oder sollte ich einfach alles geld runter holen und nach bedarf wieder einzahlen? hm...ich bin irre mir solche gedanken zu machen oder? war grad online in der bank und zack, er hat irgendwo auf der insel kohle abgehoben.....ich muss warten bis er zurück ist, weil er schrödi mitgenommen hat.....mist....
So habe ich mich vorgestellt....
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ich habs nicht mitbekommen, weil ich duschen war als er fuhr....ich könnte k.....
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wenn er hoffentlich bald zurück ist, will ich meinen Tag geniessen mit schrödii..he he wir leben auf einer insel und ich bin ohne auto hier hinter den dünen quasi aufgeschmissen....meine gedanken drehen sich jetzt nur um schrödi, das ist so mein bester freund hier lächel.....mist mist dreimal mist-
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Liebe Uschi!
Nimm ihm die Karte weg. Ich habe in meiner schlimmsten Zeit auch das Konto bis zum Anschlag überzogen, habe sogar sehr teuren Schaps gekauft, der billige war mir nicht gut genug. Bin Essen gegangen, hab mir Essen bestellt. Habe im Suff Dinge gekauft, das ist nicht mehr feierlich. Wozu braucht ein klarer Mensch 3 Navis???
Wenn er Geld braucht, gib ihm nix. Du weißt, wofür es investiert wird. Er wird lügen und lügen, versprechen sich zu ändern, nur um an das eine Ziel zu kommen: WODKA! Man ist als Alki schon fast soweit wie ein Junkie, man würde fast alles tun, um gegen den Entzug anzusaufen. Dein Mann trinkt nicht mehr zum Spass, er trinkt gegen den Entzug.
Als ich in den Entzug ging, haben mir meine Eltern und meine Frau alle Kreditkarten abgenommen. Wenn ich Geld brauchte, um das Krankenhausessen aufzubessern, haben sie mir kleinere Summen gegeben. Tabak und Hülsen, Obst etc. haben sie mir in Naturalien mitgebracht.
Die Patienten, die kurze Zeit bereits entgiftet und die Taschen voller Geld hatten, kamen in die Versuchung, beim Einkauf ein paar Pullen zu kaufen. Die wurden erwischt und haben Ausgangssperre bekommen.
Alkohol ist wirklich ein Dämon. Es ist ein Übel, welches z.B. in Russland ganze Produktionszweige, ganze Regionen untergehen lässt. Es gibt dort Landstriche, in denen 80% der Bevölkerung schwerst abhängig sind. Die durchschnittliche Lebenserwartung russischer Männer beträgt 53 Jahre.
Meiner Meinung nach müssten Alkoholproduzenten und Verkäufer wie Dealer behandelt werden.
LG Micha. Ich drücke Dich auch und wünsche Dir unendlich viel Kraft. blende Deinen Mann einfach aus. Schütze Dich.
Eure Schicksale bestürzen mich, zumal ich meiner Frau selbst so etwas beschert hatte. Ich möchte in den Boden versinken.
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Hallo Uschi,
da kommt man ja kaum noch hinterher mit dem Schritte zählen...
Langsam kommst du auch voran, laß dir ruhig Zeit sodaß es innendrin für dich wirklich stimmt.Du schaffst dir da gerade einen eigenen Bereich, das hört sich gut an.
Das mit dem Geld ist wichtig, es ist gut finanziell unabhängig zu sein. Vielleicht kannst du dich bei deiner Bank beraten lassen, wie eine gute, für dich passende Kontogestaltung aussehen könnte.
Was mir in dem Zusammenhang noch einfällt ist deine Sicherheit. Du schreibst, du lebst auf einer Insel. Gut ist es, ein Netz zu haben oder sich eines aufzubauen. Wenn du ihm die Karte wegnimmst bzw. ihm kein Geld gibst weiß man nicht, wie er reagieren wird. Da ist es gut, wenn du ein Netz hast: Nachbarn, Freundinnen, Familie, Hausarzt, Suchtberatungsstelle, Pfarramt, Therapeutin... so ein Netz sieht ja für jeden anders aus. Es stärkt dir den Rücken und kann dich auffangen.
Ich wünsche dir einen schönen Mittag am Strand.
Micha, schön daß du hier bist, nachträglich noch herzlich Willkommen.
Liebe Grüße, Linde
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Liebe Uschi!
Lindes Beitrag ist sehr wichtig. Geh gegenüber anderen, z.B. der Bank, mit Eurem Problem offen um. Meine Frau hat alles öffentlich gemacht, überall bekam sie Mitleid und Hilfe.
Ein Alki, wenn er "nass" ist, bewegt sich nicht mehr in realen Dimensionen. Ich hab damals, als ich nass war, gedacht: Das wird schon wieder, heute überleben, morgen mal sehen. Wie komme ich an Alk? Wo kriege ich 5 Euro zusammen für ne Pulle? Riecht man etwas? Merkt man etwas? Wie sehe ich im Spiegel aus??
Es dreht sich beim nassen Alki alles nur um das eine Thema. Du wachst auf und denkst an Alk. Du gehst schlafen und denkst an Alk.
Daher appelliere ich noch mal an Euch Co's: Lasst Eure Partner fallen. Ihr rettet sie damit. Nicht immer, aber meistens. Ihr geht mit unter, wenn ihr nicht etwas macht. Ihr denkt an Liebe? Der Alki denkt daran schon lange nicht mehr. Er denkt, wie ein Junkie, nur noch an den Stoff. mein Bruder war vor 20 Jahren heroinabhängig. Wir haben uns kürzlich ausgetauscht, da seine Sucht in der Familie totgeschwiegen wurde. Ich habe an seinen Schilderungen erkannt, dass ein Alki, sofern er körperlich abhängig ist, nicht anders tickt als ein Junkie. Es gibt nur einen Unterschied: der Junkie muss sich seinen Stoff illegal besorgen, der Alki geht mit ein paar lächerlichen Euros in den nächsten Laden und bekommt seinen Stoff. Der Junkie weiß nicht, was er da kauft, ob da Dreck mit drinnen ist etc. Der Alki weiß: in der Pulle ist Schnaps. Und nichts weiter.
Ihr Co's tut mir so unendlich leid, ich habe mit Euch Mitleid, nicht mit uns Alkis. Warum? Weil die Co's alles OHNE Suchtmittel aushalten müssen, der Alki säuft sich seine Welt schön.
LG Micha
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Hallo, und danke an Micha, ich schreibe schon seit längerem im Geschlossenen" und habe mir heute mal den Thread von Uschi zum Lesen "rausgenommen",....seit gestern bin ich nach vielen Jahren des Kämpfens in der "Abschlußphase"
und die Worte von Micha geben mir erneut Kraft es weiter durch zu ziehen.
Lg Nele -
Hallo
ich bin hier gerad über Micha´s Satz gestolpert:
ZitatIhr Co's tut mir so unendlich leid, ich habe mit Euch Mitleid, nicht mit uns Alkis. Warum? Weil die Co's alles OHNE Suchtmittel aushalten müssen, der Alki säuft sich seine Welt schön.
Das ist so leider nicht ganz richtig, denn für uns Co´s ist das Suchtmittel der Partner, der trinkt. In unserer Gedanken-und Gefühlswelt ist auch vieles ver-rückt, so dass Mitleid nicht ganz angebracht ist. Eher Verständnis, dass wir Co´s ebenso abhängig sind-nur nicht stofflich!
Dies mal nur kurz, um da ein Missverständnis aufzuklären.

Lieben Gruß
Susanne -
Hallo Ihr Lieben, da bin ich wieder, danke danke danke....hund ist zurück ok gestern schon lächel, mann gestern gesoffen ohne ende...heute morgen um 7 uhr weggefahren nachschub holen gemerkt, dass ec-karte weg ist und getobt , nun liegt er sturz rum um ich gedenke nicht, ihm die karte jemals zurück zu geben, habe auto weggebracht an sicheren ort und fühle mich gut. melde mich morgen wieder, da der pc hier oben direkt neben coach, auf der er liegt grins...alles liebe, micha sei gedrückt....uschi
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Hallo zusammen… Hallo Uschi,
ich habe soeben sehr interessiert deine Geschichte hier verfolgt. Und die Beiträge von Micha dazu… Seine Worte haben mir noch einmal bestätigt, dass ich (und auch du) auf dem richtigen Weg bin (bist). Wenn es dich meine Geschichte interessiert, kannst du sie unter „von einem Tag auf den anderen war alles anders“ nachlesen. Ich habe vor zwei Tagen meinen Mann verlassen. Nach fünf Tagen völliger Lähmung, habe ich diesen Entschluss getroffen. Allerdings denke ich, sind bei mir die Vorraussetzungen anders, als bei den meisten Co´s. Mein Mann trinkt seit seiner letzten (dritten) Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht mehr – hat er jedenfalls alle denken lassen. Da er ja nun mit der nächsten Bauchspeicheldrüsenentzündung ins Krankenhaus kam, wissen alle: Das stimmt nicht! Er hat, vor allem mich, belogen, betrogen, hintergangen. Und was das schlimmste ist, das nach und nach wieder wachsende Vertrauen ist restlos und endgültig weg. Deshalb war für mich ziemlich schnell klar, dass ich weg von ihm muss. Von einem Tag auf den anderen war alles anders! Ich denke, dieses Schockerlebnis hilft mir ungemein, so klar und konsequent zu sein. In deiner (wie auch in vielen anderen) Situation, glaube ich, lebt immer noch die Hoffnung. Es ist so ein schleichender Prozess, der Partner trinkt immer mehr, zwischendurch gibt´s auch ein paar angenehme Tage… Was ich sagen möchte, die Frage, wann ist´s zu viel, wann ist Schluss, macht einen mürbe, oder? Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Absprung? All diese Fragen brauchte ich mir nicht stellen. Da bin ich froh drüber! Ich habe nur eine Mordswut im Bauch, ich wurde fast zwei Jahre von meinem Mann von vorn bis hinten beschissen, der mir mehrmals am Tag beteuerte, wie sehr er mich liebt. All diese schönen Gefühle, wie Liebe, Zuneigung, Sehnsucht sind bei mir schlagartig weg. Ja, und was ich eigentlich sagen wollte, auch wenn ich sehr schmerzhaft eingebrochen bin, dieses Erlebnis hat mich auf den richtigen Weg gebracht. Solch ein Schockerlebnis fehlt den meisten Betroffenen. Ich will nicht sagen, dass ich euch das wünsche…. Doch! Ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.
Ossi2 -
Hallo Ihr Lieben!
an Ossi2: Ich nehme an, dass Dein Mann Spiegeltrinker ist. Einen Spiegeltrinker erlebt man nie richtig besoffen. Und wenn man den besseren Wodka, den russischen säuft, riecht man auch kaum etwas. Mich hat man die letzten Jahre auch nie besoffen erlebt, ich hab meine Ration geschickt verteilt über den Tag (an Wochenenden) oder über den Abend.
Vor allem lügt sich Dein Mann selbst etwas in die Tasche. Bauchspeicheldrüsengeschichten sind übel, wenn daraus Krebs entsteht, ist es unheilbar. P. Swayze ist ja gerade erst daran elendig krepiert. Beim ihm wirds von der Nikotinsucht gekommen sein, er hat wohl Kette geraucht.
An Uschi: Ich kann Dir nur raten, aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Auf jeden Fall hole die Polizei, wenn er Theater machen sollte.
Ich hoffe, er fährt in seinem Zustand nicht Auto. Das mit der Karte ist optimal. Wenn er saufen will, muss er zusehen, wie er an Stoff kommt. Vielleicht kann er anschreiben lassen. Irgendwie wird er es machen, oder er wird endlich wach.
Mir war es in der schlimmsten Zeit auch egal, ob noch Kohle da war oder nicht. 4,99 für den Fusel hab ich irgendwie immer bekommen. Das ich die Existenz meiner Frau und meiner Tochter gefährdet hatte, war mir damals egal. Man stumpft durch den Alkohol emotional völlig ab. Man empfindet für niemanden mehr etwas. Man bemitleidet sich nur noch selbst. Alles und jeder wird instrumentalisiert, um einen Weg zu finden, ohne äußere Widerstände trinken zu können.
der Alki lügt sich selbst vor, dass er noch alles im Griff hätte. Das habe ich auch gedacht, bis in der Klinik Entzugserscheinungen vom aller härtesten anfingen. Als die Beine gelähmt waren, die Hände so zitterten, dass ich keine Tasse halten konnte, Messer und Gabel nicht halten konnte etc. Da habe ich erst gemerkt, wie sehr man seinen Körper mit diesem verdammten Gift geschädigt hat.
LG Micha
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Hallo,
und nochmals DANKE! an Micha
...man kann es nicht oft genug lesen oder hören!
@Uschi: ich habe mir nun seit heute Morgen Deinen gesamten Thread durchgelesen und bis auf die letzten Seiten teilweise auch mich erkannt im Selbstmitleid
und das Du Deinen Blick immer auf Ihn gerichtet hattest...der wievielte Tag ohne Alk, wieviel halbe, leere Flaschen...
gut, das habe ich nicht gemacht/machen können, in der Zeit als er mal hier "wohnte" trank er nicht, das waren dann meine Grenzen.
Er wohnt nach einem halben Jahr des Zusammenlebens mit mir und meinem Sohn wieder seit Frühjahr in einer eig. Wohnung...volles Programm!
Nun seit gestern geht es von meiner Seite langsam "vorwärts"...gestern mußte er meinen Garten räumen bezügl. seiner Sachen und hier in meiner Wohnung steht es auch noch aus. Er hatte in den letzten 3 Jahren 2 LZ...kurz damach war alles wieder wie gehabt...um mir dann irgendwann zu sagen..."die habe ich nur wegen Dir gemacht"
Also auch LZ muß/kann keine Ende des "Saufens" sein.
Ich habe 8 Jahre meines Lebens verpaßt, wie so viele konnte ich nicht mehr leben und war nicht mehr ich selbst.
Angefangen zu arbeiten habe ich hier im Offenen aber dann bin ich in den Geschlossenen "übergegangen". Ich kann auch alles nur in kleinen Schritten, aber auch diese bringen mich Stückchenweise vorran, wie Du auch bei Dir sehen kannst.
Ich wünsche auch Dir viel Kraft und schöne Stunden
lieben Gruß
Nele
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Liebe Nele!
Danke für das Feedback. Ich versuche Euch zu vermitteln, wie wir Alkis, sofern wir "nass" sind, so ticken.
Eine LZT ist niemals Garantie für irgend etwas. Ich bin, obwohl ich knapp ein halbes Jahr eine ambulante LZT mache, ja auch einmal rückfällig gewesen. Bei mir war es aber so, dass ich durch die ganzen Medikamente nicht auf dem alten Level weitertrinken konnte und es mir körperlich gleich ganz miese ging.
Rückfälle gehören dazu. Wenn der Betroffene nicht kapiert, dass es so nicht weiter geht, und das aus EIGENEN FREIEN STÜCKEN, dann wartet Gevatter Tod. Vielleicht noch Jahre, aber er ist da. Wie lange hält ein Körper das aus?
Ich habe in meinem Umfeld viele "gute Bürger" an den Folgend des Alks sterben sehen. Und es war mir keine Lehre. Jetzt will ich leben, und als meine Ärztin mir mitteilte, dass ich keine Leberzirrhose habe und meine Gamma GT 35 war, das war wie eine Neugeburt. Ich rühre, so Gott will, nichts mehr an, denn ich will nicht krepieren. Ich will leben. Und mein Töchterchen braucht mich.
Sie wird im November 12, meine Frau hat ihr behutsam letztes Jahr alles erklärt. Ich weiß nicht, ob es gut war. Aber anscheinend muss es das gewesen sein, denn ich habe seit dem ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Töchterchen. Und es ist schön, ihre Entwicklung NÜCHTERN und KLAR mitzuverfolgen.
Ihr Lieben, liebe Grüße vom Micha
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Zitat von hugohabicht
Ich rühre, so Gott will, nichts mehr an
Mensch Micha, lass bloß den alten Herrn aus'm Spiel!
Der kann ja nu' überhaupt nix dafür!
Sorry fürs offtopic...

Liebe Grüße von espoir
(die heute ein bisschen haarspalterisch unterwegs ist...) -
Hallo an alle,
ZitatIch rühre, so Gott will, nichts mehr an,
Meine Meinung dazu: Sicher kann er nichts dafür. Aber gerade meine Erfahrungen mit dem Alkoholismus meines Mannes haben mich in dem Eindruck bestärkt, dass es Dinge gibt, gute und böse, die nicht mehr in menschlichen Dimensionen zu fassen sind.
Dinge wie von einem bösen Geist besessen und Erlösung von dem Bösen - die kommen einem schon in den Sinn, wenn man diesen Wahnsinn miterlebt.ZitatIch versuche Euch zu vermitteln, wie wir Alkis, sofern wir "nass" sind, so ticken.
Ich weiß nicht, ob es an meiner persönlichen Ignoranz liegt, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich früher, bevor ich hier ins Forum kam, solch eine klare Erklärung dessen, was im Alkoholiker vorgeht, in der Welt da draußen noch nie bekommen habe. Ich hätte mir wohl Bücher besorgen können, habe ich nun mal nicht. Aber was mich irgendwie beschäftigt, ist die Frage: Leidet unsere Gesellschaft nicht in diesem Punkt an einer unbeschreiblichen Unter-Aufgeklärtheit?
Dass Alkoholismus eine Krankheit ist, dass Alkohol die Leber zerstört. Gut, das wusste ich irgendwie, sowas hört man immer wieder.
Aber diese radikale Zuspitzung der Psyche auf Stoffbeschaffung und Stoffkonsum im fortgeschrittenen Stadium, diese Vergleichbarkeit mit Drogenabhängigkeit, die war mir vorher nicht klar.
Wie Drogen-Junkis ticken, weiß man so ungefähr. Da gibts "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" und "Trainspotting" und man weiß: Okay, die sind irgendwann so weit, dass nichts mehr ne Rolle spielt außer der Stoff.
Ich glaube nicht, dass man (d.h so Otto Normalo) einem Alkoholiker das so zutraut, wenn man es nicht aus trauriger eigener Erfahrung weiß.
Wenn das für alle Menschen klarer wäre, dann würde man/frau als Co vielleicht auch schneller reagieren. Ich meine, würde man die gleiche Geduld mit einem Heroinabhängigen aufbringen? Würde man sich ebenso lange irgendwelche Versprechen anhören? Würde man an "kontrolliertes Heroin-Nehmen" glauben? Oder an einen Entzug in Eigenregie? Würde man ihm Vorhaltungen machen, dass er schon wieder spritzt, anstatt mit uns einen gemütlichen Abend bei Tee und Kerzen zu verbringen, wie wir es uns wünschen?
Ich für mich würde sagen: Ich hätte das nicht getan. Glaub ich jedenfalls.
Was nicht heißt, dass ich mich nicht vielleicht trotzdem irgendwie abhängig gemacht hätte, aber ich denke, es hätte doch einen anderen Verlauf genommen.Hallo Uschi, ich hoffe, du entschuldigst meinen Exkurs.
Ich finds wirklich toll, was du da anstellst. Pass auf dich auf, denk an Lindes Worte. Aber geh den Weg weiter!Liebe Grüße
Doro -
Nachtrag:
Auch DAS hab ich erst vor relativ kurzer Zeit kapiert:
ZitatEinen Spiegeltrinker erlebt man nie richtig besoffen. Und wenn man den besseren Wodka, den russischen säuft, riecht man auch kaum etwas.
Und ich bin mir sicher: Sehr viele Menschen um mich rum wissen das auch nicht.
Auch nicht so relativ wichtige Leute wie ein Mitarbeiter beim Jugendamt und viele andere.
Immer wieder kam die Frage: Ist er denn betrunken?
Oder die Behauptung: Als ICH mit ihm gesprochen habe, war er nüchtern.
Ich hab irgendwann rausgefunden. Ja, er ist offenbar immer betrunken, auch wenn man nichts riecht und er noch ziemlich gerade läuft.
Eines Tages bekam ich dann durch einen Polizeieinsatz die Bestätigung. Er war tatsächlich betrunken (nicht nur Restalkohol), obwohl man es ihm nicht ansah. Und zwar morgens um 9 Uhr.Ich habe mich früher jahrelang von ihm täuschen lassen, weil er nach nichts roch. Ich war verwirrt - was war denn nun mit ihm? Und ich war nicht die einzige, meine Verwandtschaft meinte auch: na, so schlimm ist es wohl nicht mit ihm. Man riecht nichts.
Es war total rätselhaft: Er versumpfte immer mehr, hatte einen Bierbauch, verhielt sich wie ein Alkoholiker (aggressiv und nicht in der Lage, irgendwas auf die Reihe zu bekommen), aber man fand nichts, roch nichts und torkeln tat er auch nie.Also, ich glaub, diese Erkenntnis ist in der Gesellschaft auch noch nicht angekommen.
Viele Grüße
Doro -
Liebe Doro!
Dass ein Spiegeltrinker nie richtig voll ist, macht es ihm auch so schwer zu erkennen, dass er süchtig ist. Als ich meinem Chef sagte, dass ich suchtkrank bin, da sagte er: ich hab nie etwas gemerkt, nie etwas gerochen. Wie gesagt, es ist der bessere Wodka, der nacht nichts schmeckt und nach nichts riecht. Schütte ihn in ein Glas Apfelsaft und man riecht nichts.
Es gibt im Endstadium keinen Unterschied zwischen einem Junkie und einem Alki. Für Stoff tut man vieles. Nur: der Entzug von Heroin ist körperlich - in erster Linie. Beim Alkentzug habe ich ein Delir erleben müssen, schreckliche Wahnvorstellungen, hörte immer wieder, wie Stimmen das polnische Wort "Morderstwo" (= Mord, Ermordung) sagten. Ich dachte, man wolle mich umbringen.
Ich habe meinen ganzen Entzug detailliert aufgeschrieben. Das lese ich fast täglich, damit ich nie vergesse, wohin einen dieses Dreckszeug, das hier legal verkauft werden darf, bringt.
Ich will nie wieder entmenschlicht mein Mittagessen mit den Händen regelrecht fressen müssen, weil ich Messer und Gabel nicht mehr halten konnte.
Wie ich sagte, man muss erst ganz unten sein, um zu begreifen, wo man eigentlich steckt.
LG Micha.
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Ja Micha, mein Mann wird wohl ein Pegeltrinker sein. Im Büro scheint ja auch noch nie einer was bemerkt zu haben. Und die Familie hat ihn auch nicht betrunken gesehen. Und ich auch nicht, obwohl ich im Nachhinein festgestelt habe, dass er auch zu Hause getrunken hat. Ich glaube, bei einem Pegeltrinker ist es besonders schwierig die Alkoholkrankheit zu erkennen.
Schönen Wochenanfang!
ossi2 -
Hallo Ihr Lieben und vielen Dank für die Exkurse hier und all die Nachrichten.
Ich bin wie gesagt nach unten gezogen, unsere Wohnung läßt sich in 2 Wohnungen teilen (so war es vor dem Kauf auch) und darüber bin ich momentan froh. Ich habe dann an schrödis und mein schlafzimmer einen Zettel gemacht "schrödi's und uschi's castle, betreten verboten für wodka und andere dämone" ich brauchte das und fühlte mich gut danach *lächel* dann habe ich den ganzen tag am strand in der sonne verbracht. ich bin nicht mehr nach oben zu ihm gegangen. heute morgen hab ich mir kaffee gekocht, da stand er unten sah schlimm und mitgenommen aus (logisch) und meinte "nun ist schluss ich will und kann nicht mehr, bekomm ich nen kaffee?" ich sagte nur, kaffee sei auf der maschine, bin duschen gegangen , habe schrödi geschnappt und bin ins büro, um zu vermeiden, dass er meine traurigkeit bemerkt über den wahnsinn, den der dämon alk mit einem treibt......er fragte beim hinausgehen, ob ich unten verbleiben wolle und ich sagte "ja genau das will ich mit schröder" ich habe mein zimmer unten verschlossen....gestern war ich noch bei 2 freunden im dorf, die lokale betreiben, dort wird er nicht anschreiben lassen können , auch das brauchte ich für mich, denn ich sehe nicht ein, dass ich darauf dann hängen bleibe....seine karte habe ich und werde sie ihm auch nicht wiedergeben.
hey, morgen abend gehe ich zum gesprächskreis für suchtabhängige und deren angehörige, ich war ja platt, dass es so etwas hier gibt lach....ich wünsche allen einen schönen montag....ich bin irgendwie ein ganz klein bischen stolz....danke ihr gebt mir kraft...ich drück euch lieb -
Hallo Prof.,
dass du deinem Mann die Kreditkarte weggenommen hast finde gut. Es kann nicht sein, dass er neben der Beziehung, seine und auch deine Gesundheit auch noch eure Finanzen in den Keller säuft. Wenn ihr ein gemeinsames Konto habt kann er allerdings bei der Filiale direkt auch Barabhebungen machen, zwar braucht er dafür eigentliche die Karte aber wenn er bekannt ist geben sie auch so Geld. Sprich mit der Bank. Wenn alle Stricke reißen eröffne doch selbst ein Konto wo du dann dein Gehalt einzahlen lässt und alle notwendigen Aufträge tätigst.
Ich verfolge von Anfang an deinen Thread und es tut mir leid, dass dein Mann nicht die Kurve gekriegt hat und seine Sucht so eskaliert.
Was meint dein Mann was nach seinem Tal kommt, der Abgrund?
Liebe Grüße
Weißbär
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