Abstinenzler - Für mich gibt es nur einen Weg- Die Abstinenz

  • Guten Morgen,

    mir geht es besser. Ich mache jetzt Übungen und Kräftigung der Beine und des Rumpfes. Mein Rücken wird immer stabiler und schmerzfreier. Ich versuche weniger zu sitzen. Ich bin über den letzten Rückfall noch sehr erschrocken und geschockt. Wie schnell das gegangen ist und wie schlecht es mir danach ging. Ich kümmere mich heute um mich und meine Abstinenz. Und selbst?

    Heute trinke ich nicht

  • Hallo Abstinenzler

    ich danke dir, dass du von deinem Rückfall hier erzählt hast. Und ich finde es total klasse, dass du direkt wieder ‚durchstartest‘.
    Und ich wünsche dir, dass du daraus für dich genau das lernen konntest, was du für dein alkoholfreies Leben brauchst.

    Ich kämpfe nicht mehr. Ich will und muss einfach Trocken werden. Für mich. Was die anderen sagen ist mir egal, genau es hilft nicht. Ich muss es wollen, ich will es. Ich muss

    Das mit dem Wollen ist so eine Sache.
    Ich habe jahrelang gewollt. Mein innigster und zum Schluss auch mein einziger Wunsch war es, endlich nicht mehr saufen zu müssen.

    Müssen ….ja klar. Aber löst ‚müssen’ nicht auch unheimlich viel Druck aus?
    Wie lange halte ich diesen Druck aus? Das ist meine Frage, wenn ich an ‚müssen‘ denke.

    Und genauso lange wie ich gewollt habe und musste, habe ich gekämpft. Gegen den Alkohol, gegen die Sucht. Die Sucht lässt sich aber nicht bekämpfen. Sie ist nun da und sie bleibt es auch. Für immer.
    Zu lernen, mit der Sucht zu leben, sie ganz bewusst in den Tagesablauf einzubeziehen (damit meine ich jetzt nicht ….ab in die nächste Kneipe…, sondern sich bewusst machen, was man will. Und das ist ja ein alkoholfreies Leben).

    Ich habe das für mich so formuliert: Ich bin Alkoholiker geworden. Klar war mir das schon lange. Das ist jetzt nicht mehr zu ändern, das wird jetzt auch immer so bleiben.
    Ich bin Alkoholiker. Fertig. Diskussion beendet. Akzeptieren. Es ist, wie es ist.

    Die einzige Chance, die habe, um aus dieser Sichtspirale dauerhaft auszusteigen zu können, ist die absolute Abstinenz. Immer, ohne Ausnahme, lebenslang. Denn die Alkoholsucht ist nicht heilbar, sie wird jetzt immer Teil meines Lebens sein.
    Die Sucht geht zu stoppen, aber eben auch nur zu stoppen. Sie wird dennoch immer da sein. Und wenn ich leben will, kann ich keinen Alkohol mehr trinken. Es spielt keine Rolle, ob ich das nicht will oder ob ich das nicht darf ….
    Ich kann keinen Alkohol mehr trinken. Fertig. Diskussion beendet. Akzeptieren. Es ist, wie es ist.

    Ja die Zählerei, diese Jubiläen. Habe 1 Woche vorher schon fast täglich gedacht: Nächste Woche 3 noch 5 Tage dann 3 Monate. So gefreut oh man.


    Da habe ich Angst das das wieder Druck und Stress macht. Dann sagt mein Saufhirn 1 Jahr das reicht jetzt aber wirklich, hat es ja bei 3 Monaten schon gesagt. Ach man, ein Scheiß. Da will ich, ich will es aber es hat nicht geklappt

    Wenn dir das Zählen deiner Jubiläen keine Freude macht, dir keine Stütze ist, keine Motivation oder sogar Druck auslöst, erfreue dich an deiner Signatur.
    Letztendlich ist es doch sowieso der heutige nüchterne Tag, der das Leben lebenswert macht. Aus 7 heute wird eine Woche, aus 4 Wochen ein ganzer Monat und aus 365 heute wird ein ganzes nüchternes Jahr.

    Immer schön ‚ein heute’ an das nächste ,heute‘.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Moin,


    mehrere Wochen abstinent und mir geht es 1000x besser. Der Magen ist fast gesund, das Hohlkreuz und die Rückenschmerzen verlangen noch viel Arbeit. Meine vier Hobbys zocken, Sport Sauna, Hund halten mich bei Laune. Der Frühling ist herrlich. Zuhause läuft es richtig super seit ich mich bei den Kindern meiner Frau komplett raushalte. Nächste Woche fange ich wieder an zu arbeiten.

    Ich halte maximalen Abstand zum Alk. Ich glotze wenn mal Flaschen rumliegen draußen gar nicht mehr hin, stört mich nicht mehr so sehr. Ich achte drauf wie es mir geht damit ich stabil bleibe.

    Habe gemerkt das die Gesundheit die Nr.1 ist. Ohne Gesundheit ist alles Schei..

    Heute trinke ich nicht

  • Ich halte maximalen Abstand zum Alk.

    Wie machst du das?

    Ich glotze wenn mal Flaschen rumliegen draußen gar nicht mehr hin, stört mich nicht mehr so sehr. Ich achte drauf wie es mir geht damit ich stabil bleibe.

    Wo liegen denn mal Flaschen rum?
    Wenn du nicht hinglotzt, woher weißt du dann, dass die Flaschen da rumliegen?


    ‚Stört mich nicht mehr‘ finde ich ziemlich gefährlich.
    Was mich persönlich so gar nicht stört, kann mein Suchtgedächtnis ganz anders empfinden….nicht sofort, aber durchaus auch noch Stunden oder sogar Tage später.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Wie machst du das?

    Wo Alkohol ist bin ich nicht

    Wo liegen denn mal Flaschen rum?
    Wenn du nicht hinglotzt, woher weißt du dann, dass die Flaschen da rumliegen?

    Draußen, ich gucke automatisch schnell weg, vor Monaten noch etwas länger, jetzt nicht mehr

    ‚Stört mich nicht mehr‘ finde ich ziemlich gefährlich.
    Was mich persönlich so gar nicht stört, kann mein Suchtgedächtnis ganz anders empfinden….nicht sofort, aber durchaus auch noch Stunden oder sogar Tage später.

    Sie tauchen halt draussen auf, ich schaue nicht extra hin. Wäre natürlich besser wenn keine Flaschen rumliegen aber sag das mal den Umweltverschmutzern

    Heute trinke ich nicht

  • Mir ist es wichtig, mit meiner Alkoholsucht gut leben zu können. Sie ist ja immer bei mir. Und das auch für den Rest meines Lebens.
    Und da gehört für mich auch dazu, dass ich auch akzeptiere, dass es Alkohol gibt und auch immer geben wird. Auch die leeren Flaschen dazu.

    Ich registriere den Alkohol ….im Film, im Buch, im Supermarkt….draußen, wenn ich durch den Park gehe…. ganz automatisch. Ich glaube auch nicht, dass es möglich ist, ihn komplett zu ignorieren.
    Ich laufe aber nicht auf ihn zu.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Guter Dialog,

    Ja, man muss sich eingestehen, Alkoholiker zu sein. Erst dann kann man die Konsequenz entwickeln, die Sucht nachhaltig zu bekämpfen.


    Bei mir hat das sehr, sehr lange gedauert, da ich nur phasenweise getrunken habe, mit jeweils langen oder längeren Trockenphasen, woraus ich immer wieder eine Kontrollillusion abgeleitet habe. Nach dem letzten Rückfall tue ich das nicht mehr. Ich akzeptiere die Krankheit und arbeite hat an und für totale Abstinenz.


    Ich wünsche allen hier viel Kraft

  • Meine Gesundheit ist wieder in Ordnung. Mir geht es ganz gut. Der Frühling ist super mit Hund und Sonnen. Die Gesundheit steht jetzt an erster Stelle, plus Abstinenz. Mache mir keinen Stress mehr. Mit meiner Frau läuft es super, ich mecker nicht mehr, wenn sie meckert mache ich mir nicht viel draus. Ich höre einfach zu und denke mir joa, ja, ok, alles halb so wild- hauptsache trocken.

    Sauna, Fitness, PS5, Gassi, Youtube sind meine Hobbys, erfreuen mich und lassen keine Langeweile zu.

    Einfach nur geil nichts zu trinken, und zu leben.

    Heute trinke ich nicht

  • Die Gesundheit steht jetzt an erster Stelle, plus Abstinenz.

    Bei mir ist das so: Die Abstinenz steht jetzt an erster Stelle, plus Gesundheit.

    Ich wünsche einen guten und ausgefüllten Tag.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • wenn sie meckert mache ich mir nicht viel draus.

    Sauna, Fitness, PS5, Gassi, Youtube sind meine Hobbys, erfreuen mich und lassen keine Langeweile zu.

    Ich freue mich für Dich, dass es Dir besser geht und nicht mehr in Deinem Selbstmitleid hängst. Zuviel Euphorie ist aber auch nicht gut. Mein Gefühl ist, dass Du immer noch zuviel verdrängst, jetzt nur nicht mehr mit Alkohol. Langeweile darf nicht aufkommen, warum nicht? Sich selbst aushalten musste ich erstmal „trocken“ lernen.

    Sorry, ich komme noch nicht so richtig klar mit dem zitieren aufm Handy

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Mein Gefühl ist, dass Du immer noch zuviel verdrängst, jetzt nur nicht mehr mit Alkohol. Langeweile darf nicht aufkommen, warum nicht? Sich selbst aushalten musste ich erstmal „trocken“ lernen.

    Was denn verdrängen? Mir geht es gut im Moment. Beziehung, Arbeit, Freizeit, Gesundheit- alles super. Abstinent sein- der Rest passt. Langeweile? Kann ich ab- liege manchmal auf dem Sofa und gucke aus dem Fenster oder gehe gaaaanz gemütlich mit dem Hund durch die Natur und Sonne

    Heute trinke ich nicht

  • Moin,

    mir geht es gut. Kein Stress, kümmere mich um Sachen die anstehen. Die Gesundheit ist gut. Beziehung ist top. Der Frühling ist herrlich. Meine Arbeit startet doch erst nächste Woche wurde mir gesagt. Ich kann nicht klagen. Ich habe eine Wohnung, Essen, Geld. Die Weltliche Lage macht mir allerdings Sorgen. Die Preise werden weiter steigen. Die Sicherheit? Fraglich.

    Weil ich abstinent bin geht es mir gut. Wäre ich es nicht- alles im Ars..

    Heute trinke ich nicht

  • Meine Saufstimme meldet sich langsam wieder mal leise zwischendurch. Ich sage immer direkt verpi.. dich und lass gar keine Diskussion oder irgendwas zu. Lasse die Gedanken dann in eine andere Trockene Richtung fließen. Will keine nassen Gedanken mehr in meinem Kopf. Meine Gesundheit war vor ein paar Wochen so zerstört. Ich will sie erhalten bzw. das was noch übrig ist. Den Rest des Tagesm99 Prozent ist alles ruhig was das angeht.

    Heute trinke ich nicht

  • Moinsen, weil ich nichts trinke geht es mir hervorragend. Ich kann mich nicht beklagen. Mache jetzt regelmässig Sport und Sauna. Das Forum hat mir echt geholfen. Die Grundbausteine und HALT, der Hartmut und viele andere. Von den illegalen Drogen war es leichter wegzukommen weil man sie nicht sieht und nicht getriggert wird.

    Der Hammer wenn einfach alles gut ist und man nicht klagen kann. Abstinenz gleich geiles Leben

    Heute trinke ich nicht

  • Triggeralarm... dachte 50 Meter reichen


    Meine Frau hat bei einem Imbiss wo sehr viel gesoffen wird für uns Döner abgeholt. Dort stehen und sitzen sie draußen und saufen, ich früher auch. Ich gehe seit ca 6 Monaten nicht mehr hin. Habe 50 Meter weiter im Auto gewartet. Habe die Leute von weitem 1 Minute gesehen. Ich saß im Auto und mein Saufhirn ist angesprungen: Saufgedanken, die dürfen und ich nicht, Unruhe, ich könnte hingehen.

    Ich: Ich war nach letztem Rückfall im Krankenhaus, dir gings so dreckig, NEIN. Bin ausgestiegen und nochmal 30 Meter weiter weg gelatscht und habe dort auf meine Frau gewartet. Konnte die Gedanken und Unruhe nicht wirklich stoppen, es hat mich einfach gestresst.

    Meine Frau kam, ich sagte fast panisch: Fahr bitte weg, ich muss hier weg. Situation verlassen und es wurde besser im Kopf. Selbst der Abstand war zu klein- ich war überrascht, dachte es ist ok. Das mache ich nie wieder!!

    Ausserdem HALT : Ich war extrem hungrig und erschöpft, das spielte meiner Sucht in die Karten.


    Dann hat meine Frau wegen Stress wieder 1 Woche gedampft. Hat wieder aufgehört und war 5 Tage sehr aggressiv, hat mich sehr viel angeschnauzt, sehr viel Streit, scheiße behandelt. Saufgedanken sind gekommen. Ist es meinem Suchthirn egal das es mir gesundheitlich dann extrem schlecht geht? Ja, es will nur den Alkohol.

    Mein Mittwochseintrag klingt so schön, im Moment gehts mir so naja.

    Ich bin froh, habe nicht gesoffen. Nach dem Eintrag geht es mir irgendwie gut:)

    Heute schön Fitnessstudio und Sauna

    Heute trinke ich nicht

  • Ich saß im Auto und mein Saufhirn ist angesprungen: Saufgedanken, die dürfen und ich nicht, Unruhe, ich könnte hingehen.

    Du darfst auch (auf einen frühen Säufertod hinarbeiten), bist ja ein freier Mann.

    Aber du hast was Besseres mit Deinem Leben vor, oder? Nimm das, Suchthirn, und halt die Klappe!

    Und was den Döner angeht: Kann Deine Frau den nicht ohne Dich holen, wenn er unbedingt von dem Imbiss kommen muss?

  • Es kamen mehrere Punkte zusammen

    • familiärer Stress
    • Hunger/Durst
    • plötzliche und unvorbereitete Konfrontation mit früherem Saufort und Trinkern
    • Ergebnis: Saufdruck.


    Du hast es ausgehalten und Dich mitgeteilt. das nimmt schon mal Druck aus dem Kessel.


    Falls Ihr das nächste Mal eine solche Örtlichkeit aufsucht, bereite Dich mental darauf vor, dass Trink- und Verzichtsgedanken aufkommen können. So habe ich es im ersten Jahrgehandhabt, es hat mir geholfen. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete.

    Dazu der alt bekannte Rat, erst mal viel Wasser rein kippen und sofortiger Ortswechsel. Eine andere Umgebung setzt ganz andere Reize, raus aus der alten "Säuferwelt".

  • Und was den Döner angeht: Kann Deine Frau den nicht ohne Dich holen, wenn er unbedingt von dem Imbiss kommen muss?

    Ab jetzt ja. Dachte 50m Abstand reichen aber Nein, tut es nicht

    Falls Ihr das nächste Mal eine solche Örtlichkeit aufsucht, bereite Dich mental darauf vor, dass Trink- und Verzichtsgedanken aufkommen können.

    Schon besprochen. Örtlichkeit wurde gestrichen. Das mit dem Vorbereiten ist mal eine neue herangehensweise, danke.

    sofortiger Ortswechsel.

    Das habe ich getan. Es hat sehr gut funktioniert, danke

    Heute trinke ich nicht

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!