Alberts Trockendock - Vorstellung / Tag 1

  • Hallo in die Runde,

    ich bin männlich, Mitte 40, und habe mich hier angemeldet, weil ich einen Schlussstrich ziehen muss. Alkohol begleitet mein Leben schon seit meinem 18. Lebensjahr. Früher war ich immer der Letzte auf der Party, konnte nie aufhören und habe Vollgas bis zum Exzess gegeben. Gott sei Dank ist nie etwas ganz Schlimmes passiert, aber es stand mehr als einmal kurz bevor.

    Richtig gefährlich wurde es vor einigen Jahren, als ich bemerkte, dass ich mit Alkohol Sorgen aus dem Berufsleben scheinbar wegtrinken kann. Es gab Phasen mit mehr und mit weniger Konsum, aber an schlimmen Wochenenden waren es 12 bis 15 Bier täglich, unter der Woche oft 3 bis 4 Bier am Tag – manchmal auch mehr und gelegentlich mit Schnaps ergänzt.

    Gestern gab es wieder so einen Tiefpunkt: Wir waren mit dem Fahrrad unterwegs, ich habe wieder viel zu viel getrunken (8 Bier in 6h) und es war mir im Nachhinein extrem peinlich. Ich hasse den Alkohol und ich hasse mich selbst, wenn ich trinke. Dieses Zeug diktiert mein komplettes Leben, und damit muss jetzt Schluss sein. Ich mache das für mich, aber natürlich auch für meine Ehefrau, der ich das nicht mehr zumuten will.

    Aufgrund von weiteren chronischen Erkrankungen sowie Depressionen kommt ein stationärer Klinikaufenthalt für mich aktuell nicht infrage. Ich versuche den Weg von zu Hause aus zu gehen und habe heute meinen Tag 1.

    Ich habe schon etliche Versuche hinter mir, aufzuhören. Diesmal will ich es endgültig durchziehen. Ich hoffe, hier im Forum Gleichgesinnte zu finden, mir wertvolle Tipps für den Alltag ohne Alkohol zu holen und vielleicht irgendwann auch anderen mit meinen Erfahrungen helfen zu können.

    Ich freue mich auf den Austausch mit euch.

    Viele Grüße, Albert

    Alberts Trockendock – Wo die Schiffe endlich mal vom Alkohol wegkommen.

    Trocken seit 1.10.2026

  • Hallo Albert,


    willkommen im Forum, danke für deine Offenheit, zum Glück ist noch nix passiert, du hast es aber selbst erkannt: wenns so weitergeht ist es keine Frage des "ob" sondern des "wann"...


    Allgemein der Hinweis: Kalter Entzug kann potenziell tötlich sein ... also immer mit ärztlicher Begleitung und Einschätzung entziehen.

    Was genau, konkret willst du denn diesmal anders machen als die zig Male davor?

    Depression, chronische Krankheiten und Alkohol sind keine so unübliche Kombination, in aller Regel muss zumindest der Alkohol weg bevor du ernsthaft an der Depression arbeiten kannst und das zuhause ohne Qualifizierte Hilfe geht öfter schief als gut.

    Wenn Stationär nicht in Frage kommt (grade bei Krankheit Depression sollte da eine spezialisierte Klinik doch helfen können) gibts auch eine Ambulante Variante mit 1-3 Gesprächen in der Woche. Zu Beginn bieten die meisten Suchthilfen auch erstgespräche oder bis zu 3 Sessions komplett anonym an ...

    Grüße


    Barthell

    Train to survive

    survive to train

  • Hallo Barthell,

    vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Das ist eine sehr gute Frage, die ich mir selbst auch schon mehrfach gestellt habe. Ich habe in meinem Leben bestimmt schon über 50x versucht mit dem Alkohol aufzuhören. Am Anfang hab ich gedacht, dass kontrolliertes Trinken mit "Trinkregeln" nach dem Motto "erst nach 18.00 Uhr, nur 3 Bier usw." helfen würden. Hat es aber nicht, ganz im Gegenteil. Der Boomerang kam mit doppelter Geschwindigkeit zurück und ich trank noch mehr. Also ich weiss, dass es nur geht mit "ganz oder garnicht", etwas Trinken bringt nix. Ich muss komplett davon weg und mich gleichzeitig gesund ernähren. Ich hab das früher auch schon Monate durchgehalten, mir ging es super, also wirklich gut. Dann kam wieder ein blöder Rückschlag im Leben und ich hab eine "Ausrede" gehabt, wieder zu trinken. Mein Hirn hat immer nach diesen Ausreden gesucht.... und dann leider auch immer gefunden.

    Also was will ich diesmal ändern. Gute Frage. Zum ersten Mal hab ich mir Hilfe gesucht, indem ich mich hier im Forum angemeldet habe. Das war schon eine kleine Hürde für mich. Vielleicht kann mir das Forum helfen, dass ich mehr motiviert bin, wenn ich die Geschichten und Lösungswege von anderen Personen mir ansehe, mit anderen Betroffenen mich austausche usw. Auf jeden Fall hab ichs immer alleine versucht, das hat nie geklappt. Aber ich bin fest entschlossen, es diesmal zu schaffen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis etwas Schlimmes passiert, da bin ich mir zu 100% sicher.

    VG Albert

    Alberts Trockendock – Wo die Schiffe endlich mal vom Alkohol wegkommen.

    Trocken seit 1.10.2026

  • Hallo Albert,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Es ist gut, dass du dir über deinen Alkoholkonsum ernsthaft Gedanken machst.

    Alkohol ist ein Nervengift und zerstört Körper und Seele.

    Wirst du beim Entzug ärztlich begleitet, denn wenn nicht befindest du dich im kalten Entzug und der kann lebensgefährlich für dich werden.

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Wir raten grundsätzlich beim Schritt in die Abstinenz einen Arzt aufzusuchen.
    Er kann dich untersuchen und alle weiteren Schritte mit dir besprechen.

    Noch was Grundsätzliches bevor hier der eigentliche Austausch beginnen kann:
    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben. Voraussetzung ist außerdem, dass sie entgiftet sind, oder begleitet entgiftet werden.
    Wenn dieser Entschluss gefasst ist, dann kann dich diese SHG auf deinem Weg in die Abstinenz begleiten.
    Wie sieht es da bei dir aus, siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Nayouk,

    ja ich bin leider definitiv Alkoholiker seit Jahrzenten und möchte dauerhaft abstinent werden.

    Eine Entgiftung wird von meinem Hausarzt begleitet.

    VG Albert

    Alberts Trockendock – Wo die Schiffe endlich mal vom Alkohol wegkommen.

    Trocken seit 1.10.2026

  • Ich versuche den Weg von zu Hause aus zu gehen und habe heute meinen Tag 1.

    Eine Entgiftung wird von meinem Hausarzt begleitet.

    Wie kann ich mir das vorstellen, warst du heute beim Arzt und was hat er mit dir vereinbart?
    Denn gestern hast du ja noch getrunken, wenn ich das richtig verstanden habe?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Magst du noch ein bisschen mehr erzählen, wie du mit ihm verblieben bist.
    Bekommst du Medikamente? Was machst du, wenn es dir schlechter geht?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ganz genau so ist es, ich war direkt heute früh beim Arzt und hab ihn um Hilfe gebeten.

    und wie war seine Einschätzung? wirst du Medikamentös begleitet? weitere Masnahmen wie Blutbild/Ultraschall, Untersuchung auf Speiseröhrenkrebs oder sowas geplant? gab's ne Diagnose? hattest du vorher schon Arztbesuche zum Entgiften?

    Davon ab: wie fühlst du dich? hast du schon konkrete Vorstellungen was du heute machen willst den Rest des Tages bzw. einen kleinen "Notfallplan" falls du doch das Bedürfnis bekommst wieder zu saufen?

    Train to survive

    survive to train

  • Ja gerne, ich hab in der Vergangenheit schon sehr viele kalte Entzüge gemacht. Ich weiss, das war nicht sehr schlau, aber ich wusste es damals leider nicht besser.

    In meinem Fall lief das immer "relativ easy" ab ohne erwähnenswerte Komplikationen. Vielleicht liegt es daran, dass ich kein extrem schwerer Trinker bin. Momentan hat sich mein Konsum so auf 4 Bier am Tag eingependelt. Immer noch falsch ja, aber es sind keine 2 Flaschen Wodka am Tag.

    Aus diesem Grund verzichten wir in meinem Fall auf Medikamente und ich soll jeden zweiten Tag kurz reinschauen und Meldung machen. Glücklicherweise wohne ich direkt neben der Praxis.

    Wenn ich in Versuchung komme, soll ich mich sofort melden.

    Die nächsten Tage werde ich viel Zeit mit meiner Frau verbringen, mich ablenken: lesen, spazieren, im Forum lesen usw.

    Alberts Trockendock – Wo die Schiffe endlich mal vom Alkohol wegkommen.

    Trocken seit 1.10.2026

    Einmal editiert, zuletzt von Alberts Trockendock (1. Oktober 2026 um 14:47)

  • Hallo Albert,

    Weil Du Deine Depression erwähnt hast:

    Ich habe neben der Alkoholsucht auch andere psychiatrische Diagnosen und habe bei der Caritas eine ambulante Reha/Suchttherapie begonnen (Gruppe und Einzel) …. Ich nehme stark an, dass es das nicht nur in meiner Stadt gibt… vielleicht wäre das ja eine Option für Dich…


    Viele Grüße

    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Da du in die Abstinenz gestartet bist und derzeit einen ärztlich begleiteten Entzug machst, sende ich dir den Link für deine Bewerbung zur Freischaltung für den offenen Bereich.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon vorgestellt hast.

    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Wenn ich in Versuchung komme, soll ich mich sofort melden.

    Ab morgen Nachmittag hat er ja sicher zu, habt ihr für die Fälle etwas abgesprochen (also wenn er am Wochenende nicht erreichbar ist)?

    Und leg dir bitte unbedingt einen Notfallkoffer zurecht. Was das ist und was da beispielsweise alles reingehört, kannst du hier nachlesen:

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    LG KW

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Nayouk24 1. Oktober 2026 um 19:27

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung / Tag 1“ zu „Alberts Trockendock - Vorstellung / Tag 1“ geändert.
  • Leider haben wir nichts derartiges ausgemacht... Soviel Erfahrung hat er damit vermutlich auch nicht...

    Du hast ja morgen noch Gelegenheit das mit ihm zu klären.

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Alberts Trockendock

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Für den Anfang die "Grundbausteine" des Forums für dich.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Ganz wichtig am Anfang, ist dein Zuhause alkoholfrei?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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