foxi58 - Betroffenes Elternteil, auf der Suche nach dem Umgang mit dem Trinken ihres (mittlerweile erwachsenen) Kindes

  • Liebe foxi,

    wie ist es dir inzwischen ergangen?

    Liebe Grüße Aurora

    Aurora , danke der Nachfragen...... heute hatte ich ein Beratungsgespräch zu dem Thema, ich lasse es sacken...meine Mutterrolle ist zentrales Thema beim Loslassen, viele Verstrickungen mit dem Thema Schuldgefühl wie ich es schon gedacht habe......Mir ist noch einmal deutlich und klar geworden wie Tina2 es sagte, es ist etwas komplett anderes ob man in der Elternrolle oder in der Partnerrolle steckt.

    Ich möchte erwähnen dass ich mich hier öffentlich nicht gut aufgehoben fühle nach einigen Kommentaren die geschrieben wurden, und dass ich daher erstmal davon absehen werde mich wie vorher emotional zu öffnen.

  • Hi liebe Foxi58, ich wünsche dir alles alles Gute… dass dein/euer in Gang gesetzter Abgrenzungs-/Prozess sich stabilisiert und ihr für euch neue Kräfte für euch finden könnt…

    Willst du dich komplett zurückziehen oder einfach n Gang runterschalten bzgl emotionaler Offenheit…?!?

    Alles alles Gute… und ich habe immer wieder neu bewundert, dass Du und dein Mann gemeinsam zusammenstehen…

    LG Simsalabim…👍

  • Simsalabim , ich wundere mich dass viele davon ausgehen dass Ehepartner in solch einem Fall nicht an einem Strang ziehen, das tun wir natürlich. Jeder von uns hat seinen eigenen Weg, mein Mann geht zu einer SH und hat eine mittlerweile bei Bedarf eine coaching- Hilfestellung an seiner Seite. Ich habe mir ein eigenes kleines Unterstützungsnetzwerk aufgebaut.....Wir wollen beide dasselbe: etwas Lebensqualität für uns trotz dieser furchtbaren Lebensumstände, die uns wohl bis zum Ende des Lebens begleiten werden...Dadurch dass die Alkoholkrankheit unseres Sohnes erst zu Beginn des Jahres für uns mit voller Wucht für uns seh- und spürbar wurde ist unsere Familie sehr erschüttert worden. Wir wussten jahrelang von seinem Alkoholproblem und haben uns damit aber nicht intensiv für uns beschäftigt und immer gehofft dass er es irgendwie im Griff hat. Erst dieses Jahr ist uns die Tragweite bewusst geworden wie sehr wir mit im Boot sitzen und auch vorher schon all die Jahre, das war uns so nicht bewusst....Und natürlich wollen wir dasselbe mein Mann und ich, wir haben noch einen behinderten Sohn und einen leicht demenzkranken Vater, die brauchen uns weiterhin alle beide mit aller Kraft. Und daher ist es für uns selbstverständlich zusammen den Weg zu gehen und uns aneinander zu stärken, die momentane Zeit verlangt uns alles ab und wir sind am oft am Ende unserer psychischen Kraft......wenn man sich da nicht stütz dann ist alles vorbei. Und wir lieben beide unseren Sohn und wissen dass mittlerweile beide dass wir ihm nicht können. Dieser anstrengende Lernprozess der uns als Eltern fordert, den schaffst du nicht wenn du dir nicht einig bist , das denke ich.

    Jede Lebenssituation ist anders und jeder muss seinen eignen Weg finden um solch eine lebensbedrohliche Situation zu überleben und ein wenig Freude noch am Leben zu haben. Es gibt sicher viele Eltern die mit ihrem Sohn in diesem Alter nichts mehr zu tun haben und damit leichter fertig werden, wir nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von foxi58 (15. November 2025 um 06:28)

  • Das hast du schön geschrieben. Natürlich sollten Ehepartner an einem Strang ziehen, aber das klappt oft gerade in solchen Stresssituationen nicht. Es spricht also für euch beide als Partner, dass das so gut läuft.

    Ihr macht das echt richtig gut, auch wenn es sich manchmal bestimmt anders anfühlt, weil eben die Situation schwer auszuhalten ist.

  • Simsalabim , ich wundere mich dass viele davon ausgehen dass Ehepartner in solch einem Fall nicht an einem Strang ziehen, das tun wir natürlich. Jeder von uns hat seinen eigenen Weg, mein Mann geht zu einer SH und hat eine mittlerweile bei Bedarf eine coaching- Hilfestellung an seiner Seite. Ich habe mir ein eigenes kleines Unterstützungsnetzwerk aufgebaut.....Wir wollen beide dasselbe: etwas Lebensqualität für uns trotz dieser furchtbaren Lebensumstände, die uns wohl bis zum Ende des Lebens begleiten werden...Dadurch dass die Alkoholkrankheit unseres Sohnes erst zu Beginn des Jahres für uns mit voller Wucht für uns seh- und spürbar wurde ist unsere Familie sehr erschüttert worden. Wir wussten jahrelang von seinem Alkoholproblem und haben uns damit aber nicht intensiv für uns beschäftigt und immer gehofft dass er es irgendwie im Griff hat. Erst dieses Jahr ist uns die Tragweite bewusst geworden wie sehr wir mit im Boot sitzen und auch vorher schon all die Jahre, das war uns so nicht bewusst....Und natürlich wollen wir dasselbe mein Mann und ich, wir haben noch einen behinderten Sohn und einen leicht demenzkranken Vater, die brauchen uns weiterhin alle beide mit aller Kraft. Und daher ist es für uns selbstverständlich zusammen den Weg zu gehen und uns aneinander zu stärken, die momentane Zeit verlangt uns alles ab und wir sind am oft am Ende unserer psychischen Kraft......wenn man sich da nicht stütz dann ist alles vorbei. Und wir lieben beide unseren Sohn und wissen dass mittlerweile beide dass wir ihm nicht können. Dieser anstrengende Lernprozess der uns als Eltern fordert, den schaffst du nicht wenn du dir nicht einig bist , das denke ich.

    Jede Lebenssituation ist anders und jeder muss seinen eignen Weg finden um solch eine lebensbedrohliche Situation zu überleben und ein wenig Freude noch am Leben zu haben. Es gibt sicher viele Eltern die mit ihrem Sohn in diesem Alter nichts mehr zu tun haben und damit leichter fertig werden, wir nicht.

    es soll heissen: wir wissen mittlerweile beide dass wir ihm nicht helfen können.........

  • Hallo foxi,

    Simsalabim , ich wundere mich dass viele davon ausgehen dass Ehepartner in solch einem Fall nicht an einem Strang ziehen,

    ich habe in meinen früheren Beziehungen selbst diese Erfahrung gemacht, vor allem in meiner ersten Ehe. Klar, mein erster Mann war Alkoholiker und hatte genug mit seiner Sucht zu tun aber es war auch grundsätzlich seine Art, sich nicht allzu viel einzubringen, zu kümmern, mich zu achten. Und ich war längere Zeit in einem Forum für verwaiste Eltern, auch da war es oft ein Thema. Nicht jede Beziehung hält solche schweren Schicksale aus, leider.

    Ihr habt da etwas sehr Kostbares.

    Mit meinem 2. Mann jetzt erfahre ich diesen Zusammenhalt auch und es ist für mich noch immer sooo unglaublich schön.

    Ich freue mich, dass du dich hier wieder gemeldet hast.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Rennschnecke, danke für die Zeilen, wie ein Brief von Eltern geschrieben werden könnte. Ich habe dazu die Frage, ab wann kann denn ein Kontakt wieder hergestellt werden, wenn das erwachsene Kind eine trockene Zeit hinter sich hat? Gibt es da Erfahrungen? Viele Grüße Tina2

  • Hallo Rennschnecke, danke für die Zeilen, wie ein Brief von Eltern geschrieben werden könnte. Ich habe dazu die Frage, ab wann kann denn ein Kontakt wieder hergestellt werden, wenn das erwachsene Kind eine trockene Zeit hinter sich hat? Gibt es da Erfahrungen? Viele Grüße Tina2

    Tina2 , ich denke dass musst du nach deinem Gefühl entscheiden, da gibt es keine Vorgabe

  • Schwer zu ertragene Situation : Ausgestiegen aus dem Suchtsystem aber der Blick auf das Leben muss neu gerichtet werden, das Gefühl sich zu freuen ist verloren, wie findet man den Sinn des Lebens wieder? Kinder geben dem Leben {auch ) Sinn, zumindest war das bei mir so.....

  • Liebe Foxi58,

    Ja, Kinder geben einem Sinn im Leben… es darf nicht der einzige Sinn sein/bleiben… man soll /ich habe versucht ihnen die Flügel zu verpassen, dass sie selber fliegen können…

    Ansonsten hänge ich wie eine Klette am Kind/erwachsenen Kind und das tut keinem gut..

    und ja, manche Werte übernehmen die Kinder und manche verwerfen sie…

    Hab einen GUTEN Tag…

    Ich kämpfe mich grad auch 2 Schritte vor und 3 zurück… und zwischendurch noch eine andere emotionale Baustelle…

    Liebe Grüße , Simsalabim

  • Ja, da fehlt noch die Krankheitseinsicht. Aber die muss in ihm wachsen, darauf haben auch liebende Eltern leider keinen Einfluss.

    Hier soll es jetzt endlich um Foxi gehen; Wie kannst Du Dir Freude gönnen, auch wenn Du vermutest, dass es Deinem Sohn gerade schlecht geht? (Es kann auch sein, dass er noch zufrieden ist, solange er trinkt.)

    Das ist sehr schwer, das habe ich als Schwester schon so erlebt. Du kannst es nur üben und Dir selbst immer wieder gut zureden: Ja, das und das sind meine Sorgen, die sind nicht weg. Die gehen aber auch nicht weg, wenn ich in Trübsal verfalle und nein Eigenleben aufgebe, famit ist keinem geholfen. .

    Ich "verrate" auch niemanden, wenn ich mal ein bisschen Freude empfinde, im Gegenteil, ich schöpfe daraus Kraft und bin sogar ein Vorbild.

  • Liebe foxi58 ,

    diesen Satz würde ich umdrehen wollen:

    Kinder geben dem Leben {auch ) Sinn, zumindest war das bei mir so.....

    in: Auch Kinder geben dem Leben Sinn. Denn was würden sonst Menschen tun, die keine Kinder haben? Es ist schwer, aber manchmal hilft ein Perspektivwechsel. Da ist noch mehr, auch in Deinem Leben. Es gibt noch mehr Menschen um Dich herum, für die Du da bist und die für Dich da sind. Dein anderer Sohn, Dein Mann, ein Beruf, der Dich erfüllt, wie Du immer wieder geschrieben hast, Freunde, vielleicht auch so etwas wie ein Ehrenamt, falls Du das zeitlich überhaupt schaffst. Du wirst gemocht und gebraucht, hast Deinen Platz im Leben, auch wenn Du gerade eine schwere Zeit durchmachst. Auch Selbstfürsorge ist eine sinnvolle Aufgabe und in Deiner jetzigen Situation einfach lebensnotwendig.

    Liebe Grüße

  • Liebe foxi,

    da ist Trauer und zwar große Trauer. Es kann ja auch nicht anders sein. Die darfst du auch haben. Aber sie darf nicht dein ganzes Leben überschatten. Denn damit nutzt du deinem Sohn auch nicht, im Gegenteil, du nimmst DIR selbst viel dadurch.

    Du lebst und darfst das auch schön finden. Es gehört ja auch dazu, Dinge zu genießen und sich zu freuen. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Trauer und Lebensfreude können nebeneinander stehen. Beide gehören dazu, können ein Teil von dir sein.

    Das geht aber, wie so viele emotionale Dinge, nicht von heute auf morgen, das braucht Zeit. Und Geduld. Und Mut, da durchzugehen, durch den Schmerz. Ich schick dir mal ein bisschen ☀️

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich lese dich mit, ich wünsche dir alles Gute von Herzen, liebe Grüße

  • Liebe foxi,

    da ist Trauer und zwar große Trauer. Es kann ja auch nicht anders sein. Die darfst du auch haben. Aber sie darf nicht dein ganzes Leben überschatten. Denn damit nutzt du deinem Sohn auch nicht, im Gegenteil, du nimmst DIR selbst viel dadurch.

    Du lebst und darfst das auch schön finden. Es gehört ja auch dazu, Dinge zu genießen und sich zu freuen. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Trauer und Lebensfreude können nebeneinander stehen. Beide gehören dazu, können ein Teil von dir sein.

    Das geht aber, wie so viele emotionale Dinge, nicht von heute auf morgen, das braucht Zeit. Und Geduld. Und Mut, da durchzugehen, durch den Schmerz. Ich schick dir mal ein bisschen ☀️

    Liebe Grüße Aurora

    Liebe Aurora, ich habe deinen Strang gelesen, danke für deinen Zuspruch und dass du bei mir bist....du hast Recht, es ist tiefe Trauer da und gerade jetzt in dieser Zeit......ich stehe es irgendwie durch......

  • Liebe foxi58 ,

    diesen Satz würde ich umdrehen wollen:

    in: Auch Kinder geben dem Leben Sinn. Denn was würden sonst Menschen tun, die keine Kinder haben? Es ist schwer, aber manchmal hilft ein Perspektivwechsel. Da ist noch mehr, auch in Deinem Leben. Es gibt noch mehr Menschen um Dich herum, für die Du da bist und die für Dich da sind. Dein anderer Sohn, Dein Mann, ein Beruf, der Dich erfüllt, wie Du immer wieder geschrieben hast, Freunde, vielleicht auch so etwas wie ein Ehrenamt, falls Du das zeitlich überhaupt schaffst. Du wirst gemocht und gebraucht, hast Deinen Platz im Leben, auch wenn Du gerade eine schwere Zeit durchmachst. Auch Selbstfürsorge ist eine sinnvolle Aufgabe und in Deiner jetzigen Situation einfach lebensnotwendig.

    Liebe Grüße

    Liebe EllaDrei, danke für deine Worte, das stimmt alles ich übe mich in Selbstfürsorge, aber wie@ Aurora schreibt, ich trage viel Trauer in mir....ob die jemals vergeht weiß ich nicht........LG

  • Hallo, ein Update: Wir haben uns entschieden mit unserem Sohn nur per mail und nur bezüglich organisatorischer Angelegenheiten zu kommunizieren.......er hält sich daran und es ist für uns o.k. Er hat vorgestern einen Mietvertrag für eine kleine Wohnung unterschrieben, er hat uns das per mail mitgeteilt....Wir sind erleichtert dass er trotz Arbeitslosigkeit eine Wohnung bekommen hat....und das er das alleine nach der Trennung seiner Frau organisiert bekommen hat....

    Ansonsten lese ich viel über radikale Abstinenz, Loslassen und hangele mich so durch...Ich bin froh wenn die Weihnachtszeit vorbei ist, blicke ich ( auch ein Mann) doch auf das Schlimmste Jahr in unserem Leben zurück, da war ja sogar die unerwartete Behinderung bei der Geburt unseres zweiten Sohnes und das Annehmen dessen ein Klacks.....Leider kämpfe ich oft damit dass mir viele Situationen der letzten Jahre in den Sinn kommen und ich denke, was habe ich da verharmlost, hätte ich anders handeln sollen? Aber nach all dem was ich mittlerweile erfahren und verinnerlicht habe, nein, ich hätte wohl nichts tun können. Es tut sehr sehr weh auf dies alles zurückzuschauen, sich das anzuschauen, manchmal fühle ich mich regelrecht traumatisiert was da alles abgelaufen ist.....

  • Sieh es mal so: Es ist das Jahr in dem du und dein Mann geschafft habt, bei euch zu bleiben und nicht in der Co-Spirale zu verharren. Das ist total viel und immerhin ein guter Aspekt in diesem Jahr.

    Klopft euch da mal gegenseitig auf die Schulter!

  • Liebe Foxi58,

    Ich habe, mittlerweile auch bei mir, den Eindruck, je länger belastende/schwer zu bewältigende Erlebnisse zurück liegen, verlieren sie an Schwere… gemäß dem Motto: gehabte Leiden hab ich gern…

    Das muss wahrscheinlich auch so sein, sonst würden uns die alten Erlebnisse womöglich komplett ausknocken…

    Daher finde ich den Vergleich von mich/uns heute Belastendem mit dem aus der Vergangenheit nicht wirklich gut… und nicht wirklich hilfreich…

    Jetzt ist jetzt… ich finde auch du u dein Mann habt das Beste gemacht/gegeben, was in eurer Macht/Kraft/Möglichkeiten lag/liegt… jetzt und in der Vergangenheit… immer auf dem Level der jeweiligen Bewusstseinsstufe…

    Danke dass du uns hier so offen hast teilnehmen lassen/teilnehmen lässt….🙏

    Liebe Grüße, Simsalabim… 🎄

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