Feuersalamander - Alkoholabhängiger Partner

  • Hallo!

    Ich versuch mich kurz zu halten. Ich habe einen alkoholabhängigen Mann, dessen Krankheit wir seit Jahren stark bekämpfen (seit 1,5 Jahren gezielt). Er stammt aus einer Alkoholikerfamilie und hat auch Depressionen. Er hat letztes Jahr seinen Führerschein verloren. Den körperlich Entzug haben wir letztes Jahr geschafft (Trinkmenge: 10-12 Bier pro Tag), immer mit dem Ziel abstinent zu werden. Die letzten Jahre waren der Horror. Ständiges Lügen, Hoffnung, Versprechen brechen, heimlich trinken - das volle "klassische" Programm. Vor gut 2 Wochen meinte er, dass er das nicht kann und ohne Alkohol keinen Spaß in Gesellschaft hat. Wir leben hier am Land, haben viele Veranstaltungen und es wird oft/viel getrunken. Er meinte dann, dass er es schaffen will, ein so genannter Gelegenheitstrinker oder kontrollierter Trinker zu werden. Für mich brach eine Welt zusammen, wir haben so viel gekämpft. In den 2 Wochen hat er fast jeden Tag getrunken, weil halt die Gelegenheit da war - Geburtstag, Baustelle, Freundebesuch, etc. Zwei mal hat er außerdem aus Traurigkeit oder Stress getrunken und wir haben mächtig gestritten. Für mich waren die zwei Wochen schon der Beweis, dass das einfach nicht funktionieren kann. Ich hab mich außerdem so stark mit dem Thema Alkoholismus beschäftigt, so viele Studien gelesen, dass ich absolut nicht daran glauben kann, dass er das schaffen wird. Wir haben nun zwei völlig unterschiedliche Lebensvorstellungen - er kann sich ein Leben ohne Bier nicht vorstellen und ich mir nicht an der Seite eines Alkoholikers. Wir sind 37 und 39 Jahre alt und seit 22 Jahren ein Paar. Eine Trennung würde bedeuten, dass ich den Kindern (10 und 12 Jahre) alles nehme - Papa, Haus, Tiere, Freunde, weil ich zu meiner Familie in ein anderes Bundesland zurück ziehen würde. Der Gedanke bricht mir das Herz. Aber so kann es doch auch nicht weitergehen, wir sind beide unglücklich und kommen nicht auf einen Nenner. Ich fühle mich weniger Wert als Alkohol.

    Ich würde hier gerne Menschen kennenlernen, denen es ähnlich ging - vielleicht hat es hier wirklich ein Alkoholiker dauerhaft geschafft zum kontrollierten Trinker zu werden?

    Ich bin am Ende meiner Kräfte...

  • Hallo Feuersalamander, herzlich willkommen,

    du möchtest dich hier austauschen, das ist auch eine gute Sache. Aber dabei kann es nicht darum gehen, wie deinem Mann geholfen werden kann. Denn darauf hast du und wir hier schon garkeinen Einfluss. Hier kann es nur um dich gehen, darum, wie du Wege für DICH finden kannst.

    Sollte dein Mann den Willen haben, seine Sucht zum Stillstand zu bringen, dann kann nur er diesen Weg für sich gehen. In einer eigenen Selbsthilfegruppe, nicht in dieser. Denn das hier ist deine Selbsthilfegruppe.

    Und ganz wichtig: kontrolliertes Trinken funktioniert bei Alkoholikern nicht. Der Kontrollverlust ist ein wesentliches Merkmal der Sucht.

    Wenn du dich hier austauschen möchtest um für dich etwas zu erreichen, dann klick diesen Link an: https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Schreib kurz, dass du im Freischaltung bittest. Dein Thema findest du dann im Bereich für Angehörige und Coabhängige wieder.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Aurora 21. Mai 2026 um 15:06

    Hat den Titel des Themas von „Alkoholabhängiger Partner“ zu „Feuersalamander - Alkoholabhängiger Partner“ geändert.
  • Hallo Feuersalamander,

    ich hab dich freigeschaltet und du kannst dich jetzt hier überall austauschen. Bitte schreibe aber die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern, du erkennst sie daran, dass die Nicknamen noch in roter Schrift erscheinen.

    Liebe Grüße Sylvia

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich habe einen alkoholabhängigen Mann, dessen Krankheit wir seit Jahren stark bekämpfen


    Den körperlich Entzug haben wir letztes Jahr geschafft


    Mir fällt auf, dass du „Wir“ schreibst….

    Seine Krankheit kann nur er bekämpfen, du kannst ihm dabei leider nicht helfen…das ist nicht deine Verantwortung und deine Aufgabe.


    Ließ dich mal hier ein bisschen quer, du kannst hier sehr viel für DICH lernen…viele hier haben in einer sehr ähnlichen Situation gesteckt und leider stehen die Chancen schlecht für eure Beziehung solange er meint kontrolliert trinken zu können…


    Tut mir leid für dich und deine Kinder.

  • Hallo Feuersalamander,

    willkommen.

    Ich bin am Ende meiner Kräfte...

    Das war ich auch, als ich vor 1,5 Jahren hier aufgeschlagen bin.

    Ich möchte dir gerne ein paar Gedanken da lassen, die mir bei deinem Vorstellungstext gekommen sind.

    vielleicht hat es hier wirklich ein Alkoholiker dauerhaft geschafft zum kontrollierten Trinker zu werden?

    Mein Alkoholiker hat das auch vor vielen Jahren schon versucht und ist kläglich gescheitert. Inzwischen hat er alles verloren, konsumiert zusätzlich andere Drogen und macht trotzdem weiter.

    Ich fühle mich weniger Wert als Alkohol.

    Das bist du definitiv in seiner Welt. Die Sucht duldet keine Konkurrenz. Der Alkohol ist seine Liebe und du störst diese Liebesbeziehung wenn du willst, dass er aufhört.

    Eine Trennung würde bedeuten, dass ich den Kindern (10 und 12 Jahre) alles nehme - Papa, Haus, Tiere, Freunde, weil ich zu meiner Familie in ein anderes Bundesland zurück ziehen würde.

    Nicht DU nimmst den Kindern etwas, sondern ER nimmt es euch durch sein Verhalten. Er weiß, welche Konsequenzen das hat. DU nimmst deinen Kindern die Chance unbelastet aufzuwachsen, wenn du weiter in dieser Beziehung verharrst. DU kannst ihnen mit so einer Entscheidung nichts schlechtes tun. Sie werden es irgendwann verstehen und dir dankbar dafür sein.

    Ich kann dir nur sagen, dass ich da keinerlei Einsicht sehe bei deinem Mann und ohne die geht es nun einmal nicht. Nimm deine Kinder und fang ein neues und freies Leben an.

    LG ☀️

  • Hallo Feuersalamander,

    ich kann verstehen, in welcher Zwickmühle du dich befindest.
    Und ich sehe es so wie Sonnenschein CoA, du würdest den Kindern damit mehr geben als nehmen, wenn du den Schritt einer Trennung gehen kannst.

    Dass es dir nicht leicht fällt, kann ich auch nachvollziehen. Momentan bzw. schon länger befinde ich mich in der Situation wie du, nur mein Mann trinkt nicht so viel (bloß was ist viel? —- mir ist es zu viel, dass er manchmal mehrmals im Monat einen Vollrausch hat und auch unter der Woche mit anderen mal Bier trinkt und er auch schon alleine „heimlich“ getrunken hat). Wir sind dieses Jahr auch 22 Jahre zusammen, etwas älter als ihr und haben zwei Kinder, die gerade Teenager sind. Und wir wohnen auch auf dem Land, hier gibt es immer Gründe zum Trinken.
    Mich triggert sein Verhalten, weil ich EKA bin und mein Mann unter Alkohol schon verbal sehr ausfallend war. Deshalb „übertreibe“ ich wahrscheinlich auch einfach.


    Mittlerweile leben wir seit einigen Monaten getrennt zu Hause, die Kinder wissen noch nichts, weil wir einfach selbst noch nicht wissen, wohin die Reise geht. Eine „richtige“ Trennung mit Auszug usw. ist bei uns aus ähnlichen Gründen schwierig. Zudem haben wir hier einen Betrieb zusammen und viele Tiere und Freunde, das möchte ich den Kindern nicht nehmen.

    Was ich dir raten kann und was ich erstmal für mich gemacht habe, bis es eventuell mal zu dem Schritt richtige Trennung kommen sollte… ziehe Grenzen für dich.


    Das erste was ich vor ca. einem Jahr gemacht hatte war, dass ich gesagt hab, dass wir nicht in einem Zimmer schlafen, sobald er was getrunken hat. Nicht aus Bosheit ihm gegenüber, sondern als Selbstschutz.

    Habt ihr über Trennung schon konkret gesprochen?

    Liebe Grüße, Schmetterling

  • Danke erstmals an alle für ihre Worte. Mir laufen gerade die Tränen runter.

    Nicht DU nimmst den Kindern etwas, sondern ER nimmt es euch durch sein Verhalten. Er weiß, welche Konsequenzen das hat. DU nimmst deinen Kindern die Chance unbelastet aufzuwachsen, wenn du weiter in dieser Beziehung verharrst. DU kannst ihnen mit so einer Entscheidung nichts schlechtes tun. Sie werden es irgendwann verstehen und dir dankbar dafür sein.

    Meinst du? Die beiden Mädels vergöttern ihn, sie lieben ihn unbeschreiblich viel.

  • Danke für deine berührenden Worte.


    Mittlerweile leben wir seit einigen Monaten getrennt zu Hause, die Kinder wissen noch nichts, weil wir einfach selbst noch nicht wissen, wohin die Reise geht. Eine „richtige“ Trennung mit Auszug usw. ist bei uns aus ähnlichen Gründen schwierig. Zudem haben wir hier einen Betrieb zusammen und viele Tiere und Freunde, das möchte ich den Kindern nicht nehmen.

    Was ich dir raten kann und was ich erstmal für mich gemacht habe, bis es eventuell mal zu dem Schritt richtige Trennung kommen sollte… ziehe Grenzen für dich.


    Das erste was ich vor ca. einem Jahr gemacht hatte war, dass ich gesagt hab, dass wir nicht in einem Zimmer schlafen, sobald er was getrunken hat. Nicht aus Bosheit ihm gegenüber, sondern als Selbstschutz.

    Habt ihr über Trennung schon konkret gesprochen?

    Das heißt ihr lebt "nebeneinander" her und seid offiziell noch ein Paar?

    Ich weiß nicht, welche Grenzen ich für mich ziehen könnte. Wir schlafen schon seit Monaten getrennt von einander (hauptsächlich weil er schnarcht und dann noch mehr wenn er getrunken hat). Zudem habe ich mir immer wieder vorgenommen zb mit meinen Freundinnen etwas zu unternehmen und bereue ich es wieder, weil ich absolut nicht abschalten kann, weil ich dann genau weiß, dass er trinkt. Außerdem flüchte ich mich in Ausdauersport und ich gefalle mir schon lange nicht mehr (zu dünn)...


    Wir sprechen ständig über Trennung. Ich hab es auch schon oft konkretisiert, aber darauf ist er nicht wirklich eingegangen. Wahrscheinlich nimmt er mich nicht ernst, weil ich schon zu oft damit gedroht habe zu gehen und dann nicht gegangen bin.

  • Das ist ja im Prinzip auch eine Grenze für dich. Wir schlafen nun auch konsequent in getrennten Zimmern.

    Das heißt ihr lebt "nebeneinander" her und seid offiziell noch ein Paar?

    Es ist schon noch etwas mehr, als nebeneinander her leben. Ich mag ihn auch so als Mensch und es sind auch noch Gefühle da, aber anders. Wir versuchen eine Art Familien/Eltern-WG. Es ist kompliziert 😅 Aber für eine richtige Partnerschaft funktioniert für mich nur, wenn ich wieder Vertrauen aufbauen könnte. Er sagt, er möchte beim Thema Alkohol momentan nichts ändern… und er kennt auch meine Probleme diesbezüglich. Von daher kommen wir da leider gerade nicht auf einen Nenner. Ich bin auch traurig darüber, dass ihm der Alkohol anscheinend wichtiger ist. Und ja, andere trinken mehr. Aber ich verstehe nicht, warum es so wichtig ist, wenn die Ehe so deutlich darunter leidet.
    Wir wollen das zusammenwohnen noch eine Zeit lang probieren und auch schauen, ob wir wieder zusammen finden. Nur halt ohne Druck. Aber solange er sich teilweise so stark betrinkt, sehe ich keine gemeinsame Zukunft. Ich habe Angst davor, dass meine Kinder so auswachsen müssen wie ich, nämlich mit einem alkoholkranken Elternteil. Er sieht sich nicht als abhängig an. Ich will es ihm auch nicht unterstellen. Missbräuchlicher Konsum ist es zumindest.

    Wir haben auch vorher oft über Trennung gesprochen. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. Jetzt ist es nur eher so ein zwischenzustand, was irgendwie auch nicht so sonderlich einfach ist.

    Wie einsichtig ist dein Partner über sein Trinkverhalten?

  • Von daher kommen wir da leider gerade nicht auf einen Nenner. Ich bin auch traurig darüber, dass ihm der Alkohol anscheinend wichtiger ist. Und ja, andere trinken mehr. Aber ich verstehe nicht, warum es so wichtig ist, wenn die Ehe so deutlich darunter leidet.

    Genauso geht es mir auch. Ich verstehe es auch nicht. Er sagte letztens, dass er auch trinkt, weil es zwischen uns nicht gut läuft...aber es läuft ja noch gut, eben weil er trinkt.

    Wir wollen das zusammenwohnen noch eine Zeit lang probieren und auch schauen, ob wir wieder zusammen finden.

    Respekt, dass du das schaffst.

    Wie einsichtig ist dein Partner über sein Trinkverhalten?

    Mittlerweile sehr einsichtig. Vor Jahren war es auch noch anders. Also ihm ist bewusst, dass er ein Alkoholproblem hat. Aber eben trotzdem der Meinung, dass er wieder kontrolliert trinken kann. Die letzten Tage zeigen deutlich was anderes. Die Mengen wurden wieder mehr, er trinkt alleine, heimlich und wieder beim Autofahren (das hasse ich so dermaßen! Da kann so viel passieren und letztes Jahr die 6 Monate ohne Führerschein waren eine Katastrophe hier bei uns am Land).

  • Liebe Feuersalamander.. Dein Text könnte von mir sein! Ich habe den gleichen Kampf gekämpft wie du - 3 Jahre lang, bis ich endlich den Mut gefunden habe, für meine Kinder und mich diesen Wahnsinn zu durchbrechen! Ich konnte es nicht mehr mitansehen, wenn er wieder betrunken neben mir war und auf heile Welt machte! Unsere Familie lief wie auf Eierschalen, da sich alles um ihn drehte und ja niemand was falsch machen wollte.. Ich bin so alt wie du, 20 Jahre mit meinem Mann zusammen, wir haben 2 kleine Kinder, ein wirklich sehr großes und schönes neues Haus zusammen gebaut, ich bin zudem selbstständig und habe meine Geschäftsräume im Haus und mein Mann hat einen Job in der Öffentlichkeit. Wir leben auch wie du mitten am Land- wo es ja "normal" ist zu trinken, weil das ja "jeder" macht. Ich habe es vor 5 Monatem geschafft aus dem Wahnsinn auszubrechen. Ich kämpfe bis heute mit der Trennung und ich verstehe deine Sorgen und Ängste zu 100%. Es ist ein gewaltiger Schritt! Aber ich kann dir nur von mir sagen- ich wollte nicht mehr, dass meine Kinder in einer suchtbelasteten Familie groß werden. Und wir sind noch so jung - ich will nicht an der Seite eines Alkoholikers enden und die Sucht bleibt nicht stehen. Es wird immer schlimmer.. Ich bin auch mit ihm durch mehrere Entzüge gegangen- er wollte aber nie wirklich aufhören, kontrolliert Trinken ist auch sein Ziel! Und irgendwann hab ich mich so selbst verloren, dass ich nicht mehr konnte, weil ich irgendwann sonst nicht mehr für meine Kinder da sein hätte können.

    Mir hat es geholfen, dass ich mir überlegt habe, was ich für meine Kinder möchte - nämlich auch in Hinblick auf die Zukunft.

    Und ja, es ist verdammt hart, ich zweifle jetzt noch oft, ob es richtig war und muss immer noch lernen, dass ich ihnen nichts genommen habe, sondern wenn dann ER und seine SUCHT und ich bin noch immer traurig, dass Liebe und Famlie die Sucht nicht stoppen könnten! Aber den Kindern geht es so gut jetzt! Ich meinte immer, das sie von alldem nicht so viel merken, aber so war es nicht! Mein Großer blüht gerade so auf und ich lerne wieder zu leben!

    Nimm dir Zeit! Schau auf dich und du kannst es genauso schaffen - wenn du dann soweit bist!!

    Ich drücke dich und schicke dir ganz viel Kraft!!

  • Hallo,

    Er sagte letztens, dass er auch trinkt, weil es zwischen uns nicht gut läuft...aber es läuft ja noch gut, eben weil er trinkt

    Ein nasser Alkoholiker findet immer einen Grund zu trinken, weil er den Alkohol braucht. Die Anlässe werden zusammen konstruiert. Da braucht es z. Bsp. nur ein banales Fußballspiel. Hat die Lieblingsmannschaft verloren, braucht es den Alkohol für den Frust, beim Gewinn ist es die Freude.
    Du hast als Angehörige keine Chance ihn zu überzeugen. Du kannst nur etwas für dich und deine Kinder tun.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Liebe Feuersalamander.. Dein Text könnte von mir sein! Ich habe den gleichen Kampf gekämpft wie du - 3 Jahre lang, bis ich endlich den Mut gefunden habe, für meine Kinder und mich diesen Wahnsinn zu durchbrechen! Ich konnte es nicht mehr mitansehen, wenn er wieder betrunken neben mir war und auf heile Welt machte! Unsere Familie lief wie auf Eierschalen, da sich alles um ihn drehte und ja niemand was falsch machen wollte.. Ich bin so alt wie du, 20 Jahre mit meinem Mann zusammen, wir haben 2 kleine Kinder, ein wirklich sehr großes und schönes neues Haus zusammen gebaut, ich bin zudem selbstständig und habe meine Geschäftsräume im Haus und mein Mann hat einen Job in der Öffentlichkeit. Wir leben auch wie du mitten am Land- wo es ja "normal" ist zu trinken, weil das ja "jeder" macht. Ich habe es vor 5 Monatem geschafft aus dem Wahnsinn auszubrechen. Ich kämpfe bis heute mit der Trennung und ich verstehe deine Sorgen und Ängste zu 100%. Es ist ein gewaltiger Schritt! Aber ich kann dir nur von mir sagen- ich wollte nicht mehr, dass meine Kinder in einer suchtbelasteten Familie groß werden. Und wir sind noch so jung - ich will nicht an der Seite eines Alkoholikers enden und die Sucht bleibt nicht stehen. Es wird immer schlimmer.. Ich bin auch mit ihm durch mehrere Entzüge gegangen- er wollte aber nie wirklich aufhören, kontrolliert Trinken ist auch sein Ziel! Und irgendwann hab ich mich so selbst verloren, dass ich nicht mehr konnte, weil ich irgendwann sonst nicht mehr für meine Kinder da sein hätte können.

    Mir hat es geholfen, dass ich mir überlegt habe, was ich für meine Kinder möchte - nämlich auch in Hinblick auf die Zukunft.

    Und ja, es ist verdammt hart, ich zweifle jetzt noch oft, ob es richtig war und muss immer noch lernen, dass ich ihnen nichts genommen habe, sondern wenn dann ER und seine SUCHT und ich bin noch immer traurig, dass Liebe und Famlie die Sucht nicht stoppen könnten! Aber den Kindern geht es so gut jetzt! Ich meinte immer, das sie von alldem nicht so viel merken, aber so war es nicht! Mein Großer blüht gerade so auf und ich lerne wieder zu leben!

    Nimm dir Zeit! Schau auf dich und du kannst es genauso schaffen - wenn du dann soweit bist!!

    Ich drücke dich und schicke dir ganz viel Kraft!!

    Danke für deine Worte und lieben Wünsche. Auch wenns mir für jeden leid tut, tut es gut zu lesen, dass man nicht alleine damit ist.

    Es ist auch schön zu lesen, dass es deinen Kindern gut geht. Darf ich fragen, wie sie es anfangs aufgenommen haben und wie ihr Verhältnis jetzt zum Papa ist? Habt ihr sie offen und ehrlich über den Grund der Trennung aufgeklärt?

  • Hallo,

    Ein nasser Alkoholiker findet immer einen Grund zu trinken, weil er den Alkohol braucht. Die Anlässe werden zusammen konstruiert. Da braucht es z. Bsp. nur ein banales Fußballspiel. Hat die Lieblingsmannschaft verloren, braucht es den Alkohol für den Frust, beim Gewinn ist es die Freude.
    Du hast als Angehörige keine Chance ihn zu überzeugen. Du kannst nur etwas für dich und deine Kinder tun.

    lg Morgenrot

    Das stimmt leider

  • Es ist auch schön zu lesen, dass es deinen Kindern gut geht. Darf ich fragen, wie sie es anfangs aufgenommen haben und wie ihr Verhältnis jetzt zum Papa ist? Habt ihr sie offen und ehrlich über den Grund der Trennung aufgeklärt?


    Die Frage war zwar nicht, aber ich hatte die gleiche Situation.


    Ich war altersgerecht ehrlich zu ihnen, habe mit ihnen ganz oft darüber geredet sofern es möglich war. Meine Kinder waren jünger als deine, sie haben oft einfach nur zugehört.
    Schlecht geredet habe ich ihn aber nicht.

    Ob er jemals mit ihnen darüber geredet hat, weiß ich nicht, ich denke aber nicht.


    Beide haben die Trennung sehr gut verkraftet. Mein älteres Kind hat sehr schnell selbst gesagt, dass es viel besser ist ohne ihn, weil sie die Streitereien anstrengend fand. Sie hat einiges bewusst mitbekommen, was ich gar nicht gemerkt habe. Wenn man noch in der Situation ist merkt oft aus Gewohnheit nicht mehr wie sehr es an der ganzen Familie nagt.

    Vieles weiß sie (leider) immer noch. Wenn sie Redebedarf hat, rede ich mit ihr darüber.
    Beide sind aufgeblüht, sie haben ja die angespannte Stimmung zuhause gespürt, die nach der Trennung nicht mehr da war. .


    Vermisst haben sie ihn trotzdem. Papa bleibt Papa. Sie besuchen ihn alle 2 Wochen. Das hat sich sehr gut eingespielt.
    Er kümmert sich jetzt besser um die Kinder, muss er ja, sie besuchen ihn gerne.


    Bei uns war die Trennung eine win-win-Situation für alle (zumindest für mich und die Kinder), aber ich denke, es war auch für ihn eine Riesen Chance. Was er daraus macht, ist aber nicht mehr mein Problem.


    Ich habe auch ewig mit mir gerungen und verstehe dich sehr gut.

    Als ich den Schritt schließlich gemacht habe, war es richtig so. Ich habe nicht eine Minute an meiner Entscheidung gezweifelt, bis heute nicht.

    Am Ende ist es ein Prozess, den jeder in seinem Tempo und auf seine Art durchlaufen muss…

    4 Mal editiert, zuletzt von orangeblau (23. Mai 2026 um 20:14)

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