Rosa1807 - Wann ist es Zeit zu gehen?

  • Ich fürchte, Du kannst ihn als nassen Alkoholiker nicht mehr für die Betreuung einplanen, Rosa, weil er eben immer unzuverlässiger wird und du wahrscheinlich nur die Hälfte mitbekommst.

    Und Besuchszeiten am besten zusammen mit seinen Eltern abmachen, auf die Gefahr hin, sie in eine Co-Rolle zu drängen - aber die Sicherheit der Kinder geht vor.

    Was die gemeinsamen Aktivitäten angeht: Ja, das ist für die Kinder vermutlich ein Quell der Hoffnung. Hast Du denn erst mal nur eine räumliche Trennung ausgesprochen? So scheint es gerade.

    Ich bin gespannt, was Co-Mütter aus eigener Erfahrung dazu schreiben, wie sie in der Situation vorgegangen sind.

    PS: Ich finde es gut, dass Du hier dran leibst, auch wenn der Ton vielleicht mal etwas direkter wird.

    Bist Du eigentlich auch mit der örtlichen Suchtberatung in Kontakt?

  • Bist Du eigentlich auch mit der örtlichen Suchtberatung in Kontakt?

    Nein, aber ich habe morgen einen ersten Termin mit einer Therapeutin, die auf Suchtthemen spezialisiert ist und die mich hoffentlich unterstützen kann, die ganzen Umstände der Trennung gedanklich besser zu ordnen und auch in der Beziehung Erlebtes auf einem vernünftigeren Weg zu verarbeiten.

  • Meine eigentliche Frage wurde aber leider noch nicht beantwortet.

    Nehmen wir ein ganz konkretes Beispiel aus meinem Alltag:

    Ich muss freitags bis 16 Uhr arbeiten. Die Kinder müssen aber um 15 Uhr abgeholt werden. Eigentlich wäre das seine Betreuungszeit. Jetzt erfahre ich donnerstags, dass er einen Rückfall hatte und deshalb die Kinder am Freitag nicht nehmen kann.

    Was mache ich dann konkret?

    Wie macht man das praktisch, wenn man getrennt ist, Kinder hat, arbeiten muss und der andere Elternteil aufgrund eines Rückfalls kurzfristig als Betreuungsperson ausfällt?

    Das war doch deine Frage?? Oder kapier ich es jetzt nicht? Und dann braucht man doch jemanden, der einspringen kann. Dieses Problem haben meine alleinerziehenden Freunde auch.

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Ich würde das nicht kommunizieren. Warum auch?! Sollte der Fall der Fälle eintreten, musst du im Zweifel eh handeln und das Auffangnetz aktivieren. Das wird er dann schon merken.

    Ich bin in einer ähnlichen Situation. Ich habe aber Gott sei Dank Rückhalt beim Arbeitgeber und eben auch besagtes Auffangnetz.

    Mit der Zeit finden sich die Dinge und auch die Wege. Ich habe meine Arbeitszeiten z.B. komplett verändern müssen.

  • Hallo Rosa,

    ich bin seit fast 3 Jahren getrennt, habe 3 Kinder und mein Ex-Mann trinkt auch weiterhin.

    Es ist halt so, dass mir die Trennung einen Scheißdreck bringt, weil sie nicht das löst, was das eigentliche Problem ist. Ich hab kein Vertrauen mehr und ich hab durchgehend Angst, dass was passiert. Ob wir zusammen sind oder nicht, ich muss mich ja trotzdem auf ihn verlassen können, weil wir Kinder haben, die ihren Vater auch sehr lieben und ihn sehen wollen. Aber wenn ich mit ihm z.b. Tage vorher ausmache, er soll die Kinder freitags abholen und hat donnerstags einen Rückfall, habe ich überhaupt nix gewonnen mit meiner Trennung. Wenn du dazu einen Rat hättest, wäre ich sehr dankbar, ich bin nämlich ratlos.

    Die Trennung bringt dir und den Kindern sehr viel, weil ihr dann nicht mehr mit einem nassen Alkoholiker unter einem Dach lebt. Das Vertrauensproblem kann nicht einfach so gelöst werden. Mein Ex-Mann ist nur mittelmäßig zuverlässig, hat sich etwas gebessert, da wir auch Vereinbarungen übers Jugendamt haben. Er trinkt weiterhin, scheinbar weniger, wenn die Kinder bei ihm sind. Meine Kinder sind nicht mehr so ganz klein, alle jetzt auf der weiterführenden Schule. Sie wollen ihn einerseits gern sehen andererseits wissen sie um die Alkoholerkrankung. Ich habe mit ihnen einen Notfallplan und generell müssen sie auch nicht gehen, wenn sie nicht möchten. Aktuell geht ein Kind fast gar nicht, hatte das auch schon bei den anderen.

    Die Kommunikation seitens Therapeutinnen und Jugendamt ist so, dass die Kinder Kontakt zu ihm haben sollten und ich quasi das mitnehmen soll, was möglich ist, um Entlastung zu haben. Aber es ist allen klar, dass er nur bedingt zuverlässig ist.

    Wenn dein Ex-Mann nass ist, ist es ja kein Rückfall, sondern er trinkt ja sowieso. Lass dich am besten beraten, welche Möglichkeiten du hast. Du hattest geschrieben, dass dein Sohn traumatisiert sei. Dann kümmere dich um Hilfe für ihn. Und ja, alleinerziehend ist es eine andere Organisation. Ich habe auch noch andere Themen mit meinen Kindern, die unseren Alltag bestimmen, ich könnte z.B. gar nicht bis 16 Uhr arbeiten. Da finden sich aber sicher Lösungen. Und aktuell haben wir auch noch ein gutes soziales Auffangnetz, wodurch man finanzielle Unterstützung erfährt, wenn man Arbeit reduzieren muss und deswegen weniger Geld hat.

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