Nori - Alkoholikerin mit 35 Jahren

  • Ist es Kampf oder ist es das Suchtgedächtnis, das dich plagt?

    So genau weiß ich das gar nicht.
    Glaub manchmal ist es tatsächlich Langeweile bzw. empfinde ich einen so starken Druck in mir (früher habe ich innerhalb von 30 Minuten 2 Bier getrunken), dass ich glaube es würde gleich irgendwas in mir platzen…

    Hört sich total krank an aber ich kann es nicht besser beschreiben.
    Na ja, ich habe zwar heute keinen Alkohol getrunken aber übermäßig viel geraucht 🙈

  • Na ja und jede einzelne Sekunde am Tage denke ich natürlich daran, was wäre wenn, wenn du nicht diesen scheis** Alkohol verfallen wärst. Wenn man/ich im August schon aufgehört hätte zum trinken, Anzeichen genug waren ja damals schon da…

    Warum habe ich das nicht getan, warum habe ich mich systematisch selber zerstört..

    Komm da halt gar nicht drauf klar

  • Warum habe ich das nicht getan, warum habe ich mich systematisch selber zerstört..

    Komm da halt gar nicht drauf klar

    Weil Du süchtig bist und es nicht steuern kannst. Immerhin hast Du den Absprung aus der Sucht geschafft und die Sucht gestoppt.

    Das ist doch viel wert, Nori! Sei mal stolz auf Dich!

    Ich habe jahrelang wissentlich gesoffen und war besorgt um meine Gesundheit. Aber auch bei mir musste erst der Zeitpunkt kommen, an dem ich aufhören konnte.

    Weil ich einfach nicht mehr konnte, seelisch und körperlich.

    Mit der Zeit habe ich gelernt, mir zu verzeihen. Ich kann die Vergangenheit nicht mehr rückgängig machen, aber im hier und heute leben. Aus allem das Beste herausholen.

    Sei geduldig und gut zu Dir selbst. Wenn nicht Du, wer denn sonst?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Na ja, ich habe zwar heute keinen Alkohol getrunken aber übermäßig viel geraucht

    Wie wäre es mit „Naja, ich habe heute viel geraucht und ich habe keinen Alkohol getrunken“. Keinen Alkohol getrunken, das zählt. Das Rauchen war, ist und bleibt noch eine Weile. Punkt.
    Es sind unterschiedliche Süchte und können nicht gegeneinander aufgerechnet werden.

    So genau weiß ich das gar nicht.

    Wusste ich anfangs auch nicht, aber es bewegte sich etwas., Tag um Tag und ich habe akzeptiert, dass ich den Kampf gegen den Alkohol nicht gewinnen kann.
    Ich habe akzeptiert, dass ich Alkoholiker bin und nie wieder Alkohol trinken kann.

    Akzeptiert heißt, ich stelle es nicht mehr in Frage. Punkt.

    Warum habe ich das nicht getan, warum habe ich mich systematisch selber zerstört..

    Weil du suchtkrank bist. Wenn dir die Antwort nicht ausreicht, was bringt es dir eine befriedigende Antwort zu bekommen. Was war kannst du nicht mehr ändern, was kommt sehr wohl. Einzige Ausnahme sind Erkenntnisse über die Vergangenheit, die helfen meine Abstinenz zu stabilisieren.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Rennschnecke,

    Heute geht es mir den Umständen entsprechend einigermaßen gut.
    Bin heute etwas müde und habe Kopfweh, glaub aber das liegt eher am Wetter.

    Und morgen habe ich ja den MRT Termin, bin schon gespannt was der Arzt sagt.

    Hoffe dir geht es auch gut?

    Danke dir und LG

  • Hallo Nori,

    das hört sich doch schon besser an. Ja, mir gehts soweit auch gut, danke.

    Ich habe gestern eine neue Achtsamkeitsübung für mich entdeckt: Beeren verlesen. 😉

    Im Ernst: So einfache, wiederkehrende Bewegungen sind auch ein gutes Mittel gegen innere Unruhe und Grübelzwang, Stricken oder Häkeln z. B.

    Hadt Du Dir schon überlegt, wie du die durch das Nicht-mehr-Saufen freigewordene Zeit sinnvoll für dich füllen kannst, z. B. Mit alten Hobbys, die du wiederbeleben kannst?

  • Guten Morgen Rennschnecke,

    Na ja ich möchte erst mal heute und morgen abwarten. Zur Zeit traue ich mich noch nicht so in die Zukunft zu blicken.
    Bin gespannt was die Ärzte heute und morgen sagen.

  • Mein Gedankenkarusell hat sich eine ganze Weile lang gedreht und das war auch notwendig.
    Ich habe die Gedanken hier niedergeschrieben und alleine das und die Reaktionen darauf haben mir geholfen,
    dass ich die Dinge sortieren und strukturieren konnte.
    Am Anfang ging mir vieles durch den Kopf, die Frage nach dem warum, der Blick in die Zukunft und vieles, was ich noch nicht verstanden hatte.

    Als Teilnehmer in dieser SHG entwickelt sich meine Selbsthilfe durch Austausch, denn eines ist sicher, du brauchst nicht erklären "warum", weil du verstanden wirst,
    du kannst aber schreiben, "was" dir im Kopf rum geht.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Danke dir. Ist ist einfach so viel, was mir durch den Kopf geht. Mich belastet vor allem dieser Muskelschwund und meine Haut. Egal ob am Hals, Gesicht oder Oberschenkel, die ist total faltig 😓.
    Ich kann mich nicht mehr im Spiegel anschauen und meide so gut wie es geht Menschen. Die schauen mich alle so komisch an

  • Mich belastet vor allem dieser Muskelschwund und meine Haut.

    Was erwartest du? Wenn ich richtig gezählt habe, bist du jetzt 18 Tage abstinent und die Hälfte davon hat dein Körper erstmal gebraucht, um das Gift loszuwerden.
    18 Tage gegen wie lange Alkoholkonsum?
    Du kannst im Internet nachlesen, was Alkohol bzgl. Nerven und Muskel macht, wodurch sie geschädigt werden und was jetzt, wo du nüchtern bist, an Nährstoffen für dich wichtig ist und all das solltest du mit deinem Arzt besprechen.

    Ich habe am Anfang auch die Ungeduld verspürt und musste die Geduld erst wieder lernen. Gibt dir und deinem Körper Zeit, die Regeneration vom chronischen Alkoholkonsum braucht Wochen und Monate.

    Manchmal habe ich einfach Angst, dass alles zu spät ist

    Du bist jetzt abstinent, das ist was zählt. Was war kannst du nicht mehr ändern, aber was kommt sehr wohl. Schau auf dein hier und jetzt und was deine körperliche Gesundheit angeht, so hast du mit deiner Abstinenz den wichtigsten Schritt überhaupt gemacht!

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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