Beiträge von Kintsugi

    Bei meiner Aussage geht es darum, dass in einer Beziehung immer beide zu 100% Verantwortung tragen. Der Denkfehler liegt darin begraben, dass man immer einen sucht, der mehr Schuld hat. Und das löst genau gar nichts. Natürlich kann der Partner nix dafür, wenn der andere Alkoholiker wird/ist. Aber ich kann schon was dafür, wenn ich meine die Situation aushalten zu müssen, oder denke, der andere müsste sich für mich ändern.

    Klar, das Forum muss da manches Mal etwas mitmachen mit mir.

    Liebe Siri,

    rede dich selbst doch nicht klein! Du darfst genauso viel Raum einnehmen, wie jede/r andere auch. Dieses "ich bin zu viel für andere" Gefühl kenne ich auch. Ich habe da eine neue Perspektive: wenn ich zu viel für dich bin, dann such dir weniger 😉

    Ich mag deine Posts. Klar sehe ich auch, wie du dir selbst mit manchem schwer tust (kenne ich ja von mir) aber gerade auch die letzten Beiträge hier von dir zeigen, wie sehr du zur Selbstreflektion und Selbstfürsorge fähig bist.

    Ich habe an mir beobachtet, dass ich emotional nüchterner werden muss.

    Du musst erstmal gar nix 😉 aber ich glaub ich weiß was du meinst und ich kann dir zumindest aus Erfahrung sagen, dass ich hier im Forum sehr viel über mich, meine Wahrnehmung, meine Werte, meine Abgrenzung etc gelernt habe. Und ich mittlerweile im Austausch ziemlich gelassen reagieren kann. Von Emotionen ausschalten halte ich dabei nix, sie sagen dir ja was wichtiges über dich selbst.

    LG,

    Kintsugi

    Ich habe mich getrennt. Bin ich jetzt geheilt? Wieso habe ich es geschafft mich zu trennen, obwohl ich zu 100% co-abhängig war - trotzdem ich kaum einer der Punkte aus dem Forum entsprach. Ich habe ihn nicht kontrolliert, nicht für ihn gelogen. Co-Abhängigkeit ist nicht von einem Alkoholiker abhängig.

    So nun ist der Alkoholiker weg. Und jetzt? Bin ich trotzdem noch, wer ich bin. Mit all meinen Beziehungsmustern. Meine Erfahrung ist: ob man beim Alkoholiker bleibt oder ihn verlässt, die Veränderung muss bei einem selbst beginnen. Ansonsten ändert sich nix.

    Es tragen immer beide zu 100% die Verantwortung für die Beziehung. Es ist nicht einer mehr schuld. Ich habe nach der Trennung noch ca. 1 Jahr gebraucht, bis ich das annehmen konnte.

    Dies kostet jedoch auch unendlich Energie und Zeit,

    So passt es 😉 und ja, wenn man etwas teilt, wird es nicht mehr. Aber zumindest hast du die Möglichkeit deinen Teil zu retten. Denn realistischer ist ja, dass beide in den Ruin rutschen. Wäre bei mir so gekommen. Ich konnte wählen zwischen Insolvenz und nur vielleicht Insolvenz. Habe letzteres genommen und bin wirtschaftlich gut weg gekommen. Emotional ist wieder eine andere Geschichte aber auch dafür gibt es Hilfe. Rette dich!

    Franzi   Nala2023 nicht alle Alkoholiker sind eifersüchtig auf ihre Kinder. Es ist ein typisches Muster bei Narzissmus. Ich finde bei euch Parallelen zu meiner Erfahrung, daher möchte ich das kurz mit euch teilen. Also ich würde empfehlen euch dahingehend mal zu informieren, weil es in einer Trennungssituation hilfreich sein kann diese Muster zu kennen.

    Ich hatte ähnliche Gedanken wie Twizzler . Selbstfürsorge und Selbstliebe finde ich zwischen den Zeilen. Du sorgst dich jetzt um die wichtigste Person zuerst: dich. Und dann die, die wirklich abhängig von den Erwachsenen sind: die Kinder. Mein erster Gedanke war: dass klingt so gesund! Du ermöglichst damit auch deinem Mann die volle Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Es ist seins, was er draus macht.

    Es wird leichter!

    Willkommen im Forum Snowman ,

    hier findest du viele Angehörige, die dich verstehen können. Für mich war das Forum ein großer Schritt in die Freiheit. Als ich hier ankam, hatte ich meine Unbeschwertheit verloren und mich gefühlt in einer ausweglosen Situation befunden.

    Ich konnte mich derweilen noch nicht überwinden, zu einer Alkoholberatung für Angehörige

    Mir hat das sehr geholfen. Es kommt immer darauf an, an wen man da gerät, aber ich hatte eine kompetente, einfühlsame Therapeutin, die mich ein Jahr lang begleitet hat.

    Es war kein einfacher Weg, aber ich habe meinen gefunden und bin wieder lebensfroh und schaue zuversichtlich nach vorne.

    Was gibt es denn in deinem Alltag, wo du Freude hast? Such dir deine Inseln, wo du Kraft schöpfen kannst.

    Hallo Berni,

    es kommt drauf an....

    Viele hier schreiben, dass man sich als Co trennen muss, es gäbe keine Alternative.

    Das habe ich anfangs auch so verstanden und erst mit der Zeit habe ich die Erfahrungen der anderen Forumsteilnehmer "richtig" verstanden. Da musste sich aber erstmal mein Blick verschieben.

    Den wichtigsten Tipp, den ich hier bekommen habe, der auch wirklich universell auf jede Situation und Beziehung anwendbar ist: Schau auf dich! Was benötigst du, damit es dir gut geht.

    Und als mutigen nächsten Schritt sich die Frage zu stellen: Warum bin ich in dieser Beziehung, warum bleibe ich? Was sind meine Anteile. Die Verantwortung für die Beziehung tragen beide zu 100%.

    LG,

    Kintsugi (u. a. empirische Sozialforscherin 😉)

    Da kommt noch einiges auf mich zu.

    Das wird es, aber auch das wirst du schaffen. Hol dir alle Unterstützung die du bekommen kannst.

    Ich hatte auch die Kita im Boot und sensibilisiert. Solange es keinen gerichtlichen Beschluss gab, haben sie mir zugesagt mich anzurufen und zu warten, bis ich vor Ort bin. Ich habe mittlerweile das alleinige Sorgerecht - es ist möglich! Aber auch mit gemeinsamen Sorgerecht gibt es Mittel und Wege die Kinder zu schützen und trotzdem den Kontakt zum Vater zu ermöglichen.

    Du hast mutige Schritte gesetzt und du musst nicht morgen gleich die Lösung für alles haben.

    Hier ist auch immer jemand, der ähnliches durchgemacht hat. Du bist nicht allein.

    Liebe Frau,

    mit den Hausschlössern am besten noch direkt mit einer Anwältin sprechen, jemanden aus seiner Wohnung aussperren kann rechtlich problematisch werden, auch wenn ich deinen Ansatz total nachvollziehen kann und dein Schutz wichtig ist. Nur das es dir im Nachgang nicht auf die Füße fällt.

    Habe gerade ein Telefonat für heute Nachmittag mit meinem Mann vereinbart, dass die Kinder ihn hören können. Ich hoffe, er ist dann einigermaßen nüchtern.

    Wenn er nicht nüchtern ist, dann lege auf und erkläre deinen Kindern, dass es eine wichtige Grenze ist. Lass dich zum Kontaktrecht unbedingt anwaltlich beraten. Jenachdem wie alt deine Kinder sind, kannst du oder jemand anderes den Kontakt begleiten.

    Und ganz wichtig: tu dir viel Gutes! Du schaffst das!

    LG,

    Kintsugi

    Wie zur Hölle kann ich das abstellen?

    Abstand Abstand Abstand! Abgrenzung zum Selbstschutz und eigene Wege entwickeln mit dem Druck umzugehen. Wie eine Art Notfallkoffer. Wenn du wieder das Gefühl hast zur Hilfe zu eilen, dann mache etwas anderes zur Ablenkung.

    Du kannst es ja ankündigen. Dass du dich zukünftig zu deinem Schutz raushälst.

    ich liebe sie und will ihr unbedingt helfen

    Niemand kann einen Alkoholiker gesund lieben. Und wenn es mal bei dir ankommt, dass du sie mit der Hilfe krank hälst, dann geht es vielleicht einfacher. Solange du die Verantwortung für sie übernimmst, kann sie gar nicht in dir Rolle reinwachsen.

    Aus Erfahrung kann ich sagen: erstmal nur nach Verstand handeln, die Gefühle werden irgendwann folgen. Es ist schwer, aber deine einzige Möglichkeit frei zu werden. Emotional abhängig zu sein ist kein schönes Gefühl.

    Was machst du denn gerne? Womit kannst du dir etwas Gutes tun? Selbstfürsorge, anstelle sich am Gegenüber abarbeiten hat mir geholfen. Das kann ein Schaumbad sein, meine Wohnung verschönern, Puzzle,...

    Liebe Sardine,

    ich denke du bist auf einem guten Weg:

    schaue ich nach Wohnungen und stelle meine Finanzen zusammen für mich und die Kleine. Und plane ein Trennungsgespräch.

    Genau, sei vorbereitet! Den Absprung zu schaffen ist nicht einfach, aber wenn du vorbereitet bist, geht es leichter. Es wird Tag x kommen, da wird es dir plötzlich ganz klar sein und du bist raus. So meine Erfahrung und was ich auch bei anderen mitbekommen habe. Sobald der Trennungsgedanke so präsent ist, fehlt nur noch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt (bei mir war es eine Tomatensoße mit Alkohol, die er den Kindern zu Essen geben wollte...).

    Jetzt kannst du viel relativ einfach regeln. Je älter die Kinder, desto komplexer/komplizierter. Also was rechtliche Fragen angeht. Daher empfehle ich dir unbedingt eine Rechtsberatung. Gibt es auch kostenlos von Frauenberatungsstellen etc. Wenn du ausziehst, brauchst du das Einverständnis von ihm (für das Kind, nicht für dich). Das Kontakrecht ist auch zu bedenken, welches bei Suchterkrankungen eingeschränkt werden kann.

    Alles Gute für dich!

    LG,

    Kintsugi

    So Liesel, jetzt mach mal nen Deal hier mit mir: nächste Woche suchst du dir einen Anwalt für Familienrecht und lässt dich beraten, ja?

    Das Sorgerecht bleibt immer gemeinsam! Es geht lediglich um das Umgangsmodell, ob ihr Wechselmodell oder Residenzmodell haben werdet. Und sobald du die Sucht mit ins Spiel bringst, wird das Kontaktrecht geprüft.

    Solange du nicht informiert bist, malst du dir Horrorszenarien aus, die mit der Realität nichts zu tun haben.

    auch wenn ich heute noch nicht weiß, wie ich raus finde

    Ist dein Job wirklich so viel wichtiger, als deine Tochter? Was hast du bisher konkret unternommen?

    Was erhoffst du dir vom Forum? Wenn ich bei dir lese, klingt es, als würde ein ohnmächtiges Kind schreiben. Es gibt Hilfe da draußen, hast du psychologische Betreuung? Oder sonst jemanden, der dich unterstützen kann?

    Solange du dich nicht ernsthaft mit dir und deiner Co-Abhängigkeit auseinander setzt, wird das nix.

    Willst du überhaupt an deiner Situation etwas ändern?

    Liebe Kalinka,

    herzlich willkommen im Forum, schön dass du hergefunden hast (auch wenn der Grund ein trauriger ist).

    Du klingst schon sehr klar und sortiert und ich kann Dich auch nur ermutigen, dich und euer Kind zu schützen und euch eine Möglichkeit zu geben aus der Suchtstruktur auszusteigen.

    Ich habe die Trennung hinter mir und bin nun alleinerziehend mit zwei Kleinkindern. Alles machbar 😉 ABER schau unbedingt, dass du rechtlich auf der sicheren Seite bist, wenn du zB Schritte wie einen Auszug in Erwägung ziehst (da brauchst du seine Zustimmung, wenn du mit Kind ausziehst). Es wäre auch eine Möglichkeit eine Beratungsstelle (muss nicht gleich das Jugendamt sein) ins Boot zu holen. Bei einer Trennung ist es so, dass für die Kinder meist die Kontinuität im Vordergrund steht. Wenn dein Mann bisher die Hauptbetreuung übernommen hat, dann kann das bei einem strittigen Verfahren dazu führen, dass er den Lebensmittelpunkt für das Kind bei sich beansprucht.

    Es ist kein einfacher Weg und streckenweise richtig ätzend. Aber es wird leichter und besser 😊 das ist zumindest meine Erfahrung.

    LG,

    Kintsugi