Hallo, ich bin Amun und 64 Jahre alt.
Ostern hatte ich mir sicherlich anderes vorgestellt. Jetzt sitze ich hier, und versuche meine Gedanken zu sortieren. Meine Frau ist gerade ausgezogen, was den Druck noch einmal enorm vergrößert, der jetzt auf mir lastet.
Mit Alkohol vernünftig umgehen wollte ich schon länger. Aber wir alle wissen ja, dass es wohl ein Trugschluss ist dass man den Konsum wirklich steuern kann. Der Gedanke ganz mit dem Trinken aufzuhören, und Abstinent zu bleiben, war auch schon ein paar mal in meinem Kopf. Aber ich dachte immer, dass ich die Sache doch im Griff habe, und es ja nur ein netter Genuss zum Feierabend oder zum leckeren Essen ist.
Ich trinke Alkohol (in erster Linie Bier, und gelegentlich Rotwein) bereits seit meinem 20sten Lebensjahr. Mit dem Beginn meiner Militärzeit hielt der Alkohol Einzug in mein Leben. Danach wurde es wieder deutlich weniger. Nur noch an Wochenenden. Aber dafür dann mitunter recht heftig. In den letzten 20 Jahren wurde der Konsum deutlich regelmäßiger, dafür aber bei weitem nicht mehr so exzessiv. Und in den letzten 10 Jahren habe ich eigentlich täglich mein „Feierabend-Bierchen“ getrunken. Zwischen 2 oder 3 und 5 Flaschen Bier. Unterbrechungen in dieser Regelmäßigkeit gab es nur in den letzten Jahren wenn ich mein 3 tägiges Intervall-Fasten (pro Quartal) durchgeführt habe. Jetzt weiß ich, dass es quasi jedesmal eine Art kalter Entzug war.
Insgesamt blicke ich jetzt auf über 40 Jahre Alkohol, und es wird Zeit das ich das hinter mir lasse. Wenn ich mein privates und soziales Leben gefährde, und ganz sicher auch meine Gesundheit, dann wird es mehr als Zeit, dass ich dem ein Ende setze.
Mir ist klar wie schwer das werden wird, aber der Wille zur Abstinenz ist vorhanden. Die Einsicht, dass ich etwas an mir und meinem Leben ändern muss ist vorhanden.
Jetzt werde ich über Ostern wohl die Zeit nutzen nachzudenken, mich zu sortieren, und das Forum zu durchforsten. Ich bin ja nicht der Erste der diese Reise angetreten ist …