Abgesehen davon, wenn ich in meiner Einzelgängerphase bin, dann will ich das. Da gibt es auch keine Chance, mich zu irgendeiner gemeinsamen Unternehmung einzuladen. Und es gibt Erlebnisse, beim Klettern Free Solo früher, als ich noch konnte, die möchte ich nicht missen. Aber auch kein Thema für hier.
Lebenskuenstler - Bilanz
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Aber auch kein Thema für hier.
Danke.
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Ca. eineinhalb Jahre, bevor ich mit dem Trinken aufgehört habe, gingen meine Frau und ich zur Familienberatung, eine Art Paartherapie.
Die ganzen Diskussionen und Streitereien, von ihrer Seite hauptsächlich wegen meiner Sauferei, von meiner Seite, dass das nur eins unserer Probleme war (das Andere war, dass ich mich permanent kontrolliert fühlte und selbst entscheiden wollte, wie ich lebe) mündeten in eine ernsthafte Zerrüttung zwischen uns. Das wollten wir beide nicht, waren aber nicht mehr dazu in der Lage, darüber zu reden, ohne dass ein Wort das andere gab und es jedesmal in Frust, Geschrei und Beleidigtsein mündete, beiderseits. Und das für mich natürlich gefundene Gründe waren, um mir einen einzugießen, schon rein aus Trotz, weil ich mir nichts vorschreiben lasse.
Das Gespräch mit dem Familienberater, der gleichzeitig ehemaliger Suchtberater war, hatte vor allem einen entzerrenden Effekt. Wir konnten dann nicht mehr so durcheinander reden und uns permanent gegenseitig ins Wort fallen (das "ja, aber"- Spiel, Du hast aber auch etc), sondern jeder konnte seinen eigenen Standpunkt komplett darlegen und der/die Andere musste zuhören, bis der/die Andere fertig war.
Dabei kam dann heraus, dass wir zwei vollkommen unterschiedliche Sichtweisen auf meine Sauferei hatten. Unsere beiden Standpunkte dazu waren schlicht unvereinbar.
Und wir sahen beide, dass unser jeweiliges Gegenüber nichts davon aus Bösartigkeit tat. Sondern das Bösartige ergab sich dann aus Frust und Wut, weil wir nicht mehr miteinander konnten.Sie wollte mich und meine Sauferei nicht kontrollieren, um mich zu ärgern, und ich soff nicht, um sie zu ärgern. sondern sie hatte ihre Gründe - Angst um meine Gesundheit - und ich hatte meine Gründe - keine Ahnung, wie ich sonst mit dem Leben fertig werden sollte oder wie mir sonst Entspannung verschaffen sollte.
Ausserdem standen wir beide auf dem Standpunkt, dass eine Beziehung für beide ein Gewinn sein sollte. Das ist aber nicht gegeben, wenn die Eine unfreiwillig beim Saufen zusehen muss. Und das ist genauso wenig gegeben, wenn der Andere gegen seinen eigenen Willen mit dem Saufen aufhören muss. Dann ist immer eine(r) die/der Verlierer(in).
Es hat schon was gebracht, wenn auch nicht das, was wir uns erhofft hatten. Wir standen nicht mehr so feindselig gegenüber, sondern wir begriffen, dass wir an wesentlichen Punkten unserer Beziehung völlig unterschiedliche Ansichten, Bedürfnisse und Interessen hatten. Für sie war es dann einfacher, zu sehen, dass ich das einfach brauchte, und für mich war es einfacher, weil ich mich nicht mehr so sehr rechtfertigen musste.
An sich bewahrte uns das vor dem Rosenkrieg, denn wenn schon, dann wollten wir uns im Guten trennen.
Diese Gespräche beim Familientherapeuten halfen mir auch dabei, dass ich meine Frau verstand, als sie mich verliess, als ich vollends abstürzte. Ich habe ihr das nie übel genommen, denn ich hätte mir selbst auch nicht zugucken wollen. Nur ich kriegte vor lauter Filmrissen davon nur Bruchteile mit und hatte morgens das Meiste vergessen, meine Frau hatte den kompletten Film.
Trotzdem hätte ich nicht aufhören können, bevor ich meinen Tiefpunkt erreicht hatte. Dann wäre es deswegen nicht mehr geworden, weil ich dann nicht zufrieden trocken geworden wäre. Als ich nach meinem Tiefpunkt aufgehört habe, war meine Frau frei, sich zu entscheiden, denn da war ich nicht von ihrer Hilfe abhängig. Ich hätte auch aufgehört, wenn sie sich anders entschieden hätte, einfach, weil es dann mir gereicht hat.Und danach war es zwischen uns oft auch nicht einfach, da hätte ich viele Trinkgründe finden können, wenn ich das dann noch gewollt hätte. Wollte ich dann aber nicht mehr. Ich 6 Jahre trocken waren wir ja nochmal zu Paartherapie. Der Schlusssatz dieses Therapeuten an mich war: wenn beide wirklich wollen, dann finden sie fast immer einen gemeinsamen Weg. Da habe ich dann tatsächlich auf etwas verzichtet, um die Beziehung zu erhalten, und das war für mich auch bewältigbar. Später hatte meine Frau fast ein schlechtes Gewissen deswegen, weil sie mich vor eine Entscheidung gestellt hatte, aber ich habe mich entschieden und bin dann auch dazu gestanden.
Und heute, ja, sind wir beide froh um dieses ganze Geschehen. Einiges bräuchten wir sicher nicht noch einmal, aber die Erfahrungen machen uns zu dem, was wir jetzt sind. Ich glaube, in anderen Beziehungen hätten wir uns zu bald gelangweilt. -
ich bin gerührt.
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Schön, dass ihr das geschafft habt. Ich denke, Du weißt das zu schätzen. Ich wünsche Euch alles Gute
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Ich glaube ich habe gerade meinen Tiefpunkt erreicht. Ich heule ohne Ende. Ich hoffe das geht vorbei
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Ich bin ehrlich froh, dass uns bzw meiner Frau das erspart blieb, was Du erlebst. Aber erwischen wird es uns alle. Ich für mich sehe das so, der Tote merkt ja nichts mehr, es sind die Hinterbliebenen, die leiden.
Ich habe mich vorgestern mit meinem alten Freund unterhalten, dem vor 4 Wochen seine Liebe seines Lebens nach über 40 Jahren auf sehr tragische Weise gestorben war.
Von aussen kann ich da nichts machen, aber wir sind uns einig, dass Verdrängen der falsche Weg wäre.
Er hat sich bereits damit beschäftigt, was bei Trauer sehr oft passiert. Trauer hat Phasen, kann ich bestätigen, da selbst schon erlebt. Und er glaubt, dass es zwar seine Zeit dauert (ca. ein Jahr), dann wird er wieder Land sehen.
Ausserdem ist er sehr gut vernetzt und auf die von mir hier erwähnte gemeinsame mehrtägige Geburtstagsfeier freut er sich auch. Wir werden Saft und Tee trinken, so nebenbei, und ich kenne mich mit alkoholfreien Getränkern aus (wer sonst?).
Hast Du Freunde? -
Es gab Zeiten, da habe ich mir gewünscht, weinen zu können, Wieweiter, das befreit...lass es laufen...
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Ja das tue ich. Es wird eine Zeit dauern. Ich habe zum Glück viele liebe Menschen, die mich auffangen. Trotzdem vermisse ich ihn so sehr. Das muss ich mit mir selber ausmachen. Er war die Liebe meines Lebens.
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Hallo LK,
Ich danke Dir für Deinen Beitrag. Es freut mich, dass Du mit Deiner Frau wieder zusammen gefunden hast, nachdem Du aus der Sucht heraus gefunden hast.
Außerdem würde ich mir wünschen, dass viele Co-Anhängige Deine Erfahrung lesen, um mal aus der Sicht eines Alkoholikers zu lesen, dass hoffen, warten, streiten, verzweifeln alles nichts nützt, wenn er selbst nicht an dem Punkt ist, aufhören zu wollen.
LG Cadda -
Ich klau mal ein paar Sätze von Kazik .
Der Grund dafür ist das meine Eltern die Menschen denen ich am meisten vertrauen wollte mein Vertrauen gründlich missbraucht haben.
Ich war und bin ein offener Mensch der auf Menschen zugeht weil ich Menschen mag. Aber meine Offenheit beruht auf meinem Selbstvertrauen was ich über die Jahre entwickelt habe. Heißt ich war immer nur so offen wie ich mit meinem Selbstvertrauen sein wollte und wo ich wusste das mich mein Gegenüber nicht verletzen kann. Und dann habe ich über die Jahrzehnte noch gelernt das mich eigentlich nichts verletzen kann und wenn doch dann kann ich das aushalten und mich wehren. Ich hatte gelernt das niemand die Macht meiner Eltern hat.
Meine Frau kam und kommt mir näher als meine Eltern. Das ging und geht mir mehr an die Substanz.
Das Verhältnis zu meinen Eltern war schon seit relativ früher Kindheit darauf getrimmt, dass ich bald erwachsen werden und mich abnabeln sollte. Sie haben mich auch frühzeitig dazu gedrängt, was ich im Nachhinein als eigentlich gut bewerte. Ich musste raus auf die Strasse, und mir das Selbstbewusstsein selbst erarbeiten. Es war schon ein bisschen darwinistisch, Survival of the fittest. Überbehütet war es ganz sicher nicht. Dass meine Eltern dann bald selbst Schwierigkeiten damit hatten, dass ich eigene Wege gehen wollte, und sie überhaupt nicht mehr wussten, was ich ausser Haus und in der Schule so trieb, machte ihnen mehr Schwierigkeiten als mir. Gleichzeitig war dieses Leben ausserhalb aber auch ein gutes Gegengewicht zu der Situation zu Hause, ich habe oft gar nicht so richtig wahrgenommen, was da lief. Erst als meine Mutter merkte, dass ihr die Felle davonschwammen, da war ich aber schon 17, wurde sie sehr besitzergreifend. Ich benahm mich zu Hause weitgehend unauffällig, so lange ich in der Schule nicht sitzenblieb, war das für meine Eltern meine Angelegenheit, was ich da so trieb. Mein Vater beendete seine Gewalt gegenüber mir, als ich 10 war, und danach hatten wir mehr oder weniger Waffenstillstand.
Dass meine Eltern kein geschlossener Block, die beiden Großen gegen den Kleinen, waren, wusste ich spätestens mit 14. Und ich war ja auch nicht blöd und nutzte das aus.
Das Thema Beziehungen mit Frauen beschäftigte mich deutlich mehr. Ich dachte selbst, ich sei irgendwie cool und gefühllos und wollte das auch sein, den Begriff Macho gabs da vieleicht noch nicht, traf aber auf so einen Halbstarken wie mich zu, und es erwischte mich ziemlich kalt, als ich mich das erste Mal verliebt hatte. Man muss sich immer dazu denken, das ich da ja auch schon gerne trank.
Auf jeden Fall war es dann ein ziemliches Hin und Her. Ich war auch einmal extrem verliebt und so wie Kazik beendete ich das, weil ich merkte, ich bewege mich unaufhaltsam in ein tiefes Loch, was ebendiese Frau dringend verhindern wollte, aber ich sah das war unmöglich, ausserdem hatte sie auch ganz erhebliche Schwierigkeiten, da war es schon die Frage wer da wen runterziehen würde. Wir hatten auch beim Drogenkonsum ziemlich Gemeinsamkeiten, sie eine Gewaltbeziehung hinter sich, war besser das zu beenden.
Parallel dazu hatte ich eine mehrjährige On-Off-Beziehung, selbige sagte mir mal, dass sie mich in 5 Jahren gemeinsamer Bekanntschaft nie nüchtern gesehen hätte.
Es gab noch mehr Geplänkel, aber diese beiden stellten mich ernsthaft vor das Thema Familiengründung.
Dann beendete ich diese beiden Beziehungen, beide waren extrem enttäuscht von mir und liessen mich das auch wissen, aber ich wurde lieber der Grosse Einsame.
Was wiederum andere Frauen scheinbar in den Wahnsinn trieb, ich glaube von aussen sah das oft so aus, als ob ich nur mit Frauen unterwegs wäre, wobei mich das gar nicht so sehr interessierte. Ich zahlte irgendwo dann auch über ein Jahr keine Miete, weil ich lieber in den Tag hineinlebte, statt irgendwas zu arbeiten, wurde obdachlos und wo landete ich dann, in einer Frauen-WG. Mich schleppte eine einfach ab und dann war ich da. Einen Stock tiefer war eine Männer-WG-, die kannte ich und die baggerten die Frauen an und ich war dann plötzlich in einer seltsamen Situation.
Meine spätere Frau tauchte auch in dieser Umgebung auf und war auch mit einem meiner damaligen Unikumpels zusammen, wir gingen zusammen schifahren und hingen oft bis zuletzt morgens um drei in unserer gemeinsamen Studentenstammkneipe ab. Ich natürlich gerne sturzbetrunken, aber da war ich in erster Linie noch unterhaltsam.
Er war manisch-depressiv, wurde dann mehrfach zwangsweingewiesen und ging ihr rgendwann an den Hals und versuchte sie umzubringen, was das abrupte Ende dieser Beziehung bedeutete.
Und dann sie und ich, sie war eigentlich nicht mein Typ, aber man konnte Pferde mit ihr stehlen. Wir waren dann lange "nur" befreundet, aber schon ziemlich gut. Sie war dann mal ein knappes halbes Jahr auf einem Auslandspraktikum, und als sie wiederkam, gingen ein Kumpel aus dieser eben erwähnten Männer-WG, mehrere seiner anderen Kumpels, sie und ich in München aufs Oktoberfest. Dieser Kumpel hatte ein Auge auf sie geworfen, und wir gingen zu dritt nach dem Otto noch in eine Kneipe, nur er war schon zu betrunken und dann war halt plötzlich ich derjenige, sie fiel mir um den Hals.
Jetzt kommt eben der Knackpunkt mit der Nähe. Ich und sie hatten ja schon Einiges an Erfahrungen, deswegen wussten wir ziemlich bald, dass so etwas wie zwischen uns beiden so schnell nicht wiederkommt. Und ich hatte mir nach meinen Erfahrungen schon mal ganz genau überlegt, auf was ich mich überhaupt noch mal einlassen würde.
Und da ging es dann eben nicht ums Abnabeln, sich innerlich abkapseln und stark sein, sondern darum, die Nähe überhaupt zuzulassen. Und es war sofort ziemlich extrem, wir sahen uns das erste Mal 4 Tage nach der Startzündung, und danach wechselten wir nur noch gemeinsam zwischen unseren beiden Wohnungen (ich war derweil ziemlich in Alpennähe gezogen weil ich Berge mag), bis wir endgültig zusammenzogen. Also wir kriegen voneinander so ziemlich alles mit. Wir haben aber auch immer jeder ein eigenes Zimmer, weil wir von symbiotischen Beziehungen eigentlich nichts halten.
Inzwischen glaube ich, es rührt fast nichts alles so gründlich durch wie so eine langjährige Beziehung, weil da irgendwann wirklich jeder Persönlichkeitsaspekt durchkommt und man sich selbst nichts mehr vormachen kann. Von Extrem sch... bis extrem gut alles dabei. Und von wegen ich denke so und so über mich, kann fast alles widerlegt werden, kann man auch anders machen. Beiderseits natürlich. Das Leben mit mir härtet ab, sage ich gerne. Und mir geht es so, ich lerne mich manchmal anhand meiner eigenen Reaktion auf schwierige Situationen selbst erst richtig kennen.Und Trinken war für mich auch lange das Mittel zur Gefühlsregulation, und es war eine Herausforderung, das dann nüchtern zu meistern. Und statt das wegzusaufen, Schwamm drüber, schwapps runter, mich dann nüchtern oft gefragt, wie ich eigentlich tatsächlich ticke, unterhalb des selbstgezeichneten Selbstbildes.
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Ärzte...
Erstens sollte ich selbst mal einer werden, ich habe aber gesehen, was das für eine Buckelei wäre.
Ich kenne aber genügend Ärzte auch privat und weiss wie die ticken.
Einer brachte sich um, ein anderer starb, weil er selbst nicht machte, was er seinen Patienten empfahl. Das hatte er mir selbst bei seinem ersten Zusammenbruch so gesagt. Ich war auf seiner Beerdigung.
In meiner Arbeitsgruppe war ein Psychoanalytiker, von dem ich weiss, dass Placebos ganz normaler Bestandteil der Behandlung sind, die sollen nur die Selbstheilungskräfte aktivieren.
Der Arzt mit dem homöopathischen Kügelchen war derselbe, der mir empfohlen hatte, doch etwas weniger zu trinken. Den habe ich sowieso nicht ganz ernst genommen. Nach nem Umzug brauchte ich halt einen. Nachdem er entdeckt hatte, dass er mit Substitutionsbehandlung für Heroinabhängige am Fliessband leichtes Geld verdienen konnte, interssierten ihn normale Patienten nicht mehr besonders. Und ich war einer der normalen Patienten, der auch irgendwann den Arzt wieder wechselte.
Von dem Kügelchen merkte ich gar nichts, leicht möglich, dass es nur ein Placebo war oder dass ihm sonst halt nichts einfiel. Die Frage, ob sich meine Depressionen durch richtige Medikation aufgelöst hätten, würde ich mit Nein beantworten. Mir wurden überhaupt noch nie Depressionen attestiert. Ich habe mich nur selbst schon ausgiebig damit beschäftigt, weil es in meinem Umfeld Depressive gab. Und sehr wahrscheinlich hatte ich welche, Selbstmordgedanken deuteten darauf hin, aber ich bin damit ja nicht zum Arzt. Die gingen von selbst vorbei.
Ich habe mal psychotherapeutische Probestunden genommen, als ich schon einige Jahre trocken war. Das Ergebnis war, das ich ein bisschen extrem bin, aber keine Diagnose im Sinne des ICD hatte. Ich hab mir dann privat ein Coaching verpasst.
Und dann hatte ich einen Unfall, das war aber gleich eine Angelegenheit für einen Neurologen. Den ersten, der mich aufs Sofa schicken wollte, habe ich aber auch bald wieder vertschüsst und mir einen Anderen gesucht. Inzwischen bin ich/wir sowieso noch mal umgezogen und jetzt bin ich bestens versorgt. Und in diesem Umfeld mit den Unfallfolgen und einer dadurch ausgelösten chronischen Erkrankung muss ich mich tatsächlich kümmern, sonst baue ich zu schnell ab. Und das lebt davon, dass ich selbst aktiv werde, die selbstverantwortliche Denke wie hier beim Thema Alk ist da Gold wert.
Ich möchte mich von meinem Partner in Crime verabschieden, denn ich möchte nicht, dass er mir alles nachmacht. War ausserdem seine Idee, mich als solchen auszuwählen, und nur er weiss, warum er sie hatte. Diese Rolle passt nicht zu mir.
LG LK -
Deine Frau und Du scheinen eine besondere Art zu haben auf Menschen zu zu gehen.
Meine spezielle Art auf Leute zuzugehen...
Mich beschäftigt das tatsächlich, weil mir Leute sehr lange sehr fremd waren. Ich konnte nicht mit ihnen umgehen, Ausnahmen bestätigen die Regel, und erlebte mich selbst als krassen Aussenseiter. Aus gewissen Rückmeldungen weiss ich aber, dass das eher mein Selbstbild war....eigentlich waren es die Ängste meiner Mutter, dass so jemand wie ich doch nie von irgendwem respektiert werden würde. Und schon gleich gar nicht von ihr. Es war auch eine Art Emanzipation von ihr, dass ich ihr das Gegenteil beweisen konnte, ohne so zu werden, wie sie das wollte. Ein Glück, denn wenn ich ihren Vorstellungen entsprochen hätte, hätte ich morgens vor dem Spiegel schon das erste Problem.
Ja, und auch meine Bereitschaft, das und überhaupt Konflikte zu regeln, sagt etwas über mich aus.Ich bin nicht schüchtern und oft auch spontan hilfsbereit.
Es gehen so viele Leute auf mich zu wie ich auf Leute.
Das ist so ein Spiel, das bedingt sich gegenseitig.
Und manche Leute interessieren mich sehr.Ich gebe was und kriege was dafür oder ich kriege was und gebe was dafür, und in der Summe ergibt das eine große Menge interessanter Erfahrungen.
Ausserdem bin ich wohl äusserlich und durch mein Verhalten auffällig.
Mir wurde schon mehrmals von Leuten gesagt, dass sie mich nun schon länger beobachten und jetzt endlich mal wissen wollen, wer oder was ich bin.
In fremden Städten kann ich mich darauf verlassen, dass irgendwer auf der Straße glaubt, dass ich mich auskenne, oder dass er mich schon mal irgendwo gesehen hat.
In den Bergen ist es auch so, man sieht mir das auf eine halbe Wegstunde an, dass ich nicht normal laufen kann, aber ich bin extrem zäh.
Die einzige explizite Meldung, wie ich wirke, bekam ich in der Klinik von einer Gruppe Frauen.
Die sagten mir erst, für was sie mich hielten, und wollten dann wissen, ob sie recht haben.
Sie nannten mir zwei Möglichkeiten.
a) Sozialarbeiter ... das war wohl der Rest von dem, dass ich mal Arzt werden sollte.b) ein Mensch, der ein Haus planen und vom Keller bis zum Dach mit eigenen Händen bauen kann.
Antwort b) trifft auf die Zeit nach meinem ersten abgebrochenen Studium zu, als ich mich anders orientiert habe. Aber Bau war auch eine feuchte Angelegenheit. Als Bauleiter wurde ich mal dafür kritisiert, dass ich nicht genügend rumschreie und die Handwerker antreibe. Und natürlich wurden von denen die Selbstgebrannten vom Balkan und aus Polen kistenweise mitgebracht und zur Pflege der guten Beziehungen abgegeben.
Ich habe dann nochmal die Branche gewechselt, als ich mit dem Trinken aufgehört habe. Über eine Akademikerfortbildung, die zwei Jahre dauerte, und mit meinem Vorwissen und einem guten Abschluss ging das dann weiter.
Da nervte mich dann aber irgendwann mal, dass das Gehahlt zwar sehr gut war, aber ich hatte keine Zeit, das Geld auszugeben. Das war DER Grund, mich selbstständig zu machen, nur noch so viel arbeiten, dass es reicht. Auch das Buch, das ich das für meine eigene Aufarbeitung geschrieben habe, war vielleicht eine Stunde am Tag und wenn ich keine Lust hatte, habe ich nichts gemacht. Es machte mir dann aber Spass und das ist für mich die beste Motivation. Ansonsten habe ich meinen damaligen Garten (der jetzige ist kleiner und heute bewältigbarer), das Radfahren und die Berge zu sehr genossen, um im Büro glücklich zu werden. Ich hatte immer so viel vor, ich hatte gar keine Zeit für so einen Stressjob.Heute - heute - bin ich glücklich, denn ich habe bei mir Obstbäume geschnitten, auf der Leiter rumgeturnt, gesägt, gekürzt, das ist immer erst mal ein kleines Angstüberwinden aber es ging gut und mir wurde warm bis aufs T-Shirt. Und dann noch eine Stunde in der Sonne gesessen bis mir kühl wurde.
Ach ja, die Fülle des Lebens... von unten nach oben und umgekehrt, gut durchmixt, schlechte und gute Tage, Leben und Tod... darüber habe ich schon länger nachgedacht. Gehört für mich alles dazu.LG LK
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Heute bin ich mit einer gewissen Lustlosigkeit aufgewacht.
Muss wegen einer Krebsvorsorgeuntersuchung (Darmspiegelung) ab heute die Ernährung umstellen und habe irgendwie gar keinen Bock drauf.
Natürlich mache ich es trotzdem, habe mich ja freiwillig dazu angemeldet.
Grund genug gibts, eine Freundin ist mit 63 dran gestorben. Das muss ich ja auch nicht haben.
Und wegen der Betäubung auch schon angemeldet, dass ich früher viel vertragen habe.
Mit der neurologischen Reha läuft es auch nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht habe.
Ich schleiche mich mit Krankengeld und Arbeitslosengeld aus dem Arbeitsleben raus, seit ich vor fast 4 Jahren mal so auf dem Zahnfleisch ging, dass ich nicht mehr konnte.
Die Reha, die mir jetzt genehmigt wurde, läuft auf Veranlassung des Arbeitsamts, weil ich offizielll nicht arbeitsfähig bin und die mich gerne los wären. Leider habe ich da wohl keine Wahlmöglichkeit bei der Reha-Einrichtung.
Ich habe das bislang positiv gesehen, ich gehe nächstes Jahr sowieso offiziell in Rente und mein Gedanke war, ich kann mich da ja noch mal fitmachen lassen.
Jetzt steht da aber drin, nur Doppelzimmer.
Ich bin nicht gerade der beste Schläfer, Schlafprobleme sind Teil meines neurologischen Problems.
Ein möglicher Zimmernachbar lässt mich nicht gerade Juhu schreien.
Einen ersten Widerspruch haben sie bereits abgelehnt, jetzt probiere ich mal, noch ein Attest zu kriegen.
Ansonsten das Null-Bock-Feeling erst mal wieder wegpacken. Hilft ja nix. -
Hi LK,
ich drück Dir die Daumen mit Deinem Widerspruch.
Hier scheint die Sonne, ich hoffe bei Dir auch.
LG
Kazik
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Ja, die Sonne scheint.
Ich glaube, das gehört aber schon wieder zu meiner Lustlosigkeit.
Ich würde am liebsten nur Urlaub machen bei dem Wetter
Irgendwelche Termine und Verpflichtungen gehen mir da auf die Nerven.
Wenn ich das aufs innere Kind umschreibe, stampft der dreijährige Trotzkopf in mir gerade "will nicht".
Heute morgen hat sich alles in mir gesträubt.
Da bin ich dann so richtig unausgeglichen, und das mag ich gar nicht.
Na ja, bin schon wieder am Infos einholen und die nächsten Schritte planen, das hilft fast immmer. -
Hi LK,
ja das mit Deinem inneren Kind kann ich mir gut vorstellen. Ich glaube wir beiden gehen damit unterschiedlich um. Ich lass dem Kind manchmal seinen Willen oder versuche es zumindestens.

LG
Kazik
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Die Reha, die mir jetzt genehmigt wurde, läuft auf Veranlassung des Arbeitsamts, weil ich offizielll nicht arbeitsfähig bin und die mich gerne los wären. Leider habe ich da wohl keine Wahlmöglichkeit bei der Reha-Einrichtung.
Ich habe das bislang positiv gesehen, ich gehe nächstes Jahr sowieso offiziell in Rente und mein Gedanke war, ich kann mich da ja noch mal fitmachen lassen.
Jetzt steht da aber drin, nur Doppelzimmer.Nun besteht Wahlrecht des Krankenhauses oder Reha-Hauses, wenn die Indikation dieselbe ist, auch bei Reha. Das aus meinen Erfahrungen von zwei REHA- und Krankenhausaufenthalten wegen einer anderen Geschichte. Zudem habe ich hier zuvor dann angerufen und ein Einzelzimmer klargemacht, was ich bei REHA immer hatte. Bei Krankenhausaufenthalt ist das etwas anderes.
Anrufen, sich erkundigen und gut ist. Entweder direkt den Rentenversicherungsträger oder die Klinik. Ich habe auch keinen Widerspruch eingelegt, wenn es mir nicht passte, das dauerte immer so lange, sondern dort angerufen und gefragt, welche Möglichkeiten bestehen.
Einen Satz dafür danke ich dir, das wird hin und wieder vergessen, die Betäubung Darmspiegelung
Und wegen der Betäubung auch schon angemeldet, dass ich früher viel vertragen habe.
Es ist nicht nur für den Darm, sondern auch bei allen Kurzzeitbetäubungen wichtig. Ich hatte es das erste Mal beim Zahnarzt nicht auf dem Schirm, umso mehr war er überrascht, als er nachspritzen musste.
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Hi Kazik,
Ich lasse dem Kind auch seinen Willen, wenn es nicht gerade zerstörerisch drauf ist.
Manches von dem, was mein inneres Kind will, würde in selbstschädigendes Verhalten münden, wenn ich es machen lasse.
Weil der Trotzkopf unbedingt seinen Willen durchsetzen will, ungeachtet möglicher Verluste.
Ein Gleichnis:
steht ein kleiner Junge mitten im Winter draussen und protestiert
"Ist mein Vater doch selbst schuld, wenn ich mir die Finger abfriere, warum zieht er mir keine Handschuhe an"..
und ist vor lauter Trotz und Wut so blind, dass er sich weigert, die Hände in die Hosentaschen zu stecken. Und dem bösen Alten hat er damit dann ja auch geschadet, Rache ist süss.
Da muss dann der liebevolle Erwachsene ein paar Worte mit dem inneren Kerlchen reden, dass wir doch nicht wollen, dass es uns hinterher schlecht geht.
So weit bin ich immerhin.
Und ich glaube, weil mir diese Untersuchung und die Reha auch Sorgen macht, bin ich mit diesem Gefühl der Hilflosigkeit und des Trotzes aufgewacht.
LG Lk -
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