Hallo Avalon,
Deine Beschreibung erinnert mich allerdings stark an die Allen-Carr-Idee „Nie wieder Alkohol“. Die habe ich selbst ausprobiert. Anschließend war ich ebenfalls überzeugt, dass Alkohol für mich keine Rolle mehr spielt. Nur folgte darauf ein Rückfall, der mich beinahe das Leben gekostet hätte.
Deshalb werde ich bei solchen Aussagen etwas hellhörig. Nicht weil ich dir deine Erfahrung abspreche, sondern weil ich selbst erlebt habe, wie trügerisch diese Sicherheit sein kann.
Du schreibst ja selbst, dass du nicht genau erklären kannst, was deinen Klick ausgelöst hat. Ob dein Schlaganfall dabei eine Rolle gespielt hat, ist eine Möglichkeit, die du selbst in Betracht ziehst. Wissen tun wir es nicht. Und gerade deshalb wäre ich vorsichtig damit, den Klick anderer Alkoholiker danach zu beurteilen, wie du deinen eigenen erlebt hast.
Auch bei deinem Brückenvergleich gehe ich nicht mit.
Nur weil ich eine Brücke meide, bedeutet das doch nicht, dass ich insgeheim darüber nachdenke, herunterzuspringen. Vielleicht kenne ich einfach die Gefahr und habe beschlossen, sie nicht einzugehen? Und warum sollte ich überhaupt über diese Brücke laufen müssen, nur um mir zu beweisen, dass ich nicht runterspringe?
Was wäre denn damit bewiesen? Und was, wenn ich doch springe? Für mich wäre das eine unnötige Konfrontation mit meiner Sucht, bei der ich im schlimmsten Fall einen Rückfall in Kauf nehme. Wozu?
Risikominimierung ist für mich keine fehlende Entscheidung, sondern eine Konsequenz aus meiner Entscheidung.
Du gehst davon aus, dass sich eine steigende Gefährdung rechtzeitig ankündigt und du dann gegensteuern kannst. Das kann funktionieren. Darauf verlassen würde ich mich allerdings nicht. Was morgen unter anderen Lebensumständen funktioniert, wissen weder du noch ich.
In diesem Sinne wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg. ![]()