Dulcinella - jahrzehntelang Alkoholikerin, nun will ich frei sein

  • Am Anfang hat es mir geholfen, zu anderen als den gewohnten Zeiten einzukaufen (ich hatte mich immer abends nach der Arbeit mit einem "genüsslichen" Einkauf belohnt).

    Das unverbesserliche Suchthirn ist sehr erfinderisch - der vernunftbegabte Teil des Hirn darf es auch sein.

  • Ich bin in Österreich, wir sind mit der Digitalisierung eher rückschrittlich, lol, SB Kassen sind bei uns eher eine Rarität. Zigaretten im Supermarkt? Strikt verboten. Aber Schnapsflaschern bei jeder Kassa. Sonntag alles geschlossen, die Alkoholiker versammeln sich bei der Tankstelle zum Einkaufen. Mehre Kassen sind zwar physisch vorhanden, aber immer nur eine offen, bis einer laut schreit "zweite Kassssa bitte!"

    Einmal editiert, zuletzt von Dulcinella (15. August 2026 um 09:30)

  • Hallo Dulcinella,

    willkommen auch von mir!

    Ich war auch die Zuhause-Trinkerin. Auf Partys habe ich mich eher zurückgehalten und dann allein zu Hause nachgekippt, bis der Pegel erreicht war, um ins Bett zu fallen.

    Aus meiner Sicht war es eine gute Entscheidung, auf ein Familienfest im Park zu gehen, bei dem der Alkohol nicht im Vordergrund steht, noch nicht mal einen Verkaufsstand gab es, stattdessen ein Kulturprogramm. So viel besser, als zu Hause Einsamkeit zu verspüren, die dich offenbar am ehesten zur Flasche greifen ließ.

    Schön, dass es genau so gelaufen ist, wie du es dir vorgestellt hast. Und weiterhin einen guten Weg!

    Liebe Grüße

    Mattie

  • So viel besser, als zu Hause Einsamkeit zu verspüren, die dich offenbar am ehesten zur Flasche greifen ließ.

    Danke! Genau so ist es. Allein sein macht nichts besser. Wenn man verheiratet ist, kann man ja ein Jahr lang nur zu Hause bleiben, man hat ja Gesellschaft. Aber als single? Das geht gar nicht. Ich befürchte da wird man recht bald schrullig.

  • Du hast ja schon ein paar interessante Freizeitaktivitäten, aber ohne Sauferei kannst du das jetzt ja nach Belieben ausweiten und aus dem Vollen schöpfen. Die Welt steht dir offen mit Kinos, Museen, Theaterabos, Konzerten ... Und wenn dir das Alleinsein auf den Keks geht - es gibt doch solche Apps, mit denen sich Singles jeden Alters zu Freizeitaktivitäten wie Kegeln, Wandern, Kochkurse etc verabreden. Würde ich machen, wenn ich Single wäre. Alles möglich ohne Suff und so viel beglückender, als sich allein zu Hause volllaufen zu lassen.

    Nimm dir, was dir hilft. Gestalte dein Leben neu und aufregender. Schrullig werden ist kein Schicksal ^^

    Liebe Grüße

    Mattie

  • Da freue ich mich auf jeden Fall auf Berichte :)

    Zu diesen Treffen-Apps noch die Ergänzung: Natürlich nur alkfreie Veranstaltungen. Vielleicht gibt es da eine Zusatzfunktion 'ohne Alk'? Ansonsten sind meiner Meinung nach sportliche Ereignisse wie Wandern. Radfahren, Stand-up-Paddling u.ä. erst einmal unverdächtig.

    Und wenn dir das doch einmal zu viel wird mit dem sozialen Leben da draußen - schreib hier nach Herzens Lust. Irgendjemand ist meistens da zum Austausch.

    Online-Dating wäre für meine Abstinenz der Untergang gewesen. Face-to-face Gespräche (auch ohne romantischen Charakter) lerne ich jetzt nach einem Jahr Abstinenz erst langsam wieder. Da war früher der Alk das unbedingt benötigte Hilfsmittel.

  • Alles aber erst nach der Hitze. Derzeit sind solche Aktivitäten too much. Online dating hab ich probiert. Ich könnte einen Roman schreiben über die plumpen Nachrichten. Nicht jugendfrei. Es kam nie zu einem Treffen. Nein, so wird das nix!

  • Guten morgen. Ich merke, diese Gruppe hilft mir schon, meine Trigger ernster zu nehmen. Ich bekomme heute Besuch (Malen und Basteln bei mir) und geplant war, dass ich heute zur Tankstelle radle, um frisches Brot für die Gäste zu kaufen. Weil es in diesem Land ja sonst am Sonntag nirgends frisches Brot gibt. An einem Sonntag zur Tankstelle ist aber nun wirklich nichts, was ich überhaupt noch machen will, da schlechte Erinnerungen an Wein-Einkäufe dort und besoffene, vergeudete Sonntage und verkaterte Montage. Also gut, googeln ob es wirklich stimmt, dass alle Bäckereien zu haben. Und zu meinem Erstaunen festgestellt, nein es stimmt nicht. Einige Bäckereien haben in diesem Land am Sonntag offen. Das wusste ich gar nicht. Hatte mich nie so dafür interessiert. Somit fahr ich heute zu einer schönen Bäckerei, wo es eine große Auswahl gibt statt zur Tankstelle, wo es wahrscheinlich nur Semmeln gibt. Es gibt nie wieder einen Grund für mich, am Sonntag zur Tankstelle zu radeln!

    Einmal editiert, zuletzt von Dulcinella (16. August 2026 um 06:57)

  • Hallo Dulcinella,

    das war eine gute Entscheidung, einen Bäcker zu googeln. Alternativ hättest du auch deine Gäste bitten können, das Brot mitzubringen.

    Zu dem Kulturangebot im Park fiel mir noch ein: Sorge immer einen Plan B. Dass du die Veranstaltung jederzeit verlassen kannst oder dass du dir überlegst was du machst, wenn dir plötzlich doch Alkohol angeboten wird.

    Letztens schrieb jemand im Forum, dass eine Bekannte bei einer ähnlichen Veranstaltung alkoholfreien Sekt aus der Tasche hervorholte. Solche Getränke solltest du auch meiden. Aber was würdest du in dem Falle machen?

    Viele Grüße

    Seeblick

  • Bin schon zurück mit wunderbarem Brot für meine Brötchen. Versuche mit alkoholfreiem Bier, Wein und Sekt hab ich schon hinter mir. Der "Wein" taugt nichts, schmeckt wie Traubensaft. Bier und Sekt schmecken zu echt und lösen bei mir einen Placeboeffekt aus. Das endet immer mit einem Rückfall. Also Finger weg!

  • Was mir jetzt auch klar ist: Einsamkeit ist nur eine Ausrede. Ich hab auch getrunken, als ich nicht single war. Wo ist der Unterschied? Es ist die Sucht, die mir sagt "Als single bist du doch so arm und einsam, also trink!" Das stimmt ja alles gar nicht. Ich bin nicht arm und einsam, nur single. Andere singles saufen auch nicht.

  • Versuche mit alkoholfreiem Bier, Wein und Sekt hab ich schon hinter mir. Der "Wein" taugt nichts, schmeckt wie Traubensaft. Bier und Sekt schmecken zu echt und lösen bei mir einen Placeboeffekt aus. Das endet immer mit einem Rückfall. Also Finger weg

    Genau so.


    Das ganze angeblich alkoholfreie Zeugs ist viel zu nahe am Original dran.

    "Alles was aussieht, riecht und schmeckt wie Alkohol ist tabu."

    Dazu noch die einschlägigen Trinkgefäße meiden, also kein Wasser oder Saftschorlen aus Wein- oder Biergläsern trinken. Ein Weißbierglas hat mich im ersten Jahr mal kräftig durchgeschüttelt, als ich Apfelschorle daraus trank. Mein Suchthirn regierte heftig, denn es erwartete aus dem Glas den "richtigen" Stoff = Alk. Daraufhin habe ich alle meine Bier- und Schnapsgläser entsorgt.


    Und wenn Du zu Veranstaltungen gehst, achte darauf, dass Dir niemand mal eben ein Glas in die Hand drücken kann. Anfangs hielt ich in der einen mein Wasser und in der anderen etwas anderes z.B. mein Handy. Alles kleine Tricks für die Startphase.


    Und auf Veranstaltungen, bei denen der gemeinsame Konsum von Alkohol im Vordergrund steht, hat ein frisch Abstinenter nichts verloren. Es gilt, erst mal festen Boden unter die Füße zu bekommen und das dauert schon eine gnaze Weile. Nicht umsonst wird immer wieder von einem Jahr gesprochen, bis eine gewisse Grundfestigkeit eingetreten ist.


    Alles Gute

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