Charlotte - auf dem Weg

  • Hallo in die Runde,

    möchte mich vorstellen, ich bin Charlotte, ü60, Kinder, Enkel, Tiere mit Pfoten und Hufen, studiert, Spiegeltrinkerin.

    Ich lese hier schon lange mit und habe beschlossen, nicht am Alkohol zugrunde zu gehen. War gestern beim Arzt, der um meine Abhängigkeit weiss, und gehe Montag ins Krankenhaus zum entgiften.

    Es geht mir nicht gut, mir ist alles viel zuviel, Körperliche Arbeit strengt mich sehr an und mein Job mit sehr vielen Vortragssituationen auch.

    Ich kann nicht mehr und ich möchte unbedingt den Absprung schaffen und ich hoffe hier Unterstützung zu finden.

  • Hallo Charlotte,

    Herzlich willkommen im Alkoholiker-Forum.

    Da hast du den wichtigsten Schritt gemacht und warst beim Arzt und startest deine Entgiftung.
    Hier tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz anstreben.
    Siehst du dich als Alkoholikerin und möchtest du in Zukunft abstinent leben?

    Viele Grüsse
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • ü60, Kinder, Enkel, Tiere mit Pfoten und Hufen, studiert, Spiegeltrinkerin

    ü60, Kinder, Enkel, Tiere mit Pfoten und Hufen, studiert, Ex-Spiegeltrinker, heute zufriedener, trockener Alkoholiker.
    So könnte der Text heute bei mir aussehen.
    So wie du bin ich hier auch angekommen und mir wurde geholfen und du kannst hier Hilfe zur Selbsthilfe bekommen.
    Wenn du hier schon eine Weile mitliest, weißt du vlt. wie hier der Hase läuft.

    Wie bist du mit deinem Arzt verblieben, trinkst du bis Montag moderat weiter?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Einen kalten Entzug riskiere ich nicht.

    Das ist sehr gut, denn der kann lebensgefährlich für dich werden.
    Kannst du deinen Arzt übers Wochende kontaktieren, falls es dir schlechter geht?
    In jedem Fall hast du immer die Option den Notarzt unter 112 zu rufen und davor solltest du dich nicht scheuen, wenn es dir schlecht geht.

    Die Alkoholkrankheit ist in erster Linie eine psychische Erkrankung, eine Entgiftung ist in der Regel nach 7-10 Tagen durch.
    Mit deinem Arzt oder den Ärzten in der Klink wirst du besprechen, wie es für dich danach weiter geht.

    Jetzt ist erst einmal deine Entgiftung Prio Nr.1.

    Melde dich am Montag hier in deinem Thread, sobald du deine Entgiftung gestartet hast und unter ärztlicher Kontrolle stehst, dann kann es für dich "hier" weiter gehen.
    Wenn du hier Fragen hast, dann frage. Ansonsten kannst du dich hier schon mal einlesen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Nayouk, danke für deine Hinweise. :*

    Aber ich bin ne alte Alkoholikerin und weiss das.

    Ich war schon 2x wg Entgiften im Krankenhaus, aber ohne Shg wars dann doch schnell vorbei.

    Ist ne Weile her 2009 und 2022.

  • Na dann.....
    .... dann war deine bisherige Startegie nicht erfolgreich.
    Wenn du dich darauf einlässt, dann kann diese Online SHG eine starke Hilfe für dich sein.

    Du bist ja hier noch im Vorstellungsbereich und kannst gerne noch mehr von dir erzählen,
    bevor ich dich mit Binsenweisheiten zu texte;)

    Die Aufnahmeregeln besagen, entweder 7 Tage abstinent oder in Entgiftung mit ärztlicher Betreuung.
    Damit kann es für dich erst am Montag weitergehen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo in die Runde,

    1.Tag Klinik ist fast vorbei, bin zml müde, mir ist abwechselnd zu warm oder zu kalt, Herz schlägt ein bisschen unregelmäßig trotz Medis.

    Habs gut getroffen, ist ne normale Klinik, aber die machen Entgiftungen schon länger und sind auch an eine örtliche Suchtberatung angeschlossen, die hier regelmäßig zu festen Termine Gesprächsangebote macht, für die frau sich anmelden kann. Das werde ich auf jeden Fall nutzen.

    Ansonsten einmal kurz zu meiner Geschichte:

    In meiner Generation durfte man ab der Konfirmation auch als Jugendliche in der Öffentlichkeit Alkohol trinken, was in meinem Freundeskreis auch tüchtig passiert. Selbst in der Nachbarschaft des Gymnasiums gabs Kneipen, die an uns in den Freistunden ohne Rückfragen Bier und Wein verkauft haben und auch in den Einkaufsläden gabs keine Kontrolle.

    Ich bin in einer ländlichen Umgebung aufgewachsen, da gabs Schützenfeste, die im Grunde ein 3-tägiges kollektives Dauerbesäufnis waren.

    Ich hab phasenweise alles mitgenommen, was mir irgendwie einen Rausch beschert hat.

    Meine Mutter war Alkoholkerin (" wir trinken jeden Abend unser Gals Wein") , waren eher so 1,5 Flaschen, natürlich vom guten teuren. Einer meiner Brüder ist ebenfalls Alkoholiker. Mein Vater hat irgendwann die Kurve gekriegt, natürlich im Alleingang. Nennt man Remission glaubich.

    Ich hab während meiner Schwangerschaften und Stillzeiten nix getrunken, danach aber immer langsam wieder angefangen.

    Nach einem schweren psychischen Zusammenbruch ( Burnout, Depressionen, Suizidversuch und natürlich Alkohol mit im Potpourri) war ich nicht ganz 3 Jahre abstinent.

    Die Coronazeit hat mich dann endgültig geschrottet.Kinder ausm Haus, Mann wg schwerer Autoimmunkrankheit immer wieder über Wochen im Kh, Alkohol hat mir über die Einsamkeit und Langeweile hinweg geholfen, aber ich hab da angefangen, schon morgens zu trinken. Nicht viel, ich musste ja für meine 4-Beiner noch da sein.

    Das wars erstmal für heute.

    Medizinische Untersuchungen starten ab morgen, und ich bin mir zml sicher, dass da einige sehr unschöne Dinge zum Vorschein kommen.

    Liebe Grüße C.

  • Hallo Charlotte,

    jetzt bist du auf dem Weg. Dein Körper hat jetzt ordentlich Stress und braucht viel Ruhe und auch deine Psyche wird sich melden.
    In der Klinik bist du unter professioneller Beobachtung für deinen Entzug.

    Hier ist der Link zur Freischaltung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.

    Danach werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ein Gedanke vorm Schlafen ( diese Medis machen wirklich hundemüde)noch:

    " Wege entstehen dadurch, dass man sie geht " (Kafka)

    Ich bin zu oft den leichten Weg gegangen, habe Erschöpfung, Frust und andere unangenehme Gefühle einfach mit Rausch übertüncht.

    Und jetzt kann ich nur noch retten, was übrig ist.

    Liebe Grüße C.

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Charlotte

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ich will davon weg.

    Willkommen hier in der SHG, schön, dass du dich gegen Alkohol und für ein nüchternes Leben entschieden hast.

    Ich wünsche dir, dass die Entgiftung gut über die Bühne geht und du spannenden Weg hast in deiner Abstinenz. 👍

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Hallo in die Runde,

    Entgiftung und auch die Benzos wieder ausschleichen ( gabs im Kh zum mildern der Entzugserscheinungen ; Teufelszeug das) sind vorüber, bin wieder zuhause.

    Klarheit über körperliche Schäden ...

    Leber (Child B), Polyneuropathie, Gerinnungsstörungen, die ich schon länger kenne. Mein Zahnarzt hat mir vor ein paar Wochen einen Zahn gezogen; das hat 1 Tag lang geblutet.

    Montag hab ich einen weiteren Termin bei der Suchtberatung; da war das 1. Gespräch ganz gut. Zwar keine neuen Erkenntnisse, aber es hat mir gut getan, mal über alles zu reden.

    Ich denke über eine Langzeittherapie nach. Es wäre schwierig zu organisieren mit meinen Tieren und meinem kranken Mann, aber wäre bestimm möglich.

    Ich hab das nach meinem Zusammenbruch 2009 ja schon mal angefangen. Es war entsetzlich.

    Eine Krankenschwester, der frau den Widerwillen gegen ihren Job auf den ersten Blick angesehen hat. Die Krönung war die Psychologin/Therapeutin. Ich hab die Lady 1x aufm Flur gesehen ;wir haben nicht 1x miteinander gesprochen. Aber sie hat 7 DIN 4 Seiten vollgeschrieben, warum ich nicht therapierbar bin. Ansonsten junge Turnschuhträger , die auch nur geguckt haben, ob in den Morgen-/Abendrunden alle da sind.

    Nach 4 Wochen war mir das zu blöd.

    Wahrscheinlich einfach Pech gehabt mit der Klinik.

    Aber mal ne Frage an die "Oldies" hier:

    Wie habt ihr das gemacht? 🤔

  • Hallo Charlotte,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Zu mir kann ich sagen, dass ich es ohne eine stationäre oder auch ambulante Therapie geschafft habe. Du warst schon fast 3 Jahre trocken und weißt somit auch, wie es funktioniert, nicht wahr?

    Ich will Dir Mut machen, Dich aber nicht ausbremsen. Wenn Du meinst, Du brauchst weitere Unterstützung, dann tue das so.

    eine örtliche Suchtberatung angeschlossen, die hier regelmäßig zu festen Termine Gesprächsangebote macht, für die frau sich anmelden kann. Das werde ich auf jeden Fall nutzen.

    So etwas würde ich heutzutage auf jeden Fall annehmen und mich hier in der SHG und auch vor Ort unterstützen lassen.

    war ich nicht ganz 3 Jahre abstinent.

    Was kannst Du, im Gegensatz zu früher, jetzt anders machen? Hast Du damals eine SHG gehabt und bist dort hingegangen?

    Jetzt hast Du auf jeden Fall eine SHG, die 24/7 geöffnet hat und hier findet sich immer ein Ansprechpartner. Gut, dass Du zu uns gefunden hast.

    Ich möchte Dich ermutigen, Du kannst es mit unserer Unterstützung schaffen, auch lebenslang zufrieden abstinent zu leben!

    Schaue Dir auch unsere Artikel oben im Balken an. U.a. die Grundbausteine und den Notfallkoffer.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo im Forum!

    Ob und welche Therapie für Dich in Betracht kommt, kann ich nicht sagen. Hör Dir erst mal in Ruhe den Vorschlag der Suchtberaterin an.

    Ich habe seinerzeit eine ambulante Therapie durchlaufen. Mir hat der 3-Klang aus Forum, Therapie und Fachliteratur gut getan. Alle 3 Bausteine haben gut ineinander gegriffen. In der Therapie fand ich die Ausführungen der Rückfälligen sehr eindrucksvoll.

    Leber (Child B), Polyneuropathie

    Das deutet für mich -aus der Ferne betrachtet- auf eine heftige Folge des Alkoholabusus hin. Falls dem so sein sollte, dann hast Du jetzt die Wahl: Willst Du leben, dann lass die Finger weg vom Alkohol.


    Sagt Dir eine gewisse "Naddel" was, dann schlag mal nach, die Dame ist die Tage mit 60 an der Krankheit verstorben. Das wäre dann die zwangsläufige Alternative.

    Hier im Forum findest Du stets einen Ansprechpartner, auch wenn es mal besonders drückt.


    Lies Dich ein, stimm Dich mit der Suchtberatung ab und gehe behutsam Schritt für Schritt. Es haben selbstverständlich schon einige Leute den Weg aus der Flasche gefunden, die ähnlich tief im Dilemma steckten wie Du.

    Dafür drücke ich die Daumen.

  • Hallo Charlotte,

    erst mal Glückwunsch zur überstandenen Entgiftung und Deinem Start hier im Forum - das ist das Allerwichtigste, alles andere läuft individuell verschieden, und die Möglichkeiten sind hierzulande zum Glück vielfältig.

    Die Langzeittherapie kannst du ja auch ambulant, in der örtlichen Suchtberatung oder in einer Tagesklinik vor Ort, machen.

    Wenn Du erst mal im geschützten Rahmen Deine Abstinenz festigen möchtest, kannst Du auch in eine Suchtklinik gehen. Dazu am besten intensiv im Netz (Kliniksuchportal) gucken und die Selbstdarstellungen der Kliniken mit Patientenbewertungen abgleichen.

    Wenn du nicht zu lange von zu Hause wegbleiben möchtest, kannst Du auch stationäre und ambulante Reha kombinieren ( Kombitherapie, 6-8 wochen stationär, danach mehrere Monate ambulant, mit Verlängerungsmöglichkeiten, hab ich z. B. Gemacht).

    Generell würde ich von der Einzeltherapie in der Klinik nicht zu viel erwarten, dafür ist man einfach nicht lange genug da. Die dient m. E. eher als "Schnupperkurs", um zu weiterer Therapie zu Hause anzuregen.

    Due Gruppentherapie fand ich stationär und ambulant toll, wie die meisten. Die Einzeltherapie im ambulanten Teil der Reha brachte mir auch deutlich mehr als in der Klinik, da eben langfristiger angelegt.

    Und hier ist unsere SHG, die 24/7 für uns offen ist - nicht nur mein wichtigster Abstinenzanker ...

    Alles Gute!

  • Danke Leute ❣

    Ich taste mich jetzt erstmal langsam vorwärts.

    Meine Familie weiss zwar um meine Abhängigkeit, alle Ärzte auch, aber das Ausmaß des Schadens ist auch für mich neu. Ich muss das erstmal selbst verdauen und dann kommunizieren.

    Das wird die 1. Aufgabe

    Liebe Grüße und einen schönen Abend noch 😊

  • Hallo Charlotte,

    schön, dass du dich für das Leben entschieden hast und auch von mir noch ein herzliches Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Hier findest du ganz viel Hilfe zur Selbsthilfe. In den vielen Erfahrungsberichten kannst du lesen, wie die Leute hier ihren Weg gehen und dir mitnehmen, was für dich passt.

    Als ich hier angekommen bin, war ich erstaunt, wie viele Alkoholikerinnen hier sind und auch, wie viele mit Hilfe dieses Forum ihren nüchternen Weg gehen, und so viele schon ganz viele Jahre. Mir hat das Mut gemacht, das auch zu schaffen.
    Das wichtigste für mich war, dass ich akzeptieren konnte, dass ich Alkoholiker geworden bin und das es für mich als Alkoholiker keinen Alkohol mehr geben kann, wenn ich leben will. Ich will leben. Du hast dich auch für das Leben entschieden…..und das funktioniert nur noch nüchtern.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

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