Morck - Bin neu hier und habe ein schlimme Woche hinter mir

  • Hallo, ich habe mich hier Morck genannt und bin Alkoholiker.

    Den Grundstein dazu hab ich in meiner Jugend gelegt. Ich war als Jugendlicher Mitglied in einer heftigen Kiffergruppe, Aber ich bin trotzdem meinen Weg gegangen. Ausbildung -> Arbeitnehmer -> Selbstständig -> mittlerweile wieder Angestellter und recht erfolgreich im Berufsleben trotz allem.

    Das Kiffen war irgendwann nach der Ausbildung nur noch 1-2 Feierabend Joints und kontrolliert. Geheiratet dann mit 27 und meine erste Frau war sehr gegen das Rauchen. Ich bin daher auf Wein umgestiegen. Habe aber nicht täglich getrunken.

    Der Konsum wurde mit den Jahren immer mehr, teilweise habe wohl auch unterbewusst auch Freunde gesucht mit denen man gut feiern und trinken konnte. Sprich es ging schon so in Richtung: 2-3 Woche richtig betrinken mit Freunden.

    Mit meiner 2 Frau war ich dann richtig Glücklich, aber sie sah mich auch lieber mit einem Glas Wein als einen Joint und dann kam Corona. Homeoffice. Teilweise dann in der Mittagspause schon das erste Glas Wein getrunken und um einen schwierigen Chef konnte ich am Ende nur betrunken ertragen. Meiner Frau ist der Alkoholkonsum aufgefallen und ich habe angefangen heimlich Schnaps zu trinken.

    (Ich gebe nicht den anderen Menschen oder Umständen die Schuld, ich schreibe nur wie ich in meine jetzige Situation gekommen bin.)

    Das ganze endete dann vor 3 Jahre in einem ersten Entzug in einem KKH, der zweite kurz danach in einer Entgiftungsklinik. Das waren die schlimmsten 2 Wochen meines Lebens und ich war mir sicher das ich es nie wieder soweit kommen lassen werden. Leider dann im Urlaub wieder vereinzelt Wein getrunken. Das kontrollierte Trinken ging dann ca. 9 Monate gut. Dann Jobwechsel. Unglaublicher Beruflicher Druck. Vor Meetings wieder getrunken und es geschafft in 6 Wochen wieder so süchtig zu sein wie vor 3 Jahren. Das heißt morgens direkt nach dem Aufstehen Alkohol und den ganzen Tag verteilt mind. 0,5 l Schnaps.

    Ich hab jetzt seit Montag eine ambulante Entgiftung gemacht. Es war teilweise schlimm, auch für meine Frau. Ich hoffe die *Edit* die jetzt noch übrig sind reichen aus und morgen ist Entgiftung durch. Habe nur noch phasenweise Suchtdruck. Der wird hoffentlich jetzt nach 5 Tagen nur noch psychisch sein.

    Am Montag habe ich einen Termin mit meiner Frau bei der Suchtberatung. Wir werden dort besprechen wie wir weiter machen. Ich überlege eine stationäre Entwöhnung/ Reha zu machen und wieder in den alten Job zu wechseln. Bin mir aber unsicher ob er Schritt zu krass ist und ich es nicht mit einer ambulanten Therapie versuche.

    Viel Text. Aktuell wechseln sich bei mir Zuversicht und Aussichtlosigkeit ab. Dieses Wochenende ist wirklich sehr emotional. Aber ich habe volle Motivation es nun komplett ohne Alkohol bis zum Ende meines Lebens zu schaffen.

    Einmal editiert, zuletzt von Marie04 (21. Juni 2025 um 16:10) aus folgendem Grund: Bitte keine Medikamentenamen. Danke!

  • Hallo Morck!

    Herzlich willkommen hier im Forum, es wird sich bald ein für dich zuständiger Moderator um dich kümmern. In der Zwischenzeit kannst du dich hier umsehen, interessant sind auch die Artikel oben links in der dunkelblauen Leiste.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Herzlich willkommen, Morck.

    Gut dass du dich hier gemeldet hast.

    Du bist Alkoholiker und strebst eine dauerhafte Abstinenz an, richtig?

    Und du bist bei Tag 6 eines ärztlich betreuten Entzugs, auch richtig?

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Herzlich willkommen, Morck.

    Gut dass du dich hier gemeldet hast.

    Du bist Alkoholiker und strebst eine dauerhafte Abstinenz an, richtig?

    Und du bist bei Tag 6 eines ärztlich betreuten Entzugs, auch richtig?

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo Nayouk,


    vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Ja das ist alles ganz richtig. Und am Montag muss ich dann die Weichen für die weitere Schritten stellen. Ich hoffe der Termin bei der Suchtberatung wird gut.

  • Hier in diesem Forum tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, um Hilfe zur Selbsthilfe zu erfahren.

    Wenn du an diesem Austausch teilnehmen möchtest, dann folge dem Link zur Freischaltung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.

    Danach werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Morck

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Vielen Dank für die schnelle und professionelle Freischaltung.

    Hat jemand gute Erfahrung mit einer REHA Klinik gemacht oder kann mir Tipps geben die richtige auszuwählen? Ich bin gegenüber Ärzten und Kliniken sehr skeptisch und möchte auf Augenhöhe behandelt werden in einer Umgebung in der ich mich wohlfühle.

    Wäre in meiner Situation eine ambulante Behandlung ggf. sinnvoller? Die jetzige Trinkphase ging ja 'nur' 6 Wochen.


    Wie sind eure Erfahrungen diesbezüglich?

    Einmal editiert, zuletzt von Morck (21. Juni 2025 um 17:12)

  • Herzlich willkommen, Morck. Komme erst mal an und lies Dich hier ein.

    Manche Fragen klären sich mit der Zeit von allein, z. B. morgen mit der Rehaberatung. Ich habe damit, anders als mit meinem Hausarzt, übrigens sehr gute Erfahrungen gemacht, denn die sind auf das Thema spezialisiert.

    Du musst auch nichts sofort entscheiden, außer, das erste Glas stehen zu lassen. Alles andere klärt sich mit der Zeit.

    Was die Suche nach der geeigneten Rehamaßnahme angeht. Es gibt von der Dt. Rentenversicherung u. a. Seriösen Anbietern Suchportale, wo Du nach Deinen Bedürfnissen filtern kannst. Und die Selbstdarstellung der so herausgefilterten Kliniken dann mit unzensierten Bewertungen im Netz abgleichen, empfehle ich. Das dauert, lass Dir Zeit.

    Das Wichtigste ist, dass Du hierhergefunden hast: Was Du hier an geballtem Erfahrungswissen, kompromissloser Unterstützung und 24/7- Erreichbarkeit findest, ist der beste Anker für Deinen Weg in die zufriedene Trockenheit, den Du Dir wünschen kannst Alles andere kann dies ergänzen, muss aber nicht.

    Und was die geeignete Reha-Form angeht: Das hängt von deiner Situation und deinen Bedürfnissen ab. Ich z. B. wollte unbedingt einige Zeit aus meinem Alltag heraus, auch wg. Burnoutgefahr. Eine stationäre Langzeittherapie wäre mir aber wieder zu lange gewesen, da hätte ich Sorge gehabt, den Kontaktvzur Wirklichkeit zu verlieren ( Käseglockeneffekt).

    Da bin ich auf das Modell Kombitherapie gestoßen: Bis zu 8 Wochen stationär, dann mehrere Monate relativ nahtlos weiter ambulant, bei der Suchtberatung vor Ort, je einmal Einzel- und Gruppentherapie pro Woche. Lässt sich bei Bedarf auch relativ problemlos mehrfach verlängern. Das hat mir - mit dieser Online-SHGg vorneweg - das notwendige Gerüst fur den Alltag gegeben.

    Alles Gute!

  • Vielen Lieben Dank Rennschnecke.

    Bis zum Termin Montag wird es noch ein steiniger Weg. Ich habe sehr schlimme Stimmungsschwankungen gerade. Bis heute konnte meine Frau mich gut auffangen, aber es wird gerade ziemlich belastend. Sie traut mir leider nicht mehr wirklich und leide darunter ihr Vertrauen verloren zu haben. Jeder Kuss von ihr ist eher ein nachriechen ob alles in Ordnung ist.

  • Ob ambulant oder stationär, da kann dich sicher die Suchtberatung weiterhelfen. Wie schon Rennschnecke geschrieben hat kommt es auf deine Situation darauf an. Ich habe mich damals für eine Langzeittherapie entschieden. Ist natürlich ne Lange Zeit. Wollte mir die aber die Auszeit nehmen und mich nur um mich kümmern. In Ruhe über vieles klar werden. Viele Sachen in Ruhe aufarbeiten. Brauchte damals auch den Abstand von zu Hause, da die häusliche Situation damal nicht einfach war.. Das mit den Stimmungsschwankungen kenne ich auch von meiner Entgiftung. Ging vielen da so. Ist glaube ich normal. Dein Körper muss erstmal mit der Situation klar kommen. Natürlich geht Vertrauen durch die Sauferei und den Lügen mit der Zeit kaputt. Das muss sich langsam wieder aufbauen und braucht Zeit. Das geht nicht von heute auf morgen. Wenn man aber Abstinent bleibt kann das Vertrauen Schritt für Schritt zurückkommen

  • Hej Morck,
    Stimmungsschwankungen - hatte ich zu Beginn zum teil auch heftig und konnte schlecht damit umgehen.
    Dein Körper hat sich abgewöhnt Dopamin zu produzieren. Das dauert einfach seine Zeit bis sich das normalisiert.
    Aber das wird besser ! Das ist gewiß.

    Schreib was Dir durch den Kof geht - gern bis die Finger wund sind.
    Das hilft - wirklich.

    Einmal editiert, zuletzt von undee (21. Juni 2025 um 21:06)

  • Vielen Dank für eure aufmunternden Worte.

    Gestern Abend konnte ich ein ruhiges Gespräch mit meiner Frau führen, was die nächsten Schritte sein könnten. Die Variante, dass ich selber meinen belastenden Job jetzt in der Probezeit kündige, eine ambulante Reha/Therapie absolviere und mir einen neuen Job suche, scheint uns im Moment die beste zu sein. Das werden wir aber morgen mit der Suchtberatung besprechen. Ein neuer Job sollte hoffentlich kein großes Problem darstellen, mein Jobskills sind sehr gefragt und zur Not könnte ich auch zu meinen vorherigen Arbeitgebern zurück. Gestern Abend hatte ich auch das erste Mal das Gefühl wieder rationale Entscheidungen treffen zu können.

    Über stationäre Behandlungen habe ich mich gestern Abend ausführlich informiert. Die Gefahr in einer Klinik zu landen in der ich mich nicht wohl fühle und die alles noch schlimmer macht, sehe ich als nicht ganz unrealistisch an.

    Der heutige Tag verläuft bisher auch ganz gut. Ich konnte bis jetzt auf das Medikament verzichten und wir habe gerade einen schönen Ausflug gemacht. Suchtdruck ist nur noch ganz wenig da. Ich hoffe es bleibt so und dann sollte die Entgiftung hoffentlich geschafft sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Morck (22. Juni 2025 um 13:25)

  • Etwas Bammel habe ich aber morgen, was die bei der Suchtberatung meiner Frau raten werden. Bisher hält Sie zu mir.

    Trotzdem habe ich Angst. Ich hoffe unbegründet.

    Einmal editiert, zuletzt von Morck (22. Juni 2025 um 13:56)

  • Die Leute in einer Suchtberatung sind professionel und haben eine grosse Erfahrung. Ich bin den Weg über stationäre Entgiftung und Entwöhnung gegangen, ingesamt 4 Wochen. Meine Nachsorge ist diese SHG.

    Etwas Bammel habe ich aber morgen, was die bei der Suchtberatung meiner Frau raten werden.

    Was sollen sie deiner Frau raten? Wenn sie ihr überhaupt etwas raten, dann dass sie nichts tun kann, wenn du nicht willst und dass sie dann auf sich achten soll um nicht in den Sog der Sucht zu geraten.
    Du trägst Verantwortung für deine Abstinenz nicht sie.
    Aber du hast dich ja entschieden den abstinenten Weg zu gehen. Deine Frau kann dich unterstützen, z.B. ein alkoholfreies Zuhause mit dir zu schaffen und einiges mehr.
    Aber du bist im Driver Seat, was deine Abstinenz betrifft. Z.B. alkoholfreie Lebensmittel. Meine Frau achtet beim Einkauf "mit" darauf, aber ich bin verantwortlich dafür, was ich konsumiere, nicht sie.

    Sie traut mir leider nicht mehr wirklich

    Warum sollte sie? Hast du sie nicht immer wieder enttäuscht?
    Bei meiner Frau habe ich über viele Jahre Vertrauen zerstört. Dann konnte ich nicht erwarten, dass plötzlich alles wieder gut und vergessen ist.
    Gegenseitige Achtung und Respekt war noch vorhanden und damit die Basis einen Neuanfang zu schaffen. Ich habe ihr gesagt, was ich mir zutraue und was nicht.
    Das hat sie respektiert und mich dabei unterstützt.

    Und reden mit einander hilft auch, aber ich lese bei dir heraus, dass ihr das tut und das ist sehr gut.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Warum kündigen? Wärst Du dann nicht in der Pflicht, dich woanders zu bewerben? Alkoholsucht ist eine schwere Krankheit (die du nicht angeben und für die Du dich nicht schämen musst).

    Wäre da eine Krankschreibung nicht sinnvoller und auch gerechtfertigt, damit Du Dich ganz auf die Stabilisierung Deiner Abstinenz konzentrieren kannst?

    Es ist gut, das alles morgen bei der Suchtberatung anzusprechen, die kennen sich aus Erfahrung aus ...

  • Warum kündigen? Wärst Du dann nicht in der Pflicht, dich woanders zu bewerben? Alkoholsucht ist eine schwere Krankheit (die du nicht angeben und für die Du dich nicht schämen musst).

    Wäre da eine Krankschreibung nicht sinnvoller und auch gerechtfertigt, damit Du Dich ganz auf die Stabilisierung Deiner Abstinenz konzentrieren kannst?

    Es ist gut, das alles morgen bei der Suchtberatung anzusprechen, die kennen sich aus Erfahrung aus ...

    Ja, das ist was mich gerade am meisten beschäftigt und bin für Ratschläge dankbar.

    Ich bin jetzt 3 Monate bei dem neuen Arbeitgeber und bin mir 100% sicher das ich die Stelle nicht weitermachen möchte. Der Druck dort ist zu hoch, das Team heftig zerstritten, das Aufgabengebiet anders als Versprochen und liegt mir nicht. Die Stelle war ja mMn der Hauptgrund wieder mit dem Trinken anzufangen. Ich habe mir halt die Meetings schön getrunken bzw. ertragbar gemacht, daher in der letzte Trinkperiode eigentlich nur während der Arbeit getrunken

    Da ich in der Probezeit bin, gehe ich eh davon aus das ich eh nach weiteren 2-3 Wochen Krankmeldung die Kündigung bekomme.


    Variante 1: Jetzt selber kündigen und diese 3 monatige Arbeitsstelle im Lebenslauf angeben und in Bewerbungsgesprächen argumentieren können, das mir die Stelle nicht gefallen hat und ich selber entschieden habe zu gehen.

    Variante 2: Ich lasse mich kündigen, falle ins soziale Netz (keine Sperrfrist usw.) hab dann aber diesen Makel im Lebenslauf bzw. muss da ein Sabbatical oder so im Lebenslauf draus machen.

    Bisher hat mein Lebenslauf eigentlich keine Lücken. Außer eine lange Phase der Selbstständigkeit und das ich ca. alle 2-4 Jahre einen Jobwechsel habe. Immer selbst initiiert und jeder Jobwechsel war eine Verbesserung.

    Vielen Dank für eure Meinungen / Ideen / Ratschläge. Die Entscheidung muss ich natürlich selber fällen.

  • Ganz klar: Kundigen lassen. Längere Krankheitphasen können doch bei jedem vorkommen. Wenn du ein Sabbatical nach so kurzer Jobdauer daraus machst, könnte das auch als versteckte Arbeitslosigkeit gedeutet werden.

    Noch ein Rat, für alle Lebenslagen, nicht nur die Sucht: Ich muss nicht jedem alles auf die Nase binden, aber möglichst auch nicht lügen. Ist auf Dauer einfacher - auch für den Blick in den Spiegel.

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