aki - Habe sie 'rausgeworfen' und bin furchtbar traurig

  • Hallo,

    nach 10 Jahren Ehe, wir waren vor 40 Jahren schon einmal ein Paar, habe ich meine Frau vor 3 Tagen aus meinem Elternhaus 'rausgeworfen'.

    Nach einer Pseudo Therapie vor ca. 2 Monate war der 'Erfolg' daß sie von Wein auf Vodka gewechselt hat.

    Dies war nun heimlich und machte sie nach meinem Eindruck aggressiver.

    Eskaliert ist es vor eine Woche als sie um 3 Uhr Nachst, wir hatten geschlafen, im Flur umgefalles ist. Böse Platzwunde am Hinterkopf, fas Bewusstlos. Sie hätte nicht getrunken (Lüge). Rettungswagen hat sie ins Krankenhaus gebracht.

    Ich wollte mit dem Rettungswagen mitfahren, habe aber den eindrücklichen Hinweis bekommen, ich sollte Zuhause bleiben und auf einen Anruf warten.

    3 Tage später: Meine Frau steht nun auf dem Standpunkt, ich hätte sie alleine und im Stich gelassen, was sie mir (wörtlich) nie verzeihen würde.

    Das eskalierte massiv und in der Folge haben wir uns getrennt, bzw. ich habe sie 'rausgeschmissen'.

    Ich weiß nicht mehr weiter und bin sehr traurig.

    Einmal editiert, zuletzt von aki (16. September 2026 um 08:43)

  • Hey Aki, das tut mir sehr leid für dich, das fühlt sich bestimmt schrecklich an. Gut, dass du hier das Forum gefunden hast, mir hat das Lesen hier sehr geholfen.

    Ein ganz wichtiger Punkt - egal, was du machst oder tust oder sagst oder eben auch nicht - hat nichts damit zu tun, ob deine Frau trinkt oder nicht. Das ist nicht deine Schuld oder Verantwortung, sondern ganz alleine ihre.

  • Hallo Panama,

    Danke, ja ich weiß. Habe einigen Rückhalt auch von ihren Schwestern. Ich wusste von ihrer Krankheit habe das aber massiv unterschätzt.

    Kenne sehr gut den Ausdruck CO-Abhängigkeit und sehe in dem Rausschmiss die einzige Möglichkei für uns beide.

    Aber es tut sehr, sehr weh.

  • Hallo aki,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht. Lasse dir nicht von ihr einreden daß du schuld an ihrer Verfassung trägst dafür ist sie alleine zuständig. Sie bekommt ihre Sucht nicht in den Griff, du hast erstmals konsequent gehandelt. Deine Traurigkeit verstehe ich, ich bin auch eine Angehörige und war lange mit meinem alkoholkranken Mann zusammen. Ich habe mich letztendlich auch getrennt weil ich seine Sucht nicht mehr ertragen konnte.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, aki.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo,

    heute ist wieder so ein Tag wo ich mir wünschte, nicht so reagiert zu haben. Nicht den Rausschmiss forciert zu haben und mir alles furchtbar leid tut.

    Wir standen vor einer Woche in Kontakt wegen gemeinsamen Dingen, Konto, Versicherungen und Abgaben, etc. Das alles per WhatsApp, ihre Intiative. Dabei denke ich an pubertierende Teenager.

    Im Anschluss meinte ich, möchte mit Dir reden. Die absolute Wut empfangen.

    Ob sie nüchtern oder betrunken war weiß ich nicht.

    Sie hätter keinerlei Gefühle mehr für mich, niemals wäre sie so gedemütigt worden. Leb wohl.

    Ich bin entsetztlich traurig, wenn ich die Endgültige Trennung fühle.

    Ist das die Abhängigkeit, Verlust-Angst, Liebe?

    Es zerreißt mich gerade sehr.

  • Hallo Aki,

    ich schreibe Dir als Alkoholikerin und möchte sagen, dass ich Deine Trauer und die Zerrissenheit extrem gut nachvollziehen kann.
    Und ohne es genau zu wissen, glaube ich, dass es die Abhängigkeit, die Verlust-Angst und die Liebe sind, die den Schmerz verursachen. Und: eine Bindung zu kappen, zumal ohne dass man es eigentlich möchte, ist immer schmerzhaft, das ist leider in uns so angelegt...
    Vielleicht hilft es Dir, Dir zu vergegenwärtigen, warum Du sie aus dem Haus haben wolltest und wie schwierig es war, mit ihr zu sein. Und mach Dir klar, dass Du ihr nicht helfen kannst, das kann nur sie selber.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Trost und sorge gut für Dich!

    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Guten Morgen Morgaine,

    vielen Dank für Deine Nachricht.

    Wir hatten jetzt etwas Abstand und ich war halbwegs für mich in Ruhe. Habe viel nachgedacht und zutiefst bereut, dass ich die Fassung verloren hatte.

    Als ich, sehr unerwartet, gestern Nacht eine Nachricht (WhatsApp) von ihr bekommen habe.

    Nach meinem Rausschmis ist sie bei ihrer Mutter untergekommen und hat mir mitgeteilt sie habe ab nächster Woche eine Wohnung.

    Warum Nachst? Sie kennt mich gut, Nachts verstört mich diese Endgültig sehr.

    Sie schreibt meinen Hass auf sie sei unbegründet, ich schreibe ich würde sie nicht hassen, habe ich auch nie gesagt. Ich schrieb, ich wäre entdätzlich traurig ihr den Halt nicht gegeben zu haben und sie schlägt zu.

    Die stetige Hoffnung es wird wieder gut ist weg und ich fühle mich Elend.

    Warum dieser unreflektierte Hass, könnte sie in der Ruhe nicht auch nachdenken, wo ihr Anteil liegt?

  • Hi Aki,

    mein Mann hat mir sehr lange Halt gegeben und hat mich gedeckt. Er war immer loyal und stand hinter mir, auch als ich es mir mit fast allen Menschen in meinem Umfeld verscherzt habe. Ich hatte das aber nie gesehen, mich zeitweise auch gewundert, wie er das mit mir aushält. Schlimmer noch, ich habe einmal zu ihm gesagt, ich hätte die Kinder geschnappt und wäre gegangen, wenn es andersrum gewesen wäre. Dann war er am Ende seiner Kräfte und konnte eines morgens nicht mehr aufstehen. Meine Krankheit war daran schuld. Ich war oft wütend, hab ihm eine Mitschuld an meinem Zustand gegeben und lebte in meiner Blase, jahrelang.

    Als ich trocken wurde, wollte ich von heute auf morgen alles verändern, mich, mein Leben, meine Zukunft und hab sogar mit dem Gedanken gespielt, IHN zu verlassen. Ein Mitglied meiner SHG, der schon über 25 Jahre trocken war, hat mir damals den Rat gegeben, im ersten Jahr, keine weitreichenden Entscheidungen zu treffen. Ich hab mich daran gehalten.

    Ich bin dankbar, dass mein Mann mich nicht alleine gelassen hat. Er hat in einem unserer vielen nüchternen Gespräche zu mir gesagt, er hatte sich vorgenommen, zu warten, bis es mir wieder gut geht und hätte mich dann vermutlich verlassen. Aber dass er mich in dieser schlimmen Zeit nie alleine hätte lassen können, weil er wusste, dass Alkoholismus eine Krankheit ist, für die niemand etwas kann.

    Ich schreibe dir das jetzt, damit du vielleicht verstehen kannst, dass ich nüchtern ganz viele Dinge niemals getan hätte und unvorsichtig und zu impulsiv gehandelt habe. Ich hatte meine Gefühle null unter Kontrolle und war zu oft sehr verletzend. Die Krankheit hatte mich so sehr im Griff. Trinkt deine Frau noch?

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Und als Nachtrag, damit du das nicht falsch verstehst: Du hast nichts falsch gemacht. Du musst kein schlechtes Gewissen haben. Irgendwann kann man einfach nicht mehr. Viel Kraft für dich.

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Als ich, sehr unerwartet, gestern Nacht eine Nachricht (WhatsApp) von ihr bekommen habe.

    Aus meiner Erfahrung als Alkoholiker kann ich nur raten: Null Kommunikation via WhatsApp. Taugt einfach nicht als fundierter Gedankenaustausch. Sender und Empfänger interpretieren das Geschreibsel unterschiedlich- jeder gerade so wie es in sein Weltbild passt.

    Und nachts... immer im Suff ... was hab ich da einen Shice geschrieben... da wirst du irgendwann nicht mehr ernst genommen.


    .

  • Hallo Gaarder,

    Danke für Deine Nachricht.

    Ja WhatsApp ist absolut schlimm, alles wird verworren unklar und führt nur ins weitere Chaos.

    Ich werde über WhatsApp nicht mehr mit ihr kommunizieren, erst Recht nicht mitten in der Nacht. Da ist sowieso alles düster.

    Es gibt noch sehr viele Dinge zu klären und das werde ich ihr per E-Mail anbieten.

    War bei meinem besten Freund, der mich heute morgen geerdet hat.

  • Hallo Hera,

    vielen Dank.

    Ja meine Frau trink schlimmer als vor dieser Pseudo Therapie Anfang Mai diesen Jahres. Statt halbwegs offensichtlich Wein exklusive (soweit ich weiß) nun Vodka heimlich.

    Das hat alles dramatisch verschlimmert. Nicht mehr einfach nur beduselt abends, eher Aggro.

    Und dann der Kollaps vor 3-4 Wochen der mit Rettungswagen im Krankenhaus geendet ist.

    Ich hatte selber fast einen Zusammenbruch, als mir so deutlich geworden ist, wie hilflos ich nichts, wirklich nicht, ausrichten kann.

    Jeder Gespräch führte nur zu Wut.

    Bis ich gesagt habe sie muss ausziehen.

    Und nun bin ich für sie "gestorben".

    Ich habe jtzt die große Sorge, ob sie irgendwie einen Weg findet und nicht vollkommen abstützt.

  • Sie hat ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht. Manche erreichen ihn nie. Ihre Wut wird sich hoffentlich irgendwann legen. Ich hab gerne anderen die Schuld gegeben, dass ich weitertrinken muss, habe sie als Begründung benutzt. Es war eine Ausrede, ein vorgeschobener Grund. Nur ich hatte und habe es in der Hand. Niemand zwingt mich, zu trinken.

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

  • Danke.

    Wenn es nur nicht so furchtbar verletzend wäre. Ich, nach dem Abstand, meine Wut verlohten habe.

    10 Jahre Ehe, sind nicht so schnell verarbeitet.

    Und zurück mit bleibt große Trauer und Selbstzweifel.

    Zusätzlich habe ich seit meiner Jugend Verlustängste. Vater Suizid (besoffen) als ich 14 war, Mutter mit 20, sehr leidvoll, an Krebs verlohten.

  • Sie macht Nägel mit Köpfen.
    Ich bin sehr verzweifelt, sehr traurig und sehe nur noch das endgültige Ende unserer Ehe.
    In der kurzen Zeit hat sie ihr leben neu organisiert. Wohnung gefunden.
    Eigentlich ist das ja auch gut, sie war schon immer eine Macherin.
    Wenn nur der scheiß Alkohol unsere Beziehung nicht so belastet hätte.

    Nun bittet sie mich ihr mitzuteilen (WhatsApp), wann ich nicht zu Hause bin um Möbel, etc. abzuholen.

    Mir geht es wirklich sehr mieß, dass ich das soweit gebracht habe.
    Wünschte mir nichts mehr als hätte ich sie blos nicht "raugeworfen, hätte ich blos nicht so die Fassung verlohren und hätte ich sie doch blos zu einer vernünftigen Therapie / Enzug begleitet. Einen Einsicht dass sie Alkoholkrank ist ist bei ihr vorhanden.

    Tagsüber komme ich einigermaßen zu Recht (Bin Frührentner wegen Krebs), aber Abens falle ich in ein sehr tiefes Loch.
    Habe zwar Freunde, die mich auffangen, aber kann ja nicht jeden Abend dort aufgefangen werden.

    Grübeln üder grübeln, was ich tun kann, sie abzuholen.
    Ihr Ton (WahtsApp) hat sich von wütend zu sachlich geändert.

    Gesprochen haben wir seit ihrem Auszug nicht.
    Wie beschäuert ist das, erwachsene menschen, die sich geliebt haben, können nicht miteinandere sprechen.

    Mein Problem ist, dass ich meine Emotionen so schlecht kontrollieren kann und hauptsächlich in Trauer mit Tränen verfalle.
    Das soll wirklich nicht manipulativ sein, ich kann es kaum kontrollieren und bin entsetzt, wie kühl sie reagiert.

  • Hallo aki !

    Ich kann deinen Schmerz sehr gut verstehen. Ich hab meinen Mann vor 2 Wochen rausgeworfen, weil er nicht mal eine Woche nach seiner Reha, die 13 Wochen dauerte, wieder das Trinken angefangen hat.

    Und jetzt plötzlich schafft er es nüchtern zu bleiben. Hat zwar auch noch fast 2 Wochen gedauert, aber ja. Er war direkt nach der Trennung auch sehr mies zu mir und hat mich aufs Übelste beschimpft und beleidigt. Aber jetzt, wo wieder der liebevolle, gute Mensch zum Vorschein kommt, tut auch mir die Trennung sehr weh!

    ABER ich weiß mittlerweile, dass das auch sehr schnell wieder umschlagen kann und das sage ich mir gerade immer dann, wenn das Herz flüstert, dass er doch eigentlich so lieb ist und wir doch auch viele gute Zeiten hatten. Ich hab mir selbst aber jetzt versprochen, dass ich nie wieder mit dieser Angst leben will, die seine Unberechenbarkeit im betrunkenen Zustand gebracht hat.

    Ich hab nur ein Leben und das möchte ich jetzt bitte in Ruhe weiterführen, ohne suchtbedingten Stress!

    Das ist es, glaub ich, was wir uns immer wieder vor Augen führen müssen. Dass diese beschissene Sucht uns in der Beziehung immer weiter begleiten und beeinflussen würde. Wenn wir das nicht mehr wollen, dann ist die Trennung der einzige logische Schritt!

    Halte durch! Ich drücke dich ganz lieb aus der Ferne!!!

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!