Beiträge von herbststurm

    hallo schnuffig! :)

    mittlerweile geht es mir besser und ich bin froh darüber, meinen weg gefunden zu haben und mein eigenes leben führen zu können und vor allem: es anders machen zu können und zu wollen. ein bißchen stolz ist auch dabei, es bis hierhin geschafft zu haben ohne genauso zu werden.

    meine konsequenz ist zunächst, daß ich aktiv keinen kontakt zu ihr suchen werde. es ist so unglaublich traurig, wenn der klägliche rest der familie genauso säuft und voller abgründe ist. und doch, es lebt sich ohne solche menschen einfach besser, auch wenn "solche menschen" die familie sind.

    es wäre so schön, wenn diese ganze gehässigkeit einfach an einem abprallen könnte. an einem gehässigkeitsabprallschutzanzug muss ich noch arbeiten.

    viele grüße an dich,
    immer den kopf oben halten,
    wir geben nicht auf.

    ...und dann die Erkenntnis, daß sie alle krank sind, alle.
    Meine Gedanken sind Brummkreisel, sie rotieren so schnell, daß ich sie nicht fassen und sortieren kann.
    Gestern rief mich meine Tante an, angetrunken und lallend und hat sich über eine derzeit schwierige Familiensituation bei mir ausgekotzt. Es wäre nicht schlimm, wenn es nur dabei geblieben wäre, aber irgendwann ging dies in persönliche Angriffe unter die Gürtellinie über, was mich zum Weinen brachte. Und ich dachte, ich hätte Abstand.
    Ich weiß gerade nicht, was ich denken soll, ich bin nur froh, weit weg von ihnen zu sein. Es wird einfach niemals normal sein. Nur, was wird die Konsequenz daraus für mich sein?

    hallo lamer,

    dies zu lesen hat mich sehr bewegt. wo bist du jetzt? wie geht es dir?
    liest du hier noch mit?

    wenn du nicht schon gegangen bist, dann tu es bitte. für dich.
    ich habe genau das durchgemacht. türen abgeschlossen, die dann eingetreten wurden. und ich habe die art gewalt erfahren müssen, vor der du angst hast.

    ich würd mich freuen, hier wieder von dir zu lesen.

    hallo schnuffig,

    wie gut und wichtig, daß du dies alles schreibst. du stellst so viele fragen, die ich mir ebenfalls stelle. warum war niemand da und hat mich beschützt? wie fühlt es sich an, eine richtige familie zu haben?

    bis heute verkrampfe ich übrigens hände und füße (und meine kiefer), ich kann einfach nicht normal dasitzen, die innere anspannung, die ich damit scheinbar kompensiere, ist immer da.

    hab dank für das teilen deiner gedankenwelt.

    liebe schnuffig,

    ich bin sehr freudig überrascht, daß du noch hier bist und daß du deinen weg weiterhin gehst. und ich mag deinen humor, er ist so warmherzig und doch leicht.

    werd hier wieder öfter reinschauen, wenn ich darf.

    liebe grüße
    herbststurm

    hallo forum,

    da bin ich mal wieder.

    ist hier eigentlich jemand, der/die ebenfalls enorme probleme mit wut, hass und neid hat? konkreter z.b. neid darauf, daß es manchen menschen (materiell) besser geht, obwohl ich seit nun 31 jahren hart an meinem glück arbeite und es doch eigentlich mehr verdient hätte, ein schönes, ausgeglichenes und abgesichertes leben zu führen als solche, die nur mit lügen durchkommen?
    ach, furchtbar. ich mag mich selbst nicht so. aber es geht einfach nicht weg.
    dann, in gesunden phasen, kann ich mich daran erinnern, daß ich erreicht habe, woran andere vielleicht gescheitert wären: sucht und gewalt zu überleben und als erwachsene einen anderen weg zu gehen.
    trotzdem, ich wäre lieber stolz auf andere dinge.

    hallo forum!

    vor kurzem war ich seit dreieinhalb jahren wieder in der "heimat", hatte lange überlegt und mich dann entschieden, einen teil meiner restfamilie kurz zu besuchen.
    was soll ich sagen? alles beim alten. alles vergiftet, schmutzig, laut, gedankenstarr und kalt. obwohl ich meine, mittlerweile etwas abstand zu haben, frage ich mich:
    soll ich in einer solch abstrusen situation in lachen ausbrechen? oder den leuten einfach mal sagen, wie sehr mich ihr verhalten und ihr vergifteter verstand stört? (auch, wenn es bei ihnen nichts bringen würde, das weiß ich, aber für mich, als reinigung sozusagen.)
    ich war so froh, als ich wieder weg war!

    viele gute gedanken an euch.
    herbststurm.

    hallo herbstregen,

    (schöner name, wir passen gut zusammen!)

    es ist gut, daß du hier bist. ich sehe einige parallelen zwischen deinem und meinem "weg".
    wie lange machst du denn deine therapie schon?

    Zitat von Herbstregen

    Mein Freund sagt mir oft ich wär ein kaltes, egoistisches Arschloch....aber das bin ich nicht.
    Ich denke sogar ich bin ein sehr warmherziger, verantwortungsbewusster, lieber Mensch :( .
    Bei mir ist nur schnell eine Grenze erreicht wo ich zumache...vorallem weil er gerne "Streitgespräche" führt und ich das nicht ertrage.

    Ich fühle mich teilweise so erbärmlich, weil ich mit 27
    Jahren immer noch hier rumjammere und nicht mit meinem Leben klarkomme und einfach so ein "stranger" Mensch bin, was ich
    jeden Tag merke.

    das mit der kaltschnäuzigkeit/warmherzigkeit kenne ich auch. ich kann's gar nicht so richtig beschreiben, ich schlage rasend schnell vom warmen ins kalte um, wenn ich mich zb. bedroht fühle.

    alles wird seine zeit brauchen, ich habe auch erst lernen müssen, daß dinge, die über jahre hinweg gewachsen sind, nicht auf einmal verschwinden oder sich ändern.
    ich finde, daß du gut mit deinem leben klar kommst, wenn man sich mal anschaut, welche ressourcen du hattest...

    alles liebe,
    herbststurm.

    Zitat von Linde66

    je gesünder man sich abgrenzt, desto kranker werden die Manipulationsversuche zunächst. Druck aufbauen mit Vorwürfen, schlechtes Gewissen machen, Dinge verdrehen usw., alles nur, daß man wieder sein Plätzchen im Getriebe der dysfunktionalen Familie einnimmt.

    oh ja, das kenne ich. es ist so krank, wie man nur ausgesaugt, manipuliert und benutzt wird.

    ich versuche auch gerade, mich von meiner "restfamilie" abzunabeln, so_anders. meistens klappt es ganz gut, aber dann werde ich rückfällig und rufe sie an und bereue es sofort, weil nur gift und galle gekotzt wird und weil ich in ihren augen immer noch nicht gut genug bin.
    (aber ich habe mittlerweile schon begriffen, daß ich nicht ihnen, sondern mir gut genug sein muss - und das bin ich meistens.)

    liebe paula!

    ja, woher kommt das eigentlich, daß die anderen glauben, man hielte sich für etwas besseres? ich will doch nur "da" raus und es anders (besser?) machen. ich würde sie (die "restfamilie") ja mitnehmen, aber sie wollen nicht, sie wollen ja so leben und sie verachten es, daß ich nicht so leben will.
    das mit den alkoholikerhaushalten stimmt, obgleich ich das eher auf meine "restfamilie" bezogen hatte. soll heißen: der umgang mit alkohol war schon immer ein sehr lockerer; hier ein bier, da einen schnaps, abends mal einen liter wein, alles "ganz normal". (nun, das ist weitaus weniger als meine eltern stets konsumiert haben, aber es ekelt mich dennoch an.)

    Zitat von Paulina

    Was Du auch sehr interessant beschrieben hast ist dein Bedürfnis Dich abzugrenzen und unantastbar zu bleiben. (faulige Fangarme, modriger Atem). Ich denke auch manchmal, ich sei ja eine von ihnen und laufe daher in Gefahr früher oder später ebenso zu werden. Aber so lange uns das bewusst ist, wird diese Angst, so hoffe ich, irrational sein.

    ja, ich hab' wirklich angst, irgendwann so zu enden oder mein ganzes leben lang mit den auswirkungen dieser kindheit/jugend kämpfen zu müssen.
    (so kann ich zb. den schmutzigen abwasch nicht einfach mal stehen lassen, er muss jetzt und sofort gespült werden, weil ich angst habe, zu verdrecken - das (sofortige abwaschen) hat regelmäßig für augenleuchten bei meinen damaligen wg-mitbewohnerinnen gesorgt, haha, na, immerhin.)

    liebe grüße,
    herbststurm.

    Zitat von schnuffig

    Herbststurm, ist es dir ein Trost, wenn ich dir sage, dass dieser jemand, der dich da holt, vor deiner Tür, dich schon längst geholt hat?
    Früher.
    Für mich war das ein Trost.
    Niemand kommt mich heute mehr holen. Niemand lauert hinter der Tür. Im Gegensatz zu früher, da war das "Monster" wirklich hinter der Tür, es hat mich geschnappt und es hat mich fast erstickt.
    Aber jetzt ist es weg.

    hallo schnuffig,

    nein, leider funktioniert das bei mir (noch immer) überhaupt nicht.

    hm,
    herbststurm.

    es gibt keine einheitliche bewältigungsstrategie (obwohl es fast schon schön wäre, gäbe es eine).

    die hoffnung, daß irgendwann alles gut wird, ist normal, denke ich. das war zumindest bei mir auch so, nach jedem entzug(sversuch), ob in der klinik oder kalt. (für mich war die situation aber eine andere, auch wenn das hart klingt: für mich war es eher eine erleichterung, eine erlösung; ich weiß ehrlich nicht, ob ich heute noch da wäre, wenn meine eltern noch leben würden.)

    auch deine trauer und dein schmerz sind normal, weil du fühlst (und das ist gut) und weil es deine mama war.

    es wird dir jedoch niemand sagen können, wie man damit am besten zurecht kommt. es ist gut, daß du zu einem psychologen gehst, aber auch dieser wird dir keinen goldweg aufzeigen können, er kann dir nur helfen, daß du nicht so schnell den blick auf die bahn verlierst, auch wenn du gerade aus dieser herausgeworfen wurdest.
    vielleicht hilft es dir, zu akzeptieren, daß es eine krankheit war, gegen die du nichts hättest tun können und daß es - wie paula schon schrieb - deiner mama nun besser geht (auch, wenn das abgedroschen klingt), weil auch sie nicht mehr kämpfen muss. das alles wird nicht von heute auf morgen passieren, es braucht seine zeit.

    ist jemand da? hört dir jemand zu, honey?
    wenn nicht und wenn es dir hilft: schreib uns!
    herbststurm.

    liebe reset,

    (ein neustart, das ist gut.)

    Zitat von reset2011

    Jetzt fällt es mir mehr ein und auf, woran es liegt - an meiner Co.-Abhängigkeit zu meinem alkoholkranken Vater.

    Mir fällt es schwer, es "nur" als Krankheit zu betrachten, denn ich mache meinen Vater für meine Krisen und psychosomatischen Probleme heute verantwortlich. Ich fühlte mich nie verstanden und geliebt oder beachtet durch ihn.

    das ist bei mir genauso. man ahnt gar nicht, welche ausmaße es hat, wenn man suchtkranken eltern(teilen) ausgeliefert ist/war.
    es ist gut, daß du erkannt hast, wo die wurzeln deiner heutigen probleme sind und es ist schön zu lesen, daß du in einer guten beziehung angekommen bist.
    hast du denn schon einmal überlegt, ob dir professionelle hilfe gut tun könnte? bei mir hat es einige steine ins rollen gebracht, ich habe nicht erkannt, daß ich ein eka (erwachsenes kind von alkoholikern) bin, bis ich ca. 25 jahre alt war. mir war natürlich bewusst, daß meine eltern gesoffen haben, mir war aber nicht bewusst, daß es mich bis heute unmittelbar beeinflusst.

    alles gute für dich.
    herbststurm.

    hallo ihr drei!

    so_anders: ich weiß gar nicht, ob ich so "lebensfroh" sein will, wie man es gemeinhin definiert, ich hab nämlich angst, auf so eine oberflächliche dumm-dreiste schiene zu rutschen. es lässt sich schwer erklären, glaube ich (und dann natürlich noch schwerer nachvollziehen, pardonnez-moi).
    meine restliche familie definiert "lebensfreude" nämlich zb. anhand von freß- und trinkgelagen (sog. "familien"feiern, an denen man sich wie immer nichts zu sagen hat und das schweigen einfach runterspült und wenn dann alle einen ähnlichen pegel haben, wird gemeinschaftlich gejammert, wie bös' die welt ist)
    ich würd mich gern einfach mal akzeptieren, wie ich bin, ja, froh sein, daß ich heute noch da bin und es mir (eigentlich) gut geht, nämlich besser als damals - aber nicht mal darüber kann ich mich freuen.
    stattdessen halten mich faulige fangarme von früher fest und modriger atem kriecht mir ins ohr und haucht: "schau, wo du her kommst, vergiß das nie, wir kriegen dich".

    schnuffig: ich ruf zb. an, weil ich nicht so sein will wie die, weil ich nicht so kalt sein will, daß mir alles am po vorbeigeht, weil ich ihnen zeigen will, daß man gut sein kann und weil ich manchmal hoffe, daß sich (über nacht, schwuppdiwupp, hexhex) etwas geändert hat. aber es ist immer das gleiche: gelästere hier, gejammere da, alles ist schlecht.

    paulina: ja, der teil, der das alles etwas verständlicher machen würde, wurde - was auch gut ist - editiert. vielleicht kann ich es so umschreiben, daß ich nach allem dem rest der familie irgendwie nie wirklich willkommen bin, ich nehme an, weil ich weggezogen und "anders" bin, weil ich mich erdreistet habe, zu studieren (und mich jetzt in ihren augen für etwas besseres halte), ich war irgendwie immer ungebeten, der "wessi" (o-ton). gleichzeitig bin ich die erste, die die augen offen hält, was alkohol in der familie angeht, denn meine eltern waren vielleicht die kränksten, aber nicht die einzigen. ich weiß jedoch, daß man irgendetwas nach mir werfen würde, würde ich das auch nur ansprechen. bewahre!
    als mein jetziger freund das erste mal mit mir bei meiner "familie" war, war er sehr geschockt, weil sie eben alle komplett anders sind, er meinte entsetzt zu mir, ich müsse als kind vertauscht worden sein, und ich weinte die ganze nacht. seitdem ist in mir ein "bruch", ich fühle mich (noch) weniger mit ihnen verbunden. über "blut ist dicker als wasser" muss ich immer schmunzeln, denn bei mir trifft es absolut nicht zu. (es würde zutreffen, wenn der rest der "familie" das auch so sehen würde, tut er aber nicht. und für derlei einseitigkeiten habe ich einfach keine kraft - will ich auch gar nicht haben müssen.)
    im gegenteil, das blut kann auch stocken angesichts so mancher grausamkeit, da nehm' ich lieber wasser.

    gute gedanken an euch,
    haltet die köpfe oben,
    herbststurm.

    liebe honey,

    auch ich möchte dir mein aufrichtiges beileid aussprechen.

    meine mutter starb wenige tage bevor ich 13 wurde, nach mehreren entzugsversuchen. auch mein vater starb vor 8 jahren an seiner sucht.

    ganz wichtig ist jedoch: du hast keine schuld und du bist nicht verantwortlich für die krankheit oder den tod deiner mama. alkoholsucht ist eine furchtbare krankheit und die kraft eines einzelnen menschen wird niemals ausreichen, um erfolgreich dagegen anzukämpfen.
    auch kann man nicht für einen anderen menschen kämpfen, wenn dieser den kampf selbst schon aufgegeben hat.
    du hast sie gewiß nicht hängen lassen, denn auch du hast deine bedürfnisse nach schutz, wärme und liebe, paula hat das mit dem selbstschutz und der verzweiflung schon gut erläutert.

    alles liebe und gute für dich.
    herbststurm.