ich ja weiß, wieviel ich gewonnen habe, seitdem ich trocken bin.
    Weil ich das jeden Tag auch erlebe und es mir bewusst wird und ich es mir auch immer wieder bewusst mache.
    Weil es mir ungefähr tausend Mal besser geht als vor drei Jahren.


    Also, mein Verstand kommt zwar gegen diese verfälschten Gefühle an, aber es ist ziemlich nervig.
    Klingt aber vielleicht auch schlimmer, als es ist.
    Will heißen: Ja, es gibt diese Momente, sie nerven, aber zum Glück ist es nichts, das mich quält und mir den Tag vergällt.


    Außerdem hab ich gar keine Zeit, mich diesen Gedanken hinzugeben. :-)
    Das Wasser- oder besser Kein-Wasser-Problem im Garten ist nach wie vor eine Herausforderung.
    Es regnet hier einfach nicht bzw. viel, viel zu wenig!
    Falls hier jemand den Regentanz oder etwas in der Art beherrscht: Bitte für Jena tanzen! ;-)
    Wir tun, was wir können und immerhin, es wächst so einiges!
    Gestern habe ich die ersten Radieschen geerntet. :-)


    Die Kirschen (von denen sowieso nicht viele am Baum hingen) wurden leider komplett von den Vögeln verzehrt.
    Dafür trägt der Apfelbaum für seine recht geringe Größe ordentlich Früchte, ich bin gespannt, wie es dann zur Ernte aussieht und vor allem, wie sie schmecken werden.


    Vor drei Wochen habe ich mit einem Kurs im Bogenschießen begonnen.
    Es macht viel Spaß und ich werde mich dann zum Ende des Kurses im Verein anmelden und dabeibleiben.

  • Guten Morgen!


    Regen ist nach wie vor das von mir heißersehnteste Ereignis in diesem Sommer.
    Aus der letzten Regentonne auf dem verlassenen Grundstück unweit unseres Gartens musste ich das brackige Wasser ansaugen, weil man nur von oben rankommt.
    Und auch das geht nun zur Neige.


    Dieser ständige Kampf für das bisschen, was wir da ernten, macht keinen rechten Spaß mehr.
    Und vorgestern der nächste Nackenschlag: Damwild vermutlich hat sich den Spinat einverleibt und die Blätter der Roten Bete abgefressen.
    Und das, obwohl wir ums Beet Schnur gespannt und an diese bunte Lumpen gehängt hatten zur Abschreckung.


    Ein weiteres Problem: Die äußerst zähe Rossameise hat das Häuschen in Beschlag genommen und den Dachbalken quasi ausgehöhlt.
    Wahnsinn, was für Mengen an Holz die wegfressen. (Bzw. wegfräsen, die verzehren das ja nicht)
    Täglich lagen da Haufen von Holzmehl auf dem Dachboden als Zeichen ihrer Tüchtigkeit.
    Zig Köderdosen und heftiges Sprühen in sämtliche Ritzen scheinen zumindest erst mal Erfolg gehabt zu haben.


    Das war ein Zwiespalt für mich, denn ich hab ja nichts gegen Ameisen, aber im Prinzip gab es nur die zwei Optionen: sie vernichten oder warten, bis das Haus einstürzt.


    Diese ganzen Komplikationen rund um den Garten sind zwar nervig, aber ich verbuche das eher unter dem Stichpunkt "Erfahrungen sammeln" und lass mir die Laune nicht verderben davon.


    Ich freue mich jetzt sehr auf August, wenn meine Töchter mich besuchen kommen.
    Mit der jüngeren werde ich dann noch für eine Woche Urlaub in Österreich machen.


    Vor zwei Wochen war ich zu einer Geburtstagsparty in Berlin eingeladen und hatte eigentlich keine Lust, habe dann aber sozusagen als Zeichen meiner Wertschätzung für das Geburtstagskind zugesagt.
    Es hat mich nicht gestört, dass getrunken wurde, da triggerte auch nichts, das Gegenteil war eher der Fall.
    Der Gedanke an ein alkoholisches Getränk verursachte eher Unbehagen.
    Aber richtig wohl gefühlt habe ich mich auch nicht.
    Geburtstagspartys sind ja eher eine schlechte Gelegenheit, um mit demjenigen, der Geburtstag hat und den man länger nicht gesehen hat, ins Gespräch zu kommen.
    Es sind einfach zu viele, denen sich der Gastgeber widmen muss.


    Ich kam dann noch ins Gespräch mit einem sehr netten Pärchen, aber irgendwann hat mich auch das genervt.
    Sie waren nicht wirklich doll betrunken, aber auch ein ganzes Stück entfernt von Nüchternheit, und das fällt einem dann einfach alles wahnsinnig auf.
    Die Wiederholungen im Gespräch, der etwas stiere Blick, etc. ...


    Was mich sehr freut: Dass mein Vater wirklich so gut wie gar nichts mehr trinkt, seitdem ich nicht mehr trinke.

  • Sie waren nicht wirklich doll betrunken, aber auch ein ganzes Stück entfernt von Nüchternheit, und das fällt einem dann einfach alles wahnsinnig auf.
    Die Wiederholungen im Gespräch, der etwas stiere Blick, etc. ...


    Hallo Pancho!


    Genau so ist es. Deshalb ziehe ich mich zurück, wenn Leute mehr als 1-2 Glas Bier/Wein/Sekt trinken. Dann werden mir so Herrschaften lästig. Das muss und will ich mir nicht antun.


    Wie schrieb ein früheres Mitglied mal absolut zutreffend: "Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gut geht." Und daran halte ich mich, so gut es eben geht.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Carl Friedrich


    Ja, irgendwie wird man doch sehr sensibilisiert.
    Vielleicht ist es auch dieses Erschrecken darüber, wie schnell der Alkohol seine Wirkung entfaltet und die Kontrolle übernimmt bzw. dem Trinkenden diese entzieht.
    Ich würde gar nicht so drastisch formulieren, dass ich jemanden als lästig empfinde, der ein paar Glas getrunken hat.
    Aber es fällt einem eben in der eigenen Nüchternheit auf und man empfindet es sofort als nicht mehr angenehm.


    Wer guckt heute noch auf den Mond?
    Ich freue mich total drauf.
    Wir werden im Garten erst grillen und dann beobachten.

  • Hallo Pancho,


    da hast du ja eine etwas extreme erste Gartensaison erwischt. Ich gieße auch täglich stundenlang, damit ich meine Pflänzchen hier durch bringe. Natürlich mit Trinkwasser, Regenwasser ist ja nicht vorhanden.

    Ich übernachte seit einigen Tagen auf meinem Balkon und werde mir wohl heute einen Wecker stellen, damit ich so um 22:15 Uhr wieder wach werde. Dieser Blut-Mond ist erst in 100.000 Jahren wieder zu sehen, daher muss es heute sein.
    Morgen habe ich eine Familienfeier, natürlich wird da auch Alkohol getrunken. Ich kann mich aber zum Glück jederzeit zurückziehen, und das werde ich sicherlich auch frühzeitig tun.


    Schöne Grüße an dich, von Viola

    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! (Hermann Hesse)

  • Wie war's denn bei dir, Viola?
    Hier hingen die Wolken am Horizont und bis ca. 23 Uhr war nichts zu sehen, aber wir haben ausgeharrt und konnten dann noch schön das Austreten des Schattens in voller Pracht bewundern.
    Wir waren oben auf dem Berg, und es wäre auch ohne Mondfinsternis toll gewesen.
    Da ich ja meist recht früh schlafen gehe, hatte ich das lange nicht.
    So unterm Sternenhimmel zu liegen macht was mit einem.


    Liebe Grüße zurück
    Robert

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