Beiträge von Owline

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    ! Das hast du sehr gut erkannt :) .

    Vielen Dank Aurora :)


    Tatsächlich nutze ich meine Tage auch immer eigenständiger und unternehme wieder richtig viele schöne Dinge. Heute hab ich mich einfach mal auf einen Kaffee verabredet und war bummeln und das tat sooo gut *-*

    Meine Stunden hier verbringe ich leider immer noch mit vielen Diskussionen, aber ich gehe auf diese fast gar nicht mehr ein und mach einfach mein Ding :)


    Liebe Grüße

    Owline

    Meine damalige Schwiegermutter hat mir damals bei einem Telefonat in der Zeit als klar war, dass ich mich trenne, so viel Anklagen an den Kopf geworfen, dass ich fassungslos war. Ich wär an allem schuld, so böse zu ihm und er wäre sooo fertig.


    Als ich begann, fast schreiend, zu erzählen, wie es mir ginge, was da ablief und wie ER sich verhielt, legte sie schnell auf.

    Hallo Aurora,

    das ist ja tatsächlich fast die selbe Geschichte. Unfassbar dass sich die Geschichten alle so doppelt, als wäre es ein vorgegebenes Alkoholiker- und Angehörigen- Schemata.

    Meinen Schwiegereltern bei diesen bösen Kommentaren gegenüber zu sitzen und deren Ernsthaftigkeit in dessen Blicken verfolgt mich echt.. Ich bekomme diese Gedanken einfach nicht mehr los und sie machen mich so wütend.

    Weil ganz ehrlich, wenn sie ihm wirklich helfen wollten würden sie ihm helfen und nicht mich noch weiter wegtreiben..


    Und ja es ist wie du sagst, diese Wut fühlt sich tatsächlich momentan eher nach einem Motor an und damit düse ich gerade tatsächlich in eine völlig andere Richtung und es fühlt sich nach Freiheit an :)


    Ausserdem sollte es die Mutter oder andere Verwandte nichts angehen was bei euch vorfällt

    Hallo Marie,

    ja das werde ich mir nun tatsächlich auch mehr als dick hinter die Ohren schreiben..

    Ich gehe da auch wirklich einfach auf Abstand. Habe schon zwei Verabredungen mit meinen Mädels abgemacht und da werde ich dann auch einfach mal nur auf mich gucken. Es tut wirklich gut wieder mehr in die Eigenständigkeit zu gehen und ich werde mich meiner Schwiegermutter garantiert nicht mehr anvertrauen.. Das kommt ja bloß wieder auf mich zurück -.-


    Den Punkt mit der Krake kann ich sehr gut nachvollziehen. Im Endeffekt sollte man meinen, dass sich Alkoholkranke am meisten selbst schaden, aber tatsächlich hat diese Krankheit so viele Arme und sie schlingt sich um alles was sich drumherum bewegt..

    Aber ich merke, wie meine Wut diese ekligen klauen abwehrt und das macht mich irgendwie sogar wieder glücklich :)

    Vielleicht müssen nicht nur Alkoholiker auf den Boden der Tatsachen fallen, sondern Co-Abhängige auch, um wieder selbst bestimmt zu leben.


    Ich wünsche euch allen noch einen schönen Wochenstart! :)

    hast du mal daran gedacht, dass sich alle die, die ihm so nahe stehen sich schützen wollen?

    Hallo Morgenrot,

    nein der Gedanke kam mir tatsächlich noch nie. Aber klar, sie reden sich das ganze schön und stellen mich als verrückt da, damit ich sie nicht in die Verantwortung ziehe.. Boah ist das traurig..

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich heute auch echt den Entschluss gefasst habe zu denen auf Abstand zu gehen.

    Wir wohnen im selben Haus, da ist das schon eine Herausforderung, aber ich schnapp mir einfach die Kids wenn ich frei habe und unternehme woanders was.

    Scheiß auf Garten! Ich bin heute echt richtig sauer innerlich, weil die denken mich so verletzten zu können ohne jegliche Konsequenz..

    Ich merk richtig, wie innerlich was kaputt gegangen ist dadurch und auch wenn ich immer super viel verzeihe, bei mir ist auch irgendwann der Punkt angekommen an dem ich dies nicht mehr tue. Dann ziehe ich meine Mauer und da bin ich nun definitiv..

    Und warum, weil ich Unterstützung wollte und stattdessen zur schuldigen gemacht wurde..


    Die Meinung seiner Mutter ist eine Essenz aus dem, was er erzählt hat - nicht mehr und nicht weniger.

    Danke Lütte,

    tatsächlich wurde mir dies in den letzten Tagen auch sehr bewusst. Nun verzweifelt er gerade wieder an seinen Aufgaben für seine Ausbildung.. Aber ich bin es leid ihm zu helfen. Er schätzt es ja eh nicht und ich bin nicht dafür verantwortlich, dass er sein Leben geregelt bekommt.

    Soll er doch machen, wie er meint!

    Ich merke einfach wie all meine Wut der letzten Jahre hochkommt und das tut mir gerade sogar richtig gut xD

    Endlich mal nicht mehr still dasitzen und alles runterschlucken und die Fehler bei mir suchen. Das war jetzt ein richtiges Schlüsselerlebnis für mich.

    Ich hab den Wohnungsmarkt auf jeden Fall im Auge, aber ich warte auf eine schöne Wohnung für mich und meine Kinder und werde jetzt nicht vor ihm in irgendeine Notlösung fliehen.

    Ich zweifel auch wirklich, dass es jemals wieder ein Zurück geben kann.

    Er kann sich alleine kaputt machen und muss mich nicht mit in den Abgrund ziehen!

    Ich hoffe wirklich, dass diese ganze Wut und Energie dableibt und ich nicht wie so oft schon einknicke. Aber dieses Mal sitzt der Stich auch einfach wirklich tief..

    Tschakka

    Genau da will ich auch hin! An den Punkt an dem ich wieder voller Energie und befreit Tschakka schreien kann *-*

    Hier im Forum sind welche da, und zwar besser als ich es vermutlich für diese Frau in meiner Erzählung war.

    Hallo Ste,

    vielen Dank für diese unheimlich bewegende Erzählung!

    Ja ich glaube wirklich, dass man daran unheimlich viele Parallelen sehen kann. Und irgendwie tut es mir gut, dass meine Erzählung in dir etwas bewegt hat.

    Das zeigt mir einfach sehr schön auf, wie man hier im Forum voneinander lernen kann.

    Und gleichzeitig nimmt es mir irgendwie die Angst. Weil ja, ziemlich wahrscheinlich werden viele unserer Freunde ebenso zwischen den Stühlen stehen, aber ich kann es eh nicht beeinflussen für welche Seite sie sich entscheiden und will es auch gar nicht.

    Ich gönne ihm unsre gemeinsamen Freunde sogar und weiß durch deine Geschichte nun auch, dass es ebenso meine Aufgabe seien wird unsere Freunde nicht zwischen die Stühle zu stellen.

    Ehrliche Kommunikation ist da wahrscheinlich da A und O.

    Und vielleicht bin ich auch ein kleines wenig weniger enttäuscht von meinen Schwiegereltern, weil diese natürlich die Seite ihres Sohnes wählen. Aber eben aus Angst beide zu verlieren.

    Ich hab das Gefühl durch deine Erzählung mich weniger als Opfer sehen zu wollen, sondern endlich die Protagonistin meines Lebens zu werden und positiv auf meine Zukunft zu blicken.

    Vielleicht verliere ich Menschen in meinem Umfeld, aber dafür werde ich viel Neues gewinnen!

    Irgendwie gibt mir deine Erzählung Kraft dazu, so zu denken :)

    Danke!


    Danke euch allen, dass ihr mich so in meinen Gedanken unterstützt und ich dadurch so viel schneller und klarer meinen Weg sehe, als jemals zuvor! <3

    In dieser Zeit hat er natürlich alle Register gezogen, aber ich habe mich durchgesetzt und das war ein guter Anfang. Aber natürlich kein leichter, ich war in einer bescheidenen Verfassung, innerlich total zerrissen und völlig verunsichert.

    Hallo Lütte,

    wirklich unheimlich stark, dass du das geschafft hast!

    Diese innere Zerrissenheit spüre ich auch schon in mir und dabei habe ich den richtigen Absprung ja doch noch nicht so wirklich geschafft..

    Dein Mann ist da keine Ausnahme, aber Du musst Dich nicht mit seinen Provokationen auseinander setzen, versuch sie zu ignorieren

    In einigen Teilen kann ich die Provokationen tatsächlich ignorieren, aber er bohrt leider häufig in tiefen Wunden.

    Gestern hatte ich ein ziemlich schlimmes Gespräch mit seiner Mutter.. In dem sie mir doch wirklich vorgeworfen hatte, dass ich nichts machen würde im Haushalt und er daher so überfordert wäre und ich auch mal einkaufen fahren müsse..

    Das hab ich echt nicht auf mir sitzen lassen und trotzdem hat es mich so sehr verletzt, dass ich richtig weinen musste.

    Ich finde es unheimlich schlimm, dass er sowas seiner Mutter erzählt und es selber auch noch so wahrzunehmen scheint..

    Ich hab ihm immer den Rücken freigehalten, ob er arbeitslos war oder nicht. Hab die Verantwortung auf mich genommen und dabei selber viele Opfer gebracht. Ich bin die Hauptverdienerin und unterstütze ihn in seiner Ausbildung ohne jemals Vorwürfe in diese Richtung klingen zu lassen.

    Das war eben unser gemeinsamer Weg, der uns als Familie gut tat.

    Und ja er macht hier wirklich viel, aber garantiert nicht alles..

    Das er diese Einstellung hat verletzt mich wirklich und in diese Richtung kann ich die Provokationen auch nicht aushalten.

    Ich wurde schon in meiner Kindheit immer kleingemacht.

    Er weiß, dass das viele Selbstzweifel in mir wachsen lassen hat und darauf springt er nun auch herum..

    Denn auch wenn ich weiß, dass ich für meine Familie wirklich super viel mache, keimen diese Böswilligkeiten in mir und lassen mich schlecht von mir selbst denken..

    Nicht weil die Zweifel stimmen, sondern weil ich es von kleinauf so gelernt habe..

    kannst Du ja Deine Entscheidungen noch mal neu überdenken, wenn es noch passt

    Das ist ein wirklich guter Tipp, ich werde es auf jeden Fall versuchen :)

    An deinem wenn es noch passt bin ich gerade wirklich hängen geblieben.

    Denn auch wenn wir uns gestern nochmal ausgesprochen haben, zu dem Gespräch welches ich mit seiner Mutter hatte, ist meine innere Wut auf ihm immer noch unheimlich groß.

    Heute weiß ich gar nicht ob ich mit ihm noch zusammen bleiben will, auch wenn er es schafft aufzuhören zu trinken..

    Ich denke tatsächlich stehe ich mit meiner Ehe vor einer Wand.

    Und es tut weh, dass auf seiner Seite so viele neben ihm stehen und ich auf meiner Seite alleine bin.

    Aber ganz ganz ganz langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, es alleine zu schaffen.

    Es gibt kein zurück - nur ein vorwärts hin zu deinem neuen selbstbewussten Ich und mir scheint, du bist auf gutem Weg!

    Vielen Dank :)

    Mir geht es tatsächlich gerade auch deutlich besser.

    Vielleicht weil es hier endlich ein paar Sonnenstunden und -tage gibt. Das viele draußen sein, tut einfach gut :)

    Wie wäre es mit Abstand zu ihm.

    Dadurch hab ich auch gerade echt viel Abstand zu ihm. Nicht böswilligen Abstand sondern einfach Abstand.

    Und gleichzeitig hat er sich gerade ein neues PC-Spiel geholt und verbringt dort viele seiner freien Stunden. Er kommt also meistens nur zum Schlafen runter.


    Ich gehe zwar trotzdem immer mal wieder gucken, was er so treibt und ob er was trinkt, aber irgendwie hab ich für mich gerade ganz klar, dass wenn ich ihn wieder erwische, ich gehe.

    Das wohin macht mir momentan auch gar keine Angst, da wird sich schon eine Lösung finden.

    Klar kann ich das jetzt vielleicht so entspannt sagen, weil er gerade mal ein paar Tage nichts getrunken hat, aber ich hab auch einfach keine Lust mehr auf das Thema mit ihm.

    Entweder er schafft es oder ich schaffe es.

    Ich hoffe diese Entschlossenheit bleibt jetzt einfach mal.

    Im Prinzip verdeutlicht es mir aber auch einfach nur, wie viel mittlerweile eigentlich schon kaputt gegangen ist in unserer Ehe. Wenn ich ja eigentlich schon damit rechne das er wieder trinken wird und ich dann gehe..

    Theoretisch könnte ich dann ja auch einfach jetzt schon gehen.

    Aber irgendwie ist da wohl doch noch ein ganz ganz kleiner Funken Hoffnung in mir.

    Super, da hast Du ja einen Ansatzpunkt, der nichts mit ihm zu tun hat. Was kannst du machen, damit Du dich nicht mehr über Dich selbst ärgerst?

    Ja das ist ein wirklich guter Gedanke! Danke, dass du mich da nochmal so genau drauf stößt :)

    Ich denke der Abstand und mit meiner freien Zeit zu tun, wozu ich Lust habe ist schon ein ganz guter Anfang ^^

    Ich muss nicht immer um seine Erlaubnis bitten, dass tut er schließlich auch nicht!

    Mir hat dieser Abstand - und einiges mehr - geholfen, mich wieder auf die Reihe zu kriegen

    Hat er diesen Abstand denn auch akzeptiert oder war ihm dieser gar nicht so deutlich bewusst, wie dir?

    Tatsächlich ist mein Mann da teilweise wirklich kompliziert. Wenn ich auf richtigen Abstand gehe, fängt er meistens an wieder vermehrt den Kontakt zu suchen oder wird dann provozierend, so dass man sich mit ihm auseinandersetzen muss..

    Heute kam ich spät von der Arbeit und werd einfach nicht müde, les seit über einer Stunde hier den Einen oder Anderen Beitrag.

    Mein erster Gang, als ich nach Hause kam, ging ins Büro zu meinem Mann.

    Mein Blick scannte direkt den Raum ab.

    Kein Bier entdeckt. Zum Glück.

    Gleichzeitig wird mir bewusst, wie mich sein Problem schon geformt hat..

    Das erste Mal wird mir richtig bewusst, dass man bei mir schon von Co-Abhängigkeit sprechen kann.

    Das erschreckt mich eigentlich, früher war ich so ein selbstbewusster und eigenständiger Mensch.. Heute lass ich meine Gedanken von meinen Sorgen leiten, mit dem ersten Gedanken an die Sucht meines Mannes.

    Mit diesem Gedanken steh ich auf und geh ich schlafen.

    Ich mach mir wirklich Sorgen, dass ich nicht mehr zu meinem selbstbewussten Ich zurückkehren kann.. Komisches Gefühl!

    Und dann der Gedanke: "Hey, er hat seit Freitag nichts mehr getrunken, vielleicht ändert er sich ja wirklich."

    Über den Gedanken ärgere ich mich schon fast.. Im Prinzip schafft er es immer wieder ein/ zwei Wochen nichts zu trinken, nur um dann wieder weiter zu machen. Warum dann wieder so viel Hoffnung nach gerade mal vier alkoholfreien Tagen?

    Ich belüg mich doch selbst..

    Vor allem hatte er Samstag ja dann doch zu seinem zuvor gekauften Bieren gegriffen. Zwei kleine Biere getrunken.. Angeblich vier 0,5er Desperados weggeschüttet..

    Aber bei dieser Sucht wären doch auch die zwei kleinen Biere schon schlimm..

    Außerdem hatte er doch versprochen es zu lassen, wozu dann die zwei kleinen trinken..

    Es nervt mich... Aber das schlimme ist, ich akzeptiere es. Ich bin gar nicht so wütend, wie ich doch eigentlich seien sollte.

    Vielleicht ist es auch Abgestumpftheit.

    Aber ich ärgere mich einfach über mich selbst!

    Wie ich es gerade hasse, dass er mich immer zum Lachen bringen kann und er dadurch noch denkt, alles wäre wieder gut.. Aber in mir ist gar nichts gut.

    Ich richte meine Handlungen nach der Suche nach Alkohol.. Von morgens bis abends..

    Sie haben nicht gelernt ihre Verhaltensweisen die zur Katastrophe führen zu überdenken und zu bearbeiten.

    Ja dann hoff ich mal, dass ich es diese Mal ausreichend bearbeiten kann und danach, dann nie wieder dieses Thema vor die Füße geworfen bekomme xD

    Oft ist es das erste, was wir wieder lernen müssen, unsere Gefühle ernst zu nehmen. Sie sind uns ja oft schon sehr lange abgesprochen worden

    Guten Abend Morgenrot und vielen Dank für deine Antwort!

    Ja darüber zu sprechen befreit mich auf jeden Fall schon mal aus meinem ganzen Gedankenkarussell und auf einmal ordnen sich die Gedanken Stück für Stück.

    Ich merke richtig, wie mir eine Last abfällt und wie viel Last da immer noch ist.

    Ich habe nicht die Erwartung, dass sich jetzt alles ganz einfach lösen lässt und es werden sicher Rückschläge kommen, aber ich habe keine Angst mehr davor meinen Weg in Gedanken zu formen und ihn dann hoffentlich auch gehen zu können.

    Wieder auf mein Bauchgefühl zu vertrauen. Im Grunde schreit es mich ja eh immer schon an und sagt mir, dass er wieder getrunken hat und ich das nicht mitmachen sollte.

    Kleinigkeiten die mein Unterbewusstsein direkt aufnimmt und die ich einfach noch nicht sehen will oder wollte.

    Jeden Tag meinen Mann zu fragen, ob er Alkohol getrunken hat, dass will ich einfach nicht mehr.

    Das hilft weder mir, noch ihm. Und nun ist er wieder einkaufen und meine erste Frage wird sein, ob er Bier mitgenommen hat und morgen früh werde ich ihm einen Kuss geben, um zu schmecken ob er etwas getrunken hat und selbst das wird mir nicht reichen und ich werde ihn auch da nochmal fragen und abends wenn ich von der Arbeit komme, werde ich hochgehen und nach bier ausschau halten..

    Es bestimmt einfach jetzt schon so sehr meinen Tag und im Prinzip entstehen in mir die selben Zwänge, die er beim Bierkauf entwickelt hat..

    Genau dieses Gefühl will ich ablegen können und es soll auch nicht wieder auftauchen!


    Alkoholkonsum wir leider in unserer Gesellschaft bagatellisiert und als harmlos abgetan

    Guten Abend Marie,

    ja das stimmt leider.. Ich selber war früher auch jedes Wochenende unterwegs mit meinen Freunden und auch da stand immer der Alkohol im Fokus. Gehört ja fast schon automatisch zu den Teenagern dazu, macht man nicht mit ist man out. Macht man mit ist man beliebt..

    Dass dort schon einige an der Sucht hängen bleiben kann ich sogar wirklich gut nachvollziehen.

    Und ich denke genau dazu gehört mein Mann. Die ersten Jahre konnte er es gut vertuschen und als die Kinder kamen, konnte er sicher auch kurzzeitig ganz aufhören, aber die Krankheit schlich sich zurück.

    Ich befürchte fast, dass er es nun wieder nur ein halbes oder ein Jahr schafft und dann alles wiederkommt, wenn er es überhaupt schafft.

    Er sagt ja selbst, dass er einfach gerne trinkt..

    Für mich war Alkohol zum Glück nie eine Sucht, mir tat immer die Gesellschaft gut, ob mit oder ohne Alkohol.

    Heute hab ich nicht mal mehr Lust mich mit Freunden zu treffen, nur um abends Bier oder sonst was zu trinken.


    Bleib stark du merkst ja selber wie zerrissen er ist, einmal ist er sehr glücklich mit dir dann wiederum bist du so schlimm wie deine Mutter, merkt er eigentlich was er so von sich gibt?

    Danke, ich gebe mein bestes! Ich will mich definitiv nicht mehr selbst so klein machen und wieder mehr für mich tun.

    Solche Sätze in denen er mich oder Verhaltensweisen von mir mit meiner Mutter vergleicht sind für mich einfach jedes Mal ein richtig tiefer Stich.

    Als ich alt genug war, mich um mich selbst zu kümmern habe ich angefangen Therapien zu machen, um endlich von den Verstrickungen meiner Mutter loszukommen. Das hat bis heute gedauert. Auf der einen Seite hat er mir dabei unheimlich geholfen, mich unterstützt und mir immer wieder geholfen mich am bodenzerstört wieder aufzurappeln. Auf der anderen Seite vergleicht er mich mit ihr..

    Diese Wiedersprüche machen es mir so schwer.

    Und natürlich bin ich auch kein perfekter Mensch und ich habe bestimmt einige Verhaltensweisen in meiner Kindheit übernommen, aber ich arbeite wenigstens an mir und versuche das beste aus meinen Leben zu machen.


    Vielleicht hänge ich nun aber auch so in dieser Ehe, weil ich mich wieder um jemanden kümmern wollte, als Austausch zu meiner Mutter.

    Man sagt ja man sucht sich immer wieder ähnliche Situationen bis man diese bearbeitet hat.. Wer weiß das schon..

    Beim Schreiben klärt sich vieles und irgendwann steht die Entscheidung.

    Ja das ist tatsächlich auch mein momentanes Gefühl, je mehr ich mich mit dem ganzen auseinandersetze, desto mehr Klarheit entsteht in meinem Kopf und gleichzeitig auch immer mehr der Wille etwas zu ändern.


    Ich habe nie über meine Probleme mit ihm zu anderen Menschen gesprochen und fühlte mich total einsam und alleine gelassen.

    Ich spreche mittlerweile mit meiner Schwester darüber, aber eben auch nicht ins kleinste Detail. Zum einen weil ich ihn nicht schlecht machen will, zum anderen weil ich oft das Gefühl habe sie versteht mich dann doch nicht richtig.

    Ich glaube wenn man die Situation selber nicht hat, kann man sie auch schwer verstehen. Da mache ich ihr gar keine Vorwürfe.

    Aber sie sieht bei meinem Mann noch keinen Alkoholiker. In ihrer Familie gehört aber auch mindestens einmal im Monat eine Kellerparty dazu und da nehmen Großeltern, Eltern, Cousinen und wer sonst noch alles teil.

    Sie sieht meine Meinung dazu häufig als sehr hart an.

    Und anderen Menschen gegenüber öffne ich mich da eigentlich gar nicht. Viele wollen dann ja auch doch nicht zuhören und das ist auch okay.


    und kannte keine Menschenseele

    Tatsächlich hatte ich immer mehr Kontakte als mein Mann. Ich mag einfach die Gesellschaft anderer und mein Mann hat leider auch ein echtes Händchen für unzuverlässige Freunde. Was für ihn auch häufig eine Erklärung für seinen Alkoholkonsum war. Er sagte immer, dass er sich so einsam fühlen würde und von seinen Freunden im Stich gelassen.

    Mit mir wäre er unendlich glücklich, aber Freunde würden ihm fehlen.

    Dabei sieht er häufig auch die positiven Kontakte in seinem Leben nicht.


    Mittlerweile hat sich aber auch bei mir im Freundeskreis vieles geändert, weil ich keine Lust mehr darauf habe mich mit Freunden zu treffen nur um Party zu machen oder neben Menschen zu sitzen, die nur auf ihrem Handy die neusten Instagram Stories checken..

    Ich bin halt auch glückliche Mama und will am Wochenende fit für meine Kinder sein und das Thema Alkohol nervt mich einfach auch nur noch. Wieder ein Grund warum mein Mann trinken kann, wir sind ja unter Freunden.. -.-

    Auf diese geheuchelte Welt habe ich einfach keine Lust. In der man sich selbst unter Freunden messen muss, wer das tollste oder schlimmste Leben hat und in der man sich dann doch irgendwie gar nicht für den anderen interessiert.

    Im Grunde konnte ich tatsächlich aber auch immer schon besser mit männlichen Freunden, die Freundschaften sind aber leider wirklich viel in meiner Schwangerschaft und später mit meinen Kindern ausgelaufen.

    Mittlerweile fühle ich mich mit meinen Arbeitskollegen oder mit anderen Müttern am wohlsten. Wo mal nicht nur ich Verständnis haben muss, sondern alle Verständnis füreinander haben.

    Und vor allem, die ich ohne meinen Mann sehe..


    Er hat alles was ich ihm von früher erzählt habe gegen mich verwendet in diesen Wunden rührte er mit Vorliebe herum

    Das kenne ich leider auch.. Bei mir kommen auch immer wieder Kommentare, wie ist ja klar, dass du das nicht kannst. Oder dass ich genauso sei wie meine Psychomutter und mich zum heulen am besten wieder verkriechen soll. Man muss dazu vielleicht wissen, dass meine Mutter eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat und es mich wirklich sehr trifft, wenn er mich mit ihrem Verhalten vergleicht und ich mich selber eigentlich immer eher so sehe, dass ich immer erst das Wohl anderer will, als mein eigenes. Was halt ganz klar auch eine Folge meines Lebens mit einer Narzisstin ist.. Aber dadurch bekommt er mich meistens auch wieder weich, weil ich auf keinen Fall so seien will und es dann doch glaube, wenn er es mir sagt. Einfach durch meine Urangst..


    Warum meinst du dann, dass du dich alleine um sie sorgen musstest im Fall einer Trennung?

    Hallo Ideja, danke für deine Antwort!

    Ich denke, dass liegt tatsächlich auch an den Erfahrungen aus meiner Kindheit. Nach der Trennung meiner Eltern gab es keine regelmäßigen Besuchskontakte bei meinem Vater. Teilweise habe ich ihn Monate nur einmal gesehen und auch heute sehe ich ihn nur noch einmal im Jahr irgendwann nach Weihnachten.

    Die meiste Zeit meiner Kindheit war ich bei meiner Oma und obwohl ich sie über alles geliebt habe, war es doch immer ein komisch ausgegrenztes Gefühl.

    Vielleicht ist es einfach zu sehr in meinem Kopf, dass es sich bei mir nun ähnlich wiederholen müsse.

    Aber wenn er es nicht schafft dem Alkohol zu entsagen, würde es mir auch nicht in den Kopf kommen, dass ich meine Kinder alleine bei ihm lassen würde. Zumindest nicht über Nacht und wer weiß wohin sich seine Sucht noch entwickeln würde..


    Meinst du wirklich dass du den Kindern gerecht werden kannst wenn du psychisch angeschlagen bist?

    Nein das ziemlich wahrscheinlich sogar nicht :(

    Ich denke, dass ist es auch, was ich wieder viel mehr fokussieren muss. Mich.

    Ich werde es auf jeden Fall versuchen umzusetzen, mal sehen wie.

    und da kam mir folgender Gedanke ...

    Danke Ste, zum einen das du deine Nacht für meine Texte opfert und zum anderen auch für diesen schönen Text :)

    Das tut wirklich gut zu lesen! Alles andere hier natürlich auch! Aber deine Gedanken zum Thema Angst treffen es so schön.

    Angst macht halt einfach vieles kaputt und wenn man erstmal den Mut gefunden hat seine Angst hinter sich zu lassen, denkt man wahrscheinlich: "Wovor hatte ich eigentlich Angst."

    Im Endeffekt war ich schon so oft in solchen Situationen, warum mir diese Hürde dieses Mal so groß vorkommt, kann ich wirklich gar nicht sagen.

    Ich merke aber, dass sie hier schon ein ganz kleines bisschen anfängt zu prökeln :) wenn auch wirklich erstmal nur minimal xD

    ich bin bis heute so froh dass es so gekommen ist, ich bin jetzt 11 Jahre trocken, durfte mit meinen Kindern zusammen leben (das war im nachhinein das Wichtigste) inzwischen ist meine Frau weg (seit einem Jahr)...aber die Kinder sind noch da...und die Kinder konnten ein normales schönes Leben führen, und ich habe meinen Kindern diesen Alk-Vatermist erspart...puh gerade noch die Kurve gekriegt, als Alki versteht man das selber nicht

    Hallo Mexico,

    vielen lieben Dank für deine Antwort und die andere Seite der Medaille!

    Herzlichen Glückwunsch, dass du nun schon so viele Jahre geschafft hast und ich drücke dir die Daumen, dass es auch immer so bleiben wird! :)

    Ich denke du warst da schon viel weiter als mein Mann jetzt.

    Ich rede auch immer sehr offen und ehrlich mit meinem Mann und schlage ihm immer wieder vor, sich Hilfe zu suchen. Er möchte es aber alleine machen, bis er merkt er kann es nicht alleine.

    Ich denke er kann es schon jetzt nicht alleine..

    Du mußt ihm nicht alles 1:1 erzählen, was du liest, wo du dich informierst, was du für Pläne schmiedest.

    Mach es einfach mal für dich

    Hallo Linde,

    danke für deine Antwort!


    Ich schaue immer mal wieder nach Wohnungen, die ich mir auch alleine leisten könnte und die in der Nähe der Kita sind oder schaue wie ich besser arbeiten könnte, um auch genügend Zeit für meine Zwerge zu haben. Aber bisher habe ich noch nie bei einem Vermieter angerufen.

    Alleine zu sein macht mir eigentlich keine Angst, meine Angst ist es immer nur noch gestresst zu sein und wenig Energie für meine Kinder zu haben. Ihnen nicht gerecht zu werden oder sie einen ganzen Tag Fremdbetreuen zu lassen, sie nur zum Abendessen zu sehen, ihnen nicht bei Hausaufgaben helfen zu können, keine Zeit zu haben mir ihre Sorgen anzuhören.

    Zu werden wie meine Mutter..

    Aber auch tatenlos in meiner Ehe zu sitzen und zuzusehen, wie mein Mann sich und uns kaputt macht, macht mir unheimliche Angst..

    Es tut wirklich gut es so klar auszudrücken. Ich glaube, dass habe ich vorher noch nie gemacht. Vielleicht hilft die Anonymität hier auch einfach, dass ich alles klarer sehe und irgendwann etwas ändern kann.

    Du hast Verantwortung für dich und deine Töchter, aber nicht für Deinen Mann.


    Ganz ehrlich: guter Vater und regelmäßiger, starker Alkoholkonsum schließen sich nach meiner Erfahrung aus

    Hallo Lütte,

    auch dir erstmal danke für die Antwort!


    Ja und dieses Wissen zerreißt mich immer wieder innerlich, weil ich mir dieser Verantwortung so sehr bewusst bin und am Ende doch immer wieder scheitere hart zu bleiben und doch nicht gehe.

    Ich befürchte teilweise suche ich schon fast selbst nach Ausreden, warum ich nicht gehen kann :(

    Das ist ein wirklich schlimmes Gefühl.. Und da schäme ich mich meinen Kindern gegenüber auch für. Und auch vor anderen Menschen..


    Zu dem Thema guter Vater, weiß ich absolut wie und was du meinst.

    Aber er liebt seine Kinder wirklich über alles, unternimmt mit ihnen Ausflüge, spielt viel mit ihnen und sorgt sich immer um sie. Er trinkt nie in Anwesenheit der Kinder und verurteilt auch Eltern, die neben ihren Kindern trinken.

    Aber natürlich werden auch die Zwei mit dem nächtlichen Geruch groß und wenn es Nachts jemals zu einem Notfall kommen würde, würde er mit Fahne ins Krankenhaus fahren müssen..

    Also ja nur positiv ist seine Vaterrolle leider auch nicht, aber auch nicht nur negativ.

    Andernfalls würde mir das gehen, auch viel viel leichter fallen..

    Vielleicht gibt es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe für Betroffene oder du versuchst eine Mutter-Kind-Kur zu bekommen das wäre auch eine Möglichkeit

    Tatsächlich war das meine erste Idee, als ich gestern begann nach Unterstützung zu suchen. Eigentlich hatte ich nach einer Selbsthilfegruppe gesucht und bin dabei auf dieses Forum gestoßen und dann dachte ich, ich probiere es einfach mal.

    Irgendeinen Schwachpunkt hat jeder von uns und da wird sich dann eingehakt

    Ja das stimmt wahrscheinlich und wer kennt die Schwächen eines anderen schon besser, als die engsten Menschen in deinem Umfeld. Nur sitzt es aus diesem Umfeld dann leider auch immer am meisten..

    Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu seiner Mutter und rede mit ihr auch immer offen über seine Probleme mit dem Alkohol. Ich will dieses Thema einfach nicht für ihn verheimlichen.

    Aber auch sie wird jedes Mal von ihm so belabbert, dass sie am Ende Verständnis für ihn hat und Punkte aufzählt, die ihn an meinem Verhalten stören..

    Das lässt mich schon teilweise wirklich verzweifeln und selbst dran glauben.

    Dadurch, dass ich selber nicht diesen familiären Rückhalt habe, kämpfe ich immer alleine dagegen an und manchmal wird das einfach zu viel. Dann fang ich an den Schwachsinn auch zu glauben :/

    Und dann, heimlich

    Hallo Xlausi,

    danke für deine Antwort!

    Ja das ist tatsächlich auch meine Angst, dass je mehr ich ihn in die Enge treibe, er es immer mehr vertuscht und ich dann gar keinen Überblick mehr darüber habe.

    Und andersrum würde ich mir wünschen es einfach gar nicht zu wissen, weil es mich dann jedes Mal so sehr trifft..

    Aber ja die Augen verschließen bringt am Ende auch nur Unglück..

    Vielen Dank für deine klaren und ehrlichen Worte Marie!

    Ja ich sehe ihn eigentlich auch als süchtig an, er sich selbst nur bedingt. Wenn es mal wieder zu einem ernsten Gespräch kommt. Dann sagt er auch, dass er sich Hilfe suchen will.

    Am nächsten Tag ist dann wieder alles vergessen, dann spielt er seine Sucht wieder runter und stellt mich dar, als würde ich völlig übertreiben.

    Sucht die Fehler bei mir, um großzügig zu sagen, dass er mich trotzdem liebt.

    Das kenn ich schon aus meiner Kindheit, da packt er mich gut, weil ich dann wirklich schaue was ich besser machen kann oder muss.

    Paradox..

    Ich denke aber auch, dass ich mich in den nächsten Tagen und Wochen hier etwas mehr einlesen werde und dann irgendwann auch mal eine gute Lösung für mich und meine Kinder finden werde.


    Vielen Dank! :)

    Vielen Dank für deine Antwort Ste,

    es tut mir wirklich schon unheimlich gut eine Antwort bekommen zu haben und auch mich vorzustellen, war schon fast eine kleine Therapieeinheit für mich.

    Einfach alles nochmal auf den Punkt zu bringen.

    Schau primär für dich und deine Kinder - es muss für euch stimmen, egal was du tust, IHR SEID DAS WICHTIGSTE und gehe mit deinen Kräften haushälterisch um.

    Als ich diese Zeilen gelesen habe, kamen mir direkt die Tränen.

    Das ist vielleicht auch schon meine größte Hürde. Mal auf mich zu gucken, aber ich werde es versuchen und hoffe, dass die Teilnahme an diesem Forum der erste Schritt dazu ist.


    Viel Dank :)

    Hallo liebes Forum,


    ich habe noch nie an einem Forum jeglicher Art teilgenommen und habe dabei auch jetzt noch komische Gefühle.

    Weil in meinem Kopf sich der Verstand und die Hoffnung streiten.

    Weil ich hoffe, dass es nicht so ist und ich Dinge übertrieben sehe und weil ich dann doch jedes Mal Bauchschmerzen habe, wenn ich meinen Mann trinken sehe.


    Nun bin ich leider an dem Punkt angekommen, dass ich einfach nicht mehr weiter weiß und es mir auf psychischer Ebene auch langsam zusetzt. Daher dachte ich, dass mir der Austausch mit Menschen in ähnlichen Situationen vielleicht gut tun würde.


    Zu meiner Situation:

    Ich lebe seit 5 Jahren mit meinem Mann zusammen und wir haben zwei Töchter.

    Wir sind beide Anfang 30.

    Mein Mann trinkt immer schon gerne Bier und hat in der Zeit vor unserer Beziehung wohl auch noch einiges mehr getrunken.

    Vor ungefähr drei Jahren schlich es sich dann auch bei uns ein und das Bier wurde Phasenweise zu einem täglichen Begleiter. Erst jeden Abend 4, dann 6, später jeden Abend 8 Biere. Dann gab es richtig ernste Gespräche, keine mit Vorhaltungen, sondern welche in denen ich meine Sorgen benannte und etwas über seine Gefühlswelt erfahren wollte. In denen ich auf die gesteigerte Reizbarkeit am nächsten Tag verwies und von meinen Erfahrungen aus meiner Kindheit berichte.

    Von meinen Alkoholkranken Großeltern und den Folgen dessen für meine Mutter und schlussendlich auch für meine Schwester und mich. Davon das ein Alkoholproblem nicht bei den Trinkenden stoppt, sondern über Generationen weitergereicht wird.

    Dann trank mein Mann einige Tage oder sogar Wochen nichts mehr und plötzlich schlich es sich wieder von vorne ein.


    Ich selber trinke auch ab und zu Alkohol, aber immer nur in Gesellschaft.

    Mein Mann trinkt fast immer alleine.

    Anfangs waren es noch kleine Biere 0,33. Später 0,5er und dann ging es weiter zu Starkbieren. In seltenen Fällen kommen mittlerweile auch Klopfer oder Mischgetränke mit Schnäpsen hinzu.


    Immer wieder führen wir Gespräche, immer wieder erklärt er mir wann er aufhört, verspricht es mir und bricht es am Ende doch wieder.

    Immer wieder findet er neue Gründe. Erst war es die Arbeitslosigkeit, dann mein Schichtdienst, dann Streitigkeiten innerhalb der Familie. Doch nun macht er eine Ausbildung und trinkt trotzdem, geht morgens mit Mundgeruch nach Bier zur Arbeit, ich arbeite weniger flexibel und habe mir feste Dienste geben lassen und wir haben den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen, was auch mir persönlich gut tut. Aber sein Problem bleibt.


    Vor zwei, drei Tagen hatten wir dann wieder ein Gespräch und er sagte mir, er habe nun mal ernst mit sich selbst gesprochen und wird es nun lassen. Weil er uns über alles liebt und uns nicht verlieren will.

    Gestern Morgen gebe ich ihm dann einen Kuss und wieder dieser ekelhafte Geschmack.. Daraufhin bin ich einkaufen gegangen, um mich abzureagieren.

    Als ich zurück kam zeigte er wieder Einsicht.

    Er ging arbeiten, ich machte mir einen schönen Tag mit meinen Kindern, meiner Schwester und meiner Nichte.

    Es war ein wunderschöner Tag, ich war auf einem richtigen Hoch. Als mein Mann Abends nach Hause kam, sprachen wir nochmal und ich bekam plötzlich einen komischen Verdachtsmoment, eine Vorahnung. Diese hab ich mittlerweile andauernd und meistens bewahrheiten sie sich leider.

    Ich fragte ihn trotzdem mehr aus Hoffnung auf eine Verneinung, ob er sich neues Bier gekauft hätte. Er verneinte nicht..

    Daraufhin brach ich völlig zusammen und konnte nur noch weinen. Ich brauchte einfach nur noch Abstand.

    Aus dem Hoch vom Morgen entstand ein richtiges Tief.

    Später redeten wir wieder und er versprach mir erneut, dass er aufhören würde.


    Ich antwortete ihm, dass ich ihn über alles liebe, aber einfach nicht mehr kann. Das ich ihm nicht mehr glaube und ihm überhaupt nicht mehr vertrauen kann in dieser Hinsicht, dass ich schon einen Zwang entwickle ihn zu überprüfen..

    Er will es mir beweisen. Aber ich erlaube mir die Hoffnung auch einfach nicht mehr, meine Angst wieder verletzt zu werden ist zu groß..

    Außerdem kommen auch immer wieder Sätze wie: Ich trink doch gar nicht jeden Tag. Ich hab früher viel mehr getrunken. Ich weiß du hast schlechte Erfahrungen gemacht früher, aber das jetzt ist was anderes.


    Heute sagte er außerdem, dass er kein Problem damit habe keinen Alkohol zu trinken, wenn dieser hier zuhause wäre. Sein Problem wäre es beim Einkaufen dran vorbei zu gehen.

    Allerdings trinkt er das Bier hier zuhause dann am Ende ja doch immer wieder aus, anstatt es stehen zu lassen.


    Er ist ein guter Vater und hält immer zu uns, aber der regelmäßige Alkoholkonsum macht mich echt fertig.

    Ich weiß einfach nicht was ich noch tun kann..

    Ich möchte meine Ehe und ihn eigentlich nicht aufgeben, habe auch Angst davor alleinerziehend zu sein. Ich muss aber auch sagen, dass ich durch meine eigene Mutter auch ein schlechtes Vorbild für alleinerziehende Mütter habe.

    Diese schlechten Erfahrungen beeinflussen mich da vielleicht auch.. Aber am meisten, weil ich ihn einfach so unheimlich liebe, obwohl er mich immer wieder so sehr verletzt und weil seine Kinder ihn so sehr lieben..

    Aber kann so ein Leben gut funktionieren?

    Kann ich es akzeptieren, dass er immer wieder so viel trinkt?

    Ich weiß es einfach nicht.. Ich denke ich bin gerade noch ziemlich am Anfang, wenn ich andere Beiträge hier lese, denke ich immer: Wow wie sicher sich hier viele einfach sind, dass bin ich noch so gar nicht..


    Danke fürs lesen!