Morgaine - Alkoholikerbekenntnis, Identität und Selbstwert

  • das Gefühl des Verzichts zu stark.

    Am Anfang braucht das seine Zeit.
    Für mich war es wichtig, diesen Gedanken umzulenken, dass Alkohol trinken kein Verzicht, sondern eine neu gewonnene Freiheit ist.
    Ich brauche den Alkohol nicht mehr, um das das oder das….. zu bewirken.
    Für mich ist Alkohol eine Flüssigkeit, die das Nervengift Ethanol enthält. Bildlich gesehen „ ein Totenkopf“ auf der Flasche.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Dein „Ich mags ihr nicht sagen“ finde ich deshalb wesentlich interessanter als Kino, Hallenbad oder irgendwelche Weihnachtsstrategien.

    Und genau dafür ist für mich ein Suchtforum da. Wenn jemand um ein Risiko herumeiert und ich sehe da eines, dann schreibe ich es. Wäre ja ziemlich sinnfrei, wenn wir uns hier nur gegenseitig erzählen, dass alles schon irgendwie passen wird. ;)

    Was du daraus machst, ist deine Sache. Es lesen aber auch andere mit, die vielleicht gerade vor demselben Blödsinn stehen. Und wenn du nass keine Kartenhäuser gebraucht hast, umso besser. Dann fang trocken nicht damit an. Oder?

    Nein, damit fange ich jetzt sicher nicht an... ich eire herum, weil die Frage, ob ich meiner Schwester sage, dass ich Alkoholikerin bin, letztlich die ewige Frage berührt: will ich Kontakt zu ihr oder nicht. Hätten wir ein geklärtes Verhältnis, wäre das alles kein Thema, aber das haben wir nicht. Und deshalb bin ich da auch sehr unklar.
    Vielleicht wird also mein Outen ihr gegenüber eine Entscheidung herbei führen, je nachdem, wie sie reagiert... und ich schreibe das so nonchalant, aber davor habe ich Angst. Wie gesagt, ich habe sonst keine Familie.

    Ich werde also mit Staunen beobachten, was passiert und hier berichten ;)

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Ich mags ihr nicht sagen. So, jetzt ist es raus. Aber ich weiß auch, dass es Quatsch ist, es nicht zu tun, vor allem wenn ich mein Wegbleiben an Weihnachten erklären will.

    Das war mir eigentlich an der Stelle schon klar, als ich dich dazu fragte und du geantwortet hast:

    Nein, sie weiß es nicht, wir haben sehr wenig Kontakt.

    Das Outen macht es auf jeden Fall einfacher (wie ich auch weiter oben schon geschrieben habe) sich nicht mehr ewig rechtfertigen zu müssen oder sich dauernd in Ausreden zu verstricken.

    LG KW

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Ich habs meinem Geschwister (von dem ich ebenfalls lange co-abhängig war und zu dem das Verhältnis auch nie gut/eng war) nicht gesagt, nur, dass ich nichts mehr trinke, als mir im Elternhaus in seiner Gegenwart noch was angeboten wurde (Geschwister trinkt selbst nichts. Mag es denken, was es will - Denken ist nicht Wissen.)

    Du findest hier diverse Argumente pro und contra Outen - hör am besten auf Dein Bauchgefühl.

  • Danke Ihr Lieben für Euren Input!

    Ich konstatiere: je länger ich über das Thema Weihnachten und Schwester nachdenke, desto größer wird der Suchtdruck. Ganz klares Zeichen: nicht hingehen... und ziemlich sicher auch nicht über meinen Alkoholismus sprechen.
    Hartmut : Du hast mit allem Recht, was Du geschrieben hast, aber in der Gleichung fehlt eine Variable:
    mein Gefühl. Das Gefühl, dass mir sagt, ich möchte nie wieder von meiner Schwester verurteilt werden und nie mehr in die altbekannte Rolle der "Versagerin" gedrängt werden. und natürlich könnte ich auch noch den Kontakt zu meiner Schwester abbrechen, wie zum Rest der gesamten Familie... aber das möchte ich nicht. Ich habe Jahrzehnte ohne jeglichen familiären Kontakt verbracht, ich weiß, was das heißt... ich freue mich, dass sie mich wieder sehen will... aber ich muss schauen, unter welchen Bedingungen das für mich gut ist. Ja, auch Ambivalenzen gehören dazu....
    Fazit: ich werde das Thema jetzt loslassen und mich kurz vor Weihnachten mit einer weißen Lüge entschuldigen.
    Ich verstehe, wenn so mancher das nicht gut findet - ich kann damit gut leben, dass ich eine Notlüge verwenden werde... das ist besser als mich angreifbar zu machen und mich den Bewertungen auszusetzen... schade, aber ist so...

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Für Dich muss es sich gut anfühlen.
    Vielleicht ist der richtige Zeitpunkt dafür auch noch nicht reif für Dich, es Deiner Schwester zu sagen.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Am Anfang braucht das seine Zeit.
    Für mich war es wichtig, diesen Gedanken umzulenken, dass Alkohol trinken kein Verzicht, sondern eine neu gewonnene Freiheit ist.
    Ich brauche den Alkohol nicht mehr, um das das oder das….. zu bewirken.
    Für mich ist Alkohol eine Flüssigkeit, die das Nervengift Ethanol enthält. Bildlich gesehen „ ein Totenkopf“ auf der Flasche.

    Oh, danke für dieses Bild! <3

    Ja, es braucht offensichtlich Zeit... meine neuroyalen Netzwerke haben noch nicht gespeichert und kommuniziert, dass es mir ohne Alkohol viel besser geht... selbst mit dem immer wieder auftretenden Suchtdruck merke ich ja unter dem Strich, dass so viel besser läuft als vorher... nun gut, ich wiederhole mich ungern, aber ich muss an meiner Geduld arbeiten 8)

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • aber ich muss an meiner Geduld arbeiten

    Oder vielleicht die Erwartungen daran, wie schnell sich etwas verändern muss, ein Stück weit loslassen, dann entsteht die Geduld von ganz alleine (und trotzdem ändert sich alles) 😉

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • ich werde das Thema jetzt loslassen und mich kurz vor Weihnachten mit einer weißen Lüge entschuldigen.

    Bis dahin ist ja auch noch eine Weile hin. Da wird sich im Kopf durch die andauernde Nüchternheit noch einiges ändern.
    Ich denke es ist eine gute Idee etwas Zeit ins Land gehen zu lassen.

    Gerade noch mal auf Seite 1 bei dir geschaut. Du bist gerade im zweiten Monat? Das bedeutet, dass du bis dahin ja bald doppelt so lange nüchtern sein wirst.

    Im ersten halben Jahr ging bei mir im Hirn der Punk ab. ^^ Ich wurde, besonders von Leuten aus der realen SHG, immer sehr zur Geduld angehalten. Besonders im ersten Jahr sollten nicht zu weitreichende Entscheidungen getroffen werden.
    Na ja. Habe mich nicht immer daran gehalten. :saint:

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

    2 Mal editiert, zuletzt von Alex_aufdemweg (7. Oktober 2026 um 21:17)

  • Oder vielleicht die Erwartungen daran, wie schnell sich etwas verändern muss, ein Stück weit loslassen, dann entsteht die Geduld von ganz alleine (und trotzdem ändert sich alles) 😉

    Loslassen ist ein schönes Stichwort...
    Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass man als Alkoholiker/Suchtkranker eine Beziehung zum Suchtstoff hat und dass es in der Abstinenz auch darum geht, diese Beziehung loszulassen. Ich finde das macht Sinn, auch mit Blick auf die Botenstoffe, die Drogen aktivieren... ich erwähne es ungern, aber auch Loslassen war bisher nie meine Stärke, aber was solls, dann übe ich das jetzt auch...

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • auch Loslassen war bisher nie meine Stärke,

    Meine auch nicht. Loslassen ist im Prinzip etwas passives. Es passiert dann vieles von selbst.

    Erst habe ich den Alkohol los gelassen und dann automatisch immer mehr andere "Umstände" die mich nicht glücklich gemacht haben.

    Dann war ich frei für mein neues Leben.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Willkommen im Club.
    War anfangs auch für mich schwierig, das wird… und oft habe ich mir den Gelassenheitsspruch in Erinnerung geholt. Der passt eigentlich so ziemlich genau auf jede Lebenssituation.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Bis dahin ist ja auch noch eine Weile hin. Da wird sich im Kopf durch die andauernde Nüchternheit noch einiges ändern.
    Ich denke es ist eine gute Idee etwas Zeit ins Land gehen zu lassen.

    Gerade noch mal auf Seite 1 bei dir geschaut. Du bist gerade im zweiten Monat? Das bedeutet, dass du bis dahin ja bald doppelt so lange nüchtern sein wirst.

    Im ersten halben Jahr ging bei mir im Hirn der Punk ab. ^^ Ich wurde, besonders von Leuten aus der realen SHG, immer sehr zur Geduld angehalten. Besonders im ersten Jahr sollten nicht zu weitreichende Entscheidungen getroffen werden.
    Na ja. Habe mich nicht immer daran gehalten. :saint:

    Krass, erst der Beginn des 2. Monats, das stimmt! Mir kommt es länger vor... abgefahren...
    Gut, dass Du mich darauf aufmerksam machst...

    Das mit den Entscheidungen ist ein wichtiger Hinweis... kommt auch in mein Ressourcen-Tagebuch :)

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Du hast mit allem Recht, was Du geschrieben hast, aber in der Gleichung fehlt eine Variable:
    mein Gefühl.

    Moin Morgaine,

    ich verstehe schon, was du meinst. Bei einem Erfahrungsaustausch geht es mir aber nicht darum, wer recht hat oder nicht oder welche Variable der andere vielleicht noch berücksichtigen müsste.

    Meine Sucht interessiert es nämlich herzlich wenig, welche Gefühle oder Emotionen ich gerade habe. In meiner nassen Zeit waren die schließlich oft genug ein willkommener Grund, wieder zu saufen.

    Und mir geht es auch gar nicht darum, wer sich bei wem outet oder welche Gefühle dahinterstehen. Wem du von deinem Alkoholismus erzählst oder wie du mit deiner Schwester umgehst, musst du selbst entscheiden.

    Mir geht es einzig und allein um Risikominimierung. Ich muss dabei nicht jede Gefühlslage oder Lebenssituation des anderen kennen, um auf ein mögliches Suchtrisiko hinzuweisen.

    Wenn du Weihnachten nicht hingehst und das für dich entschieden hast, dann ist es für deine Trockenheit erst einmal völlig unerheblich, ob du deiner Schwester davon erzählst oder nicht.

    Ich bin da eher für klare Linien. Und glaube mir, mir wurde gerade in meiner Anfangszeit auch so manche Schwäche vorgeworfen, weil ich bestimmte Dinge nicht mehr mitgemacht habe. Damit konnte ich leben. Ich hatte Antworten .

    Denn solche Sprüche kamen oft von Menschen, die entweder mit ihrem Halbwissen glänzen wollten oder selbst noch an der Flasche hingen. Und manchmal konnte ich meinem Gegenüber regelrecht ansehen, wie plötzlich das eigene Trinkverhalten überprüft wurde, wenn ich gesagt habe: „Ich bin trockener Alkoholiker.“ Das stört mitunter das eigene Weltbild.

    Aber das war nicht mehr mein Problem.

    Am Ende sitze ich mit meiner Sucht da. Und wenn ich damit klarkomme, ist es ziemlich egal, ob andere damit klarkommen. Darum geht es mir. Nicht um ein erzwungenes Outing.

    Sondern darum, die eigene Trockenheit nicht von den Reaktionen anderer abhängig zu machen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • hallo Morgaine

    als erstes, es gibt keine verpflichtung, auch nicht der familie gegenüber(so weh es auch tut), den kontakt zu halten solang er dir nicht gut tut. du bist dir verpflichtet, deiner gesundheit und deinem leben nichts anderes. gerade zum anfang der abstinenz schwabbern da noch gedanken durch den raum sich rechfertigen zu müssen, erklärungen abzugeben und sich zu entschuldigen bei hinz und kunz. bleib bei dir und versuch nicht jemand anderes zu werden oder wie andere dich gern hätten.

    nur mal ein beispiel aus meinem leben. ich hab seit über 20 jahren keinen konntakt mit meinem bruder, hab meine nichte(ist genauso alt wie meine tochter) noch nie gesehen oder gesprochen. mit meiner mutter(alki) hab ich auch seit jahren keinen konntakt und mit meinem erzeuger auch nicht. warum? weil es mir nicht gut tut und ich mich nicht in der verpflichtung seh dem auch noch hinterher zu laufen. sie haben sich für ihr leben entschieden und ich für meines. es gibt auch kein gesetz das dich dazu verpflichtet mit ihnen konntakt zu halten. wofür? für neue vorwürfe und kränkungen? du solltest dir mehr wert sein als das;)

    mach weiter im text, auch wenn dich jetzt schon die weihnachtstage nerven, die nicht die ersten und auch nicht die letzten sein werden. versuch aus der stille, auch wenn sie sehr laut werden kann im kopf neue kraft zu schöpfen. denk immer daran, kleine kratzer und beulen kann man sich holen, aber brechen wird es mich nicht... ich wünsche dir weiterhin viel kraft und zuversicht, du schaffst das:)

    grüsse

    Perfer et obdura, dolor hic tibi proderit olim.

    ("Ertrage und halte durch, dieser Schmerz wird dir einst nützen")

    (Trocken seit 26.03.2009)

  • Hallo _Eternal_ ,
    ich danke Dir für Deinen Beitrag! Schon vor langer Zeit habe ich begriffen, dass ich meiner Familie zu nichts verpflichtet bin, deshalb habe ich ja vor 30 Jahren den Kontakt komplett abgebrochen. Ich weiß also sehr gut, wie es sich anfühlt, ohne Familie zu leben. Allerdings weiß ich auch, wie es ist, seit sehr langer Zeit weitestgehend komplett alleinstehend zu sein, nur wenige Freunde zu haben. Und da freut es mich, dass meine Schwester wieder Kontakt haben möchte. Mein Leben ist durch meine kPTBS leider sehr eingeschränkt, ich arbeite auch nicht und vielleicht kannst Du nachvollziehen, dass ich daher diesen Kontakt nicht torpedieren möchte. Es ist leicht zu sagen "Wer mich als Alkoholiker nicht akzeptiert, der kann mir mal im Mondschein begegnen" wenn man genügend Kontakte hat. Ich leide unter der Einsamkeit. Und nicht erst seit gestern.
    Meine Schwester ist auch nicht offen abwertend oder gar feindselig. Sie würde, wenn ich mich oute, ziemlich sicher leider erstmal "mitleidig geschockt" sein. Aber an den kleinen Dingen, an Blicken, an Nebensätzen und anderem würde ich merken, dass ich - wie schon oben geschrieben - in ihren Augen eben doch jemand bin, der das Leben nicht meistert. Die alten Rollen im Familiensystem zeigen sich sehr subtil und ohne gemeinsame Aufarbeitung wird sich das mit meiner Schwester nie ändern.
    Ich weiß aber auch, würde ich sie morgen wegen irgendwas um Hilfe bitten, würde sie versuchen mich zu unterstützen. Es ist eben im echten Leben oft nicht schwarz/weiß, unser Verhältnis ist ambivalent, ja, aber mir wertvoll genug, zu versuchen, es zu verbessern... die Schexxx die wir gemeinsam durchgemacht haben, verbindet ja auch...

    Natürlich mache ich weiter im Text. Ich habe mich bisher von großen Krisen nicht unterkriegen lassen, da fang ich jetzt nicht damit an. Und irgendwann werde ich meiner Schwester sagen, dass ich Alkoholikerin bin. Wenn ich gefestigter in meiner Abstinenz bin und wenn sich mein Selbstwert wieder eingependelt hat... Dann kann ich einer möglichen dämlichen Reaktion auch besser begegnen. (...) Und ich weiß jetzt nicht, wieviele Weihnachten Du schon allein verbracht hast, bei mir waren es viele.
    Ich hab langsam die Schnauze voll davon, ganz ehrlich. Aber ich werde auch dieses Weihnachten überstehen, egal wie, nur nicht mit Alkohol.

    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Meine Sucht interessiert es nämlich herzlich wenig, welche Gefühle oder Emotionen ich gerade habe. In meiner nassen Zeit waren die schließlich oft genug ein willkommener Grund, wieder zu saufen.

    (...)

    Sondern darum, die eigene Trockenheit nicht von den Reaktionen anderer abhängig zu machen.

    Moin Hartmut ,

    vielen Dank für Deine Klarstellung! Das kann ich nachvollziehen!

    Den oberen Satz finde ich sehr spannend: dass die Gefühle der Grund dafür waren, wieder zu saufen.
    Ich will jetzt keine Haarspalterei betreiben, aber ich für mich sehe das anders: mein Grund zu saufen war die Weigerung und das Unvermögen, mich mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen bzw sie auf gesunde Art zu regulieren...
    Wie dem auch sei, ich bin ein gefühlsbetonter Mensch und ich gewöhne mich erst noch daran, dass Du diese fiesen Dinger Gefühle in Deinen Texten öfter mal "ignorierst" - so zumindest meine Wahrnehmung.;)

    Nein, ich werde definitiv meine Trockenheit von niemandes Reaktion abhängig machen! Da wäre ich ja mit dem Klammerbeutel gepudert. Und deshalb habe ich ja auch diese meine unfeine Lösung gefunden - die jetzt dafür sorgt, dass das Thema mich nicht mehr belastet, ich entspannt damit umgehen kann und mir keine Sorgen mehr mache....

    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • dass die Gefühle der Grund dafür waren, wieder zu saufen.

    mein Grund zu saufen war die Weigerung und das Unvermögen, mich mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen

    Also eben doch Gefühle.

    Gefühle haben oder nicht haben wollen.

    Ich habe jetzt darüber nachgedacht. Im Endeffekt habe ich getrunken um meine Gefühlswelt zu verändern.
    Etwas nicht fühlen. Anderes stärker fühlen, "dumpf" werden, usw.

    Also ist Sucht eigentlich die Sucht nach Veränderung meiner Gefühle. Am Ende habe ich nur noch gesoffen um mich "normal" zu fühlen. Was aber auch eine Veränderung war, da ich mich ja ohne zu trinken nicht so gefühlt habe.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Wie dem auch sei, ich bin ein gefühlsbetonter Mensch und ich gewöhne mich erst noch daran, dass Du diese fiesen Dinger Gefühle in Deinen Texten öfter mal "ignorierst" - so zumindest meine Wahrnehmung

    Ich ignoriere Gefühle nicht. Ganz im Gegenteil. Ich nehme sie wahr, trenne sie aber auch hier im Erfahrungsaustausch bewusst von der Sucht. Sonst können Gefühle schnell wieder als Rechtfertigung herhalten, doch zum Glas zu greifen.;)

    mein Grund zu saufen war die Weigerung und das Unvermögen, mich mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen bzw sie auf gesunde Art zu regulieren...

    Da unterscheiden wir uns vielleicht ein wenig. Ich habe nicht gesoffen, weil ich bewusst irgendwelche Gefühle regulieren oder kompensieren wollte. Ich habe gesoffen, weil ich alkoholabhängig war/bin.

    Natürlich waren Gefühle, Situationen, Stress, Ärger oder Freude oft willkommene Anlässe zum Saufen . Aber irgendwann brauchte ich überhaupt keinen besonderen Anlass mehr.

    Da wurde aus „Ich trinke wegen ...“ einfach „Ich trinke.“

    Und diese alten Verknüpfungen verschwinden ja nicht einfach, nur weil ich das Glas weggestellt habe. Gefühle darf ich haben. Auch die beschissenen.

    Deshalb schaue ich bei solchen Themen zuerst auf das Suchtrisiko und nicht auf die Begründung dahinter. Denn meine Sucht interessiert es herzlich wenig, welche Erklärung ich gerade für mein Trinken wieder hätte.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

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