Hallo zusammen,
ich habe nun endlich (an)erkannt, dass mein Mann Alkoholiker ist.
Ich habe den Gedanken lange verdrängt, hatte ich doch die Hoffnung, dass es nicht so ist. Ich weiss, dass ich ihn zu keiner Therapie drängen kann (mein Ex war übrigens spielsüchtig) und ich habe auch schon Erfahrung mit Co-Abhängigkeit. Trotz der Erfahrung mit meinem Ex fühle ich mich aktuell in Hilflosigkeit gefangen. Seit Tagen habe ich das Gefühl, dass mir ein Stein im Magen liegt (Freitag war der letzte Vorfall) und mir ist kotzübel. Wir waren Freitag für 16.00 Uhr zum Spaziergang mit unseren Hunden verabredet, er kam dann erst um 18.00 Uhr, natürlich ohne mir zu sagen, dass es "später" wird und er war ziemlich betrunken. Ich war natürlich sauer, hab ihn darauf angesprochen, er hat eigentlich so gut wie keine Reaktion gezeigt. Ich hatte den Eindruck, dass es ihm egal ist, was ich denke... Wars in dem Zustand wohl auch.
Gestern hab ich nochmal versucht, mit ihm drüber zu sprechen, hab gefragt, was war denn Freitag los, dass es so spät geworden ist. Daraufhin hat er mich angelogen (er ist ein sehr schlechter Lügner), meinte, er musste noch die Autos umsetzen und der xy... wäre da gewesen. Der war aber mittags schon da, weil er mir das mittags schon erzählt hatte, als wir uns zum Spaziergang verabredet haben.
Mein Mann ist selbständig und trinkt tagsüber. Er fängt schon morgens an. Meistens kommt er angetrunken nach Hause, manchmal mehr, manchmal weniger. Aber nüchtern ist er eigentlich nie. Bei mir ist es dann wie ein Zwang, ihn zu fragen, wieviel er getrunken hat. Natürlich werde ich dann angelogen. Ich weiss derzeit nicht, wie ich mit ihm umgehen soll, wenn er angetrunken nach Hause kommt.
Ich lese davon, dass man klare Grenzen setzen soll, dass man offen kommunizieren soll, aber ich weiss (im Moment) nicht, wie ich das umsetzen kann. Vielleicht hat ja der ein oder andere einen Tip für mich, wie ich mich verhalten soll/kann, wenn er angetrunken nach Hause kommt. Soll ich ihm aus dem Weg geben? Soll ich ihm sagen, dass ich in seinem jetzigen Zustand keine Zeit mit ihm verbringen möchte? Ich weiss, dass es keine "Anleitung im Umgang mit Alkoholikern" gibt, aber vielleicht hat ja der ein oder andere einen Tip für mich, wie ich lernen kann, mit diesen Situationen besser umzugehen und nicht noch weiter in die Co-Abhängigkeit zu rutschen. Wie alle Angehörigen hier wünsche ich mir natürlich, dass er seine Sucht anerkennt und etwas dagegen tut. Davon sind wir aber noch meilenweit entfernt.
Liebe Grüße
Sonnenblume1972