Bei mir war das etwas anders, weil ich nie versprochen hatte, aufzuhören. Meine Frau hat es auch nicht verlangt, vernünftig trinken hätte ihr gereicht, aber das konnte ich nicht.
Meine Frau hat sich, als ich trocken war, mal beschwert. Als ich noch gesoffen habe, gingen alle Streitigkeiten darum, und als ich trocken wurde ging es wieder vor allem um mich. Und wo blieb sie?
Das habe ich zwar verstanden, konnte es aber nicht ändern, weil ich dann erst mal mit mir selbst und dem Trockenwerden beschäftigt war.
Und dann konnte ich es auch nicht mehr haben, dass ihre Gedanken immer um das kreisten, was ich mache. Das war der zweite Punkt, ihre Coabhängigkeit störte mich dann auch.
StehaufMännchen - Wege entstehen beim Gehen
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Hallo und herzlich willkommen
Gruß R/no
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@Nayouk24 : danke dir für deine Erfahrungen und passenden Ratschläge. Glaube, dass es sehr wichtig ist jetzt vorsichtig vorzugehen, da ist weniger bestimmt mehr. Und wenn ich so etwas von jemanden lese der es bereits durchlebt hat, fällt es mir nicht schwer es anzunehmen und danke zu sagen!
_Eternal_ : danke für dein Willkommensgruß und liebe Grüße zurück
Lebenskuenstler : danke für deine Ausführungen aber ich würde jetzt noch gern erfahren wie ihr die Sache in den Griff bekommen habt?
R/no : danke für dein Willkommensgruß und liebe Grüße zurück
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Es war ein ziemliches Hin und Her.
Meine Frau hatte bereits angekündigt, dass sie mich verlässt, weil sie mir nicht zugucken wollte, wie ich mich totsaufe.
Dann hab ich halt weitergesoffen, war froh, dass ich frei saufen konnte, bis es mir halt verdammt dreckig ging.
Ich weiss nicht mehr genau, wie wir wieder zusammenkamen, es war halt schwierig mit Wohnungen und wir haben noch zusammengewohnt, als ich trocken wurde. Ich hatte das schon geknickt, dass es mit uns noch mal wird, wenn ich mich nicht falsch erinnere. Es ist 25 Jahre her. Aufgehört habe ich nicht deswegen, sondern meine größte Angst war, dass ich eines Tages mit nem Hirnschaden aufwache und dann auf Hilfe angewiesen wäre. Nix mehr mit ich mache was ich will.
Und dann haben wir uns noch lange öfter rumgestritten. Andererseits hatten wir immer viele Gemeinsamkeiten, deswegen gings weiter.
Wenns Dich interessiert, kannst Du das lesen, ist aber anders als bei Dir, glaube ichThemaLebenskuenstler - Bilanz
Ich bin ein lange (seit Anfang 2001) nüchterner Mensch.
Und ich lese hier schon länger, weil mich die Geschichten von Alkoholikern und Cos immer noch berühren.
Für Rückfragen: ich habe die Grundbausteine gelesen, und einiges davon habe ich auch umgesetzt, ich war beim Arzt, der Suchtberatung und habe Bücher gelesen. Ich war gut informiert, was passieren kann. Und auch darüber, wie man Rückfälle vermeidet.
Trotzdem habe ich es vorgezogen, meinen eigenen Weg zu gehen, weil ich irgendwie noch nie…
Lebenskuenstler7. Januar 2025 um 17:46 -
Wesentlicher Punkt war, dass es mein erster Versuch war, ganz aufzuhören, und meine Frau war, so weit ich mich erinnere, sehr willig, mir zu glauben.
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_Eternal_ : danke für dein Willkommensgruß und liebe Grüße zurück
Lebenskuenstler : danke für deine Ausführungen aber ich würde jetzt noch gern erfahren wie ihr die Sache in den Griff bekommen habt?
Tja erst einmal viel lesen hier im forum und ankommen
und packe deinen notfallkoffer
Ansonsten hät ich fast gesagt, "geduld du haben musst". Aber im ernst, les dich erst einmal ein, weil man kann nicht in tagen, wochen, monaten ändern was man jahrzehnte in den sand gesetzt hat. Also hangle dich erst von tag zu tag und woche um woche, alles wird gut auch wenn es manchmal noch nicht so aussieht.
Gruss eternal
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Das schreibt jemand der seit 2009 trocken ist, Respekt! Das klingt nach viel Erfahrung und strahlt Ruhe aus. Das ist gut, vielen Dank.
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hallo Stehaufmännchen
Das schreibt jemand der seit 2009 trocken ist, Respekt! Das klingt nach viel Erfahrung und strahlt Ruhe aus. Das ist gut, vielen Dank.
zu beginn danke für die blumen, dass ging runter wie öl
hättest du das meiner ex-frau gesagt, hätte der gesichtsausdruck wahrscheinlich bände gesprochen
aber um mich geht es hier ja nicht. ich hoffe du hast den gestrigen tag gut überstanden.zur langjährigen abstinenz und erfahrung, nur soviel, es gibt keinen "königsweg" um trocken zu werden und es auch zu bleiben. wäre dem so hätten wir den stein der weisen gefunden und es würde vieles erleichtern. so speist sich dieses forum aus der erfahrung vieler, die alle das selbe ziel verfolgen, ein abstinentes und trockenes leben zu führen
so ist gerade der anfang für viele ein lauf über das minenfeld bestehend aus emotionen und neuen eindrücken, was sich gefühlt stündlich ändern kann. aber dafür sind wir hier alle da um es abzufedern und erträglicher zu machen, neue sichtweisen zu eröffnen wenn man gerade den tunnelblick aufgesetzt hat. betrachte das forum wie eine art baukasten, aus dem du dir etwas nimmst was zu dir passt. also berichte einfach über deinen tag wenn dir danach ist.gibt es situationen mit denen du nicht gut klarkommst, alles was dich bewegt. du bist wenn du dich darauf einlässt auch nicht allein, du kannst dich zu jeder zeit hier melden, es ist immer jemand da der dir zuhört und weiterhelfen kann. also nur mut und deine reise beginnt in eine trockene zukunft
gruss eternal
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Lieber Eternal,
bitte entschuldige meine verspätete Rückmeldung aber ich habe tatsächlich noch einmal Corona hinter mich bringen müssen und das war echt lästig. Hätte ich gewusst, was du mir geschrieben hast, wäre ich schon eher wieder hier gewesen. Trotz Krankheit gingen mir tausende Dinge durch den Kopf, von einer Emotion zur nächsten und nichts fühlte sich so richtig gut an. Es ist exakt so wie du es beschreibst und genau deine Zeilen geben mir etwas, was mich einfach angenehm ruhig werden lässt. Einfach wissen, dass jemand weiß wie ich gerade unterwegs bin. Ein großes Dankeschön dafür! Ich bin jetzt 2 Wochen nüchtern und das ist wichtig. Aber so richtige Begeisterung darüber stellt sich noch nicht ein. Schönen Abend und liebe Grüße
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Lebenskuenstler : es interessiert mich sehr wie es bei dir weitergegangen ist und soweit auseinander sind wir auch nicht (vielen Dank dafür). Ich habe bei meinem letzten Rückfall so eine "kleine Nahtoderfahrung" gemacht. Nach einem heftigen Krampfanfall war ich in der Bewegung Stunden eingeschränkt und desorientiert. Mir wurde klar vor Augen geführt, dass mir der Alkohol durchaus mein selbstbestimmtes Leben einfach auslöschen kann. Das hat mich gehörig schockiert und ich denke das ist ähnlich wie bei dir damals. Ich will das nicht nochmal erleben und bin dankbar dafür, dass sich mein Körper wieder regenerieren konnte. Und es ist irgendwie komisch aber ich glaube genau dieser Vorfall war für mich einfach notwendig, um die nötige Erkenntnis für eine dauerhafte Abstinenz zu erlangen.
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Ich weiss nicht genau, was Du jetzt von mir wissen willst.
Das meiste steht in meiner Bilanz, hatte Dir den Link ja geschickt.
Nach der Nahtoderfahrung war es für mich vorbei mit den Depressionen und Selbstmordgedanken.
Aber Alkohol war für mich immer noch eine harmlose Droge, im Vergleich zu denen, die ich davor genommen hatte. Ich fand die Wirkung angenehm, er war nicht illegal, ich musste keine schrägen Bekanntschaften unterhalten, um dranzukommen.
Ging noch 17 Jahre so weiter, bis ich auch vom Alk genug hatte.
Erstens gings mir dann sehr schlecht, und ich hatte keine Angst vor dem Tod, vielmehr davor, dass ich mit einem dauerhaften Hirnschaden, verblödet, weiterleben würde. Die Angst, davor nicht rechtzeitig aufhören zu können, bestimmte meine letzten Monate Sauferei.
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Meine Nahtoderfahrung war übrigens sehr davon geprägt, dass plötzlich alles sehr hell war und ich das Leben schön fand.
Nur gehörte für mich zu einem schönen Leben eben auch Rausch. Bis der Rausch nicht mehr schön war, ne, schlimmer.
Und danach, ich bin 25 Jahre trocken und ich bin es aus Überzeugung. Genau deswegen halte ich das Gedenken auch aufrecht, indem ich beispielsweise hier schreibe. Und immer wieder sehe ich dabei, wo ich nie wieder hinwill. Halb so wild, es ist kein Kampf, ich unterhalte mich gerne darüber.
Wenn es das jetzt nicht war, frag mich weiter. Ich antworte so gut ich kann.
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Lieber Lebenskuenstler,
danke dir vielmals für deine Zeilen.
Ich finde dieses Forum mehr als genial wenn man es für sich richtig nutzt. Ich glaube dazu gehört insbersondere ein "Geben und Nehmen". Du bringst dich hier nach sehr langer Abstinenz ein um dich wachsam zu halten und ich darf mir vor dir etwas mitnehmen was mich auf Spur hält. Da nennt man doch win-win.
Deine Bilanz habe ich aufmerksam gelesen und mich hat die Ehrlichkeit in deinen Äußerungen sehr beeindruckt!
Heute ist ein Tag vor dessen Verlauf ich großen Bammel habe. Es findet heute ein Treffen mit 2 sehr guten Freunden statt, die ebenfalls alkoholabhängig sind und die ich aus 2 Selbsthilfegruppen kenne. Wir besuchen diese Gruppen nicht mehr und haben unsere eigene Gruppe nebst Frauen daraus entstehen lassen. In den letzten 8 Jahren bin ich der Einzige von uns drei Männern, der nun seinen dritten Rückfall beichten muss. Sie würden nicht zum Gespräch bitten wenn ich ihnen egal wäre aber ich habe einfach schiss davor. Im Vorfeld wurden telefonsich bereits Fragen gestellt ob ich mich totsaufen möchte und warum ich mich nicht gemeldet habe als es kritisch wurde. Das ist sicherlich alles gut gemeint und berechtigt aber es bringt mir nun nichts mehr. Die Vergangenheit ist nicht verhandelbar. Das einzige mögliche Gespräch vor dem Rückfall wäre ein Anruf beim Getränkemarkt gewesen, ob auch wirklich Wodka vorrätig ist...
Nun gut, mir sind diese Menschen sehr wichtig und ich möchte unbedingt an eine bedingungslose Freundschaft anknüpfen. Sie sind jetzt auch in meinem "Notfallkoffer", was vorher niemals der Fall war. Es ist eben was passiert, das es jetzt anders gemacht hat!
Lieben Gruß
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Ich bin nun fast 3 Wochen trocken aber eine entsprechende Euphorie ist immer noch nicht festzustellen. Es ist eher ein verhaltener Stolz. Obwohl gestern war eine positive Ausnahme. Ich hatte mein Treffen mit 2 Freunden, die seit vielen Jahren trocken sind. Wir haben zusammen die Therapie gemacht, nur ich habe sie wohl nicht verstanden und 3 Rückfälle gebaut. Dementsprechend nervös war ich und hatte einfach schiss vor der Aussprache. Unser Gespräch war sehr emotional, ich musste immer wieder heulen und hab mich vor den Jungs total "nakig" gemacht in Sachen Ehrlichkeit. Sie sind natürlich für mich da wir wollen unsere Treffen bis auf weiteres auf einmal die Woche ausweiten. Ich habe von dem Forum hier erzählt und wie gut mit das tut aber sie meinten eine Onlinepräsenz wäre nicht ausreichend. OK wenn wir uns regelmäßig treffen und ich weiter meine Erfahrungen niederschreibe ist ja alles gut. Morgen treefen wir uns alle mit Frauen und ich werde mich auch da erklären aber es ist für mich nun nicht mehr so schlimm, da ich ja schon mit den Jungs gesprochen habe und die ihre Frauen sicherlich eingeweit haben...
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Das Gespräch mit unseren Frauen hat mich sehr getroffen und lief völlig anders als von mir erwartet. Es wurde über Co-Abhängigkeit diskutiert, weil man schon 2 vorangegangene Rückfälle von mir nicht korrekt kommuniziert hat. Meine Frau hat mir klar zu verstehen gegeben, dass sie mir nichts mehr glaubt, alle auch schönen Dinge die wir erlebt haben völlig bedeutungslos sind und sie einfach nur sauer ist. Das war für mich schon sehr schwer aber ich habe einfach vor der Gruppe erklärt, dass ich sie liebe wie am ersten Tag. Zudem das die Abstinenz einzig mein Ding ist aber ich antrete mir ihr Vertrauen erneut zu erarbeiten. Unsere Gruppe wird sich nun einmal im Monat treffen und ich Stelle mich ggf. auch unangenehmen Fragen. Ich habe eine alte SHG angerufen und werde ab Januar hier wöchentlich teilnehmen. Und natürlich meine digitale SHG hier.
Freue mich, wenn es vielleicht jemanden gibt, der über das Thema Vertrauen und wie man es zurück gewinnt etwas berichten kann.
Schönen Abend und liebe Grüße
Karoeinfach
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Meine Frau hat mir klar zu verstehen gegeben, dass sie mir nichts mehr glaubt,
Das wusste ich auch so.
Warum sollte sie mir noch etwas glauben, hatte ich sie doch immer und immer wieder enttäuscht.
Ich habe Verantwortung für mich und meine Abstinenz übernommen und danach gelebt. Das hat meine Frau gesehen.
Das war das Einzigste, was ich tun konnte und was ich selbst in der Hand hatte. Langsam kam erst Zuversicht und dann Stück für Stück auch wieder Vertrauen zurück.
Und wir haben geredet und meine Frau hat Fragen gestellt, und damit konnte sie vieles besser verstehen, auch die Sucht besser verstehen.
Bei dir lese ich heraus, dass ihr redet. Reden hilft verstehen, Tun schafft Vertrauen.
Das Vertrauen ist über Jahre zerstört worden, und nun konnte ich nicht erwarten, dass es binnen Wochen wieder so wird, als ob nichts gewesen wäre.
Das ist ein Prozess und der braucht seine Zeit. Gib deiner Frau und dir die Zeit. -
Lieber Nayouk,
wünsche dir und allen die hier unterwegs sind frohe Weihnachten.
Danke dir sehr für deine Ausführungen. Sie sind für mich sehr wertvoll, stiften sie doch etwas, was für mich im Moment extrem wichtig ist - Ruhe oder besser Gelassenheit. Die Art, wie du es gemacht hast, überzeugt mich und lässt mich gut ertragen, dass ich hier gerade nicht der Angesagteste bin...Zumindest haben sorgsam ausgewählte Geschenke zu einer flüchtigen Umarmung geführt. Nichts besonderes aber ich durfte mich fühlen wie nach unserem ersten Date. Ich bin jetzt 3 Wochen abstinent und freue mich auf den 2. Weihnachtstag, an dem alle Kinder und meine Eltern im Alter von 84 Jahren kommen. Ich mache einfach und kann sogar Freude zeigen. Denke, dass ist für den Moment völlig in Ordnung.
Danke nochmal und einen schönen Abend.
LG
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hallo Stehaufmännchen
ich wünsche dir und deinen lieben ein frohes fest
. ich freue mich zu lesen das du deine ersten 3 wochen hinter dir hast und im kreise deiner lieben weihnachten feierst. wie ich schon manchmal sagte, weniger ist manchmal mehr und übst dich in geduld mit deiner vergangenheit. du machst es richtig, kleine schritte und nichts überstürzen. du wirst sehen die zeit arbeitet für dich und deine frau wird ob früher oder später wieder vertrauen aufbauen können. ich wünsche dir noch ruhige und besinnliche feiertage und halte den kurs
gruss eternal
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Hallo Eternal,
ganz lieben Dank und dir auch noch einen schönen 2. Weihnachtstag!
Liebe Grüße
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Die Tage vergehen und ich markiere schon bald meinen ersten Monat ohne Alkohol. Silvester feiern wir mit Freunden, die bereits alle abstinent leben ud ich freue mich selbst mit meiner "Mini-Leistungsbilanz" darauf. Endlich mal ehrlich denen gegenüber, die mir wirklich Nahe stehen. Irgendwie komme ich hier schwer in den Dialog. Muss ich mich mehr bei anderen einbringen und mich an deren Kommunikation mitteilen um ins Gespräch zu kommen? Möchte ja nicht als "Störenfried" wahrgenommen werden aber ein reger Austausch ist meinerseits schon gewünscht. Vielleicht mag mir ja ein Moderator noch einmal auf die Sprüng helfen? Danke und lieben Gruß
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