Bibitor 66 - 43 Jahre im Rausch reicht

  • Huhu Bibi,

    ich entscheide in solchen Situationen nach Tagesform.

    Oft wirken schöne Abende leider nach. Der Abend selbst ist völlig in Ordnung und ein paar Tage später verändert sich meine Stimmung. Mittlerweile kalkuliere ich auch das Nachziehen ( so nenne ich das für mich) mit ein.
    Oft entscheide ich mich dann gegen ein Event, weil ich lieber in meiner trockenen Mitte bleibe.

    Du hast ja noch drei Wochen Zeit.

    Liebe Grüße Rina

  • Huhu Bibi,

    ich entscheide in solchen Situationen nach Tagesform.

    Oft wirken schöne Abende leider nach. Der Abend selbst ist völlig in Ordnung und ein paar Tage später verändert sich meine Stimmung. Mittlerweile kalkuliere ich auch das Nachziehen ( so nenne ich das für mich) mit ein.
    Oft entscheide ich mich dann gegen ein Event, weil ich lieber in meiner trockenen Mitte bleibe.

    Du hast ja noch drei Wochen Zeit.

    Liebe Grüße Rina

    Hallo Rina,

    vielen Dank für Deine Erfahrung. Ich lasse mir einfach Zeit für meine Entscheidung. Tja und über Nachwirkungen habe ich mir tatsächlich noch gar keine Gedanken gemacht. Also Dein "Nachziehen". Aber dieses könnte bei mir auch erst auftauchen, wenn ich den Kontakt unter Menschen mal wage. Ich bleibe wachsam. Meine Abstinenz ist mir hoch und heilig.

    LG + Danke

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Hallo Bibi,

    war ein kleiner Scherz, aber es freut mich, wenn es Dich freut, dass ich um die Ecke komme.;)

    Ich habe in den zehn Jahren, in denen ich abhängig getrunken habe, fast ausschließlich alleine zu Hause getrunken. Ich musste nicht heimlich trinken, weil ich alleine wohne. Ich wollte meinen Rausch für mich ganz alleine haben.

    Wenn ich dieser Zeit unterwegs war, dann habe ich bis auf einige Ausnahmen für meine Verhältnisse sehr moderat getrunken. Und dann zu Hause meinen Pegel aufgefüllt. Und da ich auch in nicht abhängigen Zeiten nie bis zum völligen Verlust der Muttersprache getrunken habe. Das ging bei mir nie, auch wenn ich hart gesoffen habe. Fiel meinem Umfeld auch bei diesen Ausnahmen nie etwas auf. Wie auch, die haben mein eigentliches kontinuierliches Saufen ja gar nicht mitbekommen.

    Aber das war eigentlich gar nicht mein Punkt.

    Bei mir ist es ja so, dass ich nirgends mehr war. Also keine Kneipen, Feste oder in der Öffentlichkeit. Hatte meine Betankung ja nur noch zu Hause.

    Ich habe hier auch schon mal geschrieben, dass für meine Abstinenz eigentlich die Jahrzehnte, in der ich ein sehr riskantes Trinkverhalten hatte, viel gefährlicher sind. Denn dort haben sich Verknüpfungen festgesetzt, die positiv mit Alkohol besetzt sind. Um bei Deinem Beispiel zu bleiben, dass ich auf Geburtstagsfeiern von Freund*innen, gesoffen habe und das eine schöne Feier war. Oder in einer Kneipe war und dort gesoffen habe und es mir gut dabei ging. Und, und, .... . Soll heißen, auch wenn ich in meiner nassen Zeit nie in einer Kneipe war, bleibt die positive Verknüpfung ja trotzdem da. Und das für den Rest meines Lebens. Deshalb betreibe ich auch keine Risikoabschätzung oder überlege mir eine Strategie. Ein Risiko bleibt ein Risiko. Und wenn ich eins eingehe, dann muss ich mir der finalen Konsequenz bewusst sein und darf mir nichts vormachen.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Tag 120 -HEUTE TRINKE ICH NICHTS!

    Guten Morgen Ihr,

    auch wenn es die sogenannte "Anfangseuphorie" sein sollte, ich bleibe wachsam und eisern. Die Verbesserungen meines Allgemeinbefindens hören nicht auf. Gestern habe ich mich mal wieder gewogen. Ich wiege mich nicht täglich. Noch mal 2 kg weg. Mein Stoffwechsel muss durch den Alk komplett lahm gelegt gewesen sein. Gut, ich ernähre mich jetzt auch viel gesünder. Jeden Tag steht Obst und Gemüse auf dem Plan. Zu meinen Saufzeiten kam da eher fettiges, ungesundes Zeug auf den Teller. Auf jeden Fall habe ich dann gestern ein neues Aufgabengebiet für mich aufgemacht. Nämlich mal meine Büroklamotten anzuprobieren, ob die überhaupt noch richtig sitzen.

    Musste vor dem Spiegel dann echt lachen. Habe mir sämtliche Oberteile immer in A-Linien-Form oder oversize gekauft. Damit mein Hofbräu-Spoiler gut kaschiert wird. Da der Stoff nun keine Rundung mehr machen muss und fließen kann, ist mir alles zu lang geworden. :) Natürlich allgemein zu weit. Ich bin nicht arg groß. Das kann ich nicht mehr anziehen. Da sehe ich aus wie in einen Sack gehüllt. Schon ein Grund zum shoppen gehen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Besuchst du eine Selbsthilfegruppe?

    Guten Morgen lieber Abstinenzler,

    nein eine zusätzliche reale SHG besuche ich nicht. Ich habe für mich Unterstützung hier im Forum gefunden. Allerdings mag die nötige Unterstützung und Hilfe für jeden anders aussehen. Wenn man das Gefühl hat mehr Unterstützung zu brauchen, dann ist eine reale SHG sicher kein Fehler. Bleib dran. Ich wünsche Dir gutes Gelingen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Hilfe in Anspruch zu nehmen ist wichtig, sei es durch reale Selbsthilfegruppen, Online-SHG, Suchtberatung, Therapie, ambulante oder stationäre Maßnahmen oder Psychotherapeuten.

    Es gibt viele Möglichkeiten, aber sie sind nur dann wirklich wertvoll, wenn sie für mich persönlich sinnvoll sind. Gerade am Anfang des Weges ist die Verzweiflung oft groß, aber es hilft nicht, sich mit allem zu überfordern. Hierhin gehen, dort etwas machen, einen Podcast hören, noch eine Gruppe besuchen und dann auch noch schauen, wie andere Wege aussehen das bringt nur Verwirrung.

    Je mehr ich mache, desto lauter schreit die Verzweiflung in mir.:whistling: .

    Nicht die Menge an Hilfe hat mich trocken gemacht, sondern meine eigene Selbsthilfe. Hilfe muss umgesetzt werden, nicht nur besprochen. "Tun muss man tun" Ich wusste am Anfang gar nicht, was richtig ist, war unsicher.

    In unserer Online-SHG haben wir eine Blaupause, die ich erstmal umgesetzt habe, bis Stabilität da war. Mit der Zeit im trockenen Leben konnte ich immer noch justieren, mich informieren, neue Wege anschauen aber die erste Zeit war entscheidend.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hartmut Ja. Alleine die Sucht zum Stillstand zu bringen ist mir ja nie gelungen. Das hielt mal paar Tage, auch mal paar Wochen und sogar mal ein ganzes Jahr. Aber ich habe mir auch nie Hilfe gesucht. Durch das lange Lesen hier im Forum, ist mir überhaupt erst klar geworden, dass ich Alkoholikerin geworden bin. Ich werde Euch weiterlesen und natürlich meinen Senf dazu geben.

    Vielen Dank das es Euch gibt

    LG Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Bei meinen letzten Zeilen wurde ich sentimental. Kein Selbstmitleid. AUCH KEIN SAUFDRUCK. Suchthirn schläft. Sentimental weil mir wieder bewusst wurde, wie lange mein Weg bis hier hin doch gedauert hat. Das ich Gefühle überhaupt wieder benennen kann, grenzt für mich an ein Wunder.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Sentimental weil mir wieder bewusst wurde, wie lange mein Weg bis hier hin doch gedauert hat. Das ich Gefühle überhaupt wieder benennen

    Hallo Bibitor, ich habe auch einen sehr langen Weg hinter mir, bis ich eingesehen habe,das ich etwas ändern muss und auch ändern kann. Die Zeit können wir nicht mehr 🔙 zurückdrehen. Wir leben im Hier und Jetzt. Schön, das du hier ins Forum gefunden hast. Gruß Bono

    Einmal editiert, zuletzt von Bono59 (7. November 2025 um 11:49)

  • Frage: Wenn ich auf dem Sofa liege, lese ich Euch auf meinem Tablet unangemeldet. Wenn ich dann mal wieder was zu sagen habe, fahre ich den Laptop hoch. Das stört administrativ nicht oder?

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Frage: Wenn ich auf dem Sofa liege, lese ich Euch auf meinem Tablet unangemeldet. Wenn ich dann mal wieder was zu sagen habe, fahre ich den Laptop hoch. Das stört administrativ nicht oder?

    LG

    Bibi

    Warum sollte das stören?alles gut,mach ich genauso:mrgreen:

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

  • Das stört administrativ nicht oder?

    Jedes Mal, wenn User wild zwischen Handy, Tablet und PC hin- und herspringen, zuckt mein rechtes Auge. ;):mrgreen:

    Aber wer zuckt, lebt – oder?

    Nein, alles bestens.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Gerade ist mir noch eingefallen, dass ich mich bei der Vorbereitung zur Anmeldung hier "emergency brake" nennen wollte. Dann habe ich mich entschieden, doch gleich mit der Tür ins Haus zu fallen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • So liebes Forum,

    für heute verabschiede ich mich wieder, da ich durch die Dunkelheit müde werde. Ist im Herbt/Winter immer so. Zu dieser Jahreszeit dachte ich oft darüber nach, dass es schön wäre, komplett Winterschlaf zu halten.

    Bis morgen, den Anwesenden weiterhin guten Austausch und eine angenehme Nachtruhe

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Ich auch! :)

    Ja aber echt. Viele Tiere machen es ja auch so. Funktioniert beim Menschen aus vielfältigen Gründen aber leider nicht. Man könnte versuchen sich bei -30 Grad in einer Höhle in die Winterstarre fallen zu lassen. Das würde aber sicher mit der ewigen Starre enden. :) Also lasse ich das mal schön. Ich freue mich viel zu sehr auf meinen nüchternen Frühling. Der kann nur prima werden.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Tag 121 -heute trinke ich nichts und es geht mir guuuuut-

    mein Mann schlummert noch. Ich habe einfach meine innere gespeicherte Zeit zum wach werden. Viele Jahre immer um 4:45 Uhr für die Arbeit aus den Federn. Ich bin immer etwas früher als mein Mann aufgestanden, damit wir uns zwecks des Badezimmers nicht in die Quere kamen. Wir haben nur ein Badezimmer. Wenn er dann im Bad war, habe ich den Feinschliff in der Gästetoilette vorgenommen. Schminken, Haare und ein freundliches Gesicht vor dem Spiegel geübt.

    Jetzt lasse ich mir erst mal einen Kaffee raus und warte bis mein Männe wach ist. Dann werden wir etwas frühstücken und dann geht es wie jeden Samstag ab ins Einkaufen.

    Dann mal bis später + LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

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