marc01 - Am Ende, was bleibt ist die Erkenntnis

  • Hallo.

    Ich bin "Marc". Ich bin Anfang 30 und ich bin alkoholkrank.

    Nach über 10 Jahren mehr oder weniger harter Trinkerei bin ich endlich, nachdem ich jetzt restlos alles verloren habe, zu der bitteren Erkenntnis gelangt ein Problem zu haben welches erkannt werden MUSS um behoben zu werden.

    Ich möchte dieses Forum primär nutzen um meinen Ballast los zu werden und vielleicht ließt es jemand und ihm wird bewusst, dass er nicht alleine auf der Welt ist.

    Ich bin alkoholkrank und heute den zweiten Tag trocken. Es ist nicht mein erster Anlauf, da ich bisher wie einige andere eventuell auch dachten ich könnte es kontrollieren... was auch teilweise funktionieren mag, wenn man nur 5 Tage in die Zunkunft schaut.

    Mein Ziel war immer der Vollrausch, jetzt weiß ich das. Am Wochenende fing es schon mit gewohnter Schlagzahl an.. ich dachte es sein ok, aber ich wollte nur den Vollrausch.

    Ich habe am Wochenende durch meine Sauferei alles verloren. Ich war wieder so fokussiert auf den Vollrausch, dass mir alles andere egal war.

    Mein gewohntes Muster... Gefühle, Schmerz, Kummer und Frust einfach im Vollrausch ertrinken. Ich hatte bereits die Erkenntnis gewinnen müssen, dass zu diesem Zeitpunkt alles hinüber war. Ich griff morgens zur Flasche und flüchtete in den Vollrausch. Ich bin alkoholkrank, jetzt weiß ich das. Könnte ich nur eine einzige Eskapade, welche Menschen welche mir im Grunde alles bedeuten, ungeschehen machen würde ich es tun.

    Ich hatte einen Zusammenbruch und ließ mich kurzfristig isolieren. Im Zuge dessen wurde mir klar wie verkrüppelt ich in der Realität bin, wie oft ich andere und schlimmer mich selbst belogen habe.

    Ich bin alkoholkrank und obwohl ich alles verloren habe gewann ich die Erkenntnis, die Einsicht, die Ehrlichkeit zu mir selbst so nicht mehr leben zu wollen.

    Ich möchte mein Leben nicht beenden aber ich möchte es so nicht mehr weiterführen.

    Die Wahrheit ist bitter aber ich stehe an einem Punkt den Schutt der letzten Jahre aufzuwühlen und nach Lösungen zu suchen. Ich wollte den Vollrausch und habe ihn mitgenommen. Meine Probleme gehen weitaus tiefer. Ich bin alkoholkrank.

    Das härteste für mich ist aktuell das ich meinen Gefühlen nicht entkommen kann und nichts im Vollrausch ertrinken will. Ich werde alles geben mich mir selbst zu stellen, jetzt, in 2 Stunden, heute Nacht und morgen früh, jeden Tag.

    Ich habe alles verloren und ich fühle mich lebendig, auch wenn es schwer auszuhalten ist.

    Soweit ein kleiner Auszug aus meinem Kapitel.

    Ich bin "Marc" und ich bin alkoholkrank.

  • Hallo Marc,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Meinen Glückwunsch zu Deinem Entschluss, mit dem Alkohol aufzuhören.

    Du machst also eine ärztlich begleitete Entgiftung?

    Du schreibst viel davon, dass Du alkoholkrank bist. Bist Du ein Alkoholiker?

    Für den Austausch in unserem Forum ist es Grundvoraussetzung, bekennender Alkoholiker zu sein und eine lebenslange Abstinenz zu wollen.

    Wie sieht das bei Dir aus?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Du machst also eine ärztlich begleitete Entgiftung?

    Du schreibst viel davon, dass Du alkoholkrank bist. Bist Du ein Alkoholiker?

    Ja, ich werde medizinisch überwacht, bekomme Medikamente und Vitamine.

    Das war so nicht geplant aber hat sich in einer akuten Situation ergeben und Stand jetzt bin ich dankbar, dass es so passiert ist.

    Ja ich bin Alkoholiker. Ich kann das Trinken nicht kontrollieren und mit dieser Erkenntnis will ich die Weichen stellen mit dem Zeug nichts mehr zu tun zu haben.

    Einmal editiert, zuletzt von marc01 (4. November 2025 um 18:47)

  • Hallo Marc!

    Sehr gut, dass Du gleich den richtigen Weg gewählt hast. Und Du hast recht, ein Alkoholiker kann sein "Saufen" nicht kontrollieren.

    Hier ist der Link zur Freischaltung zum Austausch im offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und ganz kurz etwas dazu schreiben.

    Danach werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Heute ist Tag 3.

    Dank der Medikation bin ich nachts weniger unruhig, ich bin nervlich am Ende aber die medizinische Hilfe macht es erträglich.

    Mein Blutdruck hat sich seit heute morgen ein Stück dem Normalwert angenähert. Zum ersten Mal seit Sonntag. Meine Gedanken sind im WirrWarr aber ich bin sicher, dass es in die richtige Richtung geht.

  • Hallo Marc,

    bitte klicke auf den blauen Link und schreibe einen kurzen Satz, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Derzeit schreiben wir noch im Vorstellungsbereich.

    Dein Thread wird dann in den offenen Bereich verschoben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo marc,

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Guten Morgen marc01, ich freue mich über einen guten Austausch.

    LG Michl

    Hallo, ich freue mich auch.

    Hallo Marc !

    Wie geht Dir heute ?

    L.G. Iwona

    Hallo, ich fühle mich leer, weiß aber, dass dies der einzige Weg für mich aktuell ist. Mache mir Gedanken wie ich die Nachsorge für mich angehe, denn da sehe ich für mich die größte Gefahr, ich brauche definitiv Hilfe andere Mechanismen zu entwickeln mit mir selbst klarzukommen. Aber das ist ein Thema welches ich besser in professionelle Hände lege und ich jetzt auch nicht zu Nahe an mich heranlassen möchte.

  • Hallo Marc und herzlich willkommen auch von mir.

    Diese Leere hatte ich auch, der Alkohol und seine Wirkung verlassen gerade deinen Körper und eine Leere entsteht.
    Die will neu belegt werden, mit all dem, was ein abstinentes Leben zu bieten hat. Dafür hast du jetzt Zeit und im Moment brauchst du viel Ruhe.
    Gib dir die Zeit und die Ruhe.

    Mache mir Gedanken wie ich die Nachsorge für mich angehe,

    Kennst du schon unsere Grundbausteine?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Herzlich Willkommen marc01,

    schön das Du dieses Forum gefunden hast. Ich kann Dir noch gar nicht viel dazu erzählen wie man seinen alkoholfreien Weg findet, da ich auch erst seit kurzem hier dabei bin. Ich habe mehr Zeit wie Du vergeudet, mit der Annahme den Alkohol kontrollieren zu können. Auch ich habe mehrfach versucht vom Alkohol loszukommen. Aber alleine schafft man das nicht. Erstens gewinnt die Sucht immer und zweitens ohne Austausch mit Menschen, die ihren Weg schon aus dieser Scheiße geschafft haben wird es auch nichts. Lese die Geschichten der Menschen hier und Dir wird einiges klar. Zumindest ging es mir so.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • So gut der Tag anfing so elendig fühle ich mich jetzt.

    Schwindel, Übelkeit, Flashbacks. Ich habe Angst vor dem was noch kommt, heute und in Zukunft.

    Das einzige was mich kribbeln lässt ist die Tatsache, dass ich mir selbst nichts mehr in die Tasche lüge. Und wenn ich es versuche, würde ich mir selbst überhaupt noch glauben?

    Ich bin schonungslos ehrlich zu mir selbst. So schonungslos, dass ich mich bis auf die Knochen schäme was für ein ekelhaftes Etwas ich seit geraumer Zeit gewesen bin.

    Ich bin am absoluten Tiefpunkt, so erbärmlich habe ich mich nie gefühlt. Ich habe mich selbst in diese Lage gebracht und ich will nie wieder dorthin zurück. Soviel steht fest.

  • Du bist kein Etwas, sondern ein Mensch, der von der Sucht gesteuert war.

    Als ich in der Klinik war, hatte ich am 3. Tag die erste Einzeltherapiestunde und man ließ mich jammern und mein Selbstmitleid nach aussen tragen.
    Zu sehr viel mehr war ich an dem Tag auch nicht in der Lage.
    Am Tag 4. war die zweite Stunde und mir wurde unmissverständlich klargemacht, dass Selbstmitleid gestern war und ab jetzt nach vorne gearbeitet wird und da bist du gerade dabei, mit dem uneingeschränkte Bekenntnis, dass du Alkoholiker bist, mit der Erkenntnis, was der Alkohol aus dir gemacht hat, und dem festen Willen ein abstinentes Leben zu führen.

    Der Körper ist in der Regel nach 7-10 Tagen entgiftet. Dem Körper folgt die Seele, nur diese braucht mehr Zeit.
    Und trotzdem habe ich jeden Tag eine Veränderung gespürt, Stück für Stück, Tag um Tag.

    Bist du stationär?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ich bin am absoluten Tiefpunkt, so erbärmlich habe ich mich nie gefühlt.

    Hi Marc,

    das "Gute" am absoluten Tiefpunkt war bei mir und sehr vielen anderen, dass man ab dann was ändern kann! Jetzt kann es nur noch aufwärts gehen.

    Ich habe davor auch zwei Jahrzehnte lang gewusst, dass mein Trinkverhalten mehr als nur problematisch ist und dass ich "bald" oder "demnächst" oder "mittelfristig" mal was ändern sollte. Aber erst am absoluten Tiefpunkt wurde daraus ein "heute" und ein "genau jetzt", wie es offensichtlich bei Dir gerade der Fall ist!

    Ich kann nur von mir erzählen, bei mir ist dieser Tiefpunkt erst ein halbes Jahr her, bin also auch immer noch völlig unbedarft, was Trockenheit angeht. Aber aktuell geht es mir sooo gut, wie davor wohl nur als Kind oder als noch nicht trinkender Jugendlicher.

    Endlich mal wieder keine (bzw. fast keine) diffusen Ängste, zwischenmenschlichen und finanziellen Sorgen, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, Antriebslosigkeit und was weiß ich noch alles, was die Sauferei und die Kater so alles mit sich bringen.

    Natürlich würde ich lügen, wenn ich sagen würde, ich habe die Trinkgelage kein einziges Mal vermisst. Das habe ich gerade anfangs an den Wochenenden wirklich sehr, kann man auch in meinem Faden nachlesen. Aber wenn ich mir heute vor Augen führe, wo mich die Sauferei hingeführt hat (Ausnüchterungszellen, Krankenhäuser, Heimfahrten in Streifenwagen morgens um 8, während die Nachbarschaft Rasen mäht), dann kann ich nur sagen, dass ich dort nie mehr hin möchte!

    Insofern möchte ich dir jetzt nicht unbedingt gleich zum Tiefpunkt gratulieren, aber ich wünsche dir auf jeden Fall, dass er dich jetzt genauso handeln lässt, wie er mich handeln hat lassen. Ich finde, du liest dich entschlossen und eierst nicht rum, darauf lässt sich ganz bestimmt aufbauen!

    Alles Gute und VG Soapstar

    Einmal editiert, zuletzt von Soapstar (5. November 2025 um 16:39) aus folgendem Grund: Tippfehler

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