Arven - Vorstellung

  • Hallo,

    ich (34) bin seit über 6 Jahren mit meinem Partner zusammen, er hat schon immer viel Alkohol getrunken, in den letzten zwei Jahren sehr sehr viel und sich dann Ende letzten Jahres für einen Entzug und eine anschließende Langzeittherapie für drei Monate entschieden. Ich habe ihn immer Unterstützt. Vor der Therapie habe ich alles mögliche an Terminen vereinbart usw. Ich hab Zuhause ziemlich alles alleine geregelt weil er oft nicht in der Lage dazu war. Zusätzlich zum Alkoholproblem hat er auch eine Depression. Während der Therapie hat er mich auch Mal Besuchen können und mich über Weihnachten überrascht. Ich bin zu ihm gefahren wenn es für mich zeitlich ging und ich hatte immer ein gutes Gefühl.

    Seit er zurück Zuhause ist, ist es manchmal schwer für mich. Ich habe das Gefühl ich kann ihn nicht so glücklich machen wie er zuletzt in der Therapie war. Er hatte dort viele soziale Kontakte und hat sich mit vielen gut verstanden. Als er am ersten Tag wieder hier war hat er mir so viel aus der Therapie und von den ganzen Menschen erzählt und ich sagte ihm dann dass es mir gerade zu viel ist und er vielleicht auch wieder mehr im hier leben sollte. Er fühlte sich nicht so verstanden von mir. Ich habe mir ein Buch über Co Abhängigkeit gekauft und festgestellt dass ich mich auch in dieser Abhängigkeit befinde, finde aber keinen Weg daraus. Ich habe das Bedürfnis ihn zu kontrollieren, da er früher als er getrunken hatte oft Kontakt (virtuell) zu anderen Frauen gesucht hat was mich natürlich sehr verletzt hat und mein Vertrauen ist stark angekratzt. Außerdem weiß ich gar nichts mit meiner freien Zeit mit mir selbst anzufangen. Ich bin damals zu ihm gezogen und habe hier auch keinerlei Freunde.

    Ich hoffe auf einigen Rat und einen guten Austausch. Falls ihr Fragen habt, gerne fragen.

    Lg

  • hallo Arven,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.
    Der Alkoholiker kommt aus der Langzeittherapie nicht so zurück, wie er dort hingegangen ist.
    Nach dieser Langzeit fängt für beide die "Arbeit" wieder an.
    Da ist plötzlich jemand da, der mitreden will, sich einmischt und nicht mehr alles geschehen läßt.
    Früher wollte er nur in Ruhe trinken. Dasteht auch für die Angehörigen einiges an Veränderungen an.

    Alkohol verschlimmert oft auch Depressionen, vielleicht bessert sie sich wenn er trocken ist.

    Wenn du dich hier austauschen möchtest klicke unten auf den Link, und schreibe noch einen kurz Satz dazu, dann schalten wir dich für den Austausch frei.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Arven,

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, so schnell kann es gehen,

    jetzt kannst du überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)
    Ich verschiebe deine Vorstellung zu den Angehörigen, du kannst dann dort einfach hier im Thema weiterschreiben.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Morgenrot 17. Januar 2026 um 20:52

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung“ zu „Arven - Vorstellung“ geändert.
  • Hallo Arven,

    ich wollte Dir erzählen, dass ich die Thematik auch kenne, dass mein Partner online Kontakt mit anderen Frauen hatte. Er hat sie nicht nur angeschrieben, sondern auch ihre Selfies auf Social Media kommentiert, z.B. mit „Umwerfend!“.

    Ich wusste es damals gar nicht, bis eine Freundin mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass er auf Social Media als Single auftritt und ständig Herzchen und Umarmungsemojis und flirtende Kommentare unter die Selfies von fremden Frauen setzt.

    Da ging bei mir auch der Kontrollzwang los. Es hat mich so unglaublich verletzt! Ich habe lange gebraucht, bis ich es geschafft habe, das anzusprechen. Das Ergebnis war, dass er mir vorgeworfen hat, dass ich ihn ausspioniere und ich selber schuld bin, dass er das tut, weil ich mich nicht ausreichend um ihn kümmere und mich immer wieder zurückziehe. Er hat dabei offensichtlich „vergessen“, dass ich mich zurückziehe, weil er wieder mal eine Woche lang getrunken hat bis zur Besinnungslosigkeit.


    Inzwischen vermute ich, dass er noch einen zweiten Account hat, denn mit dem Account, der mir bekannt ist, herzt er keine Frauen mehr.


    Allerdings habe ich es inzwischen auch geschafft, weitgehend damit aufzuhören, ihn online zu kontrollieren. Es hat weiß Gott lange gedauert, weil es so schmerzhaft war!

    Ich habe mich auch ansonsten über die letzten eineinhalb Jahre immer besser abgrenzen können. Das gefällt ihm gar nicht und er ist mehr damit beschäftigt, die Beziehung mal wieder zu beenden, statt die Beziehung mit mir zu führen, aber mir selbst geht es ganz langsam Stück für Stück besser.


    Ganz viel Kraft! hiiumaa

  • Danke hiiumaa, ich habe ihn auch damals darauf angesprochen und er hat gesagt er braucht das Schreiben mit anderen Frauen um sein Selbstwertgefühl zu steigern und hat mir versichert da läuft nichts. Es ist natürlich trotzdem nicht schön. Danach habe ich herausgefunden dass er sich in Dating Apps angemeldet hat um angeblich Freunde zu finden, mit Bildern die ich ihm vorher schicken sollte. Meine Eifersucht ist dadurch sehr groß und eben auch das Vertrauen bzgl. dem Kontakt mit anderen Frauen stark angekratzt. Aber mittlerweile habe Versuche ich mich an der Einstellung, wenn er es machen will dann macht er es sowieso und da nützt es auch nichts ihn zu kontrollieren. Das soll jetzt auch nicht das Hauptthema hier sein.

    Mir wären Erfahrungen von Gleichgesinnten zwischen beiden Partnern nach der Langzeittherapie wichtiger.

    Lg

  • Morgen Arven,

    Aber mittlerweile habe Versuche ich mich an der Einstellung, wenn er es machen will dann macht er es sowieso und da nützt es auch nichts ihn zu kontrollieren.

    Es ist richtig was du schreibst, die Kontrolle bringt nichts. Jedoch würde ich an der Stelle hinterfragen, wie ich mich dabei fühle und ob ICH das akzeptieren möchte, respektiv ob ich mich jemandem mit dem Verhalten binden möchte.

    Liebe Grüße Ino

  • Hallo Arven,

    ich kann mit eigenen Erfahrungen, die ein Zusammenleben nach der Langzeittherapie betreffen, nicht dienen. Denn ich hatte mich getrennt und mein Exmann hat keine Langzeittherapie gemacht. Aber dazu:

    Außerdem weiß ich gar nichts mit meiner freien Zeit mit mir selbst anzufangen. Ich bin damals zu ihm gezogen und habe hier auch keinerlei Freunde.

    möchte ich was sagen.

    Es ging mir damals auch so, dass ich plötzlich in einer Ruhe angekommen war, die ich vorher lange nicht hatte. Ich war daran gewöhnt, dass immer Trubel herrschte, ich immer am Kümmern und Organisieren war und ich in Stress, Sorge, Angst, Wut usw durch das Leben mit meinem trinkenden Mann war.

    Ich hatte mich immer zurück gestellt und wusste garnicht mehr, was ich eigentlich selbst für Bedürfnisse, Hobbies oder so hatte. Das habe ich nach und nach erst wieder entdecken müssen. Und das ist, meiner Meinung nach, auch ein wichtiger Aspekt in einer Beziehung, in der der Partner zu trinken aufhört.

    Es zu schaffen ihn sein Ding machen zu lassen, ihn zu sich kommen lassen, er muss sich auch erstmal wieder neu entdecken. Als Person bei der der Alkoholnebel verschwunden ist, der plötzlich mit allen Emotionen usw konfrontiert ist, die er vorher weggesoffen hatte.

    Ihr müsst euch quasi beide neu entdecken. Du hast die Chance, in dich reinzuhorchen, was du möchtest. Einem Sportverein beizutreten, Yoga zu machen. Zu fotografieren, in's Kino zu gehen, neue Verbindungen zu knüpfen. Oder was auch immer du magst. Damit lenkst du den Fokus von ihm weg auf dich.

    Ob eure Beziehung Bestand hat, ob ihr auf einer neuen Ebene zusammenkommen könnt, wird sich zeigen. Ich kenne Verbindungen, da hat es geklappt und bei anderen nicht.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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