Honighummel7 - Meine schwersten Entscheidungen

  • Ich habe angefangen, mich mehr zu öffnen und mit mehr Personen in meinem Umfeld über meine Lage zu sprechen. Ich dachte, das ist gut, weil ich dann vielleicht nicht mehr so schnell in realitätsferne Gedanken abdrifte. Aber tatsächlich bekomme ich hier ziemlich viel Gegenwind. Warum ist es weniger schlimm, den Selbstwert und eigenen Wille eines Menschen zu zerstören, als sich vor genau diesem in Sicherheit zu bringen? Warum halten so viele zum Alkoholiker? - Wobei, wenn ich diese Frage gerade so schreibe.. Ich tue es ja leider auch.

    Heute sagte man mir im Gespräch "In guten, wie in schlechten Zeiten". Und leider hat das aber richtig getroffen.

  • Hallo Honighummel,

    boah, wie ich sowas gehasst habe. Diese " tollen" Ratschläge... " Wenn du dich trennst, geht er ganz unter" war auch so ein Satz, den ich mir anhören musste. Und für einige Leute, zum Beispiel für meine Schwiegermutter, war ich zusätzlich noch Schuld an seiner Sauferei.

    Leider gibt es noch immer wenig Informationen, welchem Lebenschaos Angehörige von Alkoholikern ausgesetzt sind. Was das für sie bedeutet, was da mit den Angehörigen passiert, wieviel Stress, Angst, Hilflosigkeit und auch oft Gewalt da ist.

    Lass dich davon nicht verunsichern, wenn es geht. Keiner von denen lebt ja dein Leben. Solche Äußerungen und Ratschläge sind echt nicht nützlich. Darum ist eine Selbsthilfegruppe so toll, hier wird dir keiner sowas sagen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Menschen, die diese Probleme nicht haben oder kennen, können deine Gedanken in keinster Weise nachvollziehen.

    Hier bringt es dir weitaus mehr, dich mit Menschen zu unterhalten, die solche Situationen durchmachen oder durchgemacht haben.

  • Hallo Honighummel,

    Ja diese Erwartung in guten wie in schlechten tagen habe ich mir meißtens selber gestellt. Als ich angefangen habe nicht mehr diese aufopferungsvolle Ehefrau zu sein wurde und werde ich immer wieder als böse unverständige Ehefrau hingestellt. Die die dabei geblieben sind sind einige selbst zu Mittrinkerinnen geworden. Bei anderen ist der Mann früh an den Folgen gestorben und die sehen sich jetzt als Märtyrerinnen. Da mein mann ein sehr beliebter Mann im Dorf ist hat man natürlich geglaubt ich bin schuldig , denn so ein lieber Mann kann doch nichts dafür- Aber 3 ältere Alonymangehörigen Schwestern haben mich immer sehr bestärkt und ich weiß dass diese Frauen sich hätten getrennt wenn ihre Männer nicht trocken geblieben wären und die sind sehr sehr traditionell aufgewachsen. Warum sollst du die schlechten Zeiten durchhalten , dazu bist du nicht verpflichtet , du bist nicht gekauft worden als Sklavin auch er hat etwas versprochen das er nicht hält. Du hast nicht versprochen dein Leben zu geben.

    Es war nicht einfach, als mein mann merkte ich veränderte mich kam es zu Schuldumkehr und ich wurde am Anfang immer kleiner da er genau meine schwachstellen kannte ,er könnte als Ankläger im jüngsten gericht auftreten. Aber da kam dann meine höhere Macht zum tragen nur der hätte das recht mich zu verklagen aber das gegenteil ist der fall. Der tut es nähmlich nicht und mein mann kann viel reden. Mein Gelübte habe ich meiner höheren macht gegeben und die Hilfe durfte ich schon oft erleben.

  • Lass dich davon nicht verunsichern, wenn es geht. Keiner von denen lebt ja dein Leben. Solche Äußerungen und Ratschläge sind echt nicht nützlich.

    Ja, das stimmt, ich versuche es. Wahrscheinlich triggert das einfach wieder mein schlechtes Selbstvertrauen - dass ich den Gedanken anderer oft mehr Glauben schenke, als meinen eigenen. Aber auch da bin ich zuversichtlich, dass ich es irgendwann vielleicht anders tun werde. Ich werde mit jedem mal besser darin.

    Menschen, die diese Probleme nicht haben oder kennen, können deine Gedanken in keinster Weise nachvollziehen.

    Hier bringt es dir weitaus mehr, dich mit Menschen zu unterhalten, die solche Situationen durchmachen oder durchgemacht haben.

    Ja, das war wohl die heutige Lektion für mich. Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Bevor ich mich mit der Sucht so richtig beschäftigt habe, hatte ich auch keine Ahnung und war der Auffassung, dass der betroffene Mensch ja eigentlich der selbe bleibt und man gewiss kontrolliert trinken könnte.

    Ja diese Erwartung in guten wie in schlechten tagen habe ich mir meißtens selber gestellt.

    Ja, das habe ich vorhin auch in deinem Faden gelesen. Noch vor ein paar Stunden hätte ich direkt einen Kommentar bei dir gelassen, dass der Ehebruch ja seitens deines Mannes geschehen ist (ich habe darüber auch schon einige Gespräche geführt, da ich für diese Ansicht häufig schief angeschaut wurde).

    Aber irgendwie hat die Aussage, die ich heute bekommen habe, einen Knacks hinterlassen. Wahrscheinlich weil ich sonst immer viel Wert auf die Ansichten dieser Person gelegt habe. Aber wie die anderen beiden schon geschrieben haben - Außenstehende können das Ausmaß schlichtweg auch wahrscheinlich nicht erkennen.

  • Hallo Honighummel!

    Ja, ja die lieben Mitmenschen und ihre dummen Sprüche! Gönne ihm doch sein Bierchen, du kannst ihn doch nicht hängen lassen, alleine kommt er doch nicht zurecht so und so ähnlich habe ich es auch gehört. Die meisten Leute wissen gar nicht wie es ist wenn der Partner jeden Tag betrunken ist. Wie es ist wenn man grundlos beleidigt wird oder wie der letzte Mensch behandelt wird. Wenn man immer mehr Aufgaben übernehmen muß weil er nichts mehr geregelt bekommt und man total fertig ist.

    Wieso hat er sich nicht bemüht seine Sucht zu bekämpfen, wieso immer nur ich?

    Bleib auf deinem angefangenen Weg der ist goldrichtig. Auch wenn du manchmal noch Zweifel hast es ist richtig wie du handelst.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

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