Ino - Vier Jahreszeiten stündlich

  • Guten Tag,

    Seit einiger Zeit hab ich nur gelesen, jetzt würde ich mich freuen, mich aktiv auszutauschen.
    Mein Steckbrief: verzweifelt, Mama einer 8 jährigen Tochter, Ehemann Alkoholik.

    Meine Wunschliste: raus aus der Situation, Kind retten

    Dankeschön und liebe Grüße

    Ino

  • Hallo Ino,

    herzlich willkommen.

    Kurz und knapp, da steht trotzdem viel drin. Du hast hier schon gelesen, dann kennst du dich ja ein bisschen aus, wie das hier funktioniert.

    Unter diesem Link kannst du dich bewerben:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Schreib einfach ganz kurz, dass du um Freischaltung bittest. Nach der Freischaltung findest du dein Thema im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Ino,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet und kannst überall schreiben, nur bitte in den ersten 4 Wochen nicht bei den Usern im Vorstellungsbereich, diese erkennst du an den orange/roten Namen.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo zusammen,

    Es freut mich, hier zu sein.
    Ich habe mich letztes Jahr entschieden, für mich und meine Tochter (8 Jahre) einzustehen und eine Trennung von meinem Mann mit Alkoholproblem in Erwägung zu ziehen.
    Ich hatte erstmal nicht richtig wahrgenommen, dass er nach jahrelanger Abstinenz wieder (heimlich) trinkt. Nachdem er mein Auto betrunken verschrottet hat Januar 2024 war es mehr als offensichtlich.
    Mein Mann hat schleichend immer mehr die Kontrolle verloren, zunehmend frustriert und nicht in der Lage, Verantwortung zu übernehmen- weder für sich, noch für anderen.
    Nach einer Aufenthalt in Tagesklinik Juni/Juli 2024 ging es ihm besser, und ich habe Hoffnung gehabt. Anscheinend hat er wieder getrunken und aktuell geht alles wieder in die Richtung Nirgendwo.
    An der Stelle möchte ich „aussteigen“, zusammen mit dem Kind. Habe das kommuniziert und jetzt habe ich es mit einem wütenden Mann zu tun, welcher beleidigend ist und vermutlich noch mehr in seiner Unmöglichkeit eintaucht.
    Ich weiß, dass ich das Richtige mache. Wie gehe ich jedoch mit meinen Panikattacken um? Ich habe Zukunftsängste, kann nicht schlafen… und dabei gibt es noch so viel zu erledigen.

    Bin dankbar für Unterstützung und dass ich hier schreiben darf.

    Liebe Grüße

    Uno

  • hallo Ino,

    Es ist gut, dass du handeln willst. Die Reaktion deines Mannes kennen hier so einige. So reagieren nasse Alkoholiker oft, wenn Angehörige Konsequenzen ankündigen.

    Deshalb wäre es sehr wichtig, dass angekündigte auch in die Tat umzusetzen. Da stehen dir aber momentan wohl erst einmal deine Ängste im Wege. Vielleicht wäre es sinnvoll dich im vorab schon mal zu informieren. Dann weißt du was im Fall der Trennung auf dich zukommt, und wo du Hilfe bekommst, z. Bsp. wenn Ämter eingeschaltet werden sollen. Würde dir vielleicht Sicherheit geben.

    Hier bist du mit deinem Problem nicht alleine, viele Frauen sind in ähnlichen Situationen. Du hast jetzt den ersten Schritt getan und dass ist sehr wichtig


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo liebe Morgenrot,

    Danke erstmal für deine Worte.
    Tatsächlich habe ich bereits einiges getan. Ich habe bereits letztes Jahr das Gefühl bekommen, dass ich keine Verantwortung mir und meiner Tochter übernehme, in dem ich in der Situation verharre. Dann habe mich vorbereitend auf die Vorstellung mich zu trennen einen guten Job gesucht und gefunden. Bin müde, arbeite ca 52 h/Woche, bin jedoch finanziell unabhängig. Letzte Woche habe ich einen Anwalt angesprochen, er will helfen. Habe eine Psychologin (Ratgeberin) für meine Tochter angesprochen, da auf sie eine weitere komplizierte Zeit kommt. Habe die Bankkonten separiert. Habe wichtigen Unterlagen zur Seite geschafft, damit er sie nicht in der Wut zerstört. Habe einen Termin bei der Suchtberatung vereinbart. Mein Plan ist Schritt nach Schritt..
    Habe trotzdem Panik und Angst wie es mit mir und meiner Tochter weitergehen wird. Was wird die Trennung mit ihrer Seele machen (Jetzt ist auch keine Alternative)…Ich bin um 10h traurig, um 11h sauer, um 12h ist es mir nach heulen und bin irgendwie kraftlos.
    Soeben sagte mein Mann, er gehe heute Abend zu AA. Ich habe Angst, dass ich schwach werde, wenn er jetzt aktiv wird. So ein Durcheinander!

    Liebe Grüße

    Ino

  • Hallo Ino,

    das machst du genau richtig. Du hast dich vorbereitet. Hab keine Angst. Du wirst es schaffen. Keiner sagt, dass es leicht wird, aber du wirst wieder Kraft tanken können. Wie sieht es mit der Wohnsituation bei dir aus? Hast du einen Plan?

    Wegen deinem Kind mach dir nicht so viele Sorgen. Du machst das richtige. Auch wenn sie es gerade nicht verstehen kann. Ich stehe an der gleichen Stelle wie du. Meine Kinder sind jedoch 14 und 17. Die bekommen fast alles mit und sind sehr sauer und enttäuscht von ihrem Vater. Und das letzte Jahr hat merklich Spuren in ihren jungen Seelen hinterlassen.

    Hier kannst du dich jederzeit austauschen. Und das hilft ungemein. Du bist nicht allein.

  • All deine Gefuehle sind normal, wichtig und richtig. Und wenn sich das jetzt auch nicht so anfuehlen mag, scheinst du aus meiner Sicht auf dem besten Weg in eine panikfreie Zukunft zu sein. Du kannst stolz auf dich sein, das alles in die Wege geleitet zu haben. Du haettest es treffender nicht formulieren koennen, alles Schritt nach Schritt.

    Natuerlich (ver)zweifelst du jetzt ein bisschen. Was macht der Status quo mit der Seele deiner Tochter, mit dir? Der Alkoholiker kann vorgeben, sich anzustrengen, und wenn der Angehoerige das nicht honoriert und weiter Abstand und Trennung verfolgt, dann demjenigen allerhand vorwerfen. Ich konnte mir erst als erwachsenes EKA vor Augen fuehren, dass das emotionale Auf und Ab mich gleichzeitig aufwuehlte und zermuerbte. Niemand moechte in einer Achterbahn wohnen, aber das Hoffen wechselte sich mit dem Verwalten und Schlichten ab, und dass du das deiner Tochter nicht antun willst ist grossartig.

    Wenn er aggressiv wird, dann haben eure Sicherheit und Rueckzugsmoeglichkeiten hoechste Prioritaet und idealerweise ja getrennte Wohnungen. Ich hoffe, du findest fuer dich auch Zeit fuer eine Therapie oder Beratung, du darfst auch als Mutter nicht zu kurz kommen.

  • Hallo Sonnenschein,

    auch deine Worte machen Mut.
    Wir wohnen in einer Mietwohnung, habe ein gutes Netzwerk von Müttern und Vätern und das erleichtert extrem die Tage. Wenn ich im Home Office arbeite (2 x wöchentlich) dann kommt meine Tochter um 14h nach Hause und darf raus zum Spielen mit Freunden. Die Gegend ist sicher, es gibt See, Wald, Pferde. Ein Paradies für Kinder. Ich arbeite dann in Ruhe, kann jedoch bei Bedarf sofort unterstützen. Sie kann alleine zur Schule und ist stolz auf ihre Unabhängigkeit. Die restlichen 3 Tage bin ich im Office, Fahrweg 50 min je Richtig. Wie ich das schaffe ohne zweite erwachsene Person, weiß ich nicht…Obwohl ! - die zweite erwachsene Person ist neulich eingeschlafen um 15:30h und meine Tochter konnte nicht in die Wohnung rein.
    Lange Rede, kurzer Sinn - aktuell hab ich ein Stück Hilfe dort, wo ich wohne.
    Er wohnt aber auch an der selben Adresse! Vor einer Woche, spontan nach Streit, ist er ausgezogen und hat gesagt, er käme die Tage für die restlichen Sachen. Er kam ja auch tatsächlich, aber blieb, und zwar kommentarlos. Als ob nichts passiert wäre. Ich war schockiert.
    Gestern hab ich ihm gesagt, ich möchte , dass er auszieht. Ist er nicht. Ich denke, er ist jemand, der keine Rücksicht auf fremde Wünsche nimmt.
    Ich stehe alleine in dem Vertrag, vermutlich wird mir das helfen. Jedoch habe ich keine Lust auf Kämpfe hierzu.
    Wie sieht es bei dir aus, Sonnenschein?
    Seitdem ich dieses Forum gefunden habe, konnte ich mir viel selbst durch lesen und reflektieren helfen. Ich bin generell kein Mensch, der online ist. Hier hab ich jedoch das Gefühl bekommen, ich bin in meiner realen Not nicht allein. Es freut mich nicht, dass es anderen auch nicht gut geht, es hilf jedoch sehr mich verstanden zu fühlen 🙏

    Liebe Grüße

    Ino

  • All deine Gefuehle sind normal, wichtig und richtig. Und wenn sich das jetzt auch nicht so anfuehlen mag, scheinst du aus meiner Sicht auf dem besten Weg in eine panikfreie Zukunft zu sein. Du kannst stolz auf dich sein, das alles in die Wege geleitet zu haben. Du haettest es treffender nicht formulieren koennen, alles Schritt nach Schritt.

    Natuerlich (ver)zweifelst du jetzt ein bisschen. Was macht der Status quo mit der Seele deiner Tochter, mit dir? Der Alkoholiker kann vorgeben, sich anzustrengen, und wenn der Angehoerige das nicht honoriert und weiter Abstand und Trennung verfolgt, dann demjenigen allerhand vorwerfen. Ich konnte mir erst als erwachsenes EKA vor Augen fuehren, dass das emotionale Auf und Ab mich gleichzeitig aufwuehlte und zermuerbte. Niemand moechte in einer Achterbahn wohnen, aber das Hoffen wechselte sich mit dem Verwalten und Schlichten ab, und dass du das deiner Tochter nicht antun willst ist grossartig.

    Wenn er aggressiv wird, dann haben eure Sicherheit und Rueckzugsmoeglichkeiten hoechste Prioritaet und idealerweise ja getrennte Wohnungen. Ich hoffe, du findest fuer dich auch Zeit fuer eine Therapie oder Beratung, du darfst auch als Mutter nicht zu kurz kommen.

    Hallo unbezwinglich,

    Deine Worte kann ich nachvollziehen. Für mich als Erwachsene ist das was du beschreibst zermürbend.
    Für das Kind kommt noch die Liebe zu dem Papa / der Mama on top, Loyalitätsprobleme, und weiß Gott noch was dazu!
    Ich verurteile keinen, aber das kann ich mit mir nicht mehr vereinbaren. Als mein Mann spontan vor einer Woche ausgezogen ist, wusste ich 4 Tage nicht wo er ist. Sie aber auch. Hat ihm verzweifelte Nachrichten geschickt, das er sich bitte bei ihr melde. Hat er nicht gemacht. Lediglich ihr geschrieben „ mach dir keine Sorgen, mir geht es gut“ ich war so enttäuscht von seiner Vaterqualitäten. Er hat sie in Stich gelassen. Nicht mal gefragt „wie geht es DIR?“.
    Ich war wütend und hab mit ihr geredet, fühlte mich in Zugzwang. Ich war selber in Chaos, ihr Chaos konnte ich schlechter ertragen. Hab dann für mich entschieden, das Kind mus raus.
    Liebe Grüße

    Ino

  • Ich war wütend und hab mit ihr geredet, fühlte mich in Zugzwang.

    es ist wichtig, dass du mit ihr geredet hast. Kinder spüren sehr früh, dass etwas nicht in Ordnung ist. Gib ihr das Gefühl dass ihre Wahrnehmungen die sie vielleicht schon gemacht hat, richtig sind, und dass sie diese auch haben darf. Nimm sie ernst und versuch ihr kindgerecht zu erklären, dass ihr Vater krank ist.

    Du hast ja schon einiges für dich angestossen, dass ist sehr gut. Hol dir alle Hilfe und Informationen die du bekommen kannst.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • es ist wichtig, dass du mit ihr geredet hast. Kinder spüren sehr früh, dass etwas nicht in Ordnung ist. Gib ihr das Gefühl dass ihre Wahrnehmungen die sie vielleicht schon gemacht hat, richtig sind, und dass sie diese auch haben darf. Nimm sie ernst und versuch ihr kindgerecht zu erklären, dass ihr Vater krank ist.

    Danke für dein Feedback. Ich sehe es wie du. Ich möchte, dass mein Kind lernt sich zu vertrauen, dem eigenen Bauchgefühl. Ich wünsche ihr, dass sie sich „ als richtig“ wahrnimmt und nicht irrt, weil ein Idiot später versucht sie zu manipulieren. Ich glaube, sie kommt besser zurecht mit unangenehmer Information, als mit keiner (um sie zu schonen). Transparenz hilft ihr, glaube ich. Ich bin mir jedoch nicht sicher, wie ich Alkoholismus kindergerecht beibringe, ebenso warum Papa sie nicht angerufen hat.

  • Hallo Ino,

    hast du mit deinem Anwalt über die Wohnsituation gesprochen? Wenn ihr getrennt seid, käme evtl. auch eine Wohnungszuweisung in Betracht. So könntet ihr in der Wohnung bleiben.

    LG Wichtelmama

    Hallo Wichtelmama,

    Ich hab den Anwalt erst letzte Woche engagiert, ist auch ein Freund von mir.
    nach den Feiertagen werden er und ich uns über Optionen unterhalten, deine Idee werde ich ins Gespräch mitnehmen.
    Ich hab Kontakt mit dem Anwalt über die Feiertage für Notfälle vereinbart.
    Liebe Grüße

    Ino

  • Habe trotzdem Panik und Angst wie es mit mir und meiner Tochter weitergehen wird.

    Das ist doch ganz normal. Durch den Entschluss ändert sich sein gesamtes Leben. Aber...zum Besseren!

    Was die Angebote deines Mannes angeht mit AA etc. Das kann er ja alles machen. Aber versuch dich frei davon zu machen. Wenn er wirklich etwas ändern möchte, macht er das auch, wenn ihr erst einmal.getrennte Wege geht. Und nach einem Jahr könnte man immer noch schauen, und ggf. über eine gemeinsame Zukunft nachdenken.

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