Beiträge von Stern

    Hab da aber auch keine Wattewölckchenweiße Gedanken an...wie schön das doch war..... Es war Mittel zum Zweck und das mit großer Regelmässigkeit.

    Bei mir war der Alkohol auch Mittel zum Zweck. Ich wollte die Wirkung …. das verdrängen können, das vergessen können, das schlafen können, das nichts mehr fühlen müssen…..

    Ich habe zu viel getrunken und deshalb bin ich abhängig geworden. Als es mir wieder besser ging, habe ich den Absprung nicht mehr geschafft. Ich war schon süchtig. Ich habe das auch recht schnell so erkannt, habe mich aber viel zu sehr geschämt, irgendwo davon erzählen zu können. Und so konnte ich auch viel zu lange keine Hilfe suchen.

    Ich denke die Gefahr bei mir rückfällig zu werden ist größer, wenn ich irgendwann leichtsinnig werde, nicht mehr in Gruppen gehe, die mir immer wieder vor Augen halten, wo ich mal war und nicht wieder hin möchte.


    Ich ziehe die Möglichkeit eines Rückfalls für mich nicht in Betracht.
    Natürlich besteht immer die Gefahr, rückfällig zu werden. Würde ich mir aber heute schon Gedanken über einen möglichen Rückfall machen, nehme ich mir doch gedanklich die Chance, für immer nüchtern zu bleiben.
    Mich auf das ‚jetzt‘ besinnen und auf das ‚heute‘ und vom ‚Morgen‘ träumen ….da kommen Gedanken an einen möglichen Rückfall nicht vor.

    Komme auch gut durch den Tag.

    Seit Tagen "schleiche" ich hier rum. Es fehlte an Mut......

    Schön, dass du jetzt den Mut hattest, dich hier zu öffnen. Herzlich Willkommen. 💐
    Und danke für deinen Bericht, wie es bei dir zum Rückfall kam.

    Ich habe auch nur zuhause getrunken. Heimlich, unauffällig, ungesehen….
    Auch deshalb ist mir mein alkoholfreies Zuhause absolut wichtig.
    Was draußen getrunken wird oder was draußen rumsteht, kann ich nicht beeinflussen, aber was in meinem Zuhause getrunken wird und was ich hier rumstehen habe, kann ich sehr wohl entscheiden.

    Ich wünsche dir hier einen guten hilfreichen Austausch.

    Nach dem Steit bin ich los und habe gezielt Alkohol gekauft. War äußerst dumm von mir.

    Ich weiß nicht, ob ,äußerst dumm‘ die richtige Formulierung ist. Äußerst gefährlich….im schlimmsten Fall lebensgefährlich …. ist vielleicht treffender.

    So einen kleinen Notfallkoffer hast du dir ja schon gepackt.
    Von hundert rückwärts zählen finde ich ja mal richtig klasse. 👍 Ich müsste mich da so konzentrieren, dass sich vermutlich alle Gedanken an Alkohol im Zahlenchaos verlieren würden.

    Hallo Anna-Sophie,

    schön, dass du nach deinem Rückfall wieder durchstartest, um nun abstinent und selbstbestimmt zu leben.

    Es ist sehr schwer für mich standhaft zu bleiben und hoffe hier Inspiration fürs durchhalten zu bekommen.

    Standhaft bleiben und durchhalten wollen ….. das finde ich für eine dauerhafte Abstinenz eine sehr ungünstige Voraussetzung.
    Mir ist es erst gelungen, mich auf meinen nüchternen Weg zu machen, als ich meine Alkoholsucht akzeptiert habe. Es ist jetzt so, dass ich Alkoholiker bin. Und es ist jetzt auch so, dass ich auch für immer Alkoholiker bleiben werde. Es gibt da kein Zurück.

    Die Alkoholsucht geht zum Stillstand zu bringen, zu heilen ist sie nicht.
    Durchhalten ist kämpfen. Gegen die Sucht kann niemand gewinnen.

    Ich lebe mit mit meiner Alkoholsucht, habe sie als einen Teil von mir akzeptiert. Die Sucht ist da, aber sie bestimmt mein Leben nicht mehr. Der Alkohol hat mein Leben so lange bestimmt. Heute bestimme ich mein Leben wieder. Und das ist nur möglich , weil ich absolut abstinent lebe. Ohne Kampf. Weil es nicht anders geht…..

    Ich habe mich heftig mit meinem Mann gestritten. Wir wurden auch sehr unfair zueinander. Er sagte dann zu mir "wenigstens saufe ich nicht". Das hat mich so getriggert das es passiert ist.

    War denn der Alkohol direkt zu Hause verfügbar?
    Mein Zuhause ist absolut alkoholfrei. Würde mich irgendwas triggern, müsste ich erst loslaufen und mir Alkohol besorgen. In dieser Zeit habe ich dann nochmal Gelegenheit, mir klar zu werden, was ich für mein Leben will.

    Mir ist jetzt erst klar geworden das ich das Leben nicht einfach wegwerfen sollte und kämpfen muss um trocken zu bleiben.

    Zum Kämpfen habe ich oben schon was geschrieben.
    Einen Kampf gegen die Sucht kann niemand gewinnen. Das ist einfach so. Da gibt es auch kein ,wenn ich mich nur genug anstrenge‘ und auch kein ,bei mir geht das‘.
    Der Kampf gegen den Alkohol ist so kräftezehrend, dass für das Leben so viel Energie fehlt.

    Dieses intensive Gefühl nur wegen ein paar klirrenden Flaschen hatte ich noch nie. Ich mußte das einfach mal schreiben. Bin immer noch durcheinander.

    Hier zu schreiben hat oft meine Gedanken sortiert. Gerade am Anfang war das total wichtig und sehr hilfreich für mich.

    Klirrende Flaschen.
    Ich hatte ein ganz merkwürdiges Gefühl bei klirrende Flaschen. Ich habe das aber noch nicht mal so richtig bemerkt oder mit meiner Alkoholsucht in Verbindung gebracht. Mag daran liegen, dass ich oft unbewusst andere Wege suche, wenn mir etwas Unbehagen bereitet.
    Ich weiß nicht mehr, wie lange, aber ich konnte sehr lange keine Gläser in den Glascontainer werfen. Da hatte sich eine Sperre in mir festgesetzt, so dass ich unbewusst gar nix mehr in Gläsern oder Glasflaschen gekauft habe. Erst viel später ist mir das aufgefallen.

    Beim Einkaufen habe ich mich die erste Zeit ganz gezielt von den Alkoholregalen ferngehalten. Kopf nach unten oder nach vorne und schnell dran vorbei. Das geht nicht immer, weil ja Alkohol auch gern mitten im Gang präsentiert wird, wenn es da ein Sonderangebot gibt…..
    Das hat sich aber gegeben. Auch, weil ich akzeptiert habe, dass es Alkohol immer geben wird.
    Die Welt wird nicht trockener, nur, weil ich nicht mehr saufe.

    Ich wünsche dir hier einen guten und hilfreichen Austausch.

    Auch von mir ein herzliches Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    jetzt bin ich 75

    Respekt.
    Um alkoholfrei zu leben, ist es nie zu spät. Freue dich auf eine gute Zeit.

    Ja, man muss sich eingestehen, Alkoholiker zu sein. Erst dann kann man die Konsequenz entwickeln, die Sucht nachhaltig zu bekämpfen.

    Das hast du woanders geschrieben. Ich hole das mal zu dir.
    Sich eingestehen, Alkoholiker zu sein, ist das Eine. Bei mir war es so, dass ich das für mich sehr lange schon wusste. Mir war schon jahrelang klar, dass ich Alkoholiker geworden bin.
    Nur akzeptieren konnte ich das nicht.

    Erst, als ich akzeptieren konnte, dass ich Alkoholiker bin und vor allem, dass ich das nun auch bleiben werde, konnte ich handlungsfähig werden und mit dem Alkohol trinken aufhören.
    Die Alkoholsucht geht ja nie wieder weg. Sie geht ‚nur‘ zum Stillstand zu bringen. Wenn ich keinen Alkohol mehr trinke und auch nur so lange, wie ich keinen Alkohol trinke.

    Du schreibst „die Sucht nachhaltig zu bekämpfen“….. Solange ich gegen die Sucht gekämpft habe, musste ich immer wieder trinken.
    Erst als ich aufgehört habe zu kämpfen, konnte ich nüchtern werden.
    Ein Kampf gegen die Sucht ist nicht zu gewinnen. Mit ihr leben geht aber gut….seit ich akzeptiert habe, dass die Alkoholsucht jetzt für immer zu mir gehören wird.

    Mir ist es wichtig, mit meiner Alkoholsucht gut leben zu können. Sie ist ja immer bei mir. Und das auch für den Rest meines Lebens.
    Und da gehört für mich auch dazu, dass ich auch akzeptiere, dass es Alkohol gibt und auch immer geben wird. Auch die leeren Flaschen dazu.

    Ich registriere den Alkohol ….im Film, im Buch, im Supermarkt….draußen, wenn ich durch den Park gehe…. ganz automatisch. Ich glaube auch nicht, dass es möglich ist, ihn komplett zu ignorieren.
    Ich laufe aber nicht auf ihn zu.

    Ich halte maximalen Abstand zum Alk.

    Wie machst du das?

    Ich glotze wenn mal Flaschen rumliegen draußen gar nicht mehr hin, stört mich nicht mehr so sehr. Ich achte drauf wie es mir geht damit ich stabil bleibe.

    Wo liegen denn mal Flaschen rum?
    Wenn du nicht hinglotzt, woher weißt du dann, dass die Flaschen da rumliegen?


    ‚Stört mich nicht mehr‘ finde ich ziemlich gefährlich.
    Was mich persönlich so gar nicht stört, kann mein Suchtgedächtnis ganz anders empfinden….nicht sofort, aber durchaus auch noch Stunden oder sogar Tage später.

    Ich hatte mich nicht getraut hier zu schreiben, weil ich mir selber irgendwie nicht getraut habe.

    Mir selbst trauen können, was für mich ganz wichtig. Wenn ich nicht an mich glaube, wie soll das denn dann für mich machen (können)?

    Es fühlte sich gut an, diese Gefühle nüchtern zu spüren und zuzulassen und zu verarbeiten und nicht wieder stumpf weg zu betäuben.

    Das ist das Leben. Nicht immer schön, nicht immer einfach. Aber nüchtern auf jeden Fall lebenswert.
    Nur nüchtern ist es möglich, schweres auszuhalten, zu verarbeiten, dagegen anzugehen….. je nachdem, was gerade erforderlich ist.
    Klar denken, gut für mich entscheiden können, das geht nur ohne Alkohol.

    Hallo Wilma,

    Willkommen zurück.

    Heute bin ich genau 2 Monate nüchtern. Ich schreibe hier erst jetzt, weil ich mir vorher wohl selber nicht getraut habe 🤷

    Tatsächlich sind mir die 2 Monate wieder leicht gefallen. Wo ist der Unterschied zum 1ten Mal? Vielleich mehr Wissen. Ich habe weiterhin jeden Tag im Forum gelesen, mich weiterhin täglich mit dem Thema Sucht/Suchtstimme/Abstinenz beschäftigt, immer am Thema geblieben und genieße gerade das nüchterne Leben sehr 🍀

    Als ich dir im Juni 2024 zu deinem 2. nüchternen Monat gratuliert habe, warst du anschließend verschwunden.
    Jetzt sind es wieder 2 nüchterne Monate. Ich gratuliere dir vor allem zu dem Entschluss, jetzt wieder nüchtern zu sein ….mit viel mehr Wissen. Auch mit mehr Erkenntnissen für dich und für deinen nüchternen Weg?

    Was ist passiert? Klar, du bist rückfällig geworden, du hast hier weiter gelesen und du hast jetzt mehr Wissen. Aber ….. ich lasse dieses ‚aber‘ mal bei dir.

    Du hast dich nicht getraut, hier zu schreiben? Hier ist deine Selbsthilfegruppe. Wo, wenn nicht hier, willst du dich trauen, über deine Sucht, über deinen Rückfall, über deine Pläne und Träume zu schreiben?

    Konntest du für dich klären, was der Auslöser war für deinen Rückfall?

    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch und ich wünsche dir, dass du dich immer trauen wirst, hier zu schreiben. Weil das Schreiben hier deine Selbsthilfe ist.


    Da ich weiß, das du solche Zahlen magst setz ich für dich noch eins drauf.

    In 5 Tagen, hab extra den Taschenrechner bemüht :lol: , bin ich bei 4444

    Wahrscheinlich vergesse ichs wieder bis dahin :D

    Dafür hast du doch mich. :mrgreen:

    Bei deiner Berechnung hast du vermutlich die Schaltjahre nicht berücksichtigt, denn ‚in paar Tagen‘ ist schon heute. 👏

    Herzlichen Glückwunsch. Bolle 🏆

    Schön, dass du hier bist und schön, dass ich davon profitieren darf. Danke.

    Hallo Abstinenzler

    ich danke dir, dass du von deinem Rückfall hier erzählt hast. Und ich finde es total klasse, dass du direkt wieder ‚durchstartest‘.
    Und ich wünsche dir, dass du daraus für dich genau das lernen konntest, was du für dein alkoholfreies Leben brauchst.

    Ich kämpfe nicht mehr. Ich will und muss einfach Trocken werden. Für mich. Was die anderen sagen ist mir egal, genau es hilft nicht. Ich muss es wollen, ich will es. Ich muss

    Das mit dem Wollen ist so eine Sache.
    Ich habe jahrelang gewollt. Mein innigster und zum Schluss auch mein einziger Wunsch war es, endlich nicht mehr saufen zu müssen.

    Müssen ….ja klar. Aber löst ‚müssen’ nicht auch unheimlich viel Druck aus?
    Wie lange halte ich diesen Druck aus? Das ist meine Frage, wenn ich an ‚müssen‘ denke.

    Und genauso lange wie ich gewollt habe und musste, habe ich gekämpft. Gegen den Alkohol, gegen die Sucht. Die Sucht lässt sich aber nicht bekämpfen. Sie ist nun da und sie bleibt es auch. Für immer.
    Zu lernen, mit der Sucht zu leben, sie ganz bewusst in den Tagesablauf einzubeziehen (damit meine ich jetzt nicht ….ab in die nächste Kneipe…, sondern sich bewusst machen, was man will. Und das ist ja ein alkoholfreies Leben).

    Ich habe das für mich so formuliert: Ich bin Alkoholiker geworden. Klar war mir das schon lange. Das ist jetzt nicht mehr zu ändern, das wird jetzt auch immer so bleiben.
    Ich bin Alkoholiker. Fertig. Diskussion beendet. Akzeptieren. Es ist, wie es ist.

    Die einzige Chance, die habe, um aus dieser Sichtspirale dauerhaft auszusteigen zu können, ist die absolute Abstinenz. Immer, ohne Ausnahme, lebenslang. Denn die Alkoholsucht ist nicht heilbar, sie wird jetzt immer Teil meines Lebens sein.
    Die Sucht geht zu stoppen, aber eben auch nur zu stoppen. Sie wird dennoch immer da sein. Und wenn ich leben will, kann ich keinen Alkohol mehr trinken. Es spielt keine Rolle, ob ich das nicht will oder ob ich das nicht darf ….
    Ich kann keinen Alkohol mehr trinken. Fertig. Diskussion beendet. Akzeptieren. Es ist, wie es ist.

    Ja die Zählerei, diese Jubiläen. Habe 1 Woche vorher schon fast täglich gedacht: Nächste Woche 3 noch 5 Tage dann 3 Monate. So gefreut oh man.


    Da habe ich Angst das das wieder Druck und Stress macht. Dann sagt mein Saufhirn 1 Jahr das reicht jetzt aber wirklich, hat es ja bei 3 Monaten schon gesagt. Ach man, ein Scheiß. Da will ich, ich will es aber es hat nicht geklappt

    Wenn dir das Zählen deiner Jubiläen keine Freude macht, dir keine Stütze ist, keine Motivation oder sogar Druck auslöst, erfreue dich an deiner Signatur.
    Letztendlich ist es doch sowieso der heutige nüchterne Tag, der das Leben lebenswert macht. Aus 7 heute wird eine Woche, aus 4 Wochen ein ganzer Monat und aus 365 heute wird ein ganzes nüchternes Jahr.

    Immer schön ‚ein heute’ an das nächste ,heute‘.

    Als Motivationshilfe für die Neulinge, um ihnen zu zeigen, dass ein Ausstieg aus der Trinkerei möglich ist, ein paar aktuelle Zahlen von mir (angestoßen durch Userin Stern):


    Bin heute bei 10 + 10 (10 Jahre,10 Monate). In ein paar Wochen bei 4.000 (Tage) und 18 Tage später 11. Manchmal häuft es sich halt.

    🤩

    Was für schöne Zahlen. 👏👏👏


    Hinter jeder dieser wunderschönen Zahlen steht ja immer ein Tag in Freiheit, ein selbstbestimmter Tag….. ein gelebter Tag.

    Herzlichen Glückwunsch. 🏆

    Es macht mich stutzig, dass ich doch recht oft an Alkohol denke, bestimmt jeden Tag mindestens einmal. Zwar nicht in dem Sinne, dass ich trinken will, oder Verzichtgedanken, aber das Thema Alkoholsucht ist für mein Empfinden ungewöhnlich präsent bei mir, dafür, dass ich über ein Jahr nüchtern bin.

    Findest du das schlimm?
    Ich habe für mich festgestellt, dass es einen großen Unterschied für mich macht, wie ich an Alkohol denke.
    Ich denke sogar mehrmals am Tag an Alkohol. Immer, wenn ich hier lese, ist doch Alkohol irgendwie präsent. Entscheidend finde ich, wie wohl oder unwohl ich mich dabei fühle. Ich finde es wichtig, mich täglich mit dem Thema auseinandersetzen, wobei auseinandersetzen oft auch nur hier lesen ist.

    Der Alkohol löst sich ja nicht in Luft auf, wenn ich komme. Er ist da. Und er wird auch immer da bleiben.

    Und dann frage ich mich: "warum vergesse ich eigentlich nie, dass ich Alkoholikerin bin?" Mal für ein paar Tage, oder sagen wir, eine Woche?

    Willst du das denn vergessen?
    Für mich wäre das vermutlich mein Todesurteil, wenn ich vergesse, dass ich Alkoholiker bin. Von daher wäre es fatal, wenn ich das auch nur für einen einzigen Moment vergesse.

    Es ist eher so, als würde ich mir selber nicht so ganz trauen. Die Möglichkeit, dass das Suchthirn übernehmen könnte, fühlt sich für mich immer noch sehr real und auch unangenehm nah an.

    Die Möglichkeit, dass das Suchthirn übernimmt, ist doch bei jedem Alkoholiker gegeben. Sonst wäre er ja kein Alkoholiker. Warum sollte das bei dir anders sein?
    Ich habe diese Möglichkeit als Teil der Krankheit akzeptiert. Damit verschwand auch dieses unangenehme Gefühl.
    Es ist, wie es ist. Ich bin suchtkrank, ich werde immer Alkoholiker bleiben und als solcher werde ich nie sicher vor einem Rückfall sein.

    Meine ganz persönliche Aufgabe sehe ich darin, mein Leben zu leben, so gut wie ich es eben kann. Und das geht nun mal nur absolut alkoholfrei.

    Nur bei meiner Abstinenz bin ich so seltsam unsicher und stimme mein eigenes Empfinden täglich mit dem ab, was ich hier im Forum lese. Ist es, weil mir meine Abstinenz so extrem wichtig ist? Ich will auf gar, gar keinen Fall, dass das schief geht, mein Leben ist so viel besser geworden. Und ich weiss, dass ich bei einem Rückfall sehr tief fallen würde, und wahrscheinlich auch lange. Aber das will ich gar nicht rausfinden! Deswegen bin ich so ängstlich darauf bedacht, auch ja alles richtig zu machen.

    Für mich das Trockenarbeit. Und für mich ist das auch absolut wichtig.
    ich gleiche ab, ich hinterfrage mein Verhalten und meine Gedanken. Ich nehme mir hier aus den Beiträgen mit, was für mich passt, lasse aber auch mal liegen, was für mich nicht passt …..drehe mich aber auch immer mal wieder um, um zu gucken, ob das Liegengelassene nicht heute doch passen könnte.

    Hoffe ich konnte ein paar Dinge erklären und ich hoffe, es wird nicht als Rechtfertigung aufgefasst, es soll nur zeigen, wo ich gerade stehe

    Wichtig ist, dass du dir deiner Position bewusst wirst.

    Ich denke, das Prinzip ist bei jeder Sucht gleich. Es gibt irgendwann keine Kontrolle mehr.

    Schau dich hier um, du hast jederzeit die Möglichkeit zu sagen: Ich brauche was anderes.

    Monatelange Abstinenz ist normal für mich. In der Zeit ist es nicht schwer, das kommt später, zu einem Zeitpunkt, zu dem ich garnicht mehr daran denke.


    Genau aus diesem Grund bin ich hier.
    Solange ich mich mit meiner Sucht beschäftige, kommt auch kein Zeitpunkt, an dem ich gar nicht mehr daran denke, dass ich Alkoholiker bin. Ich werde ja praktisch mit jeder Anmeldung hier daran erinnert, wo ich mich gerade anmelde: In einem Alkoholikerforum. In meiner Selbsthilfegruppe.

    Hallo Nutshell,

    willkommen zurück. Und vielen Dank für deine Offenheit und dafür auch ganz großen Respekt von mir.

    Ich bin auch nicht der Meinung, dass du wieder bei null anfängst. Du hast schon viel für dich gelernt, viel umgesetzt.
    Was mir aber auffällt, ist, dass du hier gar nicht viel geschrieben hast. Wir haben uns hier fast zeitgleich angemeldet und ich habe anfangs hier Stunden mit lesen und schreiben verbracht. Ich bekam sehr wertvolle Antworten auf meine Fragen, konnte meine Gedanken hier beim schreiben sortieren, sie ordnen und mir wurde schnell klar: Es ist jetzt wie jetzt ist: Ich bin Alkoholiker und werde das bis zu meinem letzten Atemzug auch bleiben. Weil die Alkoholsucht nie wieder weg geht, sie geht mit absoluter Abstinenz zum Stillstand zu bringen, aber eben auch nur das und auch nur solange, wie ich keinen Alkohol trinke. Ich lernte schnell, das zu akzeptieren und seitdem ist der Kampf vorbei. Seitdem bin ich nüchtern.

    Warst du in der Vergangenheit in einer realen SHG?

    Mit „Leugnung“ meine ich genau das Thema „habe ich wirklich ein Problem / bin ich Alkoholikerin?“. Ich habe immer wieder so lange Phasen der Abstinenz und dann schleichen sich diese Gedanken bzw. das Gefühl ein, dass eigentlich kein Problem besteht. Doch. Das Problem ist immer da, ich sehe bloß weg.

    Die Akzeptanz, dass ich jetzt Alkoholiker bin, war bei mir der Beginn der zufriedenen Abstinenz. Ich will keinen Alkohol mehr, ich brauche ihn nicht mehr. Und: Ich kann auch keinen einzigen Schluck Alkohol mehr trinken. Nicht ab und zu, nicht ausnahmsweise. Nie wieder. Haken dran. Fertig.
    Ein Alkoholiker kann Alkohol nicht mehr kontrollieren, wird ihn nie wieder kontrollieren können.

    Ich habe aufgehört, meine Alkoholsucht als Problem zu sehen. Sie ist kein Problem. Mein Umgang mit ihr war das Problem.
    Ich wusste schon lange, dass ich Alkoholiker bin, habe mich aber genau so lange innerlich dagegen gewehrt. Ich wollte nicht dazugehören ….zu den Alkoholikern.

    Ich will daraus lernen und diesmal früher gegensteuern, nur kann es wieder Monate dauern, bis es soweit ist. Das ist macht es so schwer für mich, bewusst am Ball zu bleiben.

    Was genau dauert jetzt wieder Monate?

    Bewusst am Ball bleibe ich, indem ich regelmäßig hier lese und schreibe, mich und meinen nüchternen Weg reflektiere und meine Abstinenz nie in Frage stelle.
    In meinem Alltag bin ich weit weg vom Alkohol. Das heißt ja aber nicht, dass der Alkohol weit weg ist. Er ist immer da, fast überall.

    Aber meine Gründe zu konsumieren habe ich nicht geändert

    Letztendlich gab es für mich nur noch einen einzigen Grund zu trinken : Ich bin Alkoholiker.
    Damals musste ich Alkohol trinken, um irgendwie zu überleben. So jedenfalls war mein Empfinden.
    Und genau aus diesem Grund gibt es heute keinen Alkohol mehr. Ich bin Alkoholiker.
    Und heute kann ich keinen Alkohol mehr trinken, wenn ich leben will. Und ich will leben. Denn nüchtern ist das Leben so schön.

    Ich wünsche dir hier einen guten und hilfreichen Austausch.