Hallo zusammen, ich (38) habe vor gut 2 Jahren meine Mama an und wegen Alkohol verloren und inzwischen ist mir klar, dass mein Papa (70) auch ein Problem mit Alkohol hat (schon seit Jahren), was er aber abstreitet. Er zeigt dabei aber leider immer mehr bzw ähnliche Symptome wie meine Mama damals (beide waren miteinander verheiratet und haben auch zusammen gelebt). Außerdem lässt er sich und seinen Haushalt immer mehr gehen, weil es ihm zunehmend an Antrieb fehlt und er frühs nicht aus dem Bett kommt. Ich mach mir einfach wahnsinnig Sorgen um ihn und seine Gesundheit und auch bald meinen Vater noch zu verlieren, was ich ihm schon mehrfach gesagt habe. Außerdem fällt es mir immer schwerer bei seinem (ich nenns mal) alkoholbedingten Verhalten inkl. Körpergeruch ruhig zu bleiben und zu ertragen. Vor allem, weil er das mit Mama ja selber mit erlebt hat. Ich hoffe hier auf einen guten Austausch miteinander.
Katha!11 - Vorstellung
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Hallo Katha,
herzlich Willkommen im Forum.
Mein Beileid zum Verlust deiner Mama. Ich kann verstehen, daß du dir Sorgen um deinen Papa machst, da du das alles wiedererkennst.
Bitte klicke als nächsten Schritt auf diesen Link und schreibe einen Satz, das genügt.
Danach wirst du für die Teilnahme am Forum freigeschaltet.
https://alkoholiker-forum.de/bewerben/
Viele Grüße, Linde
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Hallo Katha,
du bist jetzt freigeschaltet und dein Thema ist im EKA-Bereich.
Oben angepinnt findest du dort einen Thread 'Merkmale für ein EKA', den wir über die Jahre zusammengetragen haben. Vielleicht hilft der dir schon mal.
Du kannst dich jetzt überall beteiligen, nur bitte die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den Usern mit den orangeroten Namen.
Ich wünsche dir ein gutes Ankommen hier.
LG, Linde
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Hallo Katha,
herzlich Willkommen

Wie oft siehst du denn deinen Papa? Ich kann mir vorstellen, dass es sich für dich wie ein schlechter Film anfühlt, dass sich das Muster, das du bei deiner Mama gesehen hast, jetzt bei deinem Papa wiederholt. Gibt es noch Geschwister, mit denen du deine Sorgen teilen kannst?
Liebe Grüße,
Seepandarine -
Hallo Seepandarine,
ich sehe meinen Papa täglich. Er hat seine Mietwohnung in dem gleichen Mehrfamilienhaus wie ich mit meinem Hund. Ich kümmere mich seit Mamas Tod sehr um ihn und war auch schon zu Mamas Lebzeiten viel bei meinen Eltern. Im Umkehrschluss kümmert er sich dafür um meinen Hund, wenn ich auf der Arbeit bin. Ich weiß es im Grunde ja selber, dass wir zu viel aufeinander hocken und mir das unter diesen Umständen überhaupt nicht mehr gut tut....
Geschwister oder eine eigene Familie sind nicht vorhanden. Meine beste Freundin und Patin wissen von Mamas Problemen. Von Papas Alkoholkonsum weiß nur meine beste Freundin bisher.
Ja, das fühlt sich alles echt wie ein schlechter Film für mich an. Zumal ich mein eigenes Leben jahrelang hinten angestellt habe wegen meiner Mutter (inkl. Privatleben) und jetzt habe ich hier total das Deja vu mit Papa und dass, obwohl er das Drama mit Mama ja selber miterlebt hat. Dabei würde ich auch gerne mal mein Leben leben.
Meine beste Freundin sagte selber schon die Tage, ich muss unter diesen Umständen unbedingt mehr auf mich und meine Bedürfnisse achten und mich mehr distanzieren von Papa. Ist aber alles immer so leicht gesagt..... Bin aber sehr froh, jetzt hier zu sein und mich austauschen zu können unter "Gleichgesinnten".
Liebe Grüße
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Hallo Katha,
da seid ihr ja auch räumlich sehr nahe, du und dein Vater, das stelle ich mir nochmal schwieriger vor, dann eigene Grenzen auch gut einhalten können.
Als ich gelesen habe, dass du dein Leben für deine Mama schon hinten angestellt hattest, ist mir schwer ums Herz geworden. Ich habe keinen guten Rat - deine Freundin hatte/hat ja schon einen sehr guten, aber wie du schreibst, es ist leichter gesagt als getan. Ich weiß auch nicht, ob ich mich damals von mir aus von meinem Vater hätte distanzieren können (Bei mir war es so, dass er den Kontakt vorübergehend abgebrochen hat - was mir rückblickend unglaublich gut getan hat. Wir waren aber auch räumlich weit getrennt und der Vater war vorher auch nicht so häufig wie bei dir und deinem Vater).
Liebe Grüße!
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Ich hatte jetzt erneut mal wieder mehrere Gespräche mit Papa die letzten Tage wegen seines Alkoholkonsums und wie ich mich damit fühle. Er hat mir dann Recht gegeben, dass er zu viel trinkt und ja auch eigentlich davon los will. Er hat dann versprochen, wenn diese Flasche Schnaps leer ist, keinen Nachschub mehr zu kaufen. Anfangs war ich sehr skeptisch, zumal wir das ja alles so schon das ein oder andere Mal durchgekaut hatten. Nachdem er aber keinen Schnaps mehr gekauft hat, keiner mehr im Wohnzimmer im typischen Eck stand, er vor mir keinen Alkohol mehr getrunken hat und vor allem der unangenehme Mundgeruch deutlich besser wurde, habe ich ihm echt geglaubt, er könnte es dieses Mal schaffen.
Jetzt ist mir heute beim gemeinsamen Abendesssen an ihm wieder dieser säuerliche Mundgeruch aufgefallen, keine typische Fahne, sondern Mundgeruch, der meiner Meinung nach vom Magen wegen des jahrelangen Alkoholmissbrauchs kommt. Ich hab ihn direkt gefragt, ob er getrunken hat, was er in einem ruhigen Ton verneint hat. Da ich ihm nicht geglaubt hab, hab ich, als er aufm Balkon rauchen war, in seiner Jackentasche nach Flachmännern geschaut. Grund: gleiches Spiel hatten wir schonmal und da hatten aus seiner Jacke damals die kleinen Wodkaflachmänner schon heraus geschaut. Und ja, ich hab vorhin zwei leere Wodka Flachmänner gefunden.
Ich hab ihn noch nicht darauf angesprochen und wollte ehrlich gesagt die nächsten 1, 2 Tage abwarten, ob sich das wiederholt. Ich wollte auch mal in den Keller schauen, da hat er ein Eck für leere Flaschen. Ich bin auch noch so sauer, enttäuscht und schockiert, dass ich grad gar nicht weiß, wie ich ihn überhaupt ansprechen soll....
Zumal wir uns eigentlich darauf verständigt hatten, dass er mal 1 Woche auf Alkohol verzichten soll und wenn ihm das nichts ausmacht, meiner Meinung nach zumindest keine körperliche Abhängigkeit vorliegt. Einfach, dass er sieht, es geht auch ohne. Korrigiert mich dazu gerne, wenn ich hier falsch liege.
Ich weiß grad überhaupt nicht, wie ich mit der aktuellen Situation umgehen soll. Vor allem, weil er inzwischen wieder leicht reizbar und schlecht gelaunt ist.
Lg
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Hallo Katha!
Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!
Wenn Dein Vater den Alkohol von heute auf morgen absetzt, dann kommt er in den kalten Entzug. Und das kann für ihn lebensgefährlich werden. Das beinhaltet auch, dass er reizbar und schlecht gelaunt ist.
Deswegen raten wir immer zu einer Entgiftung mit ärztlicher Begleitung. Aber Dein Vater ist noch nicht so weit, jeder Alkoholiker muss selbst erkennen, dass er alkoholabhängig ist und Weiteres in die Wege leiten, um abstinent zu werden.
Nichts und niemand kann einen nassen Alkoholiker trockenlegen.
Ich lasse Dir mal zur Information unseren Artikel über den kalten Entzug da, den Du anklicken und lesen solltest.
ArtikelKalter Entzug
Unter einem kalten Entzug versteht man das plötzliche Absetzen von Alkohol (oder anderer Drogen) ohne medizinische Begleitung.
Regelmäßiger Alkoholkonsum führt dazu, dass sich der Körper psychisch, physisch und hormonell auf den Suchtstoff einstellt. Einmal daran gewöhnt, kann er mit Entzugserscheinungen reagieren, wenn die Zufuhr von Alkohol ausbleibt. Diese Entzugserscheinungen können recht heftig sein und sogar tödlich verlaufen.
Typische Entzugserscheinungen bei Alkoholentzug sind Schwitzen,…Das Forenteam14. Mai 2021 um 22:29 -
Hallo Elly,
vielen lieben Dank dafür!
Ich hatte ehrlich gesagt bisher immer gedacht (oder vielleicht gehofft), dass es bei meinem Papa nicht so schlimm ist, dass ein kalter Entzug gefährlich werden könnte. Ich dachte irgendwie immer, das wäre erst bei größeren Mengen der Fall, oder wenn ein Abhängiger quasi den ganzen Tag über trinkt. Aber so täuscht man sich dann leider....
Ich weiß nur trotzdem nicht, wie ich damit umgehen soll, dass er heimlich weiter trinkt. Ich hatte ihm in unserem letzten Gespräch klipp und klar nochmal deutlich gemacht, dass ich für ein irgendwann mal zukünftiges Enkelkind für ihn auch gerne noch einen Opa mütterlicherseits hätte. Ebenso, dass ich nach dem jahrelangen Drama mit Mama ich ähnliches einfach kein 2. Mal durchmachen will und auch nicht kann bzw psychisch nicht packe. Und es schlicht und ergreifend auch nicht einsehe, für ein 2. alkoholkrankes Elternteil erneut mich und mein Leben hintenan zu stellen.
Ich bin einfach mit der Gesamtsituation total überfordert. Irgendwie kann ich ihn doch nicht hängen lassen.
Lg
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Ich weiß es im Grunde ja selber, dass wir zu viel aufeinander hocken und mir das unter diesen Umständen überhaupt nicht mehr gut tut....
An Deiner Stelle würde ich den Kontakt so gut es geht herunterfahren. Nur kurze Besuche, auch wegen des Hundes. Versuchen, etwas Abstand zu bekommen.
Ich dachte irgendwie immer, das wäre erst bei größeren Mengen der Fall, oder wenn ein Abhängiger quasi den ganzen Tag über trinkt.
Und ich habe immer nur abends getrunken und wusste trotzdem, dass ich Alkoholikerin bin. Im Laufe der Zeit wurden die Entzugserscheinungen am Tag immer schlimmer und ich sehnte den Abend herbei. Da war längst eine Grenze überschritten.
Bisher hast Du noch keine Kinder und was die Zukunft bringt, weiß man nicht.
Dein Vater ist erwachsen und er kann sein Leben so gestalten, wie es ihm gefällt. Du kannst mit ihm über seine Hausarbeit sprechen und ihm sagen, dass er sich Hilfe in Form einer Haushaltshilfe suchen soll. Aber mehr kannst Du wirklich nicht tun.
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