Vater gestorben,ich fühle mich schuldig

  • Ich kopiere hier einfach mal den text aus meinem vorstellungstread,da das ja momentan mein größtes problem ist.




    Hallo ihr lieben,
    Ich weiss garnicht wie ich anfangen soll.
    Mein Vater war jahrelang Alkoholiker und ist am samstag verstorben. Ich hatte davor 6 jahre kein kontakt (er hat mich früher missbraucht) nachdem er meine mutter vor 7 jahren verlies(davor war er auch schon Alkoholiker,aber nicht in dem Ausmaß wie zum ende hin) und wieder in seine heimatstadt zog ,fand ich endlich den mut ihn anzuzeigen.(auch durch ein wenig einfluss meines mannes) Seit dem hatte icj keinen kontakt.ich habe nur immer mal wieder erfahren wie es ul ihn steht, was er macht usw(von seiner Schwester)
    Vermisst habe ich ihn trotz allem immer mal wieder,und natürlich hab ich ihn(so schwer es vorstellbar ist) auch geliebt.vor 2 wochen rief meine tante an und meinte er liegt im krankenhaus,würde blut ausscheiden ,und wohl nicht mehr lange leben. Da hab ich mich schon gefragt ob ich anrufen sollte,ich hab es mich aber nicht getraut (was ich jetzt bereue) am samstag kam dann die Nachricht das er gestorben ist,habe abends noch mit dem arzt telefoniert,der mir sagte "speiseröhrenblutung,leberversagen"sie hätten ihn wohl noch am leben erhalten können,das wollte er aber nicht,denn dann wäre er pflegefall geworden. Also haben sie mittags um 11 die Maßnahmen beendet und um 14.45 starb er dann. Er merkte nichts ,da er im künstlichen koma lag.
    Heute schrieb ich dann mit seiner lebensgefährtin(sie war bei ihm bis zum schluss,ich hatte vorher noch nie kontakt mit der frau) sie sagte mir(ohne es böse zu meinen) das es wohl erst richtig bergab mit seinem "gesaufe " ging nach dee anzeige.als letztes waren es wohl 3 flaschen schnaps am tag. Und ich mache mir solche vorwürfe...habe ich ihn in den tod getrieben? Bin ich schuld das er sich tot gesoffen hat? Er würde wahrscheinlich noch leben wenn ich ihn nichz angezeigt hätte,konnte er es nicht verkraften das ich den Kontakt abbrach(ich bin seine einziges kind)
    Er starb und dachte wahrscheinlich ich hasse ihn.
    Und ich feiges weib konnte nicht mal anrufen um mich zu verabschieden als er noch einigermaßen ansprechbar war.ich habe ihn alleine gelassen.
    Oh man ich muss gerade unterbrechen,bin schon wieder nur am weinen. Meine kinder brauchen mich aber.


    Am 20.10 ist die Beisetzung,ich werde auf jeden fall dort sein,um mich wenigstens da nochmal zu verabschieden. Bis dahin wird es echt schwer für mich.


    Sind diese Gefühle normal?kann ich mkr solche vorwürfe zurecht machen? Wird das wieder besser.
    Es tut mir allws so unendlich leid,ich wollte ihn doch nie in den tot treiben.

  • Ich danke dir für deine worte,ich antworte jetzt mal hier,weil der andere beitrag ja zu gemacht wird,so hab ich es verstanden.


    Ja innerlich weiss ich wohl irgendwie das ixh wahrscheinlich nichts hätte machen können,aber die selbstvorwürfe überwiegen momentan.
    Und ich hoffe wirklich das ich mit seiner beisetzung damit abschließen kann:(

  • Liebe Mullemaus,


    ja, es ist okay, dass du jetzt hier deine Sorgen und Gedanken rein schreibst! So ist das gedacht und hier lesen dich auch mehr Leute.


    Ich hoffe, du hattest eine ruhige Nacht und konntest dich erholen. So psychische Dinge rauben unheimlich viel Energie, kaum zu glauben. Und du schreibst, du hast Kinder. Wie schön! Aber auch sie verbrauchen ja deine Energie. Wie viele Kinder hast du denn, wenn ich fragen darf?


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • die Nacht selbst war ok,aber bis ich eingeschlafen bin hats gedauert.
    Habe 3 kinder,besonders der große bekommt es mit ,wie es mir geht.das tut mir sehr leid für ihn.ich versuche mich zusammenzureißen,aber manchmal ist mein kopf so leer bzw. Kreisen sich die Gedanken nur im meinen Vater ,da bekomme ich kaum mit wenn mich jemand anspricht.

  • Hallo Mullemaus,


    3 Kinder, das ist schon auch eine Herausforderung! Aber Kinder sind auch soooo toll!
    Wir hatten am Wochenende unsere 3 Enkel zu Besuch, fast 10, 7 und 3 Jahre alt. Das war Halligalli, sag ich dir. Aber das ist Leben!


    Alle deine Kinder bekommen was mit! Kinder haben feine Antennen. Da kann es helfen offen zu reden, Kinder neigen dazu, sich selbst schnell die Schuld in die Schuhe zu schieben. Zu denken, dass sie was falsch machen oder so.


    Hast du schon mal kindgerecht mit ihnen geredet? Du musst ja nichts über den Missbrauch erzählen aber über deine Trauer und Zweifel zum Beispiel. Dass es dir gerade nicht gut geht und du deshalb oft traurig bist und in Gedanken woanders. Dass es nichts damit zu tun hat, dass du sie nicht mehr liebst sondern mit dir und deinen Gefühlen.


    Meine Tochter ist bei der Geburt ihres 2. Kindes zusammen mit dem Baby gestorben. Unsere Enkelin war da 3 Jahre alt. Und wir sind mit der Trauer und den Gefühlen ganz offen umgegangen. So war auch die Kleine offen und hat auch ihre eigenen Gefühle rauslassen können. Es war immer klar. Und das war unglaublich wichtig! Heute ist sie ein glückliches fast schon junges Mädchen. Sie werden ja so schnell groß...


    Selbstvorwürfe sind jetzt auch nicht so unnormal in solchen Zeiten, wie du sie gerade erlebst. Das ist ja ein ganzer Berg von Gefühlen, der da in dir ist. Ich hoffe, du kannst weinen, dir die Zeit auch dafür nehmen. Das ist wichtig! Mach dich bitte nicht fertig weil du so fühlst. Deine Gefühle gehören zu diesem Prozess dazu. Hast du schon mal an professionelle Begleitung gedacht? Eine Therapie? Ich meine, du hast da schon was zu verarbeiten. Schon alleine durch den Missbrauch und den Alkoholismus deines Vaters.


    Ich drück dich mal
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Das tut mir sehr sehr sehr leid mit deiner tochter und deinem enkelchen:(
    Ich kann mir garnicht vorstellen wie das sein muss.
    Ich habe meinen Kindern erklärt warum es mir derzeit immer mal wieder so schlecht geht.Der große zeigt verständnis,fragt mich auch ob er was tun kann damit es mir besser geht.der mittlere hat es auch verstanden und die ganz kleine,ihr kann ich es ja nicht wirklich erklären.
    Momentan ist es wie eine achterbahn fahrt,mal geht es mir eigentlich total gut und ich kann lachen,im nächsten moment ist es ,als würde alles wieder neu auf mich einprasseln .
    Ich frage mich wie er reagiert hätte wenn ich ihn im krankenhaus angerufen hätte.ich frage mich wie er sich gefühlt hat als er da lag und seine klaren momente hatte.ich frage mich wie sein leben gewesen wäre wenn er kein Alkoholiker geworden wäre. Womöglich wäre das mit dem Missbrauch dann auch nie passiert.denn das war ja immer nur wenn er voll war.seit wann konnte man sagen das er ein Alkoholiker ist? Ohne alkohol kenne ich ihn gar nicht,aber früher waren es wenigstens nur die Wochenenden ab und an mal auf Arbeit ein bier soweit ich weiss.aber so richtig gesoffen hat er da noch nicht. Das fing erst ein paar jahre vor der trennung meiner mutter an,da kam er dann auch öfter mal angedudelt von der Arbeit. Als meine mutter sich dann trennte fing es glaub ich an das er wirklich schon morgens anfing zu trinken. An den Wochenenden besucht sie ihn ab und an und fand da auch die versteckten Schnaps flaschen.wie es dann bei seiner lebensgwfährtin weiter ging kann ich nicht sagen,denn sa hatte ich ja dann den kontakt abgebrochen. Wieso hat er sich da nicht wachrütteln lassen und ist ik therapie?dann hätte er ein längeres leben mit seiner Freundin gehabt. Nein er versaute sich auch das ,und lebte meines wissens mach zum schluss in seinem schrebergarten.wollte auch kaum noch jemanden sehen,aß soweit ich weiss kaum bis garnix mehr.
    Ich weiss ,er war wohl immer mal wieder beim arzt wegen entzug(ich weiss nicht wie man sowas nennt) oder war es eine tagesklinik?keine Ahnung.
    Er hat doch sicher schon vor monaten gewusst das wenn er so weiter macht ,er nicht mehr lange hat. Wie kann man das freiwillig wollen?soviele sachen die ich nicht verstehe.auch,warum hat er nicht den Kontakt zu mir gesucht? Und wenn es nur ein Brief gewesen wäre indem er sich für alles entschuldigt.
    Auch soviele fragen die noch offen sind und auch immer offen bleiben werden.
    Ich belese mich um diese Krankheit besser zu verstehen.und einerseits mach ich ihm garkeine vorwürfe,andereseits wie gesagt ,verstehe ich einfach nicht warum man sich freiwillig tot säuft.




    Ja an Therapie dachte ich auch schon,aber ich möchte erst die Beerdigung abwarten und sehen wie es mir danach gehen wird. Wenn ich dann immer noch nicht abschliessen kann,dann ist das vielleicht eine gute idee.
    Wobei ich eigentlich schon immer gut im verdrängen war.


    Ich mach jetzt mal Schluss,sonst hör ich garnicht mehr auf.hoffe das ist alles einigermaßen verständlich geschrieben.danke fürs zu"lesen" :)
    Lg mulle

  • Liebe Mulle,


    es ist gut, dass du alles mal so aufschreibst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das auch erleichtert und sortiert. Ich habe im geschlossenen Bereich ein Tagebuch, das hat weit über 600 Seiten...


    Wieso, warum, weshalb... das sind so die üblichen Fragen. Auf die, wenn es eine Antwort gäbe, wieder nur Fragen folgen würden.


    Der Verlauf, den du über deinen Vater schilderst, habe ich so ähnlich mit meinem Exmann erlebt. Er hat schon immer maßlos getrunken, aber es beschränkte sich eher auf Feiern, auf das Wochenende. Unter der Woche hat er zwar auch regelmäßig abends sein "Feierabendbierchen" getrunken, war aber nicht tagtäglich voll bis oben hin. Das wurde aber schon immer öfter immer ein wenig mehr im Laufe der Jahre. Also aus einem "Feierabendbierchen" wurden 2, dann 3 usw. Zum Essen musste es immer Bier sein usw.


    Es hat sich also langsam gesteigert, Sucht kommt nicht von heute auf morgen...


    Richtig schlimm wurde es, als mein Exmann nicht mehr arbeiten ging, er wurde irgendwann mit Anfang 50 in Rente geschickt. Da fing es immer früher immer stärker an.


    Und ich glaube, so in etwa ist einfach der Krankheitsverlauf. Das hat nicht wirklich etwas mit dem Umfeld zu tun sondern mit der Krankheit Alkoholismus, Sucht.


    Zitat

    Wieso hat er sich da nicht wachrütteln lassen und ist ik therapie?dann hätte er ein längeres leben mit seiner Freundin gehabt. Nein er versaute sich auch das ,und lebte meines wissens mach zum schluss in seinem schrebergarten.wollte auch kaum noch jemanden sehen,aß soweit ich weiss kaum bis garnix mehr.


    Ja! Das ist leider so. Mein Exmann und ich hatten ein gutes Leben, waren finanziell sehr gut situiert, hatten eine Eigentumswohnung, die auch bezahlt war, zwei gesunde Kinder, die keine Probleme machten und ihren Weg gingen, es schien alles perfekt... und doch...


    Im Prinzip habe ich nie einen Grund gesehen, warum er soff. Aber er war bzw ist abhängig.


    Zitat

    Er hat doch sicher schon vor monaten gewusst das wenn er so weiter macht ,er nicht mehr lange hat. Wie kann man das freiwillig wollen?


    Es ist ja nicht freiwillig! Niemand ist freiwillig abhängig. Die Sucht ist irgendwann so stark, dass es einfach nicht anders geht. Und es schaffen ja auch nur wenige den Absprung. Leider. :( . Die Sucht beherrscht den Menschen vollständig. Mein Exmann hat es für etwas mehr als 4 Jahre geschafft, nicht zu trinken. Damals als ich mich getrennt hatte. Er hat sich dann aber entschlossen, wieder zu trinken. Er weiß ja, wie es auch funktioniert, das Aufhören, der Entzug. Er weiß, an wen er sich wenden könnte. Er macht es nicht. Vielleicht hat er aufgegeben. Keine Ahnung. Er sieht sehr schlecht aus, ich sehe ihn ja ab und an, er wohnt im selben Haus wie meine Eltern. Es ist seine Entscheidung.


    Und es war die Entscheidung deines Vaters. Warum er nicht seine Sucht stoppen wollte oder konnte weiß nur er. Du musst das so akzeptieren. Ich muss das für meinen Exmann auch. Akzeptieren. Mein Exmann hat dadurch auch viel verloren, er sieht seine Enkelin nicht mehr, der Sohn lebt eh nicht in Berlin und macht sich eher rar. Die Tochter ist nicht mehr da, aber als sie das noch war hatte auch sie sich abgewandt. Weil mit einem Betrunkenen kein Zusammenleben funktioniert.


    Warum er den Kontakt zu dir nicht gesucht hat, wer weiß? Aber auch das ist seine Entscheidung gewesen. Ich kann aber verstehen, dass es unglaublich schwierig ist für dich, das zu verstehen, dass da auch so viele Fragen in dir sind. Es kommt auch nicht darauf an, wie dein Vater auf deine Kontaktaufnahme reagiert hätte. Das weißt du ja nicht.


    Aber frag dich ganz ehrlich, wolltest du wirklich wieder mit ihm in Kontakt sein? Hättest du das wirklich gekonnt? Wolltest du das aus vollem Herzen? Hast du ihm vergeben, deinen Frieden gefunden mit seinen Taten an dir? Hättest du ihm unbeschwert gegenüber stehen können?


    Ich wünsche dir ein gutes Wochenende, ich werde auch ausfliegen, ich habe eine Fortbildung für mein Ehrenamt.


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Liebe Mulle,
    ich habe großen Respekt vor Dir. Missbrauch, ein Vater, der Alkoholiker ist. Du hast 3 Kinder und bist eine liebe und verantwortungsbewusste Mutter, dass lese ich in Deinen Berichten. Du machst Dir große Vorwürfe und viele Gedanken.
    Trauer und Wut sind normal, man muß sie zulassen. Ich habe beides im Zusammenhang mit meiner Mutter oft erlebt. Sie ist schon lange Alkoholikerin und auch bei ihr hat sich die Sucht langsam aufgebaut. Was bei ihr der Auslöser war, darüber kann man nur spekulieren. Aber das führt zu nichts. Ich habe als Kind auch diese feinen Antennen (Anmerkung Aurora) entwickelt, habe sie immer noch. Heute höre ich manchmal " das Gras wachsen", früher habe ich oft versucht, den Zustand meiner Mutter anderen gegenüber zu vertuschen. Am schlimmsten waren die Haushaltstage ( ein freier Tag im Monat für werktätige Mütter in der DDR), da war sie oft schon betrunken, wenn ich aus der Schule kam. Ich habe die Sucht meiner Mutter angenommen als das was es ist. Eine Krankheit. Und ich weiß, das es keine 10 Jahre mehr braucht, dass auch sie sich tot säuft.
    Es ist ihr Leben und ihre Entscheidung, so wie Dein Vater sich dafür entschieden hat.
    Ich gebe Aurora vollkommen Recht, wenn sie Dich fragt, ob Du wirklich wieder Kontakt hättest haben wollen. Du darfst trauern und zweifeln, aber sie sollen Dir nicht die Sicht verschleiern. Schau nach vorn, sprich mit Deinen Kindern über den Alkohol, was er mit Menschen macht. Vertraue Deinen Kindern, gib ihnen Halt und Geborgenheit. Ich habe auch 3, wenn auch schon fast alle erwachsen sind. Ich habe ihnen auch viel über meine Mutter erzählt und meinen Standpunkt zum Alkohol verdeutlicht.
    Ich wünsche Dir alles Gute!


    Viele Grüße!

  • Ich danke euch,es tut wirklich gut mich "auszuschreiben "
    Das ist wirklich eine sehr gute frage,und ehrlich ,ich kann sie garnicht wirklich beantworten. Wie gesagt,vermisst habe ich ihn schon vorher (hauptsächlich wenn ich an die nüchternen momente gedacht habe)und auch als er noch lebte habe ich mich immer mal wieder gefragt ,was wäre wenn. Hatte auch oft überlegt ihm zu schreiben. Aber ich hatte da immer angst davor(eigentlich hatte ich mein ganzes leben schon angst vor den Reaktionen meines vaters)er hat leider auch öfter mal ausgeteilt. Trotzdem wusste ich immer das er mich liebt(wobei,wenn er einen doch liebt warum tut er mir dann sowas an?da käme wieder der alk ins spiel)
    Naja auf jeden fall,in meinem leben dauerhaft hätte ich ihn glaub ich nicht haben wollen,bzw. Nicht in meiner nähe..aber ab und zu mal telefonieren oder so..das wahrscheinlich eher schon.
    Mir hilft es auch sehr weiter etwas über euch und euren weg zu lesen,und genauso tut es mir auch leid für euch. Das Leben kann einfach manchmal so fies sein.
    Ich habe beschlossen meinem vater einen brief zu schreiben und fotos von seinen enkeln und mir rein zu tun,und den dann bei der beisetzung mit ins grab zu Legen.


    Ich hoffe wirklich das es mir hilft.aber ich merke ja schon wie es mir hilft mich mit euch auszutauschen. Also bin ich guter dinge das auch der brief helfen wird.


    Ich danke euch wirklich 😘

  • Ich hab mir gerade alles nochmal durchgelesen..in dem einen text steht das mein vater sich trennte,in dem anderen das meine mutter sich trennte. Damit da keine verwirrung aufkommt. Ursprünglich hat meine mutter sich räumlich getrennt,sie haben sigh dann noch an den wochenenden gesehen,endgültig hat mein vater sich dann aber getrennt als er die andere Frau (die die jetzt die Beerdigung organisiert) auf einem Besuch in seiner Heimatstadt kennenlernte.
    Das wollte ich nur mal aufklären,bevor fragen aufkommen:)

  • Hallo,


    wie glaubst du denn, ist das wahre Verhältnis der letzten Lebensgefährtin deines Vaters dir gegenüber gewesen? Du schreibst, dass sie "es nicht böse meinte", aber trotzdem hat sie es explizit erwähnt, dass nach deiner Anzeige scheinbar alles "richtig bergab ging". Dass sie sich der Wirkung dieser Aussage nicht bewusst war, schließe ich aus. Es ist auch nichts beiläufiges, das gesagt wird. Nun ist es im Internet immer so eine Sache, Vermutungen anzustellen, dennoch sehe ich einige Möglichkeiten - die du offenbar überhaupt nicht in Betracht ziehst - als naheliegend. Ich will diese Vermutungen nicht klar formulieren, da es mit allen fehlenden Angaben gar nicht den Anspruch einer Präzision oder einer Richtigkeit haben kann, aber ein paar grundlegende Probleme der Evolution scheinen hier doch recht offensichtlich zu sein.


    In dir und deinem Vater fließt nicht dasselbe Blut wie in der letzten Lebensgefährtin deines Vaters. Sie gehört also nicht zur Familie und hat damit auch alle Ängste, die jeder "Fremdkörper" in einer Familie hat. Dabei ist es sicherlich ausschlaggebend, wie genau die Konstellation nun war, aber es gibt zumindest Statistiken, die eindeutig besagen, dass es im Durchschnitt mehr Probleme mit jeglicher Form der Stieffamilien (dies umfasst alle Möglichkeiten nichtehelicher Lebensgemeinschaften usw.) gibt als bei geschlossenen Familien ohne externe Beimischung.


    Sicherlich kann man anmerken, dass du nicht mehr in dieser Familie teilgenommen hast, aber auch dies nur scheinbar. Dein Vater wird sich immer wieder über dich geäußert haben, gerade unter Alkoholeinfluss ist es typisch, Probleme immer wieder aufzuwärmen, zu keinem Ergebnis zu kommen und die Zuhörer solange zu nerven, bis diese die Meinung des Klägers annehmen. Zudem kann die letzte Lebensgefährtin deines Vaters schon aus dem einfachen Prinzip keine Wärme dir gegenüber aufbringen, weil sie dich nicht kennt, aber auch, weil du - auch ohne deine Anwesenheit - zwischen der Vollständigung Eroberung deines Vaters und ihr standest. Dazu reicht es ja schlicht aus, wenn dein Vater über dich gesprochen haben mag und sie allerdings lieber etwas anderes mit ihm gemacht haben wollen.


    Was auffällig ist, dass du deine Mutter nur beiläufig erwähnst, hast du noch Kontakt zu ihr? Was sagt sie zu deiner Problemstellung?


    Grüße

  • Hmm so hab ich das alles noch nicht gesehen. Zu ihr kann ich eben nur sagen das sie sich auch schon lange vor dem tot meines vaters von ihm getrennt hatte. Ich weiss ihre tochter kümmerte sich wohl noch um seinen hund.eventuell waren sie noch befreundet? Vielleicht stand sie auch mit ihm in Kontakt um ihm zu helfen?ich weiss es nicht.


    Sie hatte mir bilder meines vaters geschickt ,darauf meinte ich zu ihr(weil er da noch glücklich und normal aussah,und zum schluss muss er laut meiner tante ganz schlimm ausgesehen haben) das ich mir garnicht vorstellen kann woe es in den paar jahren so bergab mit ihm gehen konnte..daraufhin schrieb sie dann eben das es eben nach der ganzen Geschichte mit der anzeige richtig anfing bergab zu gehen.
    Naja ..sie kam mir eigentlich ganz lieb und gefasst vor und sagte selbst das er ja selbst schuld wird.vielleicht wollte sie es auch nicht und hat in dem Moment einfach nicht daran gedacht das es mich treffen könnte??(ich muss dazu sagen,ich bin ein positiver mensch und versuche sowieso immer in allen nur das gute zu sehen.



    Mit meiner mutter habe ich kontakt,wir Wohnen zusammen ,ich war immer ein mamakind.
    Sie ist ein mensch der wenig Gefühle zeigen kann,aber sie ist kein schlechter Mensch,sie würde alles für mich und meine kinder tun(hängt
    Mit ihrer kindheit zusammen) sie hatte schon lange mit meinem vater abgeschlossen. Er hat damals böse sachen gesagt,genau wie eine seiner schwestern.die tage hab ich sie gefragt wie es ihr mit der ganzen sache geht,sie sagt ,es ist schon komisch,aber man kann ja nix machen.das wars eigentlich.

  • Danke
    Ich muss sagen ,diese Woche ging es eigentlich ganz gut.hab mich viel abgelenkt und versucht nicht soviel nachzudenken.klar die gedanken schweifen immer mal wieder ab und dann kommt es wieder "warum,wieso,weshalb" aber sonst wie gesagt ganz gut.

  • Heute gehts mir nicht ganz so gut,die letzten 2 nächte hab ich von meinem vater und seiner beerdigung geträumt,sowas geht mir immer nach.deshalb denk ich auch wieder vermehrt dran.liegt wohl daran das die beerdigung immer näher rückt

  • Hallo Mullemaus,
    ich denke, das ist ganz normal. Eben weil etwas näher rückt, was einem bevor steht. Man kann das Thema schwer loslassen und hat irgendwie keinen richtigen Abschluss. Das Wort hört sich in dem Zusammenhang doof an, denn nur weil jemand beerdigt ist, verschwindet er ja nicht aus den Gedanken. Aber dieser Schwebezustand ist nicht schön. Man ist einfach froh, wenn man eine Beerdigung hinter sich hat. Dann kann man ein bisschen mehr selbst bestimmen, wann und wie man sich mit den Gedanken auseinander setzt.

  • Hallo Mullemaus,


    eine Beerdigung ist ein gutes Ritual um Trauer leben zu können. Aber sie macht auch Angst, ganz klar.
    Denn da wird dann ganz deutlich sichtbar, dass ein Leben zu Ende gegangen ist, es ist endgültig. Und das ist für die Verarbeitung sehr wichtig! Aber es tut unglaublich weh.


    Auch wenn es sich gerade sehr unangenehm anfühlt, da ja eine ganze Geschichte dazwischen steht, die Erlebnisse und Erfahrungen mit deinem Vater. Wenn ich mich richtig erinnere wolltest du ihm einen Brief schreiben? Hast du schon damit angefangen? Wie fühlt sich das an, ich hoffe, es ist auch Erleichterung für dich.


    Ich habe die Erfahrung gemacht dass, wenn ich Dinge aufschreibe, ich zum Einen noch mal die Gedanken sortiere dabei. Da kommen plötzlich noch mal ganz andere Blickpunkte und auch Gefühle hoch. Und zum Anderen ist das Geschehen dann aus mir heraus, also es steht dann da auf dem Papier. Das macht den Kopf einfach leichter und dann ist da Platz für schöne Dinge und Gedanken.


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

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