Trigger0815 - Vorstellung

  • Hallo,

    Ich bin in einer Partnerschaft mit einem suchtkranken und erhoffe mir Tipps und Ratschläge zu erhalten.

    Für mich und den Umgang mit dieser scheinbar aussichtslosen Situation, denn Einsicht ist nicht in Aussicht.

    "Man muss doch auch das Leben genießen!!" Klar, aber geht das nur besoffen? Frage ich mich täglich...:(

  • Hallo Trigger0815,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Marie04 24. Oktober 2025 um 23:15

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung“ zu „Trigger0815 - Vorstellung“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Trigger0815.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Guten Morgen. Also dem Süchtigen muss erst so richtig dreckig gehen durch den Konsum, damit er die Einsicht hat aufzuhören.Sonst gibt es noch keinen Grund aufzuhören bei den meisten. Und selbst wenn man zu 100 Prozent aufhören will kann es sein das man es noch lange nicht schafft. Da der Suchtdruck eine immense Kraft hat oder in schwierigen Situationen

    Heute trinke ich nicht

  • Guten Morgen. Also dem Süchtigen muss erst so richtig dreckig gehen durch den Konsum, damit er die Einsicht hat aufzuhören.

    Guten Morgen Abstinenzler,

    richtig dreckig ging es mir bestimmt 1000x und selbst das hat nicht ausgereicht, an meinem Leben auch nur eine Kleinigkeit ändern zu können. Ich musste wirklich, wie in so vielen Geschichten schon gehört und gelesen, meinen sogenannten Tiefpunkt erreichen, an dem es einfach nicht mehr weiterging und ich, hoffentlich für immer, aufhören durfte zu trinken.

    Es ging auch schon längst nicht mehr darum, " das Leben zu genießen", savoir vivre oder sonstigen Schmarrn, den man sich noch jahrelang eintrichtert, um (von der Uhrzeit her) früher mit dem Saufen anfangen zu können. Es ging nur noch um Sucht, Sucht, Sucht, getarnt unter dem Deckmantel des "Feierns", des "Genusses" oder ähnlichem.

    Trigger0815 Ich bin kein Co, aber ich bin mir sicher, dass du hier nur nach dir schauen solltest! Zu meiner nassen Zeit konnte mich nichts und niemand vom Trinken abhalten. Ich konnte keine Beziehungen (nicht nur partnerschaftliche, sondern auch zu Eltern und sonstigen nahestehenden Menschen)führen und das hatte nichts mit fehlender Liebe oder Sturheit oder sonstwas zu tun, sondern weil ich als Alkoholiker trinken musste. Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Kraft und alles Gute, aber verliere Dich nicht in all den Dramen, die evtl. noch kommen mögen.

    VG Soapstar

  • Tiefpunkt erreichen, an dem es einfach nicht mehr weiterging

    was war dein Tiefpunkt?Meiner Jobverlust, Gesundheit immer kaputter, Frau fast weg, Anzeigen, enorme Kosten,Entzüge und Kater ohne Ende. Einfach jeder Berich des Lebens im Arsch. Wie lustig und fröhlich es damals anfing,so düster und traurig ist das Saufen geworden. Einfach ein Trauerspiel. Am Anfang war es das Beste auf der Welt. Heute hasse ich es Abgrundtief. Einfach nur eine geisteskranke Krankheit.

    Jetzt Trocken frage ich mich wie geht es dir? Und Ich sage:Ich bin wunschlos glücklich, mir fehlt es an NICHTS. Einfach toll!!

    Heute trinke ich nicht

  • Denke davon ist mein Partner noch meilenweit entfernt. Das macht es auch so schlimm für mich.

    Es gehört hier zum guten Ton immer Bier zuhause zu haben und mit Freunden zu trinken. Jeder kann dafür ,wann immer ihm danach ist ,vorbei kommen.

    Wer hart arbeitet darf auch mal genießen. Schließlich Arbeitet man und muss auch noch was vom Leben haben.

    Es wird auch nicht heimlich getrunken.

    Mir geht es sehr schlecht damit, weil ich Angst habe was noch kommt. Ich denke, das ist zwar nicht der Anfang aber noch lange nicht das Ende.

    Ich fühl mich gefangen und irgendwie ist alles aussichtslos.

    Es geht hier Hauptsächlich um Bier. ca 3 Liter täglich am Wochenende mehr.

  • Hallo Trigger,

    es ist vollkommen egal ob es um Bier oder Rum geht, ob um 1 Liter oder 5Liter, ob es „üblich“ ist oder nicht.

    DIR GEHT ES DAMIT NICHT GUT. Das ist die Hauptaussage.

    Alkoholiker umgeben sich mit seines gleichen. Da braucht es dich nicht wundern, dass es bei euch so läuft.

    Setz Grenzen und mach dir einen Plan, wie DEINE Zukunft aussehen soll. Steh für dich ein.

    Man muss doch auch das Leben genießen!!"

    Das gilt auch für dich und auch du lebst nur einmal. Kein Tag kommt zurück.

    LG ☀️

  • Danke Sonnenschein.

    Alleine wäre ich längst weg gewesen. Es ist auch schon längst keine Beziehung mehr.

    Das Kind hält mich und die Angst, daß der Vater ohne uns so richtig vor die Hunde geht...

    Meine Tochter liebt ihn, dann wäre ich die Böse.

    Bin sowieso die "Schuldige, Spaßbremse, Schlecht gelaunte...".

  • was war dein Tiefpunkt?Meiner Jobverlust, Gesundheit immer kaputter, Frau fast weg, Anzeigen, enorme Kosten,Entzüge und Kater ohne Ende. Einfach jeder Berich des Lebens im Arsch.

    Die Anzeigen, enormen Kosten und Kater kenne ich leider auch, aber die sind für mich tatsächlich, so blöd das klingt, schon irgendwie zur Gewohnheit geworden. Die waren halt da und haben mich leider gar nicht mehr beeindruckt. Dass ich montags total im Arsch bin, physisch und psychisch, was soll's, darum hasst man ja Montage. Dass ich ein Einfamilienhaus versoffen habe statt drin zu wohnen, war mir irgendwie auch egal.

    Mein persönlicher Tiefpunkt war tatsächlich folgender: Mir wurde auf offener Straße ein Schlagstock über den Kopf gezogen, was ich vor lauter Rausch aber nicht mehr wusste. Bin blutüberströmt in nem Krankenwagen auf der Fahrt in die Klinik zum Nähen zu mir gekommen und wusste überhaupt nicht, was passiert ist. Das erfuhr ich erst zwei Tage später aus der Zeitung bzw. von der Polizei. Da dachte ich mal wieder "es muss sich IRGENDWIE IRGENDWANN mal was ändern".

    Nun zum eigentlichen Tiefpunkt: Trotz der o.g. Geschichte habe ich es nur ein Wochenende geschafft, nichts zu trinken. 14 Tage später, die Fäden waren gerade gezogen, habe ich mich mit einem Kumpel in der Kneipe getroffen. Ich weiß noch, wie ich auf dem Weg dorthin dachte "heute endet aber alles normal", ich dachte wirklich, ich hätte da noch irgendeinen Einfluss darauf.

    Das Ende vom Lied: Kumpel ging irgendwann heim, weil er müde war. Ich war auch schon ziemlich fertig, musste aber (damals dachte ich, ich wollte, jetzt weiß ich, dass ich musste) noch weitertrinken. Schließlich wurde ich von Passanten irgendwo im Gebüsch schlafend gefunden, die die Rettung oder die Polizei gerufen haben, weil ich nicht weckbar war. Zusätzlich hatte ich mich noch von oben bis unten eingepisst.

    Da lag bzw irgendwann stand ich dann, schwankend und mit vollgepisster Hose und lauter mir fremde Leute (es waren letztendlich Polizei und Rettung da) beratschlagten, was mit mir jetzt zu tun sei, ich sei total dreckig und eingepisst und keiner wollte mich im Auto haben. Sie einigten sich schließlich drauf, mir ein Taxi zu rufen und den Taxifahrer bereits vorzuwarnen, dass er was mitbringen soll, um seine Sitze sauberzuhalten. Dies mitzubekommen, war so dermaßen entwürdigend und peinlich, dass ich noch an Ort und Stelle hemmungslos zu heulen anfing, wofür ich auch noch ein "diese Besoffenen kotzen sie so an" einer Polizistin kassierte.

    Und am nächsten Tag dachte ich zum allerersten Mal in meinem Leben, dass sich nicht mehr IRGENDWIE IRGENDWANN, sondern noch GENAU HEUTE etwas ändern muss. Habe noch an diesem Tag nach den AA gegoogelt, wo zum Glück schon am Tag darauf ein Meeting stattfand. Zum Glück, muss ich sagen, denn wenn das erst in drei oder vier Tagen gewesen wäre, hätte ich das Ganze wahrscheinlich schon wieder unter "passiert halt" gespeichert und würde heute noch trinken.

    Lange Rede, kurzer Sinn, seit diesem Tag habe ich dieses Meeting wöchentlich besucht, manchmal besuche ich noch ein zweites, wenn es zeitlich von der Arbeit her passt. Und seitdem musste ich bis heute keinen Tropfen mehr trinken. Das Ganze ist jetzt ungefähr ein halbes Jahr her.

    VG Soapstar

    2 Mal editiert, zuletzt von Soapstar (26. Oktober 2025 um 13:15) aus folgendem Grund: Ergänzung zum besseren Verständnis

  • Hallo Trigger,

    Zu der Situation mit Kindern möchte ich dir gerne kurz schreiben. Ich bin selbst ein Trennungskind (kein EKA) und wollte es für meine Kinder UNBEDINGT anders. Ich hätte wirklich alles dafür gegeben. Und hätte nicht nur, sondern habe auch. Ich habe bei jeder Situation beschwichtigt, Papa meint das nicht so, so schlimm war das doch nicht. So ist er halt, BLA BLA BLA. Jetzt, ein halbes Jahr nach der Trennung merke ich erst, wie krass sich das auf unser gesamtes Leben ausgewirkt hat. Ja klar, ich wusste wie schlimm es Kindern aus Familien mit alkoholkranken Eltern geht. Aber meine Kinder sind doch total normal! Ein bisschen anders, mit Eigenarten vielleicht. Jetzt bekomme ich Rückmeldungen aus der Schule, dass mein Sohn aufblüht. Meine große Tochter hat endlich weniger Albträume (vorher fast täglich). Mein Anderer Sohn hat endlich wieder ein Leuchten in den Augen. Und zu guter Letzt merke ich, wie ICH mich dieses Jahr verändert habe. Ich bin SELBSTBEWUSST geworden.

    Und ich habe einfach nie gemerkt (oder wahr haben wollen) wie sehr sich diese Krankheit auf unser aller Leben ausgewirkt hat. Wir blühen grad als Familie neu auf. Natürlich vermissen die Kinder Papa. Sie wollen dass er wieder hier wohnt (weil sie seine neue Wohnung nicht mögen). Aber es geht uns allen im großen und ganzen VIEL besser. Ich kann das manchmal immer noch nicht fassen, aber ich glaube, als ich mich hier im Forum angemeldet habe, habe ich erkannt wie wertvoll das Leben ist und dass ich so auf keinen Fall weiter machen will. Und dass es mir auch so schon um die ganze verschenkte Zeit weh tut.

    Kinder lieben ihre Eltern. Es ist ein reiner Überlebensinstinkt. Auch Kinder die geschlagen werden lieben ihre Eltern oft noch. Dein Kind darf seinen Papa lieben. Und er bleibt ja auch immer der Papa, selbst wenn ihr euch trennt. Wie du dich auch entscheidest, ich wünsche euch alles Liebe ❤️

    Haferflocke

  • Meine Tochter hat Angst vor einer Trennung!

    Sie hat gerade erst die Trennung von den Eltern ihrer besten Freundin erlebt und ihre Angst wurde dadurch noch mehr befeuert.

    Wir wohnen auf einem großen Hof mit vielen Tieren, sie wird verwöhnt, hat viele Freunde, geht gerne zur Schule... Ein wirklich lebenslustiges Kind . Sie hat Angst alles zu verlieren.

    Mein Partner geht zur Arbeit, ist nicht aggressiv, säuft sich nicht ins Koma.

    Er hat gute Laune und ihm geht es gut damit. Ich bin die genervte mit den Launen...

    Es ist schwierig für mich ?(

  • Wer hart arbeitet darf auch mal genießen. Schließlich Arbeitet man und muss auch noch was vom Leben haben.

    Wessen Sichtweise ist das, wenn man fragen darf? Die deines Mannes und seiner Kumpels oder siehst du das auch so?

    Ich dachte leider über zweieinhalb Jahrzehnte auch, dass ich nur was vom Leben habe, wenn ich nach einer "harten Arbeitswoche" (selbst eingeredet) zwei ordentliche Vollräusche mit mir rumtragen darf, sonst kann ich mir ja gleich die Kugel geben.

    Auch die Sache mit dem "Bier gibt's bei allen, komm einfach vorbei" ist bei uns im Ort gleich. Wird so herrlich als "Dorfgemeinschaft" abgetan, im Grunde sind es halt tolle Möglichkeiten, sich mit anderen Alkoholikern zu betrinken, ohne seinem Problem ins Auge sehen zu müssen. "Die anderen sind genauso oder noch schlimmer", kein Grund zur Sorge, alles prima :(

    Unsere Geschichten der Alkoholiker sind irgendwie so vielfältig, aber auf der anderen Seite tatsächlich auch erschreckend gleich.

    VG Soapstar

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