Numb - Schaffe ich es raus?

  • Hallo,

    Ich bin neu hier.

    Seit etwas über einem Jahr bin ich mit meinem Partner zusammen.

    Meines Erachtens liegt bei ihm ein massives Alkoholproblem vor und noch schaffe ich es nicht, dass ich ganz den Abschied schaffe.

    Nachdem er mich letzte Woche bei einem Telefonat betrunken massiv angegangen hat, ich selber aber aktuell nach einer Operation im Krankenstand und dadurch auch psychisch belastet bin, habe ich aufgelegt.

    Er nimmt keine Rücksicht auf meine Beschwerden und ich soll funktionieren bzw. nach seiner Pfeife tanzen.

    Ich habe seitdem den Kontakt auf ein Minimum reduziert und ihm am Wochenende erst einmal mitgeteilt, dass ich nicht reden möchte und mich sortieren muss.

    Interessiert aber nicht, er versucht öfter anzurufen und mich per WhatsApp zu einer Reaktion zu verleiten.

    Ich würde mich über Austausch freuen, damit ich meine Zweifel loswerde.

  • Ich bin aktuell wirklich dabei, alles zu sortieren.

    Ein wohl großer Vorteil ist, dass wir nicht zusammen wohnen und ich für mich sein kann.

    Die Zeichen für seine Krankheit waren von Anfang an da, aber für jemand, der nicht wirklich Erfahrung mit Menschen, die unter einer Alkoholerkrankung leiden, hat, bin ich ziemlich blind in diese Beziehung gestolpert.

    Persönlich trinke ich selten bis gar keinen Alkohol.

    Er hat seine Beschwerden immer vertuscht, und jegliche Andeutungen bzw. auch klare Ansprache aus seinem familiären Umfeld tut er ab, dass das alles nicht wahr ist und die alle nur „rumspinnen“. Und er hat ja definitiv kein Alkoholproblem, das haben nur andere Personen im Umfeld.

    Mir fällt es schwer, meiner Wahrnehmung zu vertrauen, wenn er es massiv abstreitet.

    Ich hab auch Anfang des Jahres sehr klar kommuniziert, dass es für mich nicht geht, dass er mich angreift, beschimpft, klein macht etc. und er mich damit sehr verletzt.

  • Hallo und willkommen Numb,

    vertuschen, sich mit anderen Leuten zu vergleichen und von wegen " das machen alle, die trinken viel mehr, die spinnen, du spinnst, iiiich hab doch kein Problem" , das habe ich auch jahrelang von meinem ersten Mann gehört.

    Und genau wie du war ich dann verwirrt und hab meinen Wahrnehmungen immer weniger vertraut. Weil ich eher ein unsicherer Mensch war und prinzipiell eher den anderen Menschen geglaubt habe als mir selbst.

    Der Austausch mit anderen Mitbetroffenen ist daher sehr gut geeignet, was zu sortieren. Hier ist der Link dafür:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Klick einfach drauf und schreibe, dass du um Freischaltung bittest. Nach der Freischaltung findest du dein Thema im Bereich für Angehörige und Coabhängige wieder.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Also, dich angreifen, beschimpfen und kleinmachen geht unabhängig vom Alkoholkonzum gar nicht. Warum solltest du dir das bieten lassen?

    Ja das frag ich mich auch.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, nichts mehr richtig machen zu können bei ihm.

    Er selbst ist pingelig ordentlich und sauber - zumindest oberflächlich.

    Bei seinem letzten Aufenthalt bei mir war es ihm aber nicht sauber genug. Der Boden ist dreckig. Und ich muss dringend öfter lüften.

    Mein Vollzeitjob wird da nicht gewürdigt. Und schon gar nicht, dass ich nach der Arbeit heim gehetzt bin, meine Wohnung durchgeputzt habe und dann noch eingekauft.

    Auch wurde - im Suff - bei Freunden von mir sich über meine körperliche Einschränkung lustig gemacht.

    Und grundsätzlich bin ich an allem schuld.

    Er war sehr angefressen, dass ich kurz vor einem Konzert operiert werden musste (OP war sehr dringend notwendig). Um ihm eine Freude zu machen, habe ich für seine Lieblingsband noch zwei Karten organisiert zu einem Zeitpunkt vor meinem Aufenthalt im Krankenhaus. Zwei Tage vorher hieß es, er sei krank um einen Abend vorher abzusagen, weil er wie „Grippe“ habe und es ihm nicht gut geht.

    Und jetzt bekomme ich am Telefon gesagt, natürlich vollgesoffen - dass ich ihn nur verarschen würde.

    Interesse an meinem Befinden? Wenig bis gar nicht. In vier Wochen im Krankenhaus war er nur einmal da.

    Oder der Spruch: für 8 Wochen zusammen sein schaust du schon ganz schön schwanger aus.

  • Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe, Numb!

    Das ist ein wirklich respektloses Verhalten von Deinem "Partner". Auch ohne Alkohol ist das ein no go!

    Deine Gedanken gehen jetzt auch schon in diese Richtung und das bewegt etwas in Dir. Sehr gut!

    Pass auf Dich auf und sei es Dir wert, dass er Dich nicht so behandeln darf!

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Liebe Aurora,


    Danke für deine Nachricht.

    Ich schau selber nicht auf andere. Wenn jemand saufen will - soll er das tun.

    Die Kontrolle von alkoholischen Getränken in seiner Wohnung habe ich seit langem aufgegeben.

    Ich weiß, dass er trinkt. Es gab letztes Jahr auch schon großes Drama, weil ihm jemand aus seinem Umfeld versucht hat, aufzuwecken und wachzurütteln, damit er vielleicht umdenkt und sein Leben rettet.

    Alles von sich gewiesen. Er hat kein Alkoholproblem - schwankt aber nachmittags beim pinkeln im Wald beim spazieren gehen massiv und denkt ich bekomme das nicht mit.

    Er scheint auch mit Durchfall zu tun zu haben und diesen nicht mehr halten zu können. Im Sommer auf einem Fest hatte er sich „anscheinend wo reingesetzt“ und das starke Schwanken auf dem Rückweg bzw. das nicht mehr laufen können lag an den Bierbänken und seinem Rücken. Der vorherige Bierkonsum wurde einfach unter den Tisch gekehrt.

  • Danke Elly.

    mir fällt das alles so schwer. Am Anfang war es lustig, leicht und locker.

    Hat sich aber irgendwann sehr gedreht.

    Er ist wenn er gefühlt „nüchtern“ ist ein ganz anderer Mensch.

    Retten kann ich ihn nicht.

    Und mit meinem aktuellen Rückzug kommt er so gar nicht klar und versucht mich dahin zu manipulieren, dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme und quasi zu Kreuze krieche.

    Ich hab aktuell auch einfach das Problem, dass er sich komplett zu Grunde säuft, sollte ich die Beziehung beenden. Irgendwo unter dieser Sucht steckt ein sehr sensibler Mensch, der zudem sehr krank ist.

  • Ich hab aktuell auch einfach das Problem, dass er sich komplett zu Grunde säuft, sollte ich die Beziehung beenden.

    Das ist nicht Dein Problem, Numb!

    Er säuft ohne Dich oder mit Dir. Ein Alkoholiker findet immer wieder einen Grund zum Saufen. Und nach den Schilderungen von Dir, deutet alles auf Alkoholismus hin.

    Wieso lässt Du Dir dieses respektlose Verhalten gefallen?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Numb,

    Herzlich willkommen bei uns.

    Ich habe auch so einiges vom dem gehört und erlebt was du beschreibst .

    Was nasse Alkoholiker betreiben ist vielfach Manipulation . Einmal bist du die allerbeste und nur du kannst ihm helfen .

    Stunden später, der unmöglichste Mensch.

    Beim ersten Bsp. Wird dir alle Verantwortung zugeschoben, die du definitiv nicht hast und bei den Beleidigungen überlegst du dir ob er vielleicht doch recht hat und du "falsch" bist. Das ist am Anfang schwer, dies zu erkennen

    LG Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Das ist nicht Dein Problem, Numb!

    Er säuft ohne Dich oder mit Dir. Ein Alkoholiker findet immer wieder einen Grund zum Saufen. Und nach den Schilderungen von Dir, deutet alles auf Alkoholismus hin.

    Wieso lässt Du Dir dieses respektlose Verhalten gefallen?

    Ich vermute, dass es bei mir wahrscheinlich ein Großteil Prägung aus der Kindheit ist.

    Seit geraumer Zeit bin ich dabei, vieles aufzuarbeiten und die Tendenz geht dazu, dass ich es wahrscheinlich mit einem Elternteil zu tun habe/hatte, der sehr stark narzisstische Züge zeigt/e und der andere Elternteil auch hoffnungslos überfordert war. Nach der Trennung der Eltern war ich trotzdem auf mich allein gestellt und musste mein komplettes Leben selber bewältigen.

    Wahrscheinlich ist es, weil der Partner dem Elternteil mit den stark narzisstischen Zügen sehr ähnlich ist. Ich möchte hier keinesfalls eine Diagnose stellen, sondern das ist das was ich empfinde. Ich denke, dass es meinem Nervensystem ein vertrautes Muster ist und dass ich immer noch in mir drinnen stecken habe, dass ich mir Liebe oder Zuneigung verdienen muss.

  • Ich kenne das elterlicherseits. Habe so einige Themen von früher noch aufzuarbeiten und es scheint, dass es ein mir vertrautes Muster ist.

    Eigentlich möchte ich nur ein ruhiges, friedliches Leben.

    Es wurde meinerseits auch kommuniziert ihm gegenüber, dass ich einfach derzeit nur noch müde, leer und ausgebrannt bin, auch aufgrund der immer noch andauernden Komplikationen nach meiner OP und Stress im familiären Bereich.

  • Ich weiß gerade nicht, was ich machen soll.

    Seit dem Tag letzter Woche wo ich im Gespräch aufgelegt habe, versuchte er ja mehrmals mich zu erreichen, telefonisch und per Messenger.

    Ich hab ihm später geschrieben, dass ich mich sortieren muss und derzeit nicht reden möchte.

    Es kam auch die Frage, ob es nicht langsam mal Zeit wäre, dass ich mich melde.

    Einerseits würde ich zu gern die Stimme hören, andererseits sind viele Dinge bei mir hochgekommen, die zum Teil für mich traumatisierend waren.

    Ein persönliches Gespräch würde ich bevorzugen, aber dazu brauche ich noch ein bisschen Zeit. Und ich hab Angst, dass wieder jede Menge vorwürfe kommen, sollte ich schreiben oder anrufen.

    Ich bin gerade sowas von hin- und hergerissen ;(

  • Willst Du denn diese Beziehung überhaupt noch?

    Wenn Du Zeit brauchst, dann nimm sie Dir und lasse Dich nicht unter Druck setzen.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Numb,

    die Angst die du vor diesem Gespräch hast, ist nicht unbegründet. So ist meine Erfahrung. Ich hab es mit meinem ersten Mann so erlebt und auch hier bei den Angehörigen oft gelesen. In solchen Gesprächen hat mein erster Mann alle meine " Co-Knöpfe" gedrückt.

    Ich war Schuld, er wäre ein armes Schwein jetzt, am Boden zerstört und alles wegen meiner Rumzickerei. So hat er meine Trennung genannt. Das ist nur ein Auszug von allem, was da kam. Da wurde gejammert, manipuliert und beschuldigt. Und ich hab mich gerechtfertigt, mich schlecht gefühlt. Es war ein Drehen im Kreis.

    Immer wieder, bei jedem Versuch im Gespräch was für mich zu klären. Hinterher ging es mir immer schlecht und ich war verunsichert ob ich nicht doch Schuld hatte, ob er doch garnicht so böse gewesen wäre, ob die Trennung falsch war. Ich war immer im Rechtfertigungsmodus, wollte mich erklären.

    Geholfen hat da nur das Stopp. Wenn es was zu klären gab und wir reden mussten und er sofort wieder mit seinem Gerede anfing hab ich entweder Stopp gesagt oder bin aus dem Raum gegangen. Oder hab aufgelegt. Aber ich hab mich immer wieder in Gespräche verwickeln lassen.

    Bis es irgendwann bei mir " Klick" gemacht hat. Da hab ich ihn rausgeschmissen und den Kontakt auf ein Minimum reduziert. Wir hatten 2 ( zu dem Zeitpunkt schon erwachsene) Kinder und 1 Enkelin und dadurch gab es Berührungspunkte.

    Sonst nicht.

    Da du weder Kinder mit ihm hast noch eine gemeinsame Wohnung dürfte es doch keine Dinge, die geklärt werden müssten, geben. Also warum braucht ihr noch Gespräche? Zumal er auch übergriffig werden könnte, werden wird. Das war er ja schon oft. Möchtest du das wirklich?

    Ich weiß gerade nicht, was ich machen soll.

    Nach meinen Erfahrungen, die ich heute habe, kann ich dir raten, ihn zu blockieren. Auf allen Kanälen. Du wirst sonst nur immer wieder verletzt werden. Das, was er macht mit seinen Äußerungen, dem dich Lächerlichmachen gegenüber anderen usw ist eine Form von Gewalt.

    Das meine ich ernst. Bei Gewalt denkt man erstmal an Schläge oder so aber auch das, was dir passiert ist Gewalt. Und davor darfst du dich schützen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Willst Du denn diese Beziehung überhaupt noch?

    Wenn Du Zeit brauchst, dann nimm sie Dir und lasse Dich nicht unter Druck setzen.

    Es gäbe nur eine Chance, und die wäre dauerhaft nüchtern.

    Was ich aber bei ihm als schwierig empfinde, da so gar keine Krankheitseinsicht da ist.

    Selbst als ein Arzt das Thema angesprochen hatte, wurde es auf Medikamente vom Krankenhaus geschoben.

    Meine Tendenz geht zum Nein.

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