mimoma - Alkohol und Beziehung

  • Hallo, ich habe dieses Forum noch nicht ganz verstanden, aber ich denke ich schreibe hier erstmal WhatsApp was hinein.

    Ich hatte selber eine Cannabis Abhängigkeit, die ich eigentlich ziemlich gut in Griff habe. Mein Partner und ich wohne nicht zusammen. Das Problem ist der Alkohol. Wir sind schon seit fünf Jahren zusammen und wenn er nicht trinkt ist der ein ganz lieber Mensch. Aber es ist so wie ich das hier schon an einigen Stellen auch gelesen habe. Wenn der Alkohol ins Spiel kommt, dann ergibt sich ein ganz anderes Bild. Er wird niemals körperlich gewalttätig, aber er wird laut ausfallend gemeint und für den Kneipe lässt er mich dann auch einfach stehen. Ich habe mich hier angemeldet, weil es mir seit über einem Jahr schon ganz schlecht damit geht. Ich kann nie vorher wissen, wie viel Alkohol er getrunken hat und der akzeptiert keine Grenzen. Er lässt dich nicht vorschreiben, wenn ich ihm ein Limit setze und wenn ich dann nach Hause gehe, muss ich das Telefon ausmachen, weil er sonst nervt. Am Wochenende gab es Streit und die Tage, die ich jetzt alleine verbracht habe, dass es mir immer mehr aufgefallen, dass ich nicht mehr entspannt mit ihm sein kann. Es kann so toll mit ihm zusammen sein und wir haben auch gemeinsame Hobbys, aber man weiß nie wie viel ertrinkt und wie er dann drauf ist. Und dann kann es auch ganz schnell kippen und dann ist es bei mir immer so, dass es mir drei vier Tage lang so schlecht geht, meine Stimmung ist dann schlecht. Meine Energie ist gering und andere Menschen merken das mit mir etwas nicht stimmt. Ich habe ihm jetzt gesagt, dass es so nicht weitergehen kann und ich habe sozusagen ein Bier Limit gesetzt und gesagt. Wenn es darüber geht, werde ich jetzt konsequent immer nach Hause gehen. Ich glaube auch, dass ich das schaffe. Bin jetzt unendlich soweit, aber ich weiß immer noch nicht so genau wie ich das schaffen kann, wieder besser auf mich selbst zu achten. Für ihn ist das jetzt so angekommen, als wenn ich mich trennen will und er sieht auch alles ganz anders vielleicht finde ich hier noch ein paar gute andere Beiträge für mich, oder jemand hat Lust mir zu schreiben

  • Hallo mimoma,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht. Es ist bestimmt schlimm und anstrengend zu Hause zu warte in welchem Zustand er wohl nach Hause kommt. Wenn dein Partner bereits alkoholabhängig sein nützt es auch nicht ihm ein Limit zu setzen. Vielleicht wird es dadurch kurzfristig etwas besser aber das wird nicht lange anhalten. Solange er nicht aufhören möchte zu trinken sind deine Mühen eher vergeblich.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Aurora 3. Mai 2026 um 22:43

    Hat den Titel des Themas von „Alkohol und Beziehung“ zu „mimoma - Alkohol und Beziehung“ geändert.
  • Hallo und herzlich willkommen mimoma,

    ich habe dich freigeschaltet und du kannst dich jetzt hier überall austauschen. Bitte schreibe aber die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Du erkennst sie an den noch roten Nicknamen.

    Wenn du hier einen Beitrag schreiben möchtest schreibst du einfach in den Kasten unter dem letzten Beitrag, genauso funktioniert das auch in anderen Threads.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Mimoma, ich bin auch neu hier. Lese deinen Text und es erinnert mich stark an meinen Partner (außer, dass er nicht in die Kneipe geht, sondern zuhause trinkt).

    Unter der Woche sind es meist 5-8 Bier, am WE dann ab 12 Uhr auch mal über 10-12 :(

    Ach ja, und dazwischen mal ein Schnäpsken für die schnellere Wirkung…

    Ein Bierlimit habe ich auch schon versucht durchzusetzen, spätestens ab 4 Bier wird es komisch bzw. kann die Stimmung extrem schnell kippen. Bin auch schon heimgefahren, dann rastet er komplett aus und beschimpft mich wie wild, weil ich ihn ja „alleine“ lasse.
    Und dann bleibt man, betröppelt und deprimiert mit seinen Gefühlen zurück. Ich kann dich da absolut verstehen, soetwas hallt lange nach. Das schlimmste für mich ist, dass er alles so relativiert und herunterspielt, den Ernst der Lage nicht sieht, aber das liegt sicher an der Krankheit selbst.
    Habe jetzt mal eine Kontaktpause gesetzt und ihm gesagt, er soll sich Gedanken machen. Mich gibt’s nur ohne Alkohol. Mal schauen, was er draus macht, aktuell ist jammern und heulen angesagt, aber die Verantwortung muss er selbst tragen.

    Wir dürfen uns nicht wegen den Ausfälligkeiten und dem Suff der Partner so schlecht fühlen müssen, da geht auch immer ein Stück Selbstachtung verloren.


    Du schreibst, dein Partner sei nüchtern ganz lieb und ihr habt viele gemeinsame Hobbies. Auch das trifft bei mir zu. Ich frage mich immer, wie jmd unter Alkoholeinfluss dann soooo gemein und abwertend werden kann. Das sind dann wirklich zwei Gesichter bzw. wie eine andere Persönlichkeit…

  • Hallo mimoma und MoniSi,

    in meiner ersten Ehe mit meinem ersten, abhängigen Mann habe ich auch sowas probiert. Ihm Grenzen zu setzen indem ich zum Beispiel mitgetrunken habe. Damit für ihn weniger übrigbleibt. Oder ich hab mit ihm gezankt und gedroht, dass er sich zurückhalten solle. Wenn wir irgendwo hingingen oder Besuch bekamen. Oder einfach so.

    Was ich damals nicht wusste war, dass nasse Alkoholiker das nicht können. Sucht kennt keine Grenzen sondern will ständig gefüttert werden. Das ist Fakt. Und das bedeutet, weder mein erster Mann konnte noch eure Männer können diese Grenzen einhalten.

    Nicht, solange nicht ein tiefer innerer Entschluss entstanden ist, die Sucht zu stoppen.

    Grenzen zu setzen wieviel sie saufen können nutzen nichts sondern machen nur Stress. Mir damals und euch jetzt. Denn die Enttäuschung ist groß, wenn die Abhängigen betrunken rumsitzen, anscheinend unsere Bitte um weniger Konsum ignoriert wurde.

    Ich hab mich da immer unwert und nicht gesehen gefühlt, mich betrogen gefühlt. Und dann gab es Streit und Stress, Frust und all sowas.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Was ich damals nicht wusste war, dass nasse Alkoholiker das nicht können. Sucht kennt keine Grenzen sondern will ständig gefüttert werden. Das ist Fakt. Und das bedeutet, weder mein erster Mann konnte noch eure Männer können diese Grenzen einhalten.

    Nicht, solange nicht ein tiefer innerer Entschluss entstanden ist, die Sucht zu stoppen.

    Danke Aurora , dass du das noch mal so auf den Punkt gebracht hast. Das zu wissen und zu bedenken, finde ich total wichtig und hilfreich!

  • Du schreibst, dein Partner sei nüchtern ganz lieb und ihr habt viele gemeinsame Hobbies. Auch das trifft bei mir zu. Ich frage mich immer, wie jmd unter Alkoholeinfluss dann soooo gemein und abwertend werden kann. Das sind dann wirklich zwei Gesichter bzw. wie eine andere Persönlichkeit…

    Jemand, der täglich trinkt, ist NIE nüchtern!

    Da ist nur der Pegel unterschiedlich hoch. Morgens ist der dann niedriger, da sind sie vielleicht noch "lieb" und wenn der Pegel dann steigt, wird das Verhalten schlimmer.

  • Und wie geht es dir jetzt damit? Hast du dich getrennt oder gab es eine andere Lösung für dich?

  • Jemand, der täglich trinkt, ist NIE nüchtern!

    Da ist nur der Pegel unterschiedlich hoch. Morgens ist der dann niedriger, da sind sie vielleicht noch "lieb" und wenn der Pegel dann steigt, wird das Verhalten schlimmer.

    Ja da hast du Recht richtig nüchtern ist er ja eigentlich nie nicht.

  • Hallo mimoma,

    ich hab mich getrennt, das ist im Juni 19 Jahre her. Das war nach fast 26 gemeinsamen Jahren in denen mein erster Mann immer mehr getrunken hat, dann abhängig war und ich in dieser Ehe festgehangen habe. Es gab viele Gründe, weswegen ich mich nicht trennen wollte bzw konnte.

    Mein Exmann ist dann sogar erstmal nüchtern geworden, 4 Jahre lang hat er nicht getrunken und dann wieder angefangen. Und sich dann totgesoffen.

    Die Erkenntnis, dass seine Sauferei an seiner Suchterkrankung lag und nicht an mir, hat mich sehr erleichtert. Ich hatte viele Jahre lang Schuldgefühle, die er mir auch immer wieder eingeredet hatte

    . Ich hab mich verantwortlich gefühlt und dachte ich müsse mich nur noch mehr anstrengen damit er zu trinken aufhören würde.

    Ich habe durch die lange Zeit in dieser Ehe, in der ich irgendwann nur noch unglücklich und überfordert gewesen war, Erschöpfungszustände und Depressionen bekommen. Aber grundsätzlich ging es mir immer besser ohne den Mann, ohne diesen Alkohol und ohne den immensen Stress.

    Inzwischen bin ich glücklich in 2. Ehe verheiratet, Alkohol spielt da keine Rolle. Und das ist einfach toll.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo monisi,

    Es ist für mich zwar erschütternd, aber auch aufschlussreich das zu lesen was du geschrieben hast. Das ist fast als würde ich von meiner eigenen Situation sprechen. Ich erlebe das ja nun schon lange, aber es haut mich jedes mal wieder um, dass ich jemand ganz anderes präsentiert Kriege und mich Frage, wer ist das? Und dann frage ich mich, kann man das alles auf den Alkohol schieben oder kommen da dann die persönlichkeitsanteile ans Tageslicht die sonst nicht gezeigt werden, weil sie eben nicht schön sind.

    Vor allen Dingen ist es bei mir immer noch so, dass ich da häufig von überrascht werde. Auf einmal ganz plötzlich wendet sich das Blatt wegen einer Nichtigkeit und dann erlebe ich auch genau das was du hier schreibst. Ich erlebe es auch jedes Mal genauso. Da wird man ganz plötzlich gemein und abwertend behandelt und dann sitze ich hier. Und dann frage ich mich was ist eigentlich los? Weil oftmals habe ich nicht mal ansatzweise irgendetwas gemacht, was dieses Verhalten begründet. Und dann sitze ich hier alleine mit meinen Gefühlen und er will gar nicht verstehen, was er falsch gemacht hat. Manchmal liegt er sogar noch eine schippe oben drauf.

    Und das mit der selbstachtung, das merke ich auch schon länger. Meine selbstachtung und mein Selbstvertrauen hat auch schon einen Schaden genommen. Und nun bin ich das erste Mal an der Stelle, dass ich nach einem alkoholisierten schlechten mitnehmen merke. Ich kann das jetzt nicht mehr einfach so weitermachen. Es klingt gut, dass du an dem Punkt bist, dass du gesagt hast. Dich gibt es nur ohne Alkohol. Ich persönlich habe den Eindruck. Wenn ich das sage, dann wird das niemals so kommen. Dann wird es sowieso auf eine Trennung hinauslaufen. Vom Verstand her kann ich diese Lösung akzeptieren, aber vom Gefühl noch nicht.

  • Am Wochenende hatte ich ihm gesagt, dass ich das so nicht mehr aushalte und das Limit von vier Flaschen Bier gesetzt, aber so wie das hier auch schon beschrieben wurde, denke ich jetzt heute, dass es womöglich auch nicht funktioniert. Auf jeden Fall habe ich ihm gesagt, dass es so nicht weitergehen kann. Er hat daraufhin gesagt, dass er glaubt, dass ich mich trennen will und dass ich das doch besser gleich sagen soll, weil er braucht einen Monat vorlaufzeit und ihm wäre es egal ob ich mich trenne. Gleichzeitig hat er vorgeschlagen mich zum Essen einzuladen. Ich habe mich jetzt erstmal zurückgezogen weil ich bin einfach richtig müde davon.

  • Das mit dem Limit ist eine schlechte Idee. Abgesehen davon, dass es wohl eh nicht funktioniert, wie stellst du dir das denn vor? Willst du ne Strichliste führen? Gläser/ Flaschen zählen? Du bist doch nicht seine Mutti. Das setzt dich hochgradig unter Stress und schiebt die Verantwortung an eine falsche Stelle.

  • Das mit dem Limit ist eine schlechte Idee. Abgesehen davon, dass es wohl eh nicht funktioniert, wie stellst du dir das denn vor? Willst du ne Strichliste führen? Gläser/ Flaschen zählen? Du bist doch nicht seine Mutti. Das setzt dich hochgradig unter Stress und schiebt die Verantwortung an eine falsche Stelle.

    Ja, das habe ich so aus meiner Wut heraus gesagt in dem Moment. Aber mittlerweile sehe ich das genauso. Ich weiß ja nicht auch nicht wie viel davor dann schon getrunken wurde und das mit der Mutti das stimmt. Ich bin nicht seine Mutti

  • Als meine Frau anfing, sich ernsthaft wegen meinem Konsum zu beschweren, habe ich einfach angefangen, auf dem Heimweg von der Arbeit einen halben Liter Schnaps zu trinken.
    Zu Hause sofort ein Bier aufgemacht und meine Fahne damit erklärt.
    Und wenn es darauf hin zum Streit kam, aus Trotz, weil es dann ja so blöde lief, erst recht gesoffen.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

    Einmal editiert, zuletzt von Lebenskuenstler (4. Mai 2026 um 17:54)

  • Als meine Frau anfing, sich wegen meinem Konsum zu beschweren, habe ich einfach angefangen, aufdem Heimweg von der Arbeit einen halben Liter Schnaps zu trinken.
    Zu Hause sofort ein Bier aufgemacht und meine Fahne damit erklärt.
    Und wenn es darauf hin zum Streit kam, aus Trotz, weil es dann ja so blöde lief, erst recht gesoffen.

    Danke für deinen persönlichen erfahrungsbericht. Genauso stelle ich mir das bei ihm auch vor. Da werden die sechs Bier. Dann schon zu Hause. Ganz schnell reingekippt und so wie ich mir das vorstelle, dass er sich das dann einteilt und ich Vorrang habe vor den bierflaschen. Das wird dann auch nicht passieren. Da wird es dann höchstwahrscheinlich einen Streit geben und dann wird er erst recht trinken. Genauso wie du es beschreibst.

    Mich würde interessieren, ob du denn einen Rat für mich hast, wie ich es besser machen könnte

  • Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man trinkend immer ganz viele Argumente findet, warum man trinken will oder muss.
    Obwohl ich das selbst alles durch habe, kann ich niemanden vom Aufhören oder Reduzieren überzeugen, der das selbst nicht will.

    Ne, ich hab keinen Rat außer denen, die Du schon gehört hast, mehr Abstand etc.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

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