Beiträge von Nayouk24

    Ich habe keine Macht über die Sucht. Das will ich so nicht hin nehmen und doch, ich habe keine Macht darüber. Ich gebe auf dagegen anzukämpfen. Ich will nicht mehr kämpfen. Wenn ich Suchtfrei sein will, muss ich mich stellen. Ich stelle mich. Ich bin Alkoholikerin.

    Hallo Chapa,
    ich weiss nicht ob es dir klar ist, aber mit diesen Sätzen machst du einen riesigen Schritt nach vorne. Es ist die Kapitulation vor der Sucht. Ein Kampf gegen die Sucht ist aussichtslos. Wenn ich das erkannt habe, bleibt nur die Kapitulation. Ich verlasse den Ring und mit der Kapitulation wächst die Akzeptanz, da bist du gerade dabei, so lese ich dich gerade.

    Und dafür darfst du ruhig ein bisschen lieber zu dir sein, denn der Weg aus der Sucht ist kein Spaziergang, es ist anstrengende Kopfarbeit. Nüchtern bist du in der Lage diese Arbeit zu leisten. Achte auf dich und bleib dran, es lohnt sich so sehr.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Aber hier steht nur Müll drin.

    Da nimmt sich jemand die Zeit und macht sich die Mühe, einfach ein paar Basics nochmal zu hinterfragen, und teilt dir noch eigene Erfahrungen mit und du bezeichnest es als Müll? Wenn du damit nichts anfangen kannst, dann lass es einfach stehen und geh weiter. Ist zwar auch nicht gerade wertschätzend, aber immer noch besser als das, was du abgeliefert hast.
    Denk mal drüber nach, wie soetwas auf dich wirken würde.

    Hast du die HALT Regel erfüllt?

    H - Hungry - Hunger vorbeugen - Gut essen! Und auch das Trinken nicht vergessen!

    A - Angry - Ärger vorbeugen oder abbauen.

    L - Lonley - Sich in der SHG oder nahen Menschen anvertrauen. Nicht einsam bleiben.

    T - Tired - Bei Müdigkeit sofort gegen wirken. Sich Ruhe gönnen, genügend schlafen bei Erschöpfung

    HALT-Gefühle sind starke Gefühle, die Suchtdruck auslösen können. Daher ist es wichtig, dass ich sie erkenne und frühzeitig dagegen wirke oder sie gar nicht erst entstehen lasse.

    Könnte da was bei dir sein?

    Ich habe auch Bekannte;)
    Schwarzbrennerei wird es immer geben. Wenn man beide Volkswirtschaften normiert betrachtet, hat Deutschland ein grösseres Alkoholproblem.
      Carl Friedrich hat auf die Studie PHI abgehoben, über die ich auch gelesen hatte, da landet D auf Platz 17 von 18, Alkohol war einer von 3 Parametern.

    Da sich eine weitere Diskussion nicht von Politik trennen lässt, schlage ich vor, dass wir es dabei belassen.

    Ich verstehe die Diskussion nicht.
    Ein Vergleich der Alkoholsuchtprävention zwischen Schweden und Deutschland zeigt die Unterschiede deutlich auf.
    Die Frage ist, welches Ziel soll erreicht werden?

    Schweden: "Drastische Eindämmung des Alkoholkonsums aus gesundheitlichen Gründen".

    Deutschland: ich kann kein Ziel erkennen, ausser einem liberalen/marktwirtschaftlichen Ansatz mit starkem "kulturellen Einfluss"/Lobby der auf Eigenverantwortung setzt.
    Bei einem Volkswirtschaftlichen Schaden von über 50 Mrd. Euro pro Jahr, ist das ein zweifelhafter Ansatz.

    Hintern hoch ist dann morgen wieder.

    Ok, das ist eine Aussage, sonst bleibst du in dem Selbstmitleidmodus und mit dem kommst du nicht weiter.

    Als meine Reha mit Einzeltherapie begann, war ich in einem ähnlichen Modus. In der 2. Sitzung hat mir mein Therapeut gesagt,
    "Selbstmitleid war gestern, jetzt arbeiten wir an heute und morgen". So war es dann auch, denn jedesmal, wenn ich wieder zurückgefallen bin,
    hat er mir klar und bestimmt die neue Richtung gewiesen. Da fielen auch mal Sätze wie, "Ach heute wieder Selbstmitleid" oder "Ich dachte das hätten wir erledigt, hier geht es um Akzeptanz und das Rüstzeug für eine stabile Abstinenz, deswegen bist du hier, oder?". Später habe ich gemerkt, wie hilfreich das war.
    Du hast ja selbst schon erkannt, dass Selbstmitleid im Spiel ist. Rede mit dir, Selbstmitleid ist jetzt keine Option mehr. Schau nach vorne und organisiere dein neues Leben, Stück für Stück, Tag für Tag. Da gab es auch Tage, in denen ich 2 Schritte zurück gemacht habe, aber die Tendenz geht immer nach vorne. Die Psyche arbeitet und das kann sehr anstrengend sein, also sei auch gut zu dir, gebe dir auch Ruhe und die Zeit, die du brauchst.

    OK, ich begreife langsam, dass ich mir alles positive schlecht rede.

    Als ich nüchtern war, habe ich nach und nach vieles realisiert, was eigentlich geschehen war, als ich noch getrunken hatte.
    Der Aufarbeitungsmodus war im vollen Gange. Scham, Selbstvorwürfe und Selbstmitleid waren die Gefühle.
    Das ist normal, darf aber nicht zum Dauerzustand werden. Was war kann ich nicht mehr rückgängig machen, aber ich kann noch vorne blicken und meine Zukunft gestalten und für sie die Verantwortung übernehmen. Tag für Tag.

    Ich war aus einer tiefen, dunklen Gletscherspalte hochgeklettert. Gleisende Helligkeit umgab mich, aber ich konnte die Schönheit des Lichtes noch nicht erkennen.
    Zuerst musste ich lernen, sicher am Grad der Spalte zu gehen, bis ich mich immer weiter von ihr entfernen konnte. Die Schönheit des Sonnenscheins konnte ich bald wieder erkennen.

    Oder glaubt ihr ein Umbau des Gehirns ist einfach von der Zeit abhängig? Mir fällt es schwer da ein Ende zu sehen.

    Bis ich Positives hinter dem Licht wahrnehmen konnte, hat es gedauert. Im Gehirn werden durch absolute Abstinenz neurologische Prozesse in Gang gesetzt, und die reversiblen Schäden werden wieder korrigiert, nicht alle aber viele. Durch jahrelanges Saufen hatte ich meinen Endzustand erreicht, jetzt konnte ich nicht erwarten, dass alles in ein paar Tagen oder Wochen wieder hergestellt ist. Diese Prozesse sind individuell und dauern viele Monate oder länger.
    Auch das Belohnsystem ist gestört und nun, durch die Abwesenheit von Alkohol, erneut gezwungen sich neu anzupassen. Traurigkeit, Letargie waren bei mir die Folge.
    Ich wusste, dass ich schon einiges geleistet hatte, aber es stimmte mich nicht so positiv, wie ich es gerne gehabt hätte.
    Zeit, Geduld und kleine Schritte machen die Wirkung.

    Und jetzt zu Benzos.
    Diese sind sehr starke Psychopharmaka und deren Anwendung gehört ausschliesslich(!) in professionelle Hände.
    Im Klinikentzug habe ich sie wohldosiert die ersten Tage bekommen und am 4. Tag waren sie wieder ausgeschlichen. Die Ärzte haben akribisch darauf geachtet. Jede Einzeldosis musste ich mir im Stationszimmer abholen, begleitet von der Überwachung meines Gesamtzustandes.
    Benzos haben ein sehr starkes Suchtpotential in sehr kurzer Zeit. Du bist längst über diese Anfangsphase hinaus.
    Akzeptiere und wertschätze, was du bisher schon geleistet hast, denn für Körper und Geist ist es Schwerstarbeit.
    Und wenn du der Meinung bist, dass du weitere Unterstützung brauchst, dann besprich das offen und ehrlich mit deinem Arzt.

    Da ich in einer Suchtklinik war, habe ich Benzopatienten kennengelernt. Manchmal war ich froh, dass ich "nur" Alkoholiker bin.

    Irgendwie habt ihr mich missverstanden oder?

    Beim Mitlesen habe ich gedacht, "hat R/no so nicht geschrieben....". Ja und?
    Lass es doch einfach stehen, manchmal sind die Dinge überspitzt oder erweitert um es deutlich zu machen.
    Ich nehme das für mich mit, was passt und schaue genau hin, wenn ich denke, ich wurde missverstanden.
    Wenn ja, ok. Oder steckt da mehr dahinter, was ich noch nicht gesehen habe?

    Du musst dich hier nicht rechtfertigen, und du musst auch nicht alles gleich beantworten. Es ist für dich und nur für dich.
    Lass es sacken, schlaf eine Nacht drüber und wenn was dran ist nimmst du den Faden wieder auf.

    Ich schick dir eine Tüte Gelassenheit, aber nicht gleich aufbrauchen;)

    Dies geschieht natürlich nicht von selbst und daher arbeite ich jeden Tag daran.

    Klar, bei mir war das ein harter Cut in meinem Leben.
    Was muss ich mir darunter vorstellen, trinkst du aktuell noch?, oder wirst du beim Entzug ärztlich begleitet?
    Um es klar zu benennen, Vorraussetzung für eine Teilnahme ist, dass du mind. 7 Tage abstinent bist, bevor wir dich freischalten können.
    Falls du seit letzten Donnerstag "kalt" entziehst, dann wäre das keine gute Idee, da ein kalter Entzug lebensgefährlich werden kann, auch für dich.
    Wir raten immer zu einem Arztbesuch um risikoarm in die Abstinenz zu starten.

    Das Forenteam
    4. Dezember 2021 um 21:37

    Hallo Schmidtty,
    schön von dir zu hören und dass es dir gut geht.

    In diesem Zusammenhang kam mir die Frage, was eigentlich zuerst da war….die Sucht oder die Depression

    Die Frage habe ich mir auch einmal gestellt und kam zu dem Schluß, dass es für mich nicht wichtig ist.
    In jedem Fall muss die Alkoholsucht gestoppt werden, bevor die andere psychische Störung behandelt werden kann,
    egal welche zuerst da war. Das war und ist meine Aufgabe und wenn ich das Gefühl hätte, da ist noch was anderes in Schieflage,
    dann könnte ich dies heute ohne störende Einflüsse angehen.

    Hallo Matze,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Es ist gut, dass du dir über deinen Alkoholkonsum ernsthaft Gedanken machst und nun den endgültigen Schritt gehen willst.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich ausschließlich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben. Voraussetzung ist außerdem, dass sie entgiftet sind, oder begleitet entgiftet werden.
    Wenn du dich dazu entschlossen hast, dann kann dich diese SHG auf deinem Weg in die Abstinenz begleiten.
    Wie sieht es da bei dir aus, siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk

    Auch wenn man das evtl. nicht sein sollte. Mir bedeuten die 150 Tage viel.

    Wer sagt das? Sie bedeuten dir viel, und das ist das Entscheidende und dann darfst du auch stolz sein, denn es ist nicht selbstverständlich, sondern es ist "Du".
    Ich habe diese Zahlen auch bewusst für mich zelebriert und das Forum hat mit gemacht:)

    Ich war immer auf der Hut, ob da nicht eine Stimme kommt und sagt: "Toll, xy Tage, super Leistung, du hast gezeigt, dass du es kannst, aber jetzt könntest du mal wieder...."
    Die Stimme kam mir oft, aber das hat sie sich noch nicht getraut;)

    Herzlichen Glückwunsch, Bibi.

    Das ist ja hier kein Online-Chat, da kann es schon mal länger dauern, bis sich jemand meldet.

    Der beste Weg in den Austausch zu kommen, ist hier zu schreiben, was dich beschäftigt, was dich besorgt usw.
    Wie sieht denn momentan dein Alltag und dein Umfeld aus und ganz wichtig, hast du schon ein alkoholfreies Zuhause?

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Bingo

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Für den Anfang noch zwei Artikel:

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Für mich kann nur ein kompletter Verzicht funktionieren und daran arbeite ich nun.

    Damit aus dem Verzicht eine stabile Abstinenz wird, dafür kannst du hier Hilfe zur Selbsthilfe erfahren.

    Für den weiteren Austausch folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.
    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk