Simsalabim - Raushexen... aus meiner Situation...

  • Good Morning… hiiumaa und releaseme…


    Also , ich habe einen neuen Termin bei der Suchtberatung bekommen…

    Ich habe es vorhin bei Foxi58 beschrieben, ich/wir Co‘s verlieren uns immer und immer wieder selbst… arrangieren uns, nehmen eigene Bedürfnisse nicht so wichtig, ich halte sie in „einer Schublade“, ich habe Zweifel „ja ist er doch kein Alkoholiker“ weil er in meiner Alltagsgegenwart nix trinkt…?!? Immer wieder dieses Einlullen, zweifeln an der eigenen Wahrnehmung, auf viele Fragen an IHN keine Resonanz zu erhalten, ach dieses ganze CoGedöns… ja, ich habe keine Ahnung, wie ein Leben mit einem unsüchtigen Partner einer nichtCoabhängigen Simsalabim funktioniert…?!?
    Es geht mir jedoch deutlich besser, wenn ich ohne IHN unterwegs bin, ohne IHN essen gehe… und dann ist da doch noch immer wieder ein mehr oder weniger funktionierender Alltag… ich denke, ich lebe teilweise unter meinem Potenzial… auch durch das Viele „am Handykleben“… meine geraubte mentale Kraft liegt bestimmt auch zu einem Teil an der Viefachnutzung vom Händie…


    …🫣 hex hex… Grüßle von Simsalabim…🧙‍♀️🧙‍♀️


    Noch was, alleine fühle ich mich oft weniger allein als zu Zweit…🫣😉… wer kennts auch…?!?

  • Wie lässt man eine Gewohnheit los und ein Leben, wenn man es nicht anders kennt? Für mich ist leider schon Vieles normal, wo eine andere schon längst reißaus genommen hätte.

    Hallo Releaseme,

    Du spürst doch, dass es nur noch Gewohnheit ist und die Realität sich für dich verschoben hat. Also stimmt das Gleichgewicht nicht mehr.

    man sieht den Menschen hinter dem Alkoholiker, den es aber so nicht mehr gibt.

    Und das ist dein Schlüssel da heraus zu kommen.

    klar sag ich mir, dass er nicht mehr der is, der er war, er hat sich auch optisch extrem verändert.. starke Gewichtsabnahme, er sieht abgeschlagen aus, er hat außerdem ein burnout..

    Ich habe meinen Nochmann in meinem Herzen beerdigt. Ich habe schöne Erinnerungen, aber IHN gibt es nicht mehr. Er ist jetzt jemand anderes und er wird nie mehr der alte werden, und er hat viel Unheil über sich und seine Familie gebracht. Er ist Ballast und kann sich nur selbst aus der Situation befreien. Bis dahin wird manipuliert und eine Scheinwelt aufgebaut.

    Und ich kann jetzt diesen schlechten Film aus meinem Leben verbannen. Ich muss mir das nicht mehr mitansehen. Und wenn ich nun mit etwas Abstand mitbekomme, wie sein Weg immer weiter bergab geht….dann kenne ich ihn noch weniger. Das es so einmal kommen würde, hätte ich NIEMALS gedacht. Und hätte ich es früher gewusst, wäre ich früher ausgestiegen. Ich hatte auch immer die Hoffnung, dass er die Kurve kriegt.

    Am Ende habe ich mit mir meinen inneren Frieden geschlossen. Alles musste so kommen, wie es gelaufen ist. Sonst hätte ich es nicht verstanden und den Absprung nicht geschafft. Irgendwann war der richtige Moment für jeden kleinen Schritt da. Ich habe wieder meiner Wahrnehmung und meiner Intuition getraut. Und davon haben wir Frauen reichlich.

    Mach kleine Schritte. Du musst nicht gleich die Zugspitze bezwingen. „Der Weg ist das Ziel“

    Fühl dich gedrückt!

  • Hallo,

    liebe Sonnenschein CoA , danke für deinen Beitrag, da erkenne ich mich in vielem wieder.

    Zum Beispiel:

    Ich habe meinen Nochmann in meinem Herzen beerdigt. Ich habe schöne Erinnerungen, aber IHN gibt es nicht mehr. Er ist jetzt jemand anderes und er wird nie mehr der alte werden...

    Das ist bei mir auch so. Wobei mein Exmann ja inzwischen an seiner Sucht verstorben ist. Ich habe schöne Erinnerungen an die ersten Jahre, die Geburten unserer Kinder... Ich dachte damals, das große Los gezogen zu haben. Das es dann anders kam, konnte ich da nicht wissen. Er war nicht mehr der Mann meiner Träume, der Alkohol hatte ihn verändert. Und auch einen Persönlichkeitsanteil hervorgehoben, der mir garnicht gefallen hat.

    Am Ende habe ich mit mir meinen inneren Frieden geschlossen. Alles musste so kommen, wie es gelaufen ist. Sonst hätte ich es nicht verstanden und den Absprung nicht geschafft. Irgendwann war der richtige Moment für jeden kleinen Schritt da. Ich habe wieder meiner Wahrnehmung und meiner Intuition getraut. Und davon haben wir Frauen reichlich.

    So ungefähr war es bei mir auch. Ich hatte damals diesen inneren "Ritter". Meine innere Lebensfreude oder Lebenswille, der Wunsch, noch etwas von meinem Leben haben zu wollen.

    Das ging nicht von heute auf morgen. Aber einmal angefangen ging es immer besser. Ich hatte die Erkenntnis, dass ich an nichts und niemandem festhalten muss, der mich am Leben hindert und krank macht. Ist nicht leicht aber ist möglich. Eindeutig. Es geht leider nicht ohne Trauer, da geht ein ganzer Lebensabschnitt, Wünsche, Träume usw zuende. Aber es tut sich was Neues auf.

    Als ich bereit war, loszulassen, öffneten sich neue Türen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Huhuhuuu… hex hex…


    Hartmut hat heute wieder Klartext geschrieben, bzgl Spielregeln hier in der SHG…

    Diese klare Kante hilft auch mir als Co, raus aus der „AugenzudrückFalle bei alkfreiem Bier/oder sonstigen alkfreien „Alkoholika“… wenn es z.B. mein Mann konsumiert, dachte ich immer wieder, shit, is nich gut was er da macht, aber na ja… 🥴


    „Nur nicht Trinken reicht nicht“…

    Nur „nicht helfen reicht auch nicht“…

    das/mein Eigenleben muss/darf sich genauso entfalten/entwickeln… wie ich’s mir ja leider erfolglos von meinem gewünscht habe/hätte…


    Ach, was ist mein Verhaltensmuster so klebrig u eingeschliffen…

    Erschöpfte Grüße, Simsalabim

  • Sonnenschein CoA ,

    Aurora

    Ich habe eure Beiträge gelesen und sofort laufen mir dir Tränen übers Gesicht und wollen nicht mehr aufhören zu laufen... Ich denke, ich verstehe jetzt, dass ich es schaffen muss, die alten Erinnerungen in Frieden abzulegen, dann kann ich hier raus kommen.. Die letzen Wochen hatte ich so eine verdammt Wut, dass ich diesem Menschen damals überhaupt über den Weg gelaufen bin und dass ich ihn geheiratet hab.. aber ihr habt mich bestärkt, denn auch ich hätte das NIEMALS gedacht, dass unsere Geschichte so enden würde und ich konnte es ja nicht wissen. Es ist NICHTS davon meine Schuld (auch wenn meine Schwiermutter mir gesagt hat, dass zu eheproplemen immer 2 gehören 🤮 ) Ich habe nachgedacht und sehe es jetzt anders, ich darf froh sein, dass ich ihn hatte, sonst hätte ich meine bezaubernden Kinder nicht und wir hatten ja wirklich sehr sehr schöne Jahre, ich habe ihn sehr geliebt und ich würde es noch immer tun, wenn er nicht trinken würde. Aber jetzt wird es Zeit zu lernen, dass dies Erinnerungen sind, die es so nicht wieder geben wird. Ich habe es noch nicht geschafft ihm gegenüber das Wort Trennung auszusprechen , er ist zwar noch da, aber gleichzeitig auch nicht.. Z.b. heute, freier Tag.. er ist anwesend, liegt aber nur rum,spielt am Handy, verlangt von den Kindern leise zu spielen, beschäftigt sich nicht eine Minute mit ihnen, wir gehen raus Sonne genießen, er ist zu müde dazu, nichts freut ihn, wir kommen zurück- er hat wieder diesen Blick.. Ich spreche ihn nicht mehr drauf an- ich würde nur die Antwort zum 1000sten Mal bekommen : ich habe nicht getrunken, obwohl ich es sehe, rieche.. er schleicht noch ein bisschen durchs Haus und verzieht sich um 19/20 Uhr ins Bett, weil er "müde" sei..Mit den Kindern bin ich völlig alleine.. So ist der Alltag, er ist da, aber leider nur körperlich und das auch nicht unversehrt .. Ich verstehe es jetzt langsam und danke für den Satz, dass man nicht den ganzen Gipfel auf einmal bezwingen muss. Ich schaffe es definitiv nicht einfach eine Tasche zu packen und tschüss zu sagen, aber ich merke, wie mein Herz, mein Kopf immer mehr diese Ehe aufgeben, bis am Ende dann hoffentlich keine Gefühle mehr bleiben und ich gehen kann.. Meinen Ehemann gedanklich beerdigen - ich danke euch dafür! Das klingt makaber, aber wahr🥺 Ich möchte mir eine Gesprächstherapie suchen um Hife zu bekommen.

    Ich habe lange hier nicht mehr geschrieben, weil ich es nicht hören wollte, dass es nur Trennung gibt.Ich weiß jetzt, dass ihr alle recht habt, auch wenn man es eigentlich gern anders hätte. So blöd es klingt, aber seine körperlichen, äußeren Veränderungen helfen mir ein wenig dabei. Ich würde es ihm natürlich andres wünschen, aber so weiß ich, dass mich meine Wahrnehmung nicht mehr täuscht... Ich habe so Angst davor, mich nicht zu trauen und so unglücklich weiterleben zu müssen! Ich dachte immer ich bin so stark und einer Freundin würde ich sagen, such eine Wohnung, nimm deine Kinder, du schaffst alles und fertig.. Bei mir selbst gelingt das nicht! Ich bin leider der Typ Empathie, Gutmütigkeit, Zuuu großes Herz, zuuuu viel Verzeiher.. sonst wäre ich ja schon längst über alle Berge! Danke für eure Worte und fürs Lesen!

  • Eine Frage hab ich noch- gab es eine gewisse Situation oder einen gewisses Ereignis, wo ihr gesagt hab jetzt trenne ich mich? Oder war es ebenso ein Prozess?

    Ein kleines Mini Funkelchen meldet sich immer wieder in meinem Kopf und sagt- warte noch ein bisschen, vl wird es ja doch noch besser.. Ich versuche den Gedanken wegzuschieben, aber dann frag ich mich trotzdem auch manchmal noch, wie weiß ich, dass es wirklich keinen anderen Weg mehr gibt? Diese Gedanken werfen mich dann wieder einige Schritte zurück...

  • Bei mir war es ein Prozess. Irgendwann wusste ich es einfach. Vorbereitung und Stück für Stück Abnabelung. Mit ganz viel Wut und Trauer. Und dann kam der Tag, an dem ich es nicht mehr erwarten konnte mein neues Leben zu beginnen und 21 Jahre Ehe sich in ein anderes Licht gerückt haben.

  • Hallo releasme, ich kann Deine Gefühle so gut nachvollziehen.

    Es ist so schwer, sich von dieser Hoffung zu trennen. Mir geht es sehr ähnlich. Immer wieder ein Fünkchen Hoffnung: „Vielleicht merkt er ja doch…“

    Wir hatten sogar mal zehn Monate, in denen er in Therapie war und aufgehört hat zu trinken. Aber dann kam der Rückfall mit dem Gesamtpaket an Verleugnung.

    Ich habe ihm inzwischen gesagt, dass ich keinen Kontakt mehr möchte, auch, wenn es mir täglich das Herz zerreißt. Es ist ein tägliches Schwanken zwischen „ich vermisse ihn so“ ( ich vermisse aber die Illusion von dem, was ich mir wünsche, was sein soll - so wie er jetzt ist, kann man ihn eigentlich nicht vermissen ) und „mein Leben ist viel friedvoller ohne ihn.

    Ich hoffe immer noch! Aber ich lebe mein Leben und verstricke es ( seit immerhin fast zwei Wochen ohne Kontakt ) nicht mehr mit seinem.

    Es tut zeitweilig unendlich weh, aber zeitweilig fühle ich mich auch frei.


    Alles Liebe, hiiumaa

  • Oh, Simsalabim, ich bitte um Entschuldigung! Ich habe gerade erst gemerkt, dass ich hier eigentlich in Deinem Thread bin, und innerhalb Deines Threads auf releaseme‘s Thema geantwortet habe. Bitte verzeih. Irgendwie bin ich durcheinander gekommen!

  • …🤔… mmmh…

    Ich komme mit mir grad sehr ins Straucheln…

    Früher hatte ich den „Überblick“ was ER in etwa trinkt…

    Seit langem trinkt mein Mann in meiner Gegenwart zuhause Saftschorle…

    Ich wähne mich in Sicherheit… wenn wir, was mittlerweile nur noch selten vor kommt, mal auswärts gemeinsam sind… trinkt er alkfreies Bier, wenn andere mit dabei sind normales Bier…

    Um so größer ist dann immer wieder mal meine Erschütterung… wenn ich dann mitbekomme, dass ER alleine VIEL mehr getrunken hat …

    Ich habe das Gefühl, dass ich bei ihm wie die Oberlehrerin wirken muss… wenn DIE da ist, verhält ER sich entsprechend… wenn andere mit dabei sind, traut er sich wieder anders…

    Was n sh.. !


    Was mich parallel belastet/tangiert, ist dieses Schweigen/Dauerschweigen zum Thema Alkoholkrankheit und keine gemeinsamen Unternehmungen, Gespräche über Pläne, keine Rückkopplung an geführte Gespräche…

    Mist… irgendwie häng ich fest, mein rechtes Knie ist blockiert seit Wochen und ich bin es auch irgendwie… und zwischendurch bin ich doch allein mit mir auch zufrieden und unternehme etwas was mir gut tut…

    🧐… hätte ich das in meinem Faden schreiben sollen…?!?

    Einmal editiert, zuletzt von Simsalabim (7. September 2025 um 09:58)

  • Hallo Simsalabim,

    ich hab einfach mal deinen Beitrag aus dem Faden von releaseme in dein Thema hier verschoben. Hier passt er hin, hier steht ja deine Situation beschrieben und es bleibt mit dir im Zusammenhang.

    Ich hoffe, es ist okay so.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • …oh gerade lese ich…: „er hat sein Leben um Trinken drumrumgebastelt“…


    Für mich als Co übersetzt…: ich habe mein Leben um SEIN Leben drumrum gebastelt…

    🙉… 🙈…


    Ein Highlight steht mir bevor, ein Roadtrip auf einer mir unbekannten Strecke, gemeinsam mit Beifahrerin, incl noch nie erlebter 20 stündiger Fährüberfahrt… da freue ich mich drauf… 👍

  • … puuuh… beim Lebenskünstler soeben was gelesen…

    …“wenn ER saufen will und SIE einen nichtrinkenden Partner will, muss SIE sich einen suchen“ 👀… so ähnlich…


    Das muss ich erstmal sacken lassen…

    Mein CoGraben und Gewohnheiten, auch im allein sein, sind tief gegraben…


    Guten Wochenstart @ All… Simsalabim…

  • hallo Simsalabim,

    ich würde diesen Satz nicht hoch hängen, ein Alkoholiiker kann nicht verstehen, wie wir Cos empfinden.

    Wir können ja auch sie Sucht nicht verstehen, obwohl wir uns ständig damit beschäftigen


    lg Morgenrot.

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Das ist nur zu Ende gedacht, dass Du keinen Menschen gegen seinen Willen ändern kannst.

    Und auch zu Ende gedacht, dass die Bemühungen der Cos sehr oft nicht von Erfolg gekrönt sind.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • …. Egal wie hoch er hängt…

    der Satz hat was… tiefgründiges, tiefschürfendes… wahres… 🙉


    …und ja, wir Co‘s haben/ich habe auch meine Muster, die ich mich auch sehr schwer tue zu durchbrechen und auf zu neuen zu gelangen…

  • Hallo Simsalabim,

    der Satz ist, neutral betrachtet, sicherlich richtig. So wie: wenn xy gerne Äpfel isst, yz aber lieber Birnen mag, dann muss er selbst dafür sorgen, welche zu bekommen.

    In Beziehungen ist das aber viel verstrickter. Da spielen viele Dinge mit rein. Da geht es um Menschen, Gefühle, Sozialisierung. Und noch viel mehr, wofür ich keine Worte finde.

    Na klar, wenn du mit deiner Beziehung zum abhängigen Mann nicht ( mehr) glücklich bist macht es Sinn, sich zu verändern, die Lebenssituation zu verändern. Aber genau DAS ist doch das schwierige Thema dabei. Eben Gefühle und so weiter. Das geht schon zu ändern aber nicht auf Knopfdruck. Da ist es ähnlich wie beim Abhängigen, es muss irgendwo " Klick" machen ehe es funktioniert.

    Wäre toll, wenn's anders wäre. Das hätte mir sehr viel erspart...

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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