Krümel - Vorstellung Angehörige - unsicher?

  • …DAS PROBLEM ist wie eine Boje die mir am Arm/oder Fuß befestigt ist…

    Mal zieh ich sie hinter mir her, mal drück ich sie unter Wasser, mal halte ich sie unter Wasser, mal ist die Leine zur Boje lang und sie stört mich nicht, mal ist die Leine kurz und die Boje hindert mich, stört mich mehr…

    Irgendwie habe ich es im Laufe der vielen Jahre geschafft, mit dieser Boje an Arm/Bein zu leben/überleben… in unterschiedlichen Qualitätsformen…

    Weshalb bin ich hier wieder im Forum gelandet, weil meine ganzen Strategien auch bzgl anderer Probleme nicht gegriffen haben - außer meine Gesundheit, die ist mittlerweile sehr anfällig… und ich ringe wieder damit, mich frei zu bekommen…

    Meine Kinder waren auch mal klein… und ich hatte viele Gründe, weshalb ich die Leine zur Boje nicht durchtrennte…

    Danke fürs Lesen, deine Berichte helfen mir… bei mir dran zu bleiben und mich nicht aufzugeben…🙏

  • DAS PROBLEM ist wie eine Boje die mir am Arm/oder Fuß befestigt ist…

    Mal zieh ich sie hinter mir her, mal drück ich sie unter Wasser, mal halte ich sie unter Wasser, mal ist die Leine zur Boje lang und sie stört mich nicht, mal ist die Leine kurz und die Boje hindert mich, stört mich mehr…

    Irgendwie habe ich es im Laufe der vielen Jahre geschafft, mit dieser Boje an Arm/Bein zu leben/überleben… in unterschiedlichen Qualitätsformen…

    Wow richtig tolle Ausdrucksweise die es einfach auf den Punkt bringt 👏 👏 👏💪

  • Er hat mir gerade gesagt dass ich nicht von ihm verlangen könnte perfekt zu sein. Dass er viel für mich tut aber sich nicht den letzten Rest Spaß im Leben nehmen lassen wird.
    Ob ich es schlimmer fände wenn seine Kinder ihn mal 2x im Jahr besoffen finden würden als wenn sie ihn garnicht mehr sehen würden.
    Dass er nicht vorhätte 100 zu werden. Dass er im Gegensatz zu mir wenigstens Freunde hätte. Dass ich aufgrund meiner eigenen Kindheit und meiner Depressionen Probleme suchen würde wo keine sind. Dass er sein ganzes Leben schon eingeschränkt hätte für uns aber jetzt wäre Schluss.
    Ich weiß nicht ob’s das schlimmer macht aber er war stocknüchtern als er das alles gesagt hat.
    Jetzt ist er weg.

    Ich kann nicht mehr.

  • Ich bin 33 Jahre alt, unsere Kinder sind 5 und 7 Jahre alt und unser Haus und unsere Herzen sind so voller Liebe füreinander dass ich niemals gedacht hätte, dass wir in Trennungsstatistiken landen würden. Wenn diese Monster uns nicht besuchen würden.
    Wie es scheint gewinnen die Monster gerade.

  • Oh liebe Krümel,

    da hast eine harte Nuss zu knacken bekommen…

    Mir hat man neulich hier die Augen geöffnet in Richtung „SchuldUmkehr“… weiß nicht mehr, wer mir da entsprechende Hinweise gab…

    Er dreht den Spieß von sich auf dich…

    und du weißt, dass er mehr Spaß mit seinen Freunden und ihrem/seinem Trinkstil hat, als nüchtern sich um sich und seine Familie zu kümmern…

    „Jetzt ist er weg“… Gut dass du dich hier gemeldet hast… ich hoffe, du findest wieder mehr zu dir… 🙏🙏🙏

  • Er hat mir vorgeworfen dass die Kinder mein Lebensmittelpunkt sei aber die irgendwann groß sind und dann stünde ich alleine da. Was das denn für ein Lebensziel sei.

    Ich kann das alles gerade nicht fassen. Das war ein andere Mensch der gerade vor mir stand.

  • Liebe Krümel, kann es sein, dass die rosa Farbe aus deinen Brillengläsern weicht…?!?

    Ich sende dir, falls du magst, mal ein richtig dickes großes weiches Kissen, nur für dich zum reinkuscheln und durchschnaufen… und Kraft tanken für dich und deine Kinder…🙏

  • Irgendwie bin ich davon ausgegangen, wenn es wirklich hart auf hart kommt entscheidet er sich für uns.

    Tatsächlich sogar unabhängig davon, ob er das Problem erkennt oder nicht.
    Dass WIR unterm Strich wichtiger wären, ob das Problem nun bei mir oder bei ihm liegt.

    Es tut gerade unglaublich weh dass wir nicht wichtiger sind als die Geselligkeit, die Abstürze, die „Freundschaften“

  • Liebe Krümel, kann es sein, dass die rosa Farbe aus deinen Brillengläsern weicht…?!?

    Ich weiß es nicht, die Situation gerade überfordert mich komplett. So harte Worte sind noch nie zwischen uns gefallen, in 11 Jahren nicht. Ich frage mich ob es seine eigene Verzweiflung ob der Situation war oder ob ich das erste Mal seine wahren Gedanken und Gefühle abbekommen habe ?

  • Ja, das ist bitter… diese Erkenntnis…

    Vielleicht gelingt es dir, bisschen kleiner zu denken, nur für jetzt… nur für dich… wie kannst du dir jetzt etwas Gutes tun… das muss nix großes sein, jedoch einfach für DICH, weil DU es DIR wert bist und dich nicht von der Boje unters Wasser ziehen lässt…🙏🙏🙏


  • Es tut gerade unglaublich weh dass wir nicht wichtiger sind als die Geselligkeit, die Abstürze, die „Freundschaften“

    Das ist leider für einen Alkoholiker (da sollte es jetzt ja keinen Klärungsbedarf mehr geben) "normal". Solange keine Einsicht zur Krankheit vorliegt, werden wir uns im nassen Zustand immer für die Flasche oder das Glas entscheiden. Das ist nicht mal was Persönliches, so saublöd das jetzt klingt!

    Ich erzähle dir auch hier mal wieder von mir: Einen Streit vom Zaun brechen, um deswegen einen trinken gehen zu müssen, kam auf jeden Fall mehrmals jährlich vor, wenn es gerade mal eine Frau mit mir probieren wollte. Da saß ich dann mit meinen "verständnisvollen" Freunden und konnte mich endlich besaufen!!

    Und wenn man mich endgültig vor die Wahl gestellt hat, war das gleichzeitig das Ende jeder Beziehung, quasi der Trinkerjackpot: Wochenenden komplett durchsaufen, da man ja verlassen wurde und Trost braucht von "Freunden" (deren Frauen gegenüber war ich quasi die Ausrede) und Getränken.

    Und ich habe hier auch schon geschrieben, dass ein Verzicht auf Alkohol für mich gleichzeitig bedeutet hätte, auf wirklich jeden Spaß zu verzichten... ob Stadion, Essen gehen, an den See gehen oder oder oder, alles nur Synonyme für "ins Koma saufen". Trotzdem dachte ich, das wäre der "Spaß" in meinem Leben und solange ich diese Denkweise nicht loswerden konnte bzw immer noch dran arbeite, muss ich mich leider als beziehungsunfähig beschreiben. Auch wenn man mir durchaus gute Seiten attestiert hat, am Ende wird der Alkoholismus diese alle überdecken.

    Es tut mir so leid für Dich, Kruemel, dass ich das Gefühl habe, Du würdest hier tatsächlich über mich schreiben. Hätte gern bessere Nachrichten für Dich, aber ich möchte Dich nicht anlügen und Dir keine falschen Hoffnungen a la "das wird schon wieder" machen.

    LG Soapstar

  • Guten Morgen Krümel,

    ich hoffe du konntest etwas schlafen. Es tut mir leid, dass du in dieser Situation bist. Ich möchte dir meine Gedanken dazu hier lassen.

    Er hat mir gerade gesagt dass ich nicht von ihm verlangen könnte perfekt zu sein. Dass er viel für mich tut aber sich nicht den letzten Rest Spaß im Leben nehmen lassen wird.
    Ob ich es schlimmer fände wenn seine Kinder ihn mal 2x im Jahr besoffen finden würden als wenn sie ihn garnicht mehr sehen würden.
    Dass er nicht vorhätte 100 zu werden. Dass er im Gegensatz zu mir wenigstens Freunde hätte. Dass ich aufgrund meiner eigenen Kindheit und meiner Depressionen Probleme suchen würde wo keine sind. Dass er sein ganzes Leben schon eingeschränkt hätte für uns aber jetzt wäre Schluss.

    Ich habe ein sehr gutes Gedächtnis, aber ich konnte mich nicht erinnern, wann das ganze für mich los ging. Ich habe dann die Tage zufällig ein Buch gefunden, da habe ich damals immer alles aufgeschrieben, was ich ihm in dem Moment nicht sagen konnte, weil er seinen Rausch ausgeschlafen hat oder unterwegs mit Kumpels war. Und jetzt weiß ich es. Da wo du jetzt bist, war ich vor ungefähr 10 Jahren, nur leider ohne dieses Forum zu kennen. Nun bin ich 44 und meine Kinder 18 und 15 und ich habe das so lange mit mir machen lassen. Wofür? Für nichts. Das Ende ist das Drehbuch einer Dramas.

    Das was er dir da gesagt hat ist nicht nur Schuldumkehr, sondern auch Manipulation. Solche Gespräche habe ich auch geführt und um unsere Liebe gekämpft, immer und immer wieder. Wie eine Gehirnwäsche.

    Ich habe ihn gefragt ob denn da keine Liebe mehr für mich wäre da sagte er doch aber das wäre auch alles, abgesehen davon könne er mich nicht mehr ertrage

    Und schon hat er dich wieder. Ich übersetze das mal in meine Sprache. „Ich liebe dich, aber nur wenn ich weiterhin saufen kann und du endlich aufhörst an mir rumzunörgeln.“

    Er hat mir vorgeworfen dass die Kinder mein Lebensmittelpunkt sei aber die irgendwann groß sind und dann stünde ich alleine da. Was das denn für ein Lebensziel sei.

    Ja, wie sollte es auch anders sein. Du bist Mutter und funktionierst auch noch für ihn. Er hat sich auch mal entschieden Vater zu sein. Und das ist wie mit einer Schwangerschaft. Das geht nicht nur „manchmal“ oder „ein bisschen“. Vater ist Vater. Immer und für den Rest seines Lebens.

    Ich über setze das auch mal in meine Sprache. „Du kümmerst dich nur noch um die Kinder und vernachlässigst mich total. Deshalb treffe ich mich mit Kumpels. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, wirst du einsam sein, weil ich dann auch weg bin.“

    Ich kann das alles gerade nicht fassen. Das war ein andere Mensch der gerade vor mir stand.

    Ja, das Gefühl kenne ich. Dieser Mensch wird jetzt immer öfter bei euch auftauchen und irgendwann bei euch dauerhaft einziehen. Das ist die Wesensveränderung. Er tut alles,um dich da hinzubringen, wo er dich braucht, damit er so weiter machen kann. Mit Erfolg. Solange du solche Gespräche zulässt, wird er sich nicht ändern.

    Und im übrigen wird er da auch nicht halt vor den Kindern machen. Die werden älter, bekommen Situationen mit, spüren ganz viel und stellen Fragen. Auch die werden dann manipuliert und das sorgt für ganz viel Unsicherheit in den kleinen Köpfen. Meine große Tochter hat mit 17 Jahren aufgrund seines Verhaltens eine Angst- und Panikstörung entwickelt. Und das wünsche ich keinem Mutterherz.

    Tatsächlich sogar unabhängig davon, ob er das Problem erkennt oder nicht.
    Dass WIR unterm Strich wichtiger wären, ob das Problem nun bei mir oder bei ihm liegt.

    Das seid ihr nicht. Das ist etwas, was ich bis heute nicht begreifen kann. Aber ich habe es akzeptiert. ALKOHOL IST IHM WICHTIGER

    Fühl dich gedrückt.

  • Liebe Krümel,

    Wenn ein Mann/ eine Frau nicht (mehr) bereit ist, die Prioritäten so zu setzen, dass die Ehe und die Kinder in einem gesunden Umfeld sich bewegen, dann geht es um die Entscheidung des Partners ob er das akzeptieren möchte oder nicht. Und da sind wir wieder bei der eigenen Entscheidung, möchten wir so leben, und Kindern in kranken Verhältnissen aufwachsen lassen. Ich persönlich möchte kein Kollateralschaden sein.
    Ich fühle mich oft kraftlos und innerlich leer, enttäuscht und wütend. Die Entscheidung zu gehen ist verbunden mit einer Verabschiedung von geträumten Zukunftsvisionen und Plänen. Alles ist anders und diese Umstellung ist echt herausfordernd.
    Ich denke, es ist der richtige Weg, auch wenn es weh tut. Mann muss einfach durch.

    Liebe Grüße Ino

  • Uff. Angriff ist die beste Verteidigung. Schuldumkehr und Drohkulisse.

    Er muss verstanden haben, dass Du mit seinem "letzten bisschen Spaß" sehr unzufrieden bist.

    Was darf Dein armer Mann denn bei Euch noch alles nicht? Kein Buch lesen, keinen Waldspaziergang machen, keinen Sport treiben, nicht ins Kino oder Theater gehen, nichts Tolles mit seinen Kindern unternehmen? Alles verboten? So dass das einzige kleine Vergnügen, das ihm noch bleibt, darin besteht, sich jede Woche so mittelprächtig und einmal im Monat aber dann so richtig in einen Haufen Körpermasse zu verwandeln, der nicht mehr laufen, reden, denken und wissen kann, dass das Kinderbett nicht das Klo ist?

    Natürlich trifft er damit genau Deine schwache Stelle, nämlich Deine Legitimitätszweifel, was Deine Grenzen angeht: Du bist die Böse, was er tut, ist vollkommen normal - und sogar gut, siehe Freunde!

    Na schön. Du sollst also wieder auf Spur gebracht werden. Immerhin ein schöner Einblick, wie wichtig ihm der regelmäßige Vollsuff ist. Damit sollte klar sein, dass seine Sauferei vielleicht nicht mehr so ganz auf freier Entscheidung beruht, oder?

    2 Mal editiert, zuletzt von sorrowful (21. September 2025 um 11:59)

  • Liebe Krümel,

    Du hast schon viele tolle Nachrichten bekommen. Ich lese schon eine Weile mit und kann aus verschiedenen Gründen mitfühlen.

    1. Ich habe ein Kind aus einer Partnerschaft vor meinem Partner mit Alkoholproblem. Der Vater meines Kindes hatte kein Alkoholthema - dafür andere. Er hat mich noch während der Schwangerschaft verlassen. Mein Kind ist inzwischen ein Teenager. In all den Jahren hat es seinen Vater nur wenige Male gesehen. ABER! Diese wenigen Male haben gereicht, dass mein Kind erfasst hat, dass sein Vater „Themen“ hat. ( Ich will nicht sagen, dass ich frei von „Themen“ bin - weiß Gott nicht! Aber ich bin mir dessen bewusst und seit Jahren in Therapie. ER war und ist es nicht. Es sind IMMER die anderen Schuld. ) Mein Kind hat heute psychische Probleme. Angst, nicht gut genug zu sein. Es hat aus eigenen Stücken entschieden, dass es keinen Kontakt mehr zu seinem Vater möchte.

    Ich will damit sagen, dass ich heute sehr froh bin, dass ich nicht mit diesem Mann zusammen bin. Der Einfluss auf die Gesundheit meines Kindes wäre vermutlich über die Jahre fatal gewesen.

    Ich möchte Dir das als Denkanstoß geben. Deine Kinder bekommen mit, welche Spannung in regelmäßigen Abständen zwischen euch herrscht. Egal warum. Es bräuchte beide Partner, die bereit wären, an sich zu arbeiten. Es reicht nicht, wenn das nur einer macht.

    2. Die Beziehung, die ich über die letzten drei Jahre geführt habe, war mit einem Mann, der Quartalstrinker ist und eine Persönlichkeitsstörung. Ich habe lange Zeit versucht, ihn zu einer Therapie zu bewegen. Seine Reaktion darauf war nicht unähnlich zu der Deines Mannes: Der Spieß wurde schlicht und ergreifend umgedreht und plötzlich war ich diejenige, die ihm Böses will.

    Ich denke, es spielt keine Rolle, wer von euch die schlimmere Krankheit hat. Wichtig wäre eher, ob auf beiden Seiten ein Bewusstsein für die eigenen Themen da ist. Ein ehrliches sich Eingestehen: „Ja, hier habe ich ein Thema.“


    Und momentan liest es sich so, als wäre dieses Thema nur bei Dir vorhanden.

    Erfahrungsgemäß führt das auf Dauer zu einer Abwärtsspirale. Es ändert sich nur etwas zum Positiven, wenn BEIDE an sich arbeiten. Im Moment stehst Du alleine da.


    Alles Liebe,

    hiiumaa

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