Tisha - Weg aus der Co Abhängigkeit

  • Hallo zusammen,


    Durch Zufall bin ich auf dieses Forum gestoßen. Seit fast 3 Jahren bin ich mit meinem Lebensgefährten in einer Partnerschaft. Er ist alkoholkrank und hat bereits körperliche Folgen. Wir leben gemeinsam. Nach sehr vielen Entgiftungen und einer Langzeitteraphie muss ich so langsam einsehen, dass alle Hoffnungen und Bemühungen vergebens zu sein schein. Wer selber nicht wirklich will, wird nicht aufhören. Ich kann nun sagen, dass ich dieses Leben nicht mehr möchte. Auch ich habe Fehler in der Zeit gemacht, viele auch unbewusst.
    Ich wünsche mir hier einen Austausch und irgendwie auch Hilfe. Es wird eine schwere Zeit.

  • Hallo Tisha,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe.

    Mit Deinem Problem bist Du bedauerlicherweise nicht allein, es geht einigen so wie dir.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben. Dann wirst Du freigeschaltet und Dein Thema in den Bereich "Erste Schritte für Angehörige" verschoben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Tisha.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Tisha!

    Nach sehr vielen Entgiftungen und einer Langzeitteraphie muss ich so langsam einsehen, dass alle Hoffnungen und Bemühungen vergebens zu sein schein.

    Ich kenne das - ich habe so lange gehofft und wurde jedes Mal wieder enttäuscht. Trotzdem konnte ich lange nicht loslassen und dachte wenn ich mich besonders anstrenge wird er einsehen daß zuviel Alkohol nicht gut für ihn ist. Es drehte sich alles nur noch um das Thema Alkohol, es beeinträchtigte irgendwann mein ganzes Leben.

    Wer selber nicht wirklich will, wird nicht aufhören.

    Das ist eine wichtige Erkenntnis und die einzige Wahrheit nur der Süchtige selber kann bestimmen wann er etwas verändern kann und will. Viele kommen nicht zur Einsicht und erreichen auch nie ihren Tiefpunkt.

    Ich kann nun sagen, dass ich dieses Leben nicht mehr möchte.

    Das kann ich voll und ganz verstehen das Leben ist zu kurz um es auf diese Weise zu verbringen.

    Auch ich habe Fehler in der Zeit gemacht, viele auch unbewusst.

    Wer macht denn keine Fehler das ist doch menschlich aber oft werden diese Fehler und seien es Lappalien herangezogen, daß weiter getrunken wird. Du bist auf einem guten Weg indem du einsiehst daß du ihm nicht helfen kannst. Er wird dich sonst immer tiefer in seine Spirale abwärts mitreissen.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Danke für deine lieben Antworten. Leider war er bereits dreimal am sogenannten Abgrund und es war nun dieses Mal die allerletzte Chance. Leider trinkt er wieder heimlich. Für mich steht fest, dass ich das Leben nicht mehr möchte… allerdings, wohin soll er? Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass er eine Wohnung braucht… er kümmert sich nicht und meint, dass alles wieder gut ist, weil er eine neue Arbeit hat. Es ist nichts gut. ebenfalls hat er eine beginnende Leberzirrhose… ich weiß, dass ich eigentlich konsequent sein muss und die „Drohung“ umsetzten muss, dass er geht. Das ist die Absprache… mein Gewissen hält mich noch davon ab, auch wegen der neuen Arbeit und dann wohin? Die letzten Male war er bei, ebenfalls Suchterkrankten, Kollegen… Ich möchte aber einfach meine Ruhe…. Ich will nicht, dass es wieder eskaliert, zumal er mit Halluzinationen zu kämpfen hat, wenn er zu viel trinkt…

  • Es drehte sich alles nur noch um das Thema Alkohol, es beeinträchtigte irgendwann mein ganzes Leben.

    Es dreht sich eigentlich immer nur um Alkohol. Und er ist so ein anderer Mensch, wenn er trinkt. Er redet anders, ist egoistisch, ekelhaft und ich ertrage ihn null. Es ist als wäre er zwei Personen in einem. Es geht alles nur um Alkohol. Und es reicht so langsam wirklich.

  • Er kam eigentlich immer aus einer Entgiftung o.Ä. Und hat direkt wieder konsumiert. Dieses Mal hat er ein paar Wochen mit Medikamenten geschafft… dennoch trinkt er wieder jeden Tag. Und ich warte nur darauf, dass es total bergab geht. Es wurde von Woche zu Woche schon mehr.

  • Er kam eigentlich immer aus einer Entgiftung o.Ä. Und hat direkt wieder konsumiert. Dieses Mal hat er ein paar Wochen mit Medikamenten geschafft… dennoch trinkt er wieder jeden Tag. Und ich warte nur darauf, dass es total bergab geht. Es wurde von Woche zu Woche schon mehr

    Ich habe dieses Mal so getan, als würde ich es nicht merken… mache ich immer noch. einmal hatte ich ihn vor zwei Wochen darauf angesprochen, dass abgemacht war, dass er mir einen Rückfall sagt. Er hat es dann zugegeben und wieder dieses übliche Gerede.

  • Hallo Tisha,

    tut mir leid für Dich, dass Du vor so schweren Entscheidungen stehst. Du schreibst, Ihr hattet eine Abmachung (an die er sich nicht hält) und möchtest dieses Leben aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr führen. Bereite mich zurzeit auf eine ähnliche Situation mit meinem Lebensgefährten vor.

    Ich lese heraus, dass es Deine Wohnung ist, da Du bereust, ihn wieder rein gelassen zu haben. Ein schlechtes Gewissen brauchst Du zwar nicht haben, denn er hätte es ja in der Hand, etwas dauerhaft zu ändern und verhält sich wohl auch nicht gut Dir gegenüber, wenn er trinkt. Aber ich verstehe auch, dass es Dir schwerfällt, ihm vollends den Boden - bzw die Wohnung- unter den Füßen wegzuziehen.

    Wäre es evtl. eine auch für Dich weniger belastende Alternative, wenn Du vielleicht selbst ausziehst, falls er sich nicht bewegt? Dann kannst Du auch das Tempo selbst bestimmen und bist nicht drauf angewiesen, dass er aktiv wird, obwohl er das eigentlich vermutlich gar nicht selbst will.

    So oder so wird es für ihn leider vermutlich weiter bergab gehen. Ich verstehe, dass Du das nicht hautnah miterleben, sondern nach vermutlich vielen Konflikten und enttäuschten Hoffnungen zur Ruhe kommen und ein schöneres Leben für Dich möchtest.

    Liebe Grüße

  • Sorry, das hat sich teils überschnitten, ich habe übersehen, dass Du auf die Frage zu dem Mietvertrag zB gerade schon parallel geantwortet hast. Aber inhaltlich passt es ja trotzdem. Genau, mit Medikamenten ein paar Wochen nach Entgiftung über Wasser halten, heimliche Rückfälle, kenn ich alles leider nur zu gut. Irgendwann sollte man als Co raus aus dieser Abwärtsspirale. Bin am gleichen Punkt...

  • Wäre es evtl. eine auch für Dich weniger belastende Alternative, wenn Du vielleicht selbst ausziehst, falls er sich nicht bewegt? Dann kannst Du auch das Tempo selbst bestimmen und bist nicht drauf angewiesen, dass er aktiv wird, obwohl er das eigentlich vermutlich gar nicht selbst will.

    Erstmal vielen Dank für deine Worte. Das ist keine Alternative für mich auszuziehen. Das hat verschiedene Hintergründe. Ich hatte mich ja um eine Wohnung für ihn bemüht und Kontakte hergestellt aber wer nicht will…


    Leider zieht es sich so nur einfach länger hinaus, das weiß ich selber. Irgendwann wird der Punkt kommen, wo er wieder komplett die Kontrolle verliert… vermutlich nächste Woche, wenn er Gehalt bekommt…er trinkt ja schon wieder regelmäßig und wird es da leider nicht alleine raus schaffen… eine erneute Entgiftung wird er nicht wollen und, ganz ehrlich, es bringt auch nichts, wenn es genauso danach weitergeht. Es läuft für ihn momentan ja gut. Arbeit etc.

    Früher oder später muss ich sowieso dadurch und Tacheles reden. Ich hasse es, jedesmal wenn er kurz los geht, darauf zu warten, wie der Zustand ist…

  • Ich fasse das jetzt mal zusammen. Du hast für dich erkannt, dass du so nicht weiter mit deinem Partner zusammen sein willst. Die Wohnung läuft auf deinen Namen und du willst, dass er auszieht. Aber du wartest noch darauf, dass es schlimmer wird. Was genau erwartest du dir davon?
    Hast du einen praktischen Plan, falls er nicht freiwillig geht? Und warum musst du für eine entsprechende Unterkunft für ihn sorgen?

    Habt ihr schon über einen eventuellen Auszug seinerseits gesprochen? Geht das mit ihm ruhig darüber zu sprechen?

  • Hi. Jedes Mal wenn ich versuche mit ihm zu sprechen blockt er ab. Ich suche jetzt gleich das Gespräch. Er weiß ganz genau, dass er gehen muss, wenn er wieder trinkt. Und er trinkt morgen seit 4 Wochen wieder…

    Mein Problem dabei ist, dass er den neuen Job angetreten hat und momentan noch kein Geld hat… wohin soll er? Das letzte Mal ist er zu, ich sage mal, Kollegen gegangen und völlig abgestürzt. Ich weiß, dass ist nicht mein Problem, dennoch macht es ja was mit mir. Er hat sich aber nicht an die Regeln gehalten und muss gehen. Es wird, wie beim letzten Mal, ein ziemlicher Akt werden. Ich bereue es, ihm die Chance gegeben zu haben. Bin wieder auf das Gerede reingefallen. Mein Fehler, ich weiß.
    Er wusste, dass er eine Wohnung braucht. Sieht es aber null ein. Er sagt „ich mache doch Nix, gehe arbeiten; andere benehmen sich daneben“… „nichts machen“ ist für mich aber was anderes. Ich habe keine ruhige Minute mehr.

    Du hast vollkommen Recht. Ich zögere es nur heraus. Gleich rede ich mit ihm. Gestern Abend war mal wieder eine Katastrophe.

  • Hallo Tisha,

    puh, wenn ich denke, wie oft ich mit meinem ersten Mann geredet habe all die Jahre. Das ging in einem Ohr rein bei ihm, aus dem anderen raus. Denn es gab keine Konsequenzen für ihn. Ich hab geredet und nicht gehandelt. Ich hab mich nicht bewegt und er folgedessen sich auch nicht. Weil - er hatte keine Veranlassung, mein Gerede hat ihn sicher genervt aber dann war gut. Das hat er gut wegstecken können.

    Wichtig ist, dass du weißt, was du mit ihm reden möchtest und dann auch Taten folgen lässt. Also hast du einen konkreten Plan, wie du nun handelst? Wirst du das Türschloss auswechseln, einen festen Termin nennen, an dem er gehen muss? Es ist klar, dass es dir komisch ist weil er keine Wohnung hat. Aber er ist erwachsen und er hat die Möglichkeit, sich eine Unterkunft zu organisieren.

    Überleg mal, wie unglaublich du dich belastest und einschränkst und ihm ermöglichst, im warmen Nest schön gemütlich sitzen zu bleiben. Denn er hat doch keinen Grund sich zu bewegen. Wenn für ihn nichts folgt.

    Ich bin gespannt, wie euer Gespräch verläuft.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Guten Morgen,

    ich finde, ein alleinstehender Mann mit Job findet ohne Weiteres zumindest übergangsweise ein WG-Zimmer, kann bei Freunden unterkommen (ist er ja scheinbar auch schonmal). Ob die Freunde gut für ihn sind, das darf nicht deine Sorge sein. Frist setzen und danach Türschloss wechseln.

    Klingt vielleicht knallhart, aber bitten und betteln, dass er sich einsichtig zeigt oder freiwillig geht, ist ja scheinbar nicht möglich.

    Ich finde, dass gerade wir als Frauen viel zu oft viel zu lange ertragen. Das tut nicht gut, da leider nur unser Selbstwert drunter.

    Liebe Grüße

    Matilda

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