Anne - Bin hier neu und brauche Hilfe

  • Hallo,

    Ich kenne meinen Mann seit 30 Jahren. Er hat schon immer gerne abends etwas getrunken meistens Wein. Wir haben 3 erwachsene Kinder um die ich mich gekümmert habe. Er hat einen Betrieb und ist selbstständig , ich arbeite im Büro und kümmere mich um den Haushalt, Garten und Hund. Zwei unserer Kinder sind noch in Ausbildung und brauchen meine Unterstützung.Unsere Kinder wohnen alle nicht mehr zu Hause. Sie sind mit 18 ausgezogen wahrscheinlich auch wegen ihrem Vater, weil sie oft mitbekommen haben wie er betrunken war.In der Familie läuft es wirklich nicht gut unser Sohn arbeitet zwar im Betrieb seine Frau hat aber den Kontakt zu uns abgebrochen somit sehen wir auch das Enkelkind nicht. Die Liebe zu meinem Mann ist durch viele Probleme mit den Kindern verloren gegangen. Er trinkt jeden Abend heimlich, ich vermute Schnaps mit Cola. Einmal habe ich es gesehen. Jetzt finde ich nur noch die Cola Flasche die jeden Tag halb leer ist. Wieviele Drinks das reicht weiß ich nicht. Er ist 66 Jahre alt und in letzter Zeit merkt man das es ihm nicht gut geht. Er ist nicht aggressiv. Am liebsten würde ich einfach gehen.Wir haben aber zusammen so viel aufgebaut das es ihn ziemlich sicher finanziell ruinieren würde. Ich will so nicht weitermachen und kann mich auch nicht trennen. Wer kann mir einen Rat geben.

    Ich bin 57 Jahre alt und ich denke zu alt um nochmal alles neu anzufangen.

    Außerdem habe ich Angst vor dem Alleinsein

    Angst davor wie die Kinder reagieren

    Wie die Leute reagieren

    Und wo ich hingehen kann

    In meinem Alter finde ich auch sicher nicht so schnell eine neue Anstellung.

  • Hallo Anne, herzlich willkommen.

    Sucht macht einsam und nicht nur den Abhängigen selbst.

    Deine Ängste kennen ganz viele Cos, du kannst das hier immer wieder lesen. Ich hab mich getrennt, da war ich 49. Da dachte ich auch, ich wäre zu alt für einen Neuanfang. Aber nö, es war eine meiner besten Entscheidungen.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Mit diesem Link kannst du dich für den Austausch bewerben. Einfach draufklicken, kurz um Freischaltung bitten. Und nach der Freischaltung findest du dein Thema im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich bin 57 Jahre alt und ich denke zu alt um nochmal alles neu anzufangen.

    Kurze Antwort: Nein!

    Außerdem habe ich Angst vor dem Alleinsein

    Bist du das nicht schon längst?

    Angst davor wie die Kinder reagieren

    Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass sie eher gratulieren als die Hände über dem Kopf zusammen schlagen würden.

    Wie die Leute reagieren

    Welche Leute genau???

    Und wo ich hingehen kann

    Und das ist die wichtigste Frage! Denk da mal zuerst drüber nach. Je konkreter ein Gedanke desto besser kann man ihn fühlen.

  • Hallo Anne,

    herzlich Willkommen auch von mir.

    Anne, du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Liebe Anne,

    herzlichen Willkommen.


    Du bist nicht zu alt. Zum Job: mein Vater hat zwischen 50 und Anfang 60 noch 3 mal den Arbeitgeber gewechselt, sie haben ihn alle wegen seiner Berufserfahrung sofort genommen.

    Und das ist doch wurscht, was andere Leute denken und reden. Die können sich doch um ihren Kram kümmern... Da hätten sie wahrscheinlich genug zu tun.


    Liebe Grüße

    Matilda

  • Vielen Dank das du mir Mut machst.

    Ich lebe auf einem kleinen Dorf

    Eigentlich habe ich auch Angst davor eine Entscheidung zu treffen. Angst davor es meinem Mann zu sagen.
    So viele Dinge die mir durch den Kopf gehen. Hört er vielleicht doch auf wenn ich sage ich gehe

    Kurz vor Weihnachten war ich schon einmal weg weil er so betrunken war dass er auf dem Boden lag. Habe mich dann von meinem Sohn wieder überreden lassen zu bleiben. Wir haben den ganzen Alkohol weggeräumt und jetzt trinkt er wieder heimlich 😭

  • Du hörst Dich sehr traurig und einsam an, Anne.

    Lies Dich mal in Ruhe hier ein. Hier wimmelt es von ganz jungen bis wirklich älteren Menschen, die aus der Co-Abhäbgigkeit raus wollen, sich gerade befreien oder schon länger befreit sind. Ü 50 und 20 oder 30 Jahre ein Paar: da können so einige von uns mitreden! Da bist Du schonmal nicht allein! Außerdem: Stell Dir Dich mal mit 80 vor: wenn Du dann an Deine 50er denkst, willst Du dann denken "Ach was war ich da noch jung und was hätte ich da noch mein Leben ändern können!"? Oder willst Du dann denken "Hej da hab ich meinem Leben ein tolle Wendung gegeben!"?

    LG

    Api

  • Hört er vielleicht doch auf wenn ich sage ich gehe

    Liebe Anne, darauf würde ich nicht vertrauen. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur raten, Dich darauf zu konzentrieren, wie Du Dir Dein Leben vorstellst und was Du dafür tun kannst und musst. Ihn kannst Du nicht verändern. Dich schon! Auch ich möchte Dir sagen: Es ist nie zu spät für einen Neuanfang. Klar kann das Angst machen - und auch ich finde Loslassen eine Herausforderung. Allerdings ist es aus meiner Sicht unmöglich in Frieden und glücklich neben einem nassen (!) Alkoholiker zu leben.
    Sollte er wirklich aufwachen, wenn Du gehst - und da komme ich nochmal zum Anfang, willst Du vermutlich gar nicht mehr zurück, wenn Du in Deinem Leben angekommen bist. Ich wünsch Dir viel Kraft auf Deinem Weg. Gut, dass Du uns gefunden hast.

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