Selbstmitleid des Partners

  • Hallo Aurora,

    natürlich werde ich hier weiter lesen und schreiben. Das Forum hat mir ja schon sehr geholfen. Ich hatte nur gehofft, dass ich eben mit Gleichgesinnten auch mal persönlicher sprechen und austauschen kann.
    Hier bekomme ich eine Menge Informationen, aber mir fehlt einfach das Persönliche. Und ich möchte nicht auch noch dafür bezahlen (für den geschlossenen Bereich) und dann noch mehr Zeit am Computer verbringen.
    Zwei Gruppen gibt es noch, wo ich vielleicht auf Gleichgesinnte treffen könnte.

    Gruss,
    Anesa

  • Hallo,

    ich glaube ich habe meinen Tiefpunkt erreicht! Ich will so schnell wie möglich die Trennung! Habe mir als Termin das Wochenende vorgenommen, weil wir danach Urlaub haben. Ich wollte die Trennung nicht während der Arbeitswoche machen, weil ich bei der ARbeit schon Stress habe und nicht auch noch mit Angst oder Trennungsproblemen arbeiten wollte.
    Ich habe die Trennungsabsichten ja schon ein paarmal bei ihm angesprochen. Trotzdem dachte er doch tatsächlich, dass wir wegfahren würden?! Heute abend habe ich mich leider hinreissen lassen, zu sagen, dass ich mit ihm nichts mehr machen möchte und er hat mit Selbstmitleid reagiert (er ist ohne mich gar nichts usw.) und wurde auch böse und hat mir schlimme SAchen gesagt! Das hat mir wirklich Angst gemacht, was passiert, wenn ich ihm klar sage: jetzt will ich die Trennung.
    Ich will es ihm am Samstag sagen, möglichst nach dem Aufstehen, wenn er noch nüchtern ist. Und ich habe wirklich Angst vor seinem Verhalten, wenn er dann wieder trinkt!!! Ich muss also am Samstag sagen, dass er heute gehen muss! Ist das zu hart? Oder haben es einige von Euch auch so gemacht?

    Gruss,
    Anesa

  • Hallo Anesa,

    ich habe diesen Weg auch noch vor mir. Ich habe es meinem Freund auch gesagt und ihm eine entsprechende Email geschickt. Ultimatum Ende Juni.
    Da er z.Zt. arbeitslos ist und wir gemeinsam im Mietvertrag stehen, kann das natürlich Probleme machen und sich hinziehen.

    Bei ihm ist es ähnlich wie bei Deinem Mann. Er trinkt heimlich, streitet ab, getrunken zu haben und belügt mich ständig wenn es um Alkohol geht.
    Auch Sätze wie: Dann ziehe ich eben aus und kann dann endlich machen, was ich will, fallen in letzter Zeit öfters. Nur es passiert nichts.
    Bis ich mich durchgerungen habe, ihm zu sagen, dass er ausziehen soll, das hat 17 Jahre gedauert. Es gab immer wieder schöne, gute Zeiten mit ihm. Aber in den letzten 2-3 Jahren wurde es immer schlimmer, auch bedingt durch seine Situation in der Firma.

    Nach unserem letzten Streit ist jetzt vermutlich erst einmal wieder Ruhe und Frieden angesagt. Aber irgendwann fängt ja wieder alles von vorne an, leider .....

    Ob der Zeitpunkt Samstag zu früh ist, kann ich Dir leider nicht sagen.
    Aber im Grunde genommen ist es egal, je früher desto besser, denn es besteht immer wieder die Gefahr, dass man umfällt, wenn sich alles so lange hinzieht.

  • Hallo Anesa,

    warum hast Du Angst ? Wird er gewalttätig ?
    Wenn ja, dann wird es besse sein nicht allein mit ihm zu sein.

    Es tut mir leid, dass Du deinen Tiefpunkt hast, aber den brauchst Du auch um den Mut zu haben diese Schritte zu gehn.
    Ich schick Dir ein großes Kraftpaket, dass Du es schaffst.

    Mein Mann hat es ziemlich kleinlaut und deprimiert aufgenommen.
    Dann hat er es untern Tisch fallen lassen wollen.
    Und nachdem ich jetzt mehrfach wiederholt hab, tut sich was.

    Das ist jetzt schon Wochen her, und er hat immer noch keine Wohnung.
    Morgen will er die erste ankucken.
    Aber da er heut was getrunken hat, weiß ich nicht, ob er es wirklich macht.
    Na mal sehn.

    Viel Durchhaltevermögen !
    nici

  • Hallo Anesa,

    ich verstehe deine Angst schon. Denn es ist ja schwierig, jemandem, der einem mal so nahe stand, solche für ihn unangenehme Mitteilung machen zu wollen. Und du musst ja damit rechnen, dass er nun keine Luftsprünge vor Freude machen wird. Da ist Angst vor den Reaktionen, den Konsequenzen, die nun entstehen, dadurch, dass du klare Ansagen machen wirst.

    Du redest ja hier darüber und wirst im Kopf schon einige Dinge zurecht gelegt haben. Das ist hilfreich, so hast du eine Art Konzept. Was kann dir nun schlimmsten Falls passieren? Es ist auch gut, sich darüber Gedanken zu machen, dann ist es nicht so unvorbereitet.

    Mein Exmänne ist ziemlich ausgetickt damals. Er war dann dauerbesoffen :( . Das war wohl seine Art, das für ihn nun Böse nicht merken zu müssen. Und er hat mich massiv sexuell unter Druck gesetzt. Das war wohl auch seine Art, seine Macht zeigen zu wollen. Und er hat mich beschuldigt, mich beschimpft, mich verbal nieder gemacht...Ich war damals viel unterwegs, habe mich zurück gezogen, mich auf keine Diskussionen eingelassen. Ich habe hier im Forum geschrieben, Menschen gehabt, mit denen ich reden konnte.

    Ich wünsche dir viel Kraft für das Gespräch
    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo,

    vielen Dank an Euch für die aufmunternden Worte!
    Gewalttätig ist er noch nicht geworden, aber er schwankt zwischen Selbstmitleid mit Heulen und Aggressivität. Und ich habe Angst, dass er nach meiner Ansage in der Wohnung irgendetwas kaputtmacht oder mich vielleicht doch noch in irgendeiner Form angreift. Es ist in den letzten Wochen um einiges schlimmer geworden mit seinem Alkoholkonsum.

    Ich will die Trennung so schnell wie es geht. Am liebsten will ich, dass er gleich nach meiner Ansage geht! Und ich frage mich, ob das zu kurzfristig und zu hart ist. Aber ich möchte mit ihm einfach nicht mehr in einer Wohnung sein! Ich habe die Nase so was von gestrichen voll!

    Gruss,
    Anesa

  • Liebe Anesa,

    ich drück Dir die Daumen das alles gut über die Bühne geht.
    Vielleicht kannst Du ja paar Helfer informieren, dass sie notfalls auf Abruf Dir zur Seite stehen können.
    Auch wenn Du sie vielleicht nicht brauchst, hilft es schon zu wissen, es ist jemand erreichbar für Dich.

    Denk an Dich.
    Gibt Bescheid, wie es Dir erging, ok.
    nici

  • Hallo Anesa
    So war es auch bei mir, und muss leider sagen, es ist nicht so gut ausgegangen.
    Mein Mann schwankte auch zwischen Selbstmitleid und Agressionen. Als ich ihm gesagt habe er solle ausziehen, da gabs die ganze Palette...Beschimpfungen, weinen, halbherzige Wohnungssuche, mich rausschmeißen wollen, und saufen saufen saufen. Er hat etliche Sachen in der Wohnung kaputt gemacht, weil er in seinen Zustand nicht mehr laufen konnte, hat er sich an Sachen festgehalten.
    Ich erzähle es Dir nicht, weil ich Dir Angst machen will, sondern dass Du Möglichkeit hast schon im Vorfeld Dir zu überlegen was Du machen kannst, wenn er nicht ausziehen will.
    hast Du Familie, Freunde, die Dir zu Seite stehen ?
    Kannst Du sie um Hilfe bitten?

    Ich musste leider am Ende die Polizei rufen und eine Einstweilige verfügung erwirken, sonst wäre mein Mann sicher immer noch da.

    Ich wünsche Dir Mut und Kraft, Du packst das schon

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Grazia,

    ja, ich rechne auch mit solchen Sachen! Das einzig gute ist, dass der Mietvertrag nur auf meinen Namen läuft. Da habe ich wohl rechtlich gute Aussichten. Und wenn er randaliert, rufe ich die Polizei.
    Ich habe von einer Cousine schon Hilfsangebote bekommen, nur leider kann sie nicht so schnell hier sein.

    Ich hoffe natürlich, dass es nicht so weit kommt und er freiwillig geht. Er hat ja schon einige Male gesagt, dass er es tut, wenn ich es ihm sage. Mal sehen, ob das nicht nur Geschwätz war.

    Ich bin sicher, dass ich das irgendwie schaffe! Ich bin nur so aufgeregt deswegen!
    Danke für die Ermutigungen!

    LG,
    Anesa

  • Es ist passiert. Er ist gegangen! Ich habe ihn rausgeschmissen.
    Ich kann nicht sagen, wie ich mich fühle. Ich bin erleichtert, dass es geschafft ist und ich bin total kaputt, weil ich die letzten Tage total aufgeregt deswegen war und schlecht geschlafen habe!
    Ich habe es ihm schon gestern abend gesagt, dass ich die Trennung will und dass er heute gehen soll! Er war beleidigt und wütend. Und ich hatte ein schlechtes Gewissen, dass ich es von heute auf morgen gemacht habe.

    Und obwohl er die ganzen Male, wenn wir vorher darüber gesprochen haben, gesagt hat, dass er nichts haben will (weder Auto noch Geld), wollte er jetzt doch das Auto nehmen! Das war für mich jetzt sehr überraschend und ich bin es gar nicht gewohnt, ohne Auto zu sein! Ich hatte seit 20 Jahren immer ein Auto! Naja, ich hab ne Monatskarte und ein Fahrrad. Wird schon gehen. Ich hatte aber eigentlich geplant, für ein paar Tage wegzufahren. Das muss ich wohl verschieben.

    Traurig bin ich irgendwie auch, obwohl ich immer noch sicher bin, dass diese Entscheidung richtig war! Ich darf auf keinen Fall wieder zurück, jetzt, wo ich das, glaube ich, schlimmste geschafft habe. Das war wirklich schwer!

    Gruss,
    Anesa

  • Glückwunsch!!!
    Sicher ommen dir noch oft Zweifel,das ist doch klar.
    Ich hab versucht,dann immer an den ganzen Sch...zu denken;das hat wenigstens etwas geholfen.
    Meiner wollte anfangs auch GAR nix....wegen der schlechten Erinnerungen.
    Und jetzt jammert er rum,ich hätte ihm was weggenommen.
    Das sind die zypischen irrationalen Reaktionen.
    Hat bei mir immer noch nicht aufgehört und ich muss aufpassen,das nicht allzu wichtig zu nehmen.
    Wenn wir das tun,sind wir ja wieder bei IHM,nicht bei uns.
    LG
    Susanni

  • Er wollte dann, als er alles ins Auto gepackt hat, doch auf einmal über alles reden! Das wollte er vorher von sich aus nie!!!!! Und am Ende hat er gefragt, ob wir es nochmal versuchen wollen! Ich war mir die ganze Zeit sicher, dass ich die Trennung und KEIN ZURÜCK will!

    Ich bin auch traurig, weil wir ja doch lange zusammen waren und es ja auch schöne Zeiten in den ersten Jahren gab! Aber ich habe gestern und auch heute an die ganzen schlimmen Sachen gedacht, damit ich nicht umfallen kann!

    Gruss,
    Anesa

  • Oh Mensch Anesa,

    ich kann Dich so gut verstehen. Ich finde es gut, dass auch über Deine Zweifel und Deine Traurigkeit schreibst. Das ist völlig normal. Ich wäre auch ganz fertig.
    Mir steht das ja demnächst vermutlich auch bevor. Ich darf gar nicht daran denken.

    Nur nicht schwach werden, immer nur an die schlechten Zeiten denken. Das ist so schwer.

    Welche Entscheidung Du jetzt auch getroffen hast, ich wünsche Dir, dass es für Dich die richtige ist.


    Alles Liebe und viel viel Kraft

  • Liebe Anesa,

    ich bin froh zu hören, dass Du das ganze so "unbeschadet" bewältigt hast.
    Der Katzenjammer wird bestimmt noch kommen, und dann sind wir hier für Dich da.

    Vor diesem Tag, den des Auszugs hab ich auch große Angst, und sehn ihn doch herbei.

    Ruh Dich jetzt erstmal aus, tief durch atmen....

    Genieß die Sonnenstrahlen,
    nici

  • Danke für Euren Beistand!!!
    Ich bin heute morgen aufgewacht und dachte, jetzt ist er für immer weg...
    Im ersten Moment war es ein ganz schlimmes Gefühl.
    Aber dann kamen die Gedanken, wie mache ich das alles, vor allem finanziell. Klar, ich könnte mir eine kleinere und günstigere Wohnung nehmen. DA würde ich vielleicht 100 Euro im Monat sparen. Aber ein Umzug ist ja auch nicht gerade billig.

    Es ist so, dass ich durchschnittlich verdiene. Ich kann es also packen. Aber in den letzten Jahren war ich so viele Ausgaben gewohnt, für die das Geld jetzt wohl nicht reichen wird.
    Ich weiss, das kling total gemein denen gegenüber, die wirklich am Existenz-Minimum leben, aber ich war finanziell immer schon sehr selbständig und ich hatte nie Geldsorgen. Das wird jetzt echt schwer für mich.

    Aber immerhin beschäftige ich mich gedanklich mit mir und nicht mit ihm!!!

    Gruss,
    Anesa

  • Hi Anesa,
    ich muss z.Z. von hartz 4 leben.
    Hab noch nen 400€job,das ist es.
    Durch die 5 Kinder war ich nie berufstätig.
    Aber ich weiß jeden Monat,was ich wirklich habe,
    Mein Ex hat immer wieder spontan Geld aus dem Fenster geworfen...da konnte er noch so gut verdienen,selbst mein Erbe von 100000€war in 3 Jahren weg.
    Ich bin darüber fast verrückt geworden.
    Dann lieber mit wenig Kohle,aber dafür nicht mehr diese ewigen Sorgen bzgl.unserer Existenz.
    Ach,und da man ja eine neue Lebensqualität bekommt.....ist das alles nicht mit Geld aufzuwiegen.
    LG
    Susanni

  • Hallo Susanni,

    ja, genauso war es bei uns auch. Wir hatten zusammen wirklich sehr viel Geld! Wir könnten jetzt reich sein. Aber er wollte/musste seiner Familie immer Geld schicken. Ich habe jetzt von 2006 mal ausgerechnet, dass das bis dieses Jahr ungefähr 6.000 Euro waren! Und davor waren es bestimmt auch noch mal 5.000 Euro. Und er hat auch viel Geld für alles mögliche ausgegeben (Handys, PC-Sachen usw.).
    Ich weiss, dass ich mit meinem Geld auskommen kann. Ich lebe nicht verschwenderisch. Aber ich mache mir Sorgen, wenn mal was kaputt geht, ob ich das bezahlen kann und jetzt brauche ich noch eine Krone auf einem Zahn, das ist ja auch nicht billig.
    Zu Zweit waren solche Sachen pillepalle, da hatte man eben einen Monat weniger, im nächsten Monat war es vergessen!

    Aber Du hast Recht! Ich sage mir auch immer wieder, egal, dann kannst Du eben keinen Urlaub machen, aber Du kannst einfach rausgehen und Dein Leben und die Natur ohne die frühere Belastung geniessen!!!

    LG,
    Anesa

  • Hallo Anesa
    Ich hatte schreckliche Angst ums finanzielle...Ich arbeite nur halbtags, die Miete ist ziemlich hoch und da noch die Kinder...
    Aber jetzt muss ich sagen, mir geht es besser als zuvor.
    Wo früher am WE leicht 150 euro weg waren, brauche ich manchmal nur 20!
    Mein Mann hat ziemlich leichte Hand wenns ums Geld geht.

    Liebe Grüße
    Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Ach Ihr Lieben,
    was hatte ich für Angst - und habe es immer noch - Existenzminimum und eigentlich grad mal 200 Teuros für Versicherung/Lebensmittel ect. pp.

    Bisher ging es immer irgendwie. Mehr schlecht als recht und oft war es grausam zu spüren "du bist eine arme Wühlmaus, Kirchenmäuse wären reicher, sie hätten nämlich den Opferstock in der Kirche". Und dennoch: früher kaufte ich Blumen oder Samen, heute ziehe ich sie selber. Mit Wasser vom Brunnen gieße ich und spüle ich - mit Wasser vom Holzherd.....

    Nicht jeder hat einen Brunnen! Aber jeder kann Ideen haben und vieles umsetzen. Je freier man/frau wird von geschädlichen Einflüssen desto mehr Kreativität wird frei. Desto problemloser wird der Umgang mit Mitmenschen, die vielleicht das eine oder andere schnell mit links reparieren können oder günstig abgeben.

    Ich habe kein Geld für Möbel ect. habe vor kurzem einen super 3-teiligen, runden Glastisch, verschiebbar und somit größentechnisch ausrichtbar für 20 Euro bekommen. Ich mache keinen Hehl aus meiner Armut - so können solche Angebote ankommen.

    Ich habe billigst Teppiche ersteigert, Vorhänge günstig gekauft und fertig ist die neue Farbe, das neue Flair und niemand sieht, dass ich neue Klamotten günstig ersteigere. Ich brauche viel Zeit und Nerven dafür. Und immer wieder spüre ich " es ist nicht so wie früher, du kannst nur minimal mitgehen mit den Preisen".

    Und jedesmal freue ich mich, wenn es mir gelungen ist in meiner Niedrigstpreisklasse zu bleiben.

    Und wißt Ihr was: viel schlimmer war meine Angst, wenn mal wieder bei ihm der Gerichtsvollzieher kommt, er den Job verliert oder Schaden im Suff anrichtet. Dann nämlich wäre ich noch viel ärmer da gestanden ... und dann vielleicht ohne Heim wenn er es (wie von ihm gesagt ) "in Schutt und Asche gelegt hätte.

    Eines nämlich ist wohl Fakt: Auch der Alkoholismus dürfte steigerungsfähig sein, die Mäuse danach reduzierbar....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Anesa,

    mir ging es ähnlich nach der Trennung von meinem Ex. Ich habe immer mein eigenes Geld verdient, er war saisonbedingt teilweise bis 1/2 Jahr ohne Job. Er hatte trotzdem immer überdurchschnittlich gut verdient, aber auch alles ganz schnell wieder unter die Leute gebracht, musste immer teure Autos fahren und und ....
    Dazu kam Unterhalt für 4 Kinder aus 2 Ehen.

    Als ich endlich die Trennung wollte, gab es eine andere Frau, die er mitfinanziert hatte von unserem gemeinsamen Konto.
    Zum Schluss musste ich noch die Schulden mit abzahlen. Ich war gezwungen, mir einen Nebenjob zu suchen.

    Aber irgendwann ging es wieder aufwärts, auch finanziell und mir ging es immer besser.

    Diese Selbständigkeit und Selbstverantwortung würde ich mir heute nicht mehr nehmen lassen. Deshalb hatten mein Freund und ich von Anfang an getrennte Konten.
    Da wir keine Kinder haben, kann ich jederzeit gut leben auch ohne Partner.

    Monatelang konnte ich nicht in unserem gemeinsamen Schlafzimmer schlafen; ich mochte die Tür nicht einmal öffnen. Ich kam mir vor wie ein
    Vogel im Käfig in der wunderschönen grpßen Dachwohnung.

    Ich habe mich oft gefragt, warum nur, Du wolltest doch die Trennung.
    Einie Zeit habe ich ausgehalten, habe ihn immer wieder weggeschickt, die Tür nicht geöffnet, wenn er nachts betrunken an der Tür klingelte.

    Dann irgendwann bin ich rückfällig geworden, habe mich wieder auf ihn eingelassen, obwohl da eine andere Frau war, vielleicht auch deshalb. Vielleicht wollte ich sie auch verletzen, wie sie mich verletzt hatte.
    Weil sie monatelang bei mir Telefonterror machte, mich bald zum Wahnsinn trieb, wenn sie wieder auflegte, wenn er nicht ans Telefon ging. Und er versteckte sich, wollte mir einreden, ich sei ja krank, wie immer. Bilde mir alles nur ein.

    Ich litt furchtbar während dieser Zeit. Es war nur noch eine sexuelle Beziehung von seiner Seite, eiskalt und ohne Gefühl.
    Aber ich habe wohl auch noch das gebraucht, um mich dann endgültig lösen zu können.

    Den Wahnsinn dann hinterher, die ständigen Anrufe, Beleidigungen, Verletzungen von seiner Seite. Die Ängste, wenn er wieder (betrunken/nüchtern ich wusste es nicht) auch nachts an meiner Tür klingelte und Einlass begehrte. Diese Angst, die Albträume verfolgten mich noch jahrelang.

    Aber glaube mir, es geht alles vorbei und irgendwann ist wieder Licht am Horizont und Sonne in Deinem Herzen.

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