foxi58 - Betroffenes Elternteil, auf der Suche nach dem Umgang mit dem Trinken ihres (mittlerweile erwachsenen) Kindes

  • koda , ich habe hier ja beschrieben dass der Kontakt zu unserem Sohn auf Eis liegt, meine Schwiegertochter hat lediglich zum ersten mal die Möglichkeit genutzt uns das jetzt per mail mitzuteilen, nur als Information. Sie schrieb: Ich habe euren Sohn in die Klinik gebracht......Ich hab keine Ahnung warum und wieso, ich denke er hatte wieder 3, und promille wie pfingsten schonmal. Ich würde mir sehr wünschen dass in der Klinik was angeboten wird für ihn aber wie gesagt, ich weiß es nicht.......Mir geht es sehr schlecht, ich will auch mehr Infos nicht haben von ihm, ich habe Angst dass die uns als Eltern jetzt einbinden......wir kämpfen seit Wochen damit unsere Distanz zu halten, auch innerlich.

    Als er Pfingsten dort war haben sie ihn nach der Ausnüchterung gehen lassen, ich weiß halt nicht ob beim 2ten mal irgendwas an Unterstützung eingeleitet wird, ich denke er ist auf der geschlossenen, denke ich...

    Danke für deine Anteilnahme, das tut mir grade gut

    Einmal editiert, zuletzt von foxi58 (24. Oktober 2025 um 09:10)

  • ich weiß halt nicht ob beim 2ten mal irgendwas an Unterstützung eingeleitet wird

    Das wird nur dann eingeleitet wenn er es möchte.
    Und sie können euch nicht ‚einfach einbinden‘. Sie können es versuchen, aber ihr könnt ablehnen. Das hab ich auch gemacht und es fühlte sich fürchterlich an, war aber richtig. Bleibt bei euch und lasst ihn seinen Weg gehen- auch dann wenn dieser Weg geradewegs nach unten führt. Er allein hat das in der Hand!
    Er weiß wo er um Hilfe bitten muss. Gerade jetzt in der Klinik. Aber wenn er es nicht anleiert können auch die Nix tun!

  • Das wird nur dann eingeleitet wenn er es möchte.
    Und sie können euch nicht ‚einfach einbinden‘. Sie können es versuchen, aber ihr könnt ablehnen. Das hab ich auch gemacht und es fühlte sich fürchterlich an, war aber richtig. Bleibt bei euch und lasst ihn seinen Weg gehen- auch dann wenn dieser Weg geradewegs nach unten führt. Er allein hat das in der Hand!
    Er weiß wo er um Hilfe bitten muss. Gerade jetzt in der Klinik. Aber wenn er es nicht anleiert können auch die Nix tun!

    Können die denn in so einer geschlossenen Klinik irgendwas einleiten? Ich hab null Ahnung von sowas

  • In einer geschlossenen Akutpsychiatrie wird nur Stabilisierung betrieben, da finden in der Regel so gut wie keine Therapien statt. Mehr als Schadensbegrenzung kann da nicht passieren.

    Selbst ein geschlossenes Setting setzt ein Mindestmaß an Freiwilligkeit voraus, damit irgendwas in die Wege geleitet werden kann.

    Wenn eurer Sohn nicht will, dann will er nicht. Daran ändert auch eine geschlossene Unterbringung nichts. Deshalb macht euch bitte nicht zu viele Hoffnungen, dass sich dadurch jetzt etwas ändert, auch wenn es grade sehr hart klingt.

    Sie können ihm Angebote machen und Wege aufzeigen, aber den Rest mus er machen und vor allem wollen.

  • In einer geschlossenen Akutpsychiatrie wird nur Stabilisierung betrieben, da finden in der Regel so gut wie keine Therapien statt. Mehr als Schadensbegrenzung kann da nicht passieren.

    Selbst ein geschlossenes Setting setzt ein Mindestmaß an Freiwilligkeit voraus, damit irgendwas in die Wege geleitet werden kann.

    Wenn eurer Sohn nicht will, dann will er nicht. Daran ändert auch eine geschlossene Unterbringung nichts. Deshalb macht euch bitte nicht zu viele Hoffnungen, dass sich dadurch jetzt etwas ändert, auch wenn es grade sehr hart klingt.

    Sie können ihm Angebote machen und Wege aufzeigen, aber den Rest mus er machen und vor allem wollen.

    Was heisst denn bitte geschlossenes Setting? Ich weiß nicht ob er will, denke halt nur das nur aufnehmen und entlassen ja wenig ist......

  • Was heisst denn bitte geschlossenes Setting? Ich weiß nicht ob er will, denke halt nur das nur aufnehmen und entlassen ja wenig ist......

    So ist es aber ,wenn er nicht will geht nichts.

    Letztes Jahr ,ein tag vor heiligabend ist mein Mann stark alkoholiesiert schwer gestürzt auf der straße. Auch in mir keimte die Hoffnung auf ,oh jetzt kommt er ins krankenhaus und er kommt vielleicht zur Einsicht. Pustekuchen gebrochen war nichts Schulter wurde eingerenkt und man konnte ihn Nachts wieder abholen was einer meiner Söhne dann gemacht hat. Auch spricht er dann immer von Selbstmord vor allem wenn ich in der nähe bin . Da ich da noch nie reagiert habe sondern ihn dann stehe lasse , weg gehe oder in meinen eigen Bereich,

    versucht er jetzt den erweiterten Selbstmord anzudrohen was aber auch weniger wird da er merkt dass er damit nicht weit kommt bei mir. Ich habe mich schon verändert durch meine Arbeit an Selbsthilfe, das bemerkt er natürlich und am Anfang war das drohen und selbstmorddrohungen noch öfters aber je mehr ich mich zu meinen Gunsten ändere wird das weniger.

    Mariexy

  • versucht er jetzt den erweiterten Selbstmord anzudrohen was aber auch weniger wird da er merkt dass er damit nicht weit kommt bei mir.

    Das ist eine heftige Drohung, Marie!

    Pass gut auf Dich auf!

    Gibt es nicht doch eine Möglichkeit für Dich auszuziehen und Dich in Sicherheit zu bringen?

    Ein nasser Alkoholiker ist unberechenbar!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Er hat wohl gestern seine Patentante angerufen, an der er sehr hängt und hat ihr erzählt was mit ihm los ist, dass er trinkt und alles verliert.......

    Weshalb setzt er nichts dagegen wenn er das selber sieht und weiß dass alles verloren ist.....? ich versteh es nicht, stattdessen ist er jetzt in der Klinik seit gestern Abend......

    Einmal editiert, zuletzt von foxi58 (24. Oktober 2025 um 20:16)

  • Hallo foxi,

    Sucht zu verstehen ist unmöglich, wenn man es nicht selbst durchlebt hat. Das ist es ja, was mich zum Beispiel hat verrückt gemacht damals, mit meinem ersten Mann. In guten Momenten hat er alles eingesehen, wir konnten reden, er hat Dinge versprochen... Und dann zack, kam wieder der Moment und er hat weitergetrunken.

    Ich konnte es nie verstehen, wir hatten 2 gesunde Kinder, eine schöne Wohnung und waren finanziell gut aufgestellt. Es gab doch keinen ernsthaften Grund. Meiner Meinung nach.

    Hier im Forum habe ich durch das Lesen bei den Alkoholikern begriffen, dass sie durch die Sucht fremdgesteuert sind. Theoretisch hab ich es kapiert aber begreifen in dem Sinne kann ich es noch immer nicht.

    Weil ich nicht selbst abhängig war und bin.

    Dass euer Sohn jetzt seine Patentante angerufen hat, ihr erzählt hat, wie schlecht es ihm geht, macht mich etwas nachdenklich. Er merkt nun, dass ihr kapituliert habt, Grenzen gesetzt habt und das auch konsequent durchzieht. Sucht er sich nun eine neue Coabhängige, die ihm den Popo retten soll?

    Nicht böse gemeint, nur mal zum Nachdenken.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Aurora

    Zitat

    Dass euer Sohn jetzt seine Patentante angerufen hat, ihr erzählt hat, wie schlecht es ihm geht, macht mich etwas nachdenklich. Er merkt nun, dass ihr kapituliert habt, Grenzen gesetzt habt und das auch konsequent durchzieht. Sucht er sich nun eine neue Coabhängige, die ihm den Popo retten soll?


    Nein, so ist es nicht...ich habe ihn per mail informiert dass der Ehemann seiner Patentante , der schon länger Krebs hat, nur noch eine Lebenserwtartung von 2-3 Wochen hat.....Er ist mit den beiden groß geworden, sie wohnen weiter weg kamen aber regelmäßig zu uns......Ich fühlte mich moralisch verpflichtet ihm das mitzuteilen und daraufhin hat er sie angerufen, um wegen dem Onkel zu sprechen......Ich denke nicht dass sie ihm irgendwas retten soll, kann sie auch gar nicht durch die Riesen-Entfernung.......

  • Liebe foxi,

    okay, das wusste ich nicht, sorry.

    Ich hatte nur den Gedanken weil es eben nicht ungewöhnlich ist, dass sowas passiert. Der Abhängige sich jemand Anderes sucht wenn sein üblicher Co sich abgrenzt.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Unser Sohn jetzt zum zweiten Mal in der geschlossenen Klinik, ich denk heute ich bin in einem Albtraum wo ich nicht wach werde....Was ist nur aus unserem Leben geworden???? So ein Scheisstag heute......

    Einmal editiert, zuletzt von foxi58 (25. Oktober 2025 um 17:07)

  • Du liest dich so verzweifelt. Das tut mir wirklich leid für dich.
    Auch in einer geschlossenen Klinik kann deinem Sohn nicht wirklich geholfen werden, wenn er nicht mitarbeitet und selbst wirklich Hilfe will.

    Meine Mutter ist psychisch krank, zwar keine Sucht, aber ich auch da war es so, dass ich als Angehörige fast verzweifelt bin, weil alle gesehen haben, dass sie schwer krank ist, nur sie nicht. Aber zum Glück hatte sie doch irgendwo eingesehen, dass was nicht in Ordnung ist und ist freiwillig in der Klinik geblieben. Lange halten sie einen da nicht fest, wenn man keine Hilfe will.

    Hast du dir denn mal einen Termin bei der Suchtberatung für dich ausgemacht oder guckst du nach anderer professioneller Hilfe für dich?

  • Du liest dich so verzweifelt. Das tut mir wirklich leid für dich.
    Auch in einer geschlossenen Klinik kann deinem Sohn nicht wirklich geholfen werden, wenn er nicht mitarbeitet und selbst wirklich Hilfe will.

    Meine Mutter ist psychisch krank, zwar keine Sucht, aber ich auch da war es so, dass ich als Angehörige fast verzweifelt bin, weil alle gesehen haben, dass sie schwer krank ist, nur sie nicht. Aber zum Glück hatte sie doch irgendwo eingesehen, dass was nicht in Ordnung ist und ist freiwillig in der Klinik geblieben. Lange halten sie einen da nicht fest, wenn man keine Hilfe will.

    Hast du dir denn mal einen Termin bei der Suchtberatung für dich ausgemacht oder guckst du nach anderer professioneller Hilfe für dich?

    Hallo@Panama, ja ich habe einen Termin bei der Suchtberatung kommende Woche und auch eine andere Beratng. Das ändert nichts an miener Sorge und meinem Schmerz bisherDie grösste Sorge ist dass er Ende November aus seiner Wohnung muss, seine noch Frau hat wohl für sich eine Wohnung gefunden, er nicht...wir haben so gut wie keinen Kontakt zu ihm, er akzeptiert das auch und lässt uns in Ruhe... ich bete dass er endlich Hilfe annimmt, er weiß was los ist mit ihm und wie süchtig er ist, daher verstehe ich das nicht..

  • Immer wieder kreisen meine Gedanken, auch das Ablenken schaffe ich kaum.....was soll nur geschehen wenn er keine Hilfe annimmt, wo soll er wohnen?Er hatte bisher so ein geregeltes Leben und ich weiß er kommt nicht mit schlimmen Situationen zurecht und resigniert dann..... Ich werde wirklich fast zerfressen von dieser Angst und gleichzeitig weiß ich dass ich meine Gedanken lenken muss und schaffe es kaum. Ich habe mir fest vorgenommen dass ich heute hier zuhause nicht darüber spreche mit meinem Mann, wir hatten durch das ständige Reden darüber so einen schlimmen Tag gestern....

  • EllaDrei , ich möchte nicht in deinem Strang weiterschreiben, hab Dank dass du nach mir gefragt hast..

    Montag war ich bei einer Dame bei der Suchtberatung.....das Fazit könnt ihr euch denken, loslassen, Empathie abschalten und mich nicht in Gedanken in seine Situation einfühlen, nicht immer die vergangenen schlimmen Situationen anschauen die wir mit ihm erlebt haben, nicht darüber nachdenken ob er jetzt eine Wohnung findet das muss er selber hinbekommen.....

    Sagt sich alles einfach, ich versuch es, es ist als fehlt mir ein Bein so komm ich mir manchmal vor.....wir versuchen wenig darüber zu reden leiden aber total

    Wir haben ihm nochmal letzte Woche eine Mail geschrieben , er war da vielleicht noch in der Klinik???. Haben ihm nochmal Adressen und Telefonnummern geschrieben an die er sich wenden kann und soll.......wir wissen nichts , ist vielleicht gut so....

    Wir veruschen irgendwie weiterzuleben......

  • Liebe foxi58 ,

    deine Geschichte liest sich sehr traurig und tut mir sehr leid.

    Ein Kind zu verlieren ist immer schrecklich. Auf die von dir geschilderte Art ist es zudem entsetzlich langwierig und ständig begleitet von Hoffnung(slosigkeit).

    Habt ihr schon mal an die Möglichkeit gedacht, euch in 'Sicherheit' zu bringen, in dem ihr selbst umzieht, und alle Kontaktmöglichkeiten beschränkt?

    Beim Einwohnermeldeamt kann eine Auskunftssperre eingerichtet werden.

    Bei uns im Ort gibt es einen mittelalten Obdachlosen, über den erzählt wird, das sich dessen Familie auf diesem Weg vor ca. 20 Jahren in Sicherheit brachte, um ein neues/anderes/ sorgenfreieres Leben führen zu können.

    Ich kann mir vorstellen, dass der Gedanke schrecklich ist, aber wenn ich an diese andere Familie denke, dann war es bestimmt die richtige Entscheidung.

    Denn ihr Sohn hat sich bis heute nicht für ein anderes Leben entschieden.

    Ich wünsche euch alles Liebe und viel Kraft.

  • Liebe foxi,

    Sagt sich alles einfach, ich versuch es, es ist als fehlt mir ein Bein so komm ich mir manchmal vor.....wir versuchen wenig darüber zu reden leiden aber total

    Es ist ja wirklich so, dass von außen für Nichtbeteiligte alles ganz klar ist. Das ist einfach so, es ist was anderes, als wenn du selbst in der Situation feststeckst. Es kann aber trotzdem hilfreich sein, diese eher objektiven Dinge zu hören, sie sich immer wieder vor Augen zu führen. Denn es sind ja wirklich Fakten, die Sinn machen.

    Es ist aber auch klar, dass es nicht von heute auf morgen funktionieren kann. Es sind ja sehr, sehr viele Gefühle im Spiel. Darum ist es gut und wichtig im Austausch zu sein, es immer wieder auch gesagt bzw geschrieben zu sehen. Dadurch kann es sich festsetzen, mehr und mehr.

    Ich hoffe, dass du es ganz langsam spüren kannst, es immer mehr Momente gibt, in denen du im Hier und Jetzt bei DIR bist. Und nicht beim Sohn und dessen Leben.

    Hab Mut und ich schicke dir mal ein paar Kraftpäckchen vorbei.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Aurora , genau so ist es…. wir stehen noch am Anfang und es gibt Stunden da geht es etwas besser…. er selber ist ja auch erst seit ca April so weit dass er sich als Alkoholiker sieht ,das ist ja auch noch nicht so ewig…Als er aus derPrivat- Klinik kam sagter er dass er ja nicht sooo schlimm dran wäre wie die Älteren da😢 damals hatte er auch noch Führerschein, Arbeit, Ehefrau und Wohnung mit ihr, das ist ja Mittlerweile anders…

  • er aus derPrivat- Klinik kam sagter er dass er ja nicht sooo schlimm dran wäre wie die Älteren da

    Das ist ein Klassiker- dachte ich am Anfang auch. Aber Alkoholiker ist Alkoholiker.

    Was tust du gerade für dich? Hast du ein Hobby? Ich häkle ab Herbst z.B. immer viel- mir hilft diese Regelmäßigkeit und dass dabei was tolles entsteht.
    Was tut dir gut?

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